• 04.02.2018
    • Theresa_O

    Wer gehört oder wer ist für euch in der Unterschicht?

    Hallo,

    ich bin noch recht neu in diesem Forum. Oft lese ich auch neue Abkürzugen, die ich erst mal nachschauen muss.

    Aber trotzdem stelle ich mir die Frage, was die Leute hier mit dem Begriff „Unterschicht“ meinen?

    Hier sind mal ein paar Zitate aus diversen Beiträgen auf die ich gestoßen bin:

    „da kann mir keiner erzählen das es nur die Unterschicht anschaut“

    „Er wollte mit mir und meiner Begleitung in Kontakt kommen. Schnell war klar, das der Kerl zur Unterschicht gehört.“

    „Bei dir sehe ich schwarz, typisches Unterschichtengerede“

    Leider wird nie erkärt wer damit genau gemeint ist. Wer gehört für euch zur Unterschicht? Geht es dabei um den Beruf, ums Geld?
     
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    • # 1
    • 04.02.2018
    • Zuhii
    Ich stelle mir darunter eklig, nervige Menschen vor, die besser gestellten Menschen (oft auch ihren eigenen Kindern) erklären, was sie alles besser machen sollten, während sie selbst besoffen und mit Zigarette auf dem Sofa sitzen und Fernsehen gucken und über das Geld jammern. Sich also aufgegeben haben und jetzt andere Menschen vergiften mit ihrem "Gelabere".

    Ich verdiene wahrscheinlich weniger Geld, als die meisten Unterschichtler, aber ich verwalte mein Geld besser. Rauche und saufe nicht, kaufe mir kein Handy und morgens keinen Kaffee. Spare also bestimmt 200 Euro pro Monat, das ich dann öfters in Kurzreisen stecken kann oder in ein schönes Kleid. Dann kommen diese "Unterschichtler" daher und erzählen mir, warum ich so versnobt bin, mir das zu leisten. Verstehst du?

    Ich denke, es ist die Intelligenz, mit wenig viel zu machen. Unterschichtler verstehen das nicht.

    Vielleicht verstehen andere Leute auch was anderes darunter.
     
    • # 2
    • 04.02.2018
    • Lebens_Lust
    Es gibt da klare Definitionen bzw. Kriterien, deren Ausprägungen jeder für sich selbst beurteilt. Die Unterschicht ist danach die Bevölkerungsgruppe, die am wenigsten über Geld, Güter, Bildung und Sozialprestige verfügt.
    Für mich gehört z. B. das Prekariat sicher zur Unterschicht. Menschen, deren Berufsaussichten mangels Bildung sehr begrenzt sind (z. B. nicht mal Hauptschulabschluss), deren Einkommen gering, also irgendwo in dem Bereich, in dem Sozialleistungen beantragt werden können, Menschen mit geringem Ansehen (z. B. Flüchtlinge) oder unakzeptablem Sozialverhalten (der typische Fußballhooligan).
     
    • # 3
    • 04.02.2018
    • INSPIRATIONMASTER
    Wenn du eine gute Ausbildung hast, einen guten Beruf mit gutem EK (mind. größer als 30.000 €/Jahr) hast, gehörst du bestimmt nicht mehr zur Unterschicht, ein gutes Leben lebst, dann merkst du doch sofort wenn du mit Leuten zusammen kommst, wer zur Unterschicht gehört, die Sprache, die Körpersprache und überhaupt alles im Gesamtpaket, ich brauche da nicht lange, um das bestätigt zu bekommen!
     
    • # 4
    • 04.02.2018
    • MockingBird85
    Hui, das könnte ein sehr kontroverses Thema werden, da bin ich auf die Antworten gespannt und beobachte die Frage mal...
    Ich persönlich würde den Begriff "(soziale) Unterschicht" mit "bildungsfern" assoziieren, also ein bestimmtes gesellschaftliches Milieu, dass sich durch diverse soziale Parameter definieren lässt, (für mich) vorwiegend durch schulische Bildung, kulturelles Interessengebiet, sonstige soziale Aktivitäten...bestimmt könnte ein Soziologe dazu gute Auskunft geben.
    Ich persönlich kann nur für die Soziolinguistik sprechen, da wird die bildungsferne Schicht wissenschaftlich auch ganz klar am sprachlichen Umgang festgemacht, da sich hier Rückschlüsse auf Denkstrukturen schließen lassen. Damit ist in keinem Fall die Dialektnutzung gemeint! Man spricht dann von Soziolekten, also sprachlichen Mustern, die für die jeweilige "Schicht" typisch sind.

    LG MockingBird
     
    • # 5
    • 04.02.2018
    • carpe
    Ich bin hier noch nicht auf das Wort "Unterschicht" gestoßen. Deine Zitate scheinen wohl nicht repräsentativ für EP zu sein.
    Unterschicht bezeichnet Menschen, die über wenig monetäre Mittel und wenig Bildung verfügen.
    Heute verschwimmen die sozialen Schichten eher. Es gibt arbeitslose Akademiker, die zwar über Bildung verfügen, aber dennoch prekär leben.
     
    • # 6
    • 04.02.2018
    • Andere Frau
    Ist schwierig zu beantworten, weil aus dem Kontext gerissen, um im Zusammenhang zu schauen, wie die User es gemeint haben könnten.

    Unterschicht würde ich persönlich mit bildungsfern übersetzen, dass man den Gegenüber als ungebildet wahrnimmt, welcher (in der eigenen Wahrnehmung und Wissen) den größten Mist rausposaunt, und mit dem man sich auf dieser Basis nicht unterhalten kann oder es möchte.
    Mainstream-Meinungen, die einfach nachgeplappert werden, ohne eigenes Standing, zum Beispiel.
     
    • # 7
    • 04.02.2018
    • Lionne69
    Unterschicht würde ich an bildungsfern festmachen.

    Denn dies gibt es durchaus,
    Und auch mit Arbeit kann es trotzdem finanziell sehr eng werden - Beispiel AE im Großraum München.
    Also monetäre Aspekte wären für mich nur zum Teil ein Kriterium für Unterschicht.

    Aber andere definieren es anders.
     
    • # 8
    • 05.02.2018
    • Vikky
    Du hast die Zitate aus den jeweiligen Zusammenhängen gerissen, daher gelten sie nichts. Ist für mich auch ein Zeichen von Zugehörigkeit zur Unterschicht, damit nicht differenziert umgehen zu können.
    Beruf oder Geld? Weder noch. Was nützt Geld, wenn man damit nicht umgehen, Risiken nicht richtig einschätzen kann und adäquat vorsorgt? NICHTS.
    Was nützt Beruf/Ausbildung, wenn die Softskills fehlen daraus was zu machen? NICHTS.

    Unterschicht, wer definiert, was das ist?
    Ich denke: mangelhafte Bildung verhindert Chancen wahrzunehmen. Fehlender Biss (mangelhafte Erziehung) verhindert Chancen zu nutzen etc.
    Unterschicht ist, wenn beides aufeinander trifft = Chancenlosigkeit? Nein = Unfähigkei,t Chancen zu erkennen und diese zu nutzen.
    Andere sehen das anders.
     
    • # 9
    • 05.02.2018
    • Nice
    Unterschicht und Prekariat sind für mich Leute, die ihr Leben lang sich als Opfer sehen und nichts unternehmen, um ihre Situation zu verbessern.
    Die anderen, soziologischen Modelle kenne ich auch.
     
    • # 10
    • 05.02.2018
    • UnsUwe
    @Lionne69 Ich sehe das genau wie du, daher vielen Dank für dein Statement.
    Heute kann Keiner, und sei er noch so gebildet, mit absoluter Sicherheit sagen, nie an den Rand der Existenz (ALG 2) zu geraten.
    Daher würde ich nie, aufgrund eines finanziellen Engpasses, von Unterschicht sprechen. Einzig die Umgangsformen, Ausdrucksformen sprich Bildung entscheiden wer für mich zur Unterschicht gehört.
     
    • # 11
    • 05.02.2018
    • Kalliope54
    Beim Geld muss ich dir widersprechen: Unter 30.000 € ist definitiv nicht Unterschicht - da müsstest du schon noch ein gutes Stück runtergehen! Ich z. B habe einen gut angesehenen festen Job und liege trotzdem deutlich darunter; wenn ich allerdings mal in Rente bin, werde ich (hoffentlich nur finanziell gesehen) allerdings deutlich dazu gehören.
     
    • # 12
    • 05.02.2018
    • Cho Oyu
    Nun das Wort Unterschicht habe ich bisher noch nicht hier gelesen und erkenne auch keinen Zusammenhang in irgendeinem zuvor gelesenen Post. Sei´s drum.


    Jeder definiert es anders. Vorteil: dumm bildzeitig lesend RTL und Co anschauend arm mag für viele eine grobe Definition sein.
    Zunächst: Für mich ist das Wort massiv abwertend. Viele können nichts dafür andere schon.

    Für mich hat es ausschließlich mit Bildung zu tun. Bzw. mit dem mangelnden Willen sich zu bilden. Es gibt Leute, die haben noch nicht mal einen Hauptschulabschluss (Förderschule) und können sich dennoch vernünftig ausdrücken - weil sie einen Willen haben, viel lesen etc. pp.
    Geld wiederum spielt für mich keine Rolle (es gibt Unternehmer, die sind noch nicht mal in der Lage einen vernünftigen Brief zu verfassen und Steinreich - für mich eher Unterschicht. Den arbeitslosen Fortingenieur oder Physiker würde ich dagegen nicht dort einordnen.

    M 48
     
    • # 13
    • 05.02.2018
    • Magnus
    Ja, wenn es so wäre, dann wäre um 08:00 h meine Assistentin auch Unterschicht. Sie verdient ca. 2350 € brutto und wenn sie ungebildet wäre, dann ist wohl jeder mit einen Magister ungebildet.
    Tja 2016 hat sich der Konzern darauf geeinigt, dass man nur noch Akademiker als Assistenten einstellt.
    Wenn man nur von den 30.000 ausgeht, dann sehe ich täglich viele Menschen der Unterschicht. Das Personal in der Bücherei, im Supermarkt usw.

    Bei den 30.000 würde man ja auch seine Kinder einen Menschen von der Unterschicht anvertrauen. Das Personal im Kindergarten oder die Lehrerin in der Grundschule kommen kaum über 30.000.

    Ich finde schon den Ausdruck Unterschicht schon sehr abwertend.
     
    • # 14
    • 05.02.2018
    • Goody
    Unterschicht ist sehr abwertend. Die Tochter einer Freundin arbeitete eine zeitlang bei RTL 2 und meinte dann dazu: das ist Unterschichtenfernsehen und was du da zu sehen bekommst, da bekommst Du Angst, dass diese Menschen und deren Kinder in diesem Land zum Wählen gehen...
    Für mich ist es vor allen Dingen mangelnde Bildung , schlechte Ausdrucksweise, fehlende soziale Kompentenz , in dritter Generation von Hartz4 lebt und an diesem Zustand nichts ändern möchte.
     
    • # 15
    • 05.02.2018
    • schwalbenweg
    Auch ich finde den Ausdruck "Unterschicht" abwertend und eindimensional. Für mich gibt es höchstens Sozialschmarotzer. Dazu gehören Menschen, die nichts zum Wohl der Gesellschaft beitragen, obwohl sie es könnten und stattdessen nur nehmen. Das betrifft arbeitsscheue Dauersozialhilfeempfänger genauso wie Manager, die Arbeitnehmer auspressen, das Unternehmen perspektivisch an die Wand fahren und noch Riesenboni beziehen gleichermaßen.
     
    • # 16
    • 05.02.2018
    • Rabentochter
    Sehr interessante Frage! Mich würde interessieren, warum du das wissen willst? Dass du die Sätze nicht verstehst, nehme ich dir nicht ab :)
    Ich halte es wie @Magnus:
    Und ob ich es
    finde, hängt vom Kontext ab. Selbst verwende ich das Wort nicht. Zu deinen Beispielen:
    Hier ist wohl "Bildungsferne" gemeint, User*in hinterfragt gesellschaftliche Klischees ala die Schlauen gucken
    Arte, die Dummen RTL, und damit hinterfragt sie /er implizit auch den Begriff Unterschicht selbst.
    Hier nimmt die Userin ein gesellschaftliches Ranking vor; sie drückt hier aus, dass er gesellschaftlich nicht zu ihr passt - sie sieht sich überlegen. Assoziieren würde ich grobe Manieren, plumpe Sprache ("Kerl" in Kombination mit "Unterschicht")
    Hier wendet sich offenbar ein*e Forist*in an eine*n andere*n - bestätigt sich selbst und dem Gegenüber, nicht zur Unterschicht zu gehören, kritisiert aber ihre/seine Äußerungen als inadäquat. In Zusammenhang mit "bei dir sehe ich schwarz" assoziiere ich hier einen Mangel an Reflektionsvermögen, Abstraktionsvermögen, vielleicht Hang zur Pauschalisierung.

    Ich lese den Begriff Unterschicht in diesem Forum nicht oft, aber wenn dann dient er der gesellschaftlichen Abgrenzung und Entwertung.

    Weil es eigentlich um die Bewertung geht, ist es auch schwierig, das Konzept selbst zu definieren, es sei denn, man befindet sich in der Soziologie - da haben wir aber wieder einen anderen Kontext. Unterschicht ist ein Wort, das alle verstehen, ohne dass es definiert werden müsste.

    Beantwortest du uns noch die Frage, warum du das von uns wissen willst? "Unterschicht" ist ja nun wirklich keine forenspezifische Abkürzung wie RL, FS, TE und dergleichen.
     
    • # 17
    • 05.02.2018
    • Pia62
    Guten Morgen,
    die Unterschicht befindet sich dort, wo Gewalt herrscht,
    Lebensenergien in falsche Kanäle fließen und Missbrauch auf körperlich, geistiger und seelischer Ebene stattfindet, wo Ethik, Moral Fremdworte sind.

    Ansonsten braucht ein großer Teil der Gesellschaft wohl auch Unterschichten, um ihre eigene Großartigkeit definieren zu können, züchtet sie teilweise sogar heran, um Abhängigkeiten zu schaffen, die der eigenen Selbsterhebung dienlich sind.

    Für mich sind Menschen, die über ausreichend Geld, Gut, Bildung verfügen und mit viel Blendwerk aufwarten, nicht automatisch der Oberschicht zuzuordnen.

    Ich habe mich selber in beiden Welten bewegt und gelernt, die Spreu vom Weizen zu trennen und mein eigenes Wertesystem auszufeilen.
     
    • # 18
    • 05.02.2018
    • Laubsk
    Ich kenne diese "Zitate" nicht. Vielleicht sind sie ja auch schon etwas älter ..

    Den Begriff "Unterschicht" verwende ich nicht und ich empfinde ihn auch als unangenehm abwertend.
     
    • # 19
    • 05.02.2018
    • sky.nbc
    Hi,
    Die Manager und Politiker sehen das aber anders. Nur weil es uns besser geht als vor 200 Jahren und keiner geköpft wird gehören wir doch nicht zur Oberschicht. Bei einer Naturkatastrophe oder im Kriegsfall wird mich hier bestimmt niemand ausfliegen.
     
    • # 20
    • 05.02.2018
    • saepe_inscia
    Also DAS finde ich ja nun auch.

    Wenn es nach etlichen der hier genannten Kriterien ginge, würden in meinem früheren Dorf reihenweise die Menschen der Unterschicht angehören - in der Landwirtschaft verdient man nicht gut, auch kleine Weingüter werfen nicht besonders viel ab.

    Das sind trotzdem Menschen, vor denen ich meinen Hut ziehe, die ihr Leben lang schuften oder geschuftet haben und dennoch oder deshalb Herzensbildung haben. Anders als so mancher User hier, der viel verdient, aber dennoch asozial denkt.

    Klar, auch mir sind schon Menschen begegnet, bei denen ich nur mit dem Kopf geschüttelt habe. Was wissen wir aber über ihre Prägung, über ihre Vorgeschichte, Biographie? Sie haben nicht das Rüstzeug mit gekommen um sich herauszuziehen oder Hilfe wirklich anzunehmen - wer noch nie einen Fehler gemacht hat, werfe den ersten Stein.
     
    • # 21
    • 05.02.2018
    • Miezekatzen
    Auch ich finde den Ausdruck Unterschicht ziemlich arrogant und abwertend. Ich habe nicht studiert, bin "nur Sekretärin" und verdien auch nicht viel. Wichtiger als ein hohes Einkommen sind meiner Meinung nach die Werte, die man hat. Mitgefühl, Empathie, Umweltbewußtsein, Toleranz, das sind Eigenschaften, die ich persönlich anziehend finde. Und diese Eigenschaften können in jeder Gesellschaftsschicht vorhanden sein. Nur weil man studiert hat ist man kein besserer Mensch.
     
    • # 22
    • 05.02.2018
    • Cho Oyu
    Diese Leute sind für mich keine Unterschicht, dass wäre dann nämlich eine Beleidung für die hier gemeinten Unterschichtler. Ich kenne solche Manager aus meinem früheren Job. Die Fallen in die gleiche Kategorie wie Investmentbanker, deren Ziel es ausschließlich ist, aus Geld Geld zu machen, ohne wirklichen nutzen für die Gesellschaft. Viele davon sind skrupellos und ohne Moral. Zu denen fällt nicht wirklich was hier schreibbares ein...

    M 48
     
    • # 23
    • 05.02.2018
    • Moona
    Ich erinnere mich sehr dumpf, irgendwo habe ich mal aufgeschnappt: unterhalb der Unterschicht gäbe es die "sozial Verachteten", die etwa 4% der Bevölkerung ausmachen. Die Asozialen und die Penner, wie meine Oma sie ganannt hätte. Darf man aber heute nicht mehr sagen.

    Heute gibt es den Begriff des Prekariats, aber da gehören auch einige hinein, die keineswegs verachtet werden, deren Überleben sich aber schwieriger gestaltet. Dazu können schon Leute gehören, die bei einer Zeitarbeit arbeiten oder sich mit befristeteten Verträgen durchhangeln. Alleinerziehende finden sich schnell im Prekariat wieder und ja, Alleinerziehung ist ein Armutsrisiko. Familiengründung generell, deshalb habe ich mich vielleicht nie getraut eine zu gründen.

    Als ich noch eine sehr junge Studentin war, mein Mann war damals schon als Ingenieur berufstätig, da kam mal eine alte Dame zu uns und wollte eine Umfrage wegen Katzenfutter machen. Sie hatte umfangreiches Material zum Ankreuzen. Da gab es einen Passus zur sozialen Schicht der Befragten. Wir jedenfalls wurden der unteren Mittelschicht zugeordnet, weil wir damals keine Immobilien hatten. Wäre mein Mann arbeitslos gewesen, dann wäre es vielleicht noch weiter runter gegangen. Da ist mir gleich richtig klar geworden, wie schnell man in einer Schublade steckt.

    Andere Systeme stellen generell nur auf das Einkommen ab. Da kann der geringverdienende intellektuelle Philosoph zur Unterschicht gehören während mein gutverdienender Onkel mit seinem Schrottplatz und Null Ausbildung zur Oberschicht gehört.
     
    • # 24
    • 05.02.2018
    • Blair
    Für mich ist Unterschicht allein Armut in Geiste. Das bedingt dann alles weitere. Keinen guten Job finden, keine guten Beziehungen aufgrund mangelnder ausgeprägter Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, mangelnde Empathie, Vernachlässigung der Kinder, der eigenen Gesundheit (Rauchen, Alkohol, Fast-Food, keine Arztbesuche). Geringe Frustrationsgrenze. Der Glaube, dass den anderen "alles Zufliegt" und man selbst nichts bekommt, ohne dabei zu erkennen, dass erfolgreiche Menschen sich abrackern und gute Noten in der Schule auch niemand geschenkt bekommt. Rassismus und Neid. Okay, das gibt es nicht nur in der Unterschicht. Aber ich bin im Osten in einem Plattenbau in einer eher schlechten Gegend in Deutschland groß geworden, ich weiß wie krass das da ist. Und wenn man sein Leben in die Hand nimmt und irgendwie weiter kommt, dann darf man da besser nie wieder hin. Auf jeden Fall sollte man sein Auto sehr weit weg parken, damit es keiner sieht und bloß nicht erwähnen, dass es einem gut geht. Pffffff......naja.
     
    • # 25
    • 05.02.2018
    • Lionne69
    Nun,
    Das Wort Unterschicht erhitzt die Gemüter.
    Was ist mit dem Wort Elite?
    Das wäre jetzt für mich das Wortpaar.

    Bildungsfern bedeutet für mich auch nicht zwangsläufig den jeweiligen Abschluss - Horizonte erweitern kann man unabhängig, reflektieren, offen sein - oder als Akademiker in Denkweisen verharren, sich reduzieren.

    @Pia62 hat für mich sehr lesenswerte Gedanken formuliert.

    Und ich benutze weder Unterschicht noch Elite als Begrifflichkeit.
     
    • # 26
    • 05.02.2018
    • Rabentochter
    Hm "Unterschicht" benutze ich wie gesagt auch nicht, "Elite" aber schon. Ich differenziere da aber "politische Elite", "Finanzelite", "Bildungselite" usw. - aber verwende das im Sinne von "da wo die Macht ist". Ich verwende das dann auch wertfrei - es geht ja nicht jede elitäre Institution oder jede Person, die mit außerordentlicher Macht ausgestattet ist, damit verantwortungslos um.

    Diese Eliten (die Inhaber von Macht) suche ich hier nicht. Dass sich eine PB mit dem Wort "schmückt' (brandmarkt?) , na ja, das finde ich eher amüsant. Wer es nötig hat, sich mit dem Wort zu identifizieren als Partner*in in einer Liebesbeziehung, der ist mir eher suspekt. Vermute mal, das tun die wenigsten hier. Ich persönlich hatte mal beim Googeln festgestellt, dass hier viele schreiben, deren Art, sich mit etwas auseinanderzusetzen mir gefällt, deshalb bin ich hier auch dabei.

    Sehe es auch so : Bildungsfern lese ich nicht am Studien - oder Berufsabschluss ab oder am ausgeübten Beruf. Als Indiz für "bildungsnah" nehme ich den aber schon auch.

    Ich denke nicht, dass wir ohne Schubladen auskommen. Wir sollten sie aber mal ab und zu hinterfragen....
     
    • # 27
    • 05.02.2018
    • Süsse65
    Deine sogenannte 'Unterschicht' betreut die Kinder der 'Elite', putzt deren Häuser, repariert deren Protz-Autos, bringt deren Online-Pakete nach Hause...etc.
    Alles keine gutbezahlten Jobs. Nur, was täte die tolle Elite ohne sie?

    Selber putzen, selber Kinder betreuen, selber den Dreck wegmachen...

    Das Wort 'Unterschicht' habe ich hier noch nie gelesen. Komisch.

    Finanziell kann man das ja wohl kaum festmachen.

    Unterschicht sind für mich saufende, rauchende, ihre Kinder vernachlässigende Proleten, die rein materialistisch denken und null Empathie und Spiritualität in sich tragen.

    Die Geissens sind für mich Unterschicht. Das blöde Gequatsche, die aufgespritzten Lippen und ihre rein materialistische Weltanschauung und das Geprotze und Zurschaustellung ihres Geldes ist für mich proletenhaft und widerlich.
    Rein materiell gehören sie zur Oberschicht, aber ganz ehrlich - das sind doch Proleten.
     
    • # 28
    • 05.02.2018
    • Jana_09/15
    Seh ich auch so, und ich überlege mir im Einzelfall sehr gut, auf wen ich mit einem solchen Begriff herabblicken möchte.

    Aggressive Alkoholiker, die den ganzen Tag am Kiosk stehen, würden für mich zur Unterschicht gehören. Und Sozialschmarotzer, die sich über Jahre auf der Stütze ausruhen, ein Kind nach dem nächsten produzieren und so gleich mit in den Abgrund reißen. Die angeblich kein Geld für Strom oder Klassenfahrten oder sonstwas haben, deren Wohnung aber mit Kippen und Krempel vollgemüllt ist. Für das eigene Tattoo ist natürlich Geld da, oder für Extensions, aber nicht für eine medizinische Behandlung des Hundes, den man sich ja unbedingt noch anschaffen musste.
    Drogensüchtige, die auf der Straße die alte Oma niederschlagen und junge Männergruppen bildungsferner Schichten, die nachts am Wochenende in der Innenstadt herumpöbeln.
    Es ist nicht gerade christlich, zugegeben, aber solche Menschen ekeln mich einfach an, und der Grund, warum sie so geworden sind, ist mir reichlich egal - da bin ich keine Sozialromantikerin.

    Unterschicht ist für mich nicht, wer wenig Geld zur Verfügung hat oder einfach nur ungebildet ist. Darunter gibt es so feine Menschen mit so viel Herzensgüte, die fleißig und ehrbar ihren steinigen Weg beschreiten.
    Auch nicht Menschen, die unter den Begriff des Prekariats fallen. Politik und Wirtschaft zwängen die Menschen heutzutage in diese unsicheren Arbeitsverhältnisse und sind für mich daher die wahren a-sozialen.
     
    • # 29
    • 05.02.2018
    • Lavieestbelle
    So ein Wort würde ich niemals benutzen. Es ist für mich sehr entwürdigend und ich würde niemals die Menschen so sehen und so kategorisieren. Unterschicht ist wohl das Gegenteil von Oberschicht. Beides hat mit Geld etwas zu tun und nicht unbedingt mit Bildung.
    Es gibt viele Menschen, die sehr wohlhabend sind und dennoch aufgrund ihrer Weltanschauung und Intellekt sehr bescheiden auftreten, gleichzeitig habe ich die dümmsten Proleten gesehen, die dicksten Autos fahren. Wer von den beiden soll Unterschicht sein? Es gibt auch wirklich niemand der so dumm und ungebildet ist, dass man nicht mit ihm reden möchte. Ich denke jeder erwachsener Mensch hat aufgrund seiner Erfahrungen eine gewisse "Bildung".