1. Sind Männer polyamor, obwohl sie monogam leben?

    Hallo,

    Stimmt es, dass jeder Mann etwas Polyamor ist , obwohl er Monogam lebt und eigentlich auch gerne Polyamorös leben würde?
    Also, dass es in dem Kopf eines Mannes eigentlich ist er aber seine ,,Triebe'' versucht unter Griff zu bekommen ? Es wird immer gesagt, dass es in uns drinnen sei.

    Ich bin eine Frau und wenn ich sowas immer höre, wird mir etwas mulmig.

    Wie sieht es bei euch Männern aus ? Wollt ihr die eine Frau bzw. sucht ihr sie oder seit ihr auch etwas Polyamorös?

    Bzw. habt ihr das Verlangen in einer längeren Beziehung, die gut verläuft, Fremdzugehen ?
     
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    • # 1
    • 07.01.2019
    • Roby
    Hallo MM2107,

    "Männer? Diese schrecklichen, haarigen Biester die alles antatschen müssen. Und dabei wollen sie alle nur dasselbe von einem Mädchen." (Manche mögen's heiß)

    Ja - in uns (Männer und Frauen). Bei den einen mehr, bei den anderen weniger. Es gibt:
    - Männer die fremdgehen
    - Frauen die fremdgehen
    - Männer und Frauen die polyamor leben
    - Männer und Frauen die asexuell sind
    - ... (tausend Spielarten dazwischen)
    Darum ist das Bild, in dem Männer testosteron-wütig sabbernd der Frau hinterherjagen, während diese, auf einem leichten Östrogennebel schwebend, dem Treiben schockiert zusieht, nicht die vollständige Wahrheit!

    Meine Antwort ist also: Alles ist möglich - bei Männern und Frauen!

    m/46
     
  3. Du vermischt hier Polyamor mit Polygam, offenen Beziehungen und Fremdgehen.

    Polyamore Menschen lieben mehrere Menschen und akzeptieren, dass diese Menschen ggf. auch mehrere Menschen lieben. Dies schließt Sexualität mit ein.

    Polygame Menschen haben mit mehreren Menschen sexuelle oder Liebesbeziehungen (in anderen Kulturen auch Ehebeziehungen). Sie tolerieren aber auf keinen Fall freiwillig ähnliches Verhalten bei ihren Partnern.

    Menschen in offenen Beziehungen haben eine feste zentrale Beziehung. Liebe ist exklusiv für diese Beziehung. Dagegen vögeln sie soweit dafür Menschen verfügbar sind in der Gegend herum.

    Fremdgehen ist immer mit Lügen verbunden. Getäuscht werden der eigenen Hauptpartner oft aber auch der oder die Geliebte. Polygame Menschen gehen ggf. fremd. Polyamorie und offene Beziehung schließen dagegen solche Täuschung allerdings aus. Hier gibt man, wenn man der reinen Lehre folgt sich zu Beginn einer Beziehung als polyamor bzw. offen zu erkennen und sagt klar was (nicht) möglich ist.

    Diese grundsätzliche Differenzierung verhindert natürlich nicht, dass z.B. ein Ertappter Doppelspieler sein Verhalten polyamor begründet. Meine Exbekannte war mal in so einer Situation. Sie wurde von ihrem angeblich polymaoren Lover sofort mit polymorer Fachliteratur eingedeckt als sie ihn ertappt hatte. „Zufällig“ durfte ich diesen Herrn auch einmal kennen lernen. Er ist mir gegenüber recht aggressiv und abwertend (Eifersucht?) aufgetreten. Daher denke ich, dass er weniger polyamor als ein polygamer Lügner ist. Das wird ein grundsätzliches Problem mit einigen angeblich polymoren Menschen sein.

    Dass nun alle Männer polygam in der Praxis sind, bestreite ich. Dies schließt polygame Fantasien aber nicht aus. Blos Fantasien und Praxis sind eben ganz unterschiedliche Dinge. Wie polygam ein Mensch tatsächlich ist, hängt von seinen Werten (z.B. Loyalität, Sicherheit, Vertrauen) und von seiner psychischen Beziehungsfähigkeit (Angst etwas zu verpassen, Angst vor zu viel Nähe, Angst betrogen zu werden usw.) ab. Ein weiterer Faktor ist auch, wie leicht ergeben sich für einen Mann oder Menschen Gelegenheiten zum Betrug. Ein attraktiver Prominenter bekommt im Gegensatz zu mir einfach mehr entsprechende Angebote. Selbst wenn er grundsätzlich beziehungsfähig und -willig ist, erliegt er wahrscheinlich früher oder später der Versuchung. Insoweit unterscheiden sich Männer wahrscheinlich schon von Frauen. Denn sie können besser als Frauen Sex und Liebe entkoppeln. Viele Männer wollen dies aber überhaupt nicht.
     
  4. Hallo,

    eine Empfehlung....
    Suche solange nach einem Partner, bis du den passenden gefunden hast. Männer sind allgemein sicher nicht von ihren Trieben derart gepeinigt, dass sie nicht anders könnten. Das ist Unsinn.
    Vielmehr haben diese Typen, die mit dem Begriff "polyamor" ins Haus fallen...
    a) kein wirkliches Interesse
    b) ein grosses Geltungsbedürfnis aufgrund von Komplexen
    c) ein Näheproblem
    d) ein Charakterproblem
    e) ein verschobenes Wertegefüge ggü. Frauen und Menschen allgemein
    f) eine verschobene Selbstwahrnehmung
    g) kein Hirn (und nein...dumm f*ckt nicht gut)
    Ich finde es zuweilen unreif und würde so jemanden sofort verabschieden. Jene sollen sich zu Tinder/Insta usw. trollen, aber nicht anderen ihre wertvolle Zeit stehlen. Du musst also kein mulmiges Gefühl haben, sondern dich einfach nur nicht herumschubsen lassen.

    LG
     
  5. Liebe MM2017
    Ich bin eine Frau, aber auch ich habe oft das Gefühl, dass ich zwar monogam lebe, durchaus aber gern mit Polyamorie, oder gelegentlichen Seitensprüngen (sofern offen gelegt) leben könnte/würde. Wenn ich ehrlich bin, stelle ich mir das lustiger vor, als dieses verbissen Monogame.
    Ich kenne einige Frauen, die ganz offen und entschieden diese Lebensform suchen. Oftmals nach längeren monogamen Beziehungen. Und einige Männer, die das entschieden ablehnen. Es gibt so und so rum.
    Ich habe den Eindruck, du machst hier aus einer allgemeinen Frage zum Lebensentwurf (monogam vs. nicht-monogam) eine Gender-Debatte.
     
  6. Na, du musst ja so richtig im Schwitzkasten all deiner Ängste zappeln.
    Sicher, so manche Person, die sich dem Mainstream und der gerade angesagten Moral unterordnet, wird von Ängsten getrieben. Wahrscheinlich sogar sehr viele .....
    Lust, Neugierde, Spass, Freude, Erfahrungen .... ich misstraue all den Menschen, in deren Wortschatz diese Begriffe nicht auftauchen, dafür Angst und Moral in jedem 3, Satz.
    Ja, MM ... es dürfte auf biologischen Fakten beruhen, dass Männer eher mehrere Sexualpartnerinnen haben wollen als Frau Sexualpartner. Allerdings - das ist der Durchschnitt. Und heisst noch lange nicht, dass es auch wirklich umgesetzt wird.
     
  7. Ich schick dir mal meine Exen vorbei, die waren an Monogamie und Verklemmtheit gar nicht zu überbieten! Das war gar nicht aushaltbar!

    Also nein, ich glaube sogar eher, Frauen sind verdeckt polyamor, weil die Bedürfnisse einer Frau eigentlich nur einen Mann alleine nicht gedeckt werden können. Das zeigt sich auch daran, dass Frauen nie den gleichen Typ Mann suchen, sondern unterschiedliche Männer für unterschiedliche Dinge brauchen: Den Lover, den schwulen Kumpel, den guten Gesprächspartner, den Kuscheltypen und einen für heißen Sex. Das alles findest du schlichtweg nicht in einem Mann alleine.

    Frauen lesen z.B. auch viel häufiger Liebesromane, eben auch um dort einen Mann zu bekommen, den sie in real nicht an ihrer Seite haben.
     
  8. Verstehe ich nicht. So wie ich Dich hier lese, hüpfst Du doch mit jedem Date ziemlich schnell ins Bett, das wäre sogar mir zu schnell. Wie kann man dann mehrere Partner hintereinander haben, die verklemmt sind?

    Ich sehe auch nicht, dass Monogamie etwas grundsätzlich schlechtes ist. Rein grundsätzlich ist Monogamie etwas, das sich gesellschaftlich entwickelt hat, um die Ressourcen für die Aufzucht von Nachwuchs bereitzustellen. Im Grunde könnte man das ja auch so regeln, dass Frauen ein erhöhtes Kindergeld bekommen, wenn sie Kinder großziehen und eben verhüten, wenn sie keine haben wollen (ich übertreibe jetzt mal aus männlicher Sicht bewusst und schiebe das komplett auf die Frauen ab).

    Natürlich wären vermutlich fast alle Menschen bereit, polyamor zu leben und Abwechslung zu haben, wenn das möglich wäre und sich eine Partnerin/ein Partner finden würde, die ein paar grundsätzliche Bedürfnisse abdecken. Wenn meiner Partnerin das egal wäre, wäre es für mich jedenfalls eine Option. Im Grunde erwarten doch aber gerade Frauen in der Regel Treue in einer Partnerschaft, hier immer wieder zu lesen. Da geht es letztlich um (hauptsächlich finanzielle) Ressourcen.

    Hätte hier ernsthaft irgend jemand etwas gegen völlige Freiheit, wenn er sie nicht anders herum auch gewähren müsste und damit letztlich die Vorteile des Zusammenlebens fehlen würden?
     
  9. Ich schätze, das war eine rhetorische Frage. Aber dennoch: Natürlich gibt es Menschen, die auf diese Art Freiheit überhaupt keinen Wert legen.
     
  10. #2, Ejscheff, hat die verschiedenen Möglichkeiten gut beschrieben.

    Die meisten neuerdings polyamoren Männer möchten einfach nur jede Gelegenheit nutzen und eine Frau, die keinen Stress macht.
    Aber das tun die meisten Männer doch auch. Oder würde es dir nichts ausmachen, wenn deine Freundin Sex mit anderen hat?
     
  11. Wie viele Defizite der Selbstliebe, der reifen Persönlichkeit sind bei einer solchen Frau am Werk, nicht auszuhalten! Welcher Mann möchte eine solche Frau?
     
  12. Das ist so ein Punkt der mich stört. Polyamorie verspricht polyzentrische Liebe oder sogar polyzentrische Partnerschaft. In Wirklichkeit reduziert sich das meisten auf polytechnischen Sex und den Thrill monogame Frauen in die angebliche Polyamorie einzuführen tatsächlich aber nur zu erlegen.

    @Schneggel gibt das indirekt zu. @Tom26 hat es wenigsten nicht nötig Polyamorie vorzutäuschen, er sagt ganz offen mir hat es bisher Spaß gemacht zu jagen und zu erbeuten. Jetzt sehe ich das etwas anders.

    Die Mehrheit der polyamoren Männer ist eben doch nur auf Frischfleisch und keineswegs auf ein neues Beziehungskonzept aus.

    Diese Moral ist eben ein Teil des erfolgreichsten Modells stabile Familien aufzubauen. Familien und nicht Single-Aufreisser die mit Familie nichts anfangen können sind die Basis unserer Gesellschaft.

    Ich denke, so ist jedenfalls das Feedback, welches ich bekomme, dass ich ein jetzt einen ähnlichen Weg einschlagen könnte wie du. Diese Idee finde ich gleichermaßen faszinierend wie auch gruselig. Ausreichend geeignete Opfer gibt es jedenfalls. Daran scheitere ich. Ich sehe eben Opfer und die sind mir eben nicht lässig egal. Ich denke @Tom26 wenn deine aktuelle Flamme jetzt die polygame Karte ziehen würde, wärst du enttäuscht.
     
  13. Sagen wir es mal so: damit in mir der Wunsch erwacht, mit einer Frau intim zu werden, muß ich in sie verliebt sein. Um in sie verliebt zu sein, muß ich von ihrer Wesensart fasziniert sein. Damit das passiert, muß ich zuvor Gelegenheit gehabt haben, diese Wesensart zu entdecken. Das passiert aber nicht, so lange ich anderweitig gebunden bin. Mithin entfällt also auch jegliches Interesse an Fremdsex.
     
  14. Echt? Machen Frauen das?

    Manchmal frage ich mich, ob du wirklich in diesen Klischee-Schubladen denkst oder ob du nur Spaß machst...
     
  15. Nein, eine Familie, die durch Moral und Ängste zusammen gehalten wird ist nicht stabil.
    Unsere beiden Bauingenieurinnen werden dir bestätigen: Ohne tragfähiges Fundament taugt das tollste Bauwerk nichts. Weder Moral noch Angst sind ein solch tragfähiges Fundament. Familienbande heisst es nicht umsonst. Eine verschworene Gemeinschaft, die zusammenhält. Und zusammengehalten wird durch starke Bindungen zwischen den einzelnen Mitgliedern.
    Insofern muss niemand monogam leben - seine Familienbande existieren dennoch. Wenn er diese nicht kappt. Aber starke Bande sind nur deshalb stark, weil es eben keiner versucht, sie zu kappen.
     
  16. Ist die Antwort auf diese Frage nicht irrelevant?

    Männer - und Frauen - haben Träume, Phantasien, eine*r mehr, eine*r weniger. Und diese sind privat - da gibt es den Parallelthread dazu.
    Eine Statistik behauptet, dass 90 % der Menschen Phantasien haben , die sich nicht auf den aktuellen Partner beziehen.

    Was der Einzelne umsetzt, ist n
    etwas völlig anderes.

    Ich denke, solange man einander spannend findet, sexuell attraktiv, stellt sich die Frage einer Realisierung selten.
    Wenn es in einer Partnerschaft das Knirschen anfängt, auf welchen Ebenen auch immer, werden die Versuchungen, je nach Persönlichkeit, größer.

    Mit allgemeiner Moral hat es wenig zu tun, höchstens mit den eigenen Werten.

    Ich persönlich halte sehr wenig Menschen für tatsächlich polyamor, das ist eher das Etikett dafür, dass man polygam leben möchte, also evtl. eine Hauptpartnerschaft und andere Beziehungsformen sexueller Art nebenher, oder generell keine feste Partnerschaft, sondern nur andere Beziehungsvarianten.

    Und ich denke, Männer und Frauen vergeben sich nichts.

    Mir geht so eine Frage zu sehr an das Klischee, dass alle Männer prinzipiell alles mitnehmen, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist...
    Diesem Typus Mann begegne ich selten.

    W,49
     
  17. Es gibt unterschiedliche Fortpflanzungsstrategien bei Männern und Frauen. Frauen suchen den "besten" Partner.

    Männer können gleichzeitig mehrere Kinder zeugen. Sie sind deswegen weniger diskriminierend bei der Partnerwahl.

    Polyamor sind Leute, die sich einbilden viele Menschen auf geistiger Ebene zu lieben.

    Ich glaube nicht, dass Männer vorwiegend polyamor sind. Sondern die körperliche Ebene spielt da eine wichtige Rolle.
     
  18. Ängste können schon stabilisieren. Sie stabilisieren u.a. toxische Familienbande. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt da Koabhängigkeit. Polygames Verhalten wird eher in solchen toxischen Beziehung übersehen bzw. ignoriert. Das sollte man nicht mit Toleranz oder Akzeptanz verwechseln.

    Du referenzierst auf das pflegen bestehender Familienbande. Das bekommen sogar Borderliner und Narzissten oft irgendwie hin.

    Ich meine aber die Gründung einer eigenen Familie daher das zeugen und aufziehen eigener Kinder in einer Partnerschaft in der keiner der Partner Eskapaden des anderen tolerieren oder besser ignorieren muss.

    Wenn beide Eltern relativ gleichgewichtig an einer liebevollen Erziehung mitwirken wollen, müssen sie sich schon auf ihre Kinder und ihre Partnerschaft konzentrieren. Alles andere, insbesondere sexuelles Abenteurertum destabilisiert diesen Prozess, schwächt diesen Familienverband und irritiert zumindest Kinder die dies bemerken.

    Unter Moral verstehe ich, dass ich der Familienentwicklung Vorrang ggü. lustorientierter individualistischer Selbstverwirklichung einräume. Das hat nichts mit Angst aber einiges mit Gemeinsinn, Fürsorge und Liebe (keine Verliebtheit) zu tun.

    Angst z.B. davor etwas zu verpassen sehe ich eher bei dem Abenteurer. Dieser hat natürlich auch Familie. Seine Eltern, ggf. Geschwister usw. Das ist seine Herkunftsfamilie aber nicht seine Familiengründung, nicht seine eigene Familie. Er ist und bleibt ein Kind in dieser Familie. In der eigenen Familie wäre er der Vater. Aber die hat er nicht. Er hat ggf. Kinder aber lebt nicht wirklich für sie und mit ihnen.

    Jede allein erziehende Frau hat einen bis über seine zeugungsfähigkeit hinaus herum abenteuernden Mann dies voraus. Sie ist nicht mehr nur Kind sondern sie ist vor allem Mutter.

    Theoretisch ist dies auch in einem liebevollen polyamoren Konstrukt möglich.

    Ich vermute, dass dies genauso ist. Ich vermute, dass zumindest in der Phase der Familiengründung und Kindererziehung polyamorität praktisch unmöglich ist.
     
  19. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass du dir schönreden musst, dass du so einiges verpasst und verpatzt hast und dir jetzt im hohen Alter deine "sexuellen Abenteuer" über den Kopf wachsen.
    Kann ein Familienvater Hobbyfussballer sein? Ja, zumindest einige Millionen Männer in ganz Europa können das. Sie können auch ins Studio gehen und ihre Muskeln trainieren. Oder in der Gegend rumjoggen. Und genau so können sie auch Sex mit diversen Frauen haben. Stört die Kids überhaupt nicht - weil sie das gar nicht wissen.

    Und ja, all die Männer im Alter von 50 Jahren und älter, die nun geschieden sind, haben sicherlich nicht alles richtig gemacht. Und müssen sich nun ihr eigenes Versagen schön reden. Und die meisten AE's haben auch ihren Anteil daran, dass sie eben AE sind. Mit Monogamie haben diese Fehler vielleicht noch eine Verstärkung erhalten ....
     
  20. Okay, aber denkst du, dass die Menschen ihre Fantasie auch zur Realität machen würden, wenn sie könnten (obwohl sie in einer Beziehung sind, mit der sie mehr als zufrieden sind)?
     
  21. Nachdem ich meine Phantasien auch nicht alle zur Realität mache - Nein.

    Es gibt gerade im sexuellen Bereich Phantasien, die man wagt, weil es eine Phantasie ist, und man weiß, dass die Realität nicht ansatzweise etwas damit zu tun hat.

    Es gibt Phantasien, und die bleiben eben phantastisch, weil sie nie einen Realitätscheck unterliegen.
    Es gibt Träume, von denen man auch nur bedingt die tatsächliche Erfüllung möchte
    - Ein Traum bleibt Phantasie oder wird zum Wunsch.

    Und bei einem Wunsch kann ich mich entscheiden, ob ich ihn realisiere, es er mir wert ist. An Risiko, an möglichen Konsequenzen und am Einsatz bin Energie.

    Wer fremdgeht, entscheidet sich bewusst für die Erfüllung eines Wunsches. Von der Phantasie bis zur Realisierung ist es aber ein weiter Weg.

    Ich denke, wir sollten aufhören uns zu zensieren, wenn wir Phantasien haben, egal welcher Art.
    Es ist vor allem Entspannung, Ablenkung, und manchmal entstehen aus Phantasien Denkanstöße. Phantasie ist auch Kreativität.
    Vielleicht mag ich dann mal mit einem Partner, dem ich ganz und gar vertraue, eine Phantasie wagen?

    Und es gibt zum Thema Träume einen Spruch - hüte Dich vor Träumen, die in Erfüllung gehen. Man sollte achtsam mit sich umgehen.

    W,49
     
  22. Ich denke schon. Wenn die grundsätzliche Einstellung anders wäre, dann wäre es ja "normal" seine sexuellen Bedürfnisse auch außerhalb der Beziehung zu befriedigen.

    Das ist aber nur so, weil es in unserer Kultur "normal" ist und abweichendes Verhalten eher sanktioniert wird. Letztlich eine kulturelle Frage. Es gibt Gesellschaften, in denen Polyamorität völlig normal ist. Die würden vielleicht anderes Verhalten als destabilisierend betrachten.
    "Schwächen der Familienbande" ist letztlich auch ein Ressourcenproblem. Das hätten wir heute nicht mehr, im Grunde könnte man das also auch anders regeln.

    Das ist aber Deine persönliche Moral.
     
  23. Herum vögeln quasi als stink normales Hobby wie z.B. eine Modelleisenbahn oder in einer Band musizieren (?).

    Dieses Hobby unterscheidet sich allerdings in den folgenden Positionen von anderen Hobbys:

    1) Infektionsgefahr. So eine ggf. lebensgefährliche Infektion kann sich durch entsprechend unglückliche Umstände in einer Familie ausbreiten. Auch Kondome bieten nur einen begrenzten Schutz. Dies gilt auch für 2)

    2) Schwangerschaft der Sexpartnerin. Kann schon mal (un)absichtlich vorkommen und führt unweigerlich zu einem Eingriff in die Ressourcen einer Familie (finanziell und ggf. Zeit) und durch die so entstehende Zweitfamilie in Instabilität.

    3) Verlieben. Kann auch schon einmal bei einem oder beiden Sexpartnern vorkommen. Destabilisiert auf jeden Fall die Familie eines oder beider Partnern.

    4) Ressourcen die der Familie entzogen werden. Nicht unbedingt der Sex aber der Werbeaufwand und das organisieren der Sexlocations (insbesondere wenn beide liiert sind und der Sex nicht immer auf der Toilette, im Auto oder freien statt finden soll). Frauen überzeugen und Zimmer kosten Zeit und Geld. Geld ist auch wesentlich wenn man(n) Prostitution nutzt.

    5) Das Auftreten: Derjenige mit dem Hobby Sex ist doch eigentlich permanent auf der Pirsch und daher flirty. Sein Blick und seine Worte wenn er potentielle Beute erspäht dürften auch seiner Familie nicht entgehen.

    6) Der Umgang miteinander in einer Familie. Es ist in einer modernen Familie unüblich, dass die Partner untereinander absprachelos umfangreich Ressourcen für Selbstverwirklichung verbrauchen. Unabhängig davon unterhält man sich auch miteinander was man in der Nicht-Familienzeit gemacht hat. @Tom26 was würdest du deinem Kind erzählen wenn es dich fragt "Pappa warum hast du gestern nicht bei uns geschlafen?", daraus ergibt sich der letzte Punkt:

    7) Lügen oder Schweigen. Partner und Kinder anzulügen oder anzuschweigen ist in toxischen aber nicht in guten Familien üblich. Kinder vermittelt man damit falsche Werte. Außerdem spüren sie nicht selten, dass etwas nicht stimmt. Lügen bzw. die Wahrheit biegen ist außerdem ein durchaus übliches Instrument um Frauen zu einem ONS oder einer Affäre zu bewegen. Diese Frauen werden herein gelegt.
     
  24. Hallo FS,

    also ich bin weder polyamor noch polygam und auch nicht wirklich monogam.
    Wenn ich in einer festen Beziehung bin, bin ich treu bis auf ab und zu mal einen Seitensprung.
    Dabei gilt die Gibraltar-Regel (Jenseits von Gibraltar ist jeder Mann ein Junggeselle - Admiral Horatio Nelson). D.h. :
    - keine Frau aus dem Freundeskreis,
    - keine Frau aus dem Kollegenkreis,
    - am Besten nicht aus der gleichen Stadt,
    - der Sexualpartnerin klar sagen das man fest liiert ist.
    Wie man oder das Forum diese Einstellung bezeichnet ist mir egal.
     
  25. Ich habe das Gefühl, dass hier einiges durcheinander geworfen wird.
    Polyamorie bedeutet ja mitnichten neben einer Hauptbeziehung einen oder mehrere Sexualpartner zu haben. Ob nun verheimlicht oder in einer offenen Partnerschaft. Polyamorie ist in erster Linie der Oberbegriff für mehrere parallel laufende Partnerschaften.
    Während man in einer offenen Beziehung den/ die Sexualpartner des Partners für gewöhnlich nicht kennt, wissen in einer polyamorösen Bindung alle Beteiligten voneinander Bescheid und kennen meist auch einander.

    Solch ein Beziehungskonzept ist in unserer Gesellschaft jedoch nicht umsetzbar. Da dürfte man zumindest großen Problemen ausgesetzt sein. Insbesondere, wenn man eine Familie gründen will.

    Auf den Wunsch nach verschiedenen Sexual-Partnern bezogen (neben der Haupt-Beziehung):

    Ich denke da tun sich Männer, als auch Frauen nichts. Ich habe sogar in meinem Umfeld wahrgenommen, dass die Frauen eher zum Fremdgehen neigten. Aber daraus lässt sich wohl kaum eine Allgemeingültigkeit ableiten.

    Wenn ein Mann fremdgeht würde ich auch nicht zwingend vom naturgegebenen Fortpflanzungs-Trieb ausgehen. Denn es gibt eines was Mensch und Tier voneinander unterscheidet. Der Mensch ist nicht gezwungen sich seinen Trieben zu unterwerfen.
     
  26. Hmmm... ab und zu mal ein Seitensprung führt den Terminus "Treue" (ohne jetzt mit der Moralkeule auszuholen) doch irgendwie ad absurdum, oder?
    Wenn man ein Mensch ist, der Sexualität und Liebe strikt trennen kann und gern mal mit Anderen schläft, sollte sich mMn das passende Gegenstück zu dieser Lebensweise suchen.
    Ist jedoch mit dem Partner eine monogame Beziehung die stille Vereinbarung (also ohne ein alternatives Beziehungsmodell besprochen zu haben), ist es dem Beziehungspartner gegenüber nicht fair hinter seinem Rücken in fremde Betten zu steigen. Jeder sollte die absolute "Entscheidungsgewalt" darüber haben, welches Beziehungsmodell er/sie (im Einklang mit dem Partner) leben möchte.
     
  27. Ich sehe da weniger gesellschaftliche Probleme als Ressourcen-Konflikte oder einfach nur praktische Probleme.

    Wie verteilen polyamore Menschen Zeit, Geld, Urlaubstage, sexuelle Aktivität auf die verschiedenen Teilpartnerschaften. Wer wohnt mit wem zusammen? Genießt eine Teilpartnerschaft mit Kindern einen gewissen Vorrang ggü. einer kinderlosen Teilpartnerschaft. Wie wird mit gemeinsamen Eigentum von Teilpartnerschaften in der Gesamtpartnerschaft umgegangen? Geniesst ein Partner bei dem gerade die Hütte brennt (Krankheit, Todesfälle o.ä.) einen Vorrang ggü. anderen Partnern bzw. wie werden solche Sachverhalte gewichtet. Wie stehen Kinder zu und in diesem Konzept.

    Polyamore Partnerschaften erscheinen mir wie ein Schönwetterkonstrukt für kinderlose gesunde problemfreie Menschen.
     
  28. Das Problem hier ist das Lügen und Verheimlichen, da wäre ehrlich polygam/-amor, was auch immer, besser.

    Die Frage ist immer, gesteht der Partner, der mehrgleisig fahren will, dasselbe dem anderen zu?
     
  29. Aber selbst wenn es so wäre: es gibt da noch einen weiteren entscheidenden Faktor, nämlich die männliche Präsenz bei der Lebensertüchtigung des gezeugten Nachwuchses. Ohne sie hätten die Gene wenig Chancen gehabt, in die nächste Generation vererbt zu werden. Das eigene Fremdgehen mit naturgegebenem Fortpflanzungstrieb zu rechtfertigen ist also ohnehin völlig daneben: es würde nicht funktionieren.
     
  30. Naja, dass Papa auf Geschäftsreise ist, dürfte inzwischen nicht sooooo unüblich sein. Und alles, was nach dem abendlichen Whiskey an der Bar noch passiert ist ..... oder hast du deinem Sohn erzählt, welche Witze du mit deinen Kumpels machst und wievie Promille du hattest?
    Und Ressourcen - erstens verbrauchen auch Hobbies Geld. Und zweitens - du musst halt ausreichend verdienen.

    Wer nur eindimensional denkt, kann auch seinen Kindern nichts anderes beibringen. Und wer sich moralisch überhöht, fällt tief und landet hart. Und diese Doppelmoral a la ich bin monogam, so lange die Kids im Hause sind, danach ist meine Frau unnötig und wird entsorgt - sorry, aber da ist ja meine fehlende Moral noch besser. Mit den Neuen dann im alten Ehebett zu vögeln ist die Krönung..

    Wir sehen hier deutlich, dass Wege wie Polyamorie deshalb verteufelt werden, weil Moralapostel sich zwar freuen würden, wenn sie dürften. Aber weder charmant noch potent genug sind, auch zu können. Genau darum wurden Monogamie und Zölibat erfunden. Das Männer im Normalfalle polygam sind, zeigt uns die Welt der Säugetiere. Frauen übrigens auch - sonst würde das nicht klappen. Polyamor ist nur wieder so ein Konstrukt, um Verhalten irgendwie zu normieren. Und genau daran krankt die ganze Menschheit.
     

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