1. Kind zum anderen Elternteil ziehen?

    Gerne würde ich mal um Erfahrung fragen.
    Mein Sohn (15) und ich verstehen uns nicht mehr gut. Er respektiert mich nicht mehr, schreit mich an, wenn ihm was nicht passt (und das ist oft), macht mich bei Dritten schlecht, wenn es ihm nützlich sein kann usw.
    Zwischen Vater und Kind ist das Verhältnis mittelmäßig. Sie hatten über Jahre regelmäßig Kontakt, aber nie eine wirklich gute Beziehung. Bekämpft wurde ich durch den Vater durch unzählige, zermürbende Gerichtsverfahren, das Kind immer mittendrin.
    Mein Gedanke ist, dass es zwischen Sohn und Vater vielleicht doch besser funktionieren könnte. Es wäre mit einem Umzug von 300 km verbunden, daher will das Kind jedoch nicht umziehen, um seine Freunde nicht zu verlieren.
    Hatte jemand schon mal eine ähnliche Konstellation?
     
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  3. Liebe FS,
    dein Sohn ist mitten in der Pubertät. Da ist der Freundeskreis von großer Bedeutung. Daher ist es völlig verständlich, dass er nicht zum Vater ziehen will, von der nicht so guten Beziehung zum Vater jetzt mal abgesehen.
    Trotz Pubertät und allem Verständnis dafür muss dein Sohn dich respektieren und einen freundlichen Umgangston pflegen. Alles andere darfst du dir nicht gefallen lassen. Schreit er dich an, müssen Konsequenzen folgen und zwar spürbare. Vorschlag: Du teilst ihm die Konsequenzen vorher mit. Schreit er dich noch mal an, dann lebt er bei dir auf Sparflamme (Wohnung und Essen - ja; Kleidung nur das Notwendigste; Handyvertrag/-kosten ist Luxus und wird von dir nicht mehr übernommen; PC/Konsolen etc. ist ebenfalls Luxus und kommt weg; Taschengeld wird auf ein Minimum gekürzt.
    Wenn er sich dann wieder so übel benimmt, ziehst du das Programm durch. Knallhart.
    Sollte er dann erst recht bockig werden, dann würde ich ihn auch zum Vater geben. Und ihm auch genau erklären, warum. Du lässt dich ab jetzt sofort nicht mehr so sche.... von ihm behandeln.
    Glaub mir, ich weiß wovon ich rede. Ich arbeite mit Jugendlichen und die meisten Eltern sind viel zu lasch, lassen sich alles gefallen und geben den Kids viel zu viel Geld um ihre Ruhe zu haben, Einige haben regelrecht Angst vor ihren eigenen Kindern. Mütter werden gar nicht so selten geschlagen, getreten, bespuckt. Die Jugendämter sind überlastet und den meisten Eltern ist es auch peinlich, sich Hilfe zu holen. Und die Kinder geraten völlig außer Rand und Band, haben vor nichts mehr Respekt und eine extrem hohe Erwartungshaltung, was die Versorgung mit Luxusgütern angeht. Die Eltern fungieren nur noch als "Goldesel" für das neuste Handy und die coolsten Markenklamotten.
     
  4. Da es nur um Erfahrung geht, hier meine:
    Vor 9 Jahren getrennt, meine Exfrau wollte auf eigenen Wunsch im Haus mit allen vier Kindern (lauter Jungs) bleiben.
    Da ich die Trennung im Prinzip verursacht hatte, stimmte ich allem zu und wollte es auch nicht noch komplizierter und schwerer, vor allem für die Kinder machen.
    Als der zweite 14 wurde und in die Pubertät kam verstand er sich überhaupt nicht mehr mit seiner Mutter. Sie hatte damit das Problem, alleinerziehend mit 4 Kindern, einer spurt überhaupt nicht und bringt somit auch das ganze Familiengefüge durcheinander.
    Auf Wunsch meiner Exfrau und meines Sohnes zog er damals zu mir und meiner neuen Partnerin, was mich sehr erfreute.
    Das ganze hat relativ gut geklappt, er ist jetzt 19, hat seine Ausbildung sehr gut abgeschlossen und glücklicherweise auch die Pubertät überstanden. Er versteht sich inzwischen wieder gut mit seiner Mutter, dennoch steht ein Umzug zu ihr von keiner Seite mehr zur Diskussion.

    Dennoch möchte ich hier keine Ratschläge erteilen, das sind einfach sehr individuelle Konstellationen die von aussen sehr schlecht zu beurteilen sind.
    Viel Glück bei der Entscheidungsfindung.
     
  5. Ich hatte auch in diesem Alter eine ganz schwierige Phase mit meinem Sohn, wobei er mich nie angeschrien hat. Er hat "nur" gemacht, was er wollte und ich bekam es irgendwann mit. Ganz toll.

    Ich hatte keine Alternativlösung und musste da durch, d.h. wir mussten beide da durch. Wenn ihr streitet, findet ja immerhin noch Auseinandersetzung statt - wobei Du Dir natürlich den Ton verbitten und da auch energisch werden musst. Ich würde das als Lernaufgabe sehen, dass Du Dir Rückgrat zulegen und eine Persönlichkeit werden musst - zusammen, mit und gegen Deinen Sohn.

    Es ist eine üble Zeit, ohne Frage. Aber bei uns hat es dazu geführt, dass wir uns füreinander in Stückchen schneiden lassen würden - diese unmöglichen Kinder und ich gehören einfach zusammen, egal was passiert. Ich würde den Kerl nicht wegschicken, sondern in die Auseinandersetzung gehen, mit wehenden Fahnen. Du wirst sehen, ihr wachst aneinander und zusammen.
     
  6. In der Pubertät zunächst mal nicht ungewöhnlich:
    Hier läuft jedoch gewaltig was schief:
    Es stimmt zwar schon, dass die Rotzlöffel und -gören in diesem Alter viel Blödsinn im Kopf haben, aber es ist der Job der Eltern, ihnen Grenzen zu setzen und die Konsequenzen ihres Tuns spüren und sie auch mal so manche Bauchlandung machen zu lassen. Es gibt den Kids Stabilität, wenn sie wissen, woran sie sind. Selbst dann, wenn die Entscheidungen unpopulär sind.

    Wichtiger Punkt zum Kindeswohl:
    Freunde sind in diesem Alter sehr wichtig. Nimm ihm das nicht weg. Außerdem widersprichst du dir selbst: einerseits schreibst du, das Verhältnis zum Vater sei mittelmäßig. Und doch denkst du, er bekäme es besser hin mit dem Jungen?
    Mir tut der Junge Leid.
     
  7. Du hast einen Teenager. (!)
    Vermittle ihm doch nicht noch das Gefühl, ihn loswerden zu wollen. Halte es einfach aus, es geht vorbei.

    Seine Streitkultur hat er von den Eltern sicher gelernt... also kannst du nur versuchen selbst ruhig und konsequent zu bleiben ( auch wenn du vielleicht mal ne Runde rausgehen musst, um runterzukommen.

    Worüber streitet ihr denn?
     
  8. Das stimmt zu 100%. Du musst deinem Sohn klarmachen, das es Regeln gibt. Und wenn er schreit und meint sich wie ein Äffchen zu benehmen, muss er Konsequenzen tragen.
    Der Sohn, 15 J., meines Freundes geht auch so mit seiner Mutter um. Da muss mein Freund immer eingreifen, da die Muttet sich nicht durchsetzen kann. Im Moment lebt er wieder beim Vater, da die Mutter erstmal eine Kur braucht.
     
  9. Liebe FS,
    Du hast ein ganz normales Pubertier Zuhause. Er pubertiert halt etwas heftiger, weil ihr als Paar ihm in der Trennungsphase mit eurer Streiterei sehr viel zugemutet habt. Davon hat er geletnt und nun bekommst Du jetzt einen Teil zurück. Unfair ist das nicht, ihr hättet ihm was Besseres Vorleben können.

    Wenn ich Dich richtig verstehe, dann bist Du genervt, willst Deine Ruhe. Also soll Dein Sohn zum Vater verschwinden. Ob Vater und Sohn das überhaupt wollen, scheint für Dich keine Rolle zu spielen, ob es klappt mit den Beiden auch nicht. Du nimmst ohne Anlass Anlass den Idealverlauf an - Hauptsache Dir geht es gut.

    So funktioniert das nicht. Kinder sind kein Stückgut, dass sich beliebig von A nach B verschieben lässt.
    Dein Sohn will vollkommen zu Recht in seinem sozialem Umfeld bleiben. Ihr als versagendes Paar habt das einmal empfindlich gestört, nochmal macht er nicht bereitwillig mit.
    Wenn Du ihn nicht mehr willst, dann wende Dich wegen einer Lösung an das Jugendamt. Vielleicht ist die Unterbringung in einer Jugendwohngruppe oder einem Internat in der Region eine Option.
     
  10. Liebe TE,

    mal ehrlich, glaubst Du der Vater würde laut jubeln, wenn der pupertierende Halbstarke mit Köfferchen vor seiner Tür stehen würde? Sich fortan selber um alles kümmern muss was Du bis heute gemacht hast?

    Aber davon abgesehen, tu das Deinem Kind nicht an. Hol Dir Hilfe, ja in vielen JA sitzen kompetente Leute, die durchaus helfen können. Zeig ihm, dass es Dir ernst ist, ihn nicht aufgibst. Sprich mit anderen Eltern von Jugendlichen, damit Du siehst Du bist nicht alleine mit Deinen Sorgen und Schwierigkeiten.

    w/36
     
  11. Dein Sohn hat keinen Respekt vor dir. Zum großen Teil ist das der Pubertät geschuldet! ABER: es ist an dir, dir den Respekt zu verdienen. Dein Sohn kann sich nur so benehmen, weil du es zulässt. Mein Sohn (18) probiert das heute noch. Sobald er meint, ich tanze nach seiner Pfeife, dreh ich mich um und lass ihn seinen Müll alleine machen. Wenn er mich anständig anspricht mach ich alles. Wenn nicht, gibt es NICHTS. Außer vollem Kühlschrank;-)
    Mach Ansage im ruhigem Ton, wenn er schreit, geh aus dem Raum.
    Erkläre ihm in einer zugänglichen Minute, was ab sofort deine Regeln sind. Hält er sich nicht daran, hat er die Wahl, zu seinem Vater zu ziehen.
    Punkt.
    Hänge ihm nicht zu sehr auf der Pelle, bitte!
    Wenn er was will, soll er zu dir kommen. Passt dir sein Ton nicht, gehst du aus der Situation.
    Spar dir deine Nerven für Sachen, die du ändern kannst.
    Weise ihn kühl in die Schranken und lass ihm Zeit zum Nachdenken.
    Viel Glück
     
  12. Und wie kommen die Kinder dazu, so zu sein? Das ist schlechte Erziehung und schlechtes Vorbild, mangelnde Vermittlung von Werten.

    Sollte man dann nicht aber doch lieber die Ursache des schlechten Verhaltens ergründen, das Problem auf Augenhöhe besprechen, als einfach nur zu bestrafen?

    Bei deinem Bestrafungsvorschlägen bin ich grundsätzlich bei dir, die finde ich gut, wenn konsequent.

    Mir fehlt jedoch der Schritt davor vom Erwachsenen, das Deeskalieren, der Versuch vom Erwachsenen die Sichtweise des Jugendlichen einzunehmen und zu verstehen und dann eine gemeinsame Lösung zu finden.

    Strafen für schlechtes Benehmen sind genauso hilflos wie Schreien an sich.
    Das verschärft doch nur den Konflikt.
     
  13. @Arane
    Ich will noch nicht genannte Aspekte beisteuern.
    1. Freundeskreis
    Kennst du seinen Freundeskreis? Hat er schlechten Umgang? Hat er Kontakt zu Alkohol, Drogen? Ich würde mir das näher ansehen.
    2. Sport und Natur
    Ausdauer Training an der frischen Luft, wie Mountainbiken oder Wandern, vertreibt Aggression. Krafttraining im Fitness Center, Klettern, eine Basketball Gruppe, Tennis Club oder Segel, Ruder Verein. Ihr Eltern habt es in der Hand! Sprich' mit ihm, was ihn interessiert, und melde ihn an. Da kommt er auch in gute Sportler Kreise. Der muss sich einfach 2-3x in der Woche auspowern.
    3. Ferienjob
    Besorge ihm einen Ferien- oder Nebenjob, ein Praktikum - ohne Diskussion. Er kann sich sein Taschengeld aufbessern und bekommt Werte vermittelt.
    4. Ernährung
    Was bringst du auf den Tisch? Was steht in Eurem Kühlschrank? Informiere dich über gesunde (fleischarme) Ernährung. Probiere täglich ein neues Rezept. Gib' dir einmal richtig Mühe. Zuviel Fleisch und Convenience Food machen agressiv. Auf Facebook gibt es klasse vegane und Rohkost Gruppen mit schönen Rezeptideen. Auch gibt's viele Newsletter z.B. von Chefkoch oder EatSmarter etc. Einen Versuch ist es wert.
    5. Wie ist denn die Wohnungseinrichtung? Wird für Hygiene und Frischluft gesorgt? Ist dein Haushalt wirklich tiptop?
    6. Vorbild
    In Sachen Kommunikation und Disziplin solltest du mit gutem Vorbild vorangehen. Das färbt ab.
    7. Übermäßiger TV-Konsum macht agressiv und krank
    Führe TV freie Abende ein. Hört Musik zusammen, lest ein gutes Buch, macht eine abendliche Radtour vor dem ins Bett gehen.
    Ich sehe da schon ein paar Probleme bei Euch. Wie selbstkritisch und reflektiert bist du? Hat dein Sohn Recht mit seiner Kritik? Natürlich gehört es zu seiner Entwicklung mit dazu. Aber feilen ruhig an deiner Persönlichkeit und sieh' dir einmal die Eltern der Freunde an. Was machen sie besser als du? Was gefällt dir und kannst du dir abschauen? Meine beste Schulfreundin hatte 3 Geschwister und eine sehe soziale Mutter. Nachmittags gab es immer Tea time mit Kuchen für alle in geselliger Runde. Ich liebte es als Kind. Meine Mutter war zu unmotiviert für solche Rituale im Familienleben. Dafür reagierte sie super eifersüchtig, da wir immer von der XY Familie schwärmten. Meine Mama schaffte es nicht einmal mit uns zu frühstücken. Sie ging erst gegen 1:00 Uhr uns Bett und sass vor dem TV. Früh stand sie, ehemaliges Model, 1h vor dem Spiegel! Mittags gab es billige lieblose 1 Euro Gerichte - trotz Spitzeneinkommens des Vaters und Luxus Bungalows im Münchner Süden Bestlage. Disziplinlos. Vielleicht braucht dein Sohn auch eine Kurztherapie mit einem männlichen Pädagogen.
    Alles Gute Für Euch!
     
  14. Wenn der Umzug zum Vater "alternativlos" wäre, dann müsste sein, was du dir wünscht.

    Ich kenne deine Situation: als mein Ältester 15 Jahre alt war, hat er mir gegenüber die gleiche Herablassung zelebriert wie damals mein Noch- Mann. Da sich mein Ältester aber in der Schule (gewaltfrei, aber ungezogen) nicht an Regeln gehalten hatte, sollte er von der Schulleitung aus die Schule verlassen. Meine Eltern boten daraufhin an, ihn zu sich zu nehmen in der festen Überzeugung, es besser zu können als ich. Ich war effektiv alleinerziehend (mein Ex besuchte uns nur alle 2 oder 3 Wochen am WE aus dem Ausland kommend), kam ganz offensichtlich bei ihm nicht mehr durch- weder mit dem Aufstehen in der Früh ("krank/ müde/ lass mich"), dem Erledigen der Hausaufgaben ("misch dich nicht ein"/ "jaa", ohne Konsequenz), oder einer angemessenen Kommunikation zuhause, mir oder den Geschwistern gegenüber. Nachdem er aber meine Eltern so gestresst hatte (wieder gewaltfrei, aber Regeln verletzend), dass mein Vater Herzprobleme bekam, ich ihn andererseits, weil ich ihn damals an einer staatlich nicht komplett anerkannten Privatschule untergebracht hatte, nicht in das hiesige staatliche Gymnasium zurückholen konnte, blieb nur das Deutsche Gymnasium im Ausland beim Vater.
    Mein damals Noch-Mann wütete, wie ich ihm das antun könne, erklärte die Trennung und seine Scheidungsabsicht- aber die Umstände waren nicht anders händelbar, wenn der Sohnemann noch das Abi machen können sollte.
    Dann ging es relativ gut:
    Dort verstand er sich mit seinem Vater, den er nur zum Abendessen im Restaurant sah, er wurde wie ein Erwachsener behandelt, fand sehr schnell neue Freunde im dortigen Gymnasium, auch bald seine feste Freundin-
    und unser Verhältnis verschlimmerte sich nicht weiter.

    Bei dir sind die Umstände anders. Dein Sohn scheint in der Schule noch zu funktionieren, will nicht weg aus seiner Umgebung, hat während der Trennung schon viel mitgemacht.

    Insofern kann ich dir nichts raten. Außer:
    - Nein, du bist auch ein Mensch und ganz grobe Respektlosigkeiten muss man sich nicht bieten lassen, auch nicht als Mutter.
    - Auch der Vater ist in der Pflicht, Erziehungsarbeit zu leisten. Insbesondere, wenn dein Sohn oder du nicht weiter kommen würdest, du krank würdest etc.
    - Falls der Sohn zum Vater geht: Biete dem Vater unbedingt den gleichen Unterhalt für den Sohn, den du von ihm erhalten hast. Das ist für den Respekt dir gegenüber wichtig.
    - Es kann gut gehen- männliche Teenager, gerade die Erstgeborenen, haben während der Pubertät oft keinen Respekt vor der Mutter, aber noch vor dem Vater.
    - Insbesondere ferne Väter (oder Omas, Opas) werden gern idealisiert. Da hilft ein konkreter Realitätscheck vor Ort, um dich selbst auch wieder in anderem Licht zu sehen.

    Ich würde es wieder so machen.
    Du Arme.... das war auch meine schlimmste Zeit.
     
  15. Für jede freche Antwort das Taschengeld um 1,- Euro kürzen (konsequent).
    Sein Zimmer und Bad und Tischreste muss er selber sauber machen - konsequent - sonst mal morgens das warme Wasser abstellen (schweigend) - weil ungepflegt wollen seine Freunde ihn auch nicht.
    Mitarbeiten! Was Hänschen nicht lernt - da tut Hans sich später schwer!

    Der junge Mann braucht echte Herausforderungen -körperlich & mental. Er braucht aber auch die richtigen Nährstoffe körperlich & mental.

    Bei den Naturvölkern kommen die Jungs ab dem 12.Lebensjahr in die Gruppe der Männer. Trennung aus dem Dunstkreis der Mütter. Sie sehen sie zwar weiterhin von fern aber die Halbstarken haben somit null Gelegenheit die Mütter zu diskriminieren oder ihr Testosteron gegen Schwächere zu richten.
    In der Gruppe der Männer werden sie auch vor Herausforderungen gestellt, die sie bisher noch nicht kannten. Paar Tage fasten. Nachts allein im Wald sitzen und lauschen den Tieren und dem Wind. Baumstämme aushöhlen, Kanu bauen, mit einfachem Werkzeug.
    Tiere zähmen, Tipis bauen, jagen, schwere Sachen ins Dorf tragen, nützlich sein, demütig bleiben, gelobt werden ohne überheblich zu werden, Kampfsport üben, tanzen, Schwitzhütte, Visionen berichten und deuten lernen, den Jahreskreis verstehen, Freundschaften unter Männern würdig leben. Schulung über die Frauen und die Sexualität, respektvolles Verhalten den Wesen der Erde und den Frauen, welche die Erde repräsentieren.
    So vergehen die Jahre und man sieht sich regelmäßig zu den Festen und im Dorf mal.

    Und du? Was lebst du?
    Wie soll dieser Junge/Mann ein echter Mann werden?
    Es ist nicht die Aufgabe der Frauen, Männer zum Mann zu erziehen.
    Das müssen echte Männer tun.
    Wenn dein 'Mann' es nicht kann, weil er es nie gelernt hat.
    Dann beschaffe echte Ersatzmänner, welche geeignet sind.
    Suche solche!
     
  16. Liebes Forum!
    Ich bin die FS (48 J.) und danke sehr für die Gedanken, Erfahrungen, Blickwinkel und vor allem für die Zeit, die Ihr einer Unbekannten gewidmet habt!
    Zu einigen Fragen/Gedanken:
    -Schule: ja, das läuft gut, keinerlei Probleme, im Gegenteil; bei Gesprächen an Elternsprechtagen, mit Vereinstrainern etc habe ich immer den Eindruck, die loben da (insb. Sozialverhalten) ein ganz anderes Kind, die kennen den gar nicht!
    -Freunde: Drogen sind, denke ich, nicht im Spiel; Familien der Freunde: nach meinem Eindruck „Heile Welt“-Vorzeige-Vater-Mutter-Kind(er)-Familien, keine AE; auch so ein Punkt, der meinem Sohn mit mir missfällt, aber nicht änderbar ist.
    Beispiel: Ich frage an einem Sommerabend meinen Sohn, ob wir noch eine Runde Rad fahren. Antwort: keine Lust. 10 min später beendet der Freund meines Sohnes das Online-Gaming mit ihm, da der Freund mit seiner Familie noch Radfahren will/muss. Ergebnis: mein Sohn fragt, ob er mit darf u. sitzt 2 min später auf dem Rad und fährt los zur Familie des Freundes.
    -Hobbys: hat er (Mountainbike, Tennis, Fußball, Kino, liest viel, wenn ich für ihn die richtigen Bücher finde)
    -Wohnsituation: absolut ok, „normale“ DHH, stadtnah, Waldrand, alle 14 Tage Putzfrau für’s „Grobe“
    -Ernährung: ok, größtenteils Bio, kein Fleisch (passt dem Sohn absolut nicht), wenig Weißzucker (passt ihm noch weniger)
    -Urlaube: Fernreisen, Städtereisen, Strand-/Wanderreisen —> immer was zu meckern, langweilig, „fahr doch alleine, ich bleibe alleine zu Hause“
    -aktueller Stand: der Vater will ihn nicht aufnehmen (so seine Mitteilung beim Jugendamt, sogar sein Sorgerecht abgeben) und an den Umgangs-WE will er ihn gar nicht mehr abholen; Internat will der Vater nicht (er müsste das größtenteils finanzieren bei Jahreseinkommen von mehreren 100T €). Das wundert mich durchaus selbst. Ob das an der neuen Freundin des Vaters liegt, ich weiß es nicht.
    -Streitursachen: der eigentlich ganz alltägliche Wahnsinn:
    räume bitte deine nassen Sportsachen aus dem Flur, wir müssen zusammen Wasserkästen besorgen, du hast genug gezockt, die Küche ist wieder so aufzuräumen wie sie war, bring deine Dreckwäsche zur Waschmaschine, Handy weg beim Essen, komm bitte jetzt zum Essen an den Tisch, wenn das Essen fertig ist und nicht wenn du willst usw usf

    Sicherlich bin ich keine „schwache“ Persönlichkeit, habe bisher die üblichen Widrigkeiten des AE-Seins (Kind, Beruf, Haushalt etc) gemeistert, aber ich habe kaum noch Reserven, Ideen, wie ich dem respektlosen Verhalten (schreit rum, verstellt mir den Türrahmen (er ist so groß wie ich und habe dann das Abbild des gewaltsamen Vaters vor Augen), wenn ich den Raum verlassen will, reißt mir den WLAN-Verstärker aus der Hand, wenn ich damit das Internet wegen seines Rumgeschreies blockiere etc.) noch entgegenwirken kann. Ich denke manchmal fast, es fehlt ihm an Bindung zu jedem Elternteil. Das macht es insbesondere für mich, mit der er zusammenlebt, schwer.
     
  17. Wenn mich ein Teenie anbrüllt "ey, warum ist keine Cola im Kühlschrank", dann passiert von meiner Seite Nichts. Weder brülle ich zurück, noch bestrafe ich, aber ich würde auch nicht ins Auto springen um einzukaufen zu fahren. Wenn der Teenie das dann schon als Strafe empfindet, dann ist es eben so.
    Als ich eine Verletzung an der Hand hatte, konnte ich nicht schwer tragen und habe meine Tochter (damals 15) gebeten mich beim Einkaufen zu begleiten und beim Tragen zu helfen. Antwort: Kein Bock! War für mich auch ok. Getränkekisten schleppen konnte ich nicht, aber Leistungswasser, Kaffee und Tee war noch im Haus. Mir reichte das. Das ist keine Strafe, das ist Konsequenz.
    Wenn ich die Mitteilung mache, dass ich nur Kleidung wasche, die ordnungsgemäß im Wäschekorb ist, dann darf sich keiner wundern, wenn er keine sauberen Sachen im Schrank hat, dafür jede Menge Schmutzwäsche im Zimmer auf dem Fußboden. Das ist dann auch keine Strafe, dass man bei der superwichtigen Party die coole Lieblingsjeans dann nicht anziehen kann. Das ist eben die Konsequenz, wenn das Teil dreckig auf dem Fußboden liegt.
    Wichtig ist nur, dass man vorher mitteilt, welches Verhalten man erwartet und was man gar nicht akzeptiert. Dann liegt die Entscheidung bei dem Teenie.
    Wenn es sein muss, kann ich noch besser als jeder Teenie komplett auf stur schalten.
    Bittet mich jemand höflich um Hilfe/eine Gefälligkeit, bin ich gerne dazu bereit (vor allem wenn es um die eigenen Kinder geht). Mit Anschreien, bockigem Verhalten, Unverschämtheiten erreicht man bei mir nichts und bekommt auch nichts.
     
  18. Oh oh, solche pauschalen Verurteilungen halte ich für vollkommen ungerechtfertigt.
    Ich habe selbst vier Söhne, die alle eine vergleichbare Erziehung genossen haben. Trotzdem ist jeder völlig anders in seinem Auftreten und hat auch völlig anders die schwierige Phase der Pubertät durchlebt.
    Vergleichbares höre ich auch immer wieder aus Bekannten- und Freundeskreis.
    Und nicht zuletzt habe ich beruflich mit halbwüchsigen zu tun.
    Natürlich gibt man mit der Erziehung Werte vor. Die Frage ist, ob das Kind diese auch akzeptiert.
    Spätestens mit der Pubertät nehmen Freunde einen wesentlich größeren Einfluss auf die Persönlichkeit, als die Eltern. Es ist das Alter der Abnabelung, was die Eltern sagen und vorgeben ist per se erst mal Schrott. Und aus purem Trotz wird das Gegenteil gelebt.

    Glücklicherweise ist diese Zeit endlich, meistens kehrt irgendwann wieder die Vernunft ein.
     
  19. Das könnte schon ein intensives Problem für die FS kommen. Dann schreibt der Sohn dies in irgendeinen Forum im Internet und schon ist die FS schon abgeschrieben. Alle seine Freunde wissen sofort, welcher Geizhals die Mutter ist.
    Gerade junge Menschen geben mehr Wert auf das Internet, als Menschen Ü40. Ich habe ja 2 Söhne Ü18 und weiß, was so da so abgeht.

    Juristisch könnte der Sohn zum Vater ziehen, aber dann kommt schon das nächste Problem. Ich kenne einige Fälle, wo man dies machte und schon kam, dass nächste Problem, Kein Kindergeld für die Mutter und schon kam der Hass. Meine Exfrau reagierte da nicht anders, als manche Männer, bei den AE´s was man hier so lesen kann. Zum Geburtstag haben meine Söhne kaum noch etwas von der Mutter bekommen. O-Ton der Frau: Sie zahlt ja Monat für Monat für die Kinder. ZU Weihnachten gab es auch nichts.
     
    • # 18
    • 13.08.2019
    • Frau
    Nach deinem letzten Post (#14) - mein herzliches Beileid!
    Schlimm, dass der Vater sich komplett rauszieht aus der Erziehung. Traurig, dass ihm sein Kind völlig egal zu sein scheint.
    Nun hören wir ja nur deine Seite. Aber ich frage mich schon, wie es dazu kommen konnte, dass der Vater jetzt quasi nichts mehr mit dem Sohn zu tun haben will, obwohl er bis dahin regelmäßigen Kontakt hatte. Und auch, weshalb der Vater einen jahrelangen Gerichtskrieg gegen dich geführt hat. Worum ging es dabei?

    Ich denke, du solltes dir professionelle Hilfe suchen. Eine Familientherapie oder systemische Therapie wäre hier sicher hilfreich. Auch, wenn dein Sohn nicht mitkommen wird, kannst du dich trotzdem systemisch beraten lassen, bzw. eine solche Therapie machen. Auch eine Familienaufstellung kann dir Erkenntnis bringen und kann heilende Wirkung haben.

    Dass ein 15-jähriger sich von der Mutter abnabeln will und es ihn weg von ihr zieht, ist ja zunächst völlig normal. Nun lebt er aber nur mit dir zusammen, d. h., ihr beide seid sehr aneinander gebunden. Das macht seine Abnabelung besonders schwer. Und das spürt er unbewusst, dass seine Abnabelung schwer werden wird, für ihn und auch für dich. Er fühlt sich überfordert damit und aus dieser Überforderung heraus schießt er in solche aggressiven Verhaltensweisen dir gegenüber.

    Ich beobachte dasselbe bei einer Freundin, deren Sohn ist zwar schon 19 und der Vater ist dort zu Hause präsent. Die Mutter hat aber ihren Sohn sehr an sich gebunden, der Vater war in der Erziehung nicht so präsent, sondern hat eher viel gearbeitet, obwohl die Mutter auch Vollzeit arbeitet - aber wie das so ist ... und so geht es seit Jahren dort ähnlich zu, wie bei dir, genau solche Konflikte, wie du sie beschreibst, in denen der Sohn dann sehr aggressiv austickt. Ich denke, der möchte sich abnabeln, er müsste ausziehen, die Nähe zur Mutter ist zu groß, sie bekommt alles genau mit, was er macht. Aber auch die Mutter hängt emotional sehr an ihrem Sohn und kann ihn schwer loslassen.


    w54
     
  20. Nach deiner zweiten Antwort: Wenigstens schulisch brauchst du dir keine Sorgen zu machen, auch scheint dein Sohn die Skills zu haben, sich sozial integrieren zu können.

    Ich würde es mit einer Mischung aus "selbst emotional abnabeln" einerseits versuchen, andererseits schauen, ob man nicht noch schöne gemeinsame Erlebnisse indirekt einfädeln könnte.
    Beispiel Fahrradtour: Hast du die Telefonnummer der Eltern des Freundes deines Sohnes, so könntest du anrufen und fragen, ob ihr nicht gemeinsam losradeln wolltet, Begründung, du hättest das mit deinem Sohn gerade auch geplant gehabt. Oder proaktiv auf andere Eltern zugehen, gemeinsam etwas erleben, grillen (ohne Fleisch streikten mein Ex ebenso wie mein Sohn- deinem Sohn würdest du damit auch Freude machen), oder einen Freund deines Sohnes gleich noch mit in den Urlaub einladen, dir selbst eine erwachsene Freundin mitnehmen, sonst sitzt du den Jungs gefühlt zu sehr auf der Pelle.

    Mein viertes Kind, wieder ein Sohn, ist jetzt knapp 12 und ist auch heute schon viel umgänglicher mir gegenüber, wenn ich seinen Freund zu egal welcher Aktivität einfach mit einlade. Plötzlich ist er gutgelaunt.

    Dein Exmann hätte zwar nicht viel mitzureden, wenn er das Sorgerecht jetzt abgeben würde, ob dein Sohn ins Internat gehen müsste oder nicht, und er müsste sich dann trotzdem an den Kosten beteiligen gemäß seines Einkommens. Kann auch ein Machtspiel dir gegenüber sein, wenn er da querschießt, nicht nur Geiz. Aber so, wie du es schilderst, ist es noch der normale Wahnsinn, mein Sohn war schlimmer, mich hatte das auch physisch richtig krank gemacht, keine Entzündungshemmer halfen mir damals mehr.

    Versuche, loszulassen- versuche, dich nicht aufzuregen, wenn er nicht tut, was du von ihm erwarten könntest (Sportklamotten, Schmutzwäsche, Routersperre), versuche, wegzuhören, sag ihm auch, dass du teilweise loslassen würdest, weil es an der Zeit wäre, dass er sich selbst erzöge, du würdest dir das nicht mehr antun.
    Mehr Macht kannst du als Frau einem aufmüpfigen 15jährigen gegenüber gar nicht mehr haben, jugendlichen Körpereinsatz "da kommst du nicht rein"/ "das gibst du mir wieder" kenne ich auch.
    Es fehlt ein anwesender Vater, dem soziale Regeln (auch selbst) wichtig wären.
    AE- Mütter, die heranwachsende Jungs allein erziehen müssen, haben es richtig schwer.

    Jetzt doch, mein Tipp: Durchhalten bis zum Abi, danach soll er in eine WG ziehen. Die Jungs überleben das fast alle- aber den Müttern geht es besser, wenn sie nicht sehen, wie.

    Am Rande: Mein Großer will später auch einmal Kinder haben, "na klar". Er meinte, er hätte "nur richtig Schiss, dass da einer so werden würde", wie er war.

    Sie wissen schon, was sie einem antun.
     
  21. Meine Erfahrungen beziehen sich natürlich auf mich, mein extrem schwieriges Verhältnis zu meiner Helikoptermutter und meine Konsequenzen daraus, meinen Freundeskeis und mein Kind.

    Die von @Charline #15 geschilderten Beispiel hättes es bei mir nicht gegeben. Denn alles sind Beispiele, wenn das Kind schlichtweg zu verwöhnt ist und die Eltern nur als Bedienstete sieht.

    Und das sehe ich eben als Erziehungsaufgabe dem Kind zu vermitteln, dass man ein Team ist und zusammenhält und -lebt, jeder Aufgaben hat. Weit vor der Pupertät, wenn sie noch gern der Mama helfen, später wars dann selbstverständlich.

    Das hieß konkret: wenn einer kocht, räumt der andere ab und den Spüler ein, wenn ich Wäsche wasche, hängt der andere sie auch mal auf oder nimmt sie ab. Da gabs gar keine Diskussionen. Diè Ordnung im Kinderzimmer interessierte mich nicht, einzige Bedingung war : keine Essensreste. Da sich meine Tochter sehr vor Ungeziefergetier ekelte, war das nicht schwer durchzusetzen.

    Es wäre ihr nie in den Sinn gekommen, wenn es mir körperlich nicht gut geht, die Bitte (!) beim Einkauf zu helfen, derart abzulehnen.
    Was stimmt im Verhältnis zum Kind nicht, wenn es keinerlei Mitleid hat? Oder ist es eine Frage der Kommunikation? Ein "komm mit und hilf" ist was anderes als ein "wärst du so lieb... mein Arm ist kaputt...?"

    Vielleicht auch eine Motivationsfrage.
    Meine Tochter ist immer gern mit einkaufen gekommen, konnte sie sich doch so den einen oder anderen teuren Leckerbissen mit Augenklimpern abzwacken, den ich sonst nicht gekauft hätte.

    Ich kann mich noch gut an den Terror erinnern, als meine Mutter mich beim Rauchen erwischte. Sie durchsuchte immer wieder meine Sachen nach Zigaretten. Ich glaube ich hab jahrelang nur aus stillem Protest gegen sie geraucht...

    Bei meiner Tochter hab ich das anders gemacht. Die haben ausführlich in der Schule über Drogen und Rauchen gesprochen Als ich mal Rauch roch, fragte ich, ob sie probiert hat, dass ich das auch mal tat und sagte ihr, dass sie ja genau um die Gefahren weiss und selbst wissen muss, was sie ihrer Gesundheit antut.

    Vom gelentlichen Shisharauchen hat sie mir später freiwillig erzählt, ich habs dann mal mit probiert, statt den Moralapostel zu geben.

    Ich habe ihr in solchen Momenten immer ausdrücklich selbst die Verantwortung für ihr Handeln gelassen. Es war eine gute Taktik. Sie raucht heute nicht, hatte nie Alkoholkonsum, den ich bedenklich finden würde, ist strikt gegen Drogen...
     
  22. Absoluter Blödsinn!
    Das sind sind Beispiele aus der Pubertät. Als Kind wusste meine Tochter, wo der Wäschekorb steht und ist gerne mit zum Einkaufen gefahren, auch ohne "Belohnungen", hat in der Küche geholfen und war immer sehr hilfsbereit. Und jetzt, als junge Erwachsene ist sie wieder hilfsbereit, höflich und regelt ihren eigenen Kram. Wenn sie meine Hilfe bei irgendetwas benötigt, fragt sie freundlich und nett.
     
  23. Das ist möglich, muss aber nicht die Ursache sein. Mein zweiter, der später zu mir zog, verhielt sich ähnlich zu seiner Mutter wie von der TE beschrieben. Von verwöhnt kann da jedoch keine Rede sein. Wie auch, bei 3 Geschwistern.
    Bei manchen bekommen in der Pubertät einfach ein paar Hirnwindungen einen Knacks. Als Eltern bist da ziemlich hilflos.
    Genau, so sollte es sein. Und was passiert, wenn einer ständig dagegen schießt? Die anderen machen auch nichts mehr, weil die sagen, warum soll ich, wenn der ...
    Ist ständig die gleiche Leier, sehr zermürbend und kräfteraubend.
    Seit der Quertreiber bei mir lebte, funktionierten die anderen 3 wieder einigermaßen und ich kam ganz gut mit ihm zurecht.
    Inzwischen ist das eh alles kein Thema mehr, Hirnwindungen sind (meistens) wieder aktiv.
    Genau, und es gibt da so einige Exemplare, die sind so einfach grundsätzlich auf Anti eingestellt. Egal ob mit oder ohne Grund. Oder weils einfach cool ist, genau, das zu machen, was die Alten nicht wollen.
    Das merkst auch an der Musik. In der Pubertät ist dieser Rap-Krempel mit Schimpfwörtern, Gewalt-, Sex- und Drogenverherrlichung unheimlich angesagt. 5 Jahre später finden sie es meistens selber doof.

    Ich denke, es ist falsch immer nur die Schuld bei den Eltern zu suchen. Klar wird heute vielen Kindern alles in den Hintern geschoben, die Leute haben viel Geld und wenig Kinder.
    Gut finde ich das auch nicht.
    Dennoch denke ich, Charakter ist zum größten Teil eine angeborene Sache. Und Werte muss sich jeder selbst bilden. Moral kann nicht nur durch Erziehung vermittelt werden. Und Dinge wie Empathie gleich gar nicht.
    Wenn bei mir im Unterricht ein 15-jähriger Rotzlöffel frech wird, muss er alleine die Folgen tragen. Da bestelle ich keine Eltern ein, um ihnen ins Gewissen zu reden. Die bekommen bestenfalls eine Benachrichtigung was Sache ist.
     
  24. Liebe Joggerin, Mädchen sind anders als Jungs, orientieren sich auch mehr an der Mutter. Meine beiden halfen mir mit dem von dir beschriebenen Selbstverständnis, unser Verhältnis ist/ war schon im Alter von 15 bis 18 tief verständnisvoll, freundschaftlich, beide waren/ sind iausgeglichen, neugierig, vergnügt. Keine Pubertätsprobleme.

    Mein Großer dagegen imitierte seinen Vater. Dass Teamverhalten der Eltern wichtig wäre, um Jungs auch entsprechend in die Spur zu bringen, sich ihrer Mutter gegenüber zu benehmen oder sich mitverantwortlich für den Haushalt zu fühlen, ist, denke ich, unbestritten.
    Genau daran haperte es bei meinem Großen, und genau in diesem Punkt hat wohl der Vater der FS dem Jungen etwas anderes vorgelebt, die Gerichtsstreitigkeiten zelebriert- da geht es meist nicht um die Sache, sondern um Nicht- Gönnen.

    Dass der Vater des Jungen sich jetzt noch so verhält, dass es @Arane maximal schadet, sehe ich als Teil eines Machtspiels:
    - sich zurückziehen, wenn sie seine Hilfe beim Sohn braucht und verstärkt einfordern möchte, sie eben nicht stärken/ unterstützen
    - abblocken, was der Mutter Luft verschaffen könnte (Internat)
    - den Kontakt zum Sohn kürzen, wenn im Raum steht, dass er ganz zu ihm kommen könnte

    Kopf hoch und zähl Rückwärts, liebe @Arane , noch 3 Jahre, noch 2, noch 1- Umzug in eine WG!
     
  25. Hallo FS,
    nach deinem letzten post habe ich den Eindruck, dass du dich zu viel um den Jungen kümmerst.
    Lass ihn machen, ziehe dich ein Stück zurück. Lerne ignorieren. Keine gemeinsamen Radtouren mehr. Gehe selbst aus und suche dir einen neuen Mann.
    Und lass ihn sein Fleisch selbst braten.
     
  26. Hm.

    Ich fand es immer gut, wenn der Kerl etwas unternommen hat - Radfahren mit der anderen Familie ist doch prima?

    Soll er kochen lernen, dann kann er sich ein Stück Fleisch braten.

    Weshalb muss DU Bücher finden für den Kerl?

    Ich habe meinen Chaoten einen ganzen Winter mit haarsträubenden Nikes herum laufen lassen - der gnädige Herr hatte keine Böcke Schuhe zu kaufen und das war sein Pech. Als es die erste feste Freundin gab mit 16, war ich da ohnehin 'raus - mit ihr ist er brav mitgetrabt.

    Ich würde vorschlagen deutlich härter und cooler zu agieren. Der junge Mann ist 15, da mussten die jungen Leute früher in einen fremden Ort zum Lehrherrn und haben das auch überlebt.

    Der Meinige ist ein unglaublicher Sturschädel und hat mich teilweise fast in den Wahnsinn getrieben damit. Und ich denke, er stand sich selbst auch fürchterlich im Weg und hat unter sich gelitten.

    Jetzt, mit Mitte 20, hat er im Gegenzug eine sehr starke Ausstrahlung und geht seinen Weg. Zur allseitigen Überraschung haben seine Freundin und er eine jahrelange Fernbeziehung überstanden, leben jetzt zusammen und die sehr nette und zielstrebige junge Frau steht voll hinter ihm, trotz seiner Macken. Ich bin immer mal wieder verblüfft, aber so kann es auch gehen.
     
  27. Ich mein nach Deinem zweiten Post, hast Du noch ein wenig Luft nach oben.

    Warum kann er nicht essen wenn er Hunger hat? Eine Mikrowelle habt ihr doch bestimmt? Warum soll er seine Dreckwäsche zur Waschmaschine bringen? Die Playsi kann er doch auch bedienen. Er ist 15, da kann er seine Wäsche alleine waschen und sich um sein Zimmer kümmern, da würd ich keinen Fuß mehr reinsetzen. Putzen und Betten beziehen kann er auch allein. Wenn er gekauftes Wasser trinken will, muss er sich schon bewegen sonst reicht doch wohl Kranwasser.

    Triff Absprachen mit ihm und lass Deine Zügel etwas lockerer, dann wird er nicht mehr so bocken. Und vor allen Dingen, genieß es ohne ihn zu sein.

    w/36
     
  28. Mein gutgemeinter Rat, lass ihn selbst Verantwortung für sein Leben übernehmen.
    Erziehen kannst du bis 15 oder 16. Danach kannst du nur hoffen, bei seiner Erziehung nicht allzuviele Fehler gemacht zu haben.
    Lerne wegzuschauen und auch mal wegzuhören!
    Dir zuliebe.
    Du hast den Bengel schon ganz gut erzogen, vertrau darauf, dass er weiß, was er tut. Er wird es dir danken! Druck erzeugt Gegendruck!
    Mein Sohn das gleiche: alle Leute sind von seiner wohlerzogenen Art begeistert. Ich frag mich immer, von wem die reden:)
    Weißt du....zu dir kann er garstig sein, denn Mama hat ihn immer lieb!
    Nicht schön, aber ein Stück weit normal.
    Lass ihn mal machen, solange es nicht wirklich zuviel wird. Wenn er von dir nicht lernen will, dann halt vom Leben. Der kürzeste Weg zum Hirn ist der Schmerz;-)
    Keep cool, er ist kein Schwererziehbarer auf Abwegen, er will nur altersgemäß Freiheit. Dazu gehören auch Pflichten, das merkt er, wenn die Wäsche nicht gebügelt im Schrank liegt.
     
  29. Ernsthaft? Wäre ich der Sohn, würde ich ausrasten für soviel Übergriffigkeit. Der Junge will doch vorrangig mit dem Kumpel die Zeit verbringen, nicht mit dessen Familie. Dass das für die FS doof ist und sie sich ggf eifersüchtig fühlt, keine Frage... aber genau das ist für mich Pupertät, die Freunde gehen bei der Freizeitgestaltung vor. Ich finde da sollte man einfach mal machen lassen. Und wenn der Freund einen Vorzeige-Daddy hat, kann das der Entwicklung des Jungen auf keinen Fall schaden, gerade weil sein eigener Vater so ein Versager ist.

    Wenn, dann kann man den Sohn fragen, was er davon hält, dann kann er den Kontakt herstellen. Ich finde das hat auch was mit Respekt dem Kind gegenüber zu tun. Das würde ich selbst bei einem 5 jährigen mit dem Kind absprechen, ob es das möchte.

    Ich bin sehr allergisch auf dieses Thema, weil es genau das ist, wofür ich meine Mutter immer wieder gehasst habe, diese Übergriffigkeit immer über meinen Kopf hinweg Entscheidungen zu treffen, sich in mein Leben einzumischen, ohne meine Meinung zu berücksichtigen.

    @FS Die nassen Badesachen fliegen auf sein Bett, wenn nach der Aufforderung nix passiert, wenn er nach Aufforderung nicht zum Essen erscheint, alleine essen, wird seins halt kalt. Sein Problem.

    Warum darf er kein Fleisch essen wenn er das möchte? Er ist alt genug über seine Ernährungsform selbst zu entscheiden. Fleisch ist ja nun nicht per se schlecht und ungesund.

    Ich könnte mir vorstellen, dass er sich in seiner Männlichkeit beschränkt fühlt, wenn er kein Fleisch essen darf, das aber gerne möchte. Ich glaube das ist etwas völlig anderes, wenn man sich selbst dazu entscheidet auf Fleisch zu verzichten.

    Auch das könnte er sich selbst zubereiten, wenn du es aus ethischen Gründen nicht möchtest. Das hat für mich auch was mit Toleranz zu tun.

    Und wenn er das Wasser partout nicht schleppen will, bleibt der Kasten im Auto ich nehme es mir für mich flaschenweise mit hoch.
    Was gibt es da zu diskutieren? Einfach konsequent handeln, spüren lassen, statt zu meckern.
    Da sind sogar erwachsene Männer noch lernfähig.

    Ich kann mch da @Thanis nur anschließen. Er ist 15 und nicht 5 und kann im Haushalt alles genauso wie du selbst - wenn er will.

    Wenn die Wäsche nicht im Wäschekorb ist, wird sie nicht gewaschen, wenn das Kind gerade da ist, kann man ja noch mal fragen, ob es noch was zum Waschen hat... aber deswegen sich aufregen und streiten wozu? Er kann die Maschine auch selbst bedienen.

    Sind es wirklich nur diese Nichtigkeiten an denen du dich derartig aufreibst und erwägst ihn wegzuschicken?
     
  30. Nur, wenn sie ungefragt bei den Eltern des Freundes anrufen würde.
    So ein Anruf ist für mich von zwei Komponenten abhängig:
    - Ist der Sohn selbst mit der Teilnahme- Erweiterung einverstanden
    - und, zweitens, stehe ich den Eltern des Freundes so nah, dass ich die Telefonnummer ohnehin habe.
    Dann finde ich es legitim.
    Die Eltern der besten Freundin meiner Tochter waren auch meine besten Freunde- da ist es dann natürlich leicht, sich in großer Runde zu treffen.

    Ich finde es ganz wichtig, dass die Fragestellerin nicht nur für die unangenehmen Aspekte zuständig bleibt oder sich im Kreise der Vorzeigefamilien ausgeschlossen fühlt, das führt ganz schnell zu Vereinsamung.

    Meine letzten Tipps, liebe @Arane : mit dem passenden Partner kann das Leben sehr viel schöner sein und dir wird auch die eigene emotionale Abnabelung vom Sohn leichter fallen.
    Dass Fleisch für viele Männer zum Selbstverständnis gehört, ist ja schon erwähnt worden. Insgesamt soll der Sohn das Gefühl haben, dass gleichberechtigt auch seine Interessen zuhause umgesetzt werden- dann fühlt es sich auch wie das eigene Zuhause an, nicht nur wie der Ort, an dem man durch die nervige Mutter gegängelt wird.

    Alles Gute dir!
     

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