1. Schock! Neuer Freund als Messie entlarvt

    Seit Monaten lerne ich einen super tollen Mann kennen.
    Ich war schon lange in ihn verliebt, bevor es zur körperlichen Annäherung kam. Er offenbar auch.
    Kennengelernt hatten wir uns durch den Sport. Bevor es zu körperlicher Intimität kam, kannten wir uns bereits Monate waren x mal in sämtlichen Restaurants und Cafes, wo er auch immer wie ein Gentleman bezahlt hatte. Wenn wir bei mir waren, hab ich immer gerne für uns gekocht.

    Es hatten sich mit der Zeit so viele Gemeinsamkeiten heraus gestellt. Anfangs mochte er mich aufgrund von Unordnung nicht mit in seine Wohnung nehmen. Aufgrund dessen, wie ich ihn gesehen, gerochen und geschmeckt hat, konnte ich mir das nicht im Geringesten vorstellen, das dies der wirkliche Grund der Zutrittsverweigerung zu seiner WHG sein konnte.
    Außerdem gab es noch weitere Hinweise für mich, (er ist in vielem pingeliger als ich) die dagegen sprachen.

    Jetzt kam es letztes WE zu einem Konflikt, wo meinerseits auch ein gewisses Mißtrauen ihm gegenüber zum Thema wurde, eben weil ich ja nicht in seine WHG durfte und ich ihm auch sagte, dass ich mir später nicht den Vorwurf machen möchte, falls er sich womöglich noch als "Heiratsschwindler" entpuppt, dass ich diesen Punkt nicht ernst genommen hätte.

    Gestern abend wollten wir uns noch einmal aussprechen, wo ich den Besuch eines Restaurants ganz in der Nähe seiner WHG vorschlug. (Seine Straße hatte er bekannt gegeben).
    Um es kurz zu machen: Ihm war klar, dass er mich nun reinlassen musste, obwohl ich wiederum ganz genau wußte, dass ich ihn ja niemals dazu hätte zwingen können.

    So- und jetzt kommt es: Bevor wir rein gingen sagte er schon, dass es ja ein Blick in seinen Flur genügen müsste, damit ich ihm endlich glaube...Er öffnete die Wohnungstür und konnte ich es einfach nicht fassen: Alles voll gestellt und vollgemüllt, wie ich es nur aus dem Fernsehen kannte, von solchen Leuten. Erst einmal bekam ich einen Lachanfall, dann sah ich mehr und noch mehr....Mittlerweile stehe ich unter Schock, es ist unfassbar, unglaublich.

    Den Beruf dieses Mannes nenne ich lieber nicht. Das macht das Ganze nämlich noch unfassbarer. Jetzt bin ich nur noch traurig, enttäuscht. Einerseits möchte ich ihn deshalb nicht fallen lassen. Außer sich selbst schadet er ja niemandem damit. Deutet diseser letzte Satz womöglich schon auf ein Co- Verhalten meinerseits hin?

    Ich weiß gar nicht, mit wem ich darüber sprechen soll. Ich möchte ihn mit der Sache auch nicht in den Dreck ziehen. Oder geht es genau darum, das nicht zu verheimlichen? Ich weiß es nicht. Mit dem Messie Syndrom kenn ich mich echt überhaupt nicht aus. Er sagt, dass dies erst durch eine Lebenskrise vor 3 Jahren ausgelöst wurde. Kann das sein? Den Begriff "Messie" hab ich seiner Gegenwart (noch) nicht ausgesprochen.

    Ansonsten ist er ein wundervoller, liebevoller, gutaussehender, superintelligenter, gepflegter Mensch, das kann ich wirklich nicht anders sagen.
     
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    • # 1
    • 16.04.2013
    • Gast
    So super toll kann der Mann nicht sein. Hier wurde das Thema Messie schon mal diskutiert. Es ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung.

    Ich möchte mit keinem Mann eine Bekanntschaft geschweige den eine Beziehung eingehen, der psychische Probleme, egal welcher Art, hat. Solch ein Mensch braucht prof. therapeutisch Hilfe, die ich ihm nicht geben kann und will, weil darunter meine Lebensqualität leiden würde.

    Punkt.

    Es gibt noch andere tolle Männer, die nicht solche Probleme haben.

    w 50
     
    • # 2
    • 16.04.2013
    • Gast
    Hallo Fragestellerin,

    ich kenne das von einem Exarbeitskollegen. Seine neue Partnerin hat das mit viel Liebe, einem Psychologen und dem Müllsackvorrat der ganzen Gegend gelöst bekommen. Er muß nur wollen das man ihm Hilft.
     
    • # 3
    • 16.04.2013
    • Gast
    Sehr schwierige Situation aber du solltest ihn auf keinen fall das wegen direkt abschießen. Das ganze hört sich fast so an als könnte er etwas nicht loslassen, was sich in Form von "Messie" Verhalten zeigt. Oftmals sind diese Menschen krank und eine Therapie ist da in den mir bekannten fällen unumgänglich, besonders bei den Menschen wo man es niemals gedacht hätte.

    Du kannst ihm nur aufzeigen, dass du ihn was das angeht gerne unterstützen möchtest, um vielleicht einen Weg daraus zu finden. Ihm aber auch ehrlich sagst das du unter diesen Umständen dir keine sorgenfreie Zukunft mit ihm vorstellen kannst und es eventuell mit einer neuen Frau Zeit ist alte Dinge hinter sich zu lassen.

    Es wäre an der Stelle natürlich gut, zu erfahren, was das für eine Krise bei ihm war. Gescheiterte Beziehung oder Tod spielt da oftmals ein Thema.
     
    • # 4
    • 16.04.2013
    • Gast
    Mir ist ähnliches vor einem halbem Jahr auch passiert.:-(
    Ein äußerlich gepflegter Mann, intelligent, humorvoll und gutaussehend.
    Niemals hätte ich gedacht, dass er so leben kann.
    Ich konnte nicht damit umgehen. Nach intensiven Gesprächen und meiner Feststellung, dass das Ganze bei ihm schon 5 Jahre so ist, hatte ich zuviel Angst in was ich da hineinrutsche.

    Vielleicht ist es bei dir anders!

    Viel Glück
     
    • # 5
    • 16.04.2013
    • Gast
    bei meinen damaligen Freund (jetzt Ehemann) war´s ähnlich, ein absolut herzensguter, sozialer Mensch ich bin damals aus allen Wolken gefallen, habe mich aber relativ schnell gefangen, mir ein paar grundsätzliche Fragen über die Beziehung gestellt.
    Habe mir rasch Hilfe geholt, quasi ein "Howto" zur Problemlösung.

    Mir hat damals geholfen (auf zuraten meiner Freundinnen, die sich ihm gegenüber als absolut ahnungslos gaben), das Zepter in der Beziehung sofort UND kompromisslos zu übernehmen. Auch er befindet sich in einem Schockzustand und den gilt es zu nutzen. Ich habe meinen damaligen Freund gesagt: "Eine Schachtel, die er unter 1x Tragen kann" wird behalten, alles andere weg... am Besten morgen, bevor er aus dem Schock erwacht.

    Bei mir hats geklappt und das Zepter habe ich immer noch und auch nicht bereut.

    viel Glück
    w40
     
    • # 6
    • 16.04.2013
    • Gast
    Da gibt´s doch bestimmt eine Therapie.
     
    • # 7
    • 16.04.2013
    • Gast
    Lass mich raten: Er ist Psychologe! ;-)
    Spaß beiseite. Wenn du kein gemeinsames Wohnen mit ihm planst, dann meide einfach seine Wohnung und fertig. Oder mach Schluss, wenn dich das Bild zu sehr geschockt hat. Vielleicht wacht er dann auf.
     
    • # 8
    • 16.04.2013
    • Gast
    Manche Menschen brauchen einfach eine gewisse Unordnung als Ausgleich dafür, dass sie sonst sehr ordentlich sind/sein müssen. Manche gefürchteten Chefs gehen aus ähnlichem Grund des Ausgleichs ja auch heimlich zu einer Domina und lassen sich da gerne quälen.

    Übrigens finden (fanden) sich einige "Messies" (z.B. Picasso) in ihrem ganz persönlichen Chaos (Atelier) ausgezeichnet zurecht. Mir sind nicht so sehr die Schlonze verdächtig, einen an der Waffel zu haben. Ich fürchte das eher bei den ordentlichen Pedanten.
     
    • # 9
    • 16.04.2013
    • Gast
    Ich antworte hier mal als selbst Betroffener und Müllverursacher. Nach meiner sehr schmerzhaften Trennung von meiner letzten Partnerin, habe ich mich eine ganze Weile nicht mehr um meinen Haushalt gekümmert. Es hat mich einfach nicht interessiert... Gleichwohl erlebte ich die Pflicht aufzuräumen als grossen Druck, und je mehr die Wohnung durcheinander gekommen ist, desto schwerer konnte ich etwas anpacken. Mir ging monatelang nicht aus dem Kopf, wie ich mich in meiner Ex täuschte und meine Konzentrationsfähigkeit wurde von der Zeit am Arbeitsplatz aufgefressen....
    Ich habe keine Hilfe angenommen. Der Termin des Heizungsablesers, war die letzte Chance die Kurve zu kriegen... Nach 2 Tagen UNFASSBARER Selbstüberwindung konnte er dann tatsächlich kommen :)
    In dieser Zeit hätte ich niemals jemanden in meine Wohnung gelassen! Ich kann Dir sagen, dass es für Ihn bestimmt nicht leicht war. Stell Dir einfach vor, Du läufst nackt durch die Fußgängerzone, dann hast Du einen ungefähren Vergleich. Ja, es ist ein Problem im Kopf. Ich denke, wenn er sich vornimmt seine Wohnung auf Vordermann zu bringen, will er es überperfekt machen und kommt nicht weiter. Ich glaube aber, dass man mit solchen Menschen durchaus normal leben kann, wenn der Knoten geplatzt ist.
    Das tut er allerdings nicht von heut auf morgen. An Deiner Stelle würde ich Ihm eine großzügige aber ersthafte Frist setzen. Es soll jeden Tag eine halbe Stunde was im Haushalt tun. Und er muss gleich anfangen! Sag ihm er soll jetzt nicht Müll sortieren, sondern die Dinge, die er wirklich braucht. Wenn er keine Villa hat, müsste er doch im Mai fertig sein. Ihr könnt danach ja mal einzwei Tage wegfahren.
    Übrigens ist das Problem gar nicht so selten. Seit meiner Schmuddelzeit weiß ich sehr genau, was sich hinter heruntergelassenen Rolläden verbirgt.

    m
     
    • # 10
    • 16.04.2013
    • Gast
    Eben. Es sind nämlich alles unerledigte Dinge, die da herumliegen. Alles muß noch gesichtet, geordnet, erledigt werden in einem Umfang, der die momentan verfügbare Freizeit übersteigt, aber das kann sich ja ändern, und dann hätte man etwas weggeworfen, das noch zu verwerten gewesen wäre.

    Zum Beispiel Zeitungsausschnitte. Zum Beispiel Yoghurtbecher, zum Basteln für Kinder, falls man mal Kinder hat. Zum Beispiel Zeitschriften, die man noch nicht vollständig gelesen hat, weil sich schon wieder etwas anderes dazwischengedrängt hat. Hübsche Flaschen, die man wieder befüllen könnte. Alte Videorecorder, die man reparieren könnte, um damit dann die Cassetten anzuschauen, die sich in dreieinhalb Kartons stapeln. Und, und, und.

    Hilf ihm aufräumen. Wenn er sich auch von vielen Dingen nicht trennen will, so kann er doch das Volumen verkleinern, so daß alles zusammen in einen Keller paßt. Aber aufgepaßt: ich wollte von den alten Compact Cassetten, die ihrerseits schon Kopien von noch älteren Tonbändern waren, CDs herstellen. Ging auch ganz gut, nur habe ich jetzt halt CDs, Cassetten und Bänder, die ich nicht mehr brauche, weil alles auf Festplatten ist, mit drei Backups.
     
  3. Dann hilf ihm doch beim Rest! Den perfekten Menschen gibt es nicht, und es ist keine Co-Abhängigkeit, sich gegenseitig bei wichtigen Wachstumsfragen zu unterstützen, Du hast ja keinen schwachen Menschen "gesucht".
    Outen solltest Du ihn in keinem Fall, und wenn sich herausstellen sollte, dass er sich bei seiner Unordnung nicht helfen lassen möchte, hat sich alles Weitere ja ohnehin für Dich erledigt.
     
    • # 12
    • 16.04.2013
    • Gast
    Liebe FS,
    es muss eine unglaubliche Überwindung für ihn gewesen sein, Dir seine Wohnung zu offenbaren und sich damit quasi selbst bloß zu stellen. Viele Menschen mit diesem Problem verstecken es über Jahre, vermeiden enge Bindungen, bauen nach außen eine Scheinwelt auf, schämen sich furchtbar und haben Angst, als minderwertig angesehen zu werden. Das ist ein täglicher Kampf mit sich selbst. Weil Du ihm keinen anderen Ausweg gelassen hast, hat er sich Dir offenbart. Das könnte zeigen, dass er sich endlich seinem Problem stellen will, indem er das Risiko eingegangen ist, Dich zu verlieren. Wenn Deine Gefühle für ihn stark genug sind, und Du selbst eine gefestigte Persönlichkeit hast, dann hilf ihm. Such professionelle Hilfe, aber nur, wenn er es zulässt. Zwingen kann schwierig werden. Informier Dich über diese psychische Erkrankung. Sprich mit ihm über die Lebenskrise, die dieses Verhalten bei ihm ausgelöst hat. Wenn Du Dich für ihn entscheidest, wird es ein steiniger Weg, der Dich an Deine Grenzen bringen könnte. Nur Du kannst entscheiden, ob er es Dir wert ist, das auf Dich zu nehmen. Mitleid sollte dabei aber auf keinen Fall die treibende Kraft sein. Das würde Euch beide unglücklich machen.
     
    • # 13
    • 16.04.2013
    • Gast
    Ich würde ihn auf keinen Fall abservieren.
    Mein Partner und ich haben beide psychische Probleme, diese auch noch total konträr.
    Man kann alles schaffen, wenn man will.

    Alles Gute für euch!
     
    • # 14
    • 17.04.2013
    • Gast
    Langsam!

    Ich kann Deinen Schock verstehen. Dennoch: suche das offene Gespräch, teile ihm - ohne ihn zu verletzen - Deinen Schock mit. Sucht nach Lösungen. Will er denn welche? Hat er Leidensdruck? Wenn nein (= noch nicht): benötigt er erst eine daran zerbrochene Beziehung um aufzuwachen?

    Das und noch einiges mehr würde ich ihn alles fragen.

    Mit seinen Antworten wirst Du klarer sehen. Berichte doch mal, wie es weiter geht...

    M50
    (u.a. Arzt)
     
    • # 15
    • 17.04.2013
    • Gast
    Das ist keine Krankheit, sondern ganz einfach Faulheit - wobei ich es durchaus verstehen kann, wenn man einen 8- oder mehr Stundenjob hat, er einem sämtliche Work-Life-Balance nimmt!
    Früher gab es das eher nicht, weil da meistens eine Frau im Haushalt für Ordnung gesorgt hat - das Familienbild hat sich heute (für Frauen auch zum Glück) gewandelt - zurück bleibt aber eine Spezies - nämlich "Mann" - die es nie gelernt hat, sich einfach zu überwinden, und endlich anzupacken zuhause. Gibts auch bei Frauen!
    Ich finde es nicht so schlimm, wenn es in der Wohnung wie in einem Wimmelbildspiel aussieht - was ich schlimm finde, ist Dreck, Müll und Gestank. Das wäre für mich ein No-Go - eine kreative Unordnung hingegen ist nicht schlimm.
    Was kann man tun? Ärmel hochkrempeln und anfassen - das ist das Einzigste. Trägheit und Faulheit werden heute gerne als "Krankheit" umschrieben - dabei ist es das, was es ist: Faulheit - zumindest bei sonst gesunden Menschen.
    Wenn Du den Mann magst - dann mache mit ihm einen Schlachtplan! Als ich meinen Mann kennenlernte, war es das Gleiche in Grün - die Bude war so unglaublich voll mit noch Murks von seinem Urgroßvater, dass ich dachte, ich spinne! Wir sind sehr schnell zusammengezogen und so bot sich die Möglichkeit, den Sperrmüll zu bestellen. Er selbst hat es auch als Erleichterung empfunden und konnte sich von den Sachen nicht trennen, weil seine Eltern wollten, dass er seinen Opa in Andenken behält - ergo war alles voll mit Kram, was gar nichts seines war - nicht sein Leben! Als es weg war, war es wie eine Reinigung - und mit dieser "Grundreinigung" fiel es auch leicht, unsere Wohnung sauber zu halten und nicht mehr zu sammeln. Wenn Du den Mann wirklich magst, dann hilf ihm doch - man kann seinem Partner ja auch eine gute Freundin sein - wenn der erste Schock verflogen ist!
     
    • # 16
    • 17.04.2013
    • Gast
    hier die FS:

    also- er hat einen akademischen Beruf, der zeitweise auch steriles Arbeiten erfordert.

    Leidensdruck? Ja, den hat er!

    Gestern abend hat er sogar von sich aus den Begriff "Messie" ausgesprochen, ganz leise, das fand ich süß.

    Ursache war angeblich eine zerbrochene Beziehung und ich muss ehrlich sagen, dass ich ungern davon höre, bzw. vermutlich nicht die richtige Person bin, mit der er darüber sprechen kann. Außerdem finde ich, dass man doch nach 3 Jahren mal über so etwas hinweg sein müsste.

    Ich möchte ihm ja einerseits helfen, aber wenn ich mit ihm darüber spreche, fällt mir auf, dass er das ganze Zeugs, das dort rumsteht "verteidigt". Er glaubt, die Sachen sind so wertvoll, dass er sie einfach nicht wegwerfen kann. Das mag bei vielem ja auch so (hoher materieller Wert) sein. Nur- es ist einfach viel zu viel und letztendlich dürfte er nicht schlecht verdienen, ist Einzelkind, hat selbst keine Kids....

    Meiner Meinung nach ist der Fall ganz einfach: Müllcontainer bestellen, so gut wie alles raus, einmal richtig durchputzen, neu streichen und fertig! Das geht in einer Woche über die Bühne.

    Als ich vorgestern abend mit meinem Lachanfall erst einmal fertig war, hatte ich noch zu ihm gesagt:" ei das kann wahr sein hier, das ist doch wohl nicht Dein Ernst...Du hast bestimmt noch ne Penthouse Wohnung drüben am See....." Er sagt er lebt tatsächlich dort, in diesem "Loch" wie ich es mittlerweile nenne.

    Thema "Faulheit": Das kann man ihm jetzt nicht vorwerfen, finde ich. Jeden Tag mindestens 8 Std. arbeiten, dazu hat er je eine Stunde (also 2 Std gesamt) An- und Abfahrtsweg.
     
    • # 17
    • 17.04.2013
    • Gast
    Liebe FS!
    ich würde einfach das ganze Thematisieren, in dem Du sagst wie es für Dich anfühlt...dass gerade weil Du das beste für ihn willst und ihn sehr magst, belastet es Dich, dass er selber so eine Last mit sich rum zieht...und es ist eine Last. Auch wenn er damit einen gewissen Trost findet, ist es sicherlich anderseits auf sozialer Ebene eine tierische Belastung für ihn....deswegen kann er keinen Mensch mit nach Hause einladen, weil er sich schämt, und weil er aus dem Teufelskreis nicht raus kommt.
    Was tun? Gut darüber nachdenken ob du mit der Situation genauso wie es ist, langfristig klar kommst. Wenn es nicht so ist...wie es wahrscheinlich bei den meisten Menschen wäre - , würde ich nicht die Flinte ins Korn werfen, sondern ihm sagen, Du wirst ihm zur Seite stehen und evtl. helfen aufzuräumen (auch wenn es darum geht Entrümpler zu beauftragen)....aber er muss es für sich tun...und Du kannst ihn nicht alleine unterstützen.....also er braucht definitiv professionelle Hilfe.... Also ihn fragen, ob er bereit wäre eine Therapie zu machen.. Vielleicht gibt ihm deine Unterstützung die Kraft und den Anreiz daraus zu finden.
    Wenn nicht, wird´s schwierig.
    Dir viel Glück!
     
    • # 18
    • 17.04.2013
    • Gast
    Messie ist eine dehnbarer Begriff. Ist das mehr so eine "Junggesellenbude" oder gibt da auch Ungeziefer, usw.?
    Das erstere ist wohl schon noch "heilbar"...

    Ein Kumpel von mir ist Feuerwehrmann und was der manchmal berichtet ist schlimm.
    In der stärksten Ausprägung können die Menschen nichts (und damit meinte er wirklich NICHTS) wegwerfen. Einer sammelte sogar seinen Kot in Eimern im Badezimmer. Immer einer Lage Eimer, ein Brett drüber und wieder eine Lage gefüllter Eimer....
     
    • # 19
    • 18.04.2013
    • Gast
    Erstmal : es liegt ihm sehr viel an dir!!! Er hat dich in seine Wohnung reingelassen. Eine Freundin von mir hat einen Mann gedatet, der sie nie einlud. Als Ausreden hatte er "Renovierung und Unordnung".
    Als es ihr zu bunt und zu unheimlich wurde, fuhr sie an sein Haus ( da sah sie schon im Vorgarten die Anzeichen...) und klingelte. Der Mann war sehr verliebt, aber er lies sie stehen und machte die Tür nicht auf. Das war das ( für meine Freundin) glückliche Ende!
    Jetzt musst du dich vom Schock erholen und ihm deine Hilfe anbieten. Macht einen Plan: an einem bestimmten Tag in der Woche, oder am WE kommst du vorbei und hilfst ihm alles zu entsorgen, was weg soll/muss/darf/könnte....Stell ihm einen Karton, oder zwei hin, in den er Sachen hinein tut, bei denen er sich noch nicht ganz sicher ist. Wertvolle Sachen bei ebay oder in der Zeitung verkaufen und für das Geld was Schönes Neues als Belohnung besorgen. Gebt euch genug Zeit und lass keinen Aufräumtag ausfallen, damit das "Wegwerfen " eine konstante Tätigkeit wird. Nach jedem solchen Tag genügend loben und eine Belohnung einplanen. Das klingt vielleicht nach "Kindergarten", aber nur bekommst du es mit ihm in den Griff.
    Ich würde keinen Menschen sofort aufgeben, aber ihm schon deutlich sagen, dass es DICH sehr belastet, da DU DICH da unwohl fühlen würdest und wenn ihr eine Beziehung führt, kann es doch nicht sein, dass ihr nur in deiner Wohnung , oder draußen seid.
    Ich denke, es hängt davon ab, wie sehr du ihn liebst und wie strukturiert du selbst bist. Vielleicht bist du seine Chance ein "aufgeräumtes" und glückliches Leben führen zu können.
     
    • # 20
    • 18.04.2013
    • Gast
    Im Augenblick kommt im Fernsehen eine Serie über Messies. Schaut euch die mal an und ihr erfahrt, dass hinter diesem krankhaften Verhalten immer schlimmer Erlebnisse aus der Kindheit/Jugend liegen und diese nur mit therapeutischer Hilfe wirklich geheilt werden kann.

    Wenn Frau einen Mann frisch kennt, ist sie verliebt, aber die Berichte lesen sich hier teilweise etwas naiv. Hier wird von keiner Unordnung gesprochen, denn die selbst dürfte nicht sein, wenn ich einer Frau meine Wohne zum ersten Mal zeige. Dann räumt doch jeder halbwegs normale Mann auf, oder nicht? Wer das nicht macht oder nicht kannt, hat wirklich ein psychisches Problem.

    Dann würde ich als Frau die Beine in die Hand nehmen, mag der Kerl ansonsten noch so nett sein, aber wer psychische Probleme hat, ist nicht in der Lage eine gesunde Beziehung zu führen.
     
    • # 21
    • 18.04.2013
    • Gast
    Hier die FS:

    Erst einmal Danke für Eure Beiträge.

    Gast 11.40: wie heißt denn die Serie und wann wird das gesendet?

    Gestern waren wir wieder bei mir, kurz auf dem Balkon, wo er ein benutztes Tempotaschentuch einfach in einen bepflanzten Blumentopf warf...ich habe mich gefragt, ob ich ihn jetzt erziehen muss...habe gesagt, dass das dort nicht hingehört....das war wieder ein Zeichen, wo ich nur so staunen konnte...

    Ansonsten muss ich sagen, dass ich jetzt irgendwie ein anderes Bild von ihm habe, als vorher. Es ist nicht so, dass ich ihn verachte, aber ich weiß wirklich nicht, ob ich so etwas ertrage langfristig.....und wahnsinnig strukturiert bin ich leider nicht. Zwar putze ich einmal die Woche alles durch, aber tendenziell bin ich eher chaotisch, wozu ich aber auch stehe.

    Hinzu kommt, dass er ständig nach Exbeziehungen fragt, schier endlos... und redet auch selbst viel und vor allem ungefragt über frühere Beziehungen, was mich sehr nervt. Und zwar deshalb, weil ich es so empfinde, dass daduch ein Gefühl von Nähe weggeht, es entsteht Distanz. Ich fühle mich einfach schlecht, bei dem Thema Ex und Exen. Ich befürchte, dass er unbewußt gar keine Nähe möchte und dies ein Mittel dafür ist. Ich weiß, es wäre ein Thema für einen neuen Thread. Trotzdem:

    Was meint Ihr dazu?
     
    • # 22
    • 19.04.2013
    • Gast
    Beim Lesen dachte ich spontan an diese schöne Welt der Oberflächlichkeiten ... gemeinsam promenieren und dinieren, sich wie ein Gentleman benehmen, die Rechnung übernehmen ... da kommt ein Mann an. Gab´s keinerlei Anzeichen? Habt ihr nie so richtig persönlich geredet? Wenn man sich ein paar Monate kennt, kennt man doch die Vorgeschichte ein wenig und merkt an manchen Stellen, hier wird geblockt. Keine Vorahnung ...? ... abgesehenen davon, dass es immer recht merkwürdig ist, wenn das Zeigen der Wohnung sehr einseitig bleibt? Irgendwelche Anzeichen gibt´s immer (siehe z.B. auch dieses weggeworfene Taschentuch - etwas, das Dir JETZT auffällt).

    Ich selbst hatte eine Phase, wo mir mehrere Standbeine im privaten und beruflichen fast zeitgleich wegbrachen ... auch mit viel Stärke ist das schon recht erschütternd. Und so hab ich die Anfänge einer verwahrlosten Wohnung durchaus bei mir erlebt - in Zusammenhang mit einer depressiven Phase und völliger Lähmung. Ich habe da selbst wieder rausgefunden, ohne fremde Hilfe. Hab viel gelesen, mich mit den Gründen beschäftigt. Auch konnte ich mit meiner Wohung gerade noch so umgehen, dass vorher ANGEKÜNDIGTER Besuch auch ohne Bauchschmerzen empfangen werden konnte. Das war aber noch weit entfernt vom Messidasein Aber mir ist durchaus klar, wo so eine Tendenz hinführen kann, wenn man nicht selbst herausfindet bzw. sich Hilfe sucht und Hilfe annehmen kann. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich auch eine Frau kennengelernt, die sehr in mich verliebt war. Aber ich selbst war zu einer wirklich tiefen Beziehung gar nicht in der Lage, weil ich meine Probleme lösen wollte und musste. Und so habe ich mit ihr offen geredet und es erstmal freundschaftlich fortgesetzt.

    Teil 2 folgt
     
    • # 23
    • 19.04.2013
    • Gast
    Teil 2

    Ich bezweifle, dass bei Euch zum jetztigen Zeitpunkt eine wirklich runde Beziehung entstehen kann. Erstmal muss ER sein Problem in den Griff bekommen (wollen): Erkennen des Problems, Annehmen des Problems, eine Lösung finden. Ist so ähnlich wie bei einer Sucht. Ohne tiefe Kenntnis vom Thema Messitum zu haben, bin ich mir sicher: Seine Wohnung ist das Sinnbild seines wahren inneren Zustandes. Was Du bisher gesehen hast, das war seine Maske.

    Helfen ja, wenn er es will und ernsthaft etwas ändern möchte. Ansonsten würde ich eher etwas Distanz empfehlen, keinesfalls Abbruch, wenn alles andere angenehm ist. Ich glaube kaum, dass es so simpel ist, wie manche schreiben - im Sinne von: der sei einfach faul oder da räumt man ein paar mal rigoros auf und alles ist wieder gut. Nein, da steckt ein tieferes Problem dahinter, dass sich nicht von heute auf morgen erledigt haben wird.

    Du merkst offenbar schon jetzt, dass Du Dich etwas distanzierst und ihn mit anderen Augen siehst. Und jetzt, mit etwas Abstand werden Dir noch viele andere kleine Zeichen auffallen, die bisher von der ersten Verliebtheit übertüncht waren. Ich glaube, etwas Abstand ist gut und richtig, denn er schützt Dich. Gut, dass Du nicht gleich die Flinte ins Korn wirfst, spricht sehr für Dich, für Einfühlungsvermögen und menschliche Wärme. Ich glaube übrigens, dass man bei vielen Menschen ziemlich schockiert ist, wenn man tief hinter die Fassade schaut. Hier ist das Problem noch recht offensichtlich, oft liegt es weitaus versteckter.
     
    • # 24
    • 19.04.2013
    • Gast
    Hört sich an, als wäre diese Krise noch nicht vorbei. Sonst würde er langsam mal "aufräumen" - zunächst mal mit seiner Vergangenheit und dann die Wohnung.

    War diese Lebenskrise" vielleicht eine Trennung, von einer sogenannten "Hausfrau", und nun ist er damit überfordert neben einem anspruchsvollen Job auch noch seine Wohnung in Ordnung zu halten?
     
    • # 25
    • 19.04.2013
    • Gast
    Hier der Gast. Einfach googlen, dann findest du es ganz leicht. Ansonsten, was so geschrieben wird, lese ich immer mehr, dass meine Vermutung stimmt, dass er auch zu den "unordentlichen" Menschen gehört, die psychische Probleme haben.

    Mit einem Mann an meiner Seite soll es mir genauso gut wie bisher gehen, oder sogar noch besser.

    Ist dem nicht so, dann ist dieser Mann für mich nicht der Richtige.

    FS, ist dein Selbstwertgefühl so gering, dass du dich auf so einen Mann dauerhaft einlassen willst?

    w
     
    • # 26
    • 20.04.2013
    • Gast
    Hier die FS:

    #24: nein, das war nicht die Hausfrau, aber sie hätte es vielleicht werden sollen aber nicht wollen.

    Und -ob ich nicht vorher "etwas" gemerkt habe?

    Mir sind schon DInge aufgefallen, wie etwa eine schlechte Körperhaltung oder dass in einigen Dingen ziemliche Diskrepanzen da sind, aber das die WHG so dermaßen schlimm aussehen könnte - darauf wäre ich nie gekommen. Küche und Bad hat er mir aber ja noch immer vorenthalten.
    Er hat auch tatsächlich schon angekündigt, dass ich doch bitte vor meinem nächsten Besuch vorher (zuhause oder sonst wo) auf die Toilette gehen soll, wenn mir das jemand anders erzählen würde- ich könnts nicht glauben.

    Aus meiner SIcht ist es so, dass man doch an einem freien Samstag im Badezimmer die wichtigsten Dinge geputzt kriegen müsste. An weiteren Tag die Küche, insofern, es ist mir ein Rätsel. In vielen andern Dingen ist er mir ja wiederum weitaus überlegen.
     
    • # 27
    • 20.04.2013
    • Gast
    Liebe FS, nach Deinem letzten Beitrag habe ich den Eindruck, Du hast bisher die tiefere Problematik und die Tragweite nicht verstanden, die sich hinter dem scheinbar simplen Ordnungsproblem verbirgt. Es ist eben nicht einfach damit getan, mal schnell das Bad zu wischen und den Abwasch zu erledigen (abgesehen davon, das dies bei langanhaltender "Unordnung" auch etwas "komplexer" werden kann ... man denke nur an verstopfte Abflüsse oder massive Ablagerungen).
    Vielleicht würde er ja sogar aufräumen wollen, aber irgendwas hindert ihn offenbar (innerlich) massiv daran.

    Ist ja Deine Entscheidung, wie Du damit umgehst, aber bei aller Zuneigung und auch viel Einfühlungsvermögen ... bei der Aufforderung, Du solltest lieber vorher woanders eine Toilette aufsuchen, da sollten bei Dir langsam ein paar mehr Warnlampen angehen. Wenn er das JETZT nicht selbst hinbekommen will - wo er Dich kennt und doch auch eine Art "Anreiz" haben müsste ... dann stimmt ganz gewaltig etwas nicht. Ich hatte Dir in #22/23 recht ausführlich geschrieben. Und gerade weil mir (nur) der leise Anfang eines solchen Problems bekannt ist ... würde ich nach Deinem letzten Beitrag sagen: Geh auf Abstand und lass ihn erstmal richtig mit sich selbst klarkommen.
     
    • # 28
    • 20.04.2013
    • Gast
    Mensch liebe FS, das sagt doch schon alles. An einer Körperhaltung erkennt man, wie der Mensch durch das Leben geht. Aber wenn ich mir deine Zeilen so auf mich wirken lasse, scheint deine eigene Körperhaltung auch nicht die aufrechteste und gestärkteste zu sein.

    w 49
     
  4. Oder such einen sympathischen psychologischen Psychotherapeuten für ihn.
    Ich würde ihm, wenn er mich trotz allem noch faszinierte, anbieten: Belade fünf Koffer mit dem, was Dir am wichtigsten ist, der Rest wird geräumt, professionell von einer Firma. Zieh bei mir ein, dort gelten meine Regeln für´s Aufräumen, wir treiben gemeinsam Sport, und Du kannst nach 3 Monaten wieder durchatmen, fühlst Dich anders.
    Wenn er diesen Fluchtweg für sich ablehnt, oder sich bei Dir inzwischen der Ekel über die Liebe schiebt, dann bleibt Dir wohl nur ein Rückzug. Bitter, hörte sich so an, als würde da ein Mensch -mit Hilfe- gerade noch in der Lage sein, die Kurve kriegen zu können.
     

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