• 16.02.2017
    • mariga

    Sind ü40-iger nur noch Warmwechsler?

    Durch diverse Erfahrungen im Bekanntenkreis habe ich den Eindruck bekommen, dass sich Menschen über 40 nur noch trennen, wenn ein neuer Partner zur Verfügung steht.

    Ich kenne viele, die jahrelang in unglücklichen Beziehungen bleiben, nur um nicht allein zu sein. Und plötzlich hört man, der/die XY hat sich getrennt und hat schon eine(n) Neue(n).

    Echte Singles scheinen überwiegend auf Frauenseite vorhanden zu sein.

    Welche Erfahrungen haben die Foristen damit?
     
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    • # 1
    • 17.02.2017
    • tiefblick77
    Eigene Erfahrungen habe ich damit nicht. Rein logisch könnte es aber auch darauf hindeuten, dass es Männern über 40 leichter fällt neue Partnerinnen zu finden als umgekehrt. Das wäre insofern nicht völlig überraschend, weil es ja zum Beispiel auch viel mehr männliche Schauspieler als Schauspielerinnen gibt, die mit über 40 noch als extrem attraktiv gelten.
     
    • # 2
    • 17.02.2017
    • Tomyi
    Hallo mariga,

    ich kann Deinen Eindruck 100% bestätigen.

    Das Warmwechseln findet aber bei Frauen und Männer so statt. Ich glaube, dass viele aus dem warmen Nest einer Beziehung nicht raus in das kalte Single-Leben gehen.
    Da ist der Lebensstandard, der mit 2 Einkommen finanzierbar, aber mit einem Einkommen unbezahlbar wird. Da ist man daran gewöhnt, nichts alleine machen zu müssen und das hält man/frau für normal. Das Single-Leben scheint dann trostlos. Zudem sind im Umfeld in dem Alter fast nurmehr Paare und kaum Singles.

    Meine Großmutter hat mir schon den Tipp gegeben, eine Beziehung immer erst zu beenden, wenn ich einen besseren Mann am Start habe.
     
    • # 3
    • 17.02.2017
    • Hallo?
    Das kann ich aus meinem Umfeld nicht bestätigen. Es ist eher das Gegenteil der Fall. Wenn Menschen aus einer längeren Beziehungen kommen, sind sie oft ganz froh, erst mal eine Zeit lang Single zu sein. Erst recht, wenn die vorherige Beziehung nicht sonderlich gut lief.
     
    • # 4
    • 17.02.2017
    • Wildblume
    Aufgrund der bisher nicht eingegangenen Antworten gehe ich davon aus, dass es wirklich so zu sein scheint.

    Ich habe frühe viel gedatet und es waren tatsächlich viele Männer dabei, die noch in Beziehung waren, oder frisch getrennt waren. Ich habe keinen einzigen Mann kennengelernt, der seine Ex-Beziehung ausreichend aufgeräumt hat und einige Zeit gewollt Single war.

    Es scheint viel warmgewechselt zu werden, auf beiden Seiten. Für mich ist das eine ganz große Charakterschwäche bwz. ein Zeichen von mangelnde emotionalen Reife.

    W ü50
     
    • # 5
    • 17.02.2017
    • Nordbrise
    Nicht erst Ü40, denke ich.

    In meinem Umfeld KEINE Trennung, ohne dass der/die Gehende jemanden kennengelernt hat, der/die reizvoller erscheint. Und daraus resultierend das Gefühl, in der bisherigen Beziehung fehlt was.

    Früher nannte man es BAN (Besser als Nichts), wenn jemand in einer Beziehung blieb, bis das (vermeintlich) Bessere in Sicht war.
    Und in den Generationen zuvor blieb man dann doch, weil es sich "so gehörte". Da wurden dann heimliche Affären gepflegt.
    Der Mensch ist wohl einfach nicht gern allein und geht erst, wenn etwas bzw. Jemand reizvoller erscheint.
     
    • # 6
    • 17.02.2017
    • Tom26
    Ich kann das nicht bestätigen, viele sind Single, manche einige Jahre. Ich kenne sogar mehr Männer, die nur noch Affaire haben wollen ....
     
    • # 7
    • 17.02.2017
    • schwalbenweg
    Nicht meine Erfahrung. Es gibt viele Männer, die zwischen 40 und 50 (wieder) Single geworden sind und das auch länger bleiben, weil sie erstmal (wieder) ihre Freiheit ausleben, ihren Marktwert testen wollen. Frauen hingegen brauchen etwas länger Zeit, die alte Beziehung zu verarbeiten.

    Ein Teil dieser Singles bleibt dann sogar sehr lange Single bzw. lebt in keiner tragfähigen Partnerschaft mehr, weil er jahrelang erfolglos nach dem Traumpartner sucht, seine Attraktivität überschätzt, keine Kompromisse machen kann oder will bzw. einen in Bezug auf Partnerschaften schwierigen (nicht unbedingt schlechten) Charakter hat.

    Von den sechs Trennungen nach langjährigen Beziehungen waren zwei bis heute bestehende, sozusagen "erfolgreiche" Warmwechsel, ein Dauerwarmwechsler, die anderen drei haben nach mehr oder weniger langen Zeiträumen wieder mehr oder weniger stabile Beziehungen aufbauen können.

    Recht gebe ich dem FS allerdings darin, dass ich einige Beziehungen selbst nicht für besonders glücklich oder erstrebenswert halte, mich eher aus solchen Verhältnissen lösen würde bzw. nicht soviel Beständigkeit aufbringen könnte.
     
    • # 8
    • 17.02.2017
    • Rosendame
    Der Grund ist Angst: solange wir in einer Welt leben in der Singledasein als ein Stigma angesehen wird, wählen die Leute eher die Unaufrichtigkeit (aka Warmwechsel) als selbstbewußt alleine zu bleiben und sich sauber zu trennen. Hat schon was Feiges an sich.

    Allerdings sind das wirklich gute Partner? Wenn sie sich nicht mal trauen das eigene Ich und das eigenen Leben auf eigene Faust zu leben?

    Was machen die dann im Alter wenn verwitwet - in Depressionen verfallen?
     
    • # 9
    • 17.02.2017
    • godot
    Steile These von mir, es liegt nicht am Alter, sondern am sozialen Milieu, ob jemand erst mal Single wird oder sich gleich wieder in eine Beziehung stürzt.
    Auf Grund meiner familiären Bindungen lebe ich sowohl in einer Großstadt als auch immer wieder wochenlang in einer Kleinstadt (richtig ländlich, keine Schlafstadt im Dunstkreis einer Metropole).
    In der Großstadt mit ihren vielen Möglichkeiten, gehen die Menschen gerne mal ins Singleleben, während auf dem Dorf, sofort eine neue Beziehung her muss.
    Menschen mit einer guten Bildung und einem guten Job, sind auch häufiger Übergangssingle als einfacher gestrickte Menschen.
    Das du FS meinst, dass die 40ziger nur noch Warmwechsler sind liegt nur an dem Mikrokosmos, der deine Welt ist.
     
    • # 10
    • 17.02.2017
    • tiefblick77
    Man sollte das aber auch nicht so ausschließlich negativ sehen. Es gibt auch reichlich Beispiele für Paare, die nach längeren Durststrecken wieder zueinander gefunden haben. Wenn sich alle immer sofort trennen würden, nur weil es mal längere Zeit schlecht läuft, wäre das gar nicht möglich.

    Die Hoffnung stirbt halt in vielen Fällen erst dann, wenn einer der Partner fremdgeht oder kurz davor steht.
     
    • # 11
    • 17.02.2017
    • moringa
    Die Warmwechsler gibt es auch in meiner Altersklasse (Mitte 20) sehr häufig. Das sind aber dann solche Kandidaten, die das immer so machen und auch nicht treu sein können oder Bindungsprobleme haben.

    Bei den Ü40ern kann ich mir vorstellen, dass viele in einer längeren Beziehung bzw. Ehe sind und da haben viele nicht den Mumm sich einfach so zu trennen, weil Kind, Haus, Hund, was auch immer mit dran hängt. Da tastet man sich lieber schon mal an jemand neues ran bevor man komplett alleine dasteht. Unter meinen Freunden sind viele Scheidungskinder. Der Elternteil, von dem die Trennung ausging, hatte fast immer direkt jemand neues.
     
    • # 12
    • 17.02.2017
    • void
    Die Frage ist schwierig. Auf der einen Seite ist es so, dass gerade in der Midlifecrisis ja das Gefühl aufkommt, was verpasst zu haben und der Leidensdruck so groß wird, dass man wirklich eine Trennung ohne Netz und doppelten Boden in Erwägung zieht. Auf der anderen Seite merkt man, dass man alt wird, also kommt der Gedanke auf, dass man vielleicht für immer allein sein wird, wenn man diese lange Beziehung jetzt beendet.

    Ich denke absolut nicht, dass es altersbedingt ist warmzuwechseln. Aber Deine Frage ist ja, ob ab 40 nur noch WW passiert. Ich denke, dass viele Frauen in diesem Alter merken, dass ihre Beziehung so schlecht ist, dass sie lieber allein wären, und sich ohne Ersatzmann trennen. Wie es bei Männern aussieht, weiß ich nicht. Ich denke, die können besser ausweichen vor der Erkenntnis, dass ihre Beziehung schlecht ist. Vielleicht sind sie wirklich nicht so verbunden mit ihrem Gefühlsleben und finden es nicht so wichtig, dass sie gefühlsmäßig ihre Bedürfnisse erfüllt kriegen. Meist liegt das Interesse ja auch eher an Karriere oder zumindest, Arbeit zu haben, Geld zu verdienen. Die Frau ist ja eher der Mensch, der zu Hause bleibt wegen der Kinder und nur noch die Beziehung als Schwerpunkt im Leben hat.

    Je älter man wird - Selbstreflexion vorausgesetzt - umso besser kennt man seine Bedürfnisse. Aber wenn man in einer Beziehung steckt, die "eigentlich ganz gut ist", kommt es einem so vor, als wären die eigenen Bedürfnisse falsch. Und plötzlich begegnet einem jemand, von dem man nicht dachte, dass es ihn gibt. Kann sein, dass die neue Beziehung eine Illusion ist, weil der Rest nicht passt, aber da die alte Beziehung auch nicht mehr gut war, lernt man, dass Singlesien möglich ist und definiert vielleicht total neu, was man in einer Beziehung will und warum man eine eingeht.
    Oft ist eine andere Person ein Auslöser, dass man endlich mitkriegt, dass man ein grundlegendes Bedürfnis in der alten Partnerschaft nicht erfüllt kriegt, und die ganzen Sicherheiten der alten Beziehung gar nicht mehr braucht.
     
    • # 13
    • 17.02.2017
    • Jana_09/15
    Ich kenne Warmwechseln vor allem in der Sturm- und Drangzeit so zwischen 16 und bis 30 Jahren aus dem Bekanntenkreis. Es fing mit dem ersten Freund an, dann kam ein Besserer... ein Besserer... (ähnlich mit dem weiblichen Pendant).

    Die Auswahl war in der Schulzeit/im Studium einfach riesengroß. Ständig lernte man irgendwo neue Leute kennen. Die Beziehungen waren nicht durch Heirat, gemeinsame Wohnungen und/oder Kinder fixiert und durchweg lockerer, auch wenn's für eine Zeit lang "die große Liebe" war.

    Irgendwann waren die Leute gesettled, hatten ihre festen Kreise, gingen weniger aus, hatten ihren Beruf gefunden, bekamen Kinder usw. Die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen wurde bei den meisten geringer, ihre Ansprüche hingegen wuchsen in ähnlichem Tempo, mit dem die niedlichen Jungs von damals ihre Haare verloren (und andere Geschehnisse, die mit dem Älterwerden so kommen).

    In meinem Umfeld habe ich seit Jahren keinen Warmwechsel erlebt, dafür mehrere Langzeit-Singles auf der Suche sowie einiges an Flirts und Affären, ohne dass gewechselt wurde.
    Ich denke aber, dass es an der Gelegenheit bzw. an der mangelnden Auswahl potentieller neuer (besserer) Partner liegt, dass die Leute - teilweise aus Vernunftgründen wie Eigentum, Kindern, Gewohnheit - zusammen bleiben.
     
    • # 14
    • 17.02.2017
    • manchmal
    Moin,

    ab wann ist es nicht mehr Warmwechseln?
    Ist es verwerflich, bald wieder eine neue Beziehung zu wollen?
    Warum soll man sich ans Singledasein gewöhnen?
    Ist es ein Zeichen seelischer Reife, einige Jahre alleine zu bleiben? Obwohl man sich reif für eine neue Beziehung fühlt?
    Sind Jahre alleine nicht traurige Jahre?

    manchmal
     
    • # 15
    • 17.02.2017
    • Darling
    Ich verstehe nicht was am "warm"wechseln so schlimm sein soll. Offenbar war dann die vorherige Beziehung zumindest teilweise längst nicht mehr "warm". Einen Job kündigt man auch erst, wenn der neue gesichert ist. Was ist daran denn "böse", wenn Leute eben auch emotional ein Sicherheitsbedürfnis haben?
     
    • # 16
    • 17.02.2017
    • Lionne69
    In der SB Zeit sind mir genügend Männer unter gekommen, die sich als getrennt lebend ausgaben, aber eigentlich noch in der Beziehung waren.

    Für mich immer schon inakzeptabel gewesen, wenn es nicht mehr passt, dann trenne ich mich - bzw. lasse mich scheiden
    Und wenn es sich danach irgendwann wieder findet, dann auch gerne wieder verpartnert.

    Aber ich habe keine Angst vor Single Dasein, kann es gut und genießen.
    Wobei eine stimmige Partnerschaft etwas wunderbares und ein ganz besonderes Geschenk ist.
    Aber lau?
    Dann lieber mit Genuss Single.

    Ich denke, es ist weder eine Sache des Alters noch des Geschlechtes, nur eine Sache der Persönlichkeit, Thema Selbstwert, Selbstbewusstsein, wie gut kann ich mich selbst aushalten, mit mir leben.
     
    • # 17
    • 18.02.2017 um 00:11 Uhr
    • void
    Da Du das gerade schreibst - ich denke, es gibt zwei Arten.
    Wenn man in einer Beziehung ist und es, wie Du schreibst, läuft, dann seh ich das eher als Ausprobieren.

    Was anderes ist, in einer schlechten Beziehung zu verharren, weil man nicht allein sein kann, und vielleicht sogar Ausschau zu halten. Wenn nichts kommt, bleibt man mit der Person zusammen, von der man schon DENKT, dass die zweite Wahl ist. Man engagiert sich nicht mehr und die Beziehung läuft einfach weiter mit zurückgezogenem Partner, der vielleicht noch gesagt kriegt, er würde sich nicht engagieren, aber er weiß das längst, und den Grund, warum er es nicht mehr tut, auch.
    Der Sturm-und-Drang-Typ "hangelt" sich ja durch die Beziehungen da hin, dass er weiß, was er in einer Partnerschaft sucht oder sammelt Erfahrungen. Das macht der zweite Typ ja nicht mehr, er weiß, dass es nicht so richtig passt und was fehlt, aber steckt keine Energie in eine Trennung bzw. denkt sich, solange es auf niedrigem Energieniveau so weiterläuft, geht es.

    Und dann gibt es noch die, die wirklich nicht wussten, dass sie sich noch mal so verlieben konnten und dachten, Beziehungen seien eben so, dass man solche großen Kompromisse machen muss, die sie gemacht haben. Oder sie haben es nicht mal gemerkt, dass sie emotional ausgedörrt werden.
    Ich kenne einen Mann, der von seiner Frau wie ein Idiot behandelt wird. Der Mann ist Ingenieur, lässt sich aber runtermachen vor ihrer Familie und Freunden. Mich würde nicht wundern, wenn den mal eine junge Frau anhimmelt, dass er sich dann ganz anders fühlt, mehr als Mann als als Sohn. Aber ich denke nicht, dass er sich trennt, weil er so eingeschüchtert-passiv gegenüber seiner Frau ist und eher heimliche Wege wählt, seine Freiräume zu schaffen. Z.B sich doof stellen, damit er nichts machen muss, oder lange arbeiten, um nicht so viel Familienalltag mitzukriegen.
     
    • # 18
    • 18.02.2017 um 09:25 Uhr
    • mariga
    Hoffentlich meint @ Darling diese Antwort nicht ernst.

    Ich gehe nicht davon aus, dass 2 Menschen in einer Beziehung leben, die sich einig sind, dass die Beziehung nur noch besteht, bis etwas Besseres kommt.

    Warum es "böse" ist? Weil da jemand einen anderen Mensch aus reinem Egoismus als Sicherheitsanker benutzt, und, sobald etwas Besseres auftaucht, ausgetauscht. Was ist mit dem Menschen, der zurückbleibt? Irgendwann hat man diesen Menschen doch einmal geliebt und dann wird der ausgewechselt wie eine alte Hose?
     
    • # 19
    • 18.02.2017 um 09:55 Uhr
    • Papillon
    In meinem Freundeskreis kenne ich mehre Single- Männer ü40 die jahrelang allein sind. Das ist den Frauen aber auch wiederrum ein Dorn im Auge. Nach den Motto "mit dem stimmt was nicht". Diese Männer leben ihren eintönigen Alltag und warten wahrscheinlich, dass eine Frau von der Decke fällt und sie erobert. Also deine These mit den mehr Singlefrauen kann ich in meinem Umfeld nicht bestätigen auch nicht das Warmwechseln. Vielleicht liegt es an meinem städtischen Umfeld, wie godot es vermutet.
     
    • # 20
    • 18.02.2017 um 10:15 Uhr
    • QFrederick
    Ein Post, der mich tief bewegt, weil vertraute, zum Fallenlassen, menschliche Nähe für mich zu(meine)m Leben gehört. Singledasei nicht. Trotzdem und gerade wegen dieser Intensität gibt es deshalb für mich keine Parallelität: Also erst die eine Beziehung beenden und dann eine andere beginnen. Auch kein Paralleldating. In meiner Nichtpartnerschaftsphase nach meiner ersten und 26jährigen Beziehung dauerten sie “Pausen“ oft kein Monat. Das liegt einerseits an meinen Bedürfnis und andererseits an meiner offen Art auf Menschen zu zugehen, wenn ich entschieden habe, dass sie mir gut tut, und dem Gesamtpaket, welches ich zu “bieten“ habe.

    Vielleicht wäre eine Umfrage zur Beantwortung Deiner Frage zielführender als der eigenen foristischen wahrgenommenen Statistik zu vertrauen.

    PS: Ich kann auch sehr, sehr gut mit mir sein. Vor allem wenn (die) Stille zu hören ist.
     
    • # 21
    • 18.02.2017 um 10:46 Uhr
    • Goody
    Ich kenne beides. Welche die sich trennen, auch wenn es niemand anderen gibt und diejenigen die erst gehen, wenn jemand anderes kommt. In meinem Alter um die 50 ist sicher eine Trennung oft mit viel finanziellem Aufwand verbunden, den viele scheuen und keine Abstriche in ihrem Wohlstand machen möchten. Sie machen dafür emotionale Abstriche. Und es sagt sich immer so leicht, lieber verzichte ich auf viel Geld und habe dafür meinen Seelenfrieden und die Chance auf ein neues Glück. Doch wenn´s hart auf hart kommt, dann ziehen viele zurück. Ein guter Freund von mir lebt so. Ich kann es fast nicht mit ansehen. Eine einzige Farce. Hinzu kommt die Angst vor dem alleine leben. Ich denke die Angst herrscht auch bei vielen vor und bleiben deshalb in Beziehungen/Ehen die ihnen zwar eine scheinbar äußere, stabile Sicherheit bieten, doch im innern verkümmern sie und sie werden nicht satt. Das sind dann wohl die Warmwechsler.
     
    • # 22
    • 18.02.2017 um 11:31 Uhr
    • Apfeldieb
    Ich bin sicher alles andere als repräsentativ, aber diese Art zu wechseln käme mir nicht in die Tüte. Schon weil ich Angst hätte, daß jede für mich interessante Frau sofort auf Abstand geht, wenn sie von meinem Noch-Gebundensein erfährt. Genau wie ich sofort auf Abstand ginge, käme von einer Frau wieder so etwas wie „bin noch nicht frei, hat aber keine Zukunft mehr mit ihm”. Man kann eine Beziehung, in der Ehrlichkeit und Treue eine wesentliche Rolle spielen sollen, nicht auf Untreue oder eine Lüge gründen. Dieses Leid erspare ich mir, indem ich mich trenne, bevor ich etwas neues anfange.
     
    • # 23
    • 18.02.2017 um 11:46 Uhr
    • Rosendame
    @Goody hat schon Recht: leider kann man sich für die Liebe kein Brot kaufen. Schade eigentlich. Die Sicherheitsfrage & Finanzen wären für mich noch verständlich als Gründe.

    Aber einfach nur Angst vorm Alleinsein als eine faule Ausrede um andere zu belügen ist ein NoGo.

    Angst vorm Alleinsein ist genauso unreif wie Angst vorm Krümmelmonster unterm Bett. Sollte nach der Grundschule überwunden worden sein.
     
    • # 24
    • 18.02.2017 um 13:28 Uhr
    • Jana_09/15
    Das denke ich auch.
    Bei den 40ern wird es so sein, dass viele gar nicht bewusst merken, dass ihnen eigentlich etwas fehlt.
    Natürlich - wer den Horror auf Erden erlebt, der trennt sich.

    Die meisten dümpeln wohl so vor sich hin. Es ist eigentlich nicht soo schlecht, es hat auch gute Seiten.
    Die Vertrautheit ist schön, man schätzt seinen Partner, das Häuschen ist nett, die Kinder sind da, man hat sich eingelebt. Man hat sich so viel erarbeitet, das man auch nicht gern aufgeben möchte.
    Wenn nur dieses Kribbeln nicht fehlen würde..
    Es wechselt dann derjenige warm, der sich auf der anderen Seite des Zauns grüneres Gras verspricht. Natürlich nach einer angemessenen Zeit des Ausprobierens und der Untreue. Man will ja kein Minusgeschäft machen.
    Der Rest bleibt in seinem Trott oder bei Affären.

    Ich denke, das Warmwechseln der 40er ist in ganz vielen Fällen erstens ein Luxusproblem.
    Und zweitens das Unvermögen, die Spannung und Zufriedenheit in der Partnerschaft über viele Jahre zu erhalten.

    Das wirklich Verwerfliche ist die Zeit der Entscheidung zwischen dem alten und dem neuen Partner. Wenn man eindeutig bemerkt hat, dass einem etwas in der Beziehung fehlt, man dies aber nicht mit dem Partner versucht zu lösen, sondern seinen eigenen Weg geht.
     
    • # 25
    • 18.02.2017 um 14:38 Uhr
    • Lebens_Lust
    In meinem Bekanntenkreis gibt es nicht sehr viele gescheiterte Ehen. In den allermeisten Fällen erfolgte eine Trennung ohne neuen Partner. Alle Männer waren mindestens ein paar Monate Single. Einige Frauen nicht so lange, aber ohne bekannte Warmwechsel.
     
    • # 26
    • 18.02.2017 um 16:22 Uhr
    • void
    Ich würde sagen, wenn man nicht in einer Beziehung BEWUSST ausgeharrt hat, nur um nicht allein zu sein. Wer Schluss macht, wenn er merkt, das ganze ist nicht das, was er gesucht hat, und es ist egal, ob er danach Single ist oder nicht, der ist für mich kein WW, selbst wenn da jemand neues ist.
    Wenn man für sich festgestellt hat, dass man fertig ist mit der alten Beziehung und sich wirklich auf einen neuen Menschen einstellen kann, ohne ihn zum Verarbeiten der Exbeziehung zu benutzen, finde ich nichts verwerflich. Ich finde auch die Benutzer nicht "verwerflich", aber unreif-egoistisch und unempathisch. Ist mir begegnet, sehr unangenehme, aufdringliche Männer, die nur ihren Plan im Sinne hatten, schnell mit ner neuen Frau zusammenzukommen, um das Verlassenwordensein zu kompensieren.
    Sollte man in meinen Augen nicht, kann schlimme Manieren und Egoismen zur Folge haben. Aber man sollte auch keine Panik davor haben, sonst passiert das Ausharren bei einer schon als zweite Wahl erkannten Person, die nur noch für das eigene Bedürfnis, nicht allein zu sein, benutzt wird.

    Ich kann natürlich nicht für alle sprechen, viele sehnen sich ja nach einem Partner. Ich sage aber, nein, warum sollten sie traurige Jahre sein?
    Es sind eher gesund-egoistische Jahre, weil man ohne Kompromisse und Diskussionen seine Zeit einteilen kann, irgendwelche Dinge tun kann, die man will - beruflich z.B., ich meine hier keine ONS oä. Oder Hobbys, die zu zweit gemacht werden, wo der Partner es nicht will, aber auch nicht akzeptieren kann, dass es mit einem anderen gemacht wird.

    Es geht auch einher mit der Einsicht, dass im Moment niemand da ist, mit dem man sein Leben teilen will. Wenn er kommt, bin ich auch wieder kompromissbereit, aber ich suche nicht aktiv nach jemandem, um mir das ganze dann schönzubiegen, nur um nicht allein zu sein.
    Es ist für einen Mann auch einfacher, Deine Haltung zu vertreten, denn er kann sich bei einer traditionell geprägten Frau auch beruflich verwirklichen, weil sie das so interpretiert, als sei es "für uns". Wenn eine Frau berufliche Ambitionen hat, ist das für den Partner nach meiner Erfahrung nicht verständlich. ER ist für das Geld verantwortlich und kriegt kalte Füße, dass sie mehr als er auf die Beine stellen könnte. Oder er sieht nicht ein, dass er zurückstecken muss, so wie sie immer, wenn er keine Zeit wegen Beruflichem hatte. Wenn es um Paarzeit geht, soll der Mann entscheiden, wann die stattfindet und welchen Notwendigkeiten das untergeordnet ist. Falls die Frau die Paarzeit einschränkt, geht das gar nicht, weil er sich fragt, was das ganze noch soll. Meine Erfahrungen.
     
    • # 27
    • 18.02.2017 um 23:40 Uhr
    • void
    Das seh ich nicht als Grund, denn dass das Kribbeln fehlt, ist schon lange Jahre bekannt und dahingehend haben viele sicher keine Illusionen. Sonst wäre längst die Trennung passiert. Es geht um eingeschliffene Rollen und die ewig gleichen Abläufe zwischen den Leuten, die immer wieder auf das gleiche Problem stoßen. Und es geht um Dinge, die zu Anfang schon vermisst wurden, Aufmerksamkeiten, Liebesausdruck, Anerkennung.
    Ich denke, man müsste dazu gleichauf sein, jetzt nicht im Verdienst oder überhaupt arbeiten, sondern beim Respekt und der Wertschätzung des Partners und dessen, was er für die Beziehung tut (Geld verdienen, Kinder großziehen, Haushalt machen). Sobald Mutti-Sohn- oder Vater-Tochter-Beziehungen, also emotionale Abhängigkeiten, empfundene Unsicherheiten, dass der andere gehen könnte, und daraus folgende Kontrollwünsche und überhaupt Machtgefälle auftreten, denke ich, wird der "Underdog" sich nicht auf Augenhöhe einbringen können. Dh. seine Kritik wird nicht ernstgenommen und seine Bedürfnisse eher wie für ein Kind erfüllt als aus Einsicht, dass beider Bedürfnisse gleich wichtig sind und man Kompromisse finden muss.
     
    • # 28
    • 19.02.2017 um 08:32 Uhr
    • Leopardin
    Ja, genau so ist es. Grundlage ist monate- oder jahrelanges Ausharren in der Ursprungs-Partnerschaft, die die besten Zeiten hinter sich hat. Vom Kopf her ist man eigentlich bereit sich zu trennen, für den finalen Schritt fehlt dann aber 1. der Schneid und 2. fängt der Mensch sehr ungern komplett neu an.

    Um die Defizite in der Partnerschaft zu kompensieren geht Mann oder auch Frau den einfachsten Weg. Affäre für den Unterleib und am WE ist für die Leute Usus der Spaziergang mit dem entweder ahnungslosen oder tolerierenden Ehepartner, Kind und Hund. Alles schon erlebt in meinem Heimatort. Über dieses Verhalten kann ich nur verächtlich grinsen...

    Statt konsequente Trennung durchzuziehen mit der Gewissheit erstmal wieder Single zu sein, bleibt der Mensch in einer mehr oder weniger unglücklichen, aber durchaus eingespielten Partnerschaft.

    Und dann kommt plötzlich jemand anders um die Ecke, mit dem ist alles neu, alles anders, und auf einmal geht es mit der Trennung. Warmwechseln habe ich bisher ausschließlich bei Charakter schwachen Menschen erlebt, unabhängig vom Alter.
     
    • # 29
    • 19.02.2017 um 08:40 Uhr
    • Mandoline
    Das sind sie ganz bestimmt nicht, der nächste Partner möchte befürchten, dass er, sobald die ersten Probleme beginnen, auch warm ausgewechselt wird. Online gibt es sehr viele dieser Männer die in einer schlechten bestehenden Beziehung leben statt sich zu trennen und erst dann trennen wollen/würden, wenn sie eine bessere gefunden haben. Doch wie lange dauert die Bewährungsprobe der neuen Frau, wenn sich eine Frau auf dieses blöde Arangement "noch gebundener Mann" einlässt? Zwei Wochen oder zwei Monate?

    In der Tat verfallen Witwer nach dem Tod ihren Frauen vielleicht in keine Depression aber auf jeden Fall sterben viel mehr Männer nach dem Tod ihrer Frauen innerhalb von zwei Jahren ebenfalls. Das belegt die Statistik, denn offensichtlich sind die Männer emotional viel stärker von der Frau abhängig als umgekehrt und Wittwen allgemein Leben viel länger als ihre verstorbenen Männer. Möglicherweise weil sie sozial viel besser in einem Freundeskreis integriert sind.

    Das könnte vielleicht sein, warum Männer offensichtlich viel häufiger warm wechseln, weil sie ohne eine Frau nicht leben/sein können.