1. Partnersuche trotz unheilbaren Krebserkrankung?

    Ich bin unheilbar an Krebs erkrankt und mein Lebensgefährte hat sich von mir getrennt, weil er mit unserer Situation nicht mehr klar kam.
    Zwar schreitet meine Erkrankung fort, ich gebe jedoch nicht auf und habe schon einige Medikamente durch, die den Krebs immer wieder in seiner Ausbreitung verlangsamt haben.
    Ich habe bis jetzt auch eine gute Lebensqualität und lebe seit fast zwei Jahren ein relativ normales Leben (wohne alleine und komme super klar). Wer nicht weiß, dass ich erkrankt bin, sieht es auch nicht.
    Natürlich wäre es toll, noch einmal eine schöne Beziehung zu führen. Ich befürchte aber, dass sich kein Mann auf eine unheilbar erkrankte Frau einlassen wird.
    Aber natürlich lasse ich mich gerne eines besseren belehren und daher meine Frage an euch: Hat sich jemand für eine/einen unheilbar erkrankten Partner/in entschieden und lebt gut mit dieser Entscheidung? Oder kennt jemanden, der jemanden kennt ;-)
     
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  3. Zuerst einmal wünsche ich Dir Heilung. Denn auch wenn die Ärzte sagen, es geht nicht viel, gibt es gerade bei Krebs auch immer wieder Spontanheilungen (das sind keine Wunder).
    Im Titel hat mich "Partnersuche" im Zusammenhang mit "unheilbar" irritiert, denn es passt nicht zum restlichen Text. Du bist offen für eine neue Partnerschaft (falls es sich denn ergeben sollte) und fragst, wie es anderen mit Deiner Krankheit gehen würde.
    Wie gesagt, niemand weiß, wie lange Du leben wirst. So wie wir alle es nicht wissen, wie lange jeder von uns leben wird. Wir leben fast alle so, als würden wir ewig leben, manche tatsächlich bis zum letzten Atemzug.
    ErwinM, 50
     
  4. Liebe TE,

    wie hast Du es denn bisher erlebt, wenn Du Männer kennengelernt hast? Haben sie sich vornehm zurückgezogen, wenn Du Deine Krankheit erwähnt hast?

    Selber kenn ich nur Fälle bei sich bereits liebenden Menschen, die sich nicht getrennt haben, aber da war auch kein Kinderwunsch mehr da. Spielt das bei altermäßig passenden Männern eventuell noch eine Rolle?

    w/36
     
  5. Was für eine schwierige Frage - und ich ertappe mich dabei, wie ich versuche, einen Bogen um sie herum zu machen (also nicht darauf einzugehen). Aber das ist ja genau das, was du gerade mit deinem Lebensgefährten erlebt hast.

    Selbst wenn hier, liebe @Yelli, jemand schreibt, trotz trauriger Diagnose eine neue Liebeserfahrung gemacht zu haben, muss das nicht unbedingt auch auf dich zutreffen. Die Liebe begegnet nicht einmal, gleichmäßig verteilt, allen Gesunden.
    Was würde ich also in deiner Situation machen? Offen suchen. Ohne gleich zu offenbaren, dass ich krank bin. Mir die Männer, die sich melden, genau ansehen. Erst dann mein Dilemma schildern, wenn ich das Gefühl habe, dass der Auserwählte damit umgehen kann. Einbeziehen, dass er sich nicht anders verhält, als dein früherer Freund.
    Dennoch bleibt ein Zipfelchen Glück und du an einen liebevollen Mann gerätst, der nicht in die Zukunft sondern in's Heute schaut. Der es so sehen kann, wie du selbst: dass Liebesglück heilen kann.

    Genau das wünsche ich dir!
     
  6. Das hast du falsch verstanden. Ich frage nicht, wie es anderen mit meiner Krankheit gehen würde. Ich frage, ob sich hier jemand FÜR einen kranken Partner entschieden hat und falls ja, wie es DIESER Person damit geht (z.B. trotz allem glücklich oder Entscheidung bereut...etc.)
     
  7. Egal was dir Leute die antworten, das bringt die nichts, du solltest dein Wunsch eigenständig aufrichtig und authentisch in Erfüllung bringen und daran glauben, Punkt.
     
  8. über Krankheiten und Unheilbar könnte ich viel schreiben,, gerade in Bezug auf Krebs. Hierzu gibt´s super Literatur und was man alles tun kann, außerhalb der Schulmedizin( ich weiß wovon ich rede, war und bin selbst betroffen) und ich kann Dir nur empfehlen Dich mal mit Fasten zu beschäftigen und Dr. Michael Spitzbart.
    Zu Deiner Frage: keiner weiß wie lange er hat. Ein Gesunder fährt Auto und schon kann es vorbei sein. Wenn Du Deine Krankheit nicht wie eine Monstranz vor Dir herträgst, sie Dich, wie Du schreibst, nicht groß einschränkt und Du ein relativ normales Leben führst spricht doch nichts dagegen. Menschen verlieben sich in gehandicupte Menschen, wo oft die Lebensqualität eingeschränkt ist und manches gar nicht geht. Also, nur Mut und viel Glück.
     
  9. Liebe Yelli,
    fühl Dich gedrückt und es tut mir wirklich leid, dass es Dir so schlecht geht.
    Aber wenn ich "unheilbar" erkrankt wäre, würde ich nicht versuchen, einen neuen Lebenspartner in dieses "Unglück" mit hineinzuziehen.
    Bitte bedenke, im besten Falle, Du triffst und lernst einen tollen neuen Menschen kennen, der Dich auch liebt. Wie wird der sich fühlen wenn Deine Krankheit fortschreitet und er ohnmächtig zusehen muss?
    So leid mir das alles tut aber ziehe bitte nicht noch eine weitere Person mit hinein.
    Alles Gute!
    W54
     
  10. Ich habe meinen Mann kennengelernt, der Multiple Sklerose hat. Das hat mich von Anfang an überhaupt nicht gestört, mir war völlig bewusst, dass das nicht besser wird und er eventuell irgendwann nicht mehr laufen kann. hat mich kein bisschen gestört, allerdings gab es in meiner Umgebung einige Freundin, die mit der Entscheidung nicht gut umgehen konnten, da sie selber große Angst vor Erkrankungen haben. Mittlerweile ist jetzt auch meine Tochter schwer erkrankt, an einer anderen Krankheit, und wir haben hier zu Hause sozusagen ein fröhliches Pflegeheim. Also mich persönlich hat es überhaupt nicht gestört, denn ich habe mich in diesen wunderbaren Menschen verliebt, die Krankheit nehme ich halt in Kauf. Ich bin es gewöhnt alles zu entscheiden und auch alles selber zu machen, deshalb ist es kein Problem wenn ein Mann jetzt keine Bohrmaschine halten kann. Auch bin ich finanziell autark, aber das war sowieso noch nie etwas was mich ein an Mann interessiert hätte.
     
    • # 9
    • 13.01.2020
    • nuri
    Ja, ich kann dazu was sagen und nein, auch wieder nicht.

    Ja, weil: Ich habe Multiple Sklerose, und die hatte ich auch schon lange, bevor ich meinen Mann kennen gelernt habe. Beim ungefähr dritten Treffen hab ich es ihm gesagt.
    Damals, das ist gut 12 Jahre her, hat man nichts oder kaum etwas gesehen. Inzwischen kann ich schlecht laufen. Sonst fehlt mir aber nichts.

    Und darum: Nein. Meine Situation ist eine andere als deine. Ich bin nicht lebensbedrohlich erkrankt. Mir tut nichts weh. Ich muss keine fiesen Therapien machen. Mein Zustand ist schon lange ziemlich stabil.


    Ich bin es, die jeden Tag einen Spaziergang macht (oder fast jeden Tag). Mein Mann fährt Auto.

    Ich bin es, die vor Jahren ganz betrübt war, weil Radfahren nicht mehr klappt. Wegen schlechtem Gleichgewichtssinn, nicht wegen mangelnder Kraft.
    Mein Mann fährt Auto, hat sein Fahrrad weggegeben und ist meiner Trauer gegenüber fassungslos. Schließlich haben wir doch ein schönes Auto, oder?

    Ich bin es, die eine Muckibude frequentiert. Mein Mann guckt Sport. Im Fernsehen.

    Ich bin es, die zum therapeutischen Reiten geht. Mein Mann nähert sich einem Pferd nicht allzusehr. So fünf Meter möchten schon dazwischen sein. Oder drei, ich will nicht ungerecht sein.

    Ich bin es, die zweimal pro Woche zur Physiotherapie geht. Mein Mann hat Rückenschmerzen. Keine zehn Pferde (ach nee, die sowieso nicht) kriegen ihn in diese oder eine andere ähnlich geartete Praxis.


    Das sind nur ein paar Beispiele.
    Und nun denk nicht, dass er ein biersaufender, grölender Fußballfan ist. Er ist Musiker und hat auf einem Konservatorium Geige und Klavier vermittelt bekommen. Er kann noch viel mehr, aber die körperlich bedeutend aktivere Person bin ich. Darum hindert meine Behinderung ihn auch kaum an Dingen, die er gern tun würde. Wenn er unbedingt mit mir wandern, tanzen, schwimmen, Radtouren machen wollte, wäre unsere Ehe schwierig bis unmöglich.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Bei mir ist alles etwas anders gelagert, aber die Botschaft ist, dass meinen Mann meine Erkrankung nicht verschreckt hat, auch nicht in der Kennenlernphase. Es gibt also Männer, die so etwas nicht gleich in die Flucht schlägt. Dein großer Pluspunkt ist, dass deine Krankheit mit Glück heilbar ist. Meine nicht. Ich muss mit ihr leben, und wer mit mir leben will, der kriegt praktisch ein Doppelpack.
     
  11. Liebe Yelli, erst einmal viel Kraft wünsche ich Dir auf dem Weg zur Heilung Deiner Krankheit.
    Und lass Dir gesagt sein, es gibt keine unheilbaren Krankheiten.
    „Egal, wer der Vater der Erkrankung ist, die Mutter ist immer die Ernährung „
    Vor einem Jahr selbst noch schwer krank, bin ich dafür ein mopsfideles lebendes Beispiel.
    Ich empfehle Dir ,eine Ketogene Ernährungsweise zu beginnen, diese ist die einzige, die unsere Selbstheilungskräfte aktivieren kann, der Körper ist im Fettstoffwechsel in der Lage, „Baustellen“ zu reparieren.
    Das Finden liebender Menschen ist meiner Meinung nach vom Gesundheitszustand unabhängig, immer möglich.
    Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg zur Heilung :)
     
  12. Für mich ist es eine schwierige Frage, deshalb möchte ich gern antworten. In Gedanken ist es ziemlich schwer, sowohl emotional als auch das, was einem erwarten wird. Auch wenn dir hier einige schreiben, dass es Wunder gäbe oder alternative Therapien, so weißt Du doch selber durch die fortschreitende Krankheit, dass es in absehbarer Zeit mit hoher Wahrscheinlichkeit vorbei ist.

    Könnte ich mich in einen Menschen, der im fortgeschittenen Stadium eine tödliche Krankheit hat verlieben? Ich denke ja, natürlich ist das möglich. Andererseits bin ich mir nicht sicher, ob ich das gefühlsmäßig an mich ranlassen würde, weil es in gewisser Weise auch ein Selbstschutz ist. Trotzdem schließe ich es nicht aus, muss aber zugeben das es ein großer Kampf für mich wäre. Wenn ich dich mag, würde ich trotzdem mit dir viel Zeit verbringen. Ob ich eine Beziehung eingehen würde, kann ich dir so theoretisch nicht sagen. Das wäre situationsabhängig.

    Ich kenne zwar ein paar Menschen, die an einer schweren Krankheit gestorben sind. Den meisten ist es nicht so wie dir - was mir sehr leid tut - passiert, dass sie von ihrem Partner verlassen wurden. Ich kenne aber auch keinen Fall, wo noch jemand eine neue Beziehung angefangen hat.

    Da ich nicht in deiner Situation bin, kann ich mich nicht komplett hereinversetzen. Ich hatte mit 18 eine Viruserkrankung, wo mir die Ärzte auch nicht sagen konnten, ob ich das überleben werde. Das hat aber nur 4 Monate mit großen gesundheitlichen Einschränkungen gedauert und dann war klar, dass ich ohne Einschränkung weiter leben kann. An andere Sachen habe ich damals nicht weiter nachgedacht, mich hatte die Krankheit zu sehr beschäftigt. Aber deine Erkrankung ist viel langlebiger und man möchte mit der Prognose seine Zeit möglichst gut nutzen. Von daher kann ich deinen Wunsch sehr gut verstehen. Da ich es selber für mich nicht komplett ausschließe, wird es da draußen auch andere Menschen geben, die ähnlich denken. Versuche es und Du wirst vielleicht fündig werden. Ich wünsche dir alles Gute.
     
  13. Liebe Yelli. Zuerst einmal meinen Glückwunsch, dass Du Dich nicht unterkriegen lässt. Das ist eine respektable Leistung.

    Kennst Du GLEICHKLANG? Das ist eine Partnerbörse für Menschen mit Besonderheiten, dort kann man das auch kommunizieren und als Besonderheit eingeben. Probier es doch mal dort.

    Ich glaube, dass Du auf jeden Fall die Chance auf eine Partnerschaft hast. Es gibt doch auch Männer, die krank sind, suche Dir doch Leidensgenossen! Viel Glück.
     
  14. Liebe Nuri, ich finde deinen Beitrag total hoffnungsvoll, süß und stark zugleich geschrieben. Er spricht mich unter anderem deshalb so an, weil drei mir liebe Bekannte bzw. Freundinnen teilweise schon sehr früh an MS erkrankt sind. Und der Freund einer der drei ebenfalls Pianist ist.

    Sie haben sich während ihrer Erkrankung kennengelernt. Die Symptome waren schon da, aber die Diagnose nocht nicht. Die beiden sind inzwischen auch etwa 12 Jahre zusammen. Sie leben nicht zusammen, verbringen jedoch große Teile des Wochenendes miteinander. Er hat so einige Marotten, meie Freundin ist die ausgeglichenere. Was sie von Anfang an verband war die Musik, diese ist bis heute ein wesentlicher Baustein der Beziehung. Zudem ist klar,, dass lieber für sein eigenes Glück sorgt und dies nicht vom anderen erwartet. Beide gehen sehr achtsam miteinander um. Das ist letztendlich der Schlüssel jeder guten Beziehung.

    In diesem Sinne ist es sicherlich möglich, sowohl nach schwerer Krankheit zusammezubleiben, als auch eine neue Liebe zu finden. Auch für die FS. Es ist "nur" deutlich schwieriger, erfordert mehr Kraft/Ausgeglichenheit und Achtsamkeit mit sich und dem Partner.
     
  15. Ja, sicher gibt es auf dieser Welt einen passenden Mann für Dich.

    Würdest Du einer alten, pflegebedürftigen Frau im Altenheim sagen, dass sie sich nicht mehr verlieben oder neu heiraten darf, weil... ? Natürlich nicht!

    Wenn das für Dich ehrlich für die 90-jährige, pflegebedürftige Frau im Altenheim gilt, muss es auch für jeden jüngeren und fitteren Menschen gelten.

    Bei Senioren kenne ich mehrere solcher Paare. Bei jüngeren Menschen nicht, was aber daran liegen könnte, dass ich nicht viele jüngere, für mich erkennbar kranke Singles kenne.

    Wo Du den passenden Herrn findest, kann ich Dir nicht sagen. Wie bei anderen Single-Frauen geht es darum, was Du von dem Herrn erwartest. Für Sex und Romantik würde ich Dich in die Disco oder an einschlägige Online-Foren verweisen.

    Ein bisschen Off-Topic, weil es nicht direkt passt. Kennst Du das Stichwort: Amelotatismus? Es gibt Menschen, die eine Vorliebe für Menschen mit fehlenden Gliedmaßen haben.
    Während der Motorradfahrer nach seinem Unfall ohne Bein im Rollstuhl verzweifelt, weil er meint, ohne Bein nie wieder eine Frau zu bekommen, ist er für die Frau mit Amelotatismus gerade hierdurch zum Traumprinzen aufgestiegen.

    Ich möchte Dich ermuntern, groß zu denken.
     
  16. Liebe FS, ich wünsche dir viel Kraft und viele kleine und große Wunder, die dein Leben lebenswert machen. Ich habe mich vor zwei Jahren sehr stark in einen chronisch kranken jungen Mann mit geringer Lebenserwartung verliebt und wäre bereit gewesen eine Beziehung mit ihm einzugehen, er hat mich so berührt und ich fand ihn einfach toll. Er wollte aber keine Beziehung mit mir und das hat mich zuerst sehr verletzt. Letztendlich sind wir aber Freunde geblieben. Später erkrankte mein Sohn schwer und ich war erleichtert dass wir keine Beziehung führten,ein schwerkranker Mann und psychisch sehr kranker Sohn wäre vielleicht über meine Kraft gegangen. Was mit an diesem Mann auffiel war,dass er sehnsüchtig eine Beziehung suchte,jedoch oft durch unerträgliche Schmerzen gar nicht die Kraft hatte . Oft musste er Treffen absagen, bei Konflikten reagierte er oft über . Dann hatte ich ein schlechtes Gewissen, einen kranken Mann stressen schien mir egoistisch und unfair, aber immer still sein und Dinge nicht ansprechen weil der andere krank ist geht doch in einer Beziehung auch nicht . Was ich damit sagen möchte,
    Wir alle sehnen uns nach Liebe. In einer schweren Krise alleine zu sein ist furchtbar . Liebe kann vieles heilen. Aber eine Beziehung zu haben ist auch viel Arbeit und braucht viel Energie. Hast du diese Kraft? Ich wünsche dir dass du noch jemand Besonderen kennen lernst, der dich verzaubert und berührt . Bis du denjenigen findest wünsche ich dir viel Liebe von Freunden, von Familie. Vielleicht kannst du auch alte Bekanntschaften auffrischen, vielleicht eine Jugendliebe oder jemanden, den du schon länger kennst . Ansonsten finde ich nicht,dass du Rücksicht auf die Gefühle von Männern nehmen sollst, ob du sie da rein ziehen darfst oder nicht . Das kann jeder Erwachsene für sich entscheiden. Meine letzte Frage wäre inwieweit würde es dich verletzen wenn ein Mann sagt dass er deine Krankheit nicht tragen/ aushalten kann und daher den Kontakt abbricht ? Wenn es dich sehr verletzt und runter zieht wäre das nicht gut für deine Erkrankung . Alles Liebe dir !
     
    • # 16
    • 14.01.2020
    • nuri
    Liebe(r) schwalbenweg, vielen Dank für dein Feedback, dein Kompliment. Ich freue mich sehr!

    Und ja, es mag schwieriger sein, mit einer Erkrankung einen Partner oder eine Partnerin zu finden. Aber eine Krankheit trennt auch schnell die Spreu vom Weizen. Und das ist doch eine gute Nachricht.
     
  17. Ok, du bist an Krebs erkrankt. Ja, Krebs ist sehr oft eine unheilbare Erkrankung aber es gibt auch nirgends so viel Forschung wie bei Krebs. In der Krebsforschung fließt viel Geld herein und es sind unheimlich gute Therapiemöglichkeiten entstanden, sodass Krebs mittlerweile sein Horror-Gesicht verloren hat.
    Ich würde das Leben wie eine Reise betrachten. Ich würde aufschreiben, was ich alles erreichen und erleben möchte und ich würde einen Mann finden, der bereit ist sich auf dieses Abenteuer einzulassen. Ich denke, jeder ab 50 sollte so leben.
    Es gibt Leute, die ein enormes Sicherheitsbedürfnis haben und die nächste 30 Jahre schon heute geplant haben. Solche Leute kommen für dich nicht in Frage. Es gibt aber auch andere Menschen, die selber auch eine schwierige Zeit hinter sich gebracht haben, vielleicht auch die gleiche Erkrankung besiegt haben und wissen, dass es keine Sicherheit auf dieser Erde gibt. Das Leben ist nur bedingt planbar. Man kann versuchen in hier und jetzt zu leben und eine schöne Zeit zu haben, sich auf wirklich wichtige Dinge zu konzentrieren. Es gibt auch schlimmere Erkrankungen als Krebs. Stephen Hawking kennst du ja bestimmt. Er hatte ALS (eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems) und die Ärzte gaben ihm nur 2-3 Jahre. Er wurde aber 76 Jahre alt und hat sogar zwei Mal geheiratet. Also, du siehst, alles ist möglich.
    Sei und bleib positiv und glaube an dich :)
    La vie est belle
     
    • # 18
    • 14.01.2020
    • nuri
    Diesen Rat kenne ich, er wird öfter gegeben, übrigens ausschließlich von Menschen, die in keinster Weise körperlich eingeschränkt sind.

    Ein Leidensgenosse als Partner - was soll das werden? Die Sorgen sind verdoppelt, erstens um die eigene Person und zweitens um den Lebensgefährten.

    Ich hab den Rat, mir doch einen Mann zu suchen, der auch MS hat, vor vielen Jahren ernsthaft von einer Freundin bekommen. Wenn ich das gelegentlich anderen MS-Betroffenen erzähle, können die nur mit dem Kopf schütteln.

    Ganz praktisch: Ich besitze ein kleines klappbares E-Mobil für längere Wege. Es passt problemlos in den Kofferraum, wiegt aber immerhin 20 kg. Mein Mann kann mein Vehikel sekundenschnell ins Auto befördern und wieder rausholen. Wie wäre das Leben mit einem Partner, der dazu nicht in der Lage ist? Der vielleicht nicht mal Auto fahren kann?

    Und das ist nur eins von Dutzenden, vielleicht Hunderten von Beispielen, die ich geben könnte. Alle MS-Betroffene, die ich kenne, Männer oder Frauen, haben total fitte Partnerinnen und Partner. Gott sei Dank.

    Liebe Fragestellerin, bitte gib nichts auf den Rat mit dem Leidensgenossen. Er ist ganz einfach Unsinn.
     
  18. Das Gleiche wird ja gerne mal geraten, wenn dicke Menschen keinen Partner finden. Die sollen sich doch gefälligst unter den Dicken umsehen, da gibt es bestimmt noch wen, der passend ist. Oder Menschen, die nicht 1A aussehen. Die sollen ja definitiv nicht so hohe Ansprüche an den Partner haben, und sich einen suchen, der in der selben Optik-Klasse rangiert. Wenn man genau darüber nachdenkt, merkt man eigentlich von selbst, wie blöd solche Vorschläge sind.

    Man muss natürlich als eingeschränkter Mensch damit leben, dass einfach nicht jeder Mensch Lust auf diese Einschränkungen hat. Ich finde aber, das hat nichts mit Charakterschwäche oder Spreu vom Weizen zu tun. So eine Einstellung hat ja auch Gründe.

    Wenn ich mich zum Beispiel in die Situation hineinversetze, dass ich jemanden date, den total toll finde und plötzlich eröffnet er mir, er habe Krebs. Ich glaube, ich würde auch dankend ablehnen. Ich hätte eine wahnsinnige Verlustangst, ich selbst habe an Krebs schon viele Menschen sterben sehen - moderne Forschung hin oder her. Außerdem kann Krebs ja auch jederzeit Rezidive bilden. Das ist mir einfach zu riskant, den Menschen gerade dann wieder zu verlieren, wenn man gerade begonnen hat, sein Herz zu öffnen und zu lieben. Damit würde ich wahrscheinlich nicht fertig werden.

    Außerdem habe ich miterlebt, wie bei einem Pärchen im Freundeskreis der Mann plötzlich schwerst an Krebs erkrankte, und die Partnerin den ganzen Leidensweg miterlebt und ertragen hatte. Die ganzen Sorgen und Ängste die sie hatte! Furchtbar!
    Fun fact: er hat am Ende überlebt und sie dann verlassen, weil er keine Krankenschwester zur Freundin haben wollte.

    Ich war selber jahrelang chronisch, aber nicht lebensgefährlich erkrankt, und schon das war recht belastend für meinen Partner damals. Was ich verstehen kann.
     
    • # 20
    • 17.01.2020 um 08:32 Uhr
    • Moona
    @#18+#19. Ich muss gerade an den jungen behinderten Mann denken, der in einem Heim lebte und sich nichts sehnlichster wünschte als eine Freundin. Und der dann sehr entrüstet reagierte auf die Frage, ob es denn in seinem Heim keine Freundin für ihn gäbe. Da habe ich ehrlich gesagt gestaunt. Aber er ist offensichtlich nicht der einzige, der so denkt.

    Solche Geschichten bewirken bei mir, dass mein Mitgefühl und mein Verständnis leider sehr schrumpfen. Und ich staune: diejenigen, die sich den Gesunden zumuten, lehnen ihresgleichen ab. Die Toleranz ggü Kranken und Behinderten gilt dann wohl nur für Gesunde? Scheint so. Warum bitteschön sollte sich dann ein Gesunder sowas antun? Nach diesem Wertesystem fällt mir keine Antwort ein.

    Ich habe übrigens auch noch was gelernt: nur weil jemand krank oder behindert ist, ist er noch lange kein toleranter und guter Mensch. Wie wohl die Fragestellerin darüber denkt?
     
    • # 21
    • 17.01.2020 um 17:28 Uhr
    • nuri
    Ich mute mich keinem Gesunden zu. Ich habe meinen Mann nicht mit Waffengewalt gezwungen, mich zu heiraten. Er wollte mich ehelichen. Kein Gesunder muss sich so etwas "antun". All die zahlreichen Partnerinnen und Partner von behinderten Personen haben sich ganz freiwillig darauf eingelassen.

    Es geht nicht um Toleranz. Es hat auch praktische Gründe, warum jemand, der körperlich eingeschränkt ist, nicht bevorzugt mit jemandem zusammen leben möchte, der es auch ist.

    Meine Mutter hat meinen blinden Vater bei der Arbeit kennengelernt und ihn geheiratet. Gleich zwei NoGos. Ich hab mich schon als Kind gewundert, wenn zwei Blinde miteinander verheiratet waren. Das kam sehr selten vor, eigentlich kann ich mich nur an einen Fall erinnern. Das Leben der beiden war sehr viel komplizierter als das, was ich aus unserer Familie kannte. Meine Mutter ist Auto gefahren, hat meinem Vater vorgelesen, hat ihm im Theater oder im Kino ins Ohr geflüstert, was sich nur Sehenden erschließt, hat ihm buchstäblich viele Wege geebnet. Warum sie sich das angetan hat? Wenn sie das jemand ab und an mal gefragt hat, war ihre Antwort: "Weil ich meinen Mann sehr liebe." Ich selber habe in der Grundschule sehr schnell lesen gelernt, um meinem Vater mitteilen zu können, was in der Zeitung stand. Er hat Hörspiele mit mir angehört oder sich abends im dunklen Zimmer mit mir unterhalten. Ich fand es wunderbar. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass ich einen schlechteren Vater hätte als andere Kinder. Er war für niemanden von uns eine Zumutung. Ganz im Gegenteil. Und er hatte viele sehende Freunde, die bei uns aus und ein gingen. Nicht aus Mitleid, sondern weil sie gern mit ihm Zeit verbracht haben.
     
    • # 22
    • 17.01.2020 um 19:30 Uhr
    • godot
    Wenn das doch alles so klar wäre.
    Es gibt auch Menschen die sich mit Kranken umgeben um sich selbst zu erhöhen. Da bist du dann mit ständiger Dankbarkeit beschäftigt. Oder Menschen die nur gut und rücksichtsvoll mit Kranken umgehen solange Andere es sehen und dann zum Ekel mutieren ist das Paar allein.
    Und nun kommt meine ganz schlimme Horrorvorstellung: Er (der erhoffte Mann) ist scharf auf die Witwerrente bzw. auf das Erbe.

    Ich will hier nicht den Teufel an die Wand malen, vielleicht geht auch meine Phantasie durch, aber auch als kranker Mensch, solltest du nicht blind durch die Gegend laufen.
     
    • # 23
    • 17.01.2020 um 19:44 Uhr
    • mochen
    Hallo Jelli, ich wünsche Dir viel Glück bei der Partnersuche und hoffe Du findest einen verständnisvollen, lieben Mann.
    Ich habe keinen Krebs, bin aber leider seit Jahren aus gesundheitlichen Gründen erwerbsunfähig berentet. Das stößt bei allen gesunden Menschen auf Unverständnis und Empörung. Ich werde als Schmarotzer und arbeitsfaul tituliert, beschimpft, gemieden und ausgegrenzt.
    Es interessiert niemanden wie es zu meinem derzeitigen Zustand kam.
    Meine Leidensgeschichte begann als ich 18 Jahre wurde.
    Heute bin ich 35 und immer noch Single, kein Mann interessiert sich für eine kranke Frührentnerin.
    LG Mo
     
    • # 24
    • 17.01.2020 um 20:06 Uhr
    • Tomyi
    #20 finde ich einen interessanten Aspekt und vielleicht auch einen neuen Personenkreis als potentiellen Partner.
    Gut, die Kombination von zwei Blinden oder zwei Rollstuhlfahrer verkompliziert vielleicht vieles. Aber warum sollte ein Rollstuhlfahrer den Astmatiker oder Migränepatienten ablehnen?

    Sicherlich kann eine Erkrankung oder Behinderung das Leben des Betroffenen und damit dann auch dessen Partner beeinflussen. Die Diagnose und Therapie haben Auswirkung auf Persönlichkeitsentwicklung und Launen.

    Da muss man schauen, wie man als Paar zusammen passt.

    Es macht sicher einen Unterschied, ob es darum geht beim plötzlich erkrankten Partner zu bleiben, oder mit einem bereits kranken Menschen eine Beziehung zu beginnen.

    Es geht sicher um Fragen, wie Familienplanung, Familienleben und Kinder, um Planbarkeit der Zukunft und der Freizeitgestaltung, um Finanzen beim Bezug von Krankengeld.

    Es kommt sicher auch darauf an, was die Fs von der Beziehung erwartet.
     
  19. Ich finde das Wort zumuten verletzend für Kranke. Die meisten Kranken schämen sich obwohl sie keinen Grund dazu haben und es ist ihre größte Angst jemandem zur Last zu fallen. Es gibt Menschen, die das nicht tragen/ ertragen können und das ist ihr gutes Recht. Aber andere lieben den Menschen und wählen aus freien Stücken ein Leben mit diesem Menschen, der für sie besonders und gerade richtig ist. Ich finde Nuris Beschreibung von ihrem Vater ganz wundervoll und berührend.
     
  20. Das verstehe ich nur bedingt. Okay, wer "schwach" ist braucht einen Stärkeren, wer viele Sorgen hat, braucht nicht noch welche obendrauf. Dennoch sollte eine Partnerschaft ausgeglichen sein. Du schenkst deinem Partner durch deine aktive, unternehmungslustige Art etwas. Vielleicht bist du auch eine recht hübsche Frau, hast Witz, kannst gut kochen... auf jeden Fall gibst du deinem Partner etwas zurück, das ihn gern bei dir sein lässt, einen Ausgleich schafft.

    Es ist mutig von moona, das zu schreiben, was viele Denken. Ich schließe mich da nicht aus und finde, dass sie aus allgemeiner Perspektive Recht hat. Partnerschaft ist immer ein Geben und Nehmen. Erst wenn ich den Mensch persönlich schätze und achte, sehe ich ihn mit anderen Augen. Das mit dem Geben und Nehmen bleibt gleich, nur mit anderem Blickwinkel.
     
    • # 27
    • 18.01.2020 um 10:27 Uhr
    • Aries
    Ich wünsche Dir viel Kraft. Dass es möglichst lange so bleibt.

    Deine Frage ist heikel.
    Ich habe meine Frau begleitet bis zu ihrem Tod. Wir waren sehr lange zusammen, wir liebten uns, wir kämpfen diesen Kampf gemeinsam. Wir hielten uns, als es klar war, der Krebs wird am Ende siegen.
    Wir lernten das Jetzt zu genießen, es gab viele besondere Momente. Vielleicht durch das Bewusstsein der absehbaren Endlichkeit besonders intensiv.

    Ich bin ehrlich. Selbstverständlich würde ich meiner neuen Partnerin genauso zur Seite stehen.
    Aber eine Partnerschaft mit jemandem eingehen, bei dem die unheilbare, tödliche Krankheit feststeht? Die Zeit für uns evtl. sehr begrenzt?
    Ich lasse mich ein, verliebe mich, liebe?
    Der Abschied von meiner Frau war nicht einfach. Die Trauerzeit. Unsere Kinder brauchten mich, damals mein Halt.

    Du klingst sympathisch, lebensbejahend.
    Aber ich könnte Dir nur Freundschaft anbieten, Partnerschaft nicht.

    Alles Gute.

    M, 54
     
  21. Ich sehe es ähnlich wie@Moona. Toleranz zu haben ist auch kein Ziel bei der Partnersuche. Wer möchte von seinem/r zukünftigen Partner/in toleriert werden? Es sind eher gemeinsame Ziele, die bei der Partnersuche wichtig sind.
    Außerdem habe ich gelernt, dass alle ab einem gewissen Alter ihre Wehwehchen haben.
    Wichtig ist, dass man sich nicht selbst raus selektiert. Es gibt hier wöchentlich Threads darüber, ob es sich tatsächlich noch lohnen würde zu suchen trotz Übergewicht, Haarausfall, hohem Alter, Arbeitslosigkeit, Krankheit etc.? Manchmal bekomme ich beim Lesen der Threads den Eindruck, dass alles, was nicht den Norm entspricht, nicht liebens- und lebenswürdig sein darf und wer entscheidet darüber was Norm ist?
    Ein Mensch ist mehr als seine Behinderung und er kann trotz Handicap eine Partnerschaft führen. So sehe ich es!
     
    • # 29
    • 18.01.2020 um 12:11 Uhr
    • pixi67
    Ich überlege gerade wie ich umgekehrt reagieren würde, wenn ich auf Partnersuche wäre.

    Selbst kann ich nicht mitreden, was Krankheit angeht.
    Zumindest nicht aktuell...

    Dennoch musste ich Ablehnung erfahren, weil ich alleinerziehend war, nach OPs nicht mehr gertenschlank.
    Man fokussiert sich innerlich auf die Ablehnung
    Sieht sich selbst als Mangelware

    Wenn ich heute zb kleine Kinder ablehnen würde oder einen kranken Menschen, dann aus Mängeln bei mir.
    Weil ich "geschafft " bin und mir nicht zutraue noch einmal viel zu leisten.
    Was sich nach einer Ruhepause auch wieder ändern kann, weil ich eigentlich zur Höchstform auflaufe für "Meine Lieben".

    Also nach hin und her denken, bin ich mir sicher: es gibt Menschen die deshalb keine Partnerschaft scheuen.
    Es sind nur nicht alle so und allgemein für die Onlinesuche gilt: dickes Fell

    Ich glaube das es eher an der Reihenfolge liegt: erst verlieben oder noch nüchtern darüber nachzudenken.
     

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