1. Wenn sich der Bekanntenkreis nicht mehr meldet....

    Wie geht ihr damit um, wenn sich "Freunde", mit denen ihr bislang regelmässig Kontakt hattet, nicht mehr melden?
    Ich bin Mitte 40, hatte bis vor kurzem einen sehr netten bunt gemischten Bekanntenkreis, auch KollegInnen von früheren Arbeitsplätzen waren dabei. Kaffeetreffen, Essen gehen, Weihnachtsmarkt, was eben so kommt. Ich habe die Gespräche sehr genossen, gerne zugehört was bei jemandem so gerade aktuell ist und auch gerne über meine aktuellen Dinge erzählt (eher zurückhaltend, vielleicht war das mein Fehler).
    Aus welchem Grund auch immer stehe ich derzeit vor diesem großen Rätsel: es kommen keine Rückrufe mehr.
    Jene, die eher SMS-Korrespondenz bevorzugten: keine Antworten mehr auf meine SMS
    Jene, die gerne per email in Kontakt waren: keine Antworten mehr.
    Sind alle Menschen mittlerweile schon so überfordert von Job usw, sodass niemand mehr Lust und Zeit für Kontakte hat?
    ich selbst bin mehr als Vollzeit-berufstätig, aber einmal/Woche emails oder SMS zu beantworten dürfte nicht zuviel verlangt sein, oder?

    Schön langsam gerate ich in große Selbstzweifel... Mittlerweile habe ich das Gefühl, richtig offline zu sein. Das ist nicht angenehm!
    kennt ihr sowas und wenn ja, wie seid ihr damit umgegangen?
     
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    • # 1
    • 14.11.2012
    • Gast
    Ich kenne diese Situation sehr gut und habe lange darunter gelitten. Ich bin ein Mensch, der seine Freundschaften sehr pflegt und bisher habe ich mich nur bei "extremen Fällen" zurückgezogen. Weshalb Freundschaften auseinandergehen kann unendlich viele Gründe haben, die mit einem selbst oft auch gar nichts zu tun haben.
    Mittlerweile handle ich es so, dass ich, sobald ich merke, dass sich jemand zurückzieht, es noch ein paar mal versuche, es dann aber gut sein lasse. Ich verlange auch keine Erklärungen mehr, denn man bekommt nur sehr selten eine ehrliche Antwort.
    Ich freue mich dann im Nachhinein über die schöne gemeinsame Zeit und mache mich auf die Suche nach neuen Kontakten, die ergeben sich immer wieder. Hatte aber auch schon Phasen in denen ich bis auf meine Familie und Kollegen gar niemanden mehr hatte. Das war zwar nicht sooo toll, aber damit bin ich dann auch klar gekommen.
    Selbst wenn man mal einsam ist, bleibt man ein wertvoller Mensch. Es ist wichtig sich nicht zu sehr vom Zuspruch anderer abhängig zu machen, das verkrampft.
    Verbringe Deine Freizeit mit Tätigkeiten, die Dir gefallen, da triffst Du dann auch immer mal wieder Leute, die Interesse an Kontakt mit Dir haben.
     
    • # 2
    • 14.11.2012
    • Gast
    Aus meiner Sicht waren das keine Freunde. Ich weiss genau, wen ich Freund nennen kann. Wenn ich diese warum auch immer mal ein Jahr aus den Augen verliere, oder keinen Kontakt habe, wir uns aber dann doch wieder am Telefon sprechen oder zufällig über den Weg laufen: dann ist ALLES so wie früher, wie immer. Echte Freunde verliert man niemals und da muss auch nichts gepflegt werden.
    Für mich gilt die Unterteilung Bekanntschaft, Freundschaft - und eben Freunde.
     
    • # 3
    • 14.11.2012
    • Gast
    Selbst meine besten Freunde sehe ich manchmal ein halbes Jahr nicht.
    Solange das beide nicht stört, ist das auch kein Problem.
    Such Dir doch noch neue Freunde oder Bekannte dazu!
    Im Leben gibt es Zeiten, wo viele einfach mal ihre "Pause" brauchen.
    Darüber würde ich mir keinen Kopf machen.
    w/45
     
    • # 4
    • 14.11.2012
    • Gast
    Oftmals werden oberflächliche Bekanntschaften mit Freundschaft verwechselt. Ich kenne etliche Leute, davon zähle ich aber nur maximal 5 Leute zu guten Freunden. Übrigens auch gute Freunde muss man nicht dauernd sehen. Eine gute Freundschaft zeichnet sich nicht unbedingt durch die Regelmässigkeit des Zusammenseins aus, sondern dadurch dass sie auch dann da sind wenn man sie braucht. Oberflächlichen Bekanntschaften trauere ich nicht nach. Es heisst nicht, dass diese Menschen schlechte Menschen und grundsätzlich oberflächlich sind aber in Bezug zu einem selber hat es einfach nicht für eine echte Freundschaft gereicht. Überlege Dir doch mal ob diese Menschen Dir wirklich so viel bedeuteten wie Du Du gerade annimmst oder ob Du das gerade nur fühlst weil Du momentan etwas einsam bist. Gerade in der Zeit der Einsamkeit hat man viel Zeit darüber nachzudenken wer wirklich Freund ist und wer nur ein oberflächlicher Bekannter war.
     
    • # 5
    • 14.11.2012
    • Gast
    hier die FS
    danke für Eure Antworten und Sichtweisen
    ein sehr schöner Input ist, sich dennoch als wertvoller Mensch zu fühlen, auch wenn sich gerade jeder von einem abwendet...
    es geht mir einfach darum, dass ich es eben noch lernen muss, dass sich in der heutigen zeit Kontakte von zeit zu zeit verabschieden bzw. still legen und dass das nichts mit mir zu tun hat.so hoffe ich jedenfalls
    "früher" hat man sich gesehen, getroffen und "heute" muss man sich "einen termin ausmachen".
    das klingt so technisch und so gar nicht nach Menschlichkeit.
    naja, jedenfalls danke für eure sehr schönen einblicke, wie es euch damit so ergeht
     
    • # 6
    • 15.11.2012
    • Gast
    Hallo!

    Du beschreibst deine Freunde eher als "Bekanntenkreis"...; sind darunter auch Menschen mit denen du richtig gut und vielleicht auch schon lange befreundet bist? Ich selbst habe nämlich die Erfahrung gemacht, dass sich Bekanntschaften weit weniger lang halten wie Freundschaften. Ich meine, da besteht ein Unterschied für mich zwischen NUR Bekannten oder Freunden. Freundschaften sind viel enger, inniger, intensiver, vertrauter und verlässlicher wie Bekanntschaften.

    Auch bei Freundschaften kann es durchaus vorkommen, dass der Kontakt eine Weile ruht. Gründe dafür könnten sein, das deine Freunde ja noch ein eigenes Leben führen- Partnerschaft, Familie, Arbeit, weitere Freunde etc. Da ist es mitunter manchmal schwer allem gleich fair gerecht zu werden. In deinem Fall kann es durchaus nur eine "Phase" sein...

    Komisch finde ich nur, dass sich so gar niemand mehr bei dir meldet. Hast du es schon mal mit einem Telefonat versucht? Wenn du die ein oder andere Bekannte in der Leitung hast, wird sie sich ja nur schlecht raus reden können. Und wenn sie dies dennoch versucht, würde ich die betreffende Person direkt "konfrontieren". Du kannst ja dein Gespräch auch so anfangen: "Ich habe mir Sorgen gemacht, weil ich so lange nichts mehr von dir gehört habe...".

    Viel Glück!

    w,33
     
  3. Sorry liebe FS
    Das liegt nicht an den modernen Zeiten sondern schlicht an Dir selbst wenn Dein Bekanntenkreis (hast Du eigentlich keine Freunde?) sich verändert oder Du die nur nach Terminvereinarung triffst. Gehst Du raus, in Vereine, zum Sport etc. dann triffst Du die Menschen, bleibst Du auf Deinem Sofa eben nicht. Freundschaft ist keine Einbahnstrasse.
     
    • # 8
    • 16.11.2012
    • Gast
    nochmals die FS:
    Danke für die weiteren Antworten und Sichtweisen!
    Ich habe absichtlich "Bekanntenkreis" geschrieben, weil ich persönlich Freunde als solche Menschen sehe, die eben erreichbar sind. Ein gegenseitiges Melden, Geben und Nehmen, Nachfragen wie es geht, gefragt werden wie es geht. Das alles gehört für mich zu Freundschaft. Und weil eben jene Menschen, die mir eben ans Herz gewachsen sind (was aber offensichtlich eben nur einseitig war) habe ich den Begriff Bekanntenkreis jetzt für diese Menschen gewählt.
    Ja, ich habe natürlich auch telefonisch nachgefragt! Ergebnis: fast niemand erreichbar, kein Rückruf und wenn, dann gehetzt und erst nach Tagen gemeldet....
    Die Antworten waren u.a.: "machen wir uns einen Termin aus"... Ich kannte den Ausdruck "Termin" in Verbindung mit "Freundschaft" früher nicht. Vielleicht bin ich altmodisch geworden?
    Natürlich erwarte ich mir nicht von Menschen, dass sie zu mir kommen und an der Tür anklopfen. :)
    Natürlich gehe ich raus, unternehme viel und habe sehr viele Interessen.
    Aber irgendwie zweifle ich an mir! wobei ich sehr wohl verstehe, dass es manchmal Zeiten gibt, die keine Zeit für Kontakte zulassen. Aber sollten diese Phasen nicht einmal zu Ende sein?Ist jeder heutzutage schon so überfordert von allem, dass für persönliche Gespräche keine Zeit mehr bleibt?
    Ist es heutzutage nicht mehr "in", Menschen im echten Leben zu treffen, sondern nur per email, SMS zu kommunizieren?
    fühlen sich Menschen heutzutage schon unter Druck gesetzt, wenn man sie anruft und fragt wie es geht? auch das wurde mir schon mal erklärt. und ich habe nur ein einziges mal angerufen.
    nun...vielleicht habe ich wirklich etwas an mir, was Menschen von mir abstößt. nur: ich komme nicht drauf, was es sein kann!
     
    • # 9
    • 16.11.2012
    • Gast
    Ja es ist tatsächlich so dass die meisten Menschen heutzutage zu beschäftigt sind. Unser Leben ist fragmentiert, der Job frisst die meiste Energie auf, wichtige Dinge im Leben wie sich bewegen, rausgehen, Musik machen, andere Menschen treffen, finden in kleinen, klar definierten Zeiteinheiten statt (Verein, usw.). Von Menschen mit Kindern ganz zu schweigen, der Leben ist durchorganisiert nach Faktoren die sie nicht beeinflussen können (Schule, Hobbies der Kinder usw.). Da geraten viele in diese Mühle, dass ein Treffen mit Freunden zum "Termin" wird, der auch noch irgendwo reingeplant werden muss.
    Ich denke du gehst diesen Menschen zu intensiv nach. Somit können sie sich nicht mehr darüber freuen dass du dich meldest. Die sms oder email von dir, wird zur unangenehmen Aufgabe und löst Angst aus, dass das dann "Folgen" hat nämlich dass man einen Termin suchen muss um sich mit dir zu treffen. Weil du sehr aktiv bist, gerätst du in diese Rolle dass immer du diejenige bist die ankommt und die andere Seite muss dann sehen wo sie das in ihrem Leben noch unterbringt. Daher wird die Freude über deinen Anruf zu einer Aufgabe, die dem Gegenüber "zuviel" ist. Dazu kommt dass das wahrscheinlich bei ihnen schlechtes Gewissen auslöst (oh Gott bei der FS solle ich mich ja auch mal wieder melden...) dh. deine wiederholte Kontaktaufnahme wird erst recht als unangenehm empfunden. Und wenn man im Stress ist, wird knallhart priorisiert und unangenehmes verdrängt.
    Es ist nicht persönlich gegen dich gemeint, aber wahrscheinlich hätten manche Freunde mehr Freude an einer Kontaktaufnahme wenn du dich seltener meldest.
    Deine Selbstzweifel dass du pauschal Menschen "abstösst" sind übertrieben. Aber wahrscheinlich kommt irgendwie rüber dass du häufig die Zeit deiner FReunde in Anspruch nehmen willst - häufiger als deren eigenes Bedürfnis ist. Das liegt nicht an deiner Person im Ganzen aber an unterschiedlichen Bedürfnissen. Vielleicht wirkst du sogar etwas bedürftig/aufmerksamkeit heischend wenn du dich so häufig meldest. Auch das, macht deine Kontaktversuche zu etwas unangenehmen für die anderen das sie dann vermeiden - auch wenn sie dich grundsätzlich mögen.
    Lerne lieber, allein zufrieden zu sein und auch mal abzuwarten bis deine Freunde sich melden. Du schreibst ja selber dass du auch "rausgehst" und was unternimmst, dabei triffst du ja auch Menschen.
     
    • # 10
    • 31.12.2012
    • Gast
    Ich frag mich, was man dann davon halten soll, wenn die besagten Freunde sich gar nicht mehr melden. Ich meine, wenn man eigentlich immer selbst die Initiative für gemeinsame Abende ergriffen hatte, das gemerkt hat und nun selbst wartet bis einer dieser "Freunde" von selbst auf die Idee kommt-"Moment mal von XXX habe ich lange nichts mehr gehört"- aber dies einfach nicht passiert.

    Es ist echt verletzend, wenn man merkte, das diese Freundschaften nur auf Einseitigkeit beruhte.
     
    • # 11
    • 16.11.2013
    • Gast
    Der Thread ist zwar schon etwas älter, dennoch möchte ich auch dazu ein paar Dinge sagen.
    Auch ich habe die Erfahrungen machen müssen, daß sich Freunde nicht mehr melden.
    Ich habe gemerkt, daß diese von meiner Seite einseitig waren. Man tut und macht, bekommt aber nichts zurück. Und so existiert das Wort 'Freundschaft' nicht mehr in meinem Wortschatz.
    Es ist auch so, daß sie sich durchaus gemeldet hatten, wenn sie Probleme mit dem PC hatten, und fragten, ob ich helfen könnte. Dazu war ich dann wieder gut genug.
    Damit ist jetzt Schluß. Ich biete jeden meine Freundschaft an, aber ich habe mir selbst Grenzen gesetzt. Wird diese überschritten, existiert dieser Mensch für mich nicht mehr.
    Falsche Freunde findet man wie Sand am Meer.
    Aber echte, die füreinander da sind...ich hab meine Zweifel obs die überhaupt noch gibt.
    Der wahre Freund, bist du dir selbst.
     
  4. Wenn sich Freunde nicht mehr melden, sind es eben keine Freunde mehr. Vielleicht waren sie ja gar nie Freunde, sondern haben dich nur zu ihren Vorteil benutzt und haben dann andere, zum Benutzen, darum wirst du nicht mehr gebraucht.
     

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