• 07.10.2017
    • Wissbegierige

    Langjährige Ehe und man hat sich verändert und was soll man tun?

    Liebe Community,

    ich bin weiblich, knapp 50, 2 Jungs im Teenie-Alter und mit meinem Mann seit 21 Jahren verheiratet. Wir sind beide Akademiker (technisch). Ich arbeite als Unternehmensberaterin.

    Nun bin ich reichlich älter geworden und reich an Erfahrung. Wir beide haben uns in den letzten Jahren unterschiedlich entwickelt.

    Es gibt nun einige Dinge, die meine Beziehung für mich deutlich erschweren.

    Mein Mann mag keinen Sex, wir hatten seit Jahren keinen. Ich habe das akzeptiert, da ich annehme, dass Impotenz der Grund ist. Auf Fragen erhalte ich nie eine Antwort. Er schweigt sich aus. Mein Mann schweigt eigentlich ständig. Nicht, dass wir uns nicht unterhalten. Wir reden über den Job, Ernährung, Aktuelles und vieles mehr. Er schweigt zu allem, was Gefühle und Denkweisen betrifft. Und er braucht extrem viel Ruhe.

    Mein Mann teilt nur wenige meiner Interessen, Urlaub und die o. g. Gespräche. Ich gehe gern ins Theater, 2-3 x die Woche mache ich Kurse im Fitnessstudio, ich liebe Gartenarbeit. Und ich bin unheimlich kommunikationsfreudig und fast grenzenlos wissbegierig. Ich google sehr viele Themen, beruflich und privat. Das Internet ist meine Wissensplattform.

    Hier treffen mittlerweile 2 völlig unterschiedliche Menschen aufeinander, die vor 21 Jahren geheiratet haben und 2 tolle Jungs in die Welt gesetzt haben.

    Neben den o. g. Interessensunterschieden und keinem Sex gibt es noch einen Punkt, der mich verzweifeln lässt. Mein Mann kann nichts wegwerfen. Ein solcher Zustand im Haus macht mir bei meinem unruhigen Geist regelrecht depressive Stimmung. Ich will den Krempel einfach nur weg haben, in den Müll damit und bessere Dinge verschenken. Aber was benötigt man für Entrümpelung? Den Willen und die Entschlossenheit, es durchzuziehen. Auch dazu schweigt mein Mann gnadenlos eisern, er hebt einfach nur auf. Zeit hat er auch nie.

    Ich denke seit ein paar Jahren immer mal wieder über Trennung nach, aber bei allen, die es versucht haben, hört es sich wie Austausch von Pest gegen Cholera an. Uns verbindet ja auch Einiges. Liebe? Nein, im Sinne von früher wohl nicht mehr. Aber bei wem ist das schon so nach so vielen Ehejahren? Und dann die Kinder...

    Ich möchte einfach nur Annäherung und Entrümpelung von Vielem. Aber wie, wenn dazu geschwiegen wird? Und Sex? Fremd gehen? Der Gedanke daran macht mich schon ganz fertig.

    Eigentlich bin ich an euren Meinungen interessiert, und zwar ausdrücklich aus männlicher und weiblicher Sicht. Wer befand sich ggf. in ähnlichem Dilemma und hat‘s geschafft?

    Ich möchte unsere Beziehung nämlich nicht leichtfertig wegwerfen...
     
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    • # 1
    • 07.10.2017
    • Goody
    Liebe FS,
    ihr lebt in einer in die Jahre gekommenen Ehe und keiner findet die Ausfahrt Exit. Eure Kinder sind alt genug, sie können und sollten sowieso nie ein Grund sein, weshalb man zusammen bleibt.
    Dein Mann ignoriert Deine Empfindungen, Deine Bedüfnisse, Du die seinen.
    Ja, was verbindet Euch? Wahrscheinlich viel Gewohnheit, Geld, Familie, Freunde, doch reicht das aus?
    Du bist Unternehmensberaterin. Was würdest Du einem Unternehmen raten, das in Schieflage gekommen ist? Wo einige Geschäftsfelder brach liegen, nicht blühen? Du hast in diese Felder bereits investiert, doch es erweist sich, nach Deinem Post, als Fehlinvestition.Dann heißt es etwas outsourcen und sich von den Feldern trennen die nicht mehr lukrativ sind.
    Ihr seid beide berufstätig und könnt´auf eigenen Beinen stehen. Nimm´Dein Leben in die Hand und gestalte es nach Deinen Wünschen, gegebenenfalls ohne Deinen Mann.
    Viel Glück.
     
    • # 2
    • 07.10.2017
    • Melodie
    Hallo Wissbegierige,
    was hältst du von der Idee das was du hier geschrieben hast als Brief an deinen Mann vorzulegen ?
    Ich meine wenn der Prophet nicht zum Berg kommt dann muss der Berg eben zum Propheten kommen...
    Ach ja,ich würd den Krempel auf eigene Faust rausschmeißen,dazu brauchst du ihn doch nicht dazu...
    Und warum fragst du ihn nicht ganz direkt ob er impotent ist ?
    Wenn alles nicht fruchtet und zäh bleibt dann mach die Düse.
     
    • # 3
    • 07.10.2017
    • Rosendame
    Also zuerst der Krempel - werfe alles weg und sage dem Mann daß Du alles ans Rote Kreuz verschenkt hast. Den Tipp habe ich von meinem Chef weil sein Vater auch so ein ewiger Sammler war. Da kann er nichts dazu sagen.

    Jetzt zum Charakter: ein schweigsamer Techniker. Also fast schon ein Stereotyp. Ja, die sind schon speziell. Wenn er aber sonst ein solider Mann ist, der Dir viel Freiraum läßt, dann richte Dein Leben separat ein. Ich vermute er war schon immer so oder? Tja, ist halt seine Persönlichkeit. Er würde wahrscheinlich überrascht reagieren weil ihm nichts fehlt.

    Viele Frauen tolerieren solche Männer weil meistens ein guter Job mit Geld und viel Ruhe zu Hause herrscht - ist doch auch was.

    Wieso die Heirat mit so jemand der so unterschiedlich ist zu Dir? Jetzt nach einer Ewigkeit kommt nur Ausharren oder Trennung.
     
    • # 4
    • 07.10.2017
    • Wissbegierige
    Hallo und vielen Dank. Tja, Unternehmen in Schieflage. Was heißt das? Ich kenne den Begriff Unternehmen in Schwierigkeiten, wenn Kapital über Jahre verzehrt wird, weil man Verluste erwirtschaftet. Es kommt ja auf die Gesamtbilanz an, nicht auf einzelne Fehlinvestitionen.
    Mein Verlust ist Sex und Ordnung. Mein Gewinn alles andere. Würde ich Sex und Ordnung mit 80-90 % bewerten, spräche es für Trennung. Mein Preis, den ich dafür zahle, ist hoch, sogar sehr hoch.
    Familie zerrüttet, es würde jeden einzelnen von uns sehr hart treffen, die Kinder, meinen Mann und auch mich. Und ja, ich verdiene ganz okay, aber wir sind oldschool aufgestellt, ich Teilzeit, er voll. Ich kann nicht annähernd meinen Leben so weiterleben. Ich könnte eher all meine Theaterinteressen und Urlaube an den Nagel hängen. Und ich kann ja wohl kaum verlangen, dass er das Haus räumt, wo er so viel dazu beigetragen hat.
    Ich bin pragmatisch, würde gern bleiben. Hierzu soll es sogar ein Buch geben.
    Ich kenne leider nur missglückte Beispiele nach so langen Ehejahren. Ich suche zunächst nach einer Lösung ohne Trennung. Vielleicht bin ich da auch oldschool, zu sehr sicherheits- und finanzgeprägt. Nun ja. Da bin ich sicher nicht perfekt.
     
    • # 5
    • 07.10.2017
    • Mon Chi Chi
    Liebe Wissbegierige,
    ich hätte Dir einen Tipp, wie Du vielleicht in einen besseren Austausch mit Deinem Mann kommen könntest.
    Das Reden über sein Inneres ist nicht so seines...vielleicht ist er sich seines Inneren gar nicht so bewusst, vielleicht redet er nicht gerne drüber.
    Also bleibt die Möglichkeit, seine Aufmerksamkeit für sein Inneres zu schärfen...lies mit ihm die Klassiker der Weltliteratur, wo es um Figuren geht, die innere Kämpfe haben. Dann plaudere mit ihm über die Figuren, was er da gemacht hätte oder wie er das sehe...das wird seine Reflexion anstoßen und Du wirst mehr über seine Denkweise erfahren.
    Wenn es "nur" das Reden ist, dann wechsel den Kanal. Schreib ihm eine Frage oder eine Email, sodass er in einer ihm genehmeren Form antworten kann. Sag ihm, Du würdest ihn gern nochmals neu kennenlernen und wolltest gerne mit ihm ein Fragespiel spielen. Oder schicke ihm Videos auf WhatsApp.
    Vielleicht bist Du ihm im persönlichen Gespräch zu hibbelig und ihm wäre ein ruhigerer schriftlicher Austausch lieber, wo Du nicht daneben stehst und sofort auf eine Antwort wartest.
    Viele Grüße, w 36
     
    • # 6
    • 07.10.2017
    • Lebens_Lust
    Klingt klassisch auseinandergelebt so wie das sicher in vielen Beziehungen ist. Deine "Jungs" sind vermutlich schon weitgehend auf eigenen Füßen.
    Du schreibst, ihr seid sehr verschieden. Abgesehen von der Frage, ob ihr das nicht immer wart, glaube ich nicht, dass man Menschen im fortgeschrittenen Alter so hinbiegen kann, wie man das möchte.

    Also wirst Du überlegen müssen, ob die aktuelle Situation auf Dauer für Dich ertragbar ist. Kein Sex, seine Sammelleidenschaft, unterschiedliche Interessen, Nebeneinanderherleben.
    Vermutlich würde er hier auch nicht gerade von einer erfüllenden Partnerschaft berichten.

    Ich würde ein offenes Gespräch führen. Seid ihr beide noch so zufrieden, dass ihr weiter nebeneinanderherleben wollt? Könnt ihr bestimmte Punkte so ändern, dass sie für beide passen? Ist ein "Arrangieren" mit der Situation möglich und auf Dauer tragfähig oder wollt ihr beide die Chance suchen, euch friedlich zu trennen und den Rest des Lebens für euch erfreulich zu gestalten?
     
    • # 7
    • 07.10.2017
    • INSPIRATIONMASTER
    Dein Fall ist zu Tausenden bekannt, nichts Neues es bleibt dir ja wohl nichts anderes übrig als alles weiterhin zu akzeptieren wie es ist, für den Rest deines Lebens leiden und nochmals leiden und es verändert sich nichts von selbst oder aber du sagst dir der Rest deines Lebens ist dir wichtig und du willst noch leben gestalten können und dürfen wie du dir das vorstellst dann kommst du an einer Trennung nicht vorbei!. Unter solchen Umständen würde mich niemand halten. Mein Selbstwert mein Selbstvertrauen und mein Selbstbewusstsein würden es niemals zulassen!
     
    • # 8
    • 07.10.2017
    • Andreas1965
    Die Ehe wurde als lebenslange Institution kam zu einer Zeit auf, als die Lebenserwartung noch sehr viel kürzer war als heute. Nach so langer Zeit und zwei nahezu erwachsenen Kindern ist zwangsläufig die Luft raus und Eros tot.

    Ich war vor Jahren in einer ähnlichen Situation. Vitalisieren lässt sich so eine Kiste allenfalls noch durch Affären; aber nicht dauerhaft. Wenn ich mal was nebenbei hatte, kam wieder Leben ins Ehebett. Das hielt aber nur ein paar Monate, dann baute sich die alte festgefahrene Situation wieder auf exakt wie sie vorher war.

    Dass er nichts wegschmeißen kann, deutet auch auf eine psychische Störung: Messie.

    Warum nicht Scheidung?!
     
    • # 9
    • 07.10.2017
    • Tom26
    Das ehrt dich. Denkt dein Mann ähnlich?
    Werte Frau Kollegin
    da gebe ich dir den Rat: Wende im Privatleben an, was dich beruflich (hoffentlich) erfolgreich macht. Nämlich - in Lösungen und nicht in Problemen zu denken.
    Er will keinen Sex mehr - du schon. Also könnte die Lösung die Öffnung der Ehe sein.
    Du willst Ordnung, er sammelt alles. Die Lösung könnte sein - jeder von euch beiden bekommt Platz, dort so zu sein, wie er ist. Mein Opa hatte zum Beispiel einen Kellerraum als Werkstatt - da konnte er all die Schrauben, alte Vergaser etc aufheben. Dafür lagen im Wohnzimmer keine Dichtungen mehr rum.
    Er braucht Ruhezeiten - ist wohl so, er ist auch älter geworden. Gebt euch gegenseitig Zeit, das könnte hier die Lösung sein.

    So, den Rest machst du selber. Viel Erfolg
     
    • # 10
    • 07.10.2017
    • void
    Das würde ich in keinem Fall tun. Ich finde es auch daneben, einem anderen Menschen, ohne vorher zu reden und einen Kompromiss zu finden, sowas anzutun. Ich denke, der Mann hat seelische Probleme und seine Sachen wegschmeißen, die vielleicht irgendein Ersatzding sind oder Schutzwall, kann man nicht einfach machen.
    Das einzige, was geht, ist ihn zu bitten, was auszusortieren oder die Wohnung so zu teilen, dass er in "seiner Seite" das lagern kann, was er will, aber ihre Seite frei bleiben muss.
    Man kann nicht einem anderen seine "Ordnung" aufdrücken, indem man SEINE Sachen wegschmeißt, wenn man mit dem Menschen noch mal ein gutes Verhältnis bekommen will.
    Wenn ein Mann findet, dass es mit den Schuhen bei seiner Freundin reicht - was würde die sagen, wenn die Hälfte weg wäre und er ihr sagt, dass das Verbleibende doch wohl reicht? Oder Klamotten, die sie ein Jahr nicht anhatte? Macht auch alles die Schränke voll.
    Wenn man sowas macht, was Du vorschlägst, und der Mann hängt wirklich an den Dingen, zerstört man das Vertrauen oder beschwört sogar einen Krieg herauf.

    Ich fänd wirklich wichtig, dass Du "an ihn ran" kommst. Irgendwas ist ja bei ihm los und er tut nichts. Vielleicht ist er depressiv. Vielleicht will er auch nur in Ruhe gelassen werden, aber wenn Du ihm klarmachst, dass Du Deinen Bereich brauchst, der ordentlich ist, wäre das ja eine faire Sache. Ich glaube nicht, dass er das nicht versteht, nur musst Du ihm dann auch seinen Bereich lassen, in dem er sein Zeug lagern kann. Vielleicht kannst Du ihm das mal erklären, dass Du Dich nicht wohlfühlst. Wirklich so formulieren und nicht mit "du musst mal was wegschmeißen" usw..
     
    • # 11
    • 07.10.2017
    • Laubsk
    Und das war schon immer so? Ihr habt ja Kinder. Also kann er nicht immer impotent gewesen sein. Obwohl ich kaum davon ausgehe, dass er impotent ist.

    Ich würde eher meinen, dass die Sexlosigkeit ein Ausdruck eurer großen Distanz ist. Vielleicht gibt's auch aus seiner Sicht unausgeprochene Konflikte. Aber nachdem er ja schweigt, müssen sie ja unausgesprochen sein ...

    Wieso fragst du ihn nicht direkt? Das kannst du nur von ihm erfahren. Vielleicht ist er körperlich auch ganz okay, befriedigt sich mit Pornos und will dich nicht mehr. Aber davon abgesehen hält er eventuell sein Leben für ganz bequem. Keine Ahnung.
     
    • # 12
    • 08.10.2017
    • Tom26
    Ja genau - so machst du das.
    Dann würde ich deine ganzen franz. Klamotten auch verschenken - nur Italiener wissen eine schöne Frau wirklich zu kleiden. Mehr als 3 Handtaschen müssen auch nicht sein. Und von deinen 105 Tiegelchen und Töpfchen können auch 90 Stück weg. Deine Staubfänger wandern auch in den Müll. Na, bist du jetzt glücklich?

    Ja, diese Art des Tolerierens nennen wir Männer meistens Gezicke und oder Genörgel.

    Aber dein Beitrag ist typisch für sehr viele Frauen. Mann ist so lange klasse, solange er
    - weder Geld noch Platz für sich beansprucht
    - genügend Geld für ihre Wünsche hat
    - die Klappe hält, wenn sie sein Haus mit Nippes oder Designerkram verunstaltet.

    Ich weiss, wovon ich schreibe. Solche hatte ich mehr als genug - eigentlich sind die ganz ok. Mann muss sie nur verabschieden, bevor sie Schaden anrichten. Beachtet man das, hat man eine gewisse Zeit Spass damit. Aber selbst alte Männer sind lernfähig - und merken irgendwann, dass es auch andere Frauen gibt. Und diese nicht weniger hübsch sind, aber viel glücklicher machen.

    Allerdings halte ich die FS nicht für diese Kategorie Frauen. Sondern für jemanden, mit der ihr Mann gerne zusammen ist. Und genau deshalb wird es andere Lösungen als die Trennung geben. Die so gerne gescholtenen Techniker sind sehr pragmatisch. Und von daher eher lösungsorientiert als zu einem übersteigerten Ego neigend. Eigentlich gute Voraussetzungen für Lösungen.
     
    • # 13
    • 08.10.2017
    • Wissbegierige
    Guten Tag und vielen Dank für eure Antworten.

    Das ein oder andere möchte ich noch ein bisschen ausführen.

    Fangen wir mit dem Sex an. Ja, der wurde bereits mühsam, als unser 2. Sohn kam. Manchmal konzentrieren sich Elternteile sehr stark auf die Kinder, fast immer die Mutter. Bei uns war es bisweilen umgekehrt. Gemütlich als Familie kuscheln, spielen, Fernsehen, in Urlaub fahren - das reichte meinem Mann. Er ist sehr zufrieden, mit allem, auch mit mir und ich glaube ihm das auch. Und natürlich habe ich ihn auch schon direkt gefragt. Aber mal ehrlich, wenn man eher zurückhaltend ist, haut man die Wahrheit nun auch nicht unbedingt so raus oder man stellt sich selbst erst gar nicht dem Problem. Und ja, ich habe ihn um Öffnung gebeten. Denn wenn er nicht möchte (auch keine andere, sexlos glücklich, so unglaublich es klingt), dann besuche ich halt gelegentlich meinen Studienfreund, der auch verheiratet ist, und alles ist prima. Da mein Mann merkt, dass es mir diesmal ernster mit einer Antwort ist, hat er mir nun auch eine in Aussicht gestellt. Das warte ich also ab.

    Ordnung: Wir haben keinen Messie-Haushalt. Die Dinge meines Mannes sind in erster Linie Modellautos, wahnsinnig viele Bücher, auch noch aus der Jugend, Zeitschriften, Elektronik und ein Physiker-Schreibtisch. Ich will hier nicht alle über einen Kamm scheren, aber ja, die Schreibtische sehen alle ziemlich ähnlich aus. Und ich? Brauche äußere Ordnung für innere Ordnung. Ich würde aber nie seine Sachen wegwerfen, dass ist kein vertrauenswürdiger Umgang. Und da wird mein ruhiger Mann garantiert auch richtig sauer.

    Danke #9 Tom26! - guter Lösungsansatz

    Der Interessensbereich ist weniger konfliktträchtig. Joggen/Fitnessstudio, Lesen/Theater, viel/wenig Schlaf, ebenso reden. Wir sind ein klassischer Fall von Gegensätze ziehen sich an. Der Vorteil daran ist: Wenig Streit. Und das tut mir gut. Er ist klug und kann mit meinem Grips leben. Denn man muss sich nichts vormachen. Unruhige, stets denkende, Akademikerinnen gelten bei Männern als äußerst anstrengend.

    Und tatsächlich Tom26 - du sprichst aus, was eigentlich sowieso mein Lebensmotto ist - lösungsorientiert. Ich hinterfrage einfach oft Dinge und so kommt man natürlich auch drauf, passt mein Partner noch zu mir? Macht mich ein Neuanfang glücklich? Trägt dies zu einem erfüllteren Leben bei? Aber ich handhabe es nie vorschnell, sondern immer nach Pro und Contra. Und Contra muss schon deutlich überwiegen für eine radikale Veränderung. Spricht entweder für meine hohe Frustrationstoleranz oder meine Bequemlichkeit, je nach eurer Betrachtungsweise.

    Dass eine geöffnete Ehe hier auf Unverständnis stoßen könnte, liegt in der Natur der Sache. ElitePartner ist in erster Linie eine Börse, über die man einen geliebten Partner finden möchte, der mit einem durch dick und dünn geht. Und natürlich spielt da Treue eine große Rolle. Für mich ist es aber kein Widerspruch.

    Danke, dass ihr euch mit meiner Situation beschäftigt habt.
     
    • # 14
    • 08.10.2017
    • Rosendame
    Das mit dem Krempel wegwerfen muß frau differenzieren.

    Es ist ein großer Unterschied, ob der Mann der FS liebevoll und ordentlich alles in seiner kleinen Ecke verstaut und werkelt - dann kann man mit ihm wegen des Platzmangels reden

    ODER wie in unserem Fall

    der Mann aus reinem Geiz absolut nichts wegwerfen kann und noch altes Gerümpel dazusammelt ohne jegliche Rücksicht auf andere Bewohner und einen Wutanfall kriegt falls das Thema wegwerfen zur Sprache kommt aus reinem Machtgehabe. Dagegen hilft nur die radikale Lösung.

    Die etwas sonderbaren Männer (oft Doktoranden, eben im technischen Bereich), die ich kannte, waren unter der ruhigen Oberfläche oft überraschend cholerisch und absolut sturr und keine süßen Schlümpfe. Da führte schon die Änderung des Speiseplans zur endlosen Diskussionen mit anschließender Wutreaktion.
     
    • # 15
    • 08.10.2017
    • yellow bee
    Hallo FS,

    erst hab ich überlegt, was ich Dir antworten und raten könne.

    Bis ich dann diesen Satz von Dir gelesen habe:

    Wer "eigentlich" schreibt, meint in Wahrheit, dass es eben nicht so ist. Kurzum: Du wirst nicht auf unsere Meinungen hören. Du wirst ohnehin nichts ändern. Du wirst genau da stehen bleiben, wo Du bist. Aus Angst, die Pest zu bekommen, wenn Du Dich trennst.
     
    • # 16
    • 08.10.2017
    • Kaktus
    Ich halte nichts von offenen Ehen. Das ist meist der Anfang vom Ende. Denkst Du wirklich, das läuft so locker flockig ab? Du hast zukünftig Sex mit Deinem verheirateten Studienfreund. Dein Mann nickt das immer einsichtig ab? Das Du Dich da mal nicht täuschst. Du unterschätzt, wie viele Techniker, die Emotionen. Die sind nicht berechenbar. Wir sprechen doch nicht über eine Matheaufgabe und deren Lösung. PS: Wie erklärst Du Deinen pubertierenden Söhnen, dass Du zukünftig Sex mit einem verheirateten Mann hast? Weiss dessen Frau eigentlich von Eurer Abmachung? Wenn nicht, was ich annehmen, solltest Du Dir auch über den Charakter Deines Studienfreundes mal Gedanken machen. w, 52, verheiratet
     
    • # 17
    • 08.10.2017
    • Lebens_Lust
    Hallo FS,

    nach Deinem Posting #13 klingt für mich alles nicht mehr so dramatisch.
    Sex: es scheint ja Ausweichmöglichkeiten zu geben
    Ordnung: er scheint eher Sammler zu sein, aber es liegt wohl nicht alles kreuz und quer. Sollte also, z. B. mit getrennten Zimmern, zu regeln sein.
    Interessen: Ich sehe auch keine ernsthaften Probleme, jeder hat eben seine Interessen.

    Ich sehe auch nicht so ganz, dass Deine "Frustrationstoleranz" überschritten ist(?). Du wirst Dir klar sein, dass auch ein neuer Partner seine Macken haben würde. Lässt sich nicht "lösungsorientiert" ein verträgliches Nebeneinander einrichten?

    Zusammengefasst: Du bist 50, hast eine grundsätzlich funktionierende Familie. Wenn ich hier die Frauen lese, dann sind in Deinem (unserem) Alter sowieso fast nur noch Männer übrig, die niemand haben möchte. Für einen "Wechsel" müsstest Du also am besten eine Alternative haben, bevor Du die Ehe beendest. Ob es Deinem Mann gegenüber fair wäre, die erstmal in Ruhe zu suchen, blende ich mal aus. Für mich klingt nichts nach Streit, nichts nach einem wirklichen Problem. Eher nach "War es das schon?". Die Frage stellen sich mit 50 viele.

    Ob die geöffnete Ehe hier auf Unverständnis stößt, ist doch völlig egal. Wenn ich mich nach allem richten würde, was hier bei irgendjemandem auf Unverständnis stößt, wäre ich völlig handlungsunfähig. Für eine Reihe Frauen hier ist schon unvorstellbar, dass eine Frau mit 50 überhaupt noch Spaß an Sex haben kann. Also: es ist Dein Leben. Und wenn Du die nächsten 20 Jahre mit 2 ONS pro Woche verbringen würdest, kann Dir doch die Sichtweise anderer Foristinnen hier völlig egal sein.
     
    • # 18
    • 08.10.2017
    • sonrix
    Es gab mal 1995 in der Psychologie Heute einen sieben seitigen Artikel mit dem Titel "die ungeheure Last des Überflüssigen" den ich mir damals aufgehoben habe. Und den ich mir gerade, als ich das gelesen habe, nochmal rausgeholt habe.

    Im Kern ist so, dass alles, was wir besitzen und anhäufen uns Lebensenergie kostet und Streß macht und uns vom "wirklichen Leben" abhält..

    Dein Mann ist vielleicht auch deswegen so müde, weil er jede Menge unerledigter Projekte vor sich her schiebt, die mit jedem dieser Dinge verbunden sind.

    Auch wenn obiger Artikel nicht verfügbar ist, gibt es ettliche Sachbücher zu dem Thema, bei denen es vordergründig nicht um Emotion geht.

    Oft ist das auch eng verbunden mit Depression. Und Depression mit sexueller Lustlosigkeit.

    Vielleicht gibt es bei Euch ja Selbsthilfegruppen zu der Problematik, wo er auf andere Leute treffen könnte, denen es ähnlich geht.

    Ansonsten klingt das so, als wenn Du Ihn nicht verlassen willst. Und wenn das für Dich klar ist, dann musst Du Dir eben überlegen, wie Du am besten mit der Situation umgehst.
     
    • # 19
    • 08.10.2017
    • Lionne69
    Liebe Wissbegierige,

    nur so meine Gedanken.

    Du führst eine Partnerschaft, wo es solche und solche Seiten gibt.
    Lange Jahre bei einander zu bleiben, etwas Gemeinsames auf zu bauen - schön.
    Old school? Ist schnelles Trennen, ex und hopp besser? Werte es nicht ab.

    Spiel gedanklich durch -
    Wie fühlst Du, wenn du an die nächsten Jahre mit Deinem Mann denkst?
    Wie fühlt sich die Vorstellung Single Leben an? Denn einem passenden Partner zu begegnen ist immer ein Glückstreffer, also deswegen Single Dasein.

    Wie sind Deine Gefühle ihm gegenüber ? Wertschätzung, Respekt, ein gutes Gefühl? Das ist schon viel - vielleicht sogar mehr, als in manch anderen langjährigen Partnerschaften.

    Überlege Dir - was ist Positiv, was schätzt Du, womit kannst Du gut leben.
    Dann, was stört Dich definitiv. Was gäbe es für Lösungswege.

    @Tom26 hat da gute Ideen, ich bin mir sicher, Du kannst diese ergänzen.
    Wenn eine offene Beziehung für Euch beide ein Weg ist, dann ist auch dies ein Lösungsansatz.

    Redet miteinander, und nutze Deine berufliche Erfahrung.
    Den richtigen Gesprächsmoment festlegen, planen, mit Zeit und Raum. Es ist Dir ein wichtiges Thema, Deine Partnerschaft ist Dir wichtig, Dein Partner.
    Wertschätzung, Positives mitteilen.
    Mitteilen wie es Dir geht, was du fühlst. Ihn fragen, was er fühlt, denkt.
    Gemeinsam nach Lösungsvorschlägen suchen, vielleicht hat er doch einige Ideen? So, wie Du dann Deine Ideen einbringst?
    Eine Art Brainstorming?
    Und dann mal ausprobieren, wo Stellschrauben sind.
    Manchmal sind es Nuancen.

    Klingt jetzt sehr rational, mir würde es aber liegen - weil ich mir mit dieser Art der Auseinandersetzung mit einem Thema erstmal bewusst werde, wo ich selbst eigentlich stehe.
    Und ich denke, dass konstruktive Gespräche, ohne Vorwürfe, ohne Anspruch, Erwartung, der einzige Weg sind, um zwischenmenschliche Fragen beidseitig zufrieden stellend zu lösen.
    Trennen kann man sich schnell.

    Den Partner entmündigen, in dem man sein "Zeug" einfach wegwirft, verschenkt - ist der allerschlechteste Weg. Respekt, Wertschätzung gleich Null. Käme man da bei seinem Kind auf den Gedanken?
    Was für ein Vorschlag.
    Und nur weil ein Mensch eher schweigsam ist, wenig redet, ist er noch kein Fall für einen Psychologen. Vielleicht ist er einfach so in seiner Persönlichkeit, und seine Züge verschärfen sich mit zunehmendem Alter. Er ist wie er ist, und die FS ist wie sie ist - es geht um die tragfähigen Brücken zwischen den Beiden, evtl. darum alte Brücken zu verstärken und neue zu bauen.

    Liebe Wissbegierige,
    es fühlt sich für mich gut an, was ich bei Dir lese. Viel Glück bei der Suche nach Lösungswegen und dann vor allem bei der Umsetzung.
    Trennen, wenn es nicht klappt, bleibt ja immer als letzte Option. Aber dann hast Du es zumindest versucht.
    Alles Gute.
     
    • # 20
    • 08.10.2017
    • Wissbegierige
    @Lionne69: Du hast es mit deinem Beitrag so gut auf den Punkt gebracht. Es freut mich, dass es Menschen gibt, die es so reflektieren. Auch Tom26 und einige andere. Tatsächlich geht es mir wie ganz oben geschrieben um neuerliche Annäherung und so eine Art Frühjahrsputz.
    Ich kann mir ein weiteres Leben mit ihm sogar sehr gut vorstellen.
    Ja, ein hohes Maß an Wertschätzung und Respekt, Dankbarkeit, ich kann ihm vertrauen, mit ihm reden und so viel mehr.

    Vielleicht ist ja meine Vorgehensweise nicht gerade passend für ihn. Ich gebe mich öfter auch ohne Antwort von ihm zufrieden. D. h. ich versuche, ins Gespräch zu kommen, er meint dann immer, er denkt drüber nach. 3 Monate später (manchmal auch deutlich länger) frag ich mal wieder an. Gleiche Antwort. 1 x im Jahr dann Erdbeben. Er ist verdutzt, so nach dem Motto, was hat sie denn jetzt. 1 Tag später Erdbeben verklungen. Kleine Nachbeben, nach 5 Tagen beste Eintracht.

    Was bleibt, ist mein kleiner Wunsch, mal auswärts Sex zu haben.
    Und bisschen mehr Ordnung :)

    ...War bezogen auf meinen Studienfreund.
    Süß. Ich hatte Jahre keinen Sex. Mein Wunsch liegt bei 2-3 mal pro Jahr oder so, denn wir wohnen mehr als 300 km auseinander. Und ja, er hat mit seiner Frau auch ein solches Abkommen geschlossen. Ich habe null Lust, anderer Leute Ehe zu zerstören, schon gar nicht, wenn es ein Studienfreund ist. Wir hatten vor ca. 25 Jahren guten Sex und er fragt seit 15 Jahren 2-3 x pro Jahr an. Ich lehne seit dem ab. Aber Lust hab ich eben auch mal wieder. Und keiner im 4er Bunde nimmt ernsthaft Schaden, jedenfalls nicht bei einem Agreement. Ich hab meinem Mann meinen Wunsch erklärt. Er fragte nur, wo man denn so jemanden fürs Bett herbekommt. Und ich darauf: Na von früher. Ich geh jetzt nicht raus und suche willige Ehemänner. Übrigens hab ich mein sexloses Leben meinem Studienfreund noch nicht vollumfänglich gebeichtet. Wenn er das hört, hat er vielleicht gar keine Lust mehr.

    Hinsichtlich der Kommunikation mit meinem Mann sollte ich wohl mal die Taktik wechseln. Er wirkt auf mich nicht depressiv, eher bescheiden, zufrieden, ausgeglichen, ruhebedürftig, nicht zu verwechseln mit anspruchslos, ganz und gar nicht.
     
    • # 21
    • 08.10.2017
    • Laubsk
    Ich verstehe eure Verbindung nicht wirklich. Auch deine Aussagen sind widersprüchlich. Anfangs schreibst du noch, dass der Gedanke ans Fremdgehen dich schon fertig macht.

    Ein paar Beiträge später schaut es schon ganz anders aus.

    Und die Reaktion deines Mannes ist ja auch sehr seltsam.

    Irgendetwas passt hier nicht. Scheint ihn ja nicht sonderlich zu berühren. Kapselt er seine Gefühle so vor dir ab? Hast du ihn irgendwann einmal sehr verletzt? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einem Mann, der immer treu war, egal ist, dass seine Frau nun systematisch fremdgehen will. Und er wünscht dir dann eine "Gute Fahrt!"?

    Und ich glaube auch, dass das Öffnen der Ehe, der Anfang vom Ende ist. Ob dein Mann das wirklich so mitmacht? Vielleicht wird er es einige Zeit in gewohnter Manier still hinnehmen, um dann zu explodieren? ... wer weiß.
     
    • # 22
    • 09.10.2017
    • Vikky
    Liebe FS,
    Dein Thema "innere Ordnung braucht äußere Ordnung" kenne ich sehr gut und auch Männer die Sammelwut haben, insgesamt unordentlich sind und Heimwerker obendrein, die für jeden Handgriff ein Werkzeug brauchen und von jeder Schraubenart eine Schachtel.

    Als ich noch verheiratet war, habe ich die Samstage geradezu gehasst. Es gab Unmengen an Regionalzeitungen, Werbeblaettchen, Zeitungen, Zeitungsbeilagen.
    Mein Exmann hatte eine andere Art die Zeitung zu lesen. Ich lese sie als Gesamtpack, er las sie in Einzelseiten, die dann auch verteilt in Küche, Wohnzimmer und Essbeteich lagen.
    Bis zum Tagesende habe ich die Füsse stillgehalten. Punkt 18 Uhr raffte ich alle Blätter zusammen und brachte sie in den Keller in die Altpapierkiste. Das war unsere festgelegte Regel.

    Hat Dein Mann denn kein eigenes Zimmer für seine persönlichen Sachen? Wenn nicht, könnt ihr sowas einrichten, z.B Dachgeschoss ausbauen? Das schont Nerven.
    Mein Exmann sammelte auch Modelle, diverse Zeitschriften dazu, Bücher. Sein Zimmer sah (aus meiner Sicht) immer grausam aus - Tür zu, fertig wars. Wir hatten jeder ein eigenes Zimmer, in dem jeder für Sauberkeit und Ordnung zuständig war.
    Auf einer Messe sahen wir mal Vitrinen für die Autos. Er war zu geizig, sie zu kaufen. Also schenkte ich sie ihm zu Weihnachten. 2 mit echten Schätzen bestückte Vitrinen durfte er wegen Platzmangel im Flur aufhängen - sah ok aus und war staubdicht.

    Ein Kellerraum wurde zum Werkzeugkeller umfungiert - rundum reichlich Stauraum in Form einer preiswerten Einbauküche mit Holzarbeitsplatten zum werken, Fussboden gefliest. Unter die Oberschraenke kam ein System für die ganzen Schraubenkaesten. Der Rest verschwand für mich optisch verträglich und staubfrei hinter Schranktueren.
    Manchmal musste ich ans Geräte reinigen und was wegräumen erinnern, aber insgesamt funktionierte es, weil im Zweifelsfall - Tür zu. Was ich nicht sehe, regt mich nicht auf.
    Ich bekam dafür einen Hauswirtschafts-Waeschekeller, genauso ausgestattet, für Putzmittel, Buegelstation und statt Schraubenkaesten, staubfreie Schuhkarussels und Taschenlagerungen.

    Zum Thema Sexlosigkeit, Ehe öffnen - warum nicht, wenn alle Beteiligten informiert sind und es für alle ok ist?
     
    • # 23
    • 09.10.2017
    • noreia
    Wenn Du das zu wissen meinst, warum fragst Du dann hier?

    Tatsächlich ist es wirklich so, dass es gerade in diesem Forum Unverständnis für andere Beziehungsformen gibt. Allerdings liegt das nicht an Verklemmtheit oder geistiger Beschränktheit der Foristen, sondern schlicht an einem Fehlen spezifischer Lebenserfahrung. Sprich: wer nie eine jahrzehntedauernde, noch bestehende und gute Partnerschaft hatte, kommt auch nicht an den Punkt, wo derartige Probleme entstehen können, wie Du sie momentan hast, liebe FS.
    Und mal ehrlich: Du hättest Dir doch in den ersten Jahren Deiner Beziehung auch nicht vorstellen können, dass Du mal derartige Wünsche haben wirst, oder?:)

    Wenn Du Deine Fragen an einen anderen Empfängerkreis richtest (z.B. in anderen Foren) wirst Du feststellen, dass eine "geöffnete Ehe" in vielen langjährigen Beziehungen Gang und Gäbe ist - nur hängt es eben niemand an die große Glocke.

    Ich (w,41) lebe auch seit einigen Jahren so und für meinen Mann und mich funktioniert das super.
     
    • # 24
    • 09.10.2017
    • Vlmfnsm
    Deine Geschichte ist aus meiner Sicht keine Ausnahme sondern eher die Regel nach so vielen Jahren und erst Recht mit Kindern .
    Jeder der das nicht kennt kann gar nicht mitreden in puncto offener Beziehung ! Und was ist daran verkehrt wenn man sich grundsätzlich mag und schätzt .
    Gerade Frauen in deinem Alter haben oft andere Bedürfnisse als gleichaltrige Männer . Ich kann mir das als Lösung durchaus denken .
    Zum Thema sammeln : erinnert mich stark an meinen Ex bzw auch meinen Vater ! Ist er zufällig Stier oder Steinbock !?
    Die Lösung war einmal ein Coaching das sehr half und im Fall meines Vaters ein eigener Raum für Sammlungen . Ich denke eine Trennung ist bei euch nicht nötig außer es kommt zu ständigen heftigen Streits und Respektlosigkeiten
     
    • # 25
    • 10.10.2017
    • pixi67
    Hier schreibt ja auch oft traurig die andere Seite, Ehepartner die gar nicht wussten dass sie in einer offenen Ehe leben.

    Die meisten empfinden es als Betrug und nicht moralisch basiert, sondern rein emotional.
    Ich denke schon, dass Öffnungen gerade auf der sexuellen Ebene gut und bereichernd sein können. Und die Sehnsucht nach Nähe, Gemeinsamkeiten und Sex kenne ich auch.
    Ich habe mich gerade aus Anfängen gelöst, die wahrscheinlich in wenigen Monaten da gelandet wären, wo Du stehst.

    Allerdings ist es schlicht und ergreifend "gefährlich ", was Du tust.
    - die Chance Dich zu verlieben ist groß
    das passiert nicht immer bei Beiden.
    - die Chance, dass Dein Mann dahinter kommt und Du ihn los bist ist groß.
    - die Chance, dass Du ihn los bist wenn Du nur die Bitte auf Öffnung äußerst ist auch nicht klein.
    Und trotzdem würde ich mich wohl genau dafür entscheiden. Mit ihm zu reden und abzuklopfen, was er über die Öffnung der Beziehung denkt.
    Wenn sie nur einseitig geöffnet wird, ist meist eine verschnupft.
    Ich kenne ein glückliches Paar mit offenem Sexualleben aber....die können gut miteinander reden, sind sich da einig und sprechen es ab.
    Es gibt auch Menschen die sagen, ich möchte nichts wissen, wer mich mag tut es heimlich und belastet mich nicht.
    Ich gehöre zu denen, die nicht betrogen werden wollen sondern über mein Leben mit entscheiden möchte. Heißt vielleicht kann ich eine Beziehung öffnen, wenn man gemeinsam entscheidet.
    Nur: wie Dein Mann da tickt weiß niemand und auch nicht wie er reagiert.
    Dennoch wäre ich jemand, der redet und sich öffnet und eben nicht heimlich.
     
    • # 26
    • 10.10.2017
    • Apfeldieb
    Das mag so sein, aber wer nun welche Bedürfnisse und Interessen entwickelt, ist nicht vom Geschlecht abhängig. Wenn man Glück hat, entwickelt man sich in die gleiche Richtung, es kann aber auch gegenteilig kommen.

    So wie Du Dich beschreibst,
    bist Du eigentlich ein Traum für jeden Mann, der das alles und noch viel mehr zurückstellen muß, weil seine Lebenspartnerin sich in all diesen Dingen querstellt, für kaum etwas interessiert, andererseits aber Anspruch auf die gesamte Freizeit erhebt, so daß er sich wie in einem Gefängnis fühlt.

    Man kann sich innerlich trennen und die Lebens- in eine Wohngemeinschaft umwandeln, bei der jeder seine eigenen Wege geht und dem anderen darüber auch keine Rechenschaft ablegen muß. Oder man trennt sich auch räumlich, indem einer auszieht.

    Eines solltest Du aber auf keinen Fall tun: Dich mit Deinem Gefängnis abfinden. Denn es verändert Dich im Laufe der Jahre. Irgendwann macht dann die Gartenarbeit keinen Spaß mehr, weil sie ja doch nur Unfrieden verursacht. Irgendwann hast Du keine Freude mehr daran, Dich mit etwas zu beschäftigen, von dem es heißt: wie kann man sich nur für so etwas interessieren, das ist doch langweilig hoch drei. Oder anstrengend und unbequem.

    Rede mit Deinem Mann. Wenn es keine Perspektive gibt, trenne Dich von ihm. Und zwar, bevor Du jemand passenderen kennenlernst. Untreue ist kein guter Start in ein neues Leben.
     
    • # 27
    • 10.10.2017
    • QFrederick
    Liebe FS,

    nachgewiesener Maßen habe wir es “nur“ 26 Jahre geschafft, aber die abstrusen Ursache-Wirkungskonzeptionen, die hier auf Grund der Dauer einer Beziehung entworfen werden, sind mit Sicherheit nicht so allgemeingültig wie sie darzustellen versucht werden. Wir reden hier nur von Quantität, aber in keinster Weise von Qualität. Auch die gebetsmühlenartigen Wiederholungen des selbstverständlichen Verlustes Letzterer an Ersterer festzumachen, machen diese Behauptungen nicht wahrer.

    Sex war für uns und ist für mich ein wesentlicher Bestandteil einer Beziehung sowie Ausdruck körperlicher, geistiger und emotionaler Nähe, Austausch und Kommunikation. Deine in diesem Punkt technokratische Betrachtungsweise ist für mich nicht vorstell- und fühlbar. Eurer Beziehung fehlt mir ein existenzieller Baustein, um diese als solche zu bezeichnen. Ihr seid maximal ein eingespieltes Team. So bleibt die Frage, ob und warum das Deinem Mann zureichen scheint, aber nicht Dir. Reicht es Dir (langfristig) tatsächlich 2-3x Sex im Jahr zu haben? Wofür? Was ist das/er dann für Dich?

    Eure Kommunikation im engeren Sinne kann ich mir ebenso wenig (erfüllend) vorstellen. Du kommunizierst, er nicht oder vertröstet Dich und Du gibst Dich damit zufrieden? Wie unselbständig und unbefriedigend ist das denn?

    Dein Ordnungsproblem wiederum kann ich sehr gut nachvollziehen, aber nicht Deine Hilflosigkeit damit umzugehen. Irgendwie erinnert mich das an das Zimmer meiner mittlerweile volljährigen Tochter innerhalb unseres Hauses. Die Trennung hat unter anderem für mich dazu geführt, dass ich 3/4 meines Gepäcks entsorgt habe ohne äußer- und innerlich unter einem Mangel oder Verlust zu leiden. Ganz im Gegenteil. Ausgenommen davon das Zimmer meiner Tochter. Da kann ich sehr gut einfach die Tür schliessen. Aber auch sie merkt immer öfter, auch im Vergleich zu den anderen Örtlichkeiten, dass ihr Lebensmodell nur kurz- und oberflächlich betrachtet erfolgsversprechender ist. Nun scheint ihr nicht am finanziellen und intellektuellen Hungertuch zu nagen, da ist es umso unverständlicher warum ihr noch nicht selbst auf die Ideen von @Tom26 und @Vikky gekommen seid sowie bereits längst gehandelt habt.

    Generell frage ich mich, was Dein Mann Dir mit Eurer Sex- und Sprachlosigkeit sowie seiner Sammelleidenschaft sagen will, aber nicht über die Armut in Eurer Beziehung.
     
    • # 28
    • 10.10.2017
    • Tom26
    Hmmm - setzt sexuelle Exclusivität nicht eben auch Sex voraus? Momentan hast du ja mit deinem Mann genau so viel Sex wie mit mir - nämlich keinen. Besonders exclusiv ist das nicht.
    Dein Mann macht auf dich einen ruhigen, ausgeglichenen Eindruck. Zufriedenheit - er hat diese. Du nicht. Ich verstehe, dass du ihn nach wie vor schätzt, vielleicht sogar genau als den Ruhepol in deinem Leben.
    Die Probleme mit der Ordnung - die kann man lösen. Wobei ich verstehe, dass er nicht in einer Möbelausstellung leben mag. Manche Menschen beherrschen nämlich das Chaos. Und empfinden es als gemütlich, wenn nicht alles ordentlich ist. Und der eine denkt, dass ein überladener Schreibtisch dazu führt, dass man nichts schafft. Andere sehen im aufgeräumten Schreibtisch ein Zeichen dafür, dass nichts getan wird.
    Versuchen solltest du, mit deinem Mann über Ziele und Wünsche zu reden. Ich bin mir sehr sicher, dass sein Schreibtisch und seine Autos dich viel weniger stören, wenn du selbst zufrieden bist mit deinem Leben. Das solltest du ansprechen.
    Meine Meinung - vielleicht hilft dir dieser Ansatz.
     
    • # 29
    • 10.10.2017
    • Babar
    Wow, Hut ab, das würde ich auch gerne mal können, nach 20 Jahren so wertschätzend über einen Mann reden zu können, gerade wenn du nicht zu 100 % glücklich bist (das kriege ich bestenfalls kurz vor der Vergreisung hin). Mit deiner Einstellung bin ich höchst zuversichtlich, dass du und dein Mann gute Chancen habt, einen Weg zu finden, der für Euch beide stimmig ist. Alles ist möglich. Ich wünsche dir alles Gute.

    Frau 51