1. Warum verlässt er mich nach 24 Jahren ohne Erklärung?

    Mein Mann hat meine Kinder und mich vor knapp 3 Monaten nach 24 Jahren ohne Erklärung (er meinte, es geht mich nichts an warum bzw. er ist mir keine Erklärungen schuldig) innerhalb von wenigen Minuten verlassen und ist zu seiner Jugendliebe gezogen.

    Beide leben nun wie junge Hunde (Urlaubspläne, tollste Lokale, Eventbesuche, Gästeeinladungen...). Ich vermute sogar, er plant auch noch einen Jobwechsel.
    Er wundert sich, warum mit mir „kein normales Gespräch“ möglich sei (dabei bemühe ich mich zutiefst und vermeide jeden Angriff, jede Nachfrage warum etc. oder jegliche Emotionen etc.) Meine Rückfrage, ob ihn eine Info noch interessiert reicht aus und er wirft mir das vor.

    Wir stehen wegen der Kinder und der formalen Trennung (Ummeldungen etc.) leider regelmäßig im schriftlichen Kontakt und er schreibt „Liebe...“ und am Ende „Alles Liebe“... Ich schaffe das nicht. Wie komme ich nur weg von ihm? Er hatte 2 Woche nach der Trennung alles ausgeräumt, will sich aber nicht abmelden- „wie komme ich nur auf die Idee“ (seine Aussage).

    Ich kenne mich nicht aus. Sie ist angeblich die Liebe seines Lebens und ich leide noch immer. Ich verstehe ihn nicht. Was denkt ein Mann? Was will er? Wie schaffe ich das nur?
     
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  3. Auch wenn es dir jetzt nicht viel weiter hilft, fällt mir eins als erstes auf:

    DU warst 24 Jahre mit ihm zusammen, die Liebe seines Lebens ist aber angeblich eine andere. Denk da mal ganz rational darüber nach - so eine Aussage kann rein logisch schon nicht stimmen. Wenn er das gerade tatsächlich glaubt, dann ist er einfach nur verblendet.

    Zweitens: Deine Aussage, dass die beiden nun als "junge Hunde" leben finde ich wahnsinnig abfällig von dir. Auch da denk bitte nochmal darüber nach. Wenn du dich öfter so äußerst, wundert mich auch nichts.

    Du musst schon mehr erzählen. Seine Aussage, dass mit dir kein Gespräch möglich wäre, finde ich bedenklich. Was steckt dahinter?
     
  4. Liebe FS

    Das ist übel, meine Liebe. Und das wird jetzt noch eine Weile wehtun.

    Was du tun kannst? Hinterfrage dich und seine Entscheidung nicht, sicher nicht im Moment. Er hat seine Entscheidung ohne dich zu involvieren für sich alleine gefällt. Lass das also „bei ihm“. Dass sich das neue „Paar“ im Moment im Glück suhlt, ist normal. Schau da nicht hin und v.a. hoffe oder warte nicht darauf, dass er zurückkommt. Auch dort wird irgendwann der Alltag wieder einkehren und das erste Hochgefühl wieder abflachen. Aber eben, hoffe und warte nicht darauf.

    Lass die Wut und Tränen raus, am besten hilft auch alles aufzuschreiben. Oder hol dir auch Hilfe, psychologische Unterstützung. Du hast Kinder und musst „weiterfunktionieren“, das ist sehr belastend und so wie wir zum Arzt gehen bei einer Grippe, sollte man sich nicht schämen, bei belastenden Situationen Unterstützung für die Seele zu holen.
    Lass ihn machen, was er will und schau nicht hin, hinterfrage nichts. Reduziere die Kommunikation auf ein nötiges Minimum. Wenn dich das „Liebe xx“, sag ihm kurz und höflich, das aus Respekt vor deinen Gefühlen zu unterlassen.
    Kümmere dich jetzt ausschliesslich um dein Wohlbefinden, das deiner Kinder und versuche dir ein neues Leben aufzubauen.

    Irgendwann wird es besser, meine Liebe. Das Herz tut jetzt sehr weh, aber es wird vergehen. Je schneller und konsequenter du dich um dein Wohlbefinden kümmerst, desto eher wird der Herzschmerz weichen.

    Viel Kraft und Zuversicht wünsche ich dir, ich drück dich ganz fest.
     
  5. Dein Partner ist wie jeder andere Mann passiv-aggressiv. Google am besten mal den Begriff Passiv-Aggressiviät.
    Das heißt, er äußert sich nicht, sucht über lange Zeit kein Gespräch, wenn ihm was fehlt oder mit was nicht klar kommt, weil er nicht fähig dazu ist, oder sich schämt, mit dir über seine Bedürfnisse zu kommunizieren oder weil er weiß, dass er auf Unverständnis stößt und die Partnerin zu dominant in sein Leben eingreift. Solche Männer ordnen sich unter und werden immer passiv-aggressiver, bis sie wortlos nur noch ihr Ding machen und gehen, ohne Erklärung abzugeben.

    In einer guten Beziehung hättet ihr euch jeden Tag zum Gespräch hinsetzen müssen. Zumindest wöchentlich Zeit nehmen müssen, um Austausch zu halten, Veränderungen zu analysieren und zu schauen, ob beide noch in die selbe Richtung mit ihren Zielen und Bedürfnissen denken. Ich wette, bei euch gab es das nie.

    Wenn ein Mann einfach so wortlos und aggressiv geht, hat er die Schnauze voll. Kein Mann, der liebt, haut einfach so ab.

    Offenbar habt ihr ja noch Kontakt. Kannst du ihn nicht zum persönlichen Gespräch bitten? Aber höflich und ohne ihm Schuldgefühle zu machen?
     
  6. Hallo Kuckucksnest,
    ich möchte dir ganz viel Mut machen.
    Ich stand vor 4 Jahren vor einer ganz ähnlichen Situation. Mein Mann ist mehr oder weniger von heute auf morgen nach 24 Jahren bei seiner "großen Liebe" eingezogen. Die ersten Wochen, Monate waren der Horror. Mittlerweile sind wir glücklich geschieden.
    Auch ich wollte das Scheitern unserer Beziehung aufarbeiten, was abe nur unbefriedigend gelang. Ich habe dann irgendwann erkannt, dass es nicht wichtig ist, dass ich ihn verstehe. Zumal ich gesehen habe, dass er mich und meine Gefühle niemals verstehen wird. Und mit dieser Erkenntnis konnte ich das ganze für mich Abschließen. Ich habe viel erreicht in den letzten Jahren. Auch Dank meiner Familie und einem guten Freund, der mich immer wieder aufgefangen hat, mir neuen Mut und Selbstbewusstsein gegeben hat. (Leider ist er nur ein guter Freund - mehr nicht)
    Ich wünsche dir, dass du auch so jemanden hast. Und such dir professionelle psychologische Hilfe. Das hat mir wirklich sehr geholfen - was ich mir vorher nicht hätte vorstellen können.
    Du kannst dir das jetzt nicht vorstellen, aber die Zeit heilt alle Wunden. Du schaffst das!
     
  7. Reiche die Scheidung ein dann ist sein "junge Hunde" Leben schnell wieder vorbei und er wird (wie du) auf den Boden der Tatsachen ankommen. Du wirst dich wundern wie Gesprächsbereit er dadurch vielleicht wird. Neue Liebe hin oder her ...
    Wer nach 24 Jahren und gemeinsamen Kindern ohne Erklärung innerhalb von Minuten verschwindet und seine Familie verlässt, ist keine Träne wert!
     
  8. Kann ich mir nicht vorstellen. Aber ich kann mir viel nicht vorstellen.
    Was ist in den 24 Jahren passiert? Wenn der Mann so reagiert, deutet das darauf hin, dass er in der Ehe massiv verletzt wurde. Wodurch könnte er sich so verletzt fühlen? (Wenn er einfach nur einen an der Klatsche hätte, hättest du es ja wohl in der langjährigen Ehe bemerkt ...)

    Es ist doch absurd, dass jemand eine Ehe nach 24 Jahren so beendet und seine Frau so abspeist. Da muss ja etwas vorgefallen sein. Auch das Wiederaufflammen der Jugendliebe ist keine Begründung. Deshalb verfährt man ja auch nicht so knallhart mit seiner Frau, auch wenn "Mann" die Ehe beenden will.

    Was sagt er den Kindern? Hat er auch den Kontakt zu den Kindern abgebrochen? Wie alt sind diese?

    Sie ist die Liebe seines Lebens? Das sagt er dir nach 24 Jahren Ehe? Das ist ne Sauerei. Offensichtlich scheint dein Noch-Mann zur Zeit völlig neben der Spur zu sein.

    Stell die Gefühle hinten an und schau, dass du alles bekommst, was dir zusteht.
     
  9. Liebe FS,

    er hat dir gesagt warum er geht.
    Weil er zu seiner Jugendliebe will und genug von der Ehe mir dir hat.
    Möglich, dass er sie auf einem Klassentreffen wiedergesehen oder im Internet gefunden hat.

    24 Jahre sind eine lange Zeit, da kann viel passieren, was einen erkennen lässt, das kann doch nicht alles gewesen sein.
    Wenn die Liebe weg ist und es nur noch Streit gibt, dann ist das Ende vorprogrammiert. Leiden wird meistens der, der verlassen wird und sich nun komplett neu orientieren muss.

    Hätte er seine Jugendliebe nicht getroffen, wäre er vielleicht weiter bei seiner Familie geblieben, obwohl er nicht mehr glücklich mit dir war, doch so hatte er eine Alternative und die hat er genutzt.

    Woher weißt du, wie sehr er jetzt mit der anderen Frau sein Leben genießt? Wohnt er in deiner Nähe, so dass du das mitbekommst?
    Dass du darüber enttäuscht und frustriert bist ist verständlich, aber mit Sicherheit hast auch du einen Anteil an euren Unstimmigkeiten.
    Verheiratet zu sein ist keine Garantie dafür, dass man das ganze Leben zusammen bleibt.

    Du solltest nun vor allem für dich und deine Kinder Vorsorge treffen. Selbst wenn er weg ist, hat er eine Verantwortung, auch eine finanzielle. Lass dich rechtlich beraten, damit du weißt, was dir/ euch zusteht. Wenn er erst einmal seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen muss, kann er vielleicht nicht mehr so ein tolles Leben führen. (Urlaubspläne, tollste Lokale, Eventbesuche, Gästeeinladungen...).
     
  10. Liebe FS,
    Sorry, aber ich glaube Dir nicht, das Dein Mann Dich ohne Erklärung verlassen hat. Er hat was gesagt, nur wolltest Du das nicht hören, weil egoverletzend.

    Du beschreibst ihn und seine neue Partnerin als "junge Hunde", was ich ausgesprochen despektierlich finde - so ziemlich das Gegenteil von respektvoll und absolut unakzeptabel.

    Gleichzeitig meinst Du, jeden Angriff zu vermeiden. Das halte ich für eine eklatante Fehleinschätzung Deiner selbst. Wie auch immer Du "junge Hunde" interpretierst, verächtlich oder verspielt - keinesfalls liest sich das respektvoll.
    Da solltest Du Deine Selbstwahrnehmung einfach mal nachschaerfen. Du bist kein harmloses Opferschaf sondern latent hochagressiv.

    Deine Rückfrage, ob er ihn eine Information noch interessiert ist eine aggressive Attacke. Sie ist weniger eine Frage, denn eine Unterstellung, dass es ihn nicht interessiert.

    Zeig' Dich bitte nicht so inkompetent, denn Du bist das nicht. Ob er sich ummeldet oder nicht: teil' dem Einwohnermeldeamt seine neue Anschrift mit und schick' ihm eine Kopie des Schreibens - fertig ist die Laube. Einfach Fakten schaffen und ihm keinen Weicheierkurs ermöglichen.

    Kümmere Dich nicht um ihn sondern um Deinen Kram. Er ist abgehauen und will sich nicht abmelden, weil er Angst hat, dass er ins Bodenlose fällt, wenn es nicht klappt.
    Was interessiert Dich das? Reich' die Scheidung ein, erkläre das Trennungsjahr etc. Sofern Du darauf hoffst, dass er es sich anders überlegt, dann ist das die einzige Chance.

    Ich glaube nicht, dass er es sich anders überlegt. So wie Du Dich liest, ist eure Ehe durch, schon seit langem und er setzt das jetzt um weil es eine andere Frau gibt.

    Versteck' Dich nicht hinter den Kindern und instrumentalisiere sie nicht. Bei 24 Jahren Beziehung sind sie höchstwahrscheinlich erwachsen. Also lös' die Fragen zwischen Dir und Deinem Ex erwachsen.

    Befass' Dich nicht mit der Frage, was ihn treibt sondern damit, wie Du mit der neuen Situation umgehen kannst. Er hat seine Gründe, warum er so handelt und warum er so mit Dir (nicht-)kommuniziert. Wärst Du in der Ehe präsent, wüsstest Du genau, warum.
    Fazit: auch Du bist schon lange ausgestiegen und willst jetzt bloss keine Veränderung.

    Nicht nur Männer verhalten sich so, auch Frauen tun das, wenn Gespräche sinnlos sind.
     
  11. Ach komm @Vicky, der Typ verließ die FS nach 24 Jahren Knall auf Fall ohne Aussprache.

    Dass sie jetzt ihm und seinem neuen Glück auch noch Respekt entgegen bringen soll, ist doch ein bisschen viel verlangt.
    Mit mir könnte dieser Mann nach der Nummer auch nicht mehr reden, wahrscheinlich würde ich ihn sogar mit Wuff ansprechen.
    Sie hat das Recht sauer zu sein und dies auch rauszulassen.

    Er will sich nicht abmelden FS, dann teil Du dem Einwohnermeldeamt seine neue Adresse mit. Warum solltest Du ihm ein Plätzchen warm und ein Hintertürchen offen lassen?

    Den Spruch "Es geht Dich nichts an warum ich Dich verlasse" würde ich als Kriegserklärung auffassen. Ab da hätte er nichts mehr zu lachen.
    Sein
    Im schriftlichen Kontakt ist ein Versuch Dich zu manipulieren, damit Du ihm bei der Scheidung nicht das Fell über die Ohren ziehst.
    Doch genau das solltest Du nun in Angriff nehmen. Nimm Dir einen Anwalt und hol was Dir zusteht.
    Indem Du nicht an die letzten 24 Jahre denkst, sondern Dir bei jedem Anfall von Sehnsucht vor Augen führst, wie schäbig er Dich verließ.

    Falls die Kinder, wider Erwarten, noch nicht erwachsen sind, bring sie zu ihm. Eine Woche er, eine Woche Du... Seine Neue wird vor Begeisterung hüpfen, wenn das Liebesnest von Eiern Kindern zwangsbesiedelt wird.
    Machs wie der Kuckuck @Kuckucksnest.

    Alles Gute Dir
     
  12. Niemand kann mir erzählen, dass ein Ehemann und Vater nach 24 gemeinsamen Jahren innerhalb von wenigen Minuten (so von der FS beschrieben) aufsteht, die Eingangstüre öffnet und hinausmarschiert. Ohne ein Wort. Und @Kuckucksnest die ganze Zeit (Jahre?) davor absolut nichts bemerkt hat.

    Da MUSS einiges passiert sein, für das beide in dieser Ehe die Verantwortung tragen. Und sei es, dass sie nie miteinander geredet, gemeinsam überlegt, sich gestritten oder geliebt haben.

    Da es jetzt aber so aussieht, als seien auch Erklärungen nicht mehr möglich, würde ich - als FS - einen Anwalt aufsuchen und die begonnene Trennung in eine dauerhafte umwandeln. Sollte sich der Mann irgendwann besinnen und reumütig zurück kommen wollen, wird ihm die FS anschließend sein Leben als junger Hund, die Urlaubspläne, tollsten Lokale, Eventbesuche und Gästeeinladungen... ewig vorhalten. (Deine) Ruhe bekommst du nur nach einem endgültigen Schlussstrich, liebe FS.
     
  13. Doch hat er und meinte selbst zu ihr
    Das wäre sogar untypisch, wenn Männer sich bei ihren Frauen beschweren oder über etwas beklagen. Das tun mehrheitlich Frauen in ihren Ehen/Beziehungen aber viele Männer versuchen alle Probleme mit sich selbst auszumachen und reden nicht so gern mit ihren Frauen darüber.

    Ansonsten wäre seine Antwort beim Auszug anders ausgefallen: „ich möchte mich nicht noch mal wiederholen aber ich habe dir so oft gesagt, warum ich unglücklich bin, du wolltest nichts ändern und deshalb ziehe ich jetzt die Konsequenzen“ - so in der Art. Die Frage ist nur hat er seine Jugendliebe zufällig wieder getroffen oder hat er aktiv nach ihr gesucht? Es könnte tatsächlich sein, wenn er ihr nicht über den Weg gelaufen ist, dass er trotzdem in seine Ehe geblieben wäre.

    Denn meistens beklagen und beschweren sich Frauen, was ihnen nicht gefällt, womit sie unglücklich sind und verlangen von Männern eine Veränderung in ihrem Verhalten. Das alles weiß ich von geschiedenen Männern, die mir sagten sie hätten ihre Frauen nicht ernst genommen auch dann nicht, wenn sie Ihnen mit Trennung drohten. Auch Paartherapeuten wissen aus ihrer Praxis, dass Männer seltener über ihre Probleme und Zufriedenheit und glücklich sein mit ihren Frauen reden und auch sie erwarten wir selbstverständlich, dass ihre Ehefrau ihre Gedanken lesen kann und ihre Befindlichkeit erraten muss. Das kann man der FS wahrlich nicht vorwerfen, es sei denn sie sagt uns, was sie ihrer Meinung nach falsch gemacht haben könnte oder, ob sich ihr Ehemann über etwas beklagte.

    Ich hoffe die FS informiert uns genau darüber, wie sich die beiden wieder begegnet sind.

    Ich weiß auch von einem Mann, der lieber die Faust in der Hose gemacht hatte statt mit seiner zweiten Frau zu reden, welche seine Töchter aus der ersten Ehe nicht bei ihnen zu Besuch haben wollte bzw. sie widerwillig duldete. Das machte ihn immer traurig aber er redete nie darüber mit ihr. Konfliktscheue Männer schweigen lieber als für sich einzustehen - das kann ich mir gut für ihren Mann vorstellen.
     
  14. Du bist ihm kein normales Gespräch schuldig. Nicht nur wegen seines fehlendes Gesprächs nachdem er dich verlassen und fallengelassen hat wie ein Stück zugeworfene Hundescheiße, auch wegen der Tatsache, dass er dich verließ und es erst drei Monate her ist.
    Manche Frauen ignorieren einen solchen Mann jahrzehntelang. Das geht auch nur, weil sie durch gemeinsame Kinder verbunden bleiben und deswegen die Chance zum Ignorieren haben. Angelina Jolie z.B. verweigerte ihrem Vater den Kontakt zu ihren Kindern, da er ihre inzwischen verstorbene Mutter verließ und diese mit ihr auf sich allein gestellt war.
    Als ich das las, war ich beeindruckt.

    Er hätte es allein für seinen Vorteil gerne, dass es weiterhin nach seiner Nase geht.

    Du hast alles Recht der Welt sauer zu sein und ihm das vorzuwerfen, nachzufragen, dich zu verweigern, vor allem nicht mitzuspielen, damit er weitere Vorteile hat und möglichst ungeschoren davon kommt.

    Verhalte dich rational und erzähle vor allem deiner Familie (Eltern, vor allem euren Kindern!), Freunden, Nachbarn, Bekannten dass und warum und WIE er dich verließ.
    Tustcdu es nicht, kann es heißen, du warst unausstehlich, aber der arme Mann hat zum Glück eine andere Frau kennengelernt. Und das kannst du auch nicht wollen.
    Verständlich. Musst du auch nicht.
    Ich denke, es schrieb bisher kaum eine Frau, der das passierte, aber du kannst ihn mit "Lieber Lügner und Betrüger" anreden und anschreiben.
    Oder glaubst du, die beiden sahen sich und kamen innerhalb einer Minute zusammen? Es war Lug und Betrug an dir.
    Und der nächste Vorteil, finanzieller Art denke ich, den er einheimsen will.
    Gute Idee von dir, bestehe darauf, dass er sich abmeldet oder schreibe es von dir aus dem Einwohnermelde- und Finanzamt!!!! Nicht anonym, sondern mit deinem Namen und der Schilderung der Umstände.
    Mache dies bitte.
     
  15. Also ohne Angriff.

    Aber auch wenn Männer oft mehr schweigen - oder Frauen es nicht wahrnehmen,
    Kein Mensch verlässt eine stimmige Partnerschaft innerhalb von Minuten.

    Da gab es vorher schon viel Schweigen, wenig Kontakt, wenig Gefühl für den anderen.
    Respekt, Wertschätzung sicherlich sich nicht.

    Ich empfinde die Frage, ob einen das überhaupt interessiert auch als sehr aggressiv - das ist nicht neutral.
    Genau wie die Titulierung Junge Hunde massiv abwertend.
    Ich denke, es spiegelt den Ton der Partnerschaft vorher gut wieder.
    Ich gebe @Vikky absolut recht.

    Partnerschaften fahren beide an die Wand, oft schleichend.
    Wenn eine *r geht, ist es meist das Ende eines Prozesses, nie plötzlich und unerwartet.

    Würde hier ein Mann fragen, würde frau ihm schreiben, Du hast nicht zugehört, Du hat Dich nicht gekümmert, Deine Frau alleine gelassen, etc., schau deine Verantwortung an.

    Der FS bleibt nur
    Akzeptanz, und sachlich den Schlussstrich ziehen, alles Formale erledigen. Vielleicht gelingt ihr eine einvernehmliche Scheidung, ich befürchte - ihrerseits - nicht.

    Emotional - man kann sich Unterstützung holen, sich Raum geben für die Trauer, die Wut, die Enttäuschung.
    Sozialkontankte pflegen, sich gutes tun.

    Und irgendwann auch mal die eigenen Anteile anschauen. Die gibt es.
     
  16. Liebe FS, ich habe letztes Jahr eine ähnliche Trennung hinter mich gebracht. Mein Mann hat mich für seine Jugendliebe verlassen. Wir hatten unsere Probleme, das negiere ich nicht. Im Gegenteil. Mein Mann war der, der die Augen davor verschlossen hat. Wenn ich Klärung wollte, hat er mir immer gesagt, wir schaffen das schon, wir haben schon so viel geschafft, etc. Das absolute Totschlagargument. Wenn ich ihn gefragt habe, wie er es sich vorstellt, was er braucht damit es besser wird kam nur ein resigniertes "weiß ich auch nicht". Jetzt, da er gegangen ist, bekomme ich immer noch keine Kommunikation, dafür aber jede Menge Vorwürfe und das Gefühl, an dem Scheitern unserer Ehe alleine Schuld zu sein. Das hat mich am Anfang unserer Trennung wirklich wütend gemacht. Seinen passiv-aggressiven Anteil sieht er überhaupt nicht. Auch nicht den Umstand, dass er während unserer Ehe jeden Versuch einer Lösung konsequent abgeblockt hat. Statt dessen ist er heute das arme Opfer, das hier gelitten hat und quasi flüchten MUSSTE.
    Ich brauchte eine Weile um zu respektieren, dass ich ihn und seine Wahrnehmung nicht ändern kann. Er will das so sehen. Vielleicht auch, damit er sich nicht schuldig fühlen muss. Vielleicht hat er wirklich stumm gelitten. Wir waren ja beide nicht glücklich. Wie auch immer, es war seine Entscheidung. Es ist keine Schuldfrage! Er hat Fehler gemacht, ich aber auch! Darum geht es aber nicht. Wir haben es als Paar nicht geschafft, diese Fehler zu beheben und eine glückliche Beziehung zu leben. Ich habe nach der Trennung versucht an etwas fest zu halten, das es schon vor der neuen Frau gar nicht mehr gab. Herrlich bekloppt ;-) Ich kann dir nur folgendes Raten: Lasse das alte los, es ist vorbei. Habe keine Angst vor der Zukunft, die ist noch nicht da. Bleibe im hier und jetzt! Bleibe vor allem bei dir. Sorge gut für dich und deine Bedürfnisse, damit du eine gute Mutter sein kannst. Gib deinen (auch den negativen) Emotionen Raum. Suche dir Nischen dafür, damit du sie nicht vor ihm oder den Kindern ausagieren musst. Wenn du alleine bist, darfst du ihn nennen wie du willst, schreien und alles was dir Hilft. Lass dir von niemandem sagen, dass du nicht wütend sein darfst. Lass es raus, damit es dich nicht von innen verbrennt. Es geht nicht um Schuld, sondern um die Anerkennung dessen was war. Sei liebevoll mit dir, werte dich nicht selber ab. Auch dann nicht, wenn du kritisch deine Anteile betrachtest. Jedes Ende birgt immer die Chance das daraus etwas wunderbares wird. Es ist deine Entscheidung ob du der Phönix sein willst oder die Asche.
     
  17. Das sehe ich ganz genau so!
    Kein Mensch geht von heute auf morgen! ohne Erklärung! Und wenn ich lese wie abfällig die FS ihren Ex beschreibt, dann hört man den Frust und die Wut ganz deutlich heraus. Natürlich darf man solche Gefühle haben, ABER ich nehme dir nicht ab, dass du völlig neutral deinen Mann gegenüber bist und ganz unschuldig daran, dass ihr kein vernünftiges Wort miteinander wechseln könnt.

    Liebe FS
    Du stellst dich als Opfer dar, so wie das viele Frauen tun die ihren Mann an eine andere Frau verlieren. Du hinterfragst dich und dein Verhalten nicht! Einer Trennung geht immer ein längerer Prozess im Vorfeld vorraus, kein Mensch geht, wenn eine Beziehung in Ordnung ist!
    Das dein Mann heute nicht mehr groß mit dir redet, zeigt deutlich dass er wohl nicht mehr daran glaubt, dass bei dir irgendetwas ankommt! Solange du nicht aus deiner Opferrolle raus kommst, wird sich das auch nicht ändern! Hinterfrage dich und dein Handeln während der Ehe und seit der Trennung. Wenn ich lese, dass du schreibst " er hat unsere Kinder und mich verlassen", obwohl diese sehr wahrscheinlich schon erwachsen sind, dann sehe ich, dass du sehr gerne diese Rolle des Opfers einnimmst und alles daran setzt dass das auch so bleibt. Schon verletzend, wenn der Ex seine Neue als "Liebe seines Lebens" betitelt, nicht wahr? Versuchst du ihm das nicht doch heim zu zahlen?
    Vielleicht geht deinem Ex Mann genau das gegen den Strich, dass er "der Böse" ist, immer und überall und du das Opfer.

    Jedem Menschen steht es frei sich zu trennen, wenn er nicht mehr glücklich ist und jeder Mensch kann sich neu verlieben. Wie würden die Antworten hier wohl ausfallen, wenn eine Frau sich von ihrem Mann getrennt hätte? Sicher anders.
    Tatsache ist: wenn eine Beziehung gut ist, dann kann sich niemand dazwischen drängen und wenn eine Trennung vollzogen wird und man angeblich keine Ahnung hat warum, dann wird es Zeit mal zu überlegen, wo man sich eigentlich verloren hat?! Sehr wahrscheinlich schon vor langer Zeit. Du bist eine erwachsene Frau, also nimm dein Leben in die Hand und versuche wirklich einen neutralen Umgang mit deinem Ex zu leben und höre auf ihm die alleinige schuld zu geben. Ich bin mir sicher, wenn du das wirklich tust und lebst, wird es auch ein (für dich) klärendes Gespräch geben! Aber erst dann.
     
  18. auch wenn ich bei vielen Posts von @Vikky schlucken muss ob der harten Ansagen, hier gebe ich ihr völlig recht. Kein Mensch zieht knall auf fall nach 24 Jahren aus. Die Kommunikation Deines Mannes war wahrscheinlich non-verbal und vieles wurde nicht gehört. Alltag, Stress mit den Kindern etc. wie das eben oft der Fall ist.
    Nun hat er Tatsachen geschaffen, die es zu verdauen gilt. Das, liebe FS, tut mir leid für Dich. Du hast Fragezeichen im Gesicht und bekommst keine Antworten. Vielleicht gehst Du nochmals in Dich und schaust, wo Ihr Euch verloren habt, wenn nötig, mit prof. Hilfe.
    Es gehören immer zwei dazu und keiner ist nur Opfer, sondern auch immer Täter.
    Und dann ordne Deine Dinge. Wie stehst Du finanziell da? Arbeitest Du? Bekommst Du Unterhalt etc? Das ist jetzt wichtig.
    Eure Kinder sind sicherlich schon älter und werden Dich weniger brauchen. Zeit für Dich, Dein eigenes Leben auf die Beine zu stellen. Alles Gute
     
  19. Einen schönen Gruß an all die, die über @Kuckucksnest herfallen.
    Sicher war in der Ehe nicht alles in Ordnung. Sonst wäre der Mann nicht gegangen. Aber für den einen Partner sind es die üblichen "Abnutzungserscheinungen" einer Ehe und für den anderen ein Grund zu gehen.
    Und was die Aussage über das neue Leben des Mannes angeht: Ich kann ihren Frust verstehen. Es ist doch so, dass er sich ein schönes Leben macht und sie mit dem ganzen Alltagsmist alleine da steht. Sie kann den Krempel nicht hinschmeißen und gehen. Nein, sie muss den Kummer der Kinder noch auffangen.
    Ich kann heute sagen, weder mein Ex-Mann noch ich haben nach der Trennung alles richtig gemacht. Aber wir haben immer versucht im Sinne der Kinder zu agieren und wir funktionieren als Eltern immer noch gut zusammen. Manchmal besser als vorher. Mittlerweile ist mir egal wie er sein Leben gestaltet. Aber das ist ein langer Weg.
    Gönn du dir was gutes. Es wird deiner Seele gut tun. Ich habe letztes Jahr mit 50 meinen Motorradführerschein gemacht. Ich weiß, dass mein Ex-Mann das total bescheuert findet - und es ist mir egal!
     
  20. Das ist absolut richtig! Ich denke, die FS schreibt uns noch etwas dazu, wenn sie die Antworten hier verdaut hat. Aber der Ehefrau zu sagen, "das geht dich nichts an" ist die Höhe! Und dann auch noch nicht ausziehen wollen und "liebe Grüße..." schreiben, das ist eben auch die Höhe! Da muss noch was anderes vorgefallen sein in diesen Jahren.
    Ich würde darauf bestehen, dass er auszieht und einen Schlussstrich ziehen, aber ganz konsequent. Diesen Schrecken zu verdauen, braucht länger als 3 Monate. Schreibe wütende Briefe, aber NIE abschicken! Ich würde mir auch das "liebe Grüße" usw verbitten. Lass es Dir gut gehen, achte auf Dich.
    Das mit den jungen Hunden würde ich nicht so überbewerten. War vielleicht etwas Neid, der da mitschwingt? Auch hier wird der Alltag wieder Einzug halten.
     
  21. Dingens, du bringst es auf den Punkt. Hast es so viel besser in Worte fassen können als ich. Wichtig ist! Es gibt keine Schuld!!!!
    Was mich nach der Trennung am meisten umgetrieben hat: "Ich fühlte mich so ausgetauscht ". In dem Zusammenhang habe ich einen Satz meiner Therapeutin im Ohr. "Sie sind doch kein Kühlschrank". Menschen kann man nicht austauschen.
     
  22. Naja, eine Erklärung gab er dir, seine neue alte Liebe. Was möchtest du noch mehr wissen?

    Drei Monate sind eine kurze Zeit. Ja, es ist superdoof, verlassen zu werden. Sorge gut für dich und sei geduldig mit dir. Der Schmerz geht vorbei.

    Frau 51
     
  23. Es ist eben genau das, was wir gar nicht wissen! Wer sagt denn, dass es nicht genau gleich war wie bei @Dingens, dass sie mit ihm geredet hat und er auch schulterzuckend gesagt hat, er hätte auch keine Ahnung, was sie an der Ehe verbessern oder wie sie an ihren Eheproblemen arbeiten könnten?

    Und überhaupt: wenn ein Mensch (Mann oder Frau) nicht glücklich und unzufrieden ist, es ist doch immer seine Verantwortung darüber selbst zu reden. Wieso hat der Mann nicht den Mund aufgemacht, sondern sagte ihr bevor er geht, es ginge sie nichts an, weshalb er sie verlässt? Geht‘s noch?

    Könnte es nicht sein, dass sie deswegen so zynisch und despektierlich ist gerade, weil sie mit ihm versucht hatte die Probleme zu lösen und er tat so als gebe es keine, um sie dann Knall auf Fall zu verlassen?
    Ich meine, wenn ich Eheprobleme hätte und würde mir den Mund wund reden aber mein Mann würde meinen, es sei alles in Ordnung und ich soll nicht übertreiben, um mich dann plötzlich zu verlassen, da würde ich doch auch zynisch und despektierlich reagieren. In einem solchen Fall würde ich auch die Welt nicht mehr verstehen und mich fragen, weshalb hat er nicht gesagt womit er glücklich war obwohl ich es versucht habe mit ihm zu reden?

    Könnte es nicht auch so gewesen sein? Die meisten Männer sind doch - wenn wir ehrlich sind - konfliktscheu und wollen den Problemen am liebsten aus dem Weg gehen, indem sie sich eine andere Frau suchen geben damit ihren eigenen Ehefrau und nicht die Chance etwas zu verbessern. Männer verdrängen viel mehr Probleme als Frauen das tun und ich glaube nicht dass er hier eine Ausnahme ist. Aber natürlich ist mir auch bewusst, dass beide Fehler gemacht haben. Doch wenn ich etwas tue/irgendwie verletzend und mir nicht bewusst bin, dass das ein Fehler ist, so bin ich doch darauf angewiesen, dass mir mein Mann das sagt. Was er denkt und wie er sich fühlt!

    Aber eben es ist schade, dass die FS keine gute Kristallkugel kaufen konnte, und darin zu sehen was ihr Mann fühlte.

    Jetzt werde ich auch über die Tatsache zynisch, weil diese Möglichkeit, dass ihr Mann alle Probleme unter den Teppich hätte kehren wollen von fast niemandem in Betracht gezogen wird.

    Ich kann mich natürlich auch täuschen aber ich habe das Gefühl, dass er nicht wirklich über die Probleme reden wollte und nicht sie! Solange sie sich nicht zu Wort meldet, können wir nur spekulieren und im Nebel stochern, genauso wie wir im Parallelthread geglaubt haben, dass @käse eine Affäre mit einem Mann hatte während seine Freundin schwanger war.

    Wenn sich jeder beim kleinsten Problem neu verliebt dann gute Nacht!
     
  24. Liebe TE,
    ich finde es schon wichtig in welchem Alter die Kinder sind. Auch über andere wichtige Dinge, wie Deine Berufstätigkeit(in wieweit stehst Du auf eigenen Füßen), Wohnsituation.

    Das läßt zwar darauf schließen, dass die Kinder noch nicht erwachsen sind, aber wer weiß.

    Das mit dem nicht Ummelden wird wohl finanzielle Gründe haben, die bei der Jugendliebe liegen. Das Trennungsjahr bleibt ja insofern unberührt davon. Es gibt ein Meldegesetz bei uns, woran man sich als treuer Bürger zu halten hat. Liebe TE, mach Dich da mal schlau, bezogen auf Eure Situation.

    Egal wer bei was Schuld hat, dass wäre für mich auch nur noch die einzige Variante, wenn nichts wichtiges wie Gewalt oder schwere psychische Erkrankungen dagegen sprechen.
    Ich möchte auch noch etwas zum Thema Jugendliebe loswerden. Gerade bei der Schilderung der TE kann ich mir vorstellen, dass der Mann seine Jugendliebe wiedergetroffen oder auch gesucht hat. Ist diese für ihn so prägend gewesen wie es halt bei manchen ist, kann ich mir gut vorstellen, dass am Ende eine langjährige Ehe schlagartig endet.
     
  25. Danke! Genau darauf wollte ich hinaus. Ich finde es schlimm, wenn man aus dem Scheitern einer Beziehung einen Krieg um Recht und Unrecht beginnt. Das ist so destruktiv und hilft einfach nicht weiter. Darum verstehe ich auch nicht, warum diese Keule hier so massiv in Richtung der FS geschleudert wird. Es ist doch eine Binsenweisheit, dass zum scheitern einer Beziehung immer zwei gehören. Auch die FS wird diese Anteile sehen, wenn sie den Schock verdaut hat. Es tut weh, wenn die neue scheinbar mühelos und ohne "Vorleistung" erntet, was man selber gesät zu haben glaubt. Ihr jetzt vorzuwerfen, das sie in ihrer Verletztheit zynisch und latent aggressiv mit der neuen Liebe ihres Mannes ins Gericht geht, empfinde ich wenig hilfreich. Liebe FS, das ging mir im übrigen genau so. Plötzlich gehen Dinge, die während unserer Ehe unmöglich waren. Fernreisen, die bei uns auf Grund seiner Flugangst nicht gemacht wurden, er pflegt plötzlich einen, modernen Kleidungstil, den ich versucht hatte über Jahre hinweg immer mal durch zu setzen in dem ich ihm Kleidung aus der Stadt mitbrachte. Essen in sehr guten Restaurants, die es während unserer Ehe nur ab und an und mit viel Zähneknirschen gab. Die Liste ist Meterlang und ich habe alles auf mich bezogen, mich damit gequält und mich schrecklich unwert gefühlt. Was für ein Quatsch! Natürlich will er dieser Frau imponieren. Vielleicht hat sie wirklich Glück und bekommt, was ich mir über Jahre gewünscht habe?! So what?! Mir hat mal jemand gesagt: "Dingens....das hat nichts mit dir zu tun. Vielleicht mag dein Mann mittlerweile einfach lieber Schokoeis?! Du bist aber nun einmal Vanille." So sieht es wohl aus! Dieses Gleichnis hilft mir über die quälende Frage: warum sie und nicht ich? Vergleiche dich nicht, so schwer es fällt. Sei jetzt die Frau, die du gerne sein möchtest! Es gibt für jeden Geschmack die richtige Eissorte und manchmal muss man fest stellen, dass sich der Geschmack verändert oder eine neue Sorte lockt, die man eben lieber möchte. Es wird der Tag kommen, wo du dich befreit haben wirst. Dann weißt du, wofür du dieses Tal der Tränen heute durchschreiten musst. Ich wünsche dir alle Kraft die du dafür brauchst.
     
  26. Ich habe meine Frau nach 26 Jahren Ehe bzw. 28 Jahren Beziehung verlassen. Vorab gab es eine dreijährige Distanzierungsphase meinerseits in der ich letztlich auf verschiedene Entwicklungen reagiert habe.

    Aus meiner subjektiven Sicht waren dies insbesondere sinkende Wertschätzung, Perspektivenverengung, Respektlosigkeit, Lieblosigkeit und Sexlosigkeit. Die Ursache dafür waren eventuell die langfristige Einnahme Antidepressiva, Schmerzmitteln, die der Medikamenteneinnahme zu Grunde liegenden Krankheiten sowie natürliche hormonelle Veränderung und ggf. ganz normale Entwicklungen in der Hinsicht, dass man sich gegenseitig immer weniger erst nimmt.

    Aus ihrer subjektiven Sicht sind es meine Midlife Crisis, eine narzisstisch egozentrische Haltung, Undankbarkeit und das Verlangen nach anderen Röcken.

    Mein Angebot vor der Trennung, dass wir gemeinsam zur Paartherapie gehen, wurde mit der Forderung beantwortet, dass ich erstens die Paartherapie organisiere und zweitens es nur ein männlicher Therapeut sein darf, weil (Begründung) ich alle Frauen manipuliere. Es kam dann zu keiner Paartherapie. Mir war die zweite Bedingung zu blöd.

    Ich habe mich stattdessen für meine Frau ganz überraschend, aus Sicht meiner Frau sehr "kalt" für eine Trennung entschieden. Sie hatte vorweg gehende diesbezügliche Überlegungen nicht ernst genommen. Auch als ich gemeinsame Beratungstermine beim Notar und Steuerberater zur gütlichen Vermögenstrennung vereinbarte, hat sie meine Pläne nicht ernst genommen. Sogar meinen Auszug hat sie als Episode empfunden.

    Erst meine folgenden Frauenkontakte haben sie empört.

    Ich kann mir vorstellen, dass es bei Euch ähnlich widersprechende Sichten auf das Geschehen und Wahrnehmungen der Ursachen gibt. Finanziell haben wir uns immerhin tatsächlich einvernehmlich getrennt. Mit meiner 23 jährigen Tochter habe ich einen häufigen und regen Kontakt. Dies liegt auch daran, weil meine Frau ihren Frust über unsere Trennung z.T. an meiner Tochter und ihrem Freund ausgelassen hat.
     
  27. Möchte mich bedanken für die vielen Antworten! Vorweg „wie junge Hunde“ ist bei uns eine Redewendung, die nichts Abwertendes an sich hat sondern für Verspieltheit, Unbekümmertheit, Glück etc. steht. Nehme an, die meisten hier sind aus Deutschland und kennen diese Redewendung ev. nicht in diesem Kontext.

    Nun noch ein wenig zu unserer Ehe: wir haben 2 Kinder (14 und17), mein Mann machte Karriere, ich war lange Teilzeit/ Zuhause, habe wieder einen guten Job, aber keine Karriere. Karriere hat er gemacht und zwar sehr steil und ich habe ihn in allem unterstützt. Dafür hat er natürlich auch sehr viel und hart gearbeitet, war kaum zu Hause und ich habe an der Heimfront alles erledigt.

    Vor knapp 4 Jahren bekam er eine heftige Midlifecrisis, er wollte alles anders. Ich habe wieder versucht ihn zu unterstützen, dachte immer ein Mann braucht Freiräume, braucht seine Männerurlaube, braucht sein tolles Auto etc...
    Seine Jugendliebe hat er all die Jahre sporadisch getroffen, sie hatte sehr viele wechselnde Lebenspartner inzwischen. Sie war sogar 1x bei uns und auch wir bei 2-3x bei ihr eingeladen. Er meinte immer, es sei nur Freundschaft, ich wollte ihn auch hier nicht einengen. Die beiden trafen sich vor Weihnachten zu einem „Adventessen“ und es hat gefunkt. Im Dezember hat er noch mit mir Urlaub für Juni gebucht, sollten 2. Flitterwochen werden, ich habe das noch bezahlt, war nie ein Thema bei uns. Nun weiß ich, dass er umgebucht hat und sie mit ihm fliegt.
    Es gab auch kaum Streit etc, er war nur immer sehr müde und überarbeitet, wollte seine Ruhe, daher auch der Wunsch nach gemeinsamen Urlaub als Paar - war SEINE Idee.
    Am Tag vor seinem Auszug war ich beim Juwelier, meinen Ehering für den Hochzeitstag vergrößern lassen. Am nächsten Tag zog er ohne Erklärung aus. Die Kinder waren am Boden. Inzwischen hatte er sie 2 Wochenenden in ihrer Stadtwohnung, sie leben gemeinsam am Stadtrand in einem Haus. In das Haus dürfen die Kinder nicht, in der Wohnung dürfen sie nur eingeschränkt das Bad benützen, ist ja IHR Bad, sie sollen möglichst nichts angreifen und er bringt sie sobald als möglich heim.
    Ich habe nächste Woche einen Anwaltstermin, Psychotherapie mache ich bereits, ich finde diese Art der Trennung nicht normal.
     
  28. Genau darum geht es, aus tiefstem Herzen sauer zu sein und "blöder Hund" zu sagen - mit allem Recht der Welt.

    Sie darf und soll sie sauer sein nach seinem Verhalten. Es geht aber darum, dass sie von sich selber behauptet, sie sei respektvoll und konstruktiv etc. Das ist sie absolut nicht. Mit so einer verzerrten Selbstwahrnehmung versperrt man sich die Sicht auf den Eigenanteil einer misslingenden Kommunikation.
    Wenn ich wahrnehme, dass ich in meiner offenen Wut oder auch unterdrückten Wut ein verbaler Brandstifter bin, dann habe ich anders als die FS nicht diese falsche Opferhaltung sondern sehe meinen Täteranteil und wundere mich nicht, wenn ich die Eskalation gekomme, die ich selber schüre.

    Mein Exmann hat damals auch behauptet, dass ich ihn nach über 20 Jahren Knall auf Fall verlassen habe ohne Vorankündigung, allerdings auch ohne anderen Mann.
    Das stimmt überhaupt nicht, ich habe nur 2-3 Jahre vor der Trennung nicht mehr mit ihm geredet über die Ehe, meine Gefühle sondern nur das, was mit der Alltagsorganisation zusammenhing. Es war das gleiche Schweigen (kein Streit) welches die FS beschreibt.
    Wie er angesichts langjährig ungelöster Konflikte auf den Gedanken kommen könnte, dass es so weitergeht ist mir bis heute schleierhaft.

    Die FS hat mittlerweile die Information nachgeliefert, dass es schon seit Jahren wahrnehmbare Veränderungen bei ihm gibt. Solange sie in ihrer Komfortzone bleiben konnte, hat sie sich nicht besonders dafür interessiert sondern ihn machen lassen.
    Sie hat wie mein Exmann diese Zeichen der Veränderung falsch gedeutet und behauptet nun, es wäre alles unvorhersehbar gewesen. Durch die strikte Rollenteilung hatte sie wohl auch wenig Zugang zu ihm.

    Wir hatten im August ein großes Fest und im November zog ich aus, auch vergleichbar mit den geplanten zweiten Flitterwochen der FS. Ich guckte vage nach Wohnungen, dann war da eine und mit einem Mal ging das alles ganz fix. Der Mann der FS hatte als Sprungbrett eben eine andere Frau. Das ist vermutlich kränkender als vermeintlich ohne Grund zu gehen.
     
  29. Möchte noch etwas anmerken: Laut meiner Therapeutin und dem Freundeskreis ist mein größtes Problem NICHT wütend und aggressiv zu sein. Ich kann es (noch) nicht, ich bin nur endlos gekränkt, was gar nichts bringt. Wäre ich wütend, wäre es für mich gesünder, vielleicht könnte auch er mit Wut und Aggression von mir besser umgehen als meinen Versuchen, möglichst ruhig zu bleiben und daran fast zu zerbrechen.
     
    • # 28
    • 16.04.2018
    • void
    Kommt irgendwie doch öfter vor, als man meint.
    Ich glaube, das ist so, weil Dein Mann auch vorher schon nicht der große Beziehungskümmerer und -redner war. Wenn er so gut Karriere gemacht hat, war ja anscheinend alles drauf ausgerichtet, vorwärts zu kommen und "Ballast" hinter sich zu lassen, das Neue erreichen. Ist nur ne Vermutung, vielleicht bringt es Dir auch nichts. Ich denke nur, dass die, die vorher schon viel Energie in das Funktionieren ihrer Beziehung gesteckt hatten, auch mehr Energie reinstecken, das Ende möglichst verständlich zu gestalten. Immerhin stößt er Dich ja sehr vor den Kopf damit und anscheinend findet er nichts dabei.

    Ich wollte Dir eigentlich nur mein Mitgefühl aussprechen. Deine Kinder tun mir auch leid. Sieht aus, als wäre Dein Mann einer, der alles in seinem wie seine Karriere-"Dinge" betrachtet - abhaken, weiterschreiten, nicht zurückblicken.
    Vielleicht passt eine Trennung mit Stress nicht zu dem, wie er sich fühlen will im Leben, so mehr auf der Erfolgsspur?
     
  30. Natürlich ist diese Art der Trennung unschön für dich. Es gibt aber weder einen Anspruch auf eine faire Trennung noch auf eine Aussprache. - Sicher hast du in dieser Ehe auch deine Bedürfnisse für deinen Mann zurückgestellt.
    Gut ist, du hast einen eigenen Job und die Kinder sind schon etwas größer. Sicher war deine Mann in der ehe schon länger nicht mehr glücklich, hatte allerdings nicht den Mut, das auszusprechen.
    So ist er mehr oder weniger geflüchtet und du stehst da.
    In Bezug auf ihn kannst du nicht viel tun, ausser jetzt für dich für klare Regelungen zu sorgen.
     

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