• 11.08.2017 um 14:57 Uhr
    • manu0212

    Sollte ich mich trennen oder um die Ehe kämpfen?

    Habe vor ca. 2 Wochen nach 33 Jahre Ehe erfahren, dass mein Mann seit 3 Jahren ein Verhältnis mit unserer Nachbarin hat. Ich habe zwar schon seit langem diese Vermutung gehabt, habe ihn auch schon diesbezüglich vor Wochen zur Rede gestellt, er hat es aber abgestritten. Nachdem ich mich mit dem Lebensgefährten der Nachbarin kurzgeschlossen habe und wir beide genügend Beweismaterial zusammen hatten, konnten beide dies nicht mehr abstreiten. Mein Mann beteuert mir, dass es keine Liebe zwischen den beiden war, sondern nur reiner Sex und er nicht an Trennung denkt. Wer dies schon einmal durchgemacht hat, der kann sicher nachempfinden, wie ich mich fühle. Ich möchte meinem Mann einerseits noch eine Chance geben, habe aber andererseits kein Vertrauen mehr - dies müsste wieder aufgebaut werden. Ich habe manchmal das Gefühl einen Fremden vor mir zu haben. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich auch hierzu meinen Beitrag geleistet habe. Im Gegensatz zu ihm bin ich aber nicht fremd gegangen, sondern ich habe immer wieder das Gespräch gesucht, dass wir unser Liebesleben wieder auffrischen müssen. Ich bin 56 Jahre alt und glaube, ohne überheblich zu sein, mich dafür noch ganz gut gehalten zu haben, ich mache viel Sport, lasse mich nicht gehen - aber jetzt ist mein Selbstwertgefühl völlig unten.

    Danke für jede Antwort
     
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    • # 1
    • 11.08.2017 um 18:30 Uhr
    • NormaJean
    Ja, vor allem, wenn du die Dame als Nachbarin auch noch täglich vor Augen hast... das wäre mir doch eine zu große Schmach. Erst über Jahre angelogen zu werden, und dann, wie zum Hohn, turn sie dir in deinem privaten Umfeld auch noch tgl. auf der Nase rum. Damit könnte ich nicht umgehen. Das wäre Wahnsinn.

    Könntest du denn jetzt einfach deine Ehe so weiterführen? Stell ich mir sehr schwierig vor. Ich finde, du solltest ihn nicht einfach so davonkommen lassen, denn dann erlebt er ja gar keine Konsequenzen?!

    Ich glaub, ich würde mich an deiner Stelle erstmal vom Acker machen, vielleicht Eltern/Freunde/Geschwister. Mal ein paar Wochen Abstand. Das ist doch bestimmt möglich.

    Ich bedaure sehr, was dir wiederfahren ist, ich hätte auch ein riesen Problem, wenn man mich so dolle hintergeht.
     
    • # 2
    • 11.08.2017 um 18:49 Uhr
    • Tomyi
    Hi Manu,
    ich lese aus Deinem Text, dass Du noch unentschlossen schwankst zwischen Trennung und in der Beziehung bleiben.

    Ihr seid zu zweit in der Beziehung. Was stellt sich Dein Mann in der Beziehung künftig vor?
    Du schreibst:
    Will er seine 2. Beziehung weiterführen? Kannst Du Dich künftig auf seine Aussagen verlassen? Zur 2. Beziehung hat er Dir ja nur gesagt, was Du sowieso schon herausgefunden hattest.

    Du musst mit ihm besprechen, wie er sich Eure Beziehung künftig vorstellt.

    Du bist nicht die 1. Frau, der das passiert.
    Vielleicht beendet er seine 2. Beziehung, vielleicht öffnet ihre Eure Ehe und habt künftig beide 2. Beziehungen. Manche Frauen lassen sich die Freiheit des Ehemanns mit Eigentumswohnungen, eigenem Ladengeschäft etc. bezahlen.

    Überlege Dir, was Du Dir vorstellen kannst.
     
    • # 3
    • 11.08.2017 um 18:51 Uhr
    • Jenchen76
    Liebe FS,
    ich habe auch schon mal erlebt, dass mein Freund fremdgegangen war. Das war zwar nur nach wenigen Jahren Beziehung und nicht nach 33 Jahren Ehe, aber dennoch kann ich sehr gut verstehen, wie du dich fühlst. Man liebt ihn noch und möchte ihm gerne glauben, dass auch er einen noch liebt, aber das Vertrauen fehlt. Genau wie du habe ich sehr lange überlegt, ob es Sinn macht, zu versuchen, die Beziehung zu retten. Ich habe aber schnell festgestellt, dass mein Selbstwertgefühl (erst recht in seiner Gegenwart), sowie das Vertrauen zu ihm scheinbar bei 0 lagen. Ich kannte diesen Mann nicht mehr und doch liebte ich ihn. Wie du das beschreibst, geht es dir ähnlich. Meiner Meinung nach, ist Vertrauen die wichtigste Basis in einer Beziehung und die fehlt in so einem Fall von heute auf morgen. Das ganze Gebilde, das man sich erbaut hat, zerfällt und das Misstrauen ihm gegenüber wächst enorm. Deswegen habe ich mich damals schweren Herzens für eine Trennung entschieden und diese Tat im Nachhinein bis heute nicht bereut. Ich habe ihn danach eine Weile vermisst und ihm nachgetrauert, überlegt, ob es die richtige Entscheidung war, aber diese Phase war relativ schnell vorbei und ich konnte neu anfangen.
    Ob das bei dir auch der Fall sein würde, kann ich aber nicht garantieren, zumal ich damals, wie gesagt, anders als du, nur wenige Jahre mit meinem Freund zusammen gewesen war. Die Entscheidung, vor der du stehst, ist eine sehr persönliche und sehr wichtige. Sie bestimmt, wie dein Leben jetzt weitergeht. Kannst du ihm noch in die Augen sehen und ihn lieben? Oder siehst du nur einen Fremdgänger? Glaubst du, ihr könnt euch das gegenseitige Vertrauen noch mal neu aufbauen? An solchen Fragen solltest du dich orientieren. Nur du kannst diese Entscheidung treffen, weil es um DEINE Gefühle geht. Hast du das Gefühl, es kann erneut funktionieren mit euch? Dann versuch es! Wenn nicht, dann nicht. In jedem Fall, steht dir eine anstrengende Phase bevor. Es jetzt noch einmal miteinander zu versuchen, wäre sehr viel Arbeit, kann aber bestimmt in einigen Fällen gelingen, wenn beide es ernst meinen. Lass ihn in diesem Fall aber auf jeden Fall spüren, wie dicht er davor war, dich zu verlieren. Dann überlegt er sich in Zukunft dreimal, ob er das noch einmal riskieren möchte.

    Viel Glück, egal, wie du dich entscheidest,
    Jenchen
     
    • # 4
    • 11.08.2017 um 19:49 Uhr
    • frei
    Hast du deinen Mann mal gefragt, warum er mit dir zusammen bleiben will ?
    Ist es, weil er dich liebt, oder weil sein Leben mit dir vertraut und bequem ist ?
    Konkret: würde er mit dir auch dann zusammen bleiben wollen, wenn es dieses vertraute und bequeme Leben nicht mehr gäbe ?
    Hast du dich mal gefragt, warum du trotz des Betrugs überlegst, noch mit ihm zusammen zu bleiben ?
    Ist es, weil du ihn liebst, oder weil dein Leben mit ihm vertraut und bequem ist ?

    Ok, gehen wir mal vom besten Fall aus, ihr liebt euch und sonst ist nichts wichtig.
    Ich stelle mir mal euch und euer Leben vor, ok ?
    Ihr wohnt in euerem Haus, das abbezahlt ist.
    Die Kinder sind längst aus dem Haus.
    Du bist ( das muss ich nicht raten, denn du sagst es ) ungewöhnlich fit, also arbeitest du. Als die Kinder größer wurden, hast du wieder damit angefangen und seit mindestens 10 Jahren arbeitest du wieder Vollzeit, richtig ?
    Ok, dann klappt das, was ich vorschlage:
    Du suchst dir eine sehr schöne, schnucklige 2-Zimmer-Wohnung. Erst mal zur Miete. Dann musst du auch der Nachbarin nicht mehr begegnen. Diese Wohnung bezahlst du von deinem Geld oder dein Mann gibt dir die Hälfte dazu.
    Du musst keine Hausarbeit mehr für ihn machen. Du musst keinen Garten pflegen. Du musst nie daran denken, rechtzeitig zuhause zu sein, weil er sein Abendbrot haben will.
    Du wirst wieder frei sein.
    Dein Mann auch.
    Er macht seinen Kram allein, das wird er sicher schaffen.

    Und ihr beide seid wieder ein Liebespaar. Trefft euch oft und habt dann nur Zeit füreinander. Für Ausflüge und Opernbesuche und Essengehen und auf dem Sofa kuscheln und für Sex und für gute Gespräche.
    Ist es das, was dein Mann will ?
    Ist es das, was du willst ?

    Oder wollt ihr beide die Bequemlichkeit der lange Ehe ?
    Wenn ihr es beide wollt, dann ist das ok. Dann ist es auch schnuppe, dass er mit einer anderen 'nur Sex' hatte.
    Und es kann ja auch sein, dass ich mich irre, dass du deine Zeit bei Beauty und Fitness verbringst und nicht arbeitest oder nur ein bisschen. Und dass du die Hausarbeit machst und er das Geld verdient. Dann sieht es anders aus, dann habt ihr einen Deal.
    Auch das ist ok, dann könnt ihr zusammen bleiben, weil es bequem ist.

    Also bitte, überlege dir, was du willst und dann handele danach.

    w 50
     
    • # 5
    • 11.08.2017 um 19:58 Uhr
    • Lacappucine
    Been there, done that, wrote the book.
    Nach zwar nur 23 Jahren, ist jetzt auch schon 10 Jahre her. Aber ich bin eine Weile in der vergleichbaren Situation gewesen.
    Meine Reaktion: Ich habe ihn rausgeschmissen. Frist 14 Tage - such Dir ne Bleibe, nimm Deinen Klump und geh mir aus den Augen.

    Das Vertrauen war weg, und würde auch nie wiederommen, zumindest nicht in der Qualität wie vorher.

    Nicht DU bist das Problem, sondern ER.

    DEIN Selbstwertgefühl musst Du nun pflegen - mach Urlaub, wenn es geht - besuch Freunde, lass Dich einladen, geh flirten - auf Deubel komm raus.
    Du bist mitten im Leben und Du wirst merken, dass Du auf dem "Markt" der Eitelkeiten ankommt, bemerkt wirst und Kontakt findest. Das baut auf ! Für mich fing damals ein völlig neues Leben an, ich möchte die Zeit "danach" nicht missen.
    Ich hatte ein paar kurze Affären mit interessanten Männern, mit denen ich heute noch (neutralen) Kontakt habe.
    Habe meine grosse Liebe nach 5 Jahren gefunden, aber leider wieder durch den Tod verloren.

    Das Ganze hat mich aber bereichert, mir Optionen aufgezeigt, mich weitergebracht.

    Mein Ex hat nichts gelernt, er verschleisst gerade die X-te Geliebte und kommt nicht wieder auf die Beine, privat wie beruflich.

    Deinem Mann gönn die Nachbarin... das hält nicht lange. Denn nun ist das "Geheimnis" ja futsch und das war schon die halbe Miete, die die Affaire interessant machte.

    Ich würde ihn nicht wiederhaben wollen - denn Du schreibst ja schon :
    Das Leben geht auch "danach" weiter, oft sogar besser, als vorher :)
    Alles Gute Dir !
     
    • # 6
    • 11.08.2017 um 20:51 Uhr
    • Stern12345
    Genau das wäre mein Weg! Danke@frei für diesen tollen Gedanken.

    Liebe FS,
    das möchte ich dir ans Herz legen.
    Dein Mann muss erstmal spüren was auf dem Spiel steht, das kann er aber nicht, wenn alles wie gewohnt weiter läuft.
    Und du findest Zeit, mal zu spüren, dass es auch ein Leben ohne deinen Mann gibt, wenn du das möchtest. Ich glaube nämlich, dass du deshalb daran denkst deinem Mann zu verzeihen, weil du Angst vor der Veränderung hast, die eine Trennung mit sich bringen würde.

    Ihr braucht Abstand um zu spüren was ihr euch bedeutet und du brauchst Zeit das ganze zu verarbeiten. Wie soll das gehen, wenn du der Geliebten täglich über den Weg läufst? Du könntest nichts verarbeiten und würdest deinem Mann nur immer wieder Vorwürfe machen und letztlich würdet ihr euch deshalb trennen.

    Vertrauen kann man wieder aufbauen, aber dafür muss dein Mann sich ins Zeug legen und ihr müsst eure Beziehung (die ja eh nicht ganz problemlos war) in eine neue Bahn lenken....euch neu finden!

    Ich würde ausziehen und meinen Mann sagen, dass ich uns noch nicht aufgegeben habe, dass das ein Warnschuss für mich war, dass es so nicht weiter gehen kann. Sehe das was jetzt passiert als Chance, um mit deinem Mann nochmal von vorne anzufangen. Dann kann verzeihen auch gelingen!

    Alles Gute für dich!
     
    • # 7
    • 11.08.2017 um 21:02 Uhr
    • Serafina
    Liebe FS, ich würde mich trennen. Du bist zwar keine 17 mehr, aber hast hoffentlich noch mindestens über 20-30 Jahre vor dir, was eine sehr (!) lange Zeit ist. Willst du diese Dekaden noch mit demselben Mann verbringen, der dich betrogen hat? Und gelogen hat er auch noch, als du ihn anfänglich konfrontiert hast. Nochmal fieser.
    Wenn nicht jetzt der Absprung, wann dann? Wenn er in vielleicht 10-15 Jahren pflegebedürftig ist, wirst du dich aus Schuldgefühl auch nicht mehr trennen.
    Vielleicht mag es mit Mitte 50 nicht mehr ganz so einfach sein wie als von Männern aufmerksamkeitsverhätschelte Studentin, aber du darfst nie vergessen, dass du ja nur einen einzigen lieben Witwer oder dann vielleicht ebenfalls geschiedenen Mann finden musst.
     
    • # 8
    • 11.08.2017 um 21:25 Uhr
    • Tom26
    Naja, Nachbarin ist schon dreist - aber dafür kannst du ziemlich sicher sein, dass es wirklich nur Sex war. Sie ist so gesehen ja auch in festen Händen.
    Vertrauen besteht ja nicht nur aus sexueller Exklusivität und nach über 30 Jahren Ehe hast du dir vielleicht ja auch ab und zu überlegt, dass dieser oder jener Mann vielleicht prickelnder wäre als dein angetrauter Ehemann.
    Insofern - warum nicht den Sex geniessen - auch ausser Haus. Ich würde da ernsthaft überlegen - denn du schreibst ja selber, bei euch beiden passiert in der Hinsicht nicht mehr wirklich viel.
     
    • # 9
    • 11.08.2017 um 23:55 Uhr
    • piepegal
    Liebe FS,

    Vertrauen aufbauen ist leichter gesagt als getan.
    Den Betrug wirst du nie vergessen und ihm daher auch nie wieder vertrauen können.

    Später, einem anderen Mann, vielleicht.

    Deinem Ehemann jedoch nicht mehr. Und das ist auch besser, denn ein Mann, der mit Frauen Sex ohne Gefühle haben kann, findet solche Frauen an jeder Ecke.

    Der nächste Betrug ist also bereits vorprogrammiert. Lass dir nichts vormachen ...
     
    • # 10
    • 12.08.2017 um 02:40 Uhr
    • Tulaya
    Kannst du ihm das glauben? Ich glaube, diese Erklärung ist nicht so ungeheuerlich und unglaubwürdig, wie sie auf den ersten Blick wirkt. Ihr seid lange verheiratet, euer Liebesleben scheinbar nicht so intakt - wieso sollte es nicht genau so sein, dass es nur um Sex geht? Dann frage ich mich, warum er dir diesbezüglich keinen reinen Wein einschenken konnte. Dieses Lügengebilde macht das Ganze mehr als heikel. Du hast versucht mit ihm darüber zu reden, wie ihr euer Liebesleben auffrischen könnt. Hast du ihn dabei wirklich gehört? "Durfte" er sagen, was ihm fehlt, was er sich wünscht? Vielleicht einfach mal fremde Haut? Für mich persönlich wäre die Geschichte an sich gar nicht mal so schlimm - die Tatsache, dass es heimlich geschah und dass es die Nachbarin sein musste allerdings schon. Das finde ich dir gegenüber einfach unfair und verletzend. Das ist aus meiner Sicht trotzdem kein Grund, dass dein Selbstwert den Bach runter geht, nur weil den Mann eine andere Frau begehrt (hat). Nach so vielen Ehejahren würde ich genau hinschauen, was euch zusammen hält. Wenn es noch Liebe, Respekt und Loyalität füreinander ist, dann bekäme die Beziehung bei mir noch eine Chance. Das wird aber nur mit gnadenloser Offenheit gelingen - und wahrscheinlich auch mit neuen Wegen (getrenntes Wohnen? Öffnung der Beziehung? ...) Wenn es nur Bequemlichkeit und Gewohnheit ist, dann geht getrennter Wege. Alles Gute
     
    • # 11
    • 12.08.2017 um 09:23 Uhr
    • sandra W
    Genau das war auch mein erster Gedanke. Denke an deine Zukunft. Wie möchtest du diese gestalten. Es ist die beste und wichtigste Zeit deines Lebens.
    Schau dir deine Ehe genau an. Was macht eine gute Beziehung aus?
    Vertrauen, Zuneigung, Respekt, Zärtlichkeit, Gemeinsamkeiten.
    Was ist davon noch übrig? Reicht das aus für eine Zukunft.
    Es ist besser, alleine glücklich zu sein als zu zweit unglücklich.

    Dein Mann möchte die Ehe nicht aufgeben. Warum wohl? In einer so langen Ehe hat sich alles eingespielt, er hat ein bequemes Leben und das möchte er nicht aufgeben. Gerade Männer in diesem Alter sind nicht gerne alleine.
    Für dich kann aber nach 1-2 schweren Jahren noch einmal eine wunderschöne Zeit kommen. Wenn du unternehmungslustig und aktiv bist, kann das Alter sehr schön werden. Und es gibt auch noch Männer, die sich über so eine Frau freuen.
    Ich habe das alles auch erlebt, ich bin nach ca. 25 Jahren ausgezogen und habe nach 5 Jahren einen tollen Mann gefunden, der schätzt, was wir miteinander haben.
    Nur Mut.
     
    • # 12
    • 12.08.2017 um 09:30 Uhr
    • NormaJean
    Eigentlich find ich diesen Ansatz gut. Aber du vergisst hier was: dieses Agreement hätte man vorher treffen müssen.
    Nun hat der Ehemann sie belogen und lange Zeit hintergangen und war dabei noch so blöd, sich erwischen zu lassen. DAS ist das eigentliche Problem. Das würde mein Stolz als Frau wirklich nicht zulassen, und die Basis für jegliche weitere Vereinbarung wäre für mich zunichte gemacht worden. Solche offenen Beziehungsmodelle funktionieren nur mit Vertrauen, welches der Depp ja schon im Vorfeld zerstört hat.

    Außerdem vertrete ich im Leben die Ansicht, dass man nicht alles haben kann. Man muss auch verzichten können. Das hat was mit Werten und Moralvorstellungen zu tun. Hedonistische Menschen können mit sowas natürlich nich so viel anfangen. Aber wenn die FS einem solchen Agreement nicht zugestimmt hätte, hätte er sich immer noch offiziell trennen können und sich ausleben können.
    Wie man es dreht und wendet, er hat sie hintergangen und sie zum Obst gemacht. Sie sollte sich genau DAS nicht gefallen lassen, der Sex ist hier nur Nebensache. Es geht hier nicht um einen One Night Stand, sondern um 3 Jahre (!) Lug und Trug!
     
    • # 13
    • 12.08.2017 um 09:58 Uhr
    • Tom26
    Das ist natürlich ein Punkt.
    Die FS überlegt ja, ob sie die Ehe weiterführen will.
    Knackpunkte sehe ich auch in 3 Punkten
    - mangelnde Diskretion
    - die Lügen
    - keine räumliche Distanz
    Alles Punkte, die er verbockt hat.
    Wenn die Ehe allerdings gerettet werden soll - wird sie verzeihen müssen. Anders geht es nicht.
    Was dann abgesprochen wird - ist der 2. Schritt.
     
    • # 14
    • 12.08.2017 um 11:51 Uhr
    • Kepler0102
    Nun ja ... starker Tobak. 33 Jahre einfach auszuradieren ist auch so eine Sache? Da käme ich auch SEHR stark ins Grübeln, ob das der "einzig richtige Weg" wäre. Ob das jetzt ein so dramatisches Ding war, genau nur das zu wollen, anzustreben. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht.

    Willst Du es nicht aufgeben, dann schieße einfach scharf zurück. Mache ihm klar, dass Du es immer wusstest und Dir selbst dann vor 3 Jahren auch eine Sex-Beziehung angefangen hast.

    Du würdest es lieber wieder beenden. Auch, wenn es bei ihm schon zu Ende ist, tue so, als wäre das bei Dir noch in der Zukunft. Spiele einfach mit ihm, genauso wie er es 3 Jahre mit Dir tat. Sei kein Weichei, zeig ihm, dass Du eine starke Frau bist. Eine, mit der er sich nicht spielen darf. Habe jetzt Eier in der Hose und gehe da durch. Du kannst später immer noch überlegen, ob Du es so willst oder nicht. Mache keine Panik-Aktion daraus, sondern eine Wohl-Überlegte.

    Meine Ex hat mich jahrelang betrogen und mich hat es höchst tief getroffen. Die Scheidung von Frau und Kind dauerte 2 Jahre und es war in Wirklichkeit eine sehr harmonische Zeit. War halt anders als die Zeit davor. Ich hätte es NIE zugelassen, "Sie", "das Kind" oder "mich" unkontrolliert ins Out zu schleudern. Schön kontrolliert und schön konsequent und NICHT gehässig durchgezogen.

    Es muss nicht zwangsläufig ein unkontrollierter Zusammenbruch sein. Es gibt noch viele andere Schicksale im Leben, die zuweilen genauso dramatisch sind, wie dieses und mit denen die Menschen auch fertig werden müssen.

    Sei stark und höre ganz genau in Dich hinein.
    Ganz liebe Grüße
    Kepler
     
    • # 15
    • 12.08.2017 um 12:49 Uhr
    • Tulaya
    Da hast du grundsätzlich recht, aber das Leben verläuft ja nicht immer nach Idealschema. Und die meisten haben schon einmal erlebt, wie sich Situationen als Selbstläufer entwickeln - vielleicht nicht gerade so krass wie hier, aber ich finde es menschlich. Mich interessiert viel mehr, warum es nicht möglich war, dass der Mann mit der FS darüber sprechen konnte, gerade weil es 3 Jahre anhielt und sie schon misstrauisch war. Da tragen dann meiner Meinung nach beide ihren Anteil dran. Ich finde es merkwürdig, wenn gesagt wird, dass hier in dem Fall nur der Mann das Problem ist - BEIDE trugen und tragen ja dazu bei.
     
    • # 16
    • 12.08.2017 um 19:15 Uhr
    • Jana_09/15
    Das ist in ihrem Gesamtausmaß eine ganz schlimme Situation.
    Nicht nur der Vertrauensbruch deines Mannes. Auch hat er dir dein Heim verleidet, den Ort, an dem du sicherlich viele Jahre gelebt hast. Geheimzuhalten ist es wahrscheinlich auch nicht, also bist du das Gespött der Nachbarschaft - man weiß ja, wie Nachbarn so reden. Eine wirklich unfassbare Erniedrigung, der dich dein Mann da ausgesetzt hat.

    Bei allem Verständnis dafür, dass betrogene Partner doch noch versuchen wollen, ihre Ehe zu retten, ist das insgesamt eine Demütigung, mit der man kaum umgehen kann, ohne seinen gesamten Stolz und Selbstwert zu verlieren.
    Ich könnte da nicht einen Tag mehr wohnen und mir vorstellen, was nebenan 3 Jahre lang abgegangen ist.
    Und bei allem Mitgefühl für die Gewohnheit an 33 Ehejahre würde mein Stolz mir nicht mehr erlauben, als ihm vor die Füße zu spucken.
    Lieber die Ungewissheit, wie es nun für dich weiter gehen wird, als noch eine Minute mit diesem Menschen.

    Die nächste Zeit wird schwierig für dich, aber du schaffst das. Alles Gute und viel Kraft.
     
    • # 17
    • 13.08.2017 um 11:02 Uhr
    • piepegal
    Es liegt auf der Hand, warum der Mann nichts über seine Beziehung mit der Nachbarin hat verlauten lassen. Er konnte damit rechnen, dass seine Frau sich scheiden lässt und er seine bequeme Basis aufgeben müsste, von der aus er relaxt agieren konnte. Außerdem wollte er keinen Stress mit dem dem Nachbarn und dessen Frau nicht mit ihrem Ehemann.

    Er hat nichts gesagt, weil er feige war, wie alle Lügner und Betrüger, für die nur wichtig ist, dass es ihnen selbst gut geht. Er hat nichts gesagt, weil er für sein Handeln nicht die Konsequenzen tragen wollte.

    Die FS wäre besser dran, wenn sie ihn ziehen lässt. Allerdings kann es ihr passieren, dass er sie nicht verlassen will, weil die Ehefrau des Nachbarn ihrerseits bei ihrem Mann bleibt, weil der ihr verzeiht.

    Wenn der Reiz des Betruges im Verborgenen erst einmal vorbei ist, endet damit oft auch die Affäre.

    Im Fall der FS kann der Ehemann jedoch jederzeit eine Affäre mit einer anderen Frau beginnen. Da er die Hemmschwelle dazu einmal überschritten hat, ist das keine besondere Sache mehr für ihn.

    Mir wäre der Rest meiner Lebenszeit zu wertvoll, um sie weiter unglücklich in einer solchen Ehe zu verbringen.
     
    • # 18
    • 13.08.2017 um 14:44 Uhr
    • yellow bee
    Ich wäre nach dem Auffliegen der Nachbarinnen-Affaire genau noch 1 Sekunde mit diesem Mann zusammen gewesen. Und maximal noch 1 Stunde in diesem Haus, um mein Nötigstes zusammen zu packen, um zu Freunden oder in ein Hotel zu flüchten.

    Oder geht es Dir in Wirklichkeit um Euer Haus, Dein Heimchen und die (finanzielle) Sicherheit dort? Und gar nicht um IHN?
     
    • # 19
    • 13.08.2017 um 16:47 Uhr
    • Tulaya
    Für mich liegt das nicht so klar auf der Hand... Ja - die Reaktion der Ehefrau -logisch, dass er davor zurückschreckt, scheinbar konnte er nicht offen sein. Was hat ihm gefehlt, was hat er vermisst, wie ist es dazu gekommen? Ein wirklich offener Austausch scheint da nicht möglich zu sein, weil er vielleicht so einseitig festgefahrene Konsequenzen befürchtete, wie du sie beschreibst.
     
    • # 20
    • 13.08.2017 um 18:29 Uhr
    • La-luna
    Liebe Fragestellerin!
    Ich kann mir den Schock und Deinen Schmerz nur annähernd ausmalen. Es fühlt sich ganz bestimmt furchtbar an.

    Vor vielen Jahren hätte ich noch gesagt, in einer solchen Situation muss man sich trennen. Nach so einigen überraschenden Wendungen in meinem Leben, sehe ich Beziehungen, Liebe und Ehe aber anders.

    33 Jahre Ehe sind etwas kostbares, viel Vertrautheit, gemeinsame Erinnerungen, gemeinsamer Freundeskreis, die Familie, die vielen Jahre, in denen man sich sehr nahe war und verliebt war, denn so hat es ja sicher einmal begonnen.

    Deinen Mann pauschal als gemeinen Betrüger zu verurteilen, sehe ich als falsch an, er ist immer noch der Mensch den Du aus Liebe (hoffentlich) geheiratet hast.
    Er hatte Gründe warum er es getan hat, es ist wichtig, dass er ehrlich sein darf und ihr über Ansprüche und Bedürfnisse sprecht.
    Um zu einer befriedigenden Entscheidung zu kommen, müsst ihr sehr viel reden und sehr ehrlich miteinander sein.
    Wenn ihr einander immer noch von Herzen liebt -um das zu spüren, muß man manchmal (unbewusst) so ein schmerzhaftes Szenario kreieren- dann lohnt es sich, eine Ehe zu retten. Die Ereignisse können Euch wieder zueinander bringen. Es gibt kein Gut und Böse.
    Liebe ist kostbar und findet sich nicht zwangsläufig beim nächsten Mann wieder!!!
    Seid achtsam miteinander und wenn möglich macht kein Opfer oder Täter aus dem jeweils anderen, das wäre ungerecht.
    Viel Kraft, für das , was kommt und bei Deiner/Eurer Entscheidung!
     
    • # 21
    • 13.08.2017 um 22:24 Uhr
    • Vikky
    Liebe FS,
    es hängt von der Gesamtsituation ab, über die Du leider nichts schreibst.
    - Wie ist das denn für Dich, dass Dein Mann über Jahre eine Affäre mit der Nachbarin hast und Du ihr in den Jahren regelmäßig begegnet bist. Vermutlich wissen das ja auch Nachbarn. Wie gehst Du damit um?
    - Wie ist es für Dich, dass ihr euch begegnet, seitdem Du das weißt und dass Dein Mann ihr weiter begegnet?
    - Willst Du Dich trennen?
    - Wohnt ihr in einer Mietwohnung oder eigenen Immobilie?
    - Bist Du auch berufstätig und hast eine ausreichende Altersversorgung, sodass Du nicht in Altersarmut bei Trennung rutschst?

    Ich glaube, dass ein Mann, der eine Frau einmal betrogen hat, sie immer wieder betrügen wird, wenn er dafür eine andere Frau findet. Dass Du ihm nicht mehr vertraust ist absolut berechtigt. Eine Beziehung ohne Vertrauen ist die Hölle und macht Dich langfristig krank. Daher würde ich mich nach so einem Vorfall immer trennen.

    Wenn Du aus wirtschaftlichen Gründen mit ihm zusammenbleiben willst/musst, würde ich darauf bestehen, den Wohnort zu wechseln, weg da - egal ob eigene Immobilie oder Mietwohnung. Verlust usw? Na und, hat er zu verantworten.

    Mein Exmann hatte diverse Affären. Solange diese keine Berührung zu unserem Umfeld hatten, war es für mich ok, wenn er sie beendet hatte. Ich dachte imer, es liegt an mir, ich muß besser werden.
    Dann (ich war etwas jünger als Du) hatte er eine Affäre, die Mitwisser (Wohnung für Sex zur Verfügung stellen) in unserem Lebensumfeld hatte. Da war der A**** ab und ich habe mir ein paar entscheidende Fragen gestellt. Die Antworten gingen allesamt nicht zu seinen Gunsten aus und so leitete ich die Scheidung ein.
    Eine der wichtigsten Fragen war "möchte ich mit diesem Menschen, der mich öffentlich so beschämt hat, gemeinsam alt werden und ihm helfen, wenn er Hilfe braucht?" Die Antwort war ein klares "Nein".
     
    • # 22
    • 14.08.2017 um 08:25 Uhr
    • manu0212
    Hi Tomy,
    mein Mann stellt sich vor, dass alles so weitergeht wie die ersten 30 Jahre. Also die Beziehung mit der Nachbarin ist beendet.
    Eine offene Beziehung führen, wäre überhaupt nicht mein Fall. Wir reden zur Zeit sehr viel miteinander, dies geht - Gott sei Dank. Er will die Ehe auf jeden Fall fortsetzen, hat aber begriffen, dass ich mir darüber noch nicht 100ig klar bin.




    ]
     
    • # 23
    • 14.08.2017 um 08:45 Uhr
    • manu0212
    Hi Vikky,
    im Nachhinein tauchen sämtliche Situationen auf, wie beispielsweise Geburtstagsfeiern, wo wir eingeladen waren und ich neben ihr stand. Für mich ist dies total beschämend, so als ob man mich für doof verkauft hätte. Die erste Woche bin ich mit eingezogenem Kopf ins Haus reingestürmt, so als ob ich fremd gegangen wäre. Mittlerweile habe ich zumindest begriffen, dass ich meinen Kopf nicht einziehen muss, da ich die Grenzen nicht überschritten habe sondern mein Mann. Begegnet bin ich ihr merkwürdigerweise noch nicht, da ich das Gefühl habe, auch sie schleicht sich aus dem Haus, damit sie mir nicht über den Weg läuft. Ich kann auch nicht sagen, wie ich dann reagieren würde, wenn ich ihr begegne. Ich hatte schon vor, sie zu fragen, wann sie die Bügelwäsche meines Mannes, - welche sich im Moment stapelt -, abholen möchte. Ja, wir haben eine Immobilie und ich bin - Gott sei Dank - auch immer berufstätig gewesen, so dass ich eine Altersabsicherung habe. Im Moment versuche ich erst einmal zu begreifen, dass mein Mann über 3 Jahre so ein Doppelleben führen konnte, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
    Zur Zeit sind wir in einer Paartherapie, wo wir dann hoffentlich merken werden, ob es noch eine Chance geben wird oder nicht.


     
    • # 24
    • 14.08.2017 um 09:08 Uhr
    • EarlyWinter
    Ein Mann, der 3 Jahre lügt und betrügt, das mit einer Frau, die seiner Partnerin quasi jeden Tag ins Gesicht lacht, auf Nachfrage bestreitet und wenn er es nicht mehr bestreiten kann, sich nicgt etwa entschuldigt, nicht das Gespräch sucht, sondern lapidar sagt, das war nur Sex und er denkt nicht an Trennung (wie überaus großzügig) hat keine Angst und er befürchtet nichts. Er befürchtet nicht mal, dass seine Frau ihn verlässt denn er glaubt, dass zusammen bleiben oder sich trennen einzig und allein seine Entscheidung ist und die FS selbstverständlich die Ehe fortsetzen will. Auf die Idee, SIE könnte ihn verlassen wollen, kommt er gar nicht erst. Er hat null Respekt und null Achtung vor seiner Frau sonst würde er anders damit umgehen statt es zu bagatellisieren und damit auch die Gefühle seiner Frau. So einer glaubt, er wäre der King. Befürchten tut er gar nichts. Wie man mit seiner Unzufriedenheit umgeht ist eine Charakterfrage und hängt nicht von dem anderen ab.
    Warum tut er sich denn nicht mit der Nachbarin wenn die einander so toll finden? Wahrscheinlich weil die keinen Bock hat, seine Haushälterin zu spielen. Dafür soll die FS herhalten. Wo ist genau ihr Vorteil bei der Fortsetzung der Ehe?
    Ich persönlich würde lieber in einer 30 qm Wohnung leben als in einem Palast mit einem solchen Menschen. Ich könnte ihn nicht mehr ertragen. Aber die FS muss für sich entscheiden, was für sie richtig ist.
     
    • # 25
    • 14.08.2017 um 09:09 Uhr
    • manu0212
    Hi Tulaya,

    mein Mann konnte mit mir nicht darüber sprechen, weil er mich - wie er sagte - nicht verletzen wollte. Es ist richtig, dass immer beide ihren Anteil dazu beigetragen haben, aber für den Seitensprung ist jeder ganz alleine verantwortlich, das kann nicht die Lösung für Eheprobleme sein. Wir hätten beide mehr reden müssen.
     
    • # 26
    • 14.08.2017 um 16:46 Uhr
    • Tomyi
    Hi Manu,

    hoffentlich wird das noch gehaltvoller als "beide sind schuld", "wir hätten beide mehr reden sollen", "er wollte mich nicht verletzen.

    Das ist das, was wahrscheinlich jeder Fremdgeher noch zugeben kann. Solange er sich von dieser Position nicht bewegt, sehe ich wenig Chance für eine schöne weitere Beziehung.

    Bei Dir habe ich den Eindruck, dass Du Dich an alles fest klammerst, damit Dein scheinbar gemütliches Leben nicht auseinander fällt.
    Dabei wirst Du noch erfahren, dass Dein Mann Dich in den 3 Jahren sehr viel ohne Not angelogen und Dir ins Gesicht gelacht hat. Sehr wahrscheinlich haben Eure anderen Nachbaren schon bemerkt, dass Dein Mann sehr viel um das Haus der Nachbarin rum schleicht usw.

    Komme gut durch die anstehende Zeit.
     
    • # 27
    • 14.08.2017 um 22:48 Uhr
    • Vikky
    Liebe Manu,
    jetzt würde ich Dich am liebsten an meine Ex-Therapeutin durchreichen, eine selbstbewusste, toughe Frau, die sich nicht verunsichern lässt. Von ihr habe ich viel gelernt und ich bin dankbar für eine klare Sicht auf zwischenmenschliche Abgründe und Stehen zu mir selbst.

    Mein Exmann erzählte ihr in einem Paargesprach auch, dass er mich belogen hat, um mich "zu schonen". Sie sagte ihm, dass der Einzige, den er schonen wollte er selber wäre, weil er Angst vor den Konsequenzen gehabt hatte, diese nicht tragen, sondern sich wie ein kleines Kind durchmogeln wollte.

    Ich saß daneben, gequält von Selbstzweifeln über meinen Anteil am Geschehen und staunte Baukloetze und könnte endlich sehen: das sind ja mindestens 3 verschiedene Themen:
    - Ehe geht schief und daran sind beide schuld, z.B. zuwenig Vertrauen zueinander, zuwenig Gespräche miteinander
    - er geht fremd. Das ist seine Entscheidung und hat mit mir erstmal nichts zu tun. Daran ist er schuld, das hat er zu verantworten. Wenn er sexuell unzufrieden ist, hätte er sich ja trennen können, statt fremdzugehen
    - er belügt mich. Seine Entscheidung, seine Feigheit vor Konsequenzen, seine Schuld, sein schlechter Charakter, hat mit mir nichts zu tun

    Wenn das in Eurer Paartherapie inhaltlich nicht strikt getrennt wird, vergiss' es - führt langfristig zu nichts Gutem.
     
    • # 28
    • 15.08.2017 um 10:35 Uhr
    • piepegal
    Liebe FS,

    warum will er die Ehe unbedingt fortsetzen?
    Weil er dich über alles liebt?
    Wenn er das tun würde, hätte er dich nicht jahrelang mit der Nachbarin betrogen.

    Dass es nicht einfach ist, nach so vielen Jahren eine Ehe zu beenden, weiß ich aus eigener Erfahrung.
    Wir waren 22 Jahre verheiratet und durch drei Kinder und gemeinsame Unternehmungen verbunden.
    Trotzdem: Als ich meinen Ehemann samstags inflagranti erwischte, war ich montags beim Anwalt und habe die Scheidung eingereicht. Für mich gab es keinen Diskussionsbedarf nach dieser Sache.
    Das Trennungsjahr begann sofort, obwohl wir noch zusammen wohnten. Und bereits ab diesem Zeitpunkt ging es mir besser und besser. Bevor der Scheidungstermin ein Jahr später stattfand, hatte ich mich mit den Kindern auch räumlich getrennt und ging beruflich eigene Wege.
    Nach und nach erfuhr ich von weiteren außerehelichen Aktivitäten, durch sogenannte gemeinsame Bekannte, die seinerzeit bloß nichts gesagt hatten, "weil sie unsere Ehe nicht auseinander bringen wollten."
    Scheiden lassen wollte ER sich auch nicht, weil er O-Ton "nur mich geliebt hat". Bei den drei Fragen des Richters antwortete er jeweils das Gegenteil von mir. Geschieden wurde ich nur, weil das Trennungsjahr beendet war. Ansonsten hätte ich, laut meiner Anwältin, schlechte Karten gehabt.

    Auf dem Heimweg vom Gericht hatte ich das Gefühl, als würde eine Zentnerlast von mir genommen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl wieder frei zu sein. Das empfinde ich so bis heute, obwohl meine jüngste Tochter damals zu mir sagte, durch diese Ehe hätte ich 22 Jahre meines Lebens verloren und die bekäme ich nie wieder zurück. Es stimmt, diese Jahre sind unwiderbringlich vorbei, aber was ich seither mit meinem Leben angefangen habe, zeigt mir jeden Tag, dass es sich gelohnt hat, etwas zu beenden, was mich nur krank gemacht hätte und etwas Neues zu beginnen, das mir die Freude am Leben zurückgegeben hat.

    Ein Mann der seine Frau belügt und betrügt, ob mit der Nachbarin oder der Lehrerin seiner Kinder, hat keinen Respekt vor seiner Frau und wird das immer wieder tun. Beim nächsten Mal wird er allerdings vorsichtiger vorgehen. Die Ausrede, dass er einen nur schonen will und deshalb nichts sagt, ist an den Haaren herbei gezogen. Er lügt nur, weil er sich selbst schonen will und um störungsfrei seinen Betrug durchziehen zu können.

    33 Jahre sind eine lange Zeit. Es ist deine Entscheidung, ob du deinem Mann verzeihen und ihm wieder vertrauen willst. Ob das letztlich gelingt, wird die Zeit zeigen. Bei deinen Überlegungen solltest du vor allem darauf achten, wie es dir dabei geht, wenn ihr zusammen bleibt und bei dem geringsten unguten Gefühl sofort die Notbremse ziehen.
     
    • # 29
    • 15.08.2017 um 11:25 Uhr
    • manu0212
    Hallo Vikky,

    mittlerweile geht es mir total schlecht. Ich fange an, die gesamte Schuld bei mir zu suchen und gerate dadurch in einen Strudel, welcher mich immer mehr runterzieht.
    Ganz lieben Dank aber für diese Antwort, welche ich mir jetzt schon mehrfach durchgelesen habe. Es sind in der Tat drei Themen! Ich glaube, ich staune auch gerade Bauklötze und kann dies jetzt anders sehen. Mit dieser Sichtweise wird auch mein alleiniges Schuldgefühl weniger.
    Nochmals herzlichen Dank für Deine Zeilen, welche mir jetzt wirklich geholfen haben.