1. Ist ein schwere Krankheit mit einer Trennung gleichzusetzen?

    Für jemanden, der einen Partner/eine Partnerin hat, der/die jahrelang schwer krank ist und nicht mehr daheim wohnen kann (z.B. eine an Demenz erkrankte Person), ist die Beziehung wie eine Trennung (räumlich und emotional).
    Ich denke, da ist es legitim, eine neue Beziehung einzugehen...oder wie seht ihr das?
     
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  3. Das würde ich der betroffenen Person überlassen und zwar ohne jede moralische oder sonstige Beurteilung.
    Ich denke, jeder wird anders empfinden, ob er sich dann noch in einer vollwertigen Beziehung befindet oder eben nicht.
    Für mich persönlich wäre ein weiteres Kümmern in der Situation selbstverständlich, der Beginn eines "neuen Lebensabschnitts" nicht ausgeschlossen. Natürlich ist das auch von der Krankheit und dem Bewusstsein der Partnerin abhängig.
     
  4. Nicht ganz so wie Du - es ist nicht mehr möglich eine Beziehung mit dem erkrankten Partner zu führen.
    Trotzdem bleibt dieser immer ein Bestandteil des Lebens und damit muss der neue Partner leben konnen, nicht eifersüchtig werden, ggfs. einen erheblichen Teil seiner Zeit ohne den Partner verbringen, weil der sich weiterhin kümmert. Damit tun Nachfolgefrauen sich oft sehr schwer, vgl. das Thema kinderlose Singlefrau und Mann mit Kind.
     
  5. Bist du denn selber in der Lage, dass dein Partner Demenz hat? Oder hast du noch einen gesunden Partner und möchtest die Frage vorsorglich abgeklärt haben? Dann bespreche die Sichtweise mit ihm! Wer sich liebt, möchte den anderen nicht verlassen. Demenz bekommen die meisten eher im sehr hohen Alter. Wie willst du mit 60 oder 70 dann noch einen Partner kennenlernen? Die meisten sind froh, wenn sie da nicht ganz alleine sind. Deine Freunde werden zum Großteil in dem Alter weggestorben sein.

    Wer vorher schon nicht richtig geliebt hat, dem fällt es einfach, seinen Partner in schweren Lagen zu verlassen. Ich kenne das zu gut. Die Männer an meiner Seite haben gerne die Sonnenseiten und die Cocktail-Zeiten genossen. Bei Unfällen und Schicksalsschlägen haben sie bewiesen, welche Würstchen sie sind und waren plötzlich nicht mehr aufzufinden. Also nichts, das ich als ehrbaren Mann von Wert interpretieren würde.
    Menschen wie du bestimmen unseren Zeitgeist. Jeder ist sich selbst der Nächste. Schäm dich für die Frage! Ich hoffe, du bist noch sehr jung und lernst im Leben dazu.

    Meine Eltern-Generation hat völlig versagt bei Kindern wie dem FS.
     
  6. Eine schwere Erkrankung ist für mich keine Form der Trennung.
    Demenz ist eine persönlichkeitsverändernde Erkrankung und häufig schwer zu ertragen. Mein Vater litt unter schwerer Parkinsondemenz. Ich war seine Betreuerin, obwohl wir immer ein inniges, liebevolles Verhältnis hatten, zeigte Er mich am Ende jede Woche an, halluziniert ich wolle ihn umbringen etc. Sehr schmerzhaft für mich, für meine Mutter, zu der er 50 Jahre voller Liebe war, die Hölle. Er schrie sie an, war agressiv, mißtrauisch, hatte seine Empathiefähigkeit verloren.
    Dennoch sagte sie: "In guten WIE in schlechten Zeiten"
    Damit halte ich es auch. Mein Mann bereitet mir seit fast einem Viertel Jahrhundert gute, traumhafte, glückliche Zeiten.
    Kann er dies aufgrund einer Krankheit irgendwann nicht mehr, werde ich wahrscheinlich die Krankheit hassen und verfluchen, ihn jedoch lieben und umsorgen. Selbst wenn er nicht mehr zuhaus leben könnte.

    Aber zugegeben, es ist ein schwieriges Thema und ich denke die Entscheidung muss jeder für sich treffen.
     
  7. Ich denke mal, ja, das ist legitim. Ist eine schwierige Situation und macht traurig. Demenz ist ja (noch) nicht Alzheimer. Ich weiß nicht, wie es dieser Person geht, es ist Deine Partnerin? Könnt ihr miteinander sprechen? Haltet Ihr liebevollen Kontakt? Wie war Eure Beziehung zuvor? Es ist keine Trennung, aber die Krankheit "trennt" ungewollt.
    Dein Fragetext ist etwas knapp gehalten. Aber ja, lebe Dein Leben, besuche Deine Partnerin weiterhin.
    Das ist auch so ein Thema, was mir angst macht. Ich selber würde mich zurückziehen wollen und keinem zur Last fallen wollen. Ich würde Dir sagen, lass mich alleine, ich bin Dir nicht böse, alles ist gut!
    Alles Liebe.
     
  8. Das entscheidet jeder anders.
    Ich würde es nicht tun und meinem Partner treu bleiben.
    Mir wäre aber eine neue Beziehung auch nicht so wichtig und ich kann gut mit mir alleine sein.
     
  9. In solchen schwierigen Situation zeigt sich die Qualität und Verbindlichkeit der Beziehung.
    Wenn es nur eine Schönwetterbeziehung war ohne Heirat und jeder zahlt für sich selbst, dann ist an diesem Punkt das Ende der Beziehung erreicht.
    Bei einer langjährigen Ehe und einer gegenseitigen Teilhabe ist dies ein neuer Lebensabschnitt.
     
  10. Gilt hier nicht das gleiche wie bei der Frage mit der Fernbeziehung?
    Erst Schluss machen und dann eine(n) neue(n) Partner(in) suchen.
    Alles andere ist fremdgehen.
     
  11. Liebe/r @plus-minus, das ist in meinen Augen eine Frage, die nur du selbst dir beantworten kannst. Denn du siehst ja, hier im Forum bekommst du verständnisvolle Antworten (@Laleila) und auch sehr aggressive (@Martina698: Meine Eltern-Generation hat völlig versagt bei Kindern wie dem FS).

    Komischerweise gehen fast alle davon aus, dass du ein Mann sein musst - kann eine Frau nicht ähnliche vorausschauende Gedanken haben?

    Am Ende denke ich, denn mit irgendjemand wirst du deine Sorgen teilen wollen, ist es hilfreicher, wenn du dich an Freunde wendest, die dich und deine/n Partner/in kennen. Und entscheiden musst du ohnehin alleine. Für mich selbst wüsste ich - da nicht in dieser Situation - keine Lösung.
     
  12. Wenn ein Pflegebedürftiger, nach schwerer Krankeit (bspw. Demenz?) ins Heim kommt; nimmt sich der zuvor pflegende Angehörige einen neuen Partner und hat eine frische Beziehung. Kann man so machen, muss man nicht. Diese Entscheidung liegt bei jedem selbst, wie wichtig einem die eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse des Partners im Pflegeheim sind.
    Auch muss der neue Partner mit der bestehenden Situation klar kommen, ebenso der sich im Pflegeheim befindliche Part.
    Eine Bekannte von mir verliebte sich in einen Mann, der langjährig verheiratet war und seine Frau mit MS bereits über Jahre bis zu Erschöpfung pflegte. Er fing mit meiner Bekannten etwas an, natürlich zunächst heimlich; dann ein Riesentheater mit Trennung von seiner Geliebten, auf Wunsch seiner Frau.
    Dann wieder annähern und ein Auf und Ab.
    Nach einem klärenden Gespräch mit seiner kranken Ehefrau, hat sie ihm diese Geliebte zu gestanden und wollte sie kennenlernen. Beste Freundinnen werden sie nicht mehr, doch der Umgang ist aktuell respektvoll und freundlich. Das funktionierte jedoch erst und auch nur deshalb, als es keine Heimlichkeiten zwischen dem Ehepaar gab.
    Vielleicht sollte der gesunde Partner, seinen kranken Partner, welcher im Pflegeheim - also in unfreiwilliger Distanz von seinem zu Hause - weilt, fragen, wie dieser zu einer Parallelbeziehung steht, und die Geliebte zum Krankenbesuch mitzubringen.
     
  13. Emotionale Bindung ist nicht unbedingt eine Frage der Räumlichkeiten oder, ob jemand noch gesund ist oder nicht. Wenn jemand irreversible mental und geistig krank geworden ist, sodass das frühere Leben nicht mehr möglich ist, kann man es schon als eine Art Trennung sehen.
    Hätte ich aber einen Mann, den ich über alles lieben würde und er würde krank werden oder durch einen Unfall körperlich und geistig ausfallen, würde ich es trotzdem nicht als eine Trennung sehen. Es gibt auch Ehen, die sogar über den Tod hinaus bestehen bleiben.
    Es hängt eben davon ab, wie stark die Beziehung zwischen den Partnern war. Persönlich würde ich es als charakterlich sehr daneben empfinden, wenn der man todkrank im KH liegt und die Frau sich wieder auf die Suche gemacht hast. Aber ich könnte es verstehen, dass man nach einiger Zeit vielleicht 1-2 Jahre nach der "Trennung" wieder sich einen neuen Partner/eine neue Partnerin wünscht. Aber so lange der Mensch noch lebt, ist es sehr schwierig.
     
  14. Ich finde es sehr schwierig, eine pauschale Antwort zu geben. Die Krankheit gibt es nicht, es ist jeder Fall ein individuelles Schicksal. Sowohl die mentalen und körperlichen Einschränkungen des kranken Partners als auch die Stärke des Gesunden - und auch die Zeitkomponente würden für mich eine erhebliche Rolle spielen.

    Oben hat jemand das Beispiel einer MS-Patientin angeführt, die geistig wohl noch alles mitbekommen hat. Das ist hart für die Frau - der Mann verlässt sie und sie muss mit dem Schmerz bei vollem Bewußtsein klarkommen. Das ist eine Trennung a la "lass uns Freunde bleiben", nichts anderes.

    Ich stelle dem mal einen Patienten gegenüber, der jahrelang im Koma liegt und aller Voraussicht nach nicht mehr aufwacht - oder jemand, der an sehr weit fortgeschrittener Demenz leidet. Diese Menschen kommen nicht mehr zurück. In unserem Land ist es gesetzlich nicht erlaubt, jemanden aus einem solchen Zustand aktiv zu erlösen. Manche sind jedoch jahrelang in dieser Zwischenwelt gefangen, in der sie sich nicht mehr bewußt artikulieren können - was sie davon noch mitbekommen und was sie empfinden, wissen wir nicht.

    Parallel dazu geht das Leben des gesunden Partners jedoch weiter - und doch hat auch er nicht die Ewigkeit für sich. Meist bleiben auch ihm nur noch einige (gesunde) Jahre. Wenn er das Glück hat, in dieser schweren Zeit etwas Liebe zu bekommen, kann ich das verstehen. Wer einmal einen Menschen bis zu seinem Lebensende gepflegt hat weiß, welche Belastungen das sind und versteht auch, dass es unglaublich gut tut, eine Schulter zum Anlehen zu haben. Mitunter braucht man das dann auch, um wieder Kraft zu tanken.
     
  15. Mein Mann hatte Alzheimer. In den drei Jahren der insensiven Phase und Pflege, bis zu seinem Tod, sind wir noch enger zusammen gewachsen.
     
  16. Nur weil der Partner woanders wohnen muss und schwer krank ist, ist das noch lange keine Trennung und daher auch nicht legitim, stillschweigend eine neue Beziehung einzugehen.
    Eine Trennung ist es erst, wenn einer der beiden sich explizit trennt und dies auch mitteilt (sofern möglich). Dies braucht sicher Mut, aber ich finde Ehrlichkeit einfach wichtig.
     
  17. Eine hanebüchene Schlußfolgerung.
    Hast du einen demenzkranken Partner oder ist das nur eine theoretische Fragestellung?
    Wieso ist man dann emotional getrennt? Den Partner an die Demenz zu verlieren, stell ich mir schon schlimm vor. Ich würde das trotzdem nicht als Freibrief ansehen, jetzt alles machen zu können. Aber ehrlich gesagt, wüßte ich nicht, wie ich mich im Fall der Fälle verhalten würde. Aber ich nehme mal an, dass ich nicht davonlaufen würde.
     
  18. Es gibt nicht die Antwort.

    Es hängt von der individuellen Haltung ab, es hängt von der Krankheit ab, wie sehr verändert sich der / die Partner/in?
    - Siehe Alzheimer, Demenz, Entwicklung einer Psychose, etc.
    Manchmal kann es auch ein Weg sein, dass man sich zwar kümmert, aber die Partnerschaft beendet.

    Und mal die andere Seite - was würde ich wollen, wenn ich der andere Part wäre?
    Wer weiß, wie ich mich verändere, ob ich dann noch Partnerschaft möchte, oder Partnerschaft mit diesem Menschen?

    Schwere Krankheiten, ob heilbar oder endgültig, verändern alle Beteiligten.

    Gedanken würde ich mir erst in der akuten Situation machen.
    Bis auf die diversen Patientenverfügungen, Vollmachten, die ich hinterlegt habe.

    Wenn Du, Plus-Minus, jetzt einen konkreten Anlass für die Frage hast - Partner*in dement, neu verliebt, dann möchtest Du wohl gerne eine Absolution.
    Die kannst Du aber nur Dir geben - und es wäre auch nicht fair in eine neue Partnerschaft mit schlechtem Gewissen zu gehen.
    Entweder Ja, oder lass es.

    Nachdem ich einen demenzkranken Vater habe, kann ich sehr gut verstehen, warum man sich trennen möchte.
    Er ist nur noch von seinem unangenehmen Seiten her der Mensch, der er mal war - oft genug erkennt er einen nicht, und erinnern tut er sich auch nachher nicht mehr an den Besuch.

    Ich denke, dass ich mich zwar noch um den Partner kümmern würde, aber mich innerlich von der Partnerschaft verabschieden, trauern würde. Ich würde es ihm auch sagen, mit ihm besprechen - wenn es absehbar wäre.
    Ich an der Stelle einer Betroffenen würde die Partnerschaft beenden.
     
  19. Ich kann mich dem gesamten Post von Einzelstück nur anschließen! Hätte es nicht besser formulieren können.

    Es kommt auf zwei Faktoren an, wie man in solch einer Situation entscheidet. 1. Wie schlimm ist der Partner erkrankt bzw. ist er geistig noch anwesend? 2. Wie stark war die Liebe zwischen den beiden, wie groß ist die Bindung?

    Es ist wirklich immer eine individuelle Entscheidung und man muss sehr wahrscheinlich erst wirklich in der Situation stecken um das beurteilen zu können. Es liegt mir fern jemanden zu verurteilen der sich für eine neue Liebe oder nur eine Affäre entscheidet, auch wenn ich es mir persönlich nicht vorstellen könnte, denn ich liebe meinen Mann aus tiefstem Herzen und ich weiß, dass mir kein anderer Mann das geben würde was er mir gibt/gegeben hat. Zudem würde ich mich fragen was ich von meinem Partner mir wünschen würde, wäre ich die kranke Person und ich gestehe, ich würde mir wünschen dass er mir beisteht und mich begleitet, auch wenn ich nicht mehr wie gewohnt funktioniere. "Ich verspreche dir die Treue, in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet!" An dieses Versprechen, welches ich ihm gegeben habe, würde ich mich halten. Das ist aber meine persönliche Einstellung.

    Was ich in jedem Falle als Pflicht sehe, auch wenn man "die Treue" aufhebt ist, den anderen nicht fallen zu lassen, für ihn da zu sein, ihn zu umsorgen. Das ist man einem Menschen schuldig der einem viele glückliche Jahre bereitet hat.
     
  20. Genauso ist es.

    Neben z.B. Demenz gibt es beispielsweise Koma Patienten. Das Beziehungsleben reduziert sich hier wahrscheinlich noch stärker. Aus meiner Sicht ist es kein Verrat am Partner in solchen Situationen eine neue oder parallele Beziehung aufzubauen. Der gesunde Partner hat weiterhin ein eigenes Recht auf Liebe, Zärtlichkeit, Sexualität, Zuwendung usw. Darauf zu Verzichten ist fast schon suizidal. Daher wenn er dies in seiner bestehenden Beziehung nicht mehr bekommen kann, ist es einfach sein Recht danach an anderer Stelle zu suchen.

    Eine neue/parallele Beziehung kann sogar Energie spenden. Energie die der pflegenden Beziehung zum Altpartner zu Gute kommt. Energie die vielleicht in der energie raubenden Beziehung zum Altpartner fehlen würde. Die Pflege eines Schwerstkranken kann bzw. macht krank. Liebe kann dies abmildern vielleicht sogar kompensieren. Indirekt kann daher eine ergänzende Liebesbeziehung das Verhältnis zwischen gesunden und gepflegten Partner stärken.

    Aber vielleicht ist das ein unrealistischer Gedanke, denn schwieriger als die Haltung des alten Partners ist es die Sicht eines neuen oder ergänzenden Partners einzubauen. In gewisserweise kann so ein Konstrukt auf eine Art polyamore Liebe (lehne ich normalerweise ab) hinaus laufen, wobei der alte Partner eher in die Rolle eines Kindes rutscht und der parallele Partner sexuell und in anderen Bereichen Exklusivität genießt aber wesentliche Teile der Freizeit mit dem Altpartner teilen muss. Eine schwierige Lage.

    Seltsam finde ich die scharfe Kritik einiger Foristen an der Überlegung des oder der FS. Hier sind viele Menschen mit aus meiner Sicht relativ kurzen Beziehungsverläufen unterwegs. Eine lebenslange Beziehung die bis zum Tod bzw. in eine Pflegesituation hinein führt, ist für diese Menschen nur ein rein theoretisches Konstrukt welches sie vielleicht niemals erreichen. Daher wofür diese moralisierende Kritik?

    Wenn die/der FS Energie in Form von Zuwendung benötigt sollte er sie sich holen, soweit dies möglich ist. Wenn er sich für diesen Zweck tatsächlich trennen muss, dann soll er dies auch tun. Es nützt dem kranken Altpartner nichts wenn die/der FS auch leidet und tatsächlich selbst an dieser Situation erkrankt.

    Anders sieht die Situation nur aus, wenn eine Heilung in Aussicht ist. Dann würde ich von einem Partner die uneingeschränkte Begleitung erwarten. Aber auch dieser Sachverhalt lässt sich einschränken.
     
  21. Gerade wurde der Film über Stephen und Jane Hawking ausgestrahlt. Trotz der grossen Liebe seiner Frau zu ihm, hat ihre Beziehung nach 25 Jahren ein Ende gefunden. Am Schluss hat sie zu ihm gesagt: ich habe dich geliebt und mein Bestes gegeben.
    Ich fühle auch so. Meine Beziehung zu meinem Mann war nach einem schweren Schlaganfall schwierig weiterzuführen und wir haben uns nach 3 Jahre getrennt, ich mich von ihm, wegen körperlicher und seelischer Erschöpfung. Die Liebe von einem Mann hat mir gefehlt. Ich war beim Vorfall 41 Jahre alt.
    Heute, je älter ich werde, würde ich vielleicht anders entscheiden und handeln. Aber jede Geschichte und jeden Schicksal in anders. Verurteilen würde ich niemanden für seinen Weg.
     
  22. Meine Frau und ich waren nochmal ca. 10 jahre jünger, als ihr, als sie krank wurde. Ich habe bis zum Ende zu ihr gehalten und war auch noch relativ lange nach ihrem Tod ausgeknockt.

    Ich auch! ...aber genau in die andere Richtung! ich glaube allerdings, dass dann meine Dämonen schwer wiegen würden und ich dann auch wieder nicht besonders glücklich wäre.

    Fakt ist aber, dass die meisten Menschen, die ich damals, in diesem Kontext (Angehörige von Mitpatienten meiner Frau), kennenlernte und die ihr Leben, noch in der Krankphase des Partners, neu ausrichteten, heute operativ besser ihre Lebensziele umgesetzt haben. Allerdings sind es im Personalunion tendenziell Menschen, die insgesammt "leichtfüßig" durchs Leben gehen.

    V.m47
     
  23. Was aber nicht an seiner Erkrankung lag, sondern daran, dass er sich immer mehr und schließlich vollständig zum A.... entwickelte.
    Auch Behinderte und Kranke können, ganz unabhängig von ihrer Krankheit, ätzend sein.

    Sie trennte sich nicht weil sie seine Behinderung nicht mehr tragen könnte, sondern weil er ein selbstverliebter, freistehender Egomane war.
    Schlechtes Beispiel für das Thema.
     
    • # 22
    • 19.03.2018
    • frei
    Mein Vater, der Mistkerl.
    Der eiskalte Klotz.
    Der meinen beiden Müttern, meinem Bruder und mir mit viel Leidenschaft und sichtlicher Freude das Leben schwer gemacht hat.
    Heute ist er schwer dement.

    Mein Bruder seilt sich komplett ab.
    Ich fahre nur ins Heim, und das auch nur alle paar Wochen, wegen meiner Stiefmutter.
    Meine leibliche Mutter hat ihn vor ein paar Jahren einmal besucht und ich bin sicher, das war, um zu gucken, was ihr dadurch dass sie ihn verlassen hat, erspart geblieben ist.
    Meine Stiefmutter kümmert sich sehr intensiv um ihn, oberflächlich betrachtet rührend.
    Ich weiß es aber besser: sich rächt sich.
    Sie hat jetzt die Gelegenheit, ihm seine vielen Gemeinheiten und all die Kälte heimzuzahlen.
    Und ich verstehe sie!

    Mein Vater war früher ein veritabler Mistkerl.
    Bis vor einigen Jahren war er ein bösartiger Halbdementer, der seine Umgebung tyrannisiert hat.
    Heute ist er ein Häufchen Elend und vollständig weggetreten.
    Ich kann NICHT verstehen, dass meine Mutter an ihm festhält...ach ja doch, sie genießt die späte Rache.

    Jetzt kommt Teil zwei:
    Dort wohnt neben anderen sehr alten und dementen Menschen ein Mann, der grob in meinem Alter ist. Na ok, zehn Jahre älter.
    Der hat seit sehr vielen Jahren MS und kann inzwischen gar nichts mehr.
    Er sitzt vor seinem Teller oder Becher und muss lechzen, bis die überlasteten Pfleger Zeit haben, ihm das Essen anzureichen ( korrekte Terminologie ).
    Daher mache ich das gelegentlich, wenn meine Mutter dies bei meinem Vater tut.
    Dieser Mann ist komplett bei Verstand und kann normal sprechen.
    Er ist sehr nett, nicht verbittert, null bösartig.

    Ich reiche ihm also das Essen an und wir unterhalten uns oft, wenn meine Mutter gerade was anderes macht.
    Wenn das mein Mann wäre, würde ich an ihm festhalten, egal wie lange.
    Aber vielleicht hätte ich trotzdem eine neue Beziehung, denn das wäre keine Konkurrenzsituation, das wäre Äpfel mit Birnen verglichen.

    Ich denke, ich würde ihn sehr oft besuchen.
    Ich würde ihm knapp erzählen, dass ich jemand anderen habe.
    Ich würde aber nicht oft von dem Neuen erzählen, oder ihn gar mitbringen, weil ich meinen kranken Mann nicht verletzen wollte.

    Kann sein, dass er eifersüchtig wäre, wenn er sich vorstellte, dass ich mit dem anderen Mann schlafe, aber das wäre dann halt so.
    Ich würde aber versuchen, ihm weiterhin eine Freundin und Hilfe zu sein, eine Partnerin wäre ich nicht mehr.

    Ich fasse es zusammen: ich wäre keine Partnerin mehr, sondern eine Freundin. Ich würde versuchen, meinen Ehemann so wenig wie möglich zu verletzen. Ob dies zur Geltung käme, hinge davon ab, ob mein Mann noch geistig anwesend ist, wie er sich heute benimmt und wie die Beziehung früher war.

    w 50
     
  24. Die Entscheidung kann man nicht mit einer Diagnose treffen, die wächst in einem.
    Ein junger Mensch wird sich ggf im Laufe der Zeit anders verhalten, als jemand der 50 Jahre verheiratet war.

    Wer liebt, geht doch immer ersteinmal davon aus, dass er es schafft bzw beide es schaffen und die innere Haltung dazu hat.
    Ich persönlich hätte sehr daran zu knabbern, wenn sich meine Gefühle mit der Zeit zurück ziehen würden.
    Und das hängt sicher auch noch von der Krankheit ab und der Veränderung des Partners.
    Und wie weit kann man mit diesem sprechen um Entscheidungen zu treffen.

    Ich kann nur hoffen wie ich sein werde aber wirklich wissen ob ich mich entliebe oder nicht, kann ich nicht.

    Aber ich finde die Frageform komisch...ist es legitim!?
    Für mich sehr rational und unpersönlich.
     

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