• # 60
    • 08.04.2012
    • Gast
    Da stimme ich zu. Eine grausige Entwicklung!

    Nun...in Frankreich und Skandinavien ist es schon seit recht langer Zeit so, dass Kinder auswärts betreut werden. Sind das alle Steinzeitmenschen?
    Ich kenne nicht viele Skandinavier und Franzosen, aber ich hoffe und glaube jetzt doch mal, dass die meisten von ihnen in ihrem Essverhalten Knigge näher stehen als ein paar ausgehungerte Neanderthaler.
    Eines der Hauptprobleme ist, glaube ich, dass Menschen nicht mehr auf andere achten. Zunehmender Egoismus und Gedankenlosigkeit eben.

    Wenn ich mit jemandem esse, egal ob mit einem Date oder meiner Großmutter, dann kann ich mir doch denken, dass es meinem Gegenüber unangenehm ist, wenn Brotkrümel aus meinem Mund in seinen Kaffee fliegen.
    Oder dass mein Gegenüber denkt "Hilfe, was ist jetzt los?", wenn ich wild gestikulierend mein Messer auf ihn richte.
    Auch der Anblick eines Mayonnaise-verschmierten Gesichts ist nicht sehr angenehm für den, der es sich anschauen muss.
    Doch in unserer Gesellschaft wird leider kaum noch darauf geachtet, was für den Anderen angenehm ist. Hauptsache man amüsiert sich selber. Und wenn sich der Andere nicht mehr meldet, dann ist er "es eben nicht wert", dass man sich weiter mit ihm abgibt. Wir sind leider sehr selbstbezogen geworden. Selbstkritik fehlt vielen fast völlig.
    Natürlich kann jedem von uns mal ein Missgeschick passieren (man denke an die Nudel mit Loriot :)), doch darauf zu achten in einem anderen Menschen keine unangenehmen (Ekel)Gefühle zu wecken ist meiner Meinung nach ein Zeichen von Achtung und Respekt vor dem Gegenüber.
    w,37
     
    • # 61
    • 25.10.2012
    • Gast
    Ich muss mir auch seit Jahren den Vorwurf gefallen lassen nicht vernünftig essen zu können. Ich halte mich am Tisch nicht aufrecht, kenne keine Regeln der Tischetikette und manchmal wird mir vorgehalten zu schmatzen.

    Da all meine männlichen Vorfahren (die ich kenne und kannte) ähnlich "rüpelhaft" waren schiebe ich das einfach auf meine Veranlagung. Aber natürlich versuche ich mich dennoch zusammenzureißen so weit es geht.
     
    • # 62
    • 25.10.2012
    • Gast
    Mir ist eine ansprechende Nahrungsaufnahme bei meinem Gegenüber auch sehr wichtig, allerdings habe ich auch bei Frauen unangenehme Tischsitten festgestellt. Da hier "Elite" bei Männern aber regelmäßig über den Kontostand und bei Frauen über die Jugend - beides unabhängig von der Bildung, die gutes Benehmen normalerweise fördert - verstanden wird, wundert mich nicht, wenn manch Einer oder manch Eine diesem Nebenschauplatz keine Aufmerksamkeit mehr schenkt.
     
    • # 63
    • 25.10.2012
    • Gast
    Für Tischmanieren gilt leider "Was Hänschen nicht lernt".
    Ich bin vor einigen Jahren eine Lebensgemeinschaft mit einem Mann trotz seiner schlechten Tischmanieren eingegangen, eben auch weil ich dachte, das könne man schließlich immer noch lernen und in einer Beziehung wären andere Dinge wichtig...
    Nun ja letzteres stimmt zwar, aber bzgl. der ersten Annahme habe ich mich natürlich gründlich getäuscht.
    Leider hat sich dadurch bei Feierlichkeiten schon manche peinliche Situation ergeben, wenn eben etwas vom Teller hopste und schlimmstenfalls das Gegenüber bekleckerte, aber ich mache mich wegen dieser Dinge nicht mehr verrückt und sehe es mit Humor.
    Es ist ja nicht so, dass man für das Verhalten seines Partners verantwortlich ist.

    Versuche, wenigstens unter vier Augen auf gröbere Verstöße hinzuweisen (schmatzen, mit offenem Mund kauen, mit vollem Mund reden, mit Besteck in der Hand gestikulieren, regelrechtes herumfuhrwerken auf dem Teller, alles gleichmäßig zerteilen und mit Soße vermischen, quietschendes Besteck, übermäßiges aufdrehen von Spaghetti usw).
    Jedoch führen solche Hinweise selten zu Dank sondern immer zu Ärger und schlechter Stimmung, denn wer wird schon gern so kritisiert?

    Mein Schlüsselerlebnis war die Bekanntschaftt der alleinstehenden ( und ehemals alleinerziehenden) Mutter, sehr auf Äußeres bedacht und alles pieksauber, gebügelt mit Spitzen und Rüschen.
    Zur gemeinsamen Mahlzeit legte sie ihrem Sproß einen Löffel zu einem Gulachgericht bereit, als einziges Besteck wohlgemerkt!

    Da war alles klar und mein geäußerter Wunsch nach Messer und Gabel wurde staunend zur Kenntnis genommen.
    Als sie selbst "loslegte" (sie bevorzugte dabei die Gabel) staunte ich über die ungewöhnliche Technik - den Griff der Gabel ganz in der rechten Faust und munter losgemischt und geschaufelt.

    Der Apfel fällt hier leider immer direkt nach unten. :)
    Mir hilft dieses Benehmen übrigens, ihrer regelmäßigen Kritik an meiner Person gelassener gegenüber zu stehen.
     

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