1. Hi Girl-next-door,

    das ist jetzt nur ein Ausschnitt und daher kann es natürlich von deiner Sicht geprägt sein, aber ich erkenne in ihm teilweise Züge meines Exfreundes wieder. Dieses passiv-aggressive Verhalten (schweigen, ignorieren) ist ätzend und den Geiz hatte er ebenfalls perfektioniert. Nach einem Streit wollte er mal den Betrag auf 50 Cent genau von mir ;-). Und es gab auch einmal eine Fahrtkostenforderung bei damaligem ähnlichen Einkommensgefälle. Never again!
    Natürlich gab es auch tolle Momente, aber das hat mich dazu gebracht, jetzt sehr aufmerksam zu werden bei solchen „Aktionen“ in einer sich anbahnenden Beziehung. Charakter ist mir so wichtig geworden.

    Liebe Grüße
     
  2. Ich finde void hat gute Fragen gestellt und mögliche Szenarien entworfen, wie es sein könnte.
    Kann auch sein, dass dein Partner ein Kontrollfreak ist, der immer das Sagen haben muss. Was gar nicht geht, ist dieses dich nach Hause bringen und nichts mehr ausmachen will.
    Wieso macht er dir Vorwürfe? Ich finde, ihr habt beide ungute Kommunikationsmuster. Bei ihm führt das dann immer gleich zum Kontaktabbruch.
    Ich denke auch, dass eine Paarberatung gut wäre, vermutlich sitzen da zwei verletzte innere Kinder. Kann aber gut sein, dass er das nicht will, weil er sich dann von jemand anders was sagen lassen müsste.
     
  3. Liebes Girl next Door

    Es klingt so, als würde dein Freund dich wie ein genervter Vater erziehen wollen. Du wiederum scheinst dann in eine hilflose, kindliche oder bockige Rolle zu verfallen. Langsam deprimiert es dich und zieht dich runter, er reagiert darauf unempathisch und ärgerlich.
    Mich würde das alles auch traurig machen und unter solchen Bedingungen würde ich keine Zukunftspläne mehr schmieden.
    Ich glaube, das ist ein Irrtum. Unter diesen "Kleinigkeiten" liegt etwas Grosses vergraben, das man nicht einfach deichseln kann. Da hat sich ganz schön was angestaut und ihr steckt in einer negativen Kommunikationsschlaufe fest.
    Ich empfehle dir als Lektüre "Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe" von John Gottman. Ob es eure Beziehung rettet, weiss ich nicht, aber es ist ein Buch, das mich stark zum Nachdenken über gute Beziehungen und Streitkultur gebracht hat. Oder auch "Was Paare stark macht" von Guy Bodenmann.
     
  4. Meine persönliche Erfahrung zu diesen Thema:
    Das gleiche Ziel zu haben, ist zwar die Grundvorraussetzung, reicht aber allein nicht dazu aus, es auch wirklich erreichen zu können.
    Wie heißt es nämlich so schön: Der Weg ist im Grunde genommen das eigentliche Ziel. Und genau um diesen Weg streitet ihr permanent, weil jeder von euch den anderen von seinem Weg zu überzeugen versucht.

    Fazit:
    Kompromisse sind so lange hilfreich und gut, solange man sie selbst auch vertreten kann und nicht das Gefühl hat sich jedesmal dafür verbiegen zu müssen, bis man das Gefühl hat sich selbst zu verlieren. Auf lange Sicht arbeitet man sich nicht nur vollkommen sinnlos und blind an einer destruktiven Beziehung ab, sondern verliert auch immer mehr an wichtigen Selbstwert, Würde und auch dem notwendigen Vertrauen in sich selbst.

    Die gute Nachricht: Du bist erst 28 Jahre alt und kannst das Ruder noch herumreißen, um nicht Gefahr zu laufen all das o.g zu verlieren und dazu führen würde DEIN Ziel nicht erreichen zu können. Wichtig ist also nur, dass du akzeptierst und verinnerlichst, dass du niemanden ändern kannst der sich nicht verändern will. Und da das selbstverständlich auch für dich gilt, musst du dich also nur fragen ob und in wiefern du dich verändern möchtest?!
     
  5. Ich verstehe gar nicht, was die FS eigentlich will.
    Im Prinzip hat sie einen Fruend, der sich unangenehm verhält.

    Wo ist denn hier die Liebe ?
    Warum ist sie in dieser Beziehung.

    Oder greift hier die Formel "Hübsche Frau tauscht schönen Körper gegen Mann mit Status und Ansehen"

    Würde die FS auch bei diesem Typen bleiben wenn er H4-Empfänger wäre.
     
  6. @Elisabetha du irrst hier, ER wollte nicht mehr und wollte zurückfahren, das ist nicht erwachsen, man hätte das gemeinsam durchstehen, ihr etwas Zuwendung geben können.

    Von Dir, liebe FS, das Spritgeld verlangen, obwohl er den Ausflug abgeblasen hat, gehts noch! Er fühlt sich für Deine Gefühle nicht verantwortlich, dass macht aber Partnerschaft aus! Es soll doch den anderen gut gehen? Oder nicht? Tja wir leben in einer Egomanieblase.
     
  7. Das ist auch genau meine Meinung. Wenn man sich verbiegt geht fast jede Beziehung in die Brüche.

    Dass man mal einen Kompromiss macht. Kein Thema.

    Ich kann mich noch an meine Großmutter erinnern. Sie gab mir immer gute Tipps für Beziehungen. Sie hatte immer recht. Nur ein Tipp habe ich nie befolgt und bin da immer ganz gut gefahren. Das war früher eine andere Zeit. Sie sagte immer der klügste gibt nach. Das Sprichwort gibt es tatsächlich. Es gibt aber auch das Sprichwort. Der Klügere gibt solange nach bis er der dumme ist.

    So kann keine Beziehung funktionieren.
     
  8. Mit der Einstellung müsstest Du dann ja bestens verstehen können, dass Dein Partner sich dann genauso für seine Emotionen ("Kein Bock mehr") nicht zu rechtfertigen braucht und er der Meinung ist, dass er sich das eben auch nicht aussuchen kann, wenn er keine Lust auf Deine Verhaltensweisen mehr hat und dann doch lieber für sich alleine sein möchte.

    Wer Verständnis und Empathie vom Gegenüber erwartet und einfordert, muss dieses auch selber aufbringen. Denn nahezu kein Mensch hat Lust, sich mit Menschen zu umgeben, die ständig negative Stimmungen verbreiten und Erwartungshaltungen haben. Mal tut man das sicherlich gerne für einen Menschen, den man mag. Wenn sich das aber häuft, ist das mega unattraktiv und auch ziemlich respektlos. Denn man erwartet damit quasi, dass der andere einem "gut" tun soll (Verständnis haben, zuhören, in den Arm nehmen), während man sich selber das Recht herausnimmt, sich umgekehrt nicht bemühen zu brauchen und den anderen mit seinen Problemen vollmüllen zu dürfen bzw. die Stimmung zu vermiesen.

    In jeder Beziehung (Freundschaft,...) wird der Gegenüber aber nur dann dauerhaft einen bemüht sein, wenn man sich umgekehrt genauso darum bemüht, dass auch der Partner sich gut fühlen kann. Indem man seinen Partner aber ständig mit negativen Stimmungen belästigt und als Mülleimer missbraucht, erklärt man quasi völlig offen, dass einem selber die Gefühle des Partners überhaupt nicht zu interessieren brauchen. Warum sollte er sich dann noch für Deine Gefühle interessieren?

    Solange Du keine Notwendigkeit siehst, ihm das zu geben, was er sich wünscht (positive Stimmung, keine Vorwürfe), wird er umgekehrt das eben genauso handhaben und auch keine Notwendigkeit sehen, Empathie und Respekt für Dich aufzubringen.

    Und, wenn ein Partner nicht in der Lage ist und sich auch gar nicht bemüht, positive Gefühle zu vermitteln, dann ist es auch das gute Recht des Gegenübers, sich das Leben nicht weiter vermiesen zu lassen und Treffen zu beenden. Und dazu gehören dann auch negative und vorwurfsvolle Diskussionen, die sich schon in der Vergangenheit immer im Kreis drehten und nichts brachten, außer sich gegenseitig schlecht zu behandeln.

    Empathie bekommt nur der, der sich selber um die Gefühle des anderen bemüht und nicht überstrapaziert. Andere werden dann gerne diskutieren und nach guten Lösungen suchen, wenn dieses auf freundschaftliche positive Art ohne Vorwürfe und Erwartungshaltungen erfolgt.

    Solange man aber selber dieses positive Gefühl nicht vermittelt, wird der Gegenüber auch nicht anders handeln bzw. die sinnlose Kommunikation abbrechen. Da hilft es auch nicht, das blockende Verhalten wieder vorwurfsvoll und beleidigend abzuwerten ("unreif"), da man sich selber nicht bemüht und seinen Part für eine positive Diskussion nicht beiträgt.
     
  9. Er arbeitet ja in einem recht angesehenen Beruf. Plant und organisiert den Ausflug und die Freundin wein "schon wieder", wegen einer simplen Aussage.
    Neulich konnte sie sich 45!min. nicht einkriegen und bald kommen sie am Ziel an.
    Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es ihm unangenehm war, mit einer verweinten Frau anzukommen. Was könnten die Menschen denken? Ganz zu schweigen, dass er vielleicht tatsächlich schon genervt von ihr ist, wie viele hier schreiben.

    Ich erinnere mich noch an einen alten Thread, von einem Mann, der eine ähnliche Situation beschrieben hat. Immer wenn es Konflikte oder Probleme gab, hat die Frau geweint. Damals wurde das als emotionale Erpressung aufgefasst. Es wurde darauf hingewiesen, dass er nicht ihr Therapeut ist.
    Deswegen sehe ich die Situation hier ganz ähnlich.

    Das Spritgeld und das Heimfahren sind nicht nett, nur irgendwann reicht es halt auch einem geduldigen Menschen.
     
  10. Die plötzliche Einforderung des Spritgeldes (es war ja wohl im Vorwege keine Kostenteilung in dieser Hinsicht abgesprochen) ist nicht "nicht nett", sondern ein aggressiver/hilfloser Akt aufgrund der Enttäuschung über den "geplatzen" Ausflug. (Selbst den Alternativvorschlag der FS lehnte er ja in seiner Bockigkeit dann ab).

    Wo bitte ist denn hier ein geduldiger Mensch in ihm zu erkennen ?

    Was mir partout nicht in den Kopf geht ...
    Eine Frau, die auch einmal weint, weil ihre Gefühle überkochen, wird sofort als hysterisch, labil, "ständig nur am heulen" ... etc. eingeordnet.
    Ein Mann, der sich passiv/aggressiv in sich selbst zurückzieht, sich in Schweigen hüllt, Frau nicht mehr an sich heranlässt und dazu noch in beleidigener Art in Schranken weisen will
    - tickt aber völlig normal und ist zu Recht genervt ?

    "Geplapper ?!?" Einer Frau dies in einer ohnehin angespannten Situation an den Kopf zu werfen, wirkt nicht unbedingt positiv förderlich auf die Gefühlslagen - zumindest bei emphatischen, sensiblen Frauen.

    Dummerweise fliessen die Tränen dann unkontrollierbar, selbst, wenn die innere Stimme massivst verbietet zu weinen, man sich ja "zusammenreissen" will, wenn die Emotionen dann einfach zu heftig werden sind
    klare Ansagen - "warum, wieso - was stört mich" ... sind in einer solchen Stimmungslage absolut nicht möglich.

    Frauen sind nun einmal keine Männer und kommunizieren zumeist auf völlig anderen Ebenen.
    Frau möchte dem Mann keine Schuld an ihren Tränen zuweisen (selbst, wenn sie aufgrund seiner Kälte ihr gegenüber zustande kommen).
    Frau möchte keine rationale Hilfe ("dann kann ich dir auch nicht mehr helfen") - einfach in den Arm genommen werden, zu spüren, wieviel sie ihrem Partner bedeutet - genügt völlig.
    (Im Grunde ist dies die natürlichste menschlichste Reaktion auf Jemanden, der zeigt, dass er traurig ist !)
    Die Sicherheit, er möchte - genauso wie sie - eine tolle miteinander führen - vermittelt zu bekommen - das ist das hilfreichste Mittel gegen Tränen ... ohne grosses Palaver in einer emotionalen Situation.
    So entsteht eine Basis, um anschliessend die bestehenden Probleme rational besprechen zu können.

    Sicherlich wäre es für die Männerwelt um vieles einfacher, wenn Frau eher reagiert wie der beste Kumpel und ihm sagt "Alter, du verhältst sich gerade wie ein A ... "
    Vielleicht sollten sie dann aber lieber eine Beziehung mit einem Mann - oder einer eher burschikosen Frau - führen.
     
  11. Na, es ist doch so, das wenn man verletzt wird und dann gleich weint, man keinen gesunden Abwehrschutz hat.

    Wenn jemand meine Grenzen verletzt und überschreitet, so reagiere ich eher mit Wut/ Trotz und verteidige meine Grenzen. Würde ich hier weinen, würde ich mich dem Wohlwollen und Mitleid der Person ausliefern.
    Das käme mir nie in den Sinn. Die Blöße möchte ich mir nicht geben.

    Wenn ich traurig bin, so überlege ich woran das liegt und wie ich das ändern kann. Liegt das an einer bestimmten Person so teile ich mit, was ich mir wünschen würde und wie man Probleme eventuell bewältigen kann. Das ist Konfliktlösung.

    Aus diesem Grund, empfinde ich das Verhalten der FS nicht sehr gesund. Er hat ja am Vortag versucht sie 45min. lang zu beruhigen. Dennoch ist er nicht ihr Therapeut. Am nächsten Tag wieder Geheule, wegen einer Aussage, obwohl die Grundstimmung entspannt war.

    Vielleicht sollte sich die FS einen Mann suchen, der emotional ähnlich tickt.
     
  12. Wie würdest Du einen Mann einordnen, der schon weint, weil er eine Distanz spürt, um den sich dann eine 3/4 Stunde bemüht wird und am Folgetag aufgrund eines flappsigen blöden Spruches wieder zu weinen beginnt?

    Das ist Opferdenken. Jeder beeinflusst mit, welchen Gefühlen er sich hingeben will, in welche Lage man selber gerät bzw. wie man auf andere wirkt. Zumindest solange keine Extremsituationen vorliegen. Ansonsten bräuchte sich keiner mehr bemühen (auch Schläger), da die Emotionen halt über einen gekommen sind.

    Wenn man z.B. einen erniedrigenden Spruch bekommt, dann gibt es (solange es sich nicht schon verfestigt hat) mehrere Handlungsmöglichkeiten:

    a) man kann sich als Opfer sehen und weinen, warum er einem das antut, in der Hoffnung, Mitleid zu erhalten und wie ein hilfsbedürftiges rohes Ei behandelt zu werden. Mal mag das gehen, auf Dauer verfestigt sich da aber auch bei der Gegenseite das Gefühl, kein Partner auf Augenhöhe zu haben und daher auch nicht partnerschaftlich behandeln zu brauchen, sondern eben erzieherisch.

    b) man könnte stattdessen auch selber zum Täter werden und auf einen blöden Spruch ebenso negativ abwertende Erwiderungen bringen (Vorwürfe...). Hier behält man zwar die Augenhöhe, handelt aber genauso unattraktiv wie der Gegenüber, so dass es sehr wahrscheinlich ist, dass sich Aktion und Reaktionen nur immer weiter in der Negativspirale weiter steigern und verfestigen bzw. die Personen immer dünnhäutiger werden.

    c) stattdessen kann man aber auch positive Stärke zeigen, indem man sich nicht provozieren lässt und die Dinge nicht zu ernst nimmt bzw. stattdessen lächelnd mit Humor versucht, eine Atmosphäre zu erzeugen, bei der beide gesichtswahrend sich wieder in den Arm nehmen können. Auf die Abwertung, man sei zu aufgedreht und würde plappern, könnte sie z.B. über beide Ohren lächelnd erklären, dass sie sich über einen schönen Ausflug freut, sich wohl fühlt und dann sehr gerne so ist. Und dann umarmt sie den Partner liebevoll und erklärt positiv schmunzelnd, dass das dann wohl das Problem sei, wenn ein älterer Herr sich eine aufgedrehtes junges Ding sucht.

    Auf diese Weise behält man selbstbewusst seine Augenhöhe und macht es dem Gegenüber schwer, weiter respektlos abwertend und griesgrämig zu bleiben. Man kann alles mitsteuern.

    Sollen dann emotionale Frauen auch besser Beziehungen zu Frauen oder ähnlich am Wasser gebauten Männern führen, damit man dann zusammen weinen kann, wenn etwas missfällt?
     
  13. Vielleicht wäre der Spruch:Alter, du verhält dich gerade wie ein A. bei diesem Herrn manchmal angebracht, ich denke, die Sprache versteht er.
    Was gar nicht gut ist:sie schreibt, sie kommt zu ihm, und einer meckert. Manchmal fängt er mit Vorwürfen an:und das geht nicht.
    Sie müssen ein Gespräch führen. So beginnt man doch keine gemeinsame Zeit. Und Kritik muss anders geistert werden, nicht i Vorwurfs Form.
     
  14. Aber nicht, wenn das jede Woche zweimal passiert.
    Dann ist es eine egoistische Dramqueen.
     
  15. Schon wieder so einen Fall, wo sich Frau soviel gefallen lässt, warum bloß?! Sag mir, was hält dich an diesem pupert Typ Mann? Hast du keinen Selbstwert?
     
  16. Setzen ihm Grenzen. Wenn du bei ihm bist und er kommt mit Vorwürfen, lasse diese stehen.
    Sag aha, so siehst du das also. Steig nicht drauf ein und mach weiter, was du gerade machst.
    Wenn er nicht locker lässt, sagst du, wir können gerne drüber reden, aber nicht so. Jetzt machen wir gerade das. Wir können uns nachher hinsetzen und in Ruhe drüber reden. Punkt. Ich denke, er will dich dominieren und klein halten. Geh nicht drauf ein.
     
  17. Als jemandem, dem sehr viel an seiner Freundin liegt ... der spürt, dass etwas im gegenseitigen Miteinander nicht stimmig ist und keine Möglichkeit findet, ein Gespräch zu führen, dass zur Klärung/Lösung der Problematik führt.
    Als jemanden, der fühlt, dass es massiv in seiner Beziehung kriselt, diese wahrscheinlich keine Chance mehr hat - ihm der Erhalt dieser Verbindung aber so wichtig ist, dass er - noch - nicht bereit ist, loszulassen ... (selbst, wenn sein Verstand schon lange dazu rät)
    Warum sollte es Männern - zumindest innerlich - so viel anders ergehen ? Nur leider verbergen die Meisten ihre wahren Gefühle unter einem Deckmantel aus Schweigen, Wut bis hin zur Aggression - unterlassen jeglichen Zugang zu ihren wahren Gefühlen, weil sie den Schmerz nicht ertragen können/wollen. ...
    Die Geschichte von "Traurigkeit und Wut" berührte mich sehr stark und ich bin überzeugt, darin steckt unheimlich viel Wahrheit.

    Eine 3/4 Stunde Zuwendung bedeutet ja nicht, dass ausführliche Gespräche geführt wurden, sich ein positiver Weg in eine gemeinsame Zukunft klar fand ...
    Man steht nicht am nächsten Tag auf und erlebt die Stunde Null, sämtliches Vergangene ist ausgelöscht ...
    Selbst, wenn alles "wieder gut" ist - kann die Anspannung noch insoweit bestehen, dass ein Funke genügt, um Tränen auszulösen - selbst nur aus der Erleichterung heraus ...
    In der umgekehrten Situation hätte ich meinem Partner gesagt : "Ich sehe, es geht dir immer noch nicht gut - wir schaffen das !"
    Miteinander bedeutet miteinander ! - Mal bietet er die starke Schuler - ein andermal halt ich !
    Sich aber derartig vertrauensvoll aufeinander einlassen zu können, bedeutet jede Menge Vertrauen und Mut aufzubringen.
     
  18. Ja, das stimmt- bei unausgeglichneren Menschen.

    Hör mal, ich war auf einer großen Uni und habe mein Abi auch geschafft, da war genau eine Frau, die Ständig geweint und deshalb bevorzugt wurde. Das war im Abi. Sonst hat sich JEDER zusammengerissen.

    Auch Arbeitgeber wollen jemanden, der belastbar ist. Alles Andere ist selbst für einen Arbeitgeber unzumutbar. Bei einer Partnerschaft sehe ich das nicht anders. Und warum sollte ein Partner weniger fordern (Belastbarkeit) als eine Firma.
     
  19. Du klingst wahnsinnig anstrengend. Kann es sein, dass du in ihm sowas wie einen Vaterersatz siehst ?

    Du zeigst ihm andauernd, wie unglücklich du mit ihm bist und wunderst dich dann, dass er sich emotional selbst schützen will und sich von dir distanziert. Das ergibt wenig Sinn für mich.

    Er ist nicht dein Vater und verantwortlich für dein Wohlbefinden. Aber genauso verhältst du dich und setzt ihn permanent unter Druck mit deinen Emotionen. Betreibst also emotionale Erpressung...

    Werde mal bisschen unabhängiger, nimm dein Leben in die Hand und schau was dich glücklich macht im Leben und das kann nicht nur er alleine sein...
     
  20. Die Darstellung des FS scheint sehr einseitig und nur die eine Seite der Medaille dar zu stellen. Das die Kommunikation zwischen 2 Personen nicht funktioniert, daran sind auch immer beide Personen beteiligt. Du machst hier genau das was du deinem Partner vorwirfst, nur einseitige Schuldzuweisung. Aber es wird auch deutlich, dass es zu keiner gemeinsamen auf Verständnis ausgerichteten Kommunikation kommt zwischen euch und damit ist eine Beziehung, die für beide Seiten erfüllt und befriedigend ist, unmöglich. Ich würde dem Gegenüber dies auch in aller Deutlichkeit sagen und als Trennungsgrund benennen
     
  21. Wer bitte ist denn in einer problembehafteten Lebenslage ausgeglichen ?
    Wenn sich das vermisste Kind wieder anfindet, wenn eine ärztliche Diagnose nicht die schlimmsten Möglichkeiten bestätigt ... etc. - bis hin zum profanen Liebeskummer, an dessen Ende eine Beziehung nicht zerbricht ...
    Da müssten sich Viele arg unter Kontrolle haben, damit nicht ein Tränchen der Erleichterung fliesst.
    "Zusammenreissen" bedeutet auch immer etwas zerrissen zu sein - zwischen dem, was in einem vorgeht und dem Bild, dass er nach aussen darstellen "muss". - Für den Betroffenen stellt dies mitunter einen erheblichen Kraftakt dar. (An dem nicht wenige zerbrechenen - in Depressionen oder Burnout rutschen - "man muss ja funktionieren" ... )
    Abgesehen davon - inwieweit ist derjenige dann noch wirklich bei sich und authentisch ?

    Davon, dass sich durch Tränen Vorteile ergeben oder diese zur Manipulation eingesetzt werden, halte ich auch rein gar nichts.

    Wenn es mir ständig mit einer Situation schlecht geht, muss ich mir auch selbst eingestehen können, dass ich dort überfordert/fehl am Platze bin und etwas tun, um eine Veränderung herbeizuführen.

    Nach der Trennung von meinem Ex fiel ich auch zunächst in ein ziemliches Loch. Allerdings machte ich mir dann bewusst, wie oft ich aufgrund dieser nicht funktionierenden Beziehung und des sinnlosen/einseitigen Kampfes darum, Tränen vergossen hatte. Letztendlich war es diese Erkenntnis, die mir den inneren Abschied innerhalb kurzer Zeit massiv erleichterte.
    Jemand, von dem ich mich dauerhaft über meine Grenzen treiben lasse, macht mich nicht glücklich ... Punkt !

    Für einen eher rationalen Menschen wahrscheinlich völlig logisch ... emotionaler veranlagte Typen brauchen eben etwas länger für solche Wege ...
    Dennoch - beides hat seine Berechtigung.
    Lieber lasse ich meinen Tränen freien Lauf, reinige damit meine Seele und /blicke nach vorn/kämpfe weiter ... als mich mit meinen unterdrückten Gefühlen in eine Welt aus angestauten Emotionen und daraus resultierenden Aggressionen/Wut auf Alles und Jeden zu begeben.
    Mein Ex - dafür - das optimale Beispiel und wenn ich seine und meine Belastbarkeit vergleiche, werde ich jetzt herzhaft lachen ...
     
  22. Deine Ursprungsaussage war ja, dass es Dir nicht in den Kopf gehen würde, dass weinende Frauen als labil eingeordnet werden würde, während man Verständnis dafür zeige, dass ein Mann davon genervt ist.

    Selbst, wenn Deine Interpretationen stimmen würden, frage Dich mal, ob die Gesellschaft Männern wirklich eher zugestehen würde, bei solchen Dingen weinen zu dürfen oder ob diese nicht dann noch stärker abgewertet werden und aussortiert werden würden, weil mega unattraktiv wirkt. Männer würden in solchen Fällen mindestens genauso als sehr labil bezeichnet werden, wenn sie schon bei bloßen neckischen vorwurfsvollen dummen Sprüchen zu weinen beginnen würden.

    Im Übrigen decken sich Deine Interpretationen, was Du in einem umgekehrten Fällen von Männern denken würdest, auch nicht mit den Sachverhaltsangaben der FS. Denn nach Angaben der FS heulte sie am Vorabend, weil sie meinte, eine "leichte Distanz" zu spüren und sie deswegen traurig war (also zu diesem Zeitpunkt keine massive Krise). Weiter schrieb die FS, dass sie dann eine 3/4 Stunde miteinander redeten und der Freund sich "bemühte", ihr das traurige Gefühl zu nehmen (also auch nichts von nicht mehr miteinander reden können oder kein Bemühen). Und am nächsten Tag war offenbar auch erst einmal alles in Ordnung, denn die FS wurde ja als "aufgedreht" wahrgenommen. Und dann reichte eben ein bloßer blöder Spruch, um wieder mit dem Weinen zu beginnen. Und danach war die FS der Meinung, sich fürs Weinen nicht rechtfertigen bzw. zusammenzureißen zu brauchen, worauf der Partner dann keine Lust auf ihre Verhaltensweisen mehr hatte.

    Richtig mag zwar sein, dass in dieser Partnerschaft insgesamt ein größeres Problem vorliegt, weil beide Partner (inzwischen) überempfindlich sind und beide es nicht einsehen, sich zusammenzureißen bzw. sich auch dann noch bemühen zu brauchen, wenn einem etwas nicht passt. Aber es liegt eben an beiden Partnern und solange man sich selber nicht von einer attraktiven Seite zeigt, motiviert man eben auch den Partner nicht, sich attraktiv zu verhalten. Wer sich ein anderes Verhalten vom Partner wünscht, der kann es nur schaffen, wenn er sich selber ändert und den Partner dadurch zu einem anderen Verhalten motiviert.

    Und einer wird den Teufelskreis der gegenseitigen Negativspirale eben durchbrechen müssen, indem er Dinge nicht überbewertet und sich auch dann weiter selbstbewusst attraktiv zeigt, wenn der andere vielleicht umgekehrt es nicht tat (z.B. blöder Spruch, Distanz, ...), um damit selber die Grundlagen dafür zu schaffen, dass auch der Partner sich künftig wieder attraktiver zeigen wird.
     
  23. Liebe Fragestellerin,
    Tomyi scheint es doch ziemlich auf den Punkt gebracht zu haben...
    Nur würde ich mir, wäre ich in deiner Lage, dringend überlegen, ob diese Beziehung mich nicht mehr schädigt, als sie mir bringt. Zugegeben ich bin grad nicht in ner Beziehung und das hängt vermutlich auch damit zusammen, dass ich niemanden ernsthaft in mein Leben lassen will, der mir schaden könnte - egal, ob ihm/ihr diese Schädigung bewusst ist oder nicht... Meine Erfahrung ist - und das mag jetzt vielleicht sehr pessimistisch, hoffentlich nicht homophob klingen - dass es oftmals - aber definitiv nicht immer - ausgerechnet diejenigen Menschen sind, die sich rasch sehr freundschaftlich anbieten, die ich aufgrund schlechter Chemie o. dgl. letztlich auf Abstand halte.

    Ich denke, wenn ein Mensch oder eine Situation dich in dein Kind-Ich zurücktriggert, dann brauchst du deine sensibleren Freunde/Menschen deiner Umgebung (vielleicht sogar therapeutische Unterstützung), die dich ein wenig auffangen, damit du daran arbeiten kannst.
     
  24. Immer wieder - gerade in Punkto offene Beziehung - liest man hier, dass die Maßstäbe der Gesellschaft nicht zum Maßstab der eigenen Lebensgestaltung dienen sollen.
    Ich rede jetzt expliztit nicht davon, Recht und Ordnung ausser Kraft zu setzen, sondern davon, dass jeder Mensch für sich seinen eigenen Weg finden muss/darf (!), mit dem er sich bei sich fühlt - solange er anderen damit keinen Schaden zufügt, ist doch alles erlaubt !
    Mit dem richtigen Selbstbewusstsein kann ich der gesamten Gesellschaft locker entgegentreten : "Seht her - ich bin homosexuell, ich kleide mich nicht Eurer Norm entsprechend etc. ... und ja - ich zeige auch meine "schwachen" Seiten, weil diese ebenso zu mir gehören, wie meine Kraft, meine Power, meine Lebenslust ... !"

    Diesbezüglich stimme ich dir umunwunden zu ... Einen Versuch ist dieser Weg allemal wert.
    Leider nur von Erfolg gekrönt, wenn der Partner sich entsprechend mitverändert oder man wirklich sich wirklich innerlich von den Problemen abspaltet, sich eine "ist mir egal"- Haltung zulegt.

    In den Jahren meiner Ex-Beziehung wuchs mir allmählich ein immer dickeres Fell.
    Vieles tangierte mich nicht mehr, weil ich seine Allüren immer besser kannte.
    Ich unterbreitete ständig auch neue Vorschläge, wie man besser miteinander kommunizieren könnte, respekt- und rücksichtsvoll ...
    Die Ideen fand er grossartig, versuchte es auch dann und wann umzusetzen, um dann wieder in seine alten Muster der Verschlossenheit und Aggression zurückzufallen. (Im Grunde waren seine, gegen alles und jedes und gegen mich immer stärker zunehmenden Wutausbrüche, das einzige, womit ich nie wirklich zurechtkam.)
    Mittlerweile denke ich, je mehr ich zu mir und meiner Stärke fand - desto mehr spürte er, dass ich mich seiner Kontrolle entzog - ich auch bestens zurechtkam, wenn ich nicht um ihn kreiste ... weil ich nicht mehr um ihn kreiste ...
    Vielleicht war es seinerseits auch eine zunehmende gesundheitliche Veränderung - sein Vater soll ihm "gehobenen" Alter auch "komisch" geworden sein ...
    Ich meine, wenn jemand mit der Axt in der Hand (!) in seinem Garten sitzt und per WhatsApp um Hilfe, mich verzweifelt zu sich ruft (obwohl wir mal wieder bös zerstritten waren) , nur, weil ein paar Meter weiter ein paar Farbige eine etwas lautstarke Hochzeit feiern ??? - Normal ist das ja wohl nicht ...
    (Diese Story nur mal am Rande ... )

    Ich denke auch, die FS und ihr Partner sind mittlerweile derart festgefahren, dass keiner der Beiden mehr in der Lage ist diese Spirale zu durchbrechen ...
     
  25. Vielen lieben Dank für die ganzen Antworten, Ratschläge und auch Kritik! Es sah so aus, als wäre die Frage nicht veröffentlicht worden, hoppala. Jetzt freue ich mich umso mehr.

    Wenn es interessiert, wie es weitergegangen ist: wir sind noch zusammen geblieben. Ich habe mich mittlerweile viel mit der menschlichen Psyche, vor allem mit meiner, beschäftigt.
    Erstaunlich, wie gut ihr die Lage alle einschätzen könnt und toll, wie sachliche und kompetent hier Ratschläge gegeben werden. Ich hatte mit ganz so viel Know-how nicht gerechnet, muss ich zugeben. Vielen Dank nochmals!
    Vor ein paar Monaten war ich nicht mehr gut beinander. Das muss ich zugeben. Stark abgenommen, dauermüde, nicht mehr belastbar. Derbe Streits mit Psychoterror, die haben ordentlich reingehauen und ich war nicht mehr so taff und fröhlich, wie mich alle kannten, sondern... ja eine labile Heulsuse. Mein Liebster ist allerdings auch ziemlich roh und verletzend, wenn ihm was nicht passt, aber darauf einlassen und mitzicken machts nicht besser. Hab ich jetzt verstanden.

    Meine Freunde haben mich immer öfter aufmerksam gemacht, dass ich immer dünner würde, traurig und unkonzentriert wäre etc. Ich habe komplett unterschätzt, was „emotionaler Stress“ anrichten kann. Aber... Herausforderungen sind zum Wachsen da. Verstanden, dass mich das kindliche Unterwerfen, Rechtfertigen, Nachrennen, Aggression, die Opferrolle nicht weiterbringen. Nur Verantwortung für mich zu übernehmen. Es ist ja meine Entscheidung, wo meine Grenzen sind. Wir verstehen uns, wenn wir nicht zoffen sehr gut. Er ist zwar sehr launisch und macht schnell aus Kleinigkeiten wahre Dramen (zuletzt, weil ich 10 Minuten zu spät war, mit gebrochenem Fuß), aber ich bin auch nicht von ohne und wir arbeiten nun beide kräftig an uns. Es ist die letzte Runde. Wird’s auch jetzt nicht besser, passt es einfach nicht und wir werden es lassen. Es ist ein befreiendes Gefühl Abhängigkeiten zu überwinden und wieder klarer zu werden. Sowas vernebelt die Birne. In solchen Situationen sind gute Freunde und guter Rat Gold wert. Deshalb ist dieses Forum spitze, wenn man die Freunde nicht dauernd beschlagnahmen will.

    In diesem Sinne wünsche ich allen viel Glück in der Liebe und - das Wichtigste - viel Gesundheit im neuen Jahr.
     
  26. Wie dem auch sei, ich denke mal, dein Partner muss dominieren und fühlt sich schnell persönlich angegriffen, wenn es nicht nach seinem Plan läuft und unterstellt dir da Absicht und möchte an dir rumerziehen.
    Möchtest du in einer Beziehung auf rohen Eiern laufen?
    Geht er mit Arebitskollegen oder Freunden auch so um? Ich denke mal,nicht.
     

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