• 08.02.2018
    • irina_85

    Werden Paarbeziehungen mit zunehmender Lebenserfahrung besser?

    ich lese hier häufig im Forum mit und stelle fest, dass viele Frauen ab 45 in glücklichen Beziehungen sind, die sie zuvor so nicht hatten.

    Auch wundere mich wo Frauen ihren Partner kennengelernt haben. Da liest man beim Tierarzt oder im Zug etc. Ich bin auch oft in Zügen unterwegs, gehe alleine in Cafés oder bin gern in der Bibliothek. Mir purzelt aber leider kein Mann vor die Füße. Ich frage mich schon auch immer warum mir das nicht passiert. Vielleicht liegt es aber auch an dem Druck, den man irgendwann hat, wenn man ü30 ist und noch Kinder möchte.

    Liebe Frauen wie habt ihr das angestellt? Wie verlief die Beziehungsanbahnung? Ich würde gern mehr zu euren Erfahrungen lesen. Würdet ihr sagen, dass die Beziehungen mit zunehmender Lebenserfahrung besser werden, da „Frau“ weis was sie will und nicht zwingend einen Mann sucht?
     
    • # 1
    • 08.02.2018
    • Ejscheff
    Ich bin zwar keine Frau aber eine Kollegin (um 50) hat bei Carglas einen Mann kennen gelernt.

    Auf der anderen Seite können auch Beziehungen in dieser Altersrange sehr ungesunde on und off Beziehungen sein. Eine dieser mir bekannten Beziehungen kam über Facebook zu Stande, die andere über einen Wettbewerber von Elitepartner. Tja überall lauern Gefahren.

    Ich würde daher sagen, dass Alter hat keinen zwingenden Einfluss auf einen Beziehungserfolg.
     
    • # 2
    • 08.02.2018
    • frei
    Ich habe meinen Freund ganz schlicht im Internet kennen gelernt, nix mit Zug oder Tierarzt oder Kassenschlange.
    Da habe ich noch nie, auch nicht, als ich jung war, einen Mann oder eine Freundin kennen gelernt oder sonst welche Kontakte geknüpft.

    Zum anderen kann ich unbedingt 'ja' sagen.
    Meine jetzige Beziehung ist die beste, die ich je hatte und er sagt das gleiche von mir. Wir waren beide 47, als wir uns kennen lernten.
    Wegen unserer Lebenserfahrung ? Nö, das eher nicht.
    Eher schon, weil wir beide uns gezielt gesucht haben, auf einem speziellen Portal und dadurch gibt es meine und auch seine Standardprobleme aus allen vorherigen Beziehungen schon mal nicht mehr.
    Und andere später mögliche Probleme, die mit unserer Neigung nichts zu tun haben, haben wir im Vorfeld des Kennenlernens tatsächlich angesprochen.

    Nur ein Beispiel von vielen: wir haben beide ein sehr schwach ausgeprägtes Nähebedürfnis und er war darüberhinaus damals gerade sehr froh, dass meine Vorgängerin nach scheußlichem Zusammenwohnen endlich ausgezogen war.
    Ich war damals gerade vor fünf Monaten in ein sehr schönes und sehr winziges Häuschen gezogen, dass ich für sehr viel Geld ein Jahr lang renoviert hatte. Ich wäre da im Leben nicht wieder weggezogen, für einen Mann wäre aber auch kein Platz gewesen.
    In einem unserer Telefonate, die sehr schön und lang waren, noch vor unserem ersten Date, versuchte er mir sehr schonend beizubringen, dass er nicht vorhabe, wieder mit einer Frau zusammen zu wohnen. Da war ich extrem erleichtert und er auch.
    Wenn das nicht gepasst hätte, hätten wir uns erst gar nicht getroffen.

    Wir passen in vielem einfach zusammen.
    Mit Lebenserfahrung hat es vielleicht dahingehend etwas zu tun, dass wir wichtige Dinge offen ansprechen und nicht, wie viele Leute es tun, erwarten, 'dass er alles errät, was sie umtreibt' bzw. 'ihr doch bei logischem Denken klar sein muss, dass er ...'

    Naja und mit dem höheren Alter kann es auch zusammen hängen, dass man nicht mehr einfach irgendeinen 'nimmt', auch wenn es nur halbwegs passt, denn man hat ja gar keinen Druck mehr.
    Will keine Familie mehr gründen, verdient selbst genug, hat eine schöne Wohnung, genug Freunde, man braucht einfach keinen Mann mehr, außer für Nähe und Liebe und so, schon klar.
    Aber dann ist man eben auch nur mit einem Mann zusammen, mit dem es Liebe und Nähe gibt.

    w 50
     
    • # 3
    • 08.02.2018
    • INSPIRATIONMASTER
    Das kann ich so nach meinen Erfahrungen nicht bestätigen, ich glaube daran nicht, ich glaube, wenn es passt, dann passt es, das hat mit zunehmender Lebenserfahrung und mit Alter nichts zu tun...ich lese meine Bestätigung oft auch hier und bekomme die auch im RL bestätigt! Es geht vielmehr um die Nadel im Heuhaufen zu finden, nicht gerade einfach und mit zunehmender Lebenserfahrung und mit Alter eher schwieriger!
     
    • # 4
    • 08.02.2018
    • mokuyobi
    Liebe FS,
    zu über 45 kann ich mit 34 noch keine Aussage machen. Ich kenne allerdings sehr viele Menschen, die auch mit Mitte 20 oder Mitte 30 glückliche Beziehungen haben/hatten. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass man mit Mitte 40 wirklich entspannter an Beziehungen herangeht und nicht "den erstbesten" nimmt, da man das Familienthema abgehakt hat. Außerdem weiß man mit zunehmendem Alter auch mehr, was man möchte und was nicht bei der Partnerwahl.

    Zum zweiten Punkt: Ich habe schon immer Männer in allen möglichen Situationen kennengelernt: im Zug ganz häufig, im Bus, bei der Mitfahrgelegenheit, am Flughafen, in der S-Bahn (dadurch habe ich einen guten Freund gewonnen), auf Partys natürlich, in Clubs; ich wurde auch auf der Einkaufsstraße angesprochen und im Kaufhaus. Ich bin Durchschnitt (Größe, Schönheit, Verhalten), würde ich sagen, aber ich lächle gern und sehe freundlich aus (wurde mir gesagt); ich denke, das macht wohl am meisten aus. Dann habe ich Männer über Freunde oder Familie kennengelernt, auf Festivals, über Facebook-Gruppen zu gemeinsamen Interessen und bei Treffen, über die Arbeit, über meine WG-Mitbewohner vor einigen Jahren. Mit dem Alter wird das vielleicht etwas weniger, und es passiert nicht ständig und dauernd - das ist die Sammlung von etwa 10 Jahren, denke ich. Ich weiß nicht, ob es in zehn Jahren noch ähnlich abläuft. Aber wenn man mit offenen Augen durch die Stadt geht, im Café sitzt, selbst im Supermarkt, dann kommt man häufig mit Menschen ins Gespräch und ab und zu sind da eben auch Single-Männer dabei.
    Offenheit, Gesprächsbereitschaft und eine positive Einstellung sind meiner Meinung nach das, was diesen Erstkontakt ausmacht, egal wo.
     
    • # 5
    • 08.02.2018
    • carpe
    In jüngeren Jahren habe ich auch schon leicht Männer kennen gelernt. Damals in der Disco oder im Studium.

    Wie schon geschrieben: meinen letzten Freund habe ich beim Tierarzt kennengelernt, mein aktueller Freund war mein Nachbar.

    Im Gegensatz zu früher, ergreife ich nun die Initiative. Früher habe ich gewartet, bis ich angesprochen wurde. Der Nachteil war, dass es nie die Männer waren, die ich wirklich haben wollte. So fingen die Beziehungen eher lauwarm an. Heute würde ich nur noch mit jemanden zusammen kommen wollen, der mich absolut umhaut.

    Ja, meine Beziehungen sind heute viel besser als früher. Erstmal weil ich nur noch mit einem Mann zusammen bleibe, wenn ich absolut verliebt bin. Zudem bin ich heute toleranter, nicht mehr zickig und kann meinen Partner lassen, wie er ist. Und ich habe mehr Spaß am Sex, seit ich älter bin. Viele Beziehungen sind früher auseinander gegangen, weil ich keine Lust auf Sex hatte und weil ich die Männer immer ändern wollte. Auch waren meine Männer früher zu weich und zu passiv. Heute passiert es mir nicht mehr, dass ich mit einem Mann eine Beziehung eingehe, der nicht zu mir passt.

    Und ich weiß heute, dass ich alleine leben kann und keinen Mann brauche. Früher bin ich von Beziehung zu Beziehung, um nicht alleine zu sein. Dieses Gefühl der Unabhängigkeit wirkt sich auf meine heutige Beziehung positiv aus.
     
    • # 6
    • 08.02.2018
    • Moona
    Liebe Irina. Ich darf mich von Deinem Post angesprochen fühlen, bin 52 Jahre alt. Genau vor drei Jahren lernte ich meinen Traummann kennen, ohne Singlebörse wohlgemerkt!!

    Wie ich das angestellt habe: also erst einmal habe ich meine Wunden geleckt, 2012 hat mein Freund mit mir Schluss gemacht, ein Glücksfall, wie ich heute weiß und damals nie geglaubt hätte. Davor hatte ich eine 20jährige Ehe. Naja, wunderprächtig war auch diese Zeit nicht.

    Und dann hatte ich viel viel viel Gelegenheit zu lernen, zu reflektieren, an mir zu arbeiten, innerlich und äusserlich. Ich habe enorm viel abgenommen, viel Sport gemacht und ich sage es nicht ohne Stolz: für mein Alter sehe ich top aus und bin flott unterwegs. Ich bin durch eine harte Schule gegangen und habe meine Lektionen begriffen.

    Und ich habe angefangen, etwas ganz anders gemacht, wie sonst. Ich bin in einen Tanzkurs gegangen. Und dort habe ich ziemlich gleich IHN getroffen, meinen Traummann. Nun sind wir drei Jahre zusammen und ich finde ihn immer noch so perfekt wie am Anfang, vielleicht sogar noch besser. Ich glaube nicht an Zufälle. Ich bin davon überzeugt, dass sich das Leben mental steuern lässt. Manche nennen es "Wünsche beim Universum". Finde es wie Du willst. Aber ich kriege eigentlich immer das, was ich mir gewünscht habe. Bei ihm habe ich mir sogar aufgeschrieben, wie er sein soll, wie die Partnerschaft sein soll. Es ist zu 95% eingetroffen, bis ins kleinste Detail.

    Hier wird immer geschrieben, dass man ab einem gewissen Alter als Frau kaum noch einen Marktwert hätte. Das kann ich nicht bestätigen. Ich habe noch nicht einmal eine Singlebörse gebraucht und viele Frösche musste ich nicht küssen. Es kam gleich der Prinz.

    Mein Rat: schau zu, dass Du gut aufgestellt bist, vor allem seelisch. Dann wirst Du auch passende Männer kennenlernen. Wir treffen nämlich immer diejenigen, die gut zu uns passen, manche nennen es das Gesetz der Resonanz. Jede Faser meines Körpers wusste, dass ich IHN treffen werde. Ich habe mich mental ganz auf ihn eingestellt und schon mal auf ihn gefreut. Viel Glück.
     
    • # 7
    • 08.02.2018
    • Pia62
    Liebe FS,

    die Liebe kann dir überall vor die Füße purzeln, selbst auf der Rolltreppe in einem Kaufhaus.
    Um den Richtigen zu finden, ist es wichtig, genau zu wissen, wie Beziehung gefühlt werden soll. Ganz unabhängig von anderen Gewichtigkeiten, die sonst im Vordergrund stehen. Sich selber genau zu kennen und zu wissen, wozu man bereit ist, was man zu geben vermag und wie stabil das eigene Gefühlsleben ist. Gut aussortierte hinderliche Gedankenmuster und ein Paket Vorfreude noch dazu, erleichtern das Gefundenwerden.

    In einem Moment der Vorfreude hatte ich wohl ein seliges Lächeln im Gesicht, dass meinen jetzigen Liebsten dazu veranlasste, mich anzusprechen und frech zu fragen, ob er meine Freude teilen dürfte ;-) Ich habe genauso frech reagiert und ausgepackt.
     
    • # 8
    • 08.02.2018
    • irina_85
    @frei: ein wichtiger Punkt, den ich auch lernen muss. Ich bin bisher immer eben diese Schiene gefahren und hab jetzt erkannt, dass nicht alle Empathen sind und erkennen was andere wollen.

    @carpe: dann hast du denjenigen angesprochen oder wie hast du das gemacht? ich bin beim Thema ansprechne eher zurückaltend und warte ab, wie du früher. Dadurch bekomme ich natürlich die,die ich nicht unbedingt will. Ich bin demnach so ähnlich wie du früher ;)

    @Moona: dein Post rührt mich sehr. Schön, dass es das noch so gibt. Naja seelisch bin ich nicht so gut aufgestellt, obwohl ich ein Steh-auf-Männchen bin. Da arbeite ich daran, aber weis auch, dass derzeit ein schlechter Zeitpunkt für einen neuen Mann in meinem Leben ist.

    Ich denke,dass mit zunehmendem Alter und Erfahrung man eher sagen kann was man will und was nicht. Man hat schon einiges erlebt und kann Männer aussortieren, die einem ein schlechtes Gefühl geben. Und ja @mokuyobi du sprichst etwas wichtiges an. Das hatte ich ja schon bei dem Post von Lili erwähnt. Man lächelt zu wenig und auf der Straße erst recht nicht. Tatsächlich liegt es an einem selbst und was man ausstrahlt. Obwohl hübsch bringt es nix, wenn man ein "Lass mich in Ruhe" Gesicht zeigt.
     
    • # 9
    • 08.02.2018
    • schneesternli
    Als Frau im Alter von 47 J, seit gut zwei Jahren in einer glücklichen Beziehung mit bevorstehender Hochzeit, darf ich mich auch angesprochen fühlen. Nach meiner langen Ehe hatte ich zwei Jahre eine wilde Zeit, in der ich mich sexuell etwas austobte und hier und in Büchern viel mit dem Thema Beziehung beschäftigte. Ich merkte, dass meine Partnerwahl bis dahin viel mit dem, was andere denken würden, zu tun hatte und wenig mit dem, was ich mir für mich wünschte. Ich bin promoviert und geschäftlich sehr erfolgreich und suchte stets nach einem Mann, der das noch toppen konnte. Diese Männer sind aber rar, in der Regel sehr kompetitiv und wenig warmherzig. In meinem fortgeschrittenen Alter merkte ich, dass ich eher einen Mann wollte, der ein grosses Herz hatte und eine starke Schulter, der mich auch mal zuhause entlastete und auf mich stolz war, statt mich als Konkurrenz zu betrachten. Mein zukünftiger Mann hat weder meine Ausbildung noch mein Einkommen, aber er ist klug und stark und immer für mich (und sogar für meine Kinder) da - dafür liebe ich ihn.
     
    • # 10
    • 08.02.2018
    • frei
    Hm...wie geht es dann aber nach dem Ansprechen weiter ?
    Also, ich komme auch sehr leicht mit Leuten ins Gespräch, aber nach einem kurzen Wortwechsel geht man eben.
    Du nicht ?
    Du wirst im Kaufhaus angesprochen ( ich auch, 'soll ich lieber dies oder das hier kaufen ?' oder 'das steht Ihnen aber gut' ) und dann fragt der Mann, ob du jetzt noch einen Kaffee trinken willst ? Das ist mir noch nie passiert.

    Wie es der Zufall will, hatte ich heute beim Lidl so ein Erlebnis. Ich hatte Sushi in der Hand, das sie in diesen Tagen dort in einer herzförmigen Packung verkaufen.
    Da sagt ein Mann zu mir, das sei zwar ganz lecker, aber er würde mir empfehlen, doch lieber zu xxx ( Name eines Sushirestaurants ) zu gehen und dann hat er ausführlich darüber gesprochen, wo das sei und wie toll es da sei und da könne man sogar parken.
    Sicher zehn Sätze oder so, weil ich auch immer freundlich antwortete und mich für den Tip bedankte.
    Sowas passiert mir schon gelegentlich.
    Aber niemals hat ein Mann anschließend weiter gehen wollen und dieses mal auch nicht.

    Übrigens wäre ich, bevor ich regelmäßig hier mitlas, nie darauf gekommen, dass es sich um Baggern handeln könnte und dieses mal auch nicht.
    Ich denke, er wollte plaudern, vielleicht ist er einsam.
    Oder er ist mit dem Besitzer des Sushiladens befreundet und machte Werbung.

    Bist du sicher, dass die Männer, mit denen du dich auf einer langweiligen Zugfahrt unterhältst, dich kennenlernen wollen ?

    Ich habe jetzt schon seit einiger Zeit, dieses Thema gibt es hier ja gelegentlich, überlegt, ob ich lieber mal aufhören soll, alle Leute anzuquatschen, wenn ich in der Schlange stehe z.B.
    Es ist mir irgendwie unangenehm, dass die vielleicht denken, so wie viele hier, dass das auf richtiges Interesse schließen läßt.
    Das hat, wie ich finde, nämlich sowas von Notstand und Einsamkeit, gerade wenn man älter ist.
    Und das wäre mir schon etwas unangenehm.
    ...andererseits kann ich es ja doch nicht lassen, deshalb muss ich auch nicht drüber nachdenken.

    w 50
     
    • # 11
    • 08.02.2018
    • carpe
    Ja, ich habe die letzten beiden Männer angesprochen.

    Beim Tierarzt habe ich meinen Ex-Freund angesprochen, weil wir die selbe Tierart haben. Wir sprachen darüber, dass die Tierbetreuung als Single problematisch ist, wenn man mal im Urlaub ist oder ins Krankenhaus kommt. Deshalb beschlossen wir spontan, unsere Tiere in solchen Fällen gegenseitig zu betreuen. So entwickelte sich eine Freundschaft und dann eine Beziehung.

    Mein aktueller Freund war ein Jahr mein Nachbar und ich fand ihn so dermaßen toll. Außerdem habe ich seine Musik, die ich aus seiner Wohnung hörte, geliebt. Ich habe mich damals nicht getraut, mehr aus dem Small Talk im Hausflur zu machen. Ich zog dann aus, konnte ihn aber nicht vergessen, 1,5 Jahre nicht. Da ich wusste, in welchem Supermarkt er nach der Arbeit einkauft, bin ich eine Zeit lang dort einkaufen gegangen. Bis ich ihn endlich traf. Er hat sich sofort gefreut, mich wiederzusehen. Ich habe ihm gesagt, dass mir seine Musik fehlt. Wir haben die E-Mail-Adressen ausgetauscht und schnell stellte sich heraus, dass er mich auch schon immer toll fand. Zum Glück passten wir auch über diese Schwärmerei hinaus perfekt zueinander.
     
    • # 12
    • 08.02.2018
    • Chicken
    Hallo liebe FS,
    ich bin zwar "erst" 33 aber ich erwähne trotzdem mal kurz, wie ich "meine Männer" kennengelernt habe.
    Tatsächlich damals in der Schule und später bei der Arbeit. Ist aber reine Glücksache - es muss eben Auswahl sein, das bietet nur ein Arbeitsplatz mit vielen Mitarbeitern.
    Allerdings hatte und hätte ich auch heute immer noch genug Möglichkeiten außerhalb der Arbeit - weil ich einfach flirten kann und auch einen Mann anspreche wenn er mir gefällt.
    Das machen viele Frauen halt nicht und verpassen so die Chance einen tollen Mann kennenzulernen.

    Zu deiner anderen Frage: Für mich persönlich wäre es im zunehmendem Alter eher schwieriger eine Beziehung zu führen, da die Ansprüche höher werden.
    Als junges Mädel/junge Frau sieht man über manches hinweg - es stört einen nicht wenn der Kerl seine Socken liegen lässt o.ä.
    Später hat man als erfahrene Frau einfach das Leben im Griff und wenn ein neuer Mann in das strukturierte Leben kommt, sollte er kein Störfaktor darstellen, sondern eine Bereicherung sein.
    Wisst ihr was ich meine?
    Liebe Grüße, w 33
     
    • # 13
    • 09.02.2018
    • Lebens_Lust
    Könnte man auch als festgefahren interpretieren und nicht bereit, sich auf Neues einzulassen. Ich merke bei mir, dass ich bei manchen Dingen toleranter werde, bei anderen, dass sie mir wirklich wichtig sind und ich klare Vorstellungen habe.
     
    • # 14
    • 09.02.2018
    • Cho Oyu
    Liebe Irina,

    zwar bin ich ein Mann. Dennoch antworte ich Dir

    zur ersten Frage: alle meine Freundinnen habe ich über den Verein, oder das Hobby kennengelernt. Im gemeinen Alltagsleben würde ich mir da eher schwer tun.
    Ob es im Alter entspannter wird. Bei mir ja. Ich bin toleranter, obwohl die Ansprüche deutlich gestiegen sind. Ich weiß besser was ich will und vor allen Dingen auch, was ich nicht will. Und ich weiß, dass ich auch ohne Frau leben kann. Früher wollte ich unbedingt jemand an meiner Seite. Da war vieles verkrampft. Ich wollte immer eine fundamentale Basis. Heute will ich mit Ihr eines meiner wichtigen Hobbys teilen, aber eben nicht mehr jedes. Freiraum ist mir wichtig. Und das teile ich dann so mit. Entweder es passt dann oder nicht. Aber ich würde nicht mehr versuchen, es passend zu machen.

    M 48
     
    • # 15
    • 09.02.2018
    • frei
    Hm, das sind aber doch eher keine Beispiele dafür, einfach fremde Männer in Baggerabsicht anzusprechen.
    Im ersten Fall war es nicht, weil du denn Mann so heiß fandst und im zweiten war er kein Fremder, und da war auch nichts spontan, sondern du hast das Kennenlernen sehr aktiv und beharrlich verfolgt.
    Beides finde ich sehr gut, alle Achtung, so kommt man zu was.
    Aber es sind andere Fälle.

    Auch ich bin schon z.B. immer wieder in die gleiche Disco gegangen, weil ich wusste, dass ER da hingeht und dann habe ich immer da rumgestanden, wo er steht und dann versucht zu lächeln.
    Und auch ich habe im Kindergarten eine Frau angequatscht, die ich immer beim Abholen grüßte und die mir sympathisch war. Habe sie gefragt, ob wir mal was mit den Kindern machen wollen und daraus hat sich dann eine jahrelange Freundschaft, man könnte auch sagen Zweckgemeinschaft, entwickelt.
    Das sind meine Analogien zu deinen Beispielen.

    Ich wollte aber sehr gerne mal wissen und habe daher @mokuyobi gefragt, wie es bei ihr nach dem Plaudern im Zug mit einem ganz fremden Mann weiter geht.
    Weil ich annehme, dass es eben nicht weiter geht und ich daher vermute, dass sie das Gespräch fehlinterpretiert.
    Dass man sich die langweilige Zugfahrt mit einem netten Gespräch versüßt, ohne das geringste Bedürfnis, daraus mehr entstehen zu lassen.
    Bin mal gespannt, ob sie antwortet.

    w 50
     
    • # 16
    • 09.02.2018
    • Laubsk
    Zuallererst passt die Überschrift nicht mit dem Text bzw. deinen gestellten Fragen zusammen. Die in der Überschrift gestellte Frage impliziert, dass die Beziehungen generell mit der Lebenserfahrung besser werden könnten. Egal ob die Beziehung schon lange besteht, oder ob man eine neue eingeht.

    Dir geht es aber offensichtlich nur um die in der reiferen Lebensphase neu geschlossenen Partnerschaften. Der Schluss liegt natürlich nahe, dass wenn man (hier wohl "frau") sich und seine Ansprüche und Bedürfnisse besser kennt, sich auch adäquatere Beziehungspartner sucht, und in der Lage ist, bessere Beziehungen zu führen.

    Jedoch liest man immer wieder, dass es für eine Frau im "mittleren" Alter relativ leicht ist, jemanden für Sex zu finden, dass es aber ungleich schwieriger ist, einen "Liebespartner" zu finden. Sozusagen wäre die Fähigkeit, eine "gute" Liebesbeziehung zu führen, gestiegen, aber die Nachfrage nach diesen Frauen hat am Markt jedoch nachgelassen. Ganz einfach weil Männer oft nach jüngeren Frauen Ausschau halten.

    Also hat Frau entweder das Glück einen Mann zu finden, der eine Frau will, die mit ihm in punkto Lebenserfahrung und persönlicher Reife auf Augenhöhe steht, oder sie bleibt entweder allein und/oder gibt sich mit Sexbeziehungen zufrieden. Schlussendlich wenden sich nicht zu wenige, wenn sie trotz ihrer tollen partnerschaftlichen Fähigkeiten keinen Mann finden, der Esoterik zu.
     
    • # 17
    • 09.02.2018
    • Amytan
    Mein bisher gelungenster Treff: vorm Weinregal im Supermarkt. Ich kenne mich ziemlich gut aus und dann wird ein Gespräch mit einem, der auch gerade suchend davor steht, ganz einfach ...

    Und bei uns hat es sich (vor langer Zeit) ergeben, dass wir uns zusammen überlegt haben, was wir zu diesem oder jenem Weinchen kochen würden - am Ende saßen wir zusammen an meinem Esstisch.

    Ansonsten: ich finde die Beziehung »im Alter« fast reicher, als die, die ich als sehr junge Frau hatte. Wie @Cho Oyu oben von sich schreibt, bin auch ich inzwischen toleranter, offener, ich weiß genau, was ich will und womit ich nicht leben könnte, versuche nie, meinen Partner zu ändern. Wenn es mal »eng« wird, ziehen wir uns in unsere eigenen Wohnungen zurück und klären mit mehr Ruhe später. Wir lassen uns unsere Freiräume, ohne jegliches Misstrauen und freuen uns über (fast) jeden Moment, den wir zusammen verbringen. Wir weichen möglichen Streitthemen nicht mehr aus, gehen sie aber weniger temperamentvoll und behutsamer an als früher.

    Dass eine Beziehung »mit zunehmender Lebenserfahrung besser wird«, würde ich nicht unbedingt sagen. Die Umstände werden oft einfacher, weil die Kinder aus dem Haus sind, die Finanzen gefestigt sind und beiden klar ist, womit sie bereit sind, sich abzufinden bzw. sich darüber zu freuen. Auch hier muss ich @Cho Oyu recht geben: ich weiß, dass ich auch alleine leben kann (gilt für meinen Partner genauso), das ist wichtig, diese Freiwilligkeit, zusammen bleiben zu wollen ...
     
    • # 18
    • 09.02.2018
    • Kastanie
    Hallo, bin eine Frau im Alter von 48 Jahren. Meinen Partner habe ich vor zwei Jahren im Internet kennengelernt, auf einer Seite mit Freizeitkontakten. Es hat sofort zwischen uns gefunkt und wir passen tatsächlich wunderbar zusammen.

    Den kompletten Beitrag von Moona kann ich so unterschreiben. Auch ich habe meine Lektion begriffen und nach ein paar Reflexionen und einigen Änderungen ging es mir wieder richtig gut. Genau in dem Moment kam mein Traummann in mein Leben.

    Ich erlebe meine Beziehung reifer und reflektierter. Wir reden mehr miteinander, sind toleranter und irgendwie auch unkonventioneller, machen nicht (mehr) das was andere machen. Können die Zeit miteinander genießen und sind dankbar dafür, dass wir uns gefunden haben.
     
    • # 19
    • 09.02.2018
    • Ejscheff
    Mein erster Text dazu wurde leider von der Moderation nicht durchgelassen. Ich versuche es noch einmal mit deinem Sushi Beispiel.

    Der Mann hätte zu dir sagen können "Ich würde gerne mit ihnen gemeinsam Sushi essen gehen. Ich gebe ihnen meine Telefonnummer, dann können sie mich anrufen wenn es ihnen passt. Oder ist es ihnen lieber, dass wir uns jetzt gleich hier verabreden."

    Letztens hatte sich im Zug einmal ein Zufallsgespräch mit einer völlig Unbekannten über Musik ergeben. Das wäre ausbaufähig gewesen. Da war ich aber in einer Beziehung.

    So etwas ähnliches habe ich einmal bedingt erfolgreich als junger Mann gemacht. Bedingt erfolgreich, weil sich nur ein paar oberflächliche Treffen ergaben.

    Jetzt gerade muss ich Einzel-Eintrittskarten für drei Veranstaltungen los werden. Eine Karte bin ich tatsächlich heute morgen an eine wildfremde Dame losgeworden, die mich Stand Heute (kann sich ja noch ändern) am Sonntag zu einer Tanzveranstaltung begleitet.

    Wenn ich Leute anspreche, merke ich ob Potential für mehr da ist. Dann kommt es auf meine Wortfertigkeit und deren Flexiliblität an.
     
    • # 20
    • 09.02.2018
    • Laleila
    Meinen Mann lernte ich im vor 23 Jahren Wald kennen, an einem kleinen See. Ich war mit dem Rad unterwegs, fühlte mich völlig unbeobachtet und allein bei meiner Rast am See und jauchzte daher ungehemmt, ob des schönen Tages und meiner Lebensfreude herum. Da hörte ich ein Lachen von hinten.... meine peinliche Berührtheit nahm er mir mit zwei Worten: " So schön!" Dann kamen wir ins Gespräch und er stellte fest, dass es nun Zeit für eine Kaffepause sei und er mich in ein Cafè im nächsten Ort einlade. Als ich mich verabschiedete fragte ob ich am Folgetag (Sonntag) mit ihm essen gehen würde und das wollte ich :)
    Und meinen Freund lernte ich über eine Interessengemeinschaft (ich mag keine Vereine) kennen. Es war ein überregionales Treffen und er kam hin (was ich erst viel später erfuhr) weil ich mich angemeldet hatte.
    Als er hereinkam fiel er mir sofort auf und ich sagte zu meiner Bekannten scherzhaft: "Der gehört mir!" Er fand meine Augen, kam auf mich zu, stellte sich vor und nahm am selben Tisch Platz. Als er eine Sachfrage in den Raum warf, welche ich beantworten konnte waren wir im Gespräch und kurze Zeit später bekamen wir von der Veranstaltung nicht mehr viel mit sondern waren gefühlt zu zweit auf einer Insel. Die Nacht verbrachten wir durch Berlin spazierend, nach einem Frühstück trennten uns unsere Wege und am übernächsten Tag schrieb er mir, er sei nun wieder Single. Schon am nächsten Wochenende sahen wir uns wieder.
    Ich habe aber auch ein sehr offenes Lächeln und strahle eigentlich immer herzliche Offenheit aus, was dazu führt, dass Menschen sehr häufig meine Nähe suchen. Das zu den Beziehungsanbahnungen. Ob Beziehung im reiferen Alter besser werden kann ich do generell nicht sagen. Meine zwei wurden es. Innerhalb der Beziehung. Ich bin glücklicher denn je, wir leben in liebevoller Harmonie und ich habe das Gefühl es wird immer noch intensiver, vertrauteter, besser.
    Wir sind angekommen. In diese Dreierkonstellation in der sich mittlerweile scheinbar mühelos die unterschiedlichen Bedürfnisse ergänzen.
    Die anfänglichen Unsicherheiten sind verschwunden, wir sind in uns, mit uns und an uns gereift und gewachsen. Symbiotisch zusammengewachsen.
     
    • # 21
    • 09.02.2018
    • Nordlicht444
    Ich bin zwar erst 31 würde aber aus meinen Beobachtungen heraus nicht sagen, dass Beziehungen mit zunehmender Lebenserfahrung besser werden.

    Die meisten haben sich einfach arrangiert mit ihrem Partner, da sie aus verschiedenen praktischen Gründen mit ihm zusammen bleiben müssen und das so akzeptieren.

    Außerdem kommt es darauf an, welche Lebenserfahrungen man machen musste und wie man sie interpretiert und verarbeitet hat. Es gibt viele Menschen die in jungen Jahren glückliche Beziehungen hatten und dann leider durch Schicksalsschläge verbittert wurden und sich dann auch die Beziehungen verschlechterten.
     
    • # 22
    • 09.02.2018
    • Ejscheff
    Tatsächlich gibt es auch Menschen die eigentlich nur, auch über das junge Alter (ich sage mal ab etwa 30) hinaus, schlechte Beziehungen hatten.

    Wenn diese Phase sich zur Dauerhaftigkeit entwickelt, kann sich nichts verbessern. Diese Menschen wissen überhaupt nicht wie das geht.
     
    • # 23
    • 09.02.2018
    • frei
    Hm, ich habe es immer noch nicht verstanden:
    Warum denkst du denn, dass er das tun wollte ?
    Ich denke das nämlich nicht.
    Ich bin jetzt echt nicht schön, erst recht nicht jung.
    Der Mann weiß null von mir, nur das, was er sieht.
    Warum sollte er mich kennenlernen wollen ?
    Ich denke, er wollte nur plaudern.
    Mich quatschen auch Omas an, die wollen auch nur plaudern oder suchen die eine Freundin ?

    Nicht jede Interaktion hat das Ziel, sich näher zu kommen, zu was auch immer.

    Ich habe schon öfter eine türkische Frau beim Sonntagsfrühstück gesehen. Irgendwann haben wir uns gegrüßt und wieder viel später bin ich einfach mal hingegangen und habe mich vorgestellt und so. Sie hat sich sehr gefreut und wir haben uns sogar gedrückt. Ich sehe sie weiter oft, weiß inzwischen auch, dass sie in der Nähe in einem Kiosk arbeitet und da gucke ich nun rein, wenn ich vorbei gehe. Und wir drücken uns. Und das letzte mal hat sie mir eine Schneggeltüte geschenkt. Da war ich echt gerührt und glücklich.
    Ich will aber genau das, nicht mehr, kein Kaffeetrinken bei ihr oder mir.

    Hm...das verstehe ich erst recht nicht.
    Hoffentlich denkt die Frau jetzt nicht, dass du sie richtig kennenlernen willst und nicht nur tanzen.
    ...*grübel*...oder sind die drei Einzelkarten von deiner jetzt Ex-Freundin übrig ? Dann ist es ja ok, ansonsten machst du dieser fremden Frau ungerechtfertigte Hoffnung, oder ?

    w 50
     
    • # 24
    • 09.02.2018
    • Rabentochter
    Bei mir (47): führe momentan definitiv die erfüllteste Beziehung, die ich je hatte, aber es ist early days (wir sind ein halbes Jahr zusammen) und so richtig vergleichen mag ich die vergangenen Beziehungen nicht, denn sie sind je in einer anderen Lebensphase gewesen und deswegen ja auch je unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt gewesen. Nur ist es definitiv so, dass ich die Qualität der Beziehung jetzt an ganz klaren Kriterien festmachen und diese auch verfolgen und sogar mit meinem Partner gemeinsam entwickeln kann, seitdem ich mich selbst besser kenne. Und ich falle jetzt eben auch nicht mehr auf mich selbst rein, wenn ich merke, es interessieren mich Menschen, die mir nicht gut tun. Bei mir ist es vielleicht auch Lebenserfahrung, ja, aber ohne dass ich mich nicht bewusst um ein Lernen über Beziehungen gekümmert hätte, wäre ich jetzt nicht da, wo ich bin.

    Zum Kennenlernen: habe meinen Freund über das Hobby kennen gelernt. Nach meiner langen Ehe gab es noch einen Versuch mit einem Mann - war aber zu früh und es passte nicht, ihn habe ich auch über das Hobby kennen gelernt. Dazwischen wurde ich recht regelmäßig angesprochen - hat wieder ziemlich nachgelassen, aber das ging ungefähr so : "Hey, du bist mir aufgefallen, hast du Zeit und darf ich dich auf einen Kaffee einladen?" (auf U-Bahn wartend) ; "ich hab dich beobachtet, wie du da in der Sonne sitzt, einfach deinen Kaffee trinkst - bin an dir vorbei gelaufen und dachte nee - jetzt dreh ich um und frag dich, ob ich mich zu dir setzen darf?“ (saß draußen im Café). Wenn ich mich drauf eingelassen habe, wurde mir auch die Telefonnummer gegeben / angeboten. Wenn mir der Mann richtig gefallen hätte, hätte ich es weiter verfolgt. Oh, im Supermarkt mal ganz plump: "diese blauen Augen sind ja unwahrscheinlich." Das fand ich dann nicht so lustig.

    Es muss definitiv etwas mit Ausstrahlung zu tun haben - während meiner Ehe ist mir das nie passiert und jetzt in letzter Zeit auch nicht mehr. Ich muss irgendwie ausgestrahlt haben, dass ich zu haben war. Dass ich auch nichts dagegen habe, wenn man auf mich zugeht.

    Aussehen tu ich ganz normal. An guten Tagen fühle ich mich schön, an schlechten hässlich - das kennt ihr bestimmt :)
     
    • # 25
    • 10.02.2018
    • Dingens
    Ich würde sagen, wenn du wirklich reifer wirst, werden es auch die Beziehungen. In meinen vergangenen Beziehungen habe ich mich getrennt und der Mann blieb der letztlich Schuldige. Ich habe nicht sonderlich reflektiert wo meine Anteile an der Trennung lagen. Vielleicht auch, weil ich mich immer getrennt habe?! Vielleicht war es auch Teil meiner Persönlichkeitsstruktur, das die anderen müssen, damit es mir gut geht. Wie dem auch sei... Letztes Jahr hat sich mein Mann von mir getrennt. Auch wir haben das lustige "du bist Schuld an meinem Elend Spiel" gespielt. Unsere Liebe war der Kitt, der die Beziehung zusammen gehalten hat. Glücklich waren wir beide nicht, konnten aber irgendwie nicht voneinander lassen. Vor allem konnten wir aber uns gegenseitig nicht so lassen wie wir waren. Als er sich dann für seine unerfüllte Jugendliebe trennte und mir auch noch die Schuld für die Trennung in die Schuhe schob, bekam ich von meiner eigenen Medizin zu schmecken. Das war bitter und ich habe gelitten, mich selber bemitleidet. Ich wusste nicht mehr wer ich ohne ihn war und wie mein Leben jetzt weiter gehen soll. Irgendwann habe ich die Trennung als Chance begriffen. Ich habe mein Leben auf den Kopf gestellt und mich um 190 Grad verändert. Diese Veränderungen sickern sehr langsam vom Kopf in mein Herz und ich denke ich habe wirklich viel über mich selber gelernt. Mittlerweile bin ich meinem Mann sehr Dankbar. Mit der Trennung hat er mir das Geschenk meines Lebens gemacht. Mir war plötzlich egal ob ich noch mal einen Partner finde. Ich bin das erste Mal in meinem Leben mir selber genug und zufrieden alleine zu sein. Das sind Worte, die ich vorher niemals geäußert hätte. Ich dachte bisher, ich kann nicht mit mir alleine sein. Das genieße ich in vollen Zügen und bin gespannt auf alles was mir diese Sicht noch eröffnen wird. Letzte Woche war ich ungeschminkt und müde mit einer Freundin in einer Pommesbude (ich kenne den Wirt). Wir waren fröhlich und entspannt. Irgendwann kam ein sympathischer Typ rein, bestellte was und wir kamen zwanglos ins Gespräch. Es wurde ein sehr Lustiger Abend, wir haben die Weinvorräte vernichtet und geknutscht. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass MIR (prüdester Mensch ever) so etwas passiert. Ist es aber, weil ich los gelassen habe. Ich habe mein Ego, meine Vorstellungen von mir und vor allem von den anderen losgelassen. Ich bin bemüht, mich nicht mehr mit den Fragen der Vergangenheit oder einer möglichen Zukunft zu quälen. Ich lebe im hier und jetzt und gucke was passiert. Das Leben hält viel für uns bereit. Aber erst wenn wir nicht mehr glauben, wir müssten das was kommt in der Hand haben und es uns nach unseren Bedürfnissen zurecht kneten. Um das zu erkennen musste ich einmal am Boden zerschellen und brauchte wohl die Reife des Alters ;-) Werde Glücklich mit und in dir, dann kommt auch der Rest.
     
    • # 26
    • 11.02.2018
    • card_house
    Ich glaube fest daran, dass man zuerst mit sich selbst im Reinen sein muss. Das ist allerdings häufig nicht einfach, da man sich konsequent selbst Schwächen eingestehen muss. Das strahlt man dann automatisch auch aus und dann kommt der Rest ganz von alleine. Wichtig ist dann nur noch, dass man Kontaktpunkte schafft, also sich nicht in seinem Kämmerchen verkriecht...
     
    • # 27
    • 11.02.2018
    • Vikky
    Ich habe garnichts angestellt - das war einfach ein Zufall, den sich das Leben machmal ausdenkt.

    Ich habe ihn bei seiner Arbeit getroffen - er Klinkarzt, ich verunfallte Patientin fern der Heimat.
    Sofort bei seinem Anblick, noch bevor er das erste Wort sagte, dachte ich "was für ein Mann". Das war es dann schon, denn vom Leben nicht besonders verwöhnt, dachte ich nicht, dass er sich für mich interessieren könnte.

    Er besuchte mich nach Feierabend (war nicht auf seiner Station), um zu sehen wie es mir geht.
    Am nächsten Abend kam er wieder, den nächsten nochmal, um zu klären, ob ich in eine heimatnahe Klinik verlegt werden will. Wollte ich nicht, weil in der ländlichen Klinik viel Ruhe herrschte, guter Pflegekraftschluessel, zugewandte Mitarbeiter statt Großstadthektik und Profitgier. Zudem wollte ich nicht, dass sich zuhause jemand verpflichtet fühlt, sich um mich zu kümmern.

    Er kam mehrere Wochen jeden Tag, blieb immer länger, besorgte mir einen Platz in der benachbarten Rehaklinik und kam auch da jeden Tag. Wir verstanden uns sehr gut, ähnliche Interessen, ähnlicher Charakter, gleicher Humor, beide eher ruhig.

    Ich fand ihn phantastisch, konnte mir aber weder vorstellen, dass so ein Mann sich für mich interessieren könnte, noch wollte ich nach der Ehe nochmal ein großes emotionales Desaster erleben.
    Ich war nach langer Ehe seit 4 Jahren geschieden und mit der Nachbearbeitung der Ehe durch, hatte den ersten negativen Schwung Onlinedating durch und war nicht mehr auf Partnersuche.
    Außerdem war ich komplett flirtunerfahren und - unwillig - gehört nicht zu meinem persönlichen Repertoire.

    Kurz bevor ich nach Hause fuhr (wir hatten uns fast 4 Monate täglich gesehen), offenbarte er mir seine Gefühle. Er fand keine Anzeichen für Erwiderung bei mir, wollte es aber per Ansprechen klären, um ganz sicher zu sein, dass es keinen Irrtum gibt - Lebenserfahrung eben.

    Weil wir weit voneinander entfernt wohnten wollten wir es erstmal freundschaftlich weiterführen, um uns besser kennenzulernen und zu klären, wie ein miteinander geht. Nach knapp 2 Jahren war es nicht mehr aufzuhalten - es war die große Liebe.

    Unbedingt, aber nicht nur von Frauenseite sondern auch von Männerseite.
    Ich wußte aufgrund von Lebenserfahrungen was in Sachen Beziehung nicht mehr geht, was ich unbedingt will und er genauso. Daher mussten wir auch nicht zeitlich so getrieben reagieren, wie es hier oft beschrieben wird und dann im Frust endet.
     
    • # 28
    • 14.02.2018 um 08:59 Uhr
    • Claire74
    Das glaube ich eher nicht.
    Eine ewige Liebe gibt es nur in gewissen Romanen oder Filmen.
    Heute liebe ich z.B. ABC und wie sieht es nächstes Jahr oder in 5 Jahren aus. Vielleicht bin ich auch nur zu pragmatisch und für mich kommt keine ewige Liebe infrage.
    Dies kann man ja bei den ganzen Scheidungen erkennen. Dort haben sich ja die betreffenden Personen auch eine ewige Liebe geschworen.
     
    • # 29
    • 14.02.2018 um 09:28 Uhr
    • Ejscheff
    Ewige Liebe existiert ggf. zu einem Verstorbenen.

    Alternativ könnte als ewige Liebe definiert werden, wenn eine Liebe in eine Jahrzehnte lange freundschaftliche und respektvolle Kooperation übergeht in der die Bedürfnisse beider Partner ausgewogen erfüllt werden. So ein Modell ist auch nicht unendlich realisierbar. Wenn allerdings 20/30 Jahre ist dies aus meiner Sicht schon fast ewig.