1. Langweilig oder "gesetzt"?

    Werte Damenwelt, Da ich zusehends auch mal in den Genuss von "After Work"-Parties komme, stellt sich natürlich zwangsweise der Kontakt zu "Arbeitskolleginnen" ein, dummerweise gab es bis dato unter den vielen Personen keine Einzige, die ein bisschen mehr als die handelsüblichen Mengen Pfeffer hatte. Will meinen sie waren furchterregend langweilig. Ein Großteil Arbeit hier, ein wenig "Sport" da, eine Prise Hobby und das war?s.. Würde ich die Listen der "Interessensgebiete" mit meiner vergleichen wäre ihre in etwa genauso lang wie meine breit.. will meinen ca. 1:10 . Fragestellung an die Interessiert Userschaft: ist es tatsächlich Normal das man als erwachsene Frau grade mal 1-2 Nebeninteressen neben der Arbeit und dem Üblichen: Familie, Haus und Garten hat? Oder hält Frau damit einfach hinter dem Berg weil es sonst als unschicklich gilt?
     
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  3. Ach Hellekeen, wir wissen, dass Du eine echte Ausnahme bist und so wahnsinnig viele andere Interessen nebenbei hast -- wesentlich mehr als der Durchschnitt der Menschen, egal ob Mann oder Frau. Neben Arbeit, Familie, Sport bleibt eben den meisten nicht so viel Zeit und Lust und soviel Talent haben die meisten auch nicht für andere Dinge. Der eine spielt ein (ein!) Instrument, betreibt eine (eine!) Sportart und ganz, ganz machen beides nicht, sondern treffen sich nur mit Freunden, gehen mal aus, lesen und fernsehen zuhause. So sieht es aus in der Wirklichkeit!

    Im übrigen sind für viele Familie, Haus und Garten eben nicht nur abfällig bemerkte "Nebeninteressen", sondern jede Zweisamkeit mit dem Partner oder Unternehmung mit den Kindern ist wirklich schön und selten genug. Haus und Garten sind der Stolz vieler Menschen, und vielen bringt es auch wirklich Spaß, im Garten zu arbeiten, es wachsen und gedeihen zu sehen und mal etwas ganze anderes, ruhiges zu tun.

    Ich finde, Du schaust sehr abfällig auf ganz normale Bürger herab. Derart wildes, abwechslungsreiches Leben wie Du will gar nicht jeder!
     
  4. ich weiß ja nicht was du für einen Job hast, aber wenn ich eine 50-60 Stundenwoche hinter mir habe, dann bin ich froh entspannen zu können. Die Familie, Haus und Garten ist ja auch eher Arbeit als Erholung. Das steht mir der Sinn eher nach Entspannung als Abendteuer.ALso Sauna, Wellness, Sex, Lesen.......
     
    • # 3
    • 22.10.2010
    • Gast
    Arbeiten, Haus, Auto, Familie oder - wie ein Theaterstück titelte - "Jobben, shoppen, fi...." - das scheint den meisten Menschen tatsächlich genug. Abends ermattet ein wenig TV gucken (gerne möglichst großen) heimischen Flachbildschirm, vielleicht noch ein wenig auf H4-Empfängern herumhacken und über "die da oben" nölen...

    Was mich nur wundert: Wenn es ihnen WIRKLICH genug wäre - warum blicke ich dann in so viele trübe oder vergrätzte Gesichter? Warum trennen sich 50% der Paare trotz guter Jobs, Haus, Garten, Van und Kindern etc.? Müsste mir nicht ständig viel mehr Lebensfreude entgegenkommen? WO nur ist der Haken? ;-)

    Natürlich wären ganz leicht mehr Nebeninteressen oder auch Tiefe möglich. Durch Teilzeitarbeit z.B.. Das würde aber dem so geliebten Shoppen entgegenlaufen.

    Tja, Hellekeen, ich fürchte, du wirst dich damit abfinden müssen, dass die meisten Menschen eben genau so leben (wollen) wir du es beschreibst.

    Du wirst sie nicht ändern können. Schon Platon erkannte vor rund 2000 Jahren, wie schwer, wenn nicht gefährlich so ein Ansinnen ist. Ganz kurz und prägnant nachzulesen im Höhlengleichnis.

    Also entscheide dich: Lebe deinen Weg oder füge dich in die dahintrottende Herde ein. Einsam wird vermutlich letztlich beides sein.
     
    • # 4
    • 22.10.2010
    • Gast
    Weshalb verplemperst Du dann überhaupt Zeit mit langweiligen Partys?

    Ich habe mit zwei fast erwachsenen Kindern und viel Arbeit so viel zu tun, dass ich in der wenigen restlichen Zeit nur interessante, liebe Menschen sehen und etwas mit ihnen unternehmen möchte. Die meisten davon sind auch in Sachen Familie ganz schön eingespannt, haben aber wilde Dinge erlebt, schwierige Situationen bewältigt, pflegen viele Interessen, kommen aus verschiedenen Ländern, lesen viel, haben tolle Freunde und einen weiten Gesichtskreis.

    Resultat: Wir haben eine schöne, interessante Zeit zusammen und führen Gespräche, die wirklich etwas bringen. Du kennst doch solche Leute sicherlich auch- konzentrier Dich doch auf diese Menschen und reg Dich nicht auf über das uninteressante Fußvolk - und sei es noch so gut verdienend und toll aussehend!
     
  5. @1# verwundert und neugierig, nicht abfällig.. deswegen auch die Auswahl "langweilig" oder "gesetzt".. (ich denke mal "gesetzt" ist nicht abfällig...) und da ich nciht weiss wie "die Masse" tickt, frage ich lieber, ehe ich irgendwas annehme.

    Dahingehend: ist das wirklich ein "Ziel", das "Gegenstück" zum Abwechslungsreichen Leben?
     
  6. Hallo FS, du scheinst den ständigen Kick zu brauchen.

    Natürlich ist es gut, wenn das Aktivitätspotential in einer Partnerschaft ähnlich ist.
    Aber auf After-Work-Parties und auch auf ähnlichen Veranstaltungen hat vielleicht nicht jeder Lust, sich zu produzieren und mit allen seine privaten Aktivitäten zu präsentieren.

    Es geht ja auch nicht nur darum, immer irgend etwas "Interessantes zu machen", sondern, WIE man etwas macht. Und da kann es schon mal vorkommen, dass man sich länger und ausschließlich mit einer Sache beschäftigt. Manche Dinge erfordern halt mehr Zeit, Konzentration und Intensivität und sind auf den ersten Blick nicht so wahnsinnig interessant, im Endergebnis aber oft beeindruckender als so manch andere Aktivität..
     
    • # 7
    • 22.10.2010
    • Gast
    Niemals nie hätte ich Lust so durchs Leben zu rasen, von Blume zu Blume zu hüpfen, wie du es scheinbar machst. Wieso ist ein Mensch langweilig, weil er nur ein oder zwei Interessengebiete hat, diese aber intensiv und in der Tiefe lebt? Z.B. gehöre ich eher zum verträumten Typ, der gerne intensiv fühlt, riecht, schmeckt und viel Zeit braucht, um Dinge zu betrachten. Vielleicht bin ich auch einfach mit weniger Energie ausgestattet als du? Vielleicht bin ich auch einfach mit weniger Intelligenz ausgestattet und brauche länger? Wie furchterregend, wenn alle Menschen gleich wären. Wenn alle energiegeladene Highflyer wären, hätten wir jetzt einen langweiligen Abend und könnten uns keine Gedanken über deinen Beitrag machen ;-)
    w38
     
    • # 8
    • 22.10.2010
    • Gast
    ".... zusehends in den Genuss von After Work Parties ..."

    gehört das auch zu aufregenden Interessen ? ... Finde ich total gruselig.

    Ich arbeite im Durchschnitt 70 h die Woche, dazu kommt lesen, lesen, lesen, Vorträge und Publikationen. Schon Klamotten für Job kaufen, obwohl shoppen ja eigentlich Spass macht, besonders Frauen, ist leider schon keine schöne Nebenbeschäftigung mehr, sondern auch Arbeit.
    Ich bin froh, wenn ich überhaupt Zeit für 2 Nebeninteressen neben dem bischen Privatleben habe.
     
    • # 9
    • 22.10.2010
    • Gast
    Ich gebe Frederika recht, dass Du Dich ziemlich abfällig gegenüber anderen gibst. Diese Eigenart haben manche Singles, dass sie sich für was ganz Besonderes halten und der Rest ist sterbenslangweilig und einem nicht ebenbürtig. Das rechtfertigt den Single-Status. Lieber FS, vielleicht solltest Du Dir einfach mal an die Nase greifen und mehr Positives in Deinen Mitmenschen sehen. Die Richtige wird Dir irgendwann ganz zufällig über den Weg laufen, wenn Du gerade nicht darauf achtest. Manchen reicht eine Prise Salz, anderen ist Pfeffer zu scharf, noch anderen sind Tabasco und Chili nicht scharf genug. Geschmäcker sind verschieden. Zum Glück. Sonst wären wir alle "furchterregend langweilig" - lang wie breit.
     
  7. @#6: Lieber Hellekeen, ich meinte nicht den Begriff "gesetzt", sondern eher die Beschreibung "furchterregend langweilig" und "1-2 Nebeninteressen" -- alleine schon "NEBENinteressen"! Sind denn Deine Interesse alle vollwertig und die der anderen halt nur NEBENinteressen? Warum sind alle möglichen Partys und Musikinstrumente für Dich vollwertig (wie gut Du spielst, wissen wir nicht mal) und eine Frau, die vielleicht ein wenig Klavier spielt und gerne im Garten kreativ ist, hat halt nur Nebeninteressen? Ne, Hellekeen, das WAR definitiv abfällig und perspektivisch einseitig.

    Umgekehrt könnte man nämlich auch sagen: Der sehnt sich nur nach heiler Familie, nach einer Frau, die ihn liebt, einem Kind, das strahlend auf Papa zuläuft, einem Grillfest im eigenen (!) Garten, der mit originellen Pflanzen gedeiht, und vielleicht mit seinem eigenen Kind zu musizieren und zu spielen und müde ins Bett zu fallen. Anstatt Rasta-Partys und Jam-Sessions mit Leuten abzuhalten, die irgendwie zwar kess drauf sind, aber einem tief im Herzen so gut wie gar nichts bedeuten, zumindest längst nicht so viel wie ein eigenes Kind, das einen anstrahlt, oder eine Frau, mit der man einfach nur gerne zu zweit zusammen und sich gegenseitig genug ist. Nicht jeder mag Urlaub ohne Plan, einfach was neues lernen ohne Anspruch auf Qualität, Dutzende Hobbys la-la statt eines wirklich gut und so weiter. Du lebst irgendwie auf der Überholspur und wunderst Dich, dass Du mit niemandem zusammen mal anhältst. Mich wundert das nicht.

    Sind denn für Dich nur Menschen interessant und vollwertig, die unzählige Parallelinteressen haben, ständig volatil, flexibel, mobil sind? Macht es die Menge? Quantität statt Qualität?

    Für mich sind Menschen interessant mit dem Herz am rechten Platz, mit Charakterstärker und richtiger Bildung, mit tiefgründigen, aber nicht hergeholten Diskussionen, mit Ansichten und Werte, die mit meinen harmonieren, und mit Interessen, die für ZWEISAMKEIT taugen. Menschen, mit denen ich mich einfach auf innerer Eben wirklich wohl fühle, nicht aber bloß solche, mit denen ich "gut Party machen" kann. Letzteres ist für mich äußerst unwichtig.
     
    • # 11
    • 22.10.2010
    • Gast
    Mein lieber Hellekeen, ist doch logisch: Die Leute mit den spannenden Interessen gehen doch nicht auf After-Work-Parties!!! (gähn!)
    Ich sehe richtig die Klientel vor mir, die es dahin zieht, und mich wundert, dass du dazugehörst. Egal, ob die spannenden Leute nun snowboarden, Auftragskiller sind, Sprengsätze aus dem 2. Weltkrieg lahmlegen oder fünf Beziehungen gleichzeitig führen --- mit so etwas gewöhnlichem wie Parties geben die sich gar nicht erst ab.
    Ergo auch nicht mit dir. ;-)
    P.S.: Wenn du soviel aufregende Interessen hast...warum bist du dann so oft hier?
     
    • # 12
    • 22.10.2010
    • Gast
    Wer ständig "auf der Reise" ist und die Stimuli im "AUSSEN" sucht, kann nicht wirklich bei sich selber sein. Meine Theorie w/40
     
    • # 13
    • 23.10.2010
    • Gast
    Tja lieber Hellekeen, eigentlich doch ganz einfach: Ich würde mich mit Menschen umgeben, die nach Deinen Maßstäben eben nicht frchtbar langweilig sind deren Interessengebiete nicht 1/10tel von Deinen ausmachen. Diese Menschen dürfte es doch auf unserem Planeten geben. Die Parties, die Du zusehends genießt, scheinen wohl nicht das (für Dich) adäquate Publikum aufzuweisen. Es gibt auch andere Parties.

    Ich habe nun wirklich nichts gegen hohe Ansprüche, die beim Lesen Deiner Zeilen durchschimmern. Dieser selbstgewählte Anspruch sollte sich dann aber auch im angemessenen Gebrauch von Anführungszeichen und der Kleinschreibung von Adjektiven widerspiegeln.
     
    • # 14
    • 23.10.2010
    • Gast
    Ich denke Frauen, die nur von ein bis zwei Interessen sprechen, haben gelernt sich auf ihr männliches Gegenüber einzustellen, alles an mehr würde mE überfordern. Global interessierte und multivariant disputierende Männchen verplempern ihre Zeit auch sicher nicht in Foren. Bildungsnotstand ist für mich eindeutig männlich konnotiert (wie schon der Artikel sagt). Ich freue mich geradezu, wenn mehr als 10 Bücher in seinem Regal stehen. Leider sind meine Erfahrungen auf diesem Gebiet nicht gut - aber man hofft! LG
     
  8. Man kann es natürlich auch falsch verstehen "wollen".. das steht ausser Zweifel..

    hier gehts nicht um 1-2 "Neben"interessen gegen 1-2 "Haupt"interessen sondern um 1-2 "Nebeninteressen" vs. 5-10 "Nebeninteressen" und gleichzeitig (jetzt kommts) "Hauptinteressen" vs "Hauptinteressen"..

    Ich habe höchsten Respekt vor Menschen die es schaffen ihre Energie auf ein einziges Besonderes zu bündeln.. (auch, oder grade weil ich das nicht kann) der Filmmacher der durch die Welt reist um die Aufnahemn in seinen Kasten zu bekommen, oder der Tontechniker der ein komplettes Kreuzfahrtschiff betreut, oder der Mountainbiker der die Fahrt auf den Mont Blanc organisiert und durchführt oder Der Familienvater der mit Kind und Kegel ein neues Leben in Malaysia anfängt.
    Ich bin ebenfalls begeistert von "Allroundern", Leute die z.B. zwar kein Instrument so virtuos wie eine Vanessa Mae oder ein Rostropovich spielen aber dafür Spass an der Variation haben und interessante Kombinationen austesten. Auch wenn es auf der Gitarre eben Akkord anstatt Arpeggio ist.

    @ Fragen: Zu den Parties komme ich weil sie in meinen Räumlichkeiten stattfinden d.h ich betreue sie.. und ich Frage hier so oft weil es eines meiner Interessen ist, Menschen und menschliches Verhalten zu hinterfragen und zu verstehen.

    Es liegt mir fern mich abfällig über Andere zu äussern, ich möchte diese (für mich) seltsamen Verhaltensweisen nur etwas beleuchten..

    @9# Alle Quantität darf niemals zu Lasten der (akzeptablen) Qualität gehen.
    @10# es ist tatsächlich so, das ich Beziehungen beendet habe, weil ich durch den Partner nicht gefördert sondern ausgebremst wurde..
     
    • # 16
    • 23.10.2010
    • Gast
    Tja, Hellekeen, du liest aus dem Gros der Antworten heraus:

    Die Schreiber sind stolz, neben einer 60h-Woche eigentlich zu nichts mehr zu koimmen. Genau genommen auch nicht wirklich zur eigenen Familie, die damit möglichst bekömmlich finanziert werden soll..

    Bezahlte Arbeit hat einen heute einen enormen Stellenwert!

    Der von dir beschriebene Ansatz erinnert mich (im positiven Sinne!) an die Flower-Power-Zeit der 68er Studenten, die sich damals, bevor sie sich wenig später dann auch lieber brav etablierten (was ist aus den Grünen geworden?), lebensfroh entfalten und ausprobieren wollten.

    Ich kann dein Sehnen schon nachvollziehen und verstehen. Wenig überraschend: Für ein solches hagelt es von den Arrivierten natürlich viel Prügel. Was vielleicht insofern nachdenklich stimmt, als sie doch eher freundlich antworten könnten, wären sie mit ihrern 60h-Wochen wirklich glücklich und zufrieden?

    Dir viel Glück und lass dir dir deine Lebendigkeit nicht ausreden und nehmen!
     
    • # 17
    • 23.10.2010
    • Gast
    @Hellekeen,

    ich will mal kurz die #12 zitieren...

    "Wer ständig "auf der Reise" ist und die Stimuli im "AUSSEN" sucht, kann nicht wirklich bei sich selber sein."

    Und ich weiß zwar nicht, ob sie das tatsächlich so gemeint hat, aber so würde ich den Satz verstehen und weiterdenken:

    Frägst du Menschen nach ihren Interessen? Ihren Hobbies? Oder wie findest du das heraus? Kann es nicht sein, dass sie sich von dir auch einfach überfahren fühlen, weil du dich einfach gut findest, in dem was du tust, wie du bist?
    Letzteres ist ja an sich nichts Schlechtes. Aber, aus eigener Erfahrung: Wenn mein Gegenüber jemand ist, der mir von Auftritten, Ausstellungen, übermenschlichem Multitasking erzählt, dann kann es sogar passieren, dass ich einfach lächelnd nicke und behaupte, ich würde nur an die Uni gehen und lernen. Weil mich Menschen langweilen, die sich selbst gerne in den Himmel heben. Die aber außerhalb des "Außen" nichts interessantes zu berichten haben. Die nichts wahrnehmen, weder in sich noch in der Welt, weil sie so unglaublich tätig sind, dass innen alles leer ist. DAS finde ich langweilig.

    Ja, vielleicht fändest du mich z.B. langweilig, weil ich nur eine große Leidenschaft (ich umschreibe es mit "kreativer Tätigkeit") habe - ich finde es weder langweilig noch gesetzt. Viele, die ihre Wirkung und ihr Sein im "Außen" suchen, im Auftreten, im wilden Herumrennen, sind meiner Erfahrung nach mit sich selbst entweder nicht im Reinen oder sie leben in einer Art realem Computerspiel, haben andauernde Missionen zu erfüllen, springen von A nach B und wirken häufig wie ferngesteuert - was sie manchmal auch sind, da sie sich über ihre Außenwirkung definieren.

    Ein ausgelutschter Spruch lautet, sinngemäß zitiert, sich über das eigene SEIN, nicht über das eigene TUN zu definieren. Im Sinne deines Postings: frag doch nicht nach den Interessen. Lenk das Gespräch auf Literatur, auf Philosophie, Lebenseinstellungen, Fragen des Daseins, der Weltanschauung. Geh spazieren, bleib stehen, schau die Welt an, rieche, schmecke, schau dir an ob die Frau an deiner Seite ebenfalls in der Lage ist, "ästhetisch", "sinn-lich" zu zu sein.
    Ist das nicht mindestens genauso interessant?

    w25
     
    • # 18
    • 23.10.2010
    • Gast
    @15

    "und ich Frage hier so oft weil es eines meiner Interessen ist, Menschen und menschliches Verhalten zu hinterfragen und zu verstehen."

    Dein Ansinnen, menschliches Verhalten (und damit dich selbst) zu hinterfragen und verstehen zu wollen, spricht für deine Lebendigkeit.

    Ich bin mir nur nicht sicher, ob das Forum (dir) diesbzeüglich weiterhilft? Wenn ich z.B. die Antworten auf deine Frage lese, muss ich mich eher fragen, warum viel weniger deine Frage beantwortet, sondern die Intention dahinter angegriffen wurde?

    Ein Vorgang, den ich hier schon oft und mit schöner Regelmäßigkeit beobachtet habe.

    Ein Grund, warum ich hier auch nur noch seltenst anzutreffen bin. Mir geht es wie dir um Erkenntnisgewinn. Und der ist in schnellen, unverbindlichen, anonymen und kostenlosen Foren vermutlich nur sehr begrenzt zu gewinnen?

    Was auch kein Wunder wäre: Den größten Erkenntnisgewinn habe ich aus Therapieseitzungen gewonnen: Da gibt es Verbindlichkeit, der Therapeut bekommt locker 80 Euro die Stunde und die Sache ist verdammt ernsthaft und anstrengend, fernab jeglicher Zersteuung und Unterhaltung.
     
    • # 19
    • 23.10.2010
    • Gast
    @18

    Danke! Deine Worte , insbesondere der 3. Absatz machen mir Mut, dass ich nicht allein mit meiner Art zu denken bin.
     
    • # 20
    • 23.10.2010
    • Gast
    Moin!

    Die Polarisierung, die hier gerade stattfindet, ist mir etwas fremd. Jeder möge sich mit den Menschen umgeben, die gut zu ihm passen, die ihn wachsen lassen, die ihn inspirieren, die ihm schönen und erfüllte Momente bescheren.

    Ein Beruf, der erfüllt, nimmt ein gewisses Maß an Zeit in Anspruch. Ein Haus und Kinder ebenso. Man kann auch Klavier spielen und Berge besteigen. Und man kann auch einfach mal gemütlich auf der Couch sitzen und das Nix-Tun genießen.

    Es liegt Dir, lieber Fragesteller, fern, Dich abfällig über andere zu äußern. Rein praktisch tust Du es aber. Und zwar nicht nur als kurze verbale Entgleisung; vielmehr man erblickt man Deine mitunter despektierliche Grundhaltung in diversen Formulierungen von Dir. Weiterhin liegt Dir daran menschliches Verhalten zu hinterfragen und zu verstehen. Ist dem so? Mir fehlt dazu der neugierige und interessierte Blick auf die anderen. Wie kann man andere Menschen (wert-)schätzen, wenn Du unter den vielen Personen, die die von Dir selbst betreuten Parties besuchen, keine einzige entdeckst, die auch etwas mehr als die handelsübliche Menge Pfeffer aufweist, sondern stattdessen nur eines entdeckst: furchtbare Langeweile.

    Schleierhaft ist mir weiterhin, wie #16 in diesem Kontext von lebensfroher Entfaltung sprechen kann, wenn den Anderen, also den brav Etablierten, deren selbst gewählter Weg der Entaltung abgesprochen wird. Das kann nur vollmundig tun, wenn man sich selbst im vermeintlichen Besitz "höherer" Werte wähnt.
     
    • # 21
    • 23.10.2010
    • Gast
    Nein Hellekeen,

    Du bist nicht alleine in Deiner Art zu denken. Ich die ich oft über Deine Fragen oder auch Antworten schmunzeln muss, erkenne in vielem die Andersartigkeit bei Dir. Gut jeder Mensch ist "einzigartig"

    Es ist aber so, dass rebellieren, provozieren, und hinterfragen den "müden" Geist aufhorchen lässt!
    Er wehrt sich gegen alles was nicht in seine "eigene Schublade" passt.

    Dabei war es doch die Grundidee von Elite "Klasse statt Masse".

    Aber es zeigt sich im allgmeinen doch, dass die allermeisten der Masse hinterherlaufen, und sind aber vollkommen von sich überzeugt Klasse zu sein!

    Bleib wie Du bist, ich finde Du gehörst zur Klasse!

    Allerdings heißt es ja auch, der Mensch sollte ein Leben lang lernen, dazulernen!

    In diesem Sinne ein gesundes Selbstbewusstsein, und eine gesunde Portion Selbstreflektion, das kann eigentlich niemandem schaden!
     
    • # 22
    • 23.10.2010
    • Gast
    Lieber Hellekeen,
    du sprichst mir (w, 27, Unternehmerin) aus der Seele! Nach mehreren Jahren im Ausland kommen mir die Gespräche hierzulande auch sehr gesetzt und die Männer sehr uncharmant und ernst vor. Obwohl die wenigsten tatsächlich 60 Stunden arbeiten, gibt es kaum andere Themen als Familie, Haus, Sport und das alles geschmückt mit etepetete-Details (z. B. Möbelkauf, Auto-Diskussion, Wetterabhängigkeit, aka Bequemlichkeit..), die für mich einen gewaltigen Mangel an geistiger Flexibilität bedeuten *gähn*. Mir ist dabei aber aufgefallen, dass besonders die Mittdreißiger besonders stark ihre - in meinen Augen armselig langweilige - bürgerliche Existenz hochloben und alles Abenteuerliche, Unberechenbare (sprich: Spaßige) verteufeln. Das Ganze meist unterschwellig arrogant und gerade bei Akademikern meist mit dem Glauben, als Konzern-Arbeitnehmer doch zur Elite zu gehören und eh alles richtig zu machen. Ab Mitte Vierzig checken die lieben Herren dann, dass es im Leben auch noch schöne Reisen (ohne Pauschal- und Budgetplanung), spontane Überraschungs-Einladungen, ausgefallene Bücher/Shows und unkonventionelle Denkansätze gibt. Das alles möchte man natürlich mit einem unabhängigen (weiblichen) Freigeist und nicht mit einer "gesetzten" Frau genießen.
    Ich finde es auch immer wieder erstaunlich, wie häuslich die Masse hierzulande ist. Manch einer bekommt schon die Krise, wenn ein Geschäftsessen abends länger dauert oder überraschend lustig in einen Barbesuch übergeht. Frauchen zuhause könnte ja Fragen stellen...mmhhh, ich habe manchmal Lust eine Satire zu schreiben.
    Naja, das ist mein Eindruck der - verzeiht mir meine Direktheit - natürlich hier nicht massentauglich ist. Aber Hellekeen hat mich geradezu verleitet, hier meinen Senf dazuzugeben. Das Leben kann so schön sein, wenn man den Blick über den Tellerrand wagt!
    LG
     
    • # 23
    • 23.10.2010
    • Gast
    Für den Fall, dass # 16 hier noch einmal liest:

    Entschuldige, aber Menschen, die versuchen Arbeit (eher wohl 40 Std), Kinder, Freunde, Sport und kulturelle Interessen zu vereinbaren, sind nicht lebendig?

    Wer ist denn lebendig? Nur der umfassend gebildete und wohlhabende Mensch, der jegliche Zeit und Möglichkeit hat, seinen Interessen nachzugehen, zu konsumieren, zu reisen und umfassend die Möglichkeiten unseres Lebensstils auszuschöpfen? Natürlich ist es völlig verständlich, dass man sich da nicht mit der Verantwortung für andere Menschen belasten mag, die ja diesen way of live beeinträchtigen könnten.

    Lieber FS, ich finde solche Situationen manchmal sehr erhellend, man kann sozusagen soziologische Studien in situ anstellen. Mich hat es vor kurzer Zeit an einem Vormittag zu McDonalds verschlagen- sehr interessant zu beobachten. So kann man auch langweiligste Partys, Wartezeit am Bahnhof oder beim Arzt oder eben McDonalds überleben.
     
    • # 24
    • 23.10.2010
    • Gast
    Mir persönlich gefällt der 3 Absatz von 18 auch sehr gut.

    Die Intention dahinter wird fast immer angegriffen weil dies für viele einen Angriff darstellt. Dieses Verhaltensmuster trifft man oft an.

    Anstatt auf die Fragen - was übrigens super interessanten Gesprächsstoff liefert - einzugehen, wird sofort mit Tomaten geworfen - als würde man persönlich angegriffen.

    Der Satz "Niveau sieht von unten betrachtet wie Arroganz aus" trifft hier wieder mal voll ins Schwarze :)

    @22 - top formuliert
     
    • # 25
    • 23.10.2010
    • Gast
    Tja, hier sieht man die großen menschlichen Unterschiede, die es in unserer Gesellschaft gibt. Langweilige Wesen gibt es überall, die mit ihrem Leben einfach nichts anständiges anzufangen wissen, als auf andere herumzuhacken. Wen meine ich bloß damit? Die im realen Leben stehen oder die vom Rand eines Tellers hinein schauen und zu feige sind das allerbeste Essen einfach zu genießen?

    Als ich zuerst die Fragestellung las dachte ich mir: hat das wirklich ein erwachsener Mann geschrieben? Doch später beim Weiterlesen entpuppt es sich als eine existenzielle Frage nach dem "Was mach ich hier alleine unter diesen Menschen, mit denen ich so wenig gemeinsam habe?" Das habe ich mir schon mit 14 gefragt und so ungefähr mit 16 wusste ich ganz genau mit meinem Anderssein umzugehen.

    Wir sind alle einzigartig, Gott sei Dank. Es wäre so langweilig, wenn wir alle gleich wären, oder nicht? Gerade diese Vielfalt macht es ja so interessant, uns neugierig auf andere zuzugehen und mit ihnen kommunizieren oder auch nicht, das ist unsere freie Wahl. Philosofische Ansätze wurden schon erwähnt, doch ich bleibe beim Anderssein.
    Als meine KInder im Teeniealter solche existenziellen Fragen machten sagte ich ihnen: schau in die Natur. Warum ist ein Baum so oder so? Warum ist ein Tier so oder so? Die Antworten sollten sie selber rausfinden, denn Menschen sind genauso vielfältig.
     
    • # 26
    • 23.10.2010
    • Gast
    Hallo Helleken,
    Mir, w, 39 geht es genauso.
    Mir sind oft viele Menschen zu langweilig-ich habe es nun für mich gut gelöst.
    Mit einem Mann gehe ich tauchen (ca. 1-2 x pro Monat), mit dem anderen Skifahren (im Winter) und dann habe ich noch einen Mann der prima für gemütliche Abende und auch als Begleitung für Geschäftsdinner ist.
    Ich arbeite sehr viel und verbringe meine Freizeit gerne aktiv - aber ein Mann, der alles vereinigt? Ich habe ihn noch nicht gefunden!
    Und wieso soll ich auf etwas verzichte und bei einem bleibe? Warum? Soll ich dann lieber Wäsche machen und den Vorgarten mähen statt tauchen gehen? Sicher nicht-ausserdem sind mit so Schwiegermutter-Kirschtotensonntage eh ein Graus.
    Freunde zum Ausgehen habe ich auch noch und manchmal bin ich auch gerne allein.
    Mit 2 von den Dreien habe ich Sex, das passt also auch.
    Warmhalten kann ich alle 3 ganz einfach-ich verdiene gut, kann mir grosse Wohnung mit Putzfrau und alles leisten und wenn einer fragt was ich am WE mache dann ist das halt putzen und waschen. Überraschungsbesuch wird nicht akzeptiert.
    Dazu sage ich: "Ich bin schwer beziehungsgestört bzw. geschädigt und von daher lasse ich keinen mehr an mich näher heran - aber wenn ich wieder bereit bin dann bist DU der Richtige."
    Sage ich natürlich zu allen 3en und es klappt prima.
    Vielleicht ist das auch für dich ein Modell?
    Liebe Grüsse von der ausgeglichenen w39
     
    • # 27
    • 23.10.2010
    • Gast
    @ FS: Gib doch mal ein Beispiel, was eine Frau mit Familie (darunter verstehe ich jetzt mal Mann + 2 Kinder), Haus und Garten, Vollzeitarbeit und 1 - 2 Hobbys noch alles machen soll? Die meisten sind wahrscheinlich froh, wenn sie das alles unter einen Hut kriegen und nicht noch Zeit mit After-Work-Partys verplempern (müssen?).
    Bei Single-Frauen ohne eigene Familie sieht es natürlich anders aus. Die hätten wohl mehr Zeit für ausgefallene Interessen. Wobei ich immer noch nicht verstehe, was an "normalen" Hobbys langweilig sein soll? Schließlich betreiben die meisten Menschen ein Hobby, weil sie es selbst interessant finden und nicht, um sich bei anderen interessant zu machen. Ich finde z.b Sport tödlichst langweilig (für mich). Aber dennoch sind nicht alle Menschen, die ihre Sportarten aktiv oder passiv betreiben, für mich automatisch langweilig.
     
  9. @Hellekeen :

    Menschen sind verschieden in ihren Eigenschaften und dem Umgang damit. Das müßtest du doch wissen! Mir persönlich ist eine ruhigere Frau, mit überschaubaren Freizeitinteressen auch lieber. Vielleicht denkst du mal über die spezifischen Wünsche genauer nach. Beispiel: eine Familienfrau wird wohl kaum z.B. Fallschirmspringen uvam. ausprobieren...
    Aber für dich gibt es bestimmt auch etwas passendes.
     
    • # 29
    • 23.10.2010
    • Gast
    Liebe alle, bin #22
    es gibt hier ja doch mehrere, die mich etwas verstehen können - schön!

    @26 - haha, mir geht es genauso. Verschiedene Männer für verschiedene Seiten des Lebens. Bei mir wie folgt: Ein älterer, sehr weltläufiger, gebildeter, erfolgreicher Mann für gute Gespräche, Reisen und zärtliches Beisammensein und ein jüngerer, gutaussehender Geliebter mit dem es im Bett einwandfrei passt. Mehr brauche ich wirklich nicht und, konventionelle Partnerschaft hin oder her, mit der nötigen Aufrichtigkeit ist das Leben bunt und schön für alle Beteiligten. Für mich eine sehr gute Lösung des Langeweile-Problems.

    @27: Es geht hier, glaube ich, weniger um die Erfüllung von Alltagspflichten und Zeitmangel sondern um geistige Offenheit. Klar, viele sind im "Hamsterrad" gefangen und finden keinen Platz mehr zum bewußten Ausleben von Interessen. Wichtig sind aber generell Interessen, nicht unbedingt zeitaufwändige Hobbies.
     

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