1. Launen des Partners oder Machtspiele?

    Hallo liebes Forum,

    mein Partner und ich sind seit 5 Jahren in einer Beziehung und haben ein 1-jähriges Kind. Seit ca. 2 Jahren benimmt mein Partner sich zunehmend launisch, vor allem, wenn etwas nicht nach seinem Kopf geht. Immer wenn bei ihm etwas schief läuft, gibt es mir die Schuld. Z.B. kauft er sich ein Auto, ist 1 Jahr später damit unzufrieden und sagt, er habe es ja nur gekauft, weil ich ihm dazu geraten habe. Ich habe allerdings nur gesagt, dass mir das Auto gefällt, die Kaufentscheidung war komplett seine.

    Bei Verabredungen mit meinen Freunden oder Familie verhält er sich launisch, unterhält sich nur mit anderen wenn er angesprochen wird, guckt genervt etc. Gerade so viel, dass es nicht wirklich unhöflich ist, aber so, dass alle sich irgendwie unwohl fühlen. Ich lade schon kaum noch jemanden ein. Schauen wir einen Film, den ich ausgesucht habe, was eher selten vorkommt, findet er den Film immer schlecht oder langweilig. Wenn wir etwas unternehmen, was ich vorgeschlagen habe, findet er immer etwas auszusetzen (Wetter, Stau, Parkplatz, Essen schmeckt nicht, dauert zu lange) und "versaut" mit seinem Gemecker den ganzen Tag. Da ich mir das nicht gefallen lasse, gibt es alle paar Wochen Streit und schlechte Stimmung.

    Im Februar haben wir auf meinen Vorschlag hin unseren Sommerurlaub gebucht. Er war einverstanden und kannte alle Kosten (kein Luxusurlaub, ich zahle den größeren Anteil, da er jammerte, er habe gerade wenig Geld). Jetzt, 3 Wochen vor dem Flug, möchte er stornieren, da er sich die Restzahlung nicht leisten könne. Ich habe ihm gesagt, er könne seinen Flug gerne stornieren, ich fliege trotzdem mit unserem Kind. Ich bin ebenfalls berufstätig und dies ist mein Jahresurlaub, bei dem ich mich vom Zeitpunkt her nach ihm gerichtet habe. Daraufhin ruderte er zurück, er könne mich mit Kind nicht alleine fliegen lassen. Er möchte jetzt von mir die Hälfte der Kosten einer Anschaffung zurück, die er vor ca 3 Jahren alleine bezahlt hat, um sich den Urlaub leisten zu können. Das hat mir wirklich die Sprache verschlagen! Ich muss dazu sagen, dass mein Partner mehr verdient als ich. Ich habe jetzt natürlich keine Lust mehr auf den Urlaub mit ihm und stelle die Beziehung malwieder in Frage. Zu unserem Kind ist er liebevoll, deswegen fällt mir die endgültige Trennung schwer.

    Kennt jemand so ein Verhalten? Sind das Launen oder Machtspiele? Wie würdet ihr euch jetzt in Bezug auf den Urlaub verhalten?
     
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    • # 1
    • 04.07.2016
    • void
    Für mich klingt das so, als würde ihm die Beziehung auf den Nerv gehen und dass er lieber sein Geld und seine Zeit für sich allein haben wollte und keine Rücksicht mehr nehmen müsste. Nichts, was mit Dir zu tun hat, ist richtig. Das ist für mich immer ein Ausdruck von sich machtlos ausgeliefert fühlen und seinen Unmut auf Umwegen ausdrücken, also passiv aggressiv. Ich denke, er meint, er müsse mit Dir zusammen bleiben. Das verhindert, dass er entweder geht oder aber merkt, dass er es nicht muss, sondern will.

    Wenn ich von mir ausgehe, ist das schon das Zeichen, dass man die Beziehung beenden kann.

    Seit 5 Jahren eine Beziehung, nach 3 Jahren schwanger und ab da wird der Mann problematisch. Das sieht so aus, als hätte er durch Deine Schwangerschaft gemerkt, dass ihr nun fester verkettet seid und das hätte seiner Meinung nach eine Entscheidung abgenommen, die er gar nicht gefällt hätte.

    Ich fänd ganz gut, wenn ihr euch mal etwas entfernen würdet, damit er merken und sich bewusst werden kann, dass er Dich und euer Kind vermisst. (Oder im schlechten Fall nicht.) Dann würde dieses Verhalten vielleicht aufhören, alles, was Dich betrifft, unterschwellig schlecht zu machen, weil er Dir nicht dauernd in die Schuhe schiebt, an seiner Situation schuld zu sein, sondern froh ist, dass Du da bist.
     
  3. Ich finde, das derart dreist und nervig was er da abzieht, dass ich beim Lesen als Unbeteiligte schon denke das du das viel zu lange aushältst. Wieder mal einer der zu feige ist Schluss zu machen und auch das wird er dir dann in die Schuhe schieben. Das ihr nicht verheiratet seid, ist jetzt mal eher von Vorteil. Da er sich anscheinend nie für was entscheiden kann und dann dazu mal stehen ist das auch logisch. Du musst ja wirklich langsam unter Strom stehen bei dieser frechen Dauerbefeuerung. Ich sehe da wenig Chance außer wirklich Konsequenzen einzuleiten. Einer von euch zieht aus. Ich würde sagen für ihn ist es erst mal einfacher. Dann zahlt er den Kindesunterhalt. Wenn er wirklich am Kind so hängt, müsst ihr das ja nicht mit der starren "14 Tage Regelung" machen. Ich finde auch nicht, dass du das noch groß erklären musst. Was du oben geschrieben hast ist wirklich Grund genug. Das ist sicher auch erst mal hart, aber ich denke da wird seelische Entlastung eintreten, wenn du erst mal deine Ruhe vor diesem "Wasch mich aber mach mich nicht nass" und "Hüh oder Hott" auf deine Kosten hast. wenn ich das recht sehe, sollst du auch noch die Kosten für dieses unerträgliche Gehampel tragen. Fragt sich wo sein Geld eigentlich hingeht. Ganz ehrlich? Für mich klingt das unangenehm vertraut. Da hat jemand ein Problem. Sowas habe ich früher öfters als mindestens Gelegenheitskiffer kennengelernt. (Klar, ich kann mich da täuschen) Aber das Schema war dasselbe: Freiheit reicht nie, eigene Entscheidungen bringen es nicht, schuld sind immer die anderen, Freunde werden auf Abstand gehalten, zumindest deine, und stets auf dem Sprung für was besseres, was man(n) natürlich nicht auf die Reihe bekommt. Er benimmt sich auch irgendwie, als müsstest du dankbar sein das er noch bleibt. Vielleicht guckt er sich in Wahrheit schon hinter deinem Rücken (bisher erfolglos) um. w49
     
  4. Was meinst du mit "vom Zeitpunkt nach ihm gerichtet"? Ist er Lehrer oder ähnliches und kann nur in den Schulferien Urlaub machen? Dann frag deinen Chef, ob du deinen Urlaub verschieben kannst und flieg im Herbst allein mit dem Kind in Urlaub.
    Jemanden, der mit seinem Gemecker alles verdirbt, musst du nicht dabei haben und ihm den Urlaub bezahlen erst recht nicht.
     
  5. So einen Ehemann hatte ich auch. Der bekam mal einen Heulkrampf, als wir in einem Stau standen und hat mich angeschrieen, dass er nicht auf mich hätte hören sollen, als diese Route ausgewählt wurde. Nur hat er vergessen, dass ich überhaupt keine Route vorgeschlagen habe, weil ich den Weg gar nicht wusste.

    Ich war an allem schuld. Oder mein Umfeld. Er war die lebende Anklage, der personifizierte Kotzbrocken. Auch heute noch, nach über 13 Jahren, kommt mir bisweilen der kalte Kaffee hoch, wenn ich daran denke.

    Wie ich inzwischen weiß, sollte man auf derartiges Verhalten einfach gar nicht reagieren. Aber das verlangt Übermenschliches. Und die eigenen Gefühle leiden. Ändern kann man das nicht. Wie heisst es so schön: love it, change it oder leave ist. Viel Glück
     
  6. Ich habe ähnliches drei Mal in meiner letzten Beziehung mitgemacht.
    Allerdings ohne zusammen leben und ohne gemeinsame Kinder.
    Die Mutmaßung, dass er keine Lust mehr auf die Beziehung hat, war auch erstmal der Grund warum ich mich trennte.

    Später kamen sehr reflektierte Nachrichten über sich und sein unmögliches Verhalten...Gespräche, weshalb ich dann zurück ging.

    In meinem Fall völlig falsch.
    Letztendlich ging es weder um mich, noch um die Beziehung mit mir.

    Wenn Du so denkst, wirst Du immer ein Schuldgefühl haben. Und wenn er, ggf wie bei mir, wieder nach 2 Jahren Mr. H yde wird,
    Hängst Du emotional am Boden und kämpfst.

    Wichtig ist, ihn nicht begreifen zu wollen, sondern zu Dir zu stehen und zu sagen: Das will ich nicht.
    Kein: Warum tut er das, ich verstehe ihn nicht.

    Sag ihm, dass Du sehr wohl in der Lage bist, alleine mit Kind in Urlaub zu fahren.
    Du diesen brauchst und auch ganz dringend Urlaub von ihm.
    Du musst Dich dringend von dem Energieräuber erholen!

    Sonst bist Du gezwungen, dass er Dich im Urlaub fertig macht, weil Du dort nicht wegkommst.
     
    • # 6
    • 04.07.2016
    • frei
    Gut, dass du selbst Geld verdienst.
    Sogar mehr als er.
    Darf ich davon ausgehen, dass nicht er derjenige ist, der das Kind betreut, sondern dass du eine andere Lösung gefunden hast, das Kind z.B. in eine Betreuung geht ?
    Darf ich davon ausgehen, dass du im Alltag mehr bezahlst als er ( Miete, Nebenkosten, Essen, Kinderkrippe....) ?
    Und dann darf ich noch davon ausgehen, dass du mehr Haushalts-/ Kinderarbeit machst als er ?

    Ausgezeichnet !
    Es wird dich nicht hart treffen, wenn du demnächst mit dem Kind allein bist.
    Ich rate dir dazu.

    w 49
     
  7. Das ist ja starker Tobak und hat mit Machtspielchen oder sogar Launen gar nichts mehr zu tun. Das ist einfach dreist! Er verlangt nach 3 Jahren noch die Hälfte für eine Anschaffung zurück? Und er ist derjenige, der mehr verdient? Beim Lesen Deiners Beitrages dachte ich, das kann nicht wahr sein, aber es wurde ja nur schlimmer.
    Mir kommt das sehr seltsam vor. Hat er irgendwelche Probleme mit Geld oder ist er in eine illegale Sache reingeraten?
    Da ist ein ernstes Gespräch nötig. Ansonsten würde ich sagen, er will nicht mehr...tue Dir und Deiner Tochter sowas nicht mehr an und trenne Dich endgültig!
     
  8. Ja, habe ich auch schon mal erlebt.
    Dadurch isolierst Du Dich selbst. Womöglich sind auch Deine Freunde und Familie genervt von seinem Verhalten und treffen ihn bzw. Euch als Paar lieber nicht so oft. Dadurch leiden Deine Sozialkontakte.

    Alle paar Wochen Streit und schlechte Stimmung... sind das hormonelle Kurven? ;-) Was da bei Euch beiden los ist, wissen wir nicht. Das kann vom männlichen Rollenbild, das er vom Vater übernommen hat, über Stresssituation im Beruf o.ä. bis hin zum Trennungswunsch alles sein. Vielleicht wünscht er sich für Dich und sich selbst mehr Freiraum für Indiviualität.

    Dir raten viele zur Trennung.

    Wenn Du nicht den großen Schnitt machen willst, schaue mal, wie Du Dich in der nächsten Konfliktsituation ganz anders verhalten kannst, damit es zu keiner Eskalation kommt, z.B. Du schlägst eine Unternehmung vor. Er lehnt ab. Anstatt zu diskutieren, sagst Du einfach: "Naja, schade, aber okay. Bis später" und gehst los.

    Ich rate Dir, mehr alleine ohne ihn zu machen. Nimm Dich ein wenig aus der Beziehung raus. Unternimm ohne ihn Dinge mit Deinen Freunden und Verwandten. Plane Dinge ohne Absprache mit ihm. Lass ihn Dinge vorschlagen und nimm den Vorschlag nur an, wenn er dir gefällt und in deinen Zeitplan passt. Erzähle nicht alles, was Du erlebst bis ins Detail.

    Ich tippe mal, dass es irgendeinen Konflikt zwischen Euch gibt, der nicht ausgesprochen ist.
     
    • # 9
    • 04.07.2016
    • Khia
    Hier die FS:

    Danke schonmal für eure Beiträge!

    Ja, er ist Lehrer, daher die Buchung in den Sommerferien. Es ist keine Pauschalreise, daher könnte ich seinen Flug einfach stornieren oder umbuchen (falls ich jetzt noch jemanden finde, der mit möchte/kann). Werde das wohl auch so machen, was mir bestimmt den nächsten Streit einbringt.

    Er verdient mehr, ich arbeite Teilzeit und bekomme Elterngeld Plus, meine Mutter betreut unser Kind während dessen kostenlos.
    @frei ja, du hast Recht, den größten Teil der Hausarbeit und Kinderbetreuung übernehme ich. Er zahlt mir (zähneknirschend) 300€ als Ausgleich für meinen Verdienstausfall und die Einkäufe, die ich für unser Kind im Alltag tätige. Zu wenig, ich weiß, aber ich hasse Geiz und aufrechnen in einer Beziehung. Miete etc. wird geteilt, Auto finanziert jeder selbst. Er behauptet, er zahle 700€ im Monat für Versicherungen.

    Ich habe keine Angst mit unserem Kind alleine zu sein, ich mache sowieso schon vieles alleine, auch mittlerweile in meiner Freizeit, da mich sein Gemecker nervt. Ich wollte einfach unserem Kind den Vater "erhalten".

    Wenn ich richtig sauer werde, wegen seinem Verhalten, kommt er immer reumütig an. Eine im Dezember von mir vorgeschlagene Trennung wollte er nicht, gab sich dann auch eine Zeit lang mehr Mühe. Wenn ich mich dann wieder etwas öffne, kommt der nächste Hammer! Langsam erkenne ich, dass es wohl keinen Sinn mehr hat :(
     
  9. Weder Laune noch Machtspiele, da ist was im Argen!

    Dein Partner kann sich grundsätzolich nicht durchsetzen in der Welt, das macht ihn unzufrieden! Sprich, er sagt zu allem ja und Amen (Auto, Urlaub) obwohl er insgeheim brodelt. Aber in dem Moment, wenn es drauf ankommt, kann er nicht Nein sagen. Mir ging es früher genauso.

    Entweder bedrängst du ihn in diesen Moment so stark oder hat Schuldgefühle, wenn er für sich selber entscheidet und zu deinem Nachteil.

    Noch mehr Unzufriedenheit kommt auf, weil du in den Urlaub gehst und er der Ansicht ist, euch alleine nicht gehen lassen zu können. Andererseits finde ich das von dir bei so einem sensiblen Mann ziemlich rücksichtslos von dir, trotzdem zu gehen. Du merkst doch, wie schwer dein Partner mit sich kämpft und es kaum ertragen kann.

    Auch solltest du überlegen, ob du Streit nicht vermeidest. Wenn ich weiß, mein Partner reagiert so, dann lasse ich des dem Beziehungsfrieden willen, im Recht bleiben zu müssen!
     
  10. Und wie lange so die FS das durchhalten? Bis sie völlig fertig auf dem Zahnfleisch kriecht?

    Denn der Klügere gibt bekanntlich so lange nach, bis er (in dem Falle sie) der Dümmere ist.

    Vielleicht lässt sich der Partner der FS auf eine Paarberatung ein. Ansonsten ist so eine Beziehung auf Dauer nicht lebbar (und ein schlechtes Vorbild für das Kind).
     
  11. Da haben wir wieder die Situation, dass ein Mensch, der selbst mit sich unzufrieden und unglücklich ist, auch niemand anderen glücklich machen kann. Ich würde an deiner Stelle mittlerweile keinen einzigen Gedanken mehr daran verschwenden, warum er sich so verhält und welche Gründe er dafür hat. Ganz ehrlich, das kann dir auch vollkommen egal sein, denn unterm Strich ist schlechte Behandlung nun mal schlechte Behandlung.

    Ich frage mich nur, wie jemand so wenig selbstreflektiert sein kann, aber gut. Er nörgelt rum, du passt dich lange genug an und bekommst hier im Forum auch noch den glorreichen Tipp, dich selbst anders zu verhalten, damit es läuft. Sprich: DU sollst dich ändern. Würde ich nicht tun. Irgendwann ist Schluß. Solche Partner die immer dem anderen die Schuld an allem geben sind einfach nur Energiefresser, die keiner braucht. Du wirst dich erleichtert fühlen, wenn ihr Abstand zueinander nehmt. Und deinem Kind wird das auch gut tun, weil wenn du dich wohlfühlst, dann fühlt sich auch dein Kind wohl.

    Ich finde auch nicht, dass es DEINE Aufgabe ist, deinem Kind den Vater zu "erhalten" indem du in einer miesen Beziehung ausharrst. Vater sein und bleiben ist SEINE Aufgabe. Das kannst du ganz klar von der Beziehung zu dir trennen.

    Ich ärgere mich auch, wenn ich die Sache mit eurem Urlaub lese. Er selbst kann gerade nicht, es ist ihm zu teuer oder wie auch immer, na gut. Aber DIR deinen wohlverdienten Urlaub dann auch noch vermiesen zu wollen, indem er Stress macht?! Sorry, wenn man sich die Situation mal umgekehrt vorstellt dann wäre doch jeder Mann bei so einer nörgelndem Frau schon längst über alle Berge.

    Alles Gute für dich!
    w(28)
     
  12. Tja liebe FS,

    die lieben Finanzen. Eines der drei Säulen einer harmonischen Partnerschaft und die scheint bei Euch nicht zustimmen und damit des Pudels Kern aller Zwistigkeiten.

    Kennt ihr Eure (monatlichen) Einnahmen und Ausgaben?

    So wie Du das schilderst, hat er mit den größeren Einnahmen und geringeren Ausgaben weniger Geld am Monatsende übrig. Klingt nicht sehr logisch und so könnte er sich benachteiligt fühlen. Diese Diskrepanz scheint er unschöner und unfairer Weise an Euch abzureagieren anstatt sich darum zu kümmern und das abzustellen. Vielleicht hilft es sich einen Überblick zu verschaffen, sich auf die Eckpunkte zu einigen und das mal zu klären. Immer am Limit, wenn auch nur gefühlt, ist auch nicht schön.

    Ansonsten lass ihn alleine mit seinem Gemeckere, noch besser: lass ihn sich bei Hausarbeit, Einkaufen und Kinderbetreuung abreagieren, das braucht kein Mensch.
     
  13. Moin,
    ja, das hast du sehr gut erkannt - so ging es mir tendenziell in meiner eigenen Beziehung auch, bis dann - viel später, nicht ganz so vollpfostenmäßiges Verhalten meinerseits - endlich der Entschluss zum Schlussstrich gereift war.
    Das Dumme ist, dass man(n) bei so etwas leicht als der einzig "Schuldige" erscheint, auch vor sich selbst... Die Partnerin kann sich recht leicht in eine Position hineinbegeben, hineinsteigern, sich darauf ausruhen, dass sie schließlich diejenige ist, die das Ganze zusammenhält, und dass, wenn es nach ihr ginge, ja alles in bester Ordnung wäre, der Partner das nur anerkennen, und sich entsprechend "dankbar" verhalten müsse...

    Offenbar ist es aber ja so, dass ihm etwas in der Beziehung fehlt und zu schaffen macht.... ich hätte mich z.B. auch gerne anders gezeigt, so ein brummliges Verhalten ist sicher nichts, auf was ich stolz bin... Wir haben es seinerzeit nie geschafft, das mal sinnvoll auszudiskutieren oder gar zu lösen, aber das lag eben auch daran, dass das "Problem" ausschließlich bei mir zu liegen schien. Das stimmte natürlich oberflächlich betrachtet schon, aber mein Verhalten war ja letztlich nur die Folge meiner Unzufriedenheit...

    Naja, schwierige Sache.
    manchmal
     
  14. Nur allzu gut. Es ist nicht geschlechtsspezifisch. Ich nehme an, daß dahinter die Unfähigkeit steckt, Unbilden des Lebens einfach als gottgegeben hinzunehmen. Es muß stattdessen immer irgendein Schuldiger benannt werden, bevorzugt natürlich der eigene Partner.

    Wenn also z.B. auf einer Ortsverbindung ein Mähdrescher den Verkehr behindert, kommt vom Miesepeter bzw. der Miesepetra sofort und vorhersehbar der Vorwurf „das ist jetzt deine Schuld, du hast gesagt, wir müssen hier lang.” Was mich seinerzeit dazu bewegte, an der nächsten Kreuzung einfach stehen zu bleiben und zu fragen: was meinst du, wohin soll ich fahren?

    Letztlich bringt einen das aber nicht weiter, man nimmt derlei Einwände am besten als eine weitere Unbill des Lebens an, die man, wenn einem die eigene Seelenruhe lieb ist, genauso schulterzuckend hinnehmen sollte wie den Mähdrescher vor einem.
     
  15. Moin,
    Darum geht es bei dieser Konstellation wohl nicht unbedingt:
    Der ewig nörgelnde, kritisierende Partner tut das nicht, weil er mit den Unbillen des Lebens generell nicht zurecht kommt, sondern weil er jede äußere Gelegenheit nutzt, um seinem Frust über sein Leben mit diesem Partner auf relativ "ungefährliche" Weise Luft zu machen, ohne gleich die letzte Konsequenz ergreifen zu müssen.
    Mit einem anderen Partner würde die Sache gleich ganz anders aussehen, vielleicht wäre er der großzügigste, ausgeglichenste Mensch der Welt.

    manchmal
     
  16. Ich bin kein bisschen einverstanden mit dem oben Zitierten.
    Der Mann will den Urlaub stornieren (oder Geld haben), die FS soll für diese Unentschlossenheit und Herumeierei die Verantwortung übernehmen und wenn sie auf Einhaltung von Vereinbarungen hinweist, bedrängt sie ihn?
    Ein Unentschiedener darf nicht bedrängt werden, seine "Sensibilität" erfordert Schonung in allen Lebensbereichen, schlechtes Benehmen gegenüber der FS und auch Freunden/Familie erfordert, dass die FS sich zurücknimmt, um den Beziehungsfrieden zu wahren.

    Ich halte zuviel Rücksicht hier für extrem kontraproduktiv, der Mann hat doch schon jetzt keinen Respekt mehr. Ihn zu schonen hilft da in keinster Weise.
    Er ist FAMILIENVATER, meine Güte, ich finde, er braucht eher einen Tritt, um sich nicht dermaßen egoistisch und nach jeweiliger Laune zu benehmen.
    Der FS rate ich zu Rückzug und Urlaub mit Kind, vielleicht tut der Abstand gut.
    Ich frage mich, ob Müttern solche Kapriziösitäten auch zugestanden würden. Darf eine Mutter sich denn auch aus allem raushalten und sich schonen lassen, weil sie ja so sensibel ist? Ihr Geld sonstwo ausgeben, damit für den Urlaub keines mehr übrig ist?
    Der Mann klingt hochgradig unerwachsen.
     
  17. Der Umgang mit Unzufriedenheit und das Ausleben der jeweiligen Befindlichkeiten halte ich eher für eine Charaktereigenschaft, die (in unterschiedlichem Maß) auch gegenüber einem anderen Partner auftritt.
    Wird ein penibler Erbsenzähler zum entspannten Geniesser?
    Wird ein Geizkragen großzügig?
    Ich denke, an solchen wesentlichen Veränderungen muss man in erster Linie SELBST arbeiten, die verschwinden nicht, weil ein anderer Mensch mit einem lebt. Vielleicht anfangs, doch es sind auf lange Sicht wohl oft Automatismen, die man sich abgewöhnen muss.
     
  18. Also wie ein Partner benimmt er sich jedenfalls nicht. Auch zieht iht nicht wirklich an einem Strang. Ich schätze mal, dass er auf eine Paartherapie keine Lust hat. Ich vermute mal, mit dem Kind ist ihm bewusst geworden, dass er jetzt Verantwortung hat.
    Irgendwas stinkt ihm...denkt er, du machst dir mir Kind ein schönes Leben, während er schuftet? Wolltet ihr beide ein Kind?
     
  19. Die Geschichte der FS erinnert mich an meine eigene Geschichte mit dem Kindesvater.

    Heute ist mir klar, er wollte das Kind eigentlich nicht, er kommt aus einer toxischen Familie, alles war ihm zu viel, er hatte dazu Angst verlassen zu werden, es drehte sich nicht mehr alles um ihn, sondern erstmal um das frisch geborene Kind, war vielleicht auch ein passiv-aggressiver Mann und er wollte vor sich und der Welt gut dastehen. Dazu war er ein regelmässiger Bordellgänger, was ich erst nach und nach mitbekam bzw. von ihm ins Gesicht gesagt bekam.

    Deshalb hat er sich immer mehr unmöglich verhalten, damit ich mich von ihm trenne, damit er nicht der Böse und Unfähige ist, sondern die Schuld auf mich abwälzen konnte. Ich habe ihn ja verlassen, nicht er mich. Was für eine miese Manipulation. Dabei ist er schon viel viel früher gegangen, nur aus Unreife, Feigheit und wer weis hat, hat er mich die Drecksarbeit der Trennung machen lassen.

    Aus Respekt mir und dem gemeinsamen Kind bin ich gegangen. Große Hilfe hatte ich damals von Behörden bezüglich Wohnung, Krippenplatz, Betreuung durch das Jugendamt. Ohne die wäre die Trennung nicht so gut gelaufen.

    Kurz nach der Trennung hatte er eine über 20järhige jüngere Freundin, die dann nach einigen Jahren erwachsen geworden, fluchtartig ihn verlies. Jetzt ist er schon lange Single und bestimmt weiterhin ein guter Geschäftskunde vom bestimmten Gewerbe.

    Inzwischen höre/lese ich bei der jüngeren Generation von Frauen/Müttern, das diese besagten Männer immer noch nicht austorben sind. Wie tragisch.

    Wü50
     
  20. Da hast du vollkommen Recht, dass hätte man mir mal genauso sagen müssen, als ich in einer ähnlichen Situation war.

    Tu dir selbst einen gefallen und übedenke alles, reflektiere genau und frag dich selbst, ob das die Art von Partnerschaft ist, die du möchtest und ob es nicht doch irgendwo da draußen jemanden gibt, der dich so behandelt, wie du es verdienst.

    Ich finde sein Verhalten macht absolut keinen Sinn, egal welche Launen man hat, du bist die Mutter seines Kindes, wenn man da so wenig Respekt zeigt, sollte für dich, so hart wie es klingt, die Partnerschaft am Ende sein. Oder möchtest du dich ein Leben lang schlecht fühlen und traurig sein?

    Ich weiß, wir Frauen sagen uns immer, er wird sich schon noch für mich ändern... Lass dir von mir folgenden Rat geben: Nein das wird er nicht :)
     
  21. Sorry, aber nicht der Partner ist in diesen Fällen das Problem.
    Das Problem ist doch, sei bitte ehrlich, die eigene Unzufriedenheit mit Gott weiß was und die eigene Unfähigkeit/Unwilligkeit selbst etwas gegen diese Unzufriedenheit zu unternehmen.
    Ursache und auch der Weg hinaus liegen dabei in einem selbst.
    Die Krux ist wie so oft nur sich das einzugestehen und dann auch genug Rückgrat zu haben, das zu tun was für einen selbst das Beste / das Richtige ist.
     
  22. Das glaube ich nicht, denn mir scheint es gerade, dass ihr Partner mit sich selbst und dem Leben im Allgemeinen unzufrieden ist und nicht mit ihr als seine Partnerin. Mit einer anderen Frau wäre er gleich; auch da hätte er ungenügend Geld und wäre geizig. Das alles ist nur eine Persönlichkeitsfrage und keine Frage von einem weiblichen gegenüber als seine Partnerin.

    Wäre er wirklich mit ihr unzufrieden, so hätte er ihrer Trennungsidee in Dezember freudig zugestimmt, hätte sich heimlich gefreut und gesagt: "ich habe sie soweit gebracht, sich von mir zu trennen, so muss ich nicht als der Böse dastehen und mich schuldig fühlen."
    Im Gegenteil: er rudert zurück, ist eine Zeit lang wieder nett und verträglich, um in relativ kurze Zeit danach wieder, eine Nervensäge zu werden.

    Fazit: Er ist nicht mit ihr unglücklich und unzufrieden, sondern mit sich selbst und mit dem Leben allgemein.

    Denn ich erkenne nicht, dass die FS sich falsch verhält und wenn er tatsächlich mit etwas unzufrieden ist bezogen auf sie als seine Frau, so müsste er ihr das in Eigenverantwortung sagen, damit seine Anliegen und Konflikte gelöst werden.

    @FS wie kommt es, dass er so geizig ist und so wenig Geld hat, wo er doch viel mehr als du verdient? Hat er ein kostspieliges Hobby, da er nicht mal genug Geld hat in die Ferien zu fahren?
     
  23. Moin,
    Ja, wenn das nur so einfach wäre... das ist aber eben das klassische Dilemma - zum Gehen gehört meistens mehr Mut als zum Bleiben und Weitergranteln...
    Hm... mal nachdenken - wer beschreibt in diesem Thread sein eigenes Verhalten... das muss ja wohl extrem ausgewogen ausfallen?
    Die Eingangsfrage war "Launen oder Machtspiele" - also zwei Alternativen, die ihm die alleinige Schuld zuschreiben - entweder Unbeherrschtheit oder bösartiges Kalkül - und die TS auf jeden Fall als die uneingeschränkt "Gute" erscheinen lassen. Wichtig wäre aber zu erkennen, dass es (1) so eine einseitige Schuld nicht gibt, und (2) der Partner unter dieser Situation wahrscheinlich ebensosehr leidet wie die TS.

    manchmal
     
  24. Das Problem liegt meiner Meinung nach auf der Hand:
    Er wollte kein Kind! Nicht zu dem Zeitpunkt nicht mit dir!
    Ziemlich genau mit deiner Schwangerschaft war eure Beziehung schlecht.
    Ihr solltet ehrlich und ohne Schuldzuweisungen miteinander reden. Sag ihm dabei ruhig, das es dir leid tut, wie wenig er sich freuen kann über das Kind.
    Ich denke er hat das Gefühl keine Wahl mehr zu haben. Trennt ihr euch, hat er versagt, bleibt ihr zusammen ist er unter Fremdbestimmung.
    Vielleicht ist ihm das Ausmaß gar nicht bewusst.
    Mir tut es leid für euch drei, dass ihr in so eine Misere gerutscht seit.
    Vielleicht ist es besser ihr trennt euch, vielleicht habt ihr eine Chance wenn ihrveuch langsam wieder annähert
    Aber aussprechen solltet ihr das doch mal. Schließlich ist da auch noch das Kind
     
    • # 26
    • 07.07.2016
    • Khia
    Hier die FS:

    Zu dem Kinderwunsch, unser Kind war kein "Unfall" o.ä. Es war geplant, ich bin auch nicht sofort schwanger geworden, er hatte also Zeit sich das genau zu überlegen. Er wollte sehr gerne Kinder, allerdings stimmt es, dass sich zu Beginn der Schwangerschaft sein Verhalten schleichend änderte. Da er generell schnell überfordert ist, lag es vielleicht daran.

    Und natürlich bin ich nicht immer "die Gute". Klar hab ich auch meine Fehler und bin mal schlecht drauf. Aber ich nenne dann meinem Partner den Grund, gehe spazieren, oder ziehe mich etwas zurück und vermiese nicht ganze Wochenende/ Urlaube mit meiner schlechten Laune. Ich kann auch streiten / diskutieren ohne laut oder beleidigend zu werden.

    Zu dem Geld, ich weiß nicht was er genau jeden Monat mit seinem Geld macht. Da wir nicht verheiratet sind, muss ich das auch nicht. Er ist eher sparsam und (übertrieben) gut versichert. Ich denke auch nicht, dass es bei dem Urlaub wirklich um das Geld ging. Ich glaube, er wollte mir den Urlaub verderben, weil ich mich sehr darauf gefreut habe. Ich verstehe nur nicht warum.
     
  25. Wenn man nur daran denkt, dass sie ihre verdiente Ferien gebucht hat und er zunächst einverstanden war, um ihr anschliessend zu sagen, er hätte kein Geld und er könne sich das nicht leisten, obwohl er mehr verdient - da frage ich mich auch was das ist: Unbeherschtheit, bösartiges Kalkül, nur eine Laune oder Machtspielchen oder reine Schikane?

    Er zahlt ihr für den Haushalt zähneknirschend 300 € für den Verdienstausfall und sie macht die meisten Einkäufe als auch den Haushalt. Der Gipfel der Unverschämtheit ist, dass er von ihr noch Geld von früher verlangte, obwohl ihr Ehemann!
    Er ist ja ein Geizhals und möchte am liebsten das verdiente Geld nur für sich selbst behalten, darum hätte er nie heiraten und ein Kind haben sollen.

    Wenn sie richtig sauer wird, erkennt er ja, dass er zu weit gegangen ist und krebst zurück! Diese Ehe kann doch nicht ewig so weiter laufen! Entweder er investiert, was er in eine Ehe investieren sollte oder sie trennt sich. Das ist doch keine Ehe, das ist fast die Hölle auf Erden! So einen Mann hätte ich nicht mal geschenkt genommen!
     
  26. @Mandoline , die beiden sind ja nicht verheiratet und darum muss er auch nicht seine finanzielle Situation offen legen. Liebe FS, Du schreibst, dass er grundsätzlich schnell über fordert ist und das als Lehrer? Das erschreckt mich etwas.
    Steht er kurz vor dem Burnout?
    Du schreibst, dass Du auch mal die "Böse" bist, trotzdem fühlt er sich unterlegen, weil Du Dich selbst wenn Du mal schlecht drauf bist, Dich vorbildlich verhältst. Du sagst was los ist und gehst raus aus der Situation und machst das mit Dir selber ab.
    Das ist eine ganz schlimme Situation , in der Ihr da steckt.
     
  27. Liebe FS,
    google mal passiv-aggressiver Mann. Der braucht keinen Grund, der ist so. Du beschreibst doch nur ein Ereignis von vielen. Er ist wie er ist und kann anders nicht sein.
    Bei so einem Mann musst Du Dich fragen, ob Du auf Dauer so leben willst - anders kann er nicht oder erst, wenn er einen echten Alptraum erleben musste, weil Du ihn mit Kind verlassen hast, sofern das überhaupt ein Alptraum für ihn ist.
     

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