• 11.01.2017
    • Tomyi

    Sind Frauen eher bereit, sich in einer Beziehung zu arrangieren?

    Meine Frage könnt ihr oben lesen.

    Ich habe im täglichen Leben und auch beim Mitlesen hier im Forum den Eindruck, dass Frauen in Beziehungen häufiger als Männer leiden und sich mit der nicht zufriedenstellenden Situation arrangieren.

    Es kommt immer wieder vor, hier im Forum oder auch im weiteren Umfeld, dass eine verheiratete Frau von den Affären ihres Mannes weiß, sich aber nicht trennen will. Wir haben ein solches Verhältnis auch beim deutschen Bundespräsidenten.
    Mir fällt aber keine verheiratete Frau ein, die offen Affären hat, der Mann sich aber nicht trennt.

    Hier im Forum lese ich manchmal von Frauen, die unglücklich davon berichten, wie unmöglich sich ihr Partner verhält. Sehr viel seltener meldet sich ein Mann.

    Ist das nur mein persönlicher Eindruck? Wenn nicht, woran liegt das?
     
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    • # 1
    • 11.01.2017
    • Moona
    Lieber Tomiy, da magst Du Recht haben. Frauen verbiegen sich vielleicht eher für eine Beziehung. Woran das liegt? Erziehung, kulturell bedingt? Finanzielle Abhängigkeiten? Emotionale weibliche Struktur? Wie auch immer. Es sind übrigens auch öfter die Frauen, die die Scheidung einreichen. Und immer noch betrachten es viele Frauen als Statussymbol verheiratet zu sein und eben als Makel, geschieden zu sein. Ja, ich glaube, dass es Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt und auch unterschiedliche Bedürftigkeiten und Rollenmuster, ob nun alleine nur geschlechtsspezifisch oder erworben. Vielleicht eine Mischung aus beidem.

    Ganz ehrlich: für meinen Ex- Ehemann habe ich mich nicht verbogen. Für den nächsten Ex aber leider schon sehr. Vermutlich der Unterschied, dass ich den geliebt habe. Jetzt verbiege ich mich nicht mehr, es ist nämlich nicht nötig, dem Himmel sei Dank. Aber, das gebe ich zu, ich müsste an mir arbeiten, es nicht wieder zu tun.

    Vielleicht sollte man noch darauf abstellen, wie alt die von Dir beobachteten Damen sind. Die getrennt lebende Ehefrau unseres Bundespräsidenten wäre schlecht beraten, sich scheiden zu lassen. Es erwartet sie eine fürstliche Witwenpension, wenn sie es schaffen sollte, ihn zu überleben. Aber alleine aus dieser Konstellation können wir noch nicht feststellen, ob sie sich für ihren Mann verbiegt. Vielleicht ist ja auch er ursprünglich daheim rausgeflogen. Alles nur Spekulation.
     
    • # 2
    • 11.01.2017
    • Nigiri
    Es trennen sich aber auch viel öfter die Frauen, als die Männer. Das deutet darauf hin, dass die Frauen wohl einfach viel mehr über ihre Beziehung nachdenken und reden.
     
    • # 3
    • 11.01.2017
    • Cho Oyu
    Ich kann Deinen Eindruck bestätigen. In meinem Umfeld ziehen viel mehr Männer Ihr Ding durch als die Frauen. Die Frauen ziehen dann oft mit (verbiegen sich), die Männer nicht (sie nehmen es stoisch einfach nur hin). Warum das so ist - Steinzeit? "Wir" waren jagen, mussten unser Ding für den Erfolgt durchziehen. "Ihr" wart in der Höhle - da war harmonisches wichtiger. Vllt leben wir das bis heute. Frauen sind, glaube ich, auch deutlich eher harmoniebedürftig als Männer.
    Warum lassen sich jedoch mehr scheiden. Männer können sich mit vielem arrangieren (es ist warm und gibt was zu essen). Frauen haben einen höheren Anspruch an eine Beziehung - sie versuchen es lang oft zu lang, dann platzt de Bombe

    M (jetzt 47)
     
    • # 4
    • 11.01.2017
    • noreia
    Ich glaube, dass das "sich-verbiegen" eher ein individuelles Merkmal ist und nicht wirklich geschlechtsspezifisch ist.
    Und, dass hier vermehrt Frauen schreiben, ist eher unserem Kommunikationsbedürfnis geschuldet als dem Umstand, dass es von Frauenseite mehr zu beklagen gäbe.
    Insgesamt beruht Deine Beobachtung - meiner Meinung nach - auf selektiver Wahrnehmung.

    In meiner Ehe ist das so, allerdings sind das weniger Affären, sondern Kontakte in einer offene Beziehung, in der allerdings nur ich die Offenheit nutze. Dafür "verbiegt" sich aber keiner von uns - weder mein Mann, noch ich.
     
    • # 5
    • 11.01.2017
    • sonrix
    Ich denke, es ist eher umgekehrt. Denn es sind ja v.a. Frauen, die sich scheiden lassen. Es sind auch v.a. Frauen, die sich den Kopf über ihre Beziehung zerbrechen und in Foren nachfragen.

    Das ist ein klare Indizen, dass sich v.a. Männer mit ihrer Beziehung arrangieren und eben nicht die Frauen.

    Der Grund, warum Frauen sich sehr viel häufiger damit beschäftigen ist genetisch bedingt. Frauen sind optimal auf den Aufzug von Kindern und soziale Bezüge eingerichtet. Während Männer besser für körperlich anstrengende Tätigkeiten und räumliches Denken ausgerichtet sind.
     
    Moderationsanmerkung: Nebenthema entfernt, bitte kommen Sie zur Ausgangsfrage zurück. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
  2. Guten Morgen lieber FS,

    dem ist nicht so, Männer lamentieren darüber nur nicht und machen die Dinge mit sich selber aus. Männer können auch leiden, wie ein Hund und haben auch eine Seele. Sie haben die angenehme Eigenschaft, nicht aus jeder Kleinigkeit gleich ein Drama zu inszenieren. Es ist in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabu, der Mann hat nicht zu weinen, das !!! turnt sexuell ja so furchtbar ab !!! und der Mann hat stark zu sein. Gruselig und grauenvoll.

    Sie können sich auch in jede Richtung verbiegen, müssen es oft und mache es, wortlos. Es wird nur allzu gerne übersehen und nicht beachtet. Sie tragen oft stillschweigend viel mehr Lasten, als man denkt.
    Ich kenne noch das Bild aus meiner Kindheit, wo die Frau spürte, was ihrem Mann bewegt und wo es drückt und ihr dementsprechendes Verhalten. Das würde heute als unterwürfig interpretiert werden.

    Mann kann nicht sagen, die Frauen und die Männer. Es gibt in unserer heutigen Gesellschaft Vermischungen der besonderen Art, jeder Jeck ist individuell so anders, dass es heute nicht mehr passt zu sagen, dass Frauen sich mehr arrangieren und so anders sind.
    In Zeiten, wo auch häufig der Mann als Alleinerziehender das Leben wuppen muss, beobachte ich sehr oft, dass sie oft die besseren Mütter sind z.B, also ganz untypisch eigentlich für einen Mann.

    Der Begriff ROLLENVERHALTEN drückt sehr gut aus, was wir *Menschenskinder* heute so machen, in Rollen schlüpfen und sie spielen.
    Nur sehr wenige begreifen ihr Tun und Sein nicht als Rolle, sondern als Aufgabe, ihrer Seele Ausdruck zu verleihen, egal ob mit weiblichen oder männlichen Anteilen.
     
    • # 7
    • 11.01.2017
    • Rosendame
    Ich vermute die hohe Scheidungsquote (wenn die Statistik stimmt) ist zum hohen Anteil mit Situationen zu begründen, wo die Frau endlich herausgefunden hat, daß sie lange betrogen wurde.

    Oder der Ehemann hat sie für eine andere verlassen aber es der Frau überlassen die Scheidung einzureichen (war das früher nicht noch mit einem Vorteil verbunden?)

    In meinem Umfeld kenne ich es traditionell - sprich: die Frauen harren aus.

    Übrigens altersunabhängig - von jung bis alt wollen alle lieber einen schlechten Kerl als alleine sein.
     
    • # 8
    • 11.01.2017
    • lilli2000
    Als ich mich von meinem Fremdgeher getrennt habe meinte eine Freundin: "Du verdienst ja auch genug." Ihr Mann betrügt sie schon 20 Jahre und sie bleibt bei ihm weil sie selber einen großen finanziellen Rückschritt machen würde. Ich habe meine Kinder auch ohne jeden Unterhalt groß bekommen und mein Haus bezahlt, aber das können wohl nur die wenigsten Frauen. Der finanzielle Aspekt ist wohl der größte. Und leider ist es nun mal so, dass die Frauen immer noch weniger verdienen. w55
     
    • # 9
    • 11.01.2017
    • Wildblume
    Deutet? Im Gegensatz zu früher, wo Frau noch viel mehr vom Mann finanziell abhängig war, denkt Frau heute nicht noch mehr nach, sondern kann es sich auch leisten, das Nachgedachte, wenn es um die Trennung geht, umzusetzen, da sie arbeiten geht und sich selbst finanzieren kann, oder genug Unterhalt vom Ex bekommt, wenn die Ehe gescheitert ist.

    Es gibt solche und solche Frauen. Die einen sind pragmatisch und denken sich, warum aufregen, da draussen läuft nichts besseres rum, eh ich alles alleine fin. stemmen muss, halte ich lieber den Mund und arrangiere mich.

    Die Anderen, wie ich, fin. auf eigenen Beinen stehend, schon immer, sind erwachsen genug, einen klaren Strich zu machen und lieber Single zu sein, als in einer unglücklichen Beziehung, die seitens vom Mann nicht auf erwachsener Augenhöhe gewollt bzw. gekonnt wurde.

    W
     
    • # 10
    • 11.01.2017
    • frei
    Hm, weiß nicht recht...

    erstens schreiben hier sehr viel mehr Frauen mit als Männer, allein das könnte es schon erklären, warum wir hier mehr Lamento von Frauen lesen und zweitens finde ich, dass es durchaus solches von Männern gibt.
    Allerdings haben die fast alle das gleiche Problem mit ihrer Frau, ihr wißt schon und bleiben trotzdem bei ihr.
    Arrangieren sich irgendwie, fragen hier z.B., ob es unter diesen Umständen ok sei, wenn sie sich was anderes so für nebenbei anlachten.

    Na und dann gibt es hier noch den Meister des Erduldens unsäglicher Verhaltensweisen seiner Frau:
    Apfeldieb unterhält uns seit Jahren mit immer neuen Auswüchsen abwegigen Verhaltens seiner auf den Zähnen behaarten Freundin.
    Und offenbar sieht es keinen Grund, sich zu trennen.
    Jedenfalls will er DARÜBER nie reden, obwohl wir ihn das in jedem neuen Thread fragen.

    w 49
     
    • # 11
    • 11.01.2017
    • NormaJean
    Nun, ich denke nicht, dass es ein "arrangieren" ist. Ich finde, das trifft eher auf Männer zu. Die verharren oft tatenlos in Beziehungen. Die finden aber häufig auch nicht so viele Dinge zum Meckern.
    Bei Frauen denke ich, ist es mehr ein "Hoffen" auf bessere Zeiten. Sozusagen ein Umerziehungsgedanke, unter dem Motto "steter Tropfen höhlt den Stein". Meistens ein Irrglaube, denn wer lässt sich schon gerne erziehen. Ich denke, dass Frauen sich eher schwer tun, den Gedanken zuzulassen, dass es halt einfach nicht zusammenpasst. Die wollen den Mann soweit hinbekommen, bis es passt. Viele Frauen merken den Punkt nicht, an dem es die Mühe nicht mehr wert ist. Ist mir selber schon mal so gegangen, und ich habe dies auch schon häufig von Freundinne berichtet bekommen, daher ist das meine Erfahrung.
     
    • # 12
    • 11.01.2017
    • EarlyWinter
    Meine persönliche Beobachtung - Frauen reden sich viel öfter etwas ein, rechtfertigen Dinge, lassen viel mit sich machen, lassen sich einen vom Pferd erzählen, interpretieren alles tot, um das, was nicht passt, passend zu machen usw. Wenn es aber Klick gemacht hat dann trennen sie sich konsequent. Männer sind unzufrieden, wissen auch genau, warum, sie redfen sich also nichts schön, aber sind viel zu bequem, um etwas zu ändern, also leben sie lieber bewußt eine schlechte Beziehung und gehen in die innere Emigration bzw. fremd.

    Aber, wie gesagt, nur meine persönlichen Beobachtungen, möchte nichts generalisieren weli das ja ohnehin nicht möglich ist. Denn natürlich gibt es Frauen, die aus eiskalter Berechnung in einer Beziehung bleiben, genauso wie es Männer gibt, die bis zum letzten Blutstropfen um ihre Beziehung kämpfen. Und es gibt auf beiden Seiten Solche, die sich konsequent trennen. Alles eine Frage dessen, was man als Kind mitbekommen hat. Deshalb rate ich auch immer allen Fragestellern, ihre Kinder nicht in einer unglücklichen Familie aufwachsen zu lassen, die nehmen die Verhaltensweisen automatisch und unbewußt an. Auch wenn sie bewußt gerne anders handeln möchten, unterbewußt blockieren sie sich selbst.
     
    • # 13
    • 11.01.2017
    • INSPIRATIONMASTER
    Auch meine langjährige Erfahrung und stimme dir zu 100% zu!
    Ich habe auch eine Erklärung für mich!
    Für Frauen ist wirtschaftliche Sicherheit weitaus wichtiger als für Männer.
    Frauen daten nach oben, Männer nach unten!
    In meinem ganzen Leben habe ich nicht eine einzige Frau getroffen, der wirtschafliche Potenz des Mannes nicht wichtig ist und noch etwas:
    Je mehr Frau verdient und je mehr Frau Karriere macht, unabhängig und akademisch gebildet ist, umso mehr erwartet Frau von Mann für ihre zusätzliche Sicherheit und zwar am Besten für immer, auch wenn der Mann eine Zweitfrau hat. Kann darüber Buch schreiben!
     
    • # 14
    • 11.01.2017
    • Kathyberlin
    Angeblich gehen 60% aller Trennung von der Frau aus, also kann die These nicht stimmen. Ich denke aber, dass Frauen ungleich viel mehr über Beziehungen nachdenken und hier generell im Forum stärker mit Fragen präsent sind. Übrigens sind auch Dreiviertel aller Psychotherapiepatienten Frauen, obwohl Männer deutlich häufiger Selbstmord begehen als Frauen, also möglicherweise sogar mindestens so gravierende psychologische Probleme haben. Vielleicht ist es aber unmännlich, Beziehungsprobleme zu haben? Männer machen die Sachen mit sich aus. Sie reden ja auch mit ihren besten Freunden nur selten über ihre Beziehungsangelegenheiten, während ich schätze, dass Frauengespräche sich zu mindestens einem Viertel um Beziehungs- und Datingfragen drehen. Und hier gab es auch schon die eine oder andere Frage eines Mannes, ob alles wieder gut werden kann, obwohl ihn seine Partnerin betrog.
     
    • # 15
    • 11.01.2017
    • moringa
    Frauen thematisieren ihre Sorgen und Probleme eher als Männer. Du wirst in jedem Forum (ausgenommen natürlich zu technischen Themen) mehr Frauen finden als Männer.
    Zudem werden Frauen weniger selbstbewusst erzogen, da unser Selbstbewusstsein maßgeblich vom Elternteil des anderen Geschlechts geprägt wird. Mütter lieben generell bedingungsloser, was die Söhne selbstsicherer werden lässt. Die Töchter müssen sich die Aufmerksamkeit ihrer Väter eher "verdienen", sodass sie dies auch auf ihr späteres Leben übertragen. Natürlich gibt es dabei auch Abweichungen, aber so wird es in der Psychologie erklärt.

    Je weniger Selbstwertgefühl eine Person hat, desto unsicherer ist sie auch in einer Beziehung. Je weniger ich mich selbst schätze, desto mehr glaube ich es zu verdienen, wenn ich schlecht behandelt werde. Eine Frau mit einer gesunden Selbstachtung lässt sich nicht jahrelang betrügen und akzeptiert auch keine Affären ihres Mannes.

    Dennoch glaube ich, dass sich auch selbstbewusste Frauen durchschnittlich mehr verantwortlich für die Familienharmonie fühlen als Männer. Sie verbiegen sich um alles zusammenzuhalten, gerade wenn Kinder vorhanden sind.
    Die unterschiedliche Einstellung wird hier im Forum doch sehr gut deutlich. Frauen wollen Rat zu ihrer eigenen Sichtweise auf ihre Beziehung (bspw. "übertreibe ich?, "sehe ich das zu eng?"), wie sie dies oder jenes verbessern können und die Partnerschaft insgesamt aufwerten können. Bei Beiträgen von Männern hat meistens schon eine Trennung stattgefunden. Nicht selten ist auch die Rede davon, keine Probleme in der Partnerschaft wahrgenommen zu haben.
     
    • # 16
    • 11.01.2017
    • Gast712
    Interessante Frage. Eigentlich sind sogar Frauen eher diejenige, die in Affären sind, weil Frauen permenant von vergebenen und verheirateten Männern angemacht werden (glaubt nur keiner, weil Männer untereinander zusammenhalten) und damit schneller blauäugig in was reinrutschen. Und Frau ist am Ende der Buhmann und wird von Frauen- und Männerkreisen ausgestoßen.

    Jede Frau hatte schon mal Kontakt damit, nur wird das nie öffentlich breitgetreten. Was würde man über die Frau denken? Ein Ruf als Frau definiert ihre komplette Existenz, und ich bin lieber prüde als eine Schlampe. Ich habe meine Affären also nie offen gemacht, weil ich am Ende als Frau der Verlierer bin.

    Natürlich müssen sich Frauen mehr engagieren. Die Rolle der natürlichen Frau ist, sozialer zu sein als der Mann, für Zusammenhalt der Herde und Aufzucht der Brut zu sorgen und schauen, dass der Mann da bleibt, weil das sonst ihr sicherer Tod (oder heute ihr sozialer Absturz als Alleinerziehende) bedeutet.
     
    • # 17
    • 11.01.2017
    • void
    Ich denke, es wird einerseits daher kommen, dass es früher nicht üblich war, sich zu trennen, also der Frau aufgrund ihrer körperlichen Unterlegenheit nichts übrig blieb, als sich zu arrangieren, und so hat sie es noch von der Mutter gelernt. Weiterhin würde ich sagen, dass Frauen Beziehungen wichtiger nehmen als Männer (natürlich nicht alle), so dass ihnen bei Problemen mehr am Herzen liegt, die aufzulösen, während Männer es akzeptieren und weitermachen bzw. sich entziehen. Auch gibt es oft die Situation, dass der Mann noch gar nicht "reif genug" war für eine "feste" Beziehung, also die Verantwortung, aber die Frau ihn unbedingt wollte. Also hat sie alles allein gemacht und den Mann "hineingezogen", wenn er sich nicht bewusst war, dass er an irgendeiner Stelle hätte sagen müssen, dass es ihm zu schnell geht. Die ganze Heiratsthematik, wenn von Männern hier nichts kommt, fällt für mich darunter. Und da die Frau nun gewohnt ist, dass vom Mann kein Engagement kommt, macht sie halt weiter und weiter und klagt immer wieder, dass er sich nicht ändert oder nie mal den Anfang macht. Sie verliert aber nie die Hoffnung, dass sie ihn noch hinerzogen bekommt, dh. sie versucht, sich immer wieder zu arrangieren mit allem, was er so tut.
    Aber ein wichtiger Punkt scheint mir zu sein, dass Männer seltener darüber reden, wenn sie leiden. Frauen sind meiner Erfahrung nach näher dran, seelische Probleme irgendwo besprechen zu wollen.

    Ich glaube, das liegt daran, dass erstens in der Öffentlichkeit mehr Männer sind, wenn man mal Politik und Wirtschaft meint, und die Frauen aufgrund ihrer Karriere meist entweder langweilig verheiratet oder alleinstehend sind und auch nicht halb so sexy und interessant als "Machtmenschen" wie männliche Lenker. Ein Berlusconi oder Strauss-Kahn oder Seehofer - ich meine, wären sie Postboten, hätten sie da so viele Möglichkeiten? Und die jetzt als Frauen, von der natürlich gegebenen Attraktivität her? Frauen stehen auf Macht bei Männern, aber umgekehrt ist das ja nicht so.
    Und zweitens denke ich, dass sie die Affären mehr unter dem Deckmantel halten werden, weil der Ruf einer Frau eben anders beschädigt wird als der eines Mannes, auch bei Sängerinnen und Schauspielerinnen, aber das sind alles nur Vermutungen.
     
    • # 18
    • 11.01.2017
    • Vikky
    Frauen sind nach meiner z.T. eigenen Erfahrung eher bereit in unerfreulichen Beziehungen zu verharren, wenn sie
    - ohne Ende Selbstzweifel/ein geringes Selbstwertgefühl haben, ob das schlecht-laufen an ihnen liegt. Männer sind Großmeister darin, Frauen dieses Gefühl zu vermitteln
    - Kinder haben und sich das Leben als AE nicht zutrauen
    - nicht allein sein können
    - einen erheblichen wirtschaftlichen Vorteil von der Ehe haben

    Selbstbewusste und wirtschaftlich selbstständige Frauen bleiben in keiner unglücklichen Beziehunbg.
    Wenn der Eindruck entsteht, dass Frauen sich eher arrangieren muss man sich den Hintergrund dieser Frauen ansehen und natürlich, dass Frauen hier mehr Beiträge schreiben, weil kommunikativer, merh am sozialen Geschehen interessiert - schon das führt zu einer Verzerrung.
     
    • # 19
    • 11.01.2017
    • Jana_09/15
    Ich denke, es ist ein Trugschluss zu meinen, Frauen arrangierten sich besser in Partnerschaften. Ich meine, sie machen mehr und länger Anstrengungen, die für sie unbefriedigende Partnerschaft zu ihrem Vorteil zu verändern.

    Es gibt da dieses Buch von Michael Mary "Wie Männer und Frauen die Liebe erleben". Darin wird recht stimmig beschrieben, dass Männer mit ihrer Beziehung tendenziell recht zufrieden sind, wenn die üblichen Klischees "Küche, Kinder, Koje" erfüllt sind. Somit hätten sie die häusliche Stabilität und den Ausgangspunkt, in die Welt hinaus zu gehen und sich dort zu verwirklichen, z. B. im Job. Darin liegt der Focus vieler Männer wirklich, und die Partnerschaft soll nur den friedlichen Boden für diese Aktivitäten im Außen bereiten.

    Die meisten Frauen haben eine andere Gewichtung für ihr Leben, nämlich genau umgekehrt. Oberste Priorität hat eine erfüllende Partnerschaft, aus der heraus sie Energie haben, sich im Job zu verwirklichen. Während der Mann durchaus zufrieden zum Workaholic mutieren kann, ist der Frau der Job auch sehr wichtig, aber wichtiger ist für sie ein stabiles soziales Umfeld und sie kann weniger innere Befriedigung nur allein aus ihrem Job schöpfen.

    Demnach rackeln Frauen viel mehr an ihren Männern, weil sie etwas bestimmtes von ihnen wollen - engagieren sich für die Beziehung und arrangieren sich mit Unstimmigkeiten, in der Hoffnung, den Mann ändern zu können. Die emotionale Bewegung der Frau ist also hin zum Mann, damit dieser ihr gebe, was sie von ihm braucht. Während Männer sich mit weniger Details zufriedenstellen lassen, viel weniger von der Frau brauchen als umgekehrt und stets ein wenig auf dem Weg "weg von der Frau" sind.

    Daher sehen wir auch das häufige Phänomen, dass sich Männer dann beschweren, wenn es kaum noch Sex gibt (meist wird ja trotzdem noch von Seiten der Frau die Wäsche gewaschen und gekocht), Frauen sich aber über die vielen verschiedenen Komponenten aus dem Kreis des Zwischenmenschlichen beklagen - die meist mit dem Oberthema "Bindung" kategorisiert sind.
     
    • # 20
    • 11.01.2017
    • EarlyWinter
    Da stimme ich dir einerseits zu, andererseits habe ich zum Teil komplett andere Erfahrungen gemacht, sowohl persönlich als auch im Bekannten- und Freundeskreis.
    Gerade Männer, die nach unten gedatet haben, lassen sich nicht scheiden weil sie keine finanziellen Einbußen in Kauf nehmen wollen. Sie stellen ihr persönliches Glück eindeutig hinter dem Geld.
    Es ist richtig, dass viele Frauen ebenfalls Vieles in Kauf nehmen für finanzielle Sicherheit, lassen sich demütigen von ihren fremdgehenden Männern, leiden, werden krank, wollen aber nicht auf ihr Porsche Cayenne und sonstige Annehmlichkeiten verzichten.
    Bei meiner Scheidung habe ich bewusst auf alles, was mir gesetzlich zugestanden hätte, verzichtet. Sowohl auf die Hälfte des Hauses, auf Rentenansprüche und was es sonst so gibt. Mein Ex Mann wollte auf nichts verzichten und ich wollte nicht mit ihm streiten. Mein Seelenfrieden ist mir wichtiger gewesen. Ich habe mich sogar verschlechtert denn auf seinen Wunsch hin habe ich ihm sogar die Möbel da gelassen, die mir gehört haben, bevor wir uns überhaupt kannten. Er hat mir nur so viel Geld gegeben, dass ich mir eine 2-Zimmer-Wohnung mieten und mir die notwendigen Möbel kaufen konnte, und das waren definitiv nicht die Teuersten und hatten bei weitem nicht den Wert der Gegenstände, die ich zurückgelassen haben. Ich habe nur meine Klamotten und ein paar Haushaltsgegenstände mitgenommen und habe mich quasi auf die Werkseinstellungen zurücksetzen lassen ;) Das hat nichts mit Aufopferung zu tun oder so, sondern eben damit, dass für mich mein persönliches Glück und mein Seelenfrieden wichtiger ist und ich würde es immer wieder ganz genau so tun. Meine Oma und meine Mutter haben mich da in meiner Entscheidung unterstützt. Ich komme aus einer Familie, in der sich meine Großeltern alles zusammen erarbeitet haben, wobei mein Opa sehr arm war als meine Oma ihn geheiratet hat, sie hatte ein bisschen mehr. Meine Mutter hat ihr Leben lang hart gearbeitet und wurde von meinem Vater ausgebeutet. Er saß zu Hause und hat sie psychisch und physisch misshandelt. Als sie gegangen ist hat sie alles hinter sich gelassen und mit Mitte 40 ganz neu angefangen. Als er starb habe ich auf mein komplettes Erbe verzichtet, damit meiner Mutter Gerechtigkeit wiederfährt. Auch das war kein Opfer. Ich bin eben so groß geworden, dass andere Werte zählen, man kann sich gemeinsam oder auch alleine alles erarbeiten. Das Einzige, was mich verletzt hat nach meiner Scheidung war die Unfairness von seiner Seite, denn er hatte ein sehr sehr bequemes Leben bei mir, hat mir beim Abschied also gezeigt, dass ich ihm nichts wert war. Aber das ist etwas, womit er selber klarkommen muss.
    Ansonsten teile ich deine Beobachtungen.
     
    • # 21
    • 11.01.2017
    • Lebens_Lust
    Menschen. Bequeme Menschen. Nicht: Frauen. Im Regelfall wird immer gesagt, die Frau trennt sich eher. Das spräche genau für das Gegenteil Deiner Aussage.
     
    • # 22
    • 11.01.2017
    • Magnus
    Das liegt auch daran, dass ca. 75 % der User weiblich hier sind.
    Dies sieht man ja auch hier in diesen Thread bei den ganzen Antworten.

    Ich persönlich würde auch nicht in einen Forum negativ über meine EX-Frau mich äußern. Was bringt mir dies und wie hilft es mir weiter. Gut, eventuell fühlt man sich danach besser, aber bei dem Problem bin keinen Millimeter weiter. Lieber regele ich etwas face to face als meinen Unmut im Forum kundzutun. Das war aber schon früher so, wo es überhaupt kein Internet es gab. Über Menschen, die sich nicht verteidigen können, rede ich nur positiv oder gar nicht.
    Vielleicht hat aber auch meine Einstellung etwas mit den Alter zu tun. Mit 52 habe ich ja schon ca. 68 % meiner statistischen Lebensdauer erreicht.:)

    Ich denke aber auch nicht, dass ich damit ein typisches männliches Verhalten habe. Meine EX war da genauso. Musste wahrscheinlich auch so sein, sonst wäre man nicht über 12 Jahren verheiratet gewesen. O-Ton meiner Ex: Wenn dir etwas stört, dann sage es mir direkt ins Gesicht und wenn du dies nicht kannst, dann schweige besser.

    Ob jetzt die Frauen bereit sind sich zu arrangieren, kann man nicht so allgemein sagen. Da kommen noch ganz andere Faktoren ins Spiel.
    Wenn z.B. die Krankenschwester eine Beziehung mit dem Primärarzt hat, dann ist die Krankenschwester dazu eher bereit, da sie ja einiges zu verlieren hat. Sie muss sich an einen niedrigeren Lebensstil wieder gewöhnen.
    Hat aber der Primararzt eine Beziehung mit der Oberärztin sieht dies wieder ganz anders aus. Die Oberärztin kann sich auch ohne den Primararzt einen höheren Lebensstil leisten.
    Es ist halt so wie vieles im Leben. Es existieren außer den Schwarz-Weiß noch mehrere andere Schattierungen.
     
    • # 23
    • 11.01.2017
    • sandra W
    Ich glaube, es ist ein wenig anders.
    Nach meiner Erfahrung bleiben Frauen länger und versuchen die Ehe bzw. die Familie zu retten. Daher versuchen sie, die Phase des Fremdgehens auszuharren in der Hoffnung, dass sich das dann bald wieder gibt (ist auch oft so).
    Ist die Ehe aber wirklich zerrüttet, also passt nichts mehr und ist auch keine Aussicht auf Besserung da, dann lassen sich eher die Frauen scheiden. Daher auch der hohe Anteil an Scheidungsanträgen von Frauen.

    Männer gehen schnell, wenn sie wirklich in eine andere Frau verlieben, also mehr als nur eine Affäre. Dann sind sie schnell bereit zur Scheidung. Sie bleiben aber gerne aus Bequemlichkeit, wenn die Ehe nicht mehr stimmt oder wenn sie nur eine bequeme Affäre nebenher haben. Sie sehen das dann als eine Art Wohngemeinschaft. Nur, dass die Frau einen anderen Mann hat, das würde ihr Ego ankratzen und das ertragen Männer nicht.
     
    • # 24
    • 11.01.2017
    • Wildblume
    Soziale Absturz als AE-Mutter? Ich war jahrelang AE-Mutter, berufstätig mit einem Kind, inzwischen erwachsen, wo war ich sozial abgestiegen? Alle anderen gut qualifizierten AE-Mütter aus meinem Umfeld hatten wie ich alle einen guten Lebenstandard.

    Sicherlich gibt es auch andere AE-Mütter, die von H4 Leben müssen, aber das sind doch nicht alle und auch da ist nicht jede gleich sozial abgestiegen. Was für eine Abwertung, was soll das?

    W
     
    • # 25
    • 12.01.2017
    • Lionne69
    Kein Frauenthema, sondern eine Frage des Individuums.

    Bequemlichkeit, Mangel an Selbstwert, an Selbstbewusstsein, Ängste, vermeintliche finanzielle Abhängigkeiten - oder real, weil dieser Status nach der Trennung nicht zu haben ist.

    So, wie es die verschiedensten Motive gibt, warum Menschen eine Partnerschaft eingehen, so unterschiedlich gehen sie damit um, verhalten sich in der Beziehung, und genauso individuell sind die Trennungsgründe, verlaufen die Trennungen.

    Ich kenne viele Paare, wo es beidseitig ein mehr oder weniger erträgliches Arrangement ist - wegen Status, Nicht Alleinsein Wollen / Können, Kindern.
    Bei manchen Partnerschaften habe ich den Eindruck, dass einem Partner das Leben richtig schwer zu machen, wohl ein sehr tragfähiges Motiv ist für den langjährigen Bestand dieser Partnerschaft, so man diese so nennen kann.
     
    • # 26
    • 12.01.2017
    • Arcturus
    Mir fallen mehrere Männer ein, auf die der erste Satz zutrifft. Aus Gründen der Privatsphäre hier nicht weiter ausgewalzt.

    Zum zweiten Satz: Frauen sind kommunikativer als Männer und es daher gewohnt, Probleme eher durch Nachfragen bei anderen Menschen anzusprechen und zu lösen. Männer machen Probleme eher mit sich aus und nehmen weniger Hilfe ins Anspruch. Das geht bis zu einer mehrfach höheren Selbstmordquote der Männer als bei Frauen (finale Lösung, wenn Hilfe von außen nicht da ist)*

    Frage eins: Ja
    Frage zwei: Antwort obsolet

    m47

    * Ist nicht meine Meinung, sondern gesicherte Erkenntnis psychologischer Untersuchungen und Statistiken zu Problemen und Hilfennahmen in Abhängigketi vom Geschlecht sowie zu geschlechtsbezogenen Untersuchungen zu Ursachen für Suizide
     
    • # 27
    • 12.01.2017
    • Vikky
    Liebe FS,
    ich kenne keine Frau, die ihre Affäre offen und plump wie ein Mann führt. Deswegen sind Affäre des Mannes viel öfter ein Trennungsgrund für die Frau als für den Mann.
    Ich war eine von den Frauen (Studium, gut bezahlter Beruf, keine Kinder) die ihrem Exmann des Eheaus erklärt hat, weil er wiederholt fremdgegangen ist - da bin ich toleranzfrei geworden. Ich hatte niemals eine Affäre in Ehe oder Beziehung. Bin ich mit der Partnerschaft unzufrieden, trenne ich mich. Anlass war auch nie ein anderer Mann sondern immer die Beziehung/Unzufriedenheit damit.

    Ich kenne überhaupt nur 2 Frauen, die Affären haben, nur im engsten Freundinnenkreis darüber reden (es gibt keinen Kontakt zwischen Freundinnen und ihren Männern). Eine von beiden ist Single, darf das also, die andere hat mit ihrem Mann ein gemeinsames Unternehmen, d.h. es gäbe erhebliche wirtschaftliche Probleme.
    Alle anderen haben keine Affären oder reden nicht drüber. Weil sie ähnlich drauf sind wie ich, vermute ich Letzteres.
    Das wiederum macht die Statistik unerklärlich wonach Fremdgehen (50%) zwischen Männern und Frauen gleichverteilt ist.

    Frauen bleiben nur in Beziehungen hängen und leiden unter seinem Fremdgehen, wenn sie erhebliche (wirtschaftliche) Vorteile davon haben.
    Ich glaube: Männer bleiben trotz fremdgehen der Ehefrau in der Beziehung, weil sie nichts davon wissen - weil die Frau es geschickter anstellt, der Mann es ihr nicht zutraut o.ä
     
    • # 28
    • 12.01.2017
    • Lebens_Lust
    Wenn ich hier so mitlese, tauchen im Wochentakt (oder sogar häufiger) Frauen auf, die Affären haben. Aus meiner Sicht ist das kein Stück besser als die Männer auf der Gegenseite.

    Das geht schon. Frauen gehen als Single Affären mit Ehemännern ein, regen sich aber als Ehefrau fürchterlich über den Ehemann auf, der fremdgeht. Sorry für die Pauschalisierung, ich kenne wiederum keinen Mann, der mit einer verheirateten Frau eine Affäre anfängt, aber ich kenne auch nur wenige, die fremdgehen. Warum auch immer...