• 11.01.2017
    • Emotion2107

    Warum liebt ihr einen Partner?

    Hallo,

    die Aussage "Ich liebe dich" kann so viel bedeuten, wenn sie ehrlich gemeint ist. Und sie erklärt eben ein Gefühl.

    Könnt ihr sagen, warum ihr einen bestimmten Menschen liebt oder was ihr an dieser Person liebt?

    Bei eigenen Kindern oder Eltern ist das Gefühl oftmals einfach da.
    Weil es eben da ist.
    Bedingungslos? Wohl auch nicht immer.

    Ich kann sagen, was ich an meinem Partner toll finde, was ich an ihm besonders mag.
    Aber warum ich ihn liebe... Ich weiß gar nicht, ob ich das sagen kann. Es ist einfach seine Art... der Mensch an sich.
    Alles, was er mir sonst positives entgegenbringt, das verstärkt oder unterstützt dieses Gefühl vielleicht.
    Aber ich liebe einen Partner für das, was und wie er ist. Nicht für das, was er (mir) gibt.

    Könnt ihr Gründe nennen, warum oder wofür ihr liebt?

    Ich bin gespannt!

    w, 40
     
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    • # 1
    • 11.01.2017
    • Kathyberlin
    Du bringst es auf den Punkt: Man liebt jemanden insgesamt, nicht seine Eigenschaften. Und vielleicht ist das ja auch das Besondere an diesem Gefühl. Es ist nicht objektivierbar. Man kann vielleicht erklären, warum man mit jemandem zusammen ist (z.B. weil man ihn liebt), aber nicht, warum man ihn liebt. Wenn mich Freunde nach dem "Warum" gefragt haben, hat mich das immer etwas verwundert.

    Interessant ist übrigens noch etwas anderes: Ich denke die Partner, die einen wirklich lieben, tun das immer, wenn sie den eigentlichen Persönlichkeitskern entdeckt haben. Ich dachte früher, dass man sich durch die Liebe eines neuen Partners ändert, weil dieser unterschiedliche Eigenschaften als der Vorgänger schätzt. Aber die eigentliche Liebe kommt immer zu demselben Punkt.
     
    • # 2
    • 11.01.2017
    • Zarter Apfel
    Liebe ist nur ein Gefühl und diese sind frei interpretierbar, man kann also vermutlich nie so richtig sagen, was man an einer anderen Person liebt. Ich denke es gibt den Aspekt der Attraktivität, dann der "seelischen Verbindung" und natürlich auch vielleicht den Nutzen der Beziehung. Da ein Gefühl aber auch durch chemische Reaktionen im Gehirn ausgelöst wird ist diese Frage bestimmt sehr schwer zu beantworten.
     
    • # 3
    • 11.01.2017
    • Laleila
    Das sehe ich ganz anders. Ich weiss ganz genau wofür ich meine Mann liebe. Kann jede einzelne Eigenschaft bennen.
    Ich liebe ihn für seine absolute Loyalität, Verlässlichkeit, seine Fähigkeit (im Gegensatz zu mir) bedingungslos zu lieben, seine Toleranz, Ehrlichkeit, Geradlinigkeit, selbstverständliche Großzügigkeit, Treue, seine Gelassenheit, seine geistigen und handwerklichen Fertigkeiten, seinen trockenen Humor, seine Einstellung zu Partnerschaft, Gesellschaft, Politik und Soziales, für seine extrem hohe Frustrationsschwelle, seine Hilfsbereitschaft, seinen Fleiß, seine Priorisierung der Beziehung, weit vor Beruf und Hobbies....

    Auf all diesen Attributen beruht meine starke Liebe zu ihm, sie wurde durch diese Eigenschaften entfacht, geschürt und genährt.

    Für mich ist Liebe kein 'Zauber', nichts Unerklärliches, sondern eine Re-Aktion und ein Entschluss.
     
    • # 4
    • 11.01.2017
    • Toi et moi
    Das ist eine schöne Frage und so was in diese Richtung habe ich mich auch sehr oft gefragt. So weit ich weiß, weiß man noch nicht so genau, warum wir lieben. Sicherlich spielt Oxytocin eine Rolle. Aber ich gebe dir recht. Ich kann es mir auch nicht erklären und manchmal habe ich auch nicht verstanden, denn manchmal ist die Liebe auch nur einseitig. Egal welche Gründe für dieses Gefühl gibt, bin ich sehr froh darüber, dass ich die Fähigkeit zu lieben immer hatte und dieses immer noch nicht verloren habe.
     
    • # 5
    • 11.01.2017
    • Chicken
    Eine sehr gute Frage...
    Ich liebe sein ganzes Wesen, seine Ansichten und wie er die Dinge angeht.
    Vielleicht liebe ich es auch, dass er ähnlich tickt wie ich und ich mich dadurch irgendwie bestätigt fühle...
    Jedenfalls fühle ich mich wohl mit ihm. Wenn ich mit ihm zusammen bin, bin ich zufrieden und es gibt mir eine gewisse Sicherheit und innere Ruhe.
    Natürlich spielen auch Äußerlichkeiten eine Rolle oder wie er riecht, wie er sich bewegt, etc...
    Es gibt so viele Faktoren die ausschlaggebend sind um eine Person zu lieben.
    Und ich glaube wirklich dass man nicht jeden Partner gleich liebt, es ist jedesmal unterschiedlich - eben weil jeder Mensch andere/unterschiedliche Eigenschaften hat und Person A mehr Eigenschaften hat die man gut findet als Person B
     
    • # 6
    • 11.01.2017
    • Anita36
    Wenn ich jemanden liebe, dann kann ich das außer der körperlichen Anziehung an ganz eindeutigen Charaktermerkmalen festmachen. Gleiches, warum ich Freunde mag. Ich bin sicher: Wenn man das nicht kann, ist einem die Person nicht so wichtig.
     
    • # 7
    • 11.01.2017
    • Lionne69
    Warum ich liebe?

    Eigentlich wollte ich schreiben, dass ich es nicht weiß, nicht definieren kann und schon gar nicht, mich dafür zu lieben entscheiden.

    Aber ich weiß, was meine Liebe zu einem Mann zum Erlöschen bringt.
    Fehlendes Vertrauen, Unzuverlässigkeit, Lügen, Respektlosigkeit, etc., dass meine Grundbedürfnisse wie Nähe - Distanz nicht erfüllt werden. Ich mich einsam trotz Beziehung fühle. Das Geben und Nehmen nicht im Gleichgewicht ist, ich brauche es, auch geben zu dürfen und zu können.
    Oder ganz lapidar, das verschwindende WIR.

    Den Umkehrschluss kann ich leider nicht ziehen - es bedeutet nicht, dass ich einen Mann, der im Positiven alles erfüllen würde, deswegen lieben kann.
    Da gehört dieses für mich nicht definierbare Etwas dazu.

    Das Gefühl, das entsteht, wenn er mich anschaut, wenn ich ihn berühre, wenn ich nachts neben ihm liege und spüre, er ist da.
    Schwingungen, wortloses Verstehen, viele kleine Nuancen, das spürbare WIR.

    Meine Meinung und mein Erleben, Liebe ist ein Geschenk, das entsprechende Wertschätzung und Pflege benötigt, ohne vergeht sie.
    Ich habe das Glück gehabt, zu lieben und dieses Gefühl für beide ExPartner verging, aus vielerlei Gründen.
    Momentan merke ich, dass ich eine Beziehung aufbaue in der genau dieses Gefühl spürbar am Wachsen ist - fühlt sich gut an. Vor allem auch, dass einfach der Raum und die Zeit zum Wachsen da ist, ganz entspannt, ganz offen, ohne irgendwelchen Druck.

    Aber warum Liebe? Ich könnte zwar eine Liste erstellen, aber sie alleine trifft es nicht. Es ist ER und das WIR.
     
    • # 8
    • 11.01.2017
    • frei
    Ich finde, es kommt darauf an, wie du 'Liebe' definierst.
    Das was @Laleila unter #3 und @Chicken unter #5 beschreiben könnte man auch 'er tut mir gut', 'er ist für mich der Richtige', 'er macht mich glücklich' nennen. Es geht hier also eher um mich selbst.
    Nicht ich will ihn glücklich machen, sondern ich freue mich, dass er mich glücklich macht.
    Das ist nicht doof, denn wenn das auf Gegenseitigkeit beruht, ist ja alles ok. Kein Ausnutzen, kein Egoismus.

    Solche Dinge könnte ich über meinen Freund auch auflisten und dann sagen, dass ich ihn liebe.
    Aber ich sage das nicht. Nicht zu ihm und auch sonst nicht.

    Denn ich für mich definiere Liebe anders.
    Bedingungslos. Ich liebe jemanden, ganz egal, wie er ist oder was er tut.
    Mir ist es wichtig, dass er glücklich ist, selbst wenn mich sein Verhalten unglücklich macht.
    Dafür kommt nur ein Mensch in Frage, nicht ? Das eigene Kind.

    Meine Mutter behauptet immer, meine Tochter zu lieben, aber nach meiner Definition tut sie es nicht.
    Dafür aber nach Laleilas und nach Chickens.
    Wenn meine Tochter zu Besuch ist, muß sie sich immer mit meiner Mutter treffen, auch wenn sie das kaum unterbringen kann. Dann machen sie immer Sachen, die meine Mutter gern macht und gehen in Omacafés. Nie gehen sie in ein Café, das meiner Tochter gefällt.
    Meine Mutter braucht meine Tochter, damit sie sie glücklich macht.

    Als meine Tochter vor drei Jahren überlegt hat, wo sie studieren soll, hat meine Mutter alles in ihrer Macht Stehende aufgeboten, sie zum Studium in unserer Heimatstadt zu bewegen und war dann erst mal stinkbeleidigt, als sie sich für Berlin entschieden hat.
    Ich hingegen konnte ihr das aus tiefstem Herzen ( ich habe wirklich kritisch in mich hineingehört ) gönnen und habe sie in allem unterstützt.
    Obwohl auch ich richtig, so wirklich volle Kanne blöd fand, dass sie wegging. Für mich schlecht, aber für sie eben gut.
    Ich liebe sie.
    Und wenn sie jemanden umbringt, besuche ich sie im Knast und liebe sie genauso wie vorher.
    Keine Ahnung, ob ich sie noch lieben würde, wenn sie mich richtig mies behandeln, z.B. schlagen würde. Wahrscheinlich auch dann, obwohl ich dann den Kontakt abbrechen würde. Aber ich würde jeden Tag an sie denken

    w 49

    Mod: Ausdrucksweise angepasst. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl.
     
    Moderationsanmerkung: Beitrag wurde durch einen Moderator editiert
    • # 9
    • 11.01.2017
    • Laleila
    Ich denke, bedingungslose Liebe findet man ausschliesslich von Mutter (eventuell auch Vater) zu Kind.
    Alles andere empfände ich persönlich als ungesund risikoträchtig.
    Auch wenn ich die Liebe meines Mannes als fast bedingungslos empfinde, weiss ich nicht ob er mich noch lieben eürde, wäre ich plötzlich kalt, unvermittelt, vulgär und freudlos.

    Natürlich will auch ich ihn glücklich machen, weil er mich glücklich macht.
     
    • # 10
    • 11.01.2017
    • INSPIRATIONMASTER
    Ganz einfach:
    Wenn dieses genannte Gefühl für den Partner einfach nicht da ist, dann liebt man ihn eben nicht!
    Sondern man genießt die Annehmlichkeiten und das reicht bei Gott nicht! Niemals würde ich das so haben wollen!
    Das ist eben genau der Knackpunkt, das Problem heutzutage, was für mich nicht Liebe ist sondern ausschließlich Mittel zum Zweck um nicht alleine zu sein, um dem Umfeld zu gehorchen, um eine Familie zu gründen, um ein Haus zu bauen etc. pp. und das alles nur im kurzfristigen Zeitfenster. Großes Kompliment an dich, dass du das als Minderheit für dich erkannt hast.
     
    • # 11
    • 11.01.2017
    • Toi et moi
    Ich sehe es wie @frei. Liebe ist bedingungslos und wenn jemand sagt, ich liebe dich, solange du folgende Kriterien erfühlst, liebt er nicht. Davon bin ich überzeugt. Liebe ist nicht kontrollierbar und ist kein Schalter, den wir betätigen können. Das ist auch das faszinierende daran.
     
    • # 12
    • 11.01.2017
    • Darling
    "wenn dir eine blume gefällt, dann pflückst du sie. aber wenn du sie liebst, dann gießt du sie und schaust wie sie wächst. wer das versteht, der versteht das leben." (Dalai Lama)
     
    • # 13
    • 11.01.2017
    • silencea
    Ich persönlich denke, Liebe (an sich) ist 1. nicht definierbar. 2. nicht zu verstehen. 3 Nicht im Ansatz verständlich.

    Ich war selten "verknallt", dennoch wurde es von den Usern hier herab gewertet, nach dem Motto: Junge Liebe ist weniger "Wert" als eine "Liebe" die nach 10-20 Jahren geschieden wird.

    Und? Tut es weh? Nein!
    Warum?
    Einer muss ja in die Puschen kommen...
     
    • # 14
    • 11.01.2017
    • Laleila
    Sagt wer? Du definierst also wer liebt und wer nicht? Ganz schön anmaßend.
    Wenn Du proklamierst Liebe sei nicht definierbar, dann erstelle bitte auch keine Definition von ihr, anhand derer Du die Gefühle anderer abwertest.

    Ich liebe. Und ich liebe einen Menschen weil er ist wie er ist. Ergo, weil er bestimmte Eigrnheiten und Charaktermerkmale aufweist, welche ich schätzen, respektieren und lieben kann. Weil er mir aufgrund seines Wesens gut tut, do wie ich hoffentlich ihm gut tue. Weil ich bin wie ich bin.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11.01.2017
    Moderationsanmerkung: Beitrag wurde durch einen Moderator editiert
    • # 15
    • 11.01.2017
    • pixi67
    Ich kann es schwer ausdrücken...
    Ich habe vor meinen Kindern gedacht, ich hätte meinen Mann bedingungslos geliebt.
    Immer wieder diese unendlich warmen Wellen, dieses zusammengehören und auch bei kleinen Gesten spüren. Und eine unendliche Liste über das warum.
    Weil es passte, mich positiv ergänzte aber in den wichtigen Dingen wie ich war.
    Das war aber nicht bedingungslos, denn als er sich änderte, ist bei mir zwar nie alles erloschen aber es wurde kleiner.
    Und ich habe auch nicht unter jeder Bedingung weiter mit ihm Liebe gelebt.
    Warum ich liebe weiß ich dann schon aber nicht wirklich, warum ich mich verliebe.
    Mein bester Freund hat super Eigenschaften und trotzdem gab es nie die Zündung.
    Meine Kinder liebe ich bedingungslos...Ich vergesse auch sofort, warum ich sauer oder wütend war.
    Sie dürfen mich auch versetzen, nichts mit mir unternehmen, andere Frauen haben und " drohen " bald auszuziehen.
     
    • # 16
    • 12.01.2017
    • Lionne69
    Zum Glück gibt es die verschiedenen Formen der Liebe.

    Meine Liebe zu meinen Kindern ist bedingungslos. Und selbst, wenn es Zeiten gab, wo die Beziehung zu meinem Großen schwierig war, Liebe war immer da.

    Liebe zu meinem Eltern?
    Kinder lieben ihre Eltern, benötigen sie zum Überleben, deswegen verinnerlichen Kinder auch das Negative, das von Eltern kommen kann.
    Nein, ich liebe meine Eltern nicht, habe mich innerlich verabschiedet, abgeschlossen. Diese Distanz trägt.
    Da ist viel zu viel geschehen - körperliche, psychische Gewalt, emotionaler Missbrauch.
    Meine Mutter lebt sowieso nicht mehr, mein Vater ist jetzt dement.
    Das, was ich für ihn fühle, ist ein Mitgefühl, wie für andere Menschen in solchen Situationen auch. Ein Maß Unterstützung bekommt er deswegen, nicht weil er mein Vater ist, sondern ein Mensch, den ich aufgrund meiner Funktion als Tochter unterstützen kann.
    Bei der ersten Widerbegegnung war für mich nichts an Gefühlen, außer diesem Mitgefühl.

    Liebe zum Partner ist noch mal ganz etwas anders, wobei ich heute spüre, dass ich anders lieben kann, seitdem ich mit mir selbst und so manchen Themen aufgeräumt habe, mich selbst lieben kann.
    Es ist auf eine gewisse Art durchaus bedingungslos, ich liebe einen Partner, so wie er ist, mit allen Eigenheiten, Facetten.
    Allerdings gibt es wohl innerlich einige Prämissen, die vorhanden sein müssen, damit ich diesen Mann für mich als attraktiv empfinde, ich ihn wirklich kennen lernen will. Woraus dann für mich Liebe entstehen kann - Stimmigkeiten in bestimmten Werten, Haltungen, Ähnlichkeiten in Verhaltens-, Denkmustern, Bedürfnissen, etc.
    Des weiteren, wenn ich mich nicht umgekehrt geliebt, angenommen, wertgeschätzt, fühle, dann verliert sich meine Liebe, also ist sie nicht uneingeschränkt bedingungslos.
    Das meine ich mit Wertschätzung und Pflege dieses Geschenkes Liebe zu einem Partner.
     
    • # 17
    • 12.01.2017
    • noreia
    Ich persönlich habe Probleme damit, für mich zu definieren, was genau denn die Liebe ist. Wo hört mögen auf und fängt lieben an?
    Liebe ist für mich ein sehr diffuses Gefühl, und auch gar nicht bedingungslos. Liebe kann für mich nur dann vorhanden sein, wenn die Bedingungen "jemand tut mir gut"erfüllt ist - ich könnte mir nicht vorstellen, jemanden zu lieben, der meine grundsätzlichen Erwartungen an ein Gegenüber, und damit meine "Bedingungen" nicht erfüllt.

    Ich denke, ich liebe meinen Mann, weil er mir -kurz gesagt- das gibt, was ich mir in einer Partnerschaft wünsche.
     
    • # 18
    • 12.01.2017
    • Freyfrau
    Ich werfe etwas weniger Selbstlosigkeit in diese Diskussion. Ich liebe in der Liebe zu jemandem auch zu einem nicht unbeträchtlichen Stück mich selbst. In der "Liebe ", diesem sehr begehrten Gefühlscaos, spiegele ich mich. ..unendlich aufgewertet und erhöht durch diese besondere Aufmerksamkeit. Wenn man das, was wir Liebe nennen, entkleidet und so nüchtern wie möglich betrachtet, bleibt Anziehung bestehen. .. (die sexuelle erlischt mit der Zeit ) und bestenfalls ähnliche Werte und Partnerschaft für den gemeinsamen Weg durchs Leben. Die Vertrautheit, die man nach einiger Zeit fühlen kann, mag Liebe genannt werden, wenn sie gegenseitig ist und mit Respekt behandelt wird.

    Doch ansonsten sind viele Ansprüche an eine Liebe romantisch überhöht.
     
    • # 19
    • 12.01.2017
    • manchmal
    Moin,
    "Bei Gott" also sogar und "Niemals"... ;)
    Ich frage mich, warum Manche hier so ein Gedöhns um die "echte" oder "bedingungslose" Liebe veranstalten und andere Formen der Liebe, die einen gewissen rationalen, reflektierten Anteil beinhalten, diskreditieren. Für welche Disposition spricht denn das? Am ehesten vielleicht für eine Biographie von emotionalen Desastern à la "Unterlegener/Überlegener", durch die der zuguterletzt verstoßene Unterlegene überzeugt wurde, nie wieder derart intensiv und absolut lieben zu können wie den idealisierten (aber möglicherweise narzisstisch gestörten) Traumpartner?

    Das kann es ja auch nicht wirklich sein....geht es denn bei Liebe vor allem um die Fähigkeit zu leiden? Wie die Annahme, dass die Fans des ewig verlierenden Fußballvereins die treuesten sind? Quasi "dieser Mensch tut mir gut, also kann es nicht die echte Liebe sein"?

    manchmal
     
    • # 20
    • 12.01.2017
    • frei
    Angeregt durch @Lionne69 habe ich darüber nachgedacht, ob ich meine Eltern liebe.
    Meine leibliche Mutter ging weg, als ich drei war. Danach war ich mit Vater und Bruder allein, bis ich neun war, dann heiratete mein Vater die Frau, die ich auch 'meine Mutter' nenne.
    Meine beiden Mütter finde ich toll.
    Sie sind sehr verschieden, meine leibliche Mutter immer noch schön, schlank, sportlich, elegant, warmherzig.
    Meine Stiefmutter sehr intellektuell und 100% bei Sinnen ( außer, dass sie immer in Omacafés will ).
    Beide sind 80 Jahre alt und beide bewundere ich und sehe sie immer noch als Vorbild.
    Mit beiden bin ich sehr gerne zusammen und mag sie wirklich sehr, aber lieben ? Nein.

    Mein Vater ist inzwischen dement.
    Ok, auch er früher attraktiv, intellektuell, erfolgreich, konnte und wußte alles. Aber ansonsten kann ich nur Negatives sagen.
    Und dennoch war es mir früher einfach unglaublich wichtig, was er von mir hält. Dass er mich gut findet.
    Jetzt, da er dement ist, ist mein Bruder an diese Stelle getreten.
    Und genau wie ich niemals Anerkennung von meinem Vater bekam, bekomme ich sie heute nicht von meinem Bruder, was mich genauso schmerzt.
    Ich bin erfolgreicher als beide zusammen, aber das interessierte nie jemanden.

    Ist es Liebe, dass es mir so unglaublich wichtig ist, was die beiden von mir halten ?
    Keine Ahnung, auf jeden Fall sind sie mir wahnsinnig wichtig, anders als meine beiden Mütter.
    Vielleicht, weil ich in den prägenden Jahren mit Vater und Bruder allein war und sie deshalb als meine Kernfamilie betrachte.

    w 49
     
    Moderationsanmerkung: Beitrag wurde durch einen Moderator editiert
    • # 21
    • 12.01.2017
    • Cho Oyu
    Gute Frage. Aktuell habe ich ja keine Partnerin. Aber ich sehe es wie #3 Laleila und #5 Chicken
    Mir geht es um Humor, Verlässlichkeit, Vertrauen, Ihre Intelligenz, die Zielstrebigkeit, die Leidenschaft für das, was sie tut, Ihre Einstellung zu Politik, Gesellschaft, ähnlichen Grundwerte, Charakter etc. Und genau deshalb zweifle ich immer, ob das Liebe ist, weil es so objektivierbar ist.
    Ich mag die Nähe, die Wärme, die Geborgenheit. Aber meine Zweifel waren immer da, weil es eher rationelle Gründe sind...
    An eine gänzlich bedingungslose Liebe glaube ich nicht.

    M (47)
     
    • # 22
    • 12.01.2017
    • INSPIRATIONMASTER
    Nein, eben gerade nicht!
    Jedoch die allermeisten leiden über eine anders verstandene und vor allem über eine konditionierte Liebe. Schau dich um, hier und überall!
     
    • # 23
    • 12.01.2017
    • void
    Ich kann erstmal keinen Grund benennen, warum ich jemanden liebe. Es ist einfach da als Gefühl. Trotzdem sollten dann noch Eigenschaften und Verhaltensweisen hinzukommen, weshalb ich sagen kann "dafür liebe ich dich", weil wenn sich der Mensch mir gegenüber schlecht verhält, kann ich diese Liebe nicht leben in einer Beziehung, und will das auch nicht. Jemand, der sich toll zu mir verhält, bei dem ich aber nicht das Gefühl habe, ihn zu lieben, wird nie von mir "so" geliebt werden können, sondern immer nur, was er tut. Da ist nichts als Dankbarkeit und das Gefühl, zurückgeben zu wollen, während der, bei dem ich das Gefühl habe, von mir weiterhin geliebt wird, wenn er schlecht handelt, ich aber nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen könnte.
     
    Moderationsanmerkung: Nebenthema entfernt, bitte kommen Sie zur Ausgangsfrage zurück. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
    • # 24
    • 12.01.2017
    • Andriana
    Ich denke, ich habe noch niemanden geliebt, weder auf romantische Art und Weise noch sonstwie. Ehrlich gesagt frage ich mich auch, ob die sog. romantische Liebe nicht nur ein Konstrukt ist; ob das, was in einer Paarbeziehung nach der akuten Verliebtheit kommt, nicht einfach eine Mischung aus Freundschaft/Kameradschaft, Vertrautheit und gewachsener Bindung ist.

    Vielleicht wird das Leben mich wider Erwarten irgendwann lehren, dass es da tatsächlich noch etwas "Größeres" gibt, wer weiß das schon.

    Aber wie auch immer, obwohl ich Liebe nicht kenne und nicht recht daran glaube, habe ich doch eine Vorstellung im Kopf, wie sie sich anfühlen müsste, damit ich sie als Liebe erkenne. So würde ich nur dann von Liebe sprechen, wenn sich das Gefühl auf das Wesen der Person gründet und nicht auf objektivierbare Vorteile, die sie mir bringt.

    Ich denke schon, dass man jemanden (auch) dafür lieben kann, was er/sie tut. Der Unterschied zwischen Liebe und Dankbarkeit/bloßer Mitnahme von Vorteilen ist m.E., dass Erstere sich auf das gesamte Handeln der geliebten Person bezieht, während bei Letzteren der Fokus auf Handlungen liegt, von denen man selbst profitiert. So würde mich eine Aussage wie: "Ich liebe meinen Mann, weil er mich im Alltag unterstützt und mich verwöhnt." zum Widerspruch reizen, ganz im Gegensatz zu: "Ich liebe meinen Mann, weil er ein altruistischer Mensch ist, der gern Anderen etwas Gutes tut."

    Damit ist natürlich NICHT gemeint, lieber @manchmal, dass man selbst vom Partner auf keinen Fall gut behandelt werden will...Aus: "Ich liebe einen Menschen nicht dafür, was er für mich tut.", folgt ja nicht: "Einen Menschen, der mir etwas Gutes tut, kann ich nicht lieben."

    Leider reicht natürliches gutes Handeln allein nicht aus, um im romantischen Sinne geliebt zu werden; es muss noch eine gefällige Oberfläche (Optik, Mimik, Gestik, Gang, Geruch, Humor, Ausdrucksformen, diese schwer greifbare Eigenschaft namens "Charisma") hinzukommen. Und gutes Handeln/ein guter Charakter ist sicher auch keine notwendige Bedingung für die Liebe. Wenn die Oberfläche extrem gefällig ist, sehen viele Menschen auch über beträchtliche Charaktermängel hinweg. Ich fürchte, das könnte mir auch passieren, denn ich bin sehr empfänglich für Schönheit. Wahrscheinlich könnte ich starke Gefühle entwickeln und auch lange beibehalten für einen Mann, der ein Charakterschwein, aber schön und charismatisch ist. So tief, einem Massenmörder Fanpost in den Knast zu schicken, würde ich aber hoffentlich nicht sinken.
     
    • # 25
    • 12.01.2017
    • Toi et moi
    Absolut falsch verstanden lieber @manchmal. Das ist nicht die richtige Schlussfolgerung. Der Mensch tut mir gut, also liebe ich ihn, ist aber auch nicht richtig. Mir tun viele Sachen und viele Menschen gut aber ich entwickele keine Liebe zu diesen Sachen und Menschen. Mir geht's auch mal gut Abends in die Badewanne zu steigen aber ich liebe meine Badewanne nicht. Das ist etwas, was ich nutze um mir etwas gutes zu tun. Liebe ist nicht rational. Es geht nicht um Tore schießen. Es geht nicht darum zu investieren und Profite abzusahnen und Fans einer Fußballmannschaft zu sein, hat etwas mit Heimat zu tun und der Wille etwas gemeinsam nach vorne zu bewegen. Es geht um Toi et Moi, "Du und ich", durch dick und dünn, koste was es wolle. Es geht um die emotionale Verbundenheit.....
    Du kennst bestimmt dieses Lied, "you'll never walk alone". Darum geht es, es geht um Zusammenhalt, kämpfen und nicht aufgeben und an etwas zu glauben.....
    Du erinnerst mich an Homo Faber. Walter Faber glaubt nicht an Zufall und glaubt nicht an die Natur und er ist absolut rational und am Ende seines Lebens merkt er, dass er alles falsch gemacht hat. Tja, so ist es nun mal, man kann nicht alle Ereignisse vorsagen sondern nur die Vergangenheit betrachten. You can always connect the dots looking backwards, you can not connect them looking forward (sagte Steve Jobs).
    Du hast Angst etwas falsch zu machen und das verhindert dich daran einen Menschen wirklich zu lieben. Deshalb stellst Du fragen wie verliebt in Verliebt sein oder ist das schlimm ein wenig Verliebtheit zu simulieren und ähnliches, genau deshalb fühlst Du dich angegriffen. Versuch es anders und dein Leben wird besser. Ich verspreche es dir.
     
    • # 26
    • 12.01.2017
    • kobaltblau
    Weil er einfach ein wundervoller Mensch ist. Also... auch. Ich liebe ihn, weil ich ihn liebe. Das ist einfach so.
    Und ich habe mich in der Vergangenheit auch schon in einen schlechten Menschen verliebt. Jedoch ist hier meine Selbstliebe zu groß um lange in so einer Situation auszuharren, ich machte schnell die Biege. Da Amors Pfeil nicht von heute auf morgen zuschlägt, habe ich dann im Laufe der Zeit einfach genauer hingeschaut und nur "die Guten" weiter gedatet :)
     
    • # 27
    • 12.01.2017
    • manchmal
    Moin @Cho Oyu ,

    ich verstehe so gut, was du mit deinem Zweifel an der "objektivierbaren" Liebe meinst.
    Ich versuche derzeit durchaus, daraus auch Verliebtheit zu schaffen. Das ist nicht so einfach, aber ich denke, es ist ein Weg, auf den mich meine Lebenserfahrung immer mehr gebracht hat.

    manchmal
     
    • # 28
    • 12.01.2017
    • Toi et moi
    Ich habe es gesagt und das ist die logische Schlussfolgerung (keine Definition) aus der These, dass die Liebe Bedingungslos ist. So denkt auch dein Mann.
    Die gute Merkmale deines Mannes sind die Zutaten und die Voraussetzungen für eure Liebe aber diese Voraussetzungen haben viele andere Menschen auch, also warum dann er und niemand sonst? Was macht ihn für dich unersetzbar? Das ist die Frage. Und Hand aufs Herz, angenommen ein anderer Mann würde dir das gleiche anbieten wie dein Mann, er würde dir sogar mehr anbieten, lässt Du Deinen Mann fallen? Ich denke nicht, denn du liebst ihn ja. Nicht wahr?
     
    • # 29
    • 12.01.2017
    • Laleila
    Nun stimme ich aber Deiner These nicht zu. Wer definiert denn Liebe als bedingungslos? Du, für Dich persönlich.
    So lannst Du auch nur für Dich allein feststellen, dass DU nicht liebst, wenn Du es nicht bedingungslos liebst.
    Diese subjektive Wertung und (ich bleibe dabei) Definition von Liebe auf andere zu übertragen, bleibt anmaßend.

    Weil ich ihn ausgewählt habe, weil er haargenau zu mir und meinen Vorstellungen von Liebe und Beziehung passt. Deswegen er.

    Natürlich würde ich ihn nicht austauschen. Liebe beinhaltet Loyalität und die hat er sich mehr als verdient. Würde er sein Verhalten mir gegenüber maßgeblich und negativ ändern, meine Liebe würde daran sterben.

    Ja, ich liebe ihn. Aber weil er ist wie er ist und nicht weil die Liebe wie ein Blitz, gegen den ich nichts tun kann, in mich einschlug.

    Weil ich ihn so 'bewusst' liebe, behandel ich ihn auch entsprechend bewusst liebenswürdig. Nie würde ich im genervten Tonfall mit ihm sprechen oder ihn gar in einen Streit verwickeln. Was ich liebe hege und pflege ich, auch wenn es eine tolle Badewanne ist.

    Es ist ja okay, wenn Du die Liebe für Dich anders definierst und wahrnimmst, aber übertrage doch bitte daraus keine abwertenden Rückschlüsse auf andere Menschen. Du möchtest ja auch nicht,von einem anders Fühlenden/Denkenden (bspw.) als naive Romantikerin ohne Bezug zur Realität stigmatisiert werden. Nicht wahr?