• 11.05.2018
    • 8Ball

    Was kann ich noch tun?

    Hallo liebe Leute,
    ich (36) bin nun seit 3 Jahren mit meiner Freundin (34) zusammen. Am Anfang war sie noch sehr geprägt von der Macho-Beziehung die sie davor hatte. Sie war wenig empathisch, konnte kaum Nähe zulassen, war im allgemeinen sehr vorsichtig und schnell verletzt. Das konnte ich nach den Erzählungen über den Ex verstehen. Ich bin ganz anders. Ich bin hochsensibel, sehr empathisch und habe so lernen dürfen mich abzugrenzen.
    Nach ihrer emotionalen Öffnung (was wirklich harte Beziehungs-Arbeit und sehr viel Geduld erforderte) ist es seit nunmehr über einem Jahr komplett ins Gegenteil geschwenkt. War sie vorher die taffe, rationale und relativ emotionslose Frau ist sie nun sehr unsicher und sucht ständig meine Nähe. Ich könnte mich nun freuen, doch das Problem ist, dass sie sich wie ein Kind verhält wenn sie meine Nähe sucht. Sie redet in Babysprache, klammert sich an mich und lässt mich nicht mehr los und verniedlicht mich die ganze Zeit. Manchmal redet sie dann nur in Babylauten.
    Was habe ich also chronologisch versucht:
    1. Absolutes Verständnis und Liebe: Über ein halbes Jahr lang war ich immer da, wie ein Vater. Ich habe meine Worte mit Bedacht gewählt um sie ja nicht zu verletzen. Ich gab ihr sehr viel Nähe und Wärme. Es wurde in dieser Zeit nicht besser.
    2. Grenzen setzen: Als es mich anfing zu belasten setzte ich (liebevoll) da Grenzen wo es mir zu viel wurde. Resultat: Sie fing an noch mehr zu klammern, zu jammern und sich wie ein Baby zu benehmen. Ich versuchte zu reden, doch es war kein Gespräch von Mann zu Frau möglich.
    3. In der 3. Phase befinde ich mich nun seit Januar18: Der emotionale Rückzug. Aus Selbstschutz blocke ich jedwedes Klammern, Gejammer und Baby-Gehabe ab. Mir geht es dadurch nun deutlich besser. Und auch nur so scheint sie meine Grenzsetzung wahrzunehmen. Es war emotional sehr aufreibend bis dahin. Mittlerweile fühle ich mich mehr alleine als in einer Partnerschaft.

    Was kann ich tun? Ich möchte doch nichts anderes als eine Beziehung auf Augenhöhe, zwischen Mann und Frau. Ich möchte doch auch, dass sie nicht so furchtbar unsicher ist und zu eigener Stärke findet. Sexuell fühle ich mich seit einem Jahr sehr wenig zu ihr hingezogen. Als ich irgendwann das Gefühl hatte ich schlafe mit einem Kind, hat es mich eher abgestoßen als angemacht.

    Ich liebe sie, habe wirklich alles versucht und bewege mich immer weiter weg von der tollen Frau, die ich tief in ihr drin noch vermute, die aber nicht mehr vorhanden scheint.

    Schöne Grüße
    8Ball
     
    • # 1
    • 11.05.2018
    • Amytan
    Oh je, das klingt hart. Ich an deiner Stelle, würde ihr dringend raten, professionelle Hilfe zu suchen - evtl. mit dir zusammen, in einer Paartherapie.
    Da kommt ihr alleine, denke ich mal, nicht mehr heraus. Bevor du dich nun emotional völlig abwendest (weil dir die Liebe abhanden gekommen ist), wende dich an einen Profi, deine Freundin scheint schwer gestört zu sein. Und ich kann deine Gefühle gut verstehen.
     
    • # 2
    • 11.05.2018
    • Nordlicht444
    Ich denke, dass sie Verlustangst hat und Aufmerksamkeit will und deshalb dieses Verhalten an den Tag legt.
    Du musst mit ihr darüber reden, dass du eine Beziehung auf Augenhöhe willst, auch wenn sie dann verletzt ist.
    Du kannst sie nicht verändern, sie muss an sich arbeiten ggf. mit Psychotherapie.
     
    • # 3
    • 11.05.2018
    • Cassel
    O weia. Darunter kann ich mir kaum etwas vorstellen. Könntest du das vielleicht mal - soweit möglich - beschreiben, wie sie dann spricht, sich benimmt?

    Möglicherweise wäre für deine Freundin eine Therapie ratsam. Eine mögliche Erklärung habe ich: Dein Vorgänger - offenbar Macho - hat sie kalt und lieblos behandelt. Sie ist bei ihm emotional verhungert. Dann kamst du - das genaue Gegenteil, hast ihr Zuwendung und Liebe gegeben. Ihr Halt und Schutz geboten. Das hat ihr so gutgetan, dass sie deinen Schutz auch jetzt nicht verlieren will. Sie ist oder sie tut hilflos. Ich will da nichts unterstellen. Es hört sich an, als sei sie sehr labil - was ich ein Stückweit nachempfinden kann, denn ich habe mich in meinem Leben auch schon ab und zu in eher schwacher Position wiedergefunden. Da greift man dankbar nach jedem Strohhalm. Verstoße sie deswegen jetzt nicht - hilf ihr weiter (wenn du sie noch liebst), aber möglichst auch mit professioneller Hilfe.
     
    • # 4
    • 11.05.2018
    • morslucis
    Hi,
    eine recht ungesunde Entwicklung hast du da miterlebt...
    Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen:
    Wenn du deine Zeit und Energie dafür aufwendest, die Frau zu ändern die du liebst, und die dich liebt, dann wirst du am Ende eventuell all das verlieren. Und trotzdem kann es das wert sein. Aber das Risiko muss dir halt bewusst sein. Und in jedem Fall veränderst du dich auch selbst dabei.in deinem Speziellen Fall habe ich aber auch den Eindruck, dass da ganz gründlich was schiefgegangen ist...

    Einen Tipp, was DU noch tun kannst habe ich nicht. Professionelle Hilfe für die Dame vielleicht. Wenn SIE unter dem aktuellen Zustand leidet.
     
    • # 5
    • 11.05.2018
    • irina_85
    Hallo 8Ball,

    ich bin ja auch hochsensibel und sehr empathisch. In meiner letzten Beziehung hatte ich einen unempathischen Mann an meiner Seite, der sich wie ein Casanova/Macho benahm. Ich frage mich gerade, wie deine Freundin sich verstellt haben konnte, also als unempathische Person. Falls sie sich doch verstellt hat, dann aus Selbstschutz. Aber so ganz kann ich das nicht glauben-da man ja merkt ob jemand mit anderen Mitgefühl hat. Ich könnte mich da nie verstellen. Fraglich also das ganze für mich.

    Naja habt ihr beide Beziehungsängste vermute ich. Also jetzt klammert sie, weil du mehr auf Distanz gehst? Ich kann dich verstehen. Das mit der Babysprache nervt und sie wirkt auf mich nicht wie eine erwachsene Frau. Rede mit ihr und sage ihr das auch und auch was dich belastet. Auf Dauer wird sonst die Distanz immer größer zwischen euch.
     
    • # 6
    • 11.05.2018
    • Moona
    Lieber FS. Ich denke, Du hast da eine massiv bindungssgestörte Frau geangelt. Das zeigt sich an ihrem ambivalenten Verhalten, der Abwehrhaltung und dem Klammern. Und auch an ihrem Fehlgriff mit Deinem Vorgänger.

    Sie hat in ihrer Ursprungsfamilie keine gesunde Beziehung gelernt, sie agiert noch wie ein kleines Kind, dass Angst hat, wenn die Mama einkaufen geht und sie alleine lässt. Schau Dir ihre Geschichte, ihre Herkunftsfamilie und ihre bisherigen Beziehungen an. Ich behaupte, dass Du da die Antworten findest.

    Ich kann Dir verraten, dass ihr Verhalten ganz sicher in dieser kindlichen Phase geprägt wurde und sie tatsächlich massive Verlassenheitsängste hat.

    Heilen kannst Du sie nicht. Entweder Du erträgst sie, sie macht eine Therapie oder Du wirst sie noch einmal verletzen müssen. Für sie wird es ein langer Weg, denn Urvertrauen und Beziehung lernt man nicht mal so nebenbei.

    Eines machst Du schon mal richtig: Du agierst mit ihr auf der Erwachsenenebene. Das ist wichtig. Behalte das bei. Viel Glück.
     
    • # 7
    • 11.05.2018
    • Schnuppe78
    Hallo,

    ich vermute sie hat zuvor eine Rolle gespielt, um sich vor Verletzungen zu schützen. Jetzt ist dieser Schutzwall gefallen, weil sie dir vertraut. Und nun glaubt sie, diejenige sein zu können, die sie immer war. Das unsichere und anlehnungsbedürftige Mädchen, mit Nachholbedarf an kindlicher Nähe.
    Wie kommt sie also zu einem echten Selbstbewusstsein?
    Ein Profi könnte das am besten beantworten.
    Als Laie würde ich vermuten...
    wenn du das selbst in die Hand nehmen möchtest, wären vielleicht bestimmte Aktivitäten ratsam, die ihr Selbstwertgefühl aufbauen.
    Vielleicht klingt das blöd, aber ich denke da z.B. an einen Kletterpark oder Ähnliches.
    Als Vaterfigur, die du lange zur Verfügung gestellt hast, könntest du dich langsam aber vorsichtig zurückziehen. Deine Grenzsetzung ist doch schon gut. Aber blocke es nicht einfach nur ab, sondern erkläre deine Handlungen am besten auch.
    Sie sollte vielleicht wissen, dass dich ihre Babystimme abturnt.

    LG
     
    • # 8
    • 11.05.2018
    • Tomyi
    oh bitte... im Klischee ist der Macho ein Mann, der seiner Frau sagt, wo es lang geht. Der Macho sieht die Frau nicht auf Augenhöhe...

    Bitte, lieber Fs, siehst Du hier irgendwelche Parallelen zur aktuellen Beziehung? Sagst Du Deiner Freundin, wo es lang geht? Siehst Du Euch auf Augenhöhe?
    ihr Verhalten löst eine bestimmte Beziehungsdynamik aus. Bald bist Du der miese Macho.

    Eine erwachsene Frau, die Babysprache spricht und sich an Dich klammert?! Hört sich - Pardon - nach Klapse an.

    Bitte höre auf ihren Therapeuten zu spielen. Die Frau braucht professionelle Hilfe. Es gibt so viele lustige, kluge normale Frauen, suche Dir eine solche!
     
    • # 9
    • 11.05.2018
    • ErikDo
    Tut mir leid, Du nimmst eine Frau als Projekt um Deine Küchenpsychologie anzuwenden, scheiterst kläglich und suchst in einem Forum Hilfe? Das einzige was sinnvoll meiner Meinung nach wäre, hoffe dass sie richtige Hilfe bekommt. Und reflektier mal Dein Verhalten, ich weiß nicht wer kränker war Du oder sie.
     
    • # 10
    • 11.05.2018
    • gast_m
    Völlig nachvollziehbar, für mich kommen auch nur Beziehungen auf Augenhöhe in Betracht.
    Es ist jedoch ihr Job, Belbstbewusstsein aufzubauen. Das funktioniert über Anstrengung und eigene Leistung - die Dame ist keine 18 mehr sondern 34 Jahre alt.

    Das ist das K.O.-Kriterium. Trenne Dich, bevor Du Lebenszeit verschwendest!

    Du bist nicht für ihre Vorgeschichten und ihre Probleme verantwortlich. Ihre Baustellen muss sie auch mit eigener Anstrengung in den Griff bekommen. Du hast offensichtlich alles versucht, es hilft bei ihr aber nicht. Kümmere Dich um Dich selber, bevor eure tote Beziehung Dich runterzieht.

    m, 39
     
    • # 11
    • 11.05.2018
    • Nice
    Aber ihren Alltag und ihren Beruf kriegt so schon auf die Reihe, oder? Nach deiner Beschreibung ist sie ein ziemlicher "Psycho", der psychologische Hilfe benötigt.

    Wäre noch irgendwie die Frage, ob du es mit deiner hochsensiblen Art als quasi Seelendoktor nicht auch selbst in die Richtung gelenkt hast, so als Hobby-Therapeut, was kein Vorwurf sein soll.

    Wäre ferner die Frage, ob sich da nicht die zwei Richtigen gefunden haben. In dem Sinne, dass sie verletzt aus der letzten Beziehung gekommen ist und du eine Art Helfersyndrom hast.

    Der erste Schritt wäre: bereit sein, sie loszulassen.

    Evtl. seid ihr doch nicht "füreinander gemacht".
     
    • # 12
    • 11.05.2018
    • Matrix
    Was erzählt sie denn über ihre Kindheit? Hört sich an, als hätte sie da ein massives Defizit. Ich schliesse mich den bisherigen Meinungen an und rate auch dringend zu professioneller Hilfe.

    Was ich nicht verstehe: Sieht sie selbst denn gar nicht, dass sie da ein massives Problem hat? Wie laufen eure Gespräche ab? Du schreibst, sie klammert dann noch mehr, wie erträgst du das dann in der Situation? Ich könnte nur noch die Flucht ergreifen.

    Positiv zu sehen ist, dass sie dir so sehr vertraut, dass sie sich so ein bizarres Verhalten auszuleben traut.

    Akzeptabel ist es aber nicht, und extrem abturnend noch dazu. Aber wie kommt es, dass das jetzt seit einem Jahr so läuft? Sie muss doch merken, dass dich das anwidert (klingt hart, aber ein Partner mit so einem Kleinkindverhalten geht einfach gar nicht).

    Ich sehe trotzdem Chancen für euch. Die Frau scheint ja nicht dumm zu sein und dich sehr zu lieben.

    Hast du schon mal versucht, in einem neutralen Umfeld (wo sie sich erwachsen benehmen muss), zB ruhiges Restaurant, mit ihr zu reden?

    Deine schwierige Gratwanderung besteht darin, sie einerseits deiner Liebe zu ihr zu versichern, ihr andererseits aber klar zu machen, dass dieses infantile Verhalten über kurz oder lang eure Beziehung beenden wird.

    Da sie anscheinend labil und unsicher ist, wird sie jede Kritik als Liebesentzug wahrnehmen, richtig? Deshalb sagst du oft nichts, egal wie genervt du bist?

    Ich könnte mir aber schon vorstellen, dass du ihr wichtig genug bist, dass sie das ernst nimmt. Sie weiss bestimmt selbst, dass da was schiefläuft bei ihr.
     
    • # 13
    • 11.05.2018
    • INSPIRATIONMASTER
    Das ist jetzt das Endprodukt deiner einer therapeutischen, harten Arbeit!
    Im Grunde genommen mangelt es an vielen Ecken, was die Kompatibilität betrifft und wenn es da fehlt, wirst du langfristig keine Freude und kein Glück haben und wenn die sexuelle Lust fehlt ist das Alarmzeichen!
     
    • # 14
    • 12.05.2018
    • Lebens_Lust
    Ob man in einer Beziehung auf Augenhöhe ist, merkt man gleich am Anfang. Wenn Du Dich dann nicht wie ein erwachsener Mann benimmst, sondern bei allem nachgibst und "verständnisvoll" bist, wundert mich nicht, dass die Beziehung in Schieflage ist. Sie passt sich an, indem sie nochmal eine Stufe mehr in die Hilflosigkeit geht. Im Grunde hat sie sich ja den Machopartner vorher ausgesucht. Das spricht dafür, dass sie eher einen "starken" Mann haben möchte. So, wie sie sich jetzt verhält, bist Du wieder "stark", wenn auch nur im Vergleich zu ihr. Ich denke nicht, dass das auf Dauer passt. Verstellen am Anfang bringt irgendwann eine Schieflage.
     
    • # 15
    • 12.05.2018
    • Tini_HH
    Hast Du ihr mal gesagt, dass das maximal unsexy ist?
    Ich meine, ich kenne das zwar, dass man in enger Beziehung zeitweise anfängt, alles zu verniedlichen und sich gegenseitig kindliche Spitznamen zu geben, aber wenn man das übertreibt, leidet die Beziehung und vor allem das Sexleben enorm.
    Habt ihr noch Sex?
    Interessant, was @Lebens_Lust schreibt:
    Was sagt sie denn, wenn du möchtest, dass sie sich erwachsener benimmt?
     
    • # 16
    • 12.05.2018
    • Evi09
    Ein Partner bringt immer neue, andere Facetten einer Person hervor. Hier sieht man, dass die Beziehung womöglich aus ihr eine komplett neue Seite hervorbringt. Die dir nicht gefällt.
    Ihr Bindungsstörung vorzuwerfen finde ich übertrieben. Wir sprechen auch anders mit meinem Partner. Fast Babysprache:))) wir haben eine eigene Sprache. Sie hat diese entwickelt. Deswegen, und weil sie einen miesen Freund hatte, zu behaupten, sie soll eine Therapie machen... Das wahrscheinlichste ist, es passt einfach nicht. Sonst würde es dich nicht nerven.
     
    • # 17
    • 12.05.2018
    • Lionne69
    Sehr knapp, sehr kurz.

    Wenn Du Deiner Freundin helfen möchtest, dann sollte sie ganz dringend professionelle therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen,
    Am besten Therapeuten, die mit Traumata zu tun haben.
    Es bräuchte erst mal eine valide Diagnostik, da ist einiges denkbar.

    Und auch Du solltest Dir anschauen, welchen Part und warum Du diesem in Eurer Partnerschaft einnimmst.

    Ohne professionelle Hilfe ist das nicht lösbar, und es ist auf jeden Fall ein langwieriger Prozess.
     
  1. Ganz ehrlich? Ich finde, dass Euer beider Verhalten mehr als merkwürdig ist! Du bist kein Therapeut, hier fiel irgendwo der Ausdruck „Küchenpsychologie“ und genau das trifft den Kern. Oder hast Du eine psychologische Ausbildung? Aber auch dann heißt es: Finger weg vom Sozialpartner;)) Wenn Du ernsthaft etwas verändern möchtest, dann hilft m.E.n. nur eine Therapie für beide. Ansonsten befriedigst Du nur Dein Ego ...
     
    • # 19
    • 12.05.2018
    • Martina698
    Ich glaube, man zieht nicht umsonst den Partner an, den man anzieht.
    Ihr habt beide Defizite. Du bist als Mann zu weich, zu sozial, zu lieb, zu sensibel. Deine Sorte Mann stuft eine normale Frau heutzutage als "asexuell" ein, in dem großen Teich aus rücksichtslosen, asozialen A....löchern, Ignoranten und Intriganten.

    Du bist weich. Das fördert so ein Verhalten. Wenn du dich "normaler" verhalten würdest und deine männliche Rollenführung entdecken würdest, dann könnte sie ebenfalls ein normaleres fraulicheres Rollenverhältnis leben.

    Es gibt für viele Frauen heutzutage oft nur zwei Typen von Männer, die auffällig prägend sind:

    - Die extrem kalten, emotions- und sozialbefreiten Macho- und Alpha-Typen, und
    - dazu die anderen Extremen: die zu sozialen, empfindlichen, femininen, ... die asexuellen Männer, die Katzen- und Hundevideos auf Facebook teilen und die ganze Welt retten wollen. Absolut unsexy.

    Du bietest eine ungefährliche, kindliche Welt, in der sie Schutz findet. Das ist sehr angenehm.

    Dein Sex bietet höchstwahrscheinlich auch nicht die Art Aggressivität, die sie gewohnt ist, da du ja selber sagst, der Sex ist lustlos. Aggressiven Männern ist völlig egal, wie kindlich, schlecht, oder verklemmt die Frau im Bett ist.

    Prinzipiell scheint sie Fortschritte zu machen, denn andere Frauen bleiben lebenslang bei Sorte Macho hängen. Sie hat sich mal was "Milderes" gesucht, das ihr nicht gefährlich wird und wodurch sie vielleicht Chance hat, eine neue Seite von Mann kennenzulernen und woran sie wachsen kann.

    Das Verhalten deiner Freundin spricht dafür, dass sie schweren emotionalen Missbrauch erlebt hat, der noch nicht überwunden ist. Vielleicht in Kombination mit einem gewissen autoritären Erziehungsstil.

    Du kannst nichts tun, prinzipiell tust du zu viel von dem, was "böse" Männer für sie nicht tun: Da sein, Verständnis haben, sensibel sein, zuhören, lieb sein, HELFEN WOLLEN. Du hast dir das selber eingebrockt, indem du einfach zu sensibel und offen für sowas bist. Das hilft ihr auch nicht weiter. Setze vernünftige Grenzen. Du magst sie, du liebst sie, aber auf kindliches Verhalten geht man nicht ein. Eine Frage kann man auch mal unbeantwortet stehen lassen. Du musst nicht auf jede SMS antworten, sie muss ertragen lernen, dass jemand sich mal 5 Stunden nicht um sie kümmert. Das hat Lerneffekt, das du gut steuern kannst. Wen sie in Babysprache redet, musst du aber auch so erwachsen sein, und sagen, sie möchte sich bitte erwachsen benehmen und ausdrücken, sonst gibt es keine Reaktion von dir. Sie kann ja nur das spiegeln, was du vorlebst.

    Du bist für sie ein Vater. Warum? Und dann wunderst du dich, warum sie sich wie ein Kind anlehnt? Sie ergänzt dich ja nur. Vernünftig wäre hier, ernste partnerschaftliche Regeln zu setzen. Ein richtiger Mann macht hier Schluss.
     
    • # 20
    • 12.05.2018
    • Jana_09/15
    Ziemlich heftig, was du berichtest. Mir wird schon beim Lesen leicht flau.
    Ihr habt euch beide in eure Rollen gefügt. Du der Mentor, der Heilsbringer, derjenige der weiß, wo es für sie langgehen soll. Sie die Hilfeempfangende, Rücksichtbekommende, arme, arme kleine verletzte Seele.
    Für eine Beziehung auf Augenhöhe hättest du dir a.) die entsprechende Frau suchen sollen und b.) sie von Anfang an auf Augenhöhe behandeln sollen.
    Geliefert wie bestellt..

    Wenn du sie liebst und mit ihr zusammen bleiben möchtest, dann hör auf an ihr herumzudoktorn. Verändern kannst du dich nur selbst, nie einen anderen Menschen, also fang bei dir an. Benimm dich wie ein Mann, der eine Frau auf Augenhöhe behandelt.
    Das ist das Problem, nicht wahr? Du siehst sie nicht auf Augenhöhe, und zwar von Anfang an nicht. Sie war dein kleines Projekt, das arme macho-gebeutelte Mädchen, das du retten wolltest.
    Damit hörst du jetzt auf und überlässt sie, so sie es möchte, einem Profi. Am besten du gehst gleich mit, damit ihr beide eure ungesunden Wechselwirkungen gegen partnerschaftlich gesundes Verhalten einzutauschen lernt.
     
    • # 21
    • 13.05.2018
    • fresa
    Lieber FS

    Das liest sich alles sehr anstrengend. Ich frage mich, warum hast du das alles getan, aus Liebe? Hattest du schon früher solche oder ähnliche Situationen mit anderen Partnerinnen?
    Sie ist erwachsen und du hast jetzt mehrmals mit ihr gesprochen, auf Sie Rücksicht genommen usw.. Noch mehr „tun“ scheint mir nicht erfolgsversprechend. Sie muss ihre Knöpfe selber lösen, sofern sie will. Du kannst ihr das nicht abnehmen.

    Drück dich
     
    • # 22
    • 15.05.2018
    • Hammel
    Sehr guter Post. Genau darauf tippe ich auch. Wegen Pillepalle sucht man keinen Therapeuten, aber der hier geschilderte Fall zeigt starken Leidensdruck, bitte @8Ball unterstütze deine Freundin dringend darin, Hilfe zu suchen. Ich wünsche besonders ihr alles Gute auf diesem Weg, und dann wird es für dich auch besser. Bleib so stark wie du schon bist.
     
    • # 23
    • 16.05.2018
    • neverever
    Hier gibst du dir selbst die Antwort.
    Der letzte Freund war ein Macho, also der strenge Papi.
    Du bist der neue, liebe Papi.
    Man könnte meinen, du könntest jetzt mal in die Rolle der Mami schlüpfen und deinem "Mädchen" erklären, dass es Zeit wird flügge zu werden. Aber das ist und sollte ja nicht deine Aufgabe sein.
    Ob das jetzt therapiert werden muss oder du in der Lage bist ein solches Gespräch mit ihr auf einer neutralen Ebene zu führen, weiß ich leider nicht.
    Auf jeden Fall hat sie Ängste die das in ihr auslösen.
    Erkennt sie dann selbst, was sie so von sich gibt?

    m47
     
    • # 24
    • 19.05.2018
    • Gast23454
    Ich gehöre zu denjenigen, die schon Erfahrungen mit den Therapeuten aus 1. Hand genossen habe.

    Vielleicht bin ich nur zu pragmatisch und dies habe auch von 3 Therapeuten gehört.
    Der 1. Therapeut wollte mich gleich mit Medikamenten abfüllen und auf die Frage, warum ich dies brauche, kam nur die Antwort, dass ich nicht jede Entscheidung von ihm, hinterfragen soll.

    Beim 2. Therapeuten hatte ich schon eine Zwangsstörung, weil ich sehr ordentlich lebe. Auf meine Frage, ob nicht der Großteil der Bevölkerung eine Zwangsstörung hat, weil sie ordentlich leben, kam wieder eine Standardantwort, dass ich nicht alles hinterfragen soll.

    Der 3 . Therapeut bescheinigte mir, dass ich ungeeignet für eine Therapie bin, weil ich sehr viel hinterfrage und dann war es für mich mit den Therapeuten. Ich besuche nicht noch weitere 50 Therapeuten, die nur ihre vagen Standardthesen äußern.

    Mein Hausarzt dachte, dass ich zu einem Therapeuten wegen meinen Burn out vor ca. 4 Jahren wenden soll und am Ende habe ich mir selber geholfen und das war besser wie beim Therapeuten. Ich habe mein Leben komplett umgestellt und den Stress herausgenommen. Auf diese Idee kam kein einziger Therapeut.
     
    • # 25
    • 20.05.2018
    • Lionne69
    Ganz schlicht,

    Ohne die intensive Therapie, die Geduld und das Verständnis meiner Therapeut*Innen - nicht immer ist auf Anhieb der richtige zu finden, es muss menschlich passen, und man muss sich selbst einlassen und wollen(!) - würde ich heute nicht mehr leben.

    Aber - man muss selbst wollen, man darf keine Wunder erwarten, man muss Geduld haben, und es ist sehr viel (schmerzhafte) Eigenarbeit.
    Ein Therapeut zeigt nur Möglichkeiten.
    Therapie bei gravierenden Problemen ist kein Spaziergang - übrigens auch nicht für die Therapeuten.
    Mit ein paar Pillen und flotten Sprüchen ist es nicht getan.

    8Ball, wenn Du es kannst sie liebst, dann bestärke sie dabei, sich Unterstützung zu holen, Du Dir selbst auch, denn Du bist kein Co Therapeut.
    Und dann kannst Du sie gerne begleiten.
    Alleine ist so ein Weg ganz schön hart, Pass aber auf Dich und Deine Grenzen auf.
     

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