1. Lethargie als Single?

    Nach meiner Scheidung vor 3 Jahren leide ich(46) an Lust- und Schlaflosigkeit. Unter der Woche während meiner Arbeit geht es noch, aber ab Freitag 17:00 h – Montag 07:00 h bin ich nur noch lethargisch. Ich Gammel immer nur in Joggingklamotten herum und habe auch dieses Jahr noch nicht einmal selber für mich gekocht, obwohl ich dies früher gerne gemacht habe. Unter der Woche brauche ich auch nicht kochen, da auf der Arbeit ein Catering-Service existiert und sollte ich am WE doch Hunger haben, dann rufe ich einfach den Bring-Service an.

    Beim Therapeuten war ich auch schon und er meinte, dass mir einfach nur jemand fehlt, damit ich wieder Auftrieb erhalte. Dann würde ich nicht mehr herumgammeln und da ja dies nur am WE ist, ist ja das Problem nicht grundsätzlich. Auf der Arbeit und bei den Sitzungen beim Therapeuten war ich ja nicht im "Gammellook“ und somit hätte ich ja auch einen Auftrieb, wenn es mir wichtig ist.

    Braucht man wirklich nur einen Partner als Single um aus der Lethargie heraus zukommen?
     
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  3. Einen Partner erstmal ganz bestimmt nicht. Der ist keine Garantie dafür, dass Du aus Deiner Lethargie raus kommst..am Angang jedenfalls.
    Was Du brauchst, sind Freunde, soziale Kontakte, schöne Unternehmungen. Dann lernst Du eventuell auch einen Partner kennen, wenn Du das möchtest.
     
  4. Nein, das ganze ist eher eine Charakterfrage. Allerdings ist es auch so, dass man für alles was man macht einen Sinn im Leben braucht. Falls es dich also stört, dich so verkommen zu lassen, dann such dir einfach einen neuen Sinn im Leben der am besten nix mit Frauen zu tun hat. Such dir ein gutes Hobby wo du unter andere Leute kommst und pflege es. Dann wird es auch besser.
     
  5. Nein. Wenn du dein Leben und die Lebensfreude von einem anderen Menschen abhängig machst, wäre das ein großer Fehler. Du darfst außerdem von niemandem erwarten, dass er dich aus deiner Situation "errettet". Der Rat deines Therapeuten gefällt mir somit nicht so ganz. Du musst dich selbst am Schopf aus dem Loch herausziehen.

    Vielleicht hast du eine Depression, mag sein, vielleicht weißt du auch einfach mit deiner Zeit nichts anzufangen, weil dir Plan und Ideen fehlen.
    Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt alte Interessen wiederzuentdecken, neue Interessen zu finden, neue Fähigkeiten zu erlernen, sich einem Hobbyklub anzuschließen, der dich tatsächlich in Schwung bringt, und sich auf in ein neues Leben zu machen. Ein Partner kommt dann schon.

    Überleg doch mal! Du hast alle Zeit der Welt und bist keiner Seele Rechenschaft schuldig... was wolltest du immer schon mal machen? Eine bestimmte Reise, die Wohnung ausmalen und umgestalten, Reiten lernen? Achte darauf, dass du dich körperlich bewegst, dann kommt auch der Geist in Laune.
    Auf gehts! :)
     
  6. Nein, das braucht man nicht. Ich in deiner Situation würde mein Sozialleben mal ein bisschen auf Schwung bringen. Ich würde mir Hobbys suchen, Freundschaften pflegen, meinen Interessen nachgehen, Pläne schmieden. Ich würde jetzt das tun, was ich in meiner Beziehung so nicht leben konnte und mich selbst wieder ein Stück weit finden - ein Zusammenleben mit einem anderen Menschen ist ja immer ein Kompromiss.
    Wenn du dann wieder mit jemandem zusammen kommst, hast du dich ausgelebt und bist glücklich, froh und zufrieden mit dir und deinem Leben. Aus dieser Warte heraus tust du dich dann viel leichter, auch wieder Kompromisse einzugehen und mal zurückzustecken.
    Nimm dein Leben in die Hand. Als Single ist viel Eigeninitiative gefragt, aber es lohnt sich und hat auch seine Vorteile. Niemand schränkt dich ein.
    Was natürlich unbedingt wichtig ist, damit man genug Energie für die privaten Unternehmungen hat, ist ein gutes Abgrenzen im Job. Wenn du dich da so verausgabst, dass du am Wochenende gar keine Energie mehr hast, ist das ungut. Schaffe dir Freiräume, geh mal früher von der Arbeit nach Hause, gib mal nicht 100%, sondern steck auch Energie in deine Freizeit.
     
  7. Nein, einen Partner braucht man nicht. Nur ein paar Interessen und Hobbys.

    Gibt es nichts, was du schon immer können wolltest, lernen wolltest, machen würdest ?

    Mir ist eher mein Job ein Hindernis, um all meinen Interessen zu frönen. Naja, aber Geld gibt's nicht umsonst...

    Ich mache gern Sport, hab vor paar Jahren mit Inliner fahren angefangen, laufe... hab einen Hund. Ich lese gern, bastel und gestalte gern Collagen oä., heimwerke in meinem Haus. Ich liebe Musik und kann mich damit stundenlang beschäftigen. Und da ich schon immer gern Klavierspielen können wollte, hab ich mir ein Keyboard besorgt, einen Internetkurs und bin (leider viel zu selten) am üben.

    Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich noch ins Fitnessstudio gehen.

    Gibt's so gar nichts, was dir Freude macht ? Z.B.Sport oder Autos ?
     
    • # 6
    • 21.01.2016
    • void
    Seh ich nicht so. Ich brauche jedenfalls keinen Partner und wenn ich eine Zeitlang rumgammeln will, mach ich das und denke nicht, irgendwas stimmt nicht mit mir.

    Vielleicht gibt es irgendwelche Dinge, die Du schon immer mal machen wolltest. Tauchen, Sport, Stricken lernen, Instrument spielen lernen, vegan kochen lernen, ins Theater gehen...
    Diese Gedanken musst Du abstauben und es dann machen um des Machens willen und nicht, um ein Ziel zu erreichen. Viele wissen nach einer Partnerschaft auch gar nicht mehr, was sie so allein toll fanden, weil sie sich so angepasst haben und all das gelassen und vergessen haben, was sie interessiert.

    Es stimmt schon, wenn man irgendwen hat, weswegen man Energie aufbringen muss, dann macht man das. Aber das muss erstens kein Partner sein und zweitens es kann genauso gut sein, dass man auch mit Partner am WE "gammeln" will, seine Ruhe haben will, es anstrengend scheint, auch am WE top auszusehen.
    Ich hatte so einige Abende mit Bekannten von meinem Ex, die waren zwar nett und mal was anderes hören, ist schön. Aber das war nun auch nicht so, dass ich dachte "ein Glück, wir haben drei Stunden in ner lauten Kneipe gesessen, sonst hätte ich zu Hause unfrisiert rumgehangen". Wenn man einen Partner hat, hängt man vielleicht zu zweit gammelnd rum. Also so viel Auftrieb sehe ich da nicht automatisch.

    Sowas wie ein Hobby verfolgen, könnte ich mir diesbezüglich gewinnbringender vorstellen. Du lernst Leute kennen, die das auch gern machen, kannst Dich über für Dich interessante Sachen unterhalten und der Effekt, dass Du nicht gammelnd rumsitzt, ist nebenbei da.
    Es gibt Menschen, die sind ohne Partner nicht "vollständig". Sie brauchen Resonanz vom anderen und lassen sich auch voll auf eine Partnerschaft ein. Sie haben klare Vorstellungen davon, was zurückkommen muss, und dahin wollen sie den Partner auch manipulieren, wenn er nicht von selbst drauf kommt: Ich tue A für Dich, dafür musst Du B machen.
    Weil sie sich B nicht selber geben können, brauchen die einen Partner, der ihnen B geben könnte, und die Hoffnung darauf bringt auch den Auftrieb, A zu tun.
    Für mich selbst habe ich gesehen, ich kann auch für mich was tun und mich dran erfreuen. Aber den Kontakt mit anderen Menschen außerhalb der Arbeit finde ich schon wichtig. Wie gesagt: Guck Dir an, was Du vor der Beziehung als Hobby gern gemacht hast/hättest und fang damit an.
     
  8. Um Gottes willen, wechsle den Therapeuten!
    Natürlich "braucht" man keinen Partner, um aus einer leichten Depression oder Antriebslosigkeit herauszukommen, das ist eine Frage der internalisierten Muster, chemischem Ungleichgewicht, usw, aber liegt sicher nicht an einem Partner.
    Sonst wären ja alle Menschen mit Partner glücklich und depressionsfrei.
     
  9. Ich hatte selber mal Lebenskrise - weil:

    Sexlos
    freundeslos
    joblos
    Berufsexamen vor mir
    dick fett und träge - dabei wär ich gern sportlich gewesen -

    und habe begriffen, daß man das Leben in Bereiche aufteilen muß, also etwa in:

    - Gesundheit
    - Eltern / Familie
    - Partner / Liebe / Sex
    - Kinder
    - job
    - soziale Kontakte
    - Geld
    - Lebensgenuß / Wohlbefinden
    - ....

    Wenn es in einem Bereich schlecht läuft (z. B. es verstirbt ein naher Angehöriger oder man ist länger arbeitslos) dann kann man das dadurch nutzen, daß man sich um die andern Bereiche kümmert. Bei arbeitslos und hat keine Kinder, hat man mehr Zeit für Sport, Gesundheit und Freunde.

    Je weniger man in den einzelnen Bereichen tut, um so problematischer ist es. Wenn man sich z. B. nicht um Gesundheit oder soziale Kontakte kümmert, dann kommt man in diesen Bereichen auf dem Zahnfleisch daher mit der Folge, daß es auf die übrigen Bereiche abfärbt.

    Und genau das ist Dein Fehler, weil Du Dir erhoffst, Liebe und Anerkennung durch einen Partner zu bekommen und daran alles knüpfst. Aber dann machst Dich abhängig davon, daß Du jemanden findest (und findest erst recht niemanden). Du hast aber nur diesen einen Körper und dieses eine Leben und so mußt Du das beste draus machen - auch als Single. Deswegen: Definier mal Deine Bereiche und überlege Dir, was Du tun kannst.

    Was ist z. B. mit mal einen Marathon laufen ? Radfahren ? Fitneßstudio ? Sauna ? Ich geh auch allein mal ins Kino oder z. B. gern mal auf einen Preisschafkopf (Schafkopf = bayerisches Kartenspiel). Wer suchet der findet, nur ist Dein Fehler, daß Du nichts suchst. Klar, daß Dir dann die Decke auf den Kopf fällt.
     
  10. Ja, das wäre möglich. "Gemeinsam statt einsam."
    Oder einen Freundeskreis - oder eine Beschäftigung, Aufgabe, Ziele, etc.

    Wer sich für etwas besonders interessiert, der beschäftigt sich damit. Und ist damit so sehr beschäftigt und abgelenkt, dass er gar nicht lethargisch wird.

    Ich kenne eine ältere Frau (Single, Rentnerin, wenig Einkommen) die sehr gerne Bücher liest. Und diese Bücher regelmäßig im Radio vorstellt = ihre Radio-.Zuhörer informiert. Sie macht einen positiven, und manchmal sogar gut gelaunten Eindruck. Obwohl sie auch gerne wieder einen Partner hätte. Aber sie lässt sich psychisch von diesem unerfüllten Wunsch nicht unterkriegen. Sondern lebt weiter ihr Leben.

    Eine Frau bekam die ärztliche Diagnose: Krebs.
    Sie zog nach Griechenland und errichtete eine Rettungsstation für herrenlose Hunde. Und "überlebte" die Lebenserwartung, was ihre Ärzte für sie veranschlagte.

    Der Mensch ist i.d.R. nicht zum Alleinsein konzipiert, sondern ein soziales Wesen. Lebt also in Gemeinschaften. Es ist also normal, wenn man sich nicht wohl fühlt, wenn man alleine ist.

    Es gibt nur relativ wenige Menschen, die wirklich bewusst und erfüllt alleine leben können. Und selbst von Denen gibt es Viele, die z.B. mit einem Haustier zusammen leben. Also nicht ganz alleine sind.
     
  11. Hallo Aengl,

    Aus deinem Text kann ich leider nicht entnehmen ob du ein Mann oder eine Frau bist. Aber ich finde es jetzt gar nicht so unnormal, dass wir Menschen einen Auftrieb brauchen, wir brauchen sogar immer etwas, das uns antreibt.

    Du fühlst dich eben in deiner Freizeit lustlos, weil du mit dir allein nicht so ganz glücklich bist. Kann das sein? Entgegen der heutigen allgemeinen Meinung finde ich nicht, dass man eine "Macke" hat, nur weil man sich alleine unkomplett und einsam fühlt. Man kann sich zwar hundertmal einreden, dass man ja auch alleine glücklich sein kann, aber wenn dein inneres Bedürfnis etwas anders sagt, dann ist das völlig normal.

    Deine Bedürfnisse sind legitim! Gut, einen Partner kann man so schnell nicht herzaubern, aber vielleicht kannst du dich ja erstmal irgendwie an den Wochenenden in der Gemeinde/Stadt einbringen und nützlich machen? Du könntest auch ehrenamtlich arbeiten. Auf jeden Fall solltest du etwas tun, um deine Tage mit etwas für dich sinnvollen zu füllen.

    Alles Gute!

    w(28)
     
  12. Nein brauchst man sicher nicht, aber etwas was dir Freude bereitet und spaß macht. Vielleicht ist es Sport oder vielleicht mal tanzen gehen, unter Leute gehen, neue Leute kennen lernen.
    Wenn man ein Hobby hat was einen wirklich spaß macht, hat man auch wieder mehr Freude am Leben. Bei mir war es Sport, aber einen Sport den man gemeinsam in der Gruppe macht, da lernt man auch sehr nette Menschen kennen und auf einmal schaut die Welt ganz anders aus. Deinen Therapeuten kann ich leider nicht verstehen, dir so einen schwachsinn zu sagen, kann ich echt nicht nachvollziehen. An deiner Stelle würde ich mit dem Geld was du bei ihm ausgibst, mal zu Friseur gehen, dir schicke Klamotten kaufen und eine Nacht tanzen gehen, da hast du echt mehr davon und wer weiß vielleicht lernst du dann auch wem kennen. Alles liebe dir
     
  13. Kann schon sein, dass es Dir hilft. Das Problem dabei ist man zaubert keinen Partner aus der Westentasche. Ich denke es ist wichtig sein Leben nicht komplett von anderen abhängig zu machen und ich finde auch Du brauchst eine Aufgabe, um dich nicht gehen zu lassen. Das kann z.B. ein Hund sein, bis hin zur freiweilligen Arbeit. Oder du suchst dir ein Hobby, welches Du am Wochenende pflegst. Wichtig ist du kommst aus deinen 4 Wänden raus und igelst dich nicht ein. Dadurch lernst du neue Leute kennen und mit etwas Glück findest du den Richtigen aber dann stehst du schon fest auf eigenen Beinen. Noch ein Tip verbanne vorübergehend den Fernseher in den Keller und lies lieber ein Buch. Ändere etwas!
     
  14. Ich tippe auf Frau, das Alter 46, vielleicht anfangende Wechseljahre, Therapie ist begonnen, das geht nicht ohne Diagnose, es liest sich nach Depressionen. Hier hilft nur den Sauladen grundlegend aufzuräumen.

    Nach den wahren Gründen der Depression zu suchen, mit Sport anfangen, Ernährung umstellen und dann daran denken, man kann nur sich selbst glücklich machen, ein Partner kann mitgehen, mitunterstüzen, mehr m.E. nicht.

    Wer sein Lebensglück vom Vorhandensein eines Partners abhängig macht, hat noch nicht gelernt, sich selber richtig zu lieben und wertzuschätzen.

    Ich bin meinen Weg gegangen, es war hart, aber hat sich gelohnt.

    w
     
  15. Was ist denn das für eine Aussage!
    Ich kenne so einige Leute, die mit dem Partner in der Lethargie hängen!
     
  16. Nein, absolut nicht. Ich habe noch nie soviel unternommen wie in der Zeit nach meiner Scheidung.

    Heute: weil ich am nächsten Wochenende auf einem Workshop (malen) bin, musste ich heute früher Feierabend machen, um mich auf die Schnelle noch mit meinem Personaltrainer zu treffen. Danach war ich zu müde, um mir noch was zu kochen.
    Warum sollte ich mir von einen Bringservice das Essen bringen lassen, was sich geschmacklich nicht von der Packung unterscheidet, aber genauso teuer ist, wie im Restaurant? Es gibt keinen Grund, dass ich so schlecht mit mir umgehe - also ging ich auf dem Rückweg zum Thai um die Ecke.

    Ich brauche keinen Partner der mich aus der Lethargie rausbringt, eher einen, der mich mal ausstoppt, weil ich viel mache.

    Deinen Therapeuten finde ich ausgesprochen merkwürdig. Was Du beschreibst klingt nach Depression aufgrund von Verlust (Ehe). Du hast Dich nicht auf Dein neues Leben vorbereitet und besser wird es nicht, wenn Du so vor Dich hinsumpfst.

    Mach' was, auch wenn Du keine Lust hast. Melde Dich in einem Fitnessstudio an. Wenn es Dir an Drive mangelt, heuer' einen Personaltrainer an, der Dir Beine macht. Sowie Du körperlich aktiv wirst, kommt der Rest von allein: Hunger nach dem Sport und keine Lust auf Mangelernährung durch Fastfood.

    Mach ein paar Kurse Achtsamkeitstraining, dafür gibt es sogar Zuschüsse von der Krankenkasse. So lernst Du wahrzunehmen, was Dir guttut und dann machst Du das auch.

    Wälz den VHS-Katalog und schau' Dich nach den Dingen um, die Dich interessieren.

    Wenn Dir garnichts einfällt, kümmer' Dich um ein Ehrenamt - Bedarf gibt es ohne Ende. Wenn Du echtes Elend siehst und davon gibt es reichlich, relativiert sich Dein Leid.
     
  17. Was für ein Therapeut war das denn um Himmels Willen?
    Das wäre nie und nimmer ein ernst gemeinter therapeutischer Rat, das kann ich kaum glauben.
    Es geht bei therapeutischer Arbeit um dich selbst und nicht darum, festzustellen, dass dir jemand fehlt. Im Grunde weißt du es wohl selbst - du hast es in der Hand, an dir selbst zu arbeiten, das kann dir niemand abnehmen. Ein anderer Mensch kann nie und nimmer der Garant für das lebenslange Wiedererlangen eines normalen Aktivitäts-Levels sein. Wenn das in dir so gestört ist, liegt das natürlich erst einmal an dir selbst.
     
  18. Du hast dein Glück bisher nur vom Partner abhängig gemacht, wie viele Menschen das fälschlicherweise tun. Ohne Partner sind sie dann aufgeschmissen und fühlen sich minderwertig und zu nichts zu gebrauchen.

    Selbstverständlich führt man als Single ein völlig anderes Leben!
    Du nutzt deine neugewonnene Freiheit einfach falsch.

    - Niemand sagt, dass du kochen musst. Geh aus! Probier was neues! Mache Kurztrips! Mit Partner ist das nämlich alles nicht möglich! Da kommt der Partner heim, man muss für ihn kochen, Haushalt schmeißen, Fernsehn gucken und unternimmt wenig.

    - Warum ist es schlecht, daheim in Jogginghose herumzugammeln? Manchmal tut es auch gut, sich einfach nur gehen lassen können. Als Single kann man essen, trinken, anziehen, sehen, hören was man will, ohne einen Partner zu haben, der ständig meckert, kontrolliert, bestimmt oder einen maßregelt. Du schätzt wohl gar nicht, was das wert ist!
     
  19. Sorry, aber mir gehen keine Leute ab, die sich hängen lassen und die böse, böse Welt für ihre Mißerfolge verantwortlich machen und.....es wundert mich nicht.... das da Partnerschaften scheitern, denn diese Lethargie bestand sicherlich schon in der Ehe.

    Sich gehen lassen, den Partner als selbstverständlich ansehen lässt auch am Ende alles den Bach runtergehen.

    Meines Erachtens warst Du schon immer so drauf, die Ehe ist daran gescheitert und nun kommt dieser Defizit voll zum tragen.

    Therapie und Selbstreflektion sind schon richtig, aber bitte -noch- keine Parntersuche, da sollte man innerlich absolut "sauber" sein.
     
  20. Das klingt nach einer Depression und dem Leiden unter Einsamkeit. Von wem ging die Scheidung aus und habt ihr in der Ehe alles gemeinsam gemacht oder hattest du eigene Freunde?
     
  21. Eigentlich kann man dies schon aus dem Text lesen, dass ich eine Frau bin. Wäre ich ein Mann, dann hätte ich wohl "Partnerin" anstatt "Partner" geschrieben.

    Nein, die Ehe ist daran gescheitert, dass mein Ex gewalttätig wurde und auch ein Alkoholproblem hatte und deshalb kommt für mich sowieso nur ein Antialkoholiker infrage. So etwas tue ich mir nicht noch einmal an.

    Vielleicht ist ja auch mein Therapeut, den ich zurzeit habe nicht der Beste. Ich hatte davor einen anderen und dieser war noch schlechter. Leider gibt es ja kein TÜV-Siegel für Therapeuten.
    Der Vorige wollte immer nur mit Medikamenten arbeiten, was ich aber absolut ablehnte.
    Und wenn ich wirklich nur depressiv bin, dann habe ich wohl eine Part-Time Depression, die nur am WE vorhanden ist. Unter der Woche habe ich dafür viel zu viel Stress im Beruf. Deshalb ist ja auch mein ehemaliger Freundeskreis auf Null gesunken. Für die Pflege eines Freundeskreises benötigt man Zeit und Muse und dafür fehlen mir einfach die Nerven.

    Trotzdem vielen Dank für die ganzen Antworten.
     
    • # 21
    • 22.01.2016
    • frei
    Hm, ich hatte auch gedacht, dass du ein Mann bist ( Partner ist durchaus auch neutral in Gebrauch, ebenso wie single ), denn dieses Verhalten nach einer Trennung hätte ich jetzt eher bei Männern vermutet.
    Wahrscheinlich, weil ich klischeehaft denke, dass es Männern in Beziehungen auf den Keks geht, dass sie am Tisch essen sollen, und danach das Geschirr wegräumen, dass sie im Sitzen pinkeln und ab und zu das Klo saubermachen und eben auch sonst die Wohnung und sich selbst pflegen sollen.
    Dass sie es in Beziehungen nervt, wenn sie am Sonntag mal rausgehen sollen an die frische Luft, wo sie doch am liebsten ungewaschen in der Jogginghose die Formel eins sehen würden.
    Und dann ordentlich Trash-Mampf vom Bringsservice, bekommen aber nur Gemüsesticks mit Joghurt-Dip, weil die Frau findet, sie seien aus dem Leim gegangen.

    Weil sie endlich nach der Trennung das alles machen dürfen, ohne dass die Xantippe meckert.

    Dass du als Frau so lebst, ist schon ungewöhnlich.
    Hoffentlich kommst du aus dem Sumpf raus, ich drücke dir die Daumen.

    w 48
     
  22. Damit ist es für mich deutlicher.
    Und ein Freundeskreis kann eine persönliche Beziehung (und die Bedürfnisse dazu) nicht ersetzen.

    Vgl. wie mit dem Gefühl: Hunger -> Bedürfnis: Was essen.
    Es nützt nichts, gesagt zu bekommen:"Dann faste mal weiter, bis du mehr Lust aufs essen bekommst" oder:"Bau dir dein Essen selber an. Und esse erst dann, wenn es reif geworden ist"

    Dazu kann kommen, dass die FS während ihrer Ehe zunehmend "ausgehungert" wurde, aber dieses Problem zu spät erkannte.
    Somit häufte sich in ihr ein Defizit an = "Hunger", dass sie jetzt ausgleichen will, aber weiss nicht - wie ?

    Mir hilft bei sowas Betätigungen, die mir Freude bereiten.
    Also das Glücksempfinden im Gehirn ansprechen.
    Das kann ganz unterschiedlich und individuell sein. Aber aufpassen auf evtl. Nebenwirkungen.

    z.B. Manche flüchten direkt ins essen, weil Geschmack erzeugt Glücksgefühle. Aber nehmen dadurch zu -> Aussehen schlechter -> noch weniger Chancen = noch mehr Kummer = noch mehr essen. Also ein Teufelskreis der nicht zum gewünschten Ziel führt.

    Bei Depressionen ist dieses Glücksempfinden gestört.
    Egal was man unternimmt, es bereitet Einem keine Freude.
    Also muß man suchen und finden, was Einem noch Freude bereiten kann. Und dies als eine Art "Rettungsseil" benutzen, um sich aus dem Problem heraus "ziehen"

    Wenn man nüchtern und sachlich an die Vorgänge in Einem selbst heran geht, kann man sie genauer erkennen und ggf. beheben oder zumindest lindern. ggf. dabei sogar überlisten.
     
  23. Nö. Du kannst Dir auch selber in den Allerwertesten treten. Such Dir ein paar interessante Ziele in der Umgebung, und dann ‘raus. Sprich Leute an, vorwiegend solche, die es nicht gewohnt sind, daß sich einer für sie interessiert. Von ihnen bekommst Du vielleicht Anregungen für weitere Aktivitäten - es gibt sooo viel Interessantes da draußen! Aber übertreib’s nicht, sonst hast Du früher oder später vielleicht gar keine Zeit mehr für einen Partner.
     
  24. Hallo Aeng!
    Mir ging es nach meiner Trennung auch so und das halte ich auch nicht für ungewöhnlich. Man muss halt erstmal mit der neuen Situation klarkommen. Du schreibst aber, dass deine Scheidung schon 3 Jahre her ist, d.h., es wird langsam Zeit, dass du etwas in deinem Leben änderst.
    An deiner Stelle würde ich als erstes versuchen, Freundschaften wieder zu aktivieren bzw. neue soziale Kontakte zu knüpfen. Auch wenn du in der Woche weniger Zeit hast schreibst du ja selber, dass du an den Wochenenden sehr wohl Zeit hättest.
    Ich bin auch als Neu-Single auf manche Party von Freunden gegangen, obwohl ich zuerst nicht so richtig Lust dazu hatte.
    Als ich aber dort war, war ich heilfroh, mich doch aufgerafft zu haben.
    Lies dir die Antworten durch, die meisten empfehlen dir das Gleiche.
    Bau dir einen Freudeskreis auf, bzw. aktiviere alte Freundschaften.
    Soziale Kontakte sind sehr wichtig.
    Viel Glück!
     
  25. Ob Du aus der Lethargie herauskommst, hängt nicht in erster Linie davon ab, ob Du Single bist oder einen Partner hast. Es kommt vor allem auf Dich an. Nur Du kannst Dir ein soziales Netzwerk schaffen, nur Du entscheidest, ob Du einen gewalttätigen Menschen an Deiner Seite zulässt, nur Du bist für Dein eigenes Glück bzw. die Lebenszufriedenheit zuständig. Solange Du glaubst, ein Therapeut, Partner oder ähnliches könnten dies für Dich leisten, wirst Du nicht wirklich weiter kommen.

    Gewalttätigkeiten die Du im Laufe Deines Lebens erfahren hast, müssen aufgearbeitet werden, dabei kann ein Therapeut helfen und natürlich Freunde und Familie, sofern vorhanden. Meines Erachtens werden Therapeuten und Therapien aber total überschätzt. Es liegt in in aller erster Linie an Dir selbst, diesen Teufelskreis aus Lethargie, eingeschlafenen bzw. nicht vorhandenen Sozialkontakten zu durchbrechen. Eine tragfähige Partnerschaft steht da ziemlich am Ende des Weges. Hilf dir selbst, ein anderer wird es kaum tun. Das wäre von einem Partner viel zu viel verlangt und zieht nur die falschen Leute an.

    Gut ist, dass Du Deinem Beruf nachgehst. Dies kostet sicher Energie, aber gibt Deinem Leben Struktur und finanzielle Unabhängigkeit.

    Wenn du etwas im Freizeitbereich ändern möchtest, also wieder richtig leben, fang mit kleinen Schritten an. Im wahrsten Sinne des Wortes. Geh raus, bei jedem Wetter, bewege Dich in der Natur, am besten zusammen mit anderen. Es gibt Wandergruppen und geführte Radtouren (ADFC). Der Zusammenhang zwischen körperlichen Aktivitäten und Linderung psychischer Beschwerden ist enorm.
     
    • # 26
    • 22.01.2016
    • void
    Kann es sein, dass es an Deiner Arbeit und dem Stress liegt, dass Du deprimiert bist? Ich meine, die ganze Woche powern und am WE zu erschöpft, um noch einen Fuß vor die Tür zu setzen? Irgendwann muss man sich ja regenerieren und es passiert ja öfter, dass dann Freunde und Hobbys ganz auf der Strecke bleiben und man irgendwann gar nicht mehr weiß, was man außer Arbeiten sonst noch macht im Leben.

    Ich bin ein bisschen schockiert, wie schnell man Tabletten, Therapien und "mit dir stimmt was nicht"-Stempel bekommt.
    Wenn der Arbeitsstress erfüllender positiver Stress ist, ist es ja was anderes, als wenn es negativer Stress ist. Wenn man weiß, wofür man es macht, auch (ich meine, selbstverantwortlich arbeiten nur für sich). Aber wenn das negativer Stress ist, dann würde ich die Ursache auch mal da suchen. Denn dann funktioniert man ja für etwas, das einem gar nichts bringt (außer Geld fürs Leben, das man aber gar nicht mehr führt, weil man zu geschwächt ist). Das Leben zieht vorbei, und für das, was die Lebensfreude erhöht, ist keine Kraft mehr da.
     
  26. Liebe Aengl,
    finde ich toll, dass du Medikamente nicht als den einzigen Weg ansiehst! Daumen hoch!
    Ja, das Wochenende kann für Singles unangenehm werden. Ich erlebte Ähnliches nach meiner Trennung, stellte mir vor, sie sich mein Ex in unserem alten Freundeskreis gerade blendend unterhält, während ich zu Hause saß und nicht wusste wohin.

    Deine Depression ist schon auch unter der Woche vorhanden, wird aber durch den Job verdrängt. Fazit: bist du abgelenkt, geht es dir besser. Behalt das im Kopf.

    Und dann: du darfst einen Durchhänger haben! Vielleicht bist du einfach noch nicht soweit. Du arbeitest, kannst also dein Leben finanzieren, somit kann man dir keinen Vorwurf machen. Also könntest du deinen Schlabberlook auch genießen, bis du davon genug hast und wieder neugierig auf's Leben wirst. ...und ich glaube, es ist bald soweit. ;)
     
  27. Das hört sich für mich nicht dann depressiv an, sondern einer nach Burn out. Ich spreche hier aus Erfahrung. Es ist zwar schon über 5 j. her und damals ging es mir ähnlich. Unter der Woche war ich in der Regel um die 12 Std. täglich beruflich eingespannt und das WE habe ich nur noch dazu verwendet, um die Akkus wieder aufzutanken. Sollte es bei der FS ähnlich sein, dann wäre ein Jobwechsel nicht das Verkehrteste. Mir hat jedenfalls der Wechsel sehr gut getan und auch wieder neuen Elan produziert. Leider muss ich immer noch ab und zu noch aufpassen, dass ich nicht wieder ins alte Muster mich verstricke.
     
  28. Was die Auswahl eines rivchtien Therapeuten betrifft, glaube ich durchaus, dass es da im Internet die Möglichkeit gibt, einen kompetenteren zu finden. Dein Hausarzt könnte Dir dabei auch helfen. Aber was der dir empfohlen hat, sorry, da sind wir Foristen ja besser. Verstehe das jetzt nicht falsch.
    Deine Gewalterfahrungen müssen aufgearbeitet werden. Ich kann mir auch Burnout vorstellen..Die Tatsache, dass Du mit einem gewalttätigen Alkoholiker zusammen warst, hat Gründe. Pass auf Dich auf. Alles Gute!
     

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