1. Trennung mit Kindern. Zeitaufteilung?

    Hallo, habe jetzt endlich eine Wohnung gefunden. In zwei Wochen ziehe ich mit den Kindern aus. In welche Aufgaben soll oder kann man den Papa der Kinder miteinbeziehen? Ich dachte, er möchte die Kinder unter der Woche einmal und jedes zweite Wochenende. Er meinte aber, dass es unter der Woche keinen Sinn macht, für nur zwei Stunden die Kinder zu holen. (Wir wohnen nur 3km dann auseinander) Ich verstehe so eine Aussage überhaupt nicht. Auch jetzt kurz vor dem Auszug ist er für die Kinder nicht da. Warum? Er sagt er liebt sie über alles. Wie wird das erst wenn wir weg sind?

    Natürlich hänge ich noch an ihm. Aber trotzdem möchte ich, dass er sich um seine Kinder kümmert. Möchte ihm nicht das Gefühl geben, dass ich ihn dann anschreibe zwecks meiner Sehnsucht sondern wegen seinen Kindern. Also was kann ich erwarten? Soll ich ihn immer wieder daran erinnern, was ich jetzt auch schon tue (dass die Kinder auch noch hier wohnen) oder muss er das selber wissen?
    Ihn erinnern, wann das Kindergartenfest ist bzw. wann in der Schule eine Aufführung ist?
    Ich dachte daran, beim Auszug ihm noch mal klarzumachen dass ich mich nicht alleine um unsere Kinder kümmern möchte. Dass er sich gefälligst auch Gedanken macht. Was meint ihr? Wie war's das bei euch ?
     
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  3. Liebe Glitzer,
    schreibst du bitte noch, wie alt deine Kinder sind - und wie viele sind es? Sonst machen wir hier Vorschläge, die gar nicht altersgerecht sind.

    Meine Erfahrung kann ich dir gern schildern:
    Meine Kinder waren bei der Trennung von meinem Mann schon 13 und 17 und sie hatten schon ein sehr intensives eigenes Leben: Vereine, Freundeskreis. Und natürlich auch eigene Vorstellungen und Meinungen. Sie hätten nicht jedes Wochenende und auch nicht jedes zweite zu ihrem Vater in die neue Wohnung gewollt. Er wohnte ca. eine Stunde von uns entfernt, in der Nähe seines Arbeitsplatzes, und da war nicht so richtig was, was sie gelockt hätte (er hat sich auch nicht bemüht, ihnen den neuen Ort schmackhaft zu machen). Er war noch sehr verletzt wegen der Trennung und nicht wirklich er selbst und hatte sehr mit sich zu tun. Das haben sie wohl auch gespürt. Er hat auch nicht darum gebeten, sie regelmäßig zu sehen, und ich habe mich da rausgehalten, sie waren ja schon alt genug. Nach einem Dreivierteljahr habe ich das Thema dann mal angesprochen und dann hat er unseren Sohn mal freitags vom Sport abgeholt und ist mit ihm eine Pizza essen gegangen, hat am Wochenende mal bei einem Handballspiel unserer Tochter zugesehen, das waren eher kleine Gesten, die mich nicht entlastet haben, aber mir ging es eher um die Kinder, dass sie den Kontakt nicht ganz verlieren. Rückblickend hätte ich nach den ersten Monaten vielleicht stärker darauf bestehen sollen, dass er sich mehr einbringt. Allerdings war dieses Verhalten letztlich auch einer der Trennungsgründe, also keine Überraschung, auch für die Kinder nicht.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Energie - es ist ja eine nicht ganz leichte Zeit im Leben aller,
    w55
     
  4. Ich übersetze mal:

    Zwei Stunden mit den Kindern sind purer Streß - für Kinder und Vater.
    Wie wäre es denn, wenn es statt zwei Stunden eher so läuft:
    Er holt sie an diesem Tag von Schule/Kindergatren ab, sie übernachten bei ihm und gehen am nächsten Tag von dort wieder in die Schule/Kindergarten?
    Abgesehen davon hättest du einen Tag IN der Woche kinderfrei.

    mMensch50 (dessen Kinder von Dienstag zu Mittwoch und jedes zweite WE bei der Mutter sind und der kinderfreie Tage auch immer wieder gern für sich nutzt)
     
  5. Wie das so bei anderen läuft wird dir nicht viel helfen, er ist er, vermutlich musst du da immer, wie auch schon immer hinterher sein, was sich ganz bestimmt noch verstärken wird, erzwingen wirst du da nichts können! Wenn er zu nicht mehr zu bewegen ist, dann ist das so, du wirst damit leider leben müssen! Trennung mit Kinder ist immer problematischer, wobei man, wenn es nicht passt, niemals bleiben sollte, das Los der Frau.
     
  6. Ich bin mir sicher, dass mein Ex unsere Tochter genauso liebt wie ich.

    Dennoch hat er sich nie für Kindergarten und Schulfeste interessiert, auch der Alltagskram mit dem Kind (Schule, Hausaufgaben etc) interessierte ihn nicht und er kümmerte sich nicht darum. Auch das war -neben anderem- ein Trennungsgrund für mich.

    Auch bei dir kann man sehen, dass der Mann keine Lust darauf hat. Es ist ja viel schöner, den Sonnenscheinvati zu geben, statt erziehen und sich wirklich beschäftigen zu müssen.

    Ich würde an deiner Stelle mit ihm ein ernsthaftes Gespräch führen und deine Vorstellungen klar darlegen. Wenn er kein Einsehen hat, kannst du wohl nicht viel machen.

    Vielleicht wäre auch ein vermittelndes Gespräch beim Jugendamt hilfreich, wenn ihr sowieso Kindesunterhalt und Umgangsrecht klärt?

    Die Quittung dafür wird er von den Kindern bekommen, wenn sie erwachsen sind und das dann mal realistisch betrachten.
    Das war zumindest bei meiner Tochter so, der es jetzt mit Mitte 20 immer mehr aufstößt.
     
  7. Ich verstehe deine Situation und kann Dir berichten, wie es bei mir läuft. Ich hab mich nach langer Ehe und einem gemeinsamen Kind (12 J.) getrennt. Was gab es damals seitens von ihm einen Krieg: Er will sich kümmern, sie soll bei ihm wohnen, er will sie ständig sehen....bla bla bla. Was ist daraus geworden? Er sieht sie alle 2 Wochen, zwischendurch ganz selten mal eine Nachricht an seine Tochter und sonst keinen Kontakt. Kein gemeinsamer Arztbesuch, kein Nachfragen ob Termine in der Schule sind etc. Und wenn sie bei ihm ist, ist die neue Freundin 24 Std in der Nähe. Es gibt keine Zeit mit dem Papa alleine. Meine Tochter stinkt das, aber sie ist noch nicht soweit mit ihm darüber zu reden. Ich habe aufgehört daran was ändern zu wollen. Ich kann ja ihn nicht zwingen auch zwischen den 14 Tagen mal bei seiner Tochter nachzufragen ob es ihr gut geht usw. Er jammert zwar immer das er sie vermisst, ändert es aber nicht. Er redet schon immer gerne aber handelt nicht danach.
    Versuche einfach so gut es geht dein neues Leben zu gestalten. Sei für deine Kinder da und stell dich drauf ein, das es vielleicht nicht so läuft wie Du es gerne hättest. Dein Mann ist alt genug Verantwortung zu übernehmen. Zwingen kannst Du es nicht. Alleinerziehend zu sein ist manchmal echt hart. Ich würde diese Entscheidung aber niemals anders treffen und bin glücklich diesen Weg gegangen zu sein.
     
  8. Ich kenne jetzt nicht die Umstände, aber ich würde einfach abwarten. Wenn er die Kinder liebt,dann wird sich das regeln, von alleine. Er hat ja gesagt, er nimmt sie am Wochenende. Das würde ich auch erstmal so hinnehmen und ihn nicht weiter bedrängen. Jeder von euch Beiden ist jetzt in einer Situation, wo alles neu ist und man sich erstmal ordnen muss. Das kann einige Zeit (Monate, 1 Jahr) dauern. Und dann wird sich das regeln. Lass ihn in Ruhe. Er wird sich melden wegen der Kinder. Da bin ich sicher. Und vielleicht spielt es sich von alleine auch irgendwann so ein, dass die Kids von selbst zu Papa gehen, wann immer sie Lust haben und alt genug sind. 3 km ist ja nun nebenan. Es ist einfach so bei Trennungen, dass der Papa sie nur jedes 2. Wochenende nimmt. Oder vielleicht auch jedes manchmal, so ist es bei uns. Wenn er Zeit hat. Wenn nicht, dann nicht. Laßt Euch Zeit. Wochenenden abklären, wer wann die Kids nimmt und das wars. Der Rest kommt von alleine. LG
     
  9. Grundsätzlich brauchen Kinder klare Strukturen, aber das hängt dann wiederum von jeweiligem Kind oder Situation ab. Ihr habt es schon mal gut, dass Entfernung nur 3km ist. Ich nehme an, dass der Trennungsgrund nicht nur mangelnder Partnersatz war, sondern auch mangelnde Vaterrolle war, stell dich darauf ein, dass es nach der Trennung genauso oder schlimmer wird. Wenn du strukturiert bist und dein Ex nicht, mach ein Plan, lass es vom Ex absegnen, wenn er sich stur stellt, soll er Vorschlag machen, wenn er nicht will, dann zieh dein Ding durch. Allgemein ist es natürlich recht schwer, irgendwas zu empfehlen, da jede Familie sehr individuell ist. Aber ein Rat gebe ich dir, und die meisten Frauen werden es bestätigen, - mach nur das, womit du dich gut fühlst. Happy wife happy life gilt auch nach der Trennung und von einer entspannten und zufriedener Mutter profitieren alle, sogar dein Ex.
     
  10. Zu einer Trennung mit Kindern gehört für mich ein Gespräch, bei dem geklärt wird, was mit den Kindern passieren soll. Und bei dem natürlich die Vorstellungen von beiden einfließen. Bekommt man das alleine nicht mehr hin, dann mit einem Mediator. Je nach Alter auch mit Beteiligung der Kinder. Und natürlich informieren sich beide über alles, was die Kinder angeht. Informieren, nicht dauernd erinnern.

    Die selbstverständliche Annahme „meine Kinder gehören mir“ mancher Mütter finde ich dabei genausowenih hilfreich wie die Annahme „ich bin nicht zuständig“ mancher Väter. Meist wird das aber schon vorher zementiert und ist ja nicht selten Grund der Trennung...
     
  11. Liebe Glitzer,

    ich empfehle dir, gehe mit ihm zum Jugendamt zu einer Beratung legt dort gemeinsam im Beisein eines Sozialarbeiters eine schriftliche Vereinbarung fest, wann er verbindlich die Kinder holt und wie er sich noch um seine Kinder zu kümmern hat. Das muss er unterschreiben, wie du auch.

    Verlass dich auf keine mündlichen Versprechen. Er war schon während eurer Beziehung desinteressiert, daran wird sich nichts ändern, nur, wenn man solche Väter durch schriftliche Vereinbarungen im Beisein von Zeugen "hilft" ihre Pflichten zugunsten der Kinder einzuhalten.

    Wenn er das nicht einhält, hast du was in der Hand, was du später den Kindern zeigen kannst. Es gibt Väter, die sich raus reden, nach dem Motto: So war das damals gar nicht mit deiner Mutter abgesprochen......, die wollte nicht, dass ich dich sehe usw. Ganz fieses Spiel durch diese Väter. Hast du was schriftliches, kannst du viel entspannter sein.

    Ist das mit dem Kindesunterhalt verbindlich/schriftlich geklärt?

    Ich weiss, wovon ich schreibe, habe alles hinter mir.

    W Ü55
     
  12. Ich finde auch die Findung einer Absprache über eine Beratungsstelle oder, wenn das nicht klappt, Jugendamt, den besten Weg.

    Es braucht klare Absprachen, am besten aber mit Moderation und vor / mit Dritten, weil dies nochmal etwas anderes ist, vrrbindlicher und weniger emotional.

    Allerdings , mache Dir keine Hoffnung, wenn es jetzt schon nicht klappt, wird es schwierig.
    Schön wäre - sicher. Aber die Realität ist oft anders.

    Der Erzeuger meiner Söhne hat sich erst für sie wieder interessiert, als bei mir ein neuer Partner auftauchte, und sie dann über unzählige Prozesse um Lappalien als Waffe benutzt.
    Bis sie endlich alt genug waren, dass der Spuk ein Ende haben konnte.

    Dokumentiere alles, versuche es irgendwie einvernehmlich zu lösen, und habe nicht die Erwartung, dass es funktioniert.

    Man kann kein Elternteil zu Umgang zwingen, eher geht es noch umgekehrt, dass man zulassen muss.

    Es gibt Gründe, warum ein Ex zum Ex wird.

    W,49
     
  13. Ich stecke gerade in diesem Prozess. Wir hatten ursprünglich Folgende Absprache. Von Dienstag auf Mittwoch, er bringt unser Kind in die Schule obwohl er weiter weg wohnt. Außerdem jedes zweite WE von Freitag nach der Schule bis Montag, er bringt unser Kind dann quasi in die Schule. Ferien werden hälftig aufgeteilt. Das hat gut funktioniert bis unser Kind nicht mehr zum Vater wollte. Seit Anfang Dezember kaum noch Umgang. Ich fürchte, es wird auch noch ein wenig so bleiben, weil die beiden gerade einen Machtkampf führen. Wie auch immer, ich empfehle eine Beratung bei der Familienberatungstelle. Mein Berater ist sehr kompetent und er vermittelt und nimmt die Stelle des Kindes ein. Das hilft, wenn sich die Fronten zu verhärten drohen. Zwingen wird man den Vater wohl nicht kommen, was nicht aus dem eigenen Antrieb und Wunsch des Vaters heraus passiert, endet in der Regel lieblos und ist meiner Meinung nach toxisch für die Vater-Kind Beziehung.
     
  14. Vielen Dank für die Antworten. Die Kinder sind 9 und 3 Jahre.
    Er kann die Kinder unter der Woche nicht mittags holen, da er in der Arbeit ist. Deswegen dachte ich, er möchte die Kinder unter der Woche für zwei drei Stunden abends zu sich holen. Aber das findet er nicht gut. Ich denke, erstmal abzuwarten. Und wenn es nicht klappt, kann ich immer noch etwas dafür unternehmen.
    Ja das haben wir schriftlich.
    Er unterstützt mich auch in allem. Von dem her kann ich mich nicht beschweren. Also finanziell.
    Mit den Kindern, da bin ich gespannt.
     
  15. Ich lese grundsätzliche Unterstützung von seiner Seite. Dann sollte es eine vernünftige Lösung geben. Darüber müsst ihr reden und dann eben eine Lösung finden, die für beide Seiten gut ist.
     
  16. Hallo Glitzer, wieso kann er sie dann nicht nachmittags holen, nach seiner Arbeit, und sie am nächsten Morgen zur Kita/ in die Schule bringen? Einmal in der Woche kürzer zu arbeiten, müsste doch fast überall organisierbar sein. Gibt es bei euch keine Nachmittagsbetreuung für die Kinder?

    Ich fände es wichtig, dass er auch ein Alltags- Papa bleibt, nicht nur für die schönen Erlebnisse jedes zweite WE zuständig ist.
     

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