• 08.10.2017
    • Jule92

    Trennung - Probleme damit "alleine" zu sein

    Hallo,
    ich hatte bereits in einem Beitrag über meine Trennung und den ersten Trennungsschmerz berichtet. Seit 3 Monaten sind mein Ex-Freund und ich getrennt. Ich bin noch nicht komplett über die Trennung hinweg, verarbeite diese noch immer.
    Ich habe daran zu knabbern am Wochenende "alleine" zu sein. Ich mache meine alltäglichen Erledigungen, versuche mich abzulenken, gehe raus, jedoch gibt es auch Momente, an welchen ich nichts geplant habe und dann alleine daheim bin. Meine Freunde haben auch nicht immer Zeit, was völlig normal und auch in Ordnung ist. Ich hatte in einem früheren Beitrag geschrieben, dass mein Ex und ich die meiste Zeit bei mir verbracht haben, zusammengewohnt haben wir allerdings nicht. Dennoch hat man in der Wohnung gemeiname Erinnerungen, die sich auch durch eine neue "Deko" nicht auslöschen lassen. Vor der Beziehung konnte ich ohne Probleme alleine sein. Ich habe mich in der Beziehung sehr schnell an Zweisamkeit innerhalb der Wohnung gewöhnt. Man war eben nicht alleine wenn man nach Feierabend nach Hause kam.

    Kennt ihr das Gefühl nach der Trennung alleine zu sein & was hat Euch geholfen dieses Gefühl mit der Zeit gelassener zu sehen ohne das Wochenende von vorn herein rund um die Uhr durchzuplanen, damit man abgelenkt ist.

    Danke Euch.
     
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    • # 1
    • 08.10.2017
    • irina_85
    Hallo Jule,

    ja du machst eine schwere Zeit durch. Mir hat damals geholfen richtig zu trauern. Ich habe dann auch wirklich eine Woche nur geweint und kaum was gegessen. Danach habe ich mich aufgerafft und mir dann einen Nebenjob gesucht im Verkauf und bin so unter Leute. Ich war zu der Trennungszeit nach dem Studium am bewerben und wollte nicht nur daheim sitzen. Mir hat dann also die Beschäftigung im Verkauf geholfen.

    Und Aktivitäten sind auch ganz gut, zum Ablenken. Wenn deine Freunde nicht immer Zeit haben, dann probiere doch selbst etwas neues aus z.B neue Sprache lernen, Tanzkurs, Ehrenamt usw.
    so kommst du unter Leute und hast eine Aufgabe. Zusätzlich kannst du neue Leute kennenlernen. Ist doch allemal besser als daheim zu sitzen und Trübsal zu blasen. Wie sieht sonst dein Leben aus? Studierst du oder arbeitest du?

    Ansonsten würde ich schauen, dass ich mir in dieser Zeit selbt etwas gutes tue. Das wäre z.B zur Massage gehen, Wellness, reisen- also etwas für dich und deinen Körper, um deine Wunden zu heilen...

    Alle Gegenstände, die dich an ihn erinnern erstmal wegpacken oder wegwerfen. Und falls ihr oft in deiner Wohnung gewesen seid, dann wäre eine neue Deko vielleicht eine Möglichkeit.
     
    • # 2
    • 08.10.2017
    • INSPIRATIONMASTER
    Alleine sein können ist eine wichtige Lektion und Erkenntnis im Leben!
    ich glaube es sind überwiegend nur Gewohnheiten die einfach wieder neu gelernt und umgesetzt werden müssen! Das kann man wirklich nur lernen, wenn man alleine ist und nicht abgelenkt wird!
     
    • # 3
    • 08.10.2017
    • Pflanze23
    Obwohl ich die meiste Zeit Single war/bin, habe ich mich in den kurzen Beziehungen, die ich hatte, schnell daran gewöhnt, nicht alleine zu Hause zu sein. Jetzt ist es aber wieder so und natürlich hat nicht immer jemand Zeit, was zu machen und manchmal habe ich auch keine Lust, rauszugehen. Aber ich habe immer was zu tun: ich schaue viel im Internet an, habe mir Beschäftigungen wie Stricken und andere Handarbeiten zugelegt, dekoriere was um, sortiere Fotos. Mir ist eigentlich nie langweilig! Man muss nur das schlechte Gefühl ablegen, es als langweilig zu empfinden, sobald man ohne Gesellschaft ist.
     
    • # 4
    • 09.10.2017
    • Kathyberlin
    Du trauerst. Das Alleinesein erinnert Dich lediglich an das Fehlen des Partners. Trauer ist normal und notwendig. Du kannst sie nicht einfach wegwischen. Durchlebe die Trauer im Wissen, dass sie vorbeigeht und Du wieder bessere und fröhlichere Zeiten erleben wirst, gleich ob allein oder mit einem neuen Partner.
     
    • # 5
    • 09.10.2017
    • Vikky
    Liebe FS,
    3 Monate sind, wenn ihr viel Zeit miteinander verbracht habt nun kein relevanter "Bearbeitungs- und Neuaufstellungszeitraum". Du musst Dir einfach mehr Zeit geben um Deine neue Tagesgestaltung zu finden. Für Nähemenschen ist das schwerer als für Distanzierte, dito für denjenigen, der verlassen hat.

    Ich kenne das Gefühl allein zu sein und ich hatte damit relativ wenig Probleme, weil ich eher intro bin und ohnehin meine Ruhephasen brauche. Ich kann gut Alleinsein und bin es gern.
    Ich habe einfach Dinge gemacht, die mir Spass machen:
    - bin eine Leseratte und das ist ein großer Vorteil.
    - habe eine umfangreiche DVD-Sammlung
    - habe neue Yogauebungen ausprobiert
    - zeichne und mache Collagen. Da ist mal schnell das WE ausgefüllt. Zum zeichnen gehe ich auch raus.
    - habe mich kurzfristig entschieden ins Kino zu gehen
    - Restkarte für kulturelle Veranstaltungen checken
    - das Fitnesstudio hat umfangreiche Offnungszeiten auch am WE und eine tolle Wellnessanlage. Da könnte ich gut den ganzen Tag verbringen. In der Sauna sieht auch keiner, wenn mal die Tränen laufen, geht als Schweiss durch.
    - öfter mal in ein Cafe frühstücken gehen und dabei lange Zeitungen lesen
    - im Sommer auf Strassenfeste gehen oder mit einer Decke, kleinem Picknick und einem Buch in den Park oder kleine Radtour in ein Gartencafe in der weiteren Umgebung oder an den Ostseestrand
    - an der Uni im Weiterbildungsprogramm habe ich diverse Kurse gemacht, braucht aber Vorplanung

    .... und oft genug, lag ich auch einfach auf dem Sofa, habe mich gefragt, was ich alles falsch gemacht habe und wie es hätte besser laufen können.
    Das gehört dazu und es dauert so lange wie es dauert, bei mir längstens 3 Jahre. Das erste Jahr war wirklich übel.
    Irgendwann war es vorbei - nach jeder Trennung.
     
  2. Hallo Jule92

    Irina_85 hat schon sehr viele gute Sachen geschrieben.

    Es gibt da so eine Regel. Die Trauerzeit ist etwa 1/3 der Zeit, die man gemeinsam verbrachte. Wobei wenn man dann 10 oder mehr Jahre miteinander verbrachte, stimmt diese Regel auch nicht mehr.

    Ich habe das Gefühl Du machst das bereits gut, weichst der Trauer nicht aus. Nur, die Traurigkeit kommt in Schüben, es wird also nach leichteren Zeiten auch wieder traurigere geben, das ist normal. Die Trauer verschwindet von alleine, wenn sie gefühlt und akzeptiert wird.

    Bei den gemeinsamen Sachen sehe ich es anders als Irina_85. Bei mir war es so, dass ich die gemeinsamen Sachen erst dann loslassen konnte, wenn wieder ein Stück Trauer gefühlt war. Mach Dir da keinen Stress. Solche gemeinsamen Sachen sind wunderbar, um die noch nicht gelebte Trauer zu aktivieren. Wenn Du alles wegpackst, ist der Mann zwar optisch weg, aber gefühlsmässig nicht. Das ist ein Ungleichgewicht.

    Ich bin nicht grundsätzlich dagegen, sich mit Aktivitäten zu beschäftigen. Aber bei mir geht es dann mehr darum, die Energie zu bewegen und nicht den ganzen Tag im Elend zu suhlen. Probier es einfach aus, meistens hilft Bewegung, die Gefühle in Gang zu bringen. Ganz toll ist Fitnesstraining.

    Ach zum Schluss noch dies: Dieses Alleinsein bringt Dich auch sehr viel näher an Deine wirklichen Bedürfnisse. Schau Doch wozu Du jeweils spontan Lust hast am Wochenende. Vielleicht entdeckst Du etwas, was in Eurer Beziehung nie Thema war, gehst ganz neue Wege.

    Alles Gute,

    Kurt, 50
     
    • # 7
    • 09.10.2017
    • Sirius97
    Ich finde es wichtig zu trauern. Es ist ein schmerzhafter Prozess. Ich konnte gar nicht soviel trinken, wie ich durch Tränen verloren habe.
    Leider habe ich keinen anderen Weg gefunden, mit der Verarbeitung und dem Schmerz umzugehen. Man wünscht sich ja nicht zu scheitern, habe aber keinen anderen Weg mehr gesehen.
    Mir war es auch sehr wichtig mich nicht durch belanglose Bekanntschaften abzulenken, sondern mit der Trennung abzuschließen und dann evtl. etwas neues zu beginnen.

    Mir hat am meisten Sport geholfen. Ich habe mich ausgepowert bis der Kopf von der Anstrengung leer ist. Da hast Du keine Kraft mehr an was anderes zu denken. Das tat mir gut. Dann habe ich Sachen begonnen zu lernen, die ich immer schon mal machen wollte. Habe begonnen 2 Instrumente zu spielen und habe meine Handarbeitshobbies ausgebaut. Auch da kann man Kurse besuchen und viel lernen. Mich hat das angeregt und ich habe viele neue Menschen kennengelernt.
    Allerdings habe ich auch Zeit allein verbracht und das auch gebraucht. Paar Wochen weitab von allem allein auf einer Insel zu sein z. B.
    Ich wollte wissen, was meine Bedürfnisse sind, ich wollte wissen worin das Scheitern lag. Wo war mein Anteil, denn den kann ich ändern.
    Geplant hatte ich mein neues Leben völlig anders, als es dann gekommen ist.
     
    • # 8
    • 09.10.2017
    • Cho Oyu
    Entspann Dich. Übe Dich in Geduld. Mach Dir keinen Druck, dass es schnell vergehen müsste.
    Hab Dir gerade im andere Thread noch ein paar Gedanken von mir geschrieben.

    M 47
     
    • # 9
    • 09.10.2017
    • Elfe11
    @Jule92
    mein Partner ist nach Weihnachten einfach "abgetaucht", wir haben uns seitdem nicht mehr gesehen. Eine Aussprache und Klärung lehnt er bis heute ab. Ich habe mich folglich im Januar offiziell getrennt, nachdem es seit 5 Jahren immer wieder zu Problemen durch seine psychische Erkrankung kam. Wie bei dir ist der Leidensdruck groß, zumal ich zusätzlich einen lebensbedrohlichen Infekt und komplizierten Bänderriss hatte. Es kam alles auf einmal! Das ist bei dir schon mal ein großer Pluspunkt, du bist jung und gesund und hast dein Leben noch vor dir. Wie sehen deine Zukunftsträume aus? Am besten würde dir sicher ein Club- oder Wellnessurlaub tun. Was ich mache? Ich habe mich jetzt im Herbst auf einer SB angemeldet und kommuniziere mit neuen Männern. Ich bekam als Neue über 150 Nachrichten, das hat mein Selbstbewusstsein natürlich "gepampert". Dann verfolge ich täglich die Posts hier im Forum und diskutiere mit! Das bringt mich emotional weiter und lenkt mich zu 200% ab vom Liebeskummer. Ich fahre viel mit dem Fahrrad fast täglich und trainiere im Fitness Studio, absolviere mein Aufbautraining. Ich studiere zu den Themen Homöopathie, Schüssler Salze und Phytologie, gesunde Ernährung, Anti Aging, was mich sehr interessiert. Ich teste neue vegane Rezepte täglich, mache Fotos und poste diese auf Facebook. Dann habe ich das Gefühl, ich war kreativ. Dazu höre ich Bossa Nova! Ich backe Waffeln... ;) Ausserdem nehme ich mir lange Auszeiten in der Badewanne mit verschiedensten Badeölen, z.B. Rosmarin, Melisse, Fichtennadel, Wacholder. Ich lese Allgäu Krimis und all die Bücher, für die ich nie Zeit hatte. In meiner Wohnung sorgt eine Duftlampe mit Vanille, Weihrauch, Orange, Citrus für ein angenehmes Raumklima. Das wirkt auch gegen Depressionen. Vielleicht wäre das was für dich? Und ich mache jeden Morgen Qui Gong auf meinem Balkon, entspanne mit "Yoga Nidra" und Atemwegsmeditationen oder Autogenem Training auf CD. Ich pflege mich, meine Seele und meinen Körper. Insgesamt ist es schwer diese Enttäuschung zu verkraften, da ich dachte wir verbringen unser Leben zusammen. Ich habe mich so auf ihn verlassen und ihm vertraut, und wurde belogen und betrogen und finanziell übervorteilt. Ich fühle mich so hängen gelassen. Jetzt wo ich die Starke einmal seine Unterstützung gebraucht hätte, verschwindet er. Ich habe ihn in schwierigen Phasen mit Überraschungsurlauben aufgemuntert und Kabarett-Karten besorgt, ihn geholt und gebracht mit dem Cabrio, wenn er depressiv war. Meine Senior-Mieze bekommt jetzt mehr Aufmerksamkeit und Spieleinheiten und Pflege. Auch in der Nachbarschaft ist viel los. Es gibt immer was zu tun. Du schaffst das, "Männer kommen und gehen, Kinder und Tiere bleiben".
     
    • # 10
    • 09.10.2017
    • Moona
    Ja, die fürchterlichen Wochenenden. Und dann auch noch die Weihnachtszeit.

    Ich habe mir einen ganz systematischen Plan gemacht. Zum einen habe ich mich gründlich um meinen Haushalt gekümmert und alles bestens in Ordnung gehalten.

    Dann habe ich mir eine Liste gemacht, wenn ich alles mal wieder anrufen und / oder einladen möchte. Und das habe ich dann auch gemacht. Man kann gar nicht genug Leute kennen, das ist zumindest meine Devise.

    Mein Fitnessstudio hat auch sehr lange geöffnet. Ich bin damals jeden (!!!) Tag dorthin gegangen. Hat mir nicht geschadet.

    Ich habe intensiv an meiner geistigen, psychischen und körperlichen Verfassung gearbeitet und mich beispielsweise mit Mentaltrainern befasst. Ganz besonders mag ich Pierre Franckh, der wunderbare Literatur herausgegeben hat. Youtube ist voll von Coaching. Amüsant und lehrreich war für mich auch Vera Birkenbihl. Es gibt so viel zu lernen.

    Dann habe ich meinen Körper in Höchstform gebracht. Das ist für Dich vielleicht noch nicht so sehr ein Thema, weil Du noch jung bist. Und den Durchbruch erlebte ich, als ich einen Tanzkurs besuchte. Dort lernte ich meinen jetzigen Partner kennen. Interessanterweise ist das genau dann passiert, als es mir gar nicht mehr so wichtig war und ich in bester Verfassung war. Viel Glück.
     
    • # 11
    • 09.10.2017
    • Goody
    Liebe Jule,
    Trennung ist immer schmerzhaft, egal wie lange eine Beziehung ging.
    Das gute an der Zeit ist, dass auch die schlechte vorbei geht.
    Du machst schon einiges, gut so, doch ich bin kein Freund von immer unterwegs sein. Manchmal muß man es einfach aushalten, grübeln, weinen und sich einsam fühlen. Ja, sich selbst leid tun, seine Wunden lecken und sich eben nicht immer nur ablenken. Die Zeit wird Dein Freund sein, ganz sicher.
    Heutzutage ist Langeweile ein Unwort, ein nicht zumutbarer Zustand, weil jeder permanent etwas tut und bespaßt werden möchte ,alles nur keine Langeweile, weil das oft mit Stillstand gleichgesetzt wird oder ich kann nichts sinnvolles mit meiner Zeit anfangen. Nimm´auch diesen Zustand an, als das was er ist: nämlich lange Weile zu haben. Alles Gute für Dich.
     
    • # 12
    • 09.10.2017
    • Tringi89
    Du sprichst mir aus der Seele. Genau lso mache ich es auch. Die Beziehung ist seit 1,5 Jahren vorbei. Ging nicht mal wirklich lange war aber Gefühlstechnisch sehr intensiv!
    Langsam fühle ich mich als hätte ich es gepackt! War eine harte Zeit aber jetzt genieße ich das alleine sein auch. Gestern alleine im Thermalbad davor alleine im Kino und das ohne große Melancholie. Das Leben kann auch alleine spannend sein. :)

    Liebe FS- du wirst erwachsen. Vielleicht machst du auch mal Urlaub um Distanz zu deiner Wohnung zu gewinnen.
     
  3. Also ich sehe allein sein ganz entspannt. Date dich doch mit anderen. Ich Date mich aus Prinzip mit jeder oder jedem der sich mit mir treffen möchte auf einen Kaffee ganz ohne Erwartungen meiner Seits. Ansonsten gibt es viele Aktivitäten die man machen kann und dabei neue Leute kennen lernen. Sehr zum Leidwesen meines derzeitigen Mitbewohners bin ich vor ein paar Wochen auf die Idee gekommen ein Musikinstrument zu lernen.
     
    • # 14
    • 09.10.2017
    • Jule92
    Vielen Dank für Eure zahlreichen Beiträge & Tipps! Ich denke, es spielt alles mit rein. (aktuell immer noch nah am Wasser gebaut, dann die Jahreszeit etc.) Ich bin ein Mensch, der dazu neigt, sich zu viele Gedanken zu machen. Aktuell merke ich, dass ich die ganze Situtation gerade wenn ich alleine bin zu sehr "zerdenke". Aber sagt mal jemandem, er solle aufhören zu viel zu grübeln/nachzudenken. Was macht er, wenn er alleine ist - er denkt über die Trennung, den Ex-Partner nach.
     
    • # 15
    • 09.10.2017
    • Tringi89
    Richtig, ich kann das dann auch nicht sofort abstellen.
    Es mildert das Denkgetriebe etwas ab, wenn man die Situation akzeptiert und zulässt.
    Es nervt, wenn man nur mit den Gedanken beschäftigt ist aber ich finde es gut, dass du sie nicht verdrängst, sondern die Situation aushälst.
    Vielleicht geht es dir besser, wenn du dir dann klarmachst, dass ganz viele das Problem kennen und die Vorfreude darauf hast, dass es irgendwann vorbei ist.
     
    • # 16
    • 10.10.2017
    • neverever
    Vielleicht solltest du das gar nicht erst versuchen. Nach meiner Trennung vor einigen Wochen hatte ich das selbe Gefühl von Ünglück in mir. Wollte auch aufhören daran zu denken. Das gelingt immer weniger je mehr man versucht sich zu zwingen. Nach einigen Tagen und Wochen habe ich mich einfach damit auseinander gesetzt. Ich habe das alles an mich heran gelassen. Habe hier im Forum viele liebe Worte finden können ja einfach die Streicheleinheiten die jeder dann braucht. Auch in meinem Umfeld habe ich Halt bekommen. Wenn ich alleine war hat der harte Knochen auch mal ein Tränchen verdrückt weil es einfach über einen kommt wie aus dem nichts. Ich habe das alles einfach zugelassen, mich nicht mehr dagegen gewert.
    Doch dann kommt die Zeit und man merkt das man einfach nur die schönen Momente mitnehmen möchte und in die eigene Bibliothek des Lebens stellen möchte. Natürlich kommen hier und da die Momente die uns erinnern und uns etwas zurück werfen. Aber einen Schritt nach hinten und dann wieder zwei nach vorne. Und so geht es langsam weiter und es wird besser. Heute sage ich mir oft, ich bin froh das es jetzt passierte und nicht in 10 oder 15 Jahren. Ich bin noch Jung genug um Zeit zu haben. Ich hatte eine tolle, schnelle und lustige Zeit mit ihr. Eine Wertvolle Erfahrung nehme ich mit in mein weiteres Leben. Aber ich weigere mich stehen zu bleiben oder Rückwärts sehend nach vorne zu schleichen. Gib dir selbst die Zeit die du brauchst und stell dich dieser Herausforderung. Sei traurig, wütend, enttäuscht und auch mal Hilflos verloren. Und dann suche das Gute in der Vergangenheit und gehe in Richtung Zukunft.
    Es wird werden!
    m46
     
    • # 17
    • 10.10.2017
    • Laubsk
    Mir hat früher bei Liebeskummer manchmal geholfen, wenn ich mir die Situation umgekehrt vorgestellt habe. Jemand sitzt zu hause und ist traurig, weil ich diejenige nicht will, oder dies und das gemacht habe. Die ist traurig und lässt sich gehen - nur wegen mir. Eine völlig absurde Vorstellung. Wegen mir Suppenkasper. Ich will/wollte mich damit nicht selbst abwerten, aber vielleicht sieht man in einer solchen Situation den anderen/die andere einfach als zu wichtig/überhöht an. Eine Bedeutung, die diesem gar nicht zusteht. Nur um die Relationen wieder gerade zu rücken ...
     
    • # 18
    • 10.10.2017
    • Tom26
    @neverever hat ja einen sehr praktikablen, nicht immer einfachen Weg vorgeschlagen, der sicherlich auch den meisten Menschen hilft.

    Ich kann dir noch 2 Wege nennen-
    - einmal den Klassiker. Man sollte sich einmal so richtig betrinken. So, dass es einem am nächsten Tag übel ist. Denn damit hast du schon den ersten Tag geschafft, an dem du nicht an die Vergangenheit gedacht hast.
    - meinen Weg - die komplette Überschreibung versch. Erinnerungen und Fähigkeiten. Habe ich beim Motorsport gelernt - mein damaliger Teamchef wollte mir nach einer Beteiligung an einem heftigen Unfall helfen. Hat mir einen Coach zur Seite gestellt und mir gedroht, ich steige so lange nicht mehr ins Auto, bis ich mit dem gesprochen habe. Der Mann konnte was - dennoch hab ich ihn hereinlegen können. Ich habe mir zeigen lassen, wie man die Fähigkeiten der Erinnerung, der Trauer und auch des Verliebens überschreibt und damit gezielt verlernt. Nachteil bei der Sache - du kannst es fast nicht mehr wieder erlernen.

    Mag beides nicht so fürchterlich im Zeitgeist sein - aber es hilft. Und zu Tipp eins - einmal betrinken, aber richtig. Dann schadet das auch nicht wirklich. NUR EINMAL ....
     
    • # 19
    • 15.10.2017
    • Claire1980
    Ich habe es öfters gesehen, dass manche keine Probleme damit haben, solange der EX auch noch alleine ist.

    Das Problem bei der FS ist jedoch, dass sie schon ihr Wochenende im Vorfeld durchplanen muss und nicht spontan sich entscheiden kann. Ich kann alles genießen und erleben, was mir früher verwehrt wurde. Jetzt bin ich erst gerade nach Hause gekommen und mit meinen Ex wäre dies nicht möglich gewesen. Er wollte immer spätesten um 1:00 h wieder nach Hause. So gesehen vermisse ich ihn wenig, aber da ist halt jeder anders.
     
    • # 20
    • 15.10.2017
    • Lionne69
    @neverever hat einen wunderschönen Post geschrieben, und diesen Weg versuche ich auch.
    Funktioniert ganz gut, tut halt ab und zu weh - aber das gehört zum Leben. Einfach fühlen. Mit der Zeit kommt dafür viel öfters das Lächeln, Freude, Dankbarkeit.

    Finde ich sehr traurig, lieber Tom, wenn man sich gerade Fähigkeiten zu Empfinden abtrainiert - aber ich komme ja gerade aus der anderen Richtung, ich musste lernen, Gefühle zu zu lassen.

    Liebe Jule,
    Du konntest schon mal Single - nun, was jetzt?
    Trauer zulassen, etc.
    Und dann ganz bewusst Single Gewohnheiten zelebrieren, genießen. Alles, was Dir gut tut, Freude macht.

    Vor allem, habe Geduld mit Dir selbst, Zeit ist der wesentlcihe Faktor - udn zwingen kann man gar nichts.
     
    • # 21
    • 18.10.2017
    • Tina1981
    Ein bisschen mehr Egoismus an den Tag legen.
    Mir hat es jedenfalls geholfen.
    Erst komme ich und dann ich und dann wieder ich.
    Nach 3 Monaten war ich dann so weit den Egoismus wieder abzubauen.

    Ich habe früher immer Menschen mit Egoismus verflucht, aber manchmal hilft es. Vielleicht ist es auch die Kunst nicht dauernd egoistisch zu sein.
     
    • # 22
    • 18.10.2017
    • Jule92
    Man sollte viel öfter an sich denken, das stimmt. Man macht es nur viel zu selten, bzw. ich mache es viel zu selten & stelle daher andere Menschen die mir wichtig sind über mich. Das ist der Fehler. Diesen Fehler mache ich natürlich nicht ständig - es hängt von der Situation ab. Aber in der jetztigen Situation wünsche ich mir mehr Egoismus und dass es mir egal ist, was mein Ex-Partner macht bzw. die Gedanken ausblenden kann.
     
    • # 23
    • 11.12.2017
    • Jule92
    hier mal ein kurzes Update von mir:
    - es gibt Tage/Wochenenden da merke ich nichts, bzw. stört mich das "alleine sein" nicht und ich komm gut damit klar
    - aber der tristen grauen Jahreszeit geschuldet, gibt es genauso auch noch Durchhänger, in diesen Situationen denke ich mir dann
    AUSHALTEN ... ATMEN ... WEITERMACHEN
     
    • # 24
    • 11.12.2017
    • Rosendame
    Jule, Du bist noch so jung, da hast Du locker Zeit für 5 Partnerschaften/3 Ehen und unzählige Affären. Braucht alles nur ein wenig Selbstvertrauen und Risikobereitschaft.

    Du bist aber auch alt genung, um zu erkennen, daß der Mensch öfters mal alleine ist im Leben. Wir Menschen sind zwar soziale Wesen aber nur deshalb, weil wir eben den Zustand der Einsamkeit vertreiben wollen.

    Es gibt Menschen, die die Einsamkeit lieben und viele, die sie fürchten. Also entwickeln sie Mechanismen wie sie am besten damit umgehen.

    Wichtig ist, daß jeder Mensch eine stabile Persönlichkeit entwickelt - psychologisch gesehen. Das ist immer noch der beste Schutz in Krisenzeiten.

    Nicht der Partner ist also das Wichtigste im Leben sondern DU. Er bleibt nämlich immer ein Fremder, der Dich auch wieder verlassen könnte, entweder durch die Trennung oder den Tod. Auf ihn ist also kein Verlaß.

    Aber auf Dich selbst kannst und solltest Du Dich immer verlassen solange Du lebst. Nutze die Zeit mit Dir selbst, um zu reifen - mental wie intellektuell damit Du das Leben zu geniessen lernst ohne einen Mann sondern nur mit Dir selbst.

    Und dann hörst Du auch auf die Tage zu zählen und die Wochenenden und läßt Dich vom Schmuddelwetter nicht entmutigen. Es gibt keinen Grund wieso Du nicht feiern solltest jeden einzelnen Tag Deines Lebens so wie er kommt statt nach irgendeinem Kerl Ausschau zu halten.

    Irgendeiner kommt schon des Weges irgendwann wenn Du es willst und was dafür machst aber ob er die Antwort auf alle Wünsche sein wird, sei mal dahingestellt.
     
    • # 25
    • 17.12.2017 um 14:08 Uhr
    • Jule92
    Vor der Beziehung konnte ich ohne Geheule und Gejammer alleine sein. Ich finde es erstaunlich, dass ich es genossen habe, bewusst alleine sein zu können (erste eigene Wohnung) aber jetzt daran verzweifel, dass ich alleine sein muss (Trennung). Ich habe mich nicht aktiv entscheiden jetzt alleine zu sein. Diese Entscheidung wurde über meinen Kopf hinweg getroffen, von einer Person, die mir sehr sehr nahe stand.

    Klar stehe ich nicht ganz alleine da. Familie und Freunde sind ein guter Rückhalt und immer für mich da. Auch gehe ich raus, um mich abzulenken. Aber ich beziehe dieses Gefühl des alleine seins konkret auf eine Beziehung.
     
    • # 26
    • 17.12.2017 um 17:46 Uhr
    • Camille
    Vermutlich ist das der springende Punkt. Versuche, dich zu überzeugen, dass du das willst und nicht musst. Aktiv ist immer besser als passiv. Willst du den Mann noch? Nein! (?)

    Nicht das Alleine sein ist das Schlimme, sondern weil du noch an ihm hängst. Lenk dich also ab....mit meetup oder spontacts kannst du dich schnell mit anderen treffen, aktiv werden. Die Zeit wird dir dabei helfen, damit er nicht mehr so wichtig für dich ist. Ewig verarbeiten und alleine sein ist nicht zielfördernd. Diese Phase ist für mich nach 3 Monaten überholt. Akzeptiere nun, dass es kein zurück gibt, schau nach vorne und überlege dir in kleinen Schritten, wie du deine Tage verbringen willst. Mach die Planungen von Woche zu Woche, mach einen Kalender und überlege dir, welche Aktivitäten du machen möchtest...schau die Angebote an, die es gibt, und wenn für dich nichts dabei ist, dann starte eine eigene Sache und such dir Leute dazu. Sei neugierig auf andere....