• 08.10.2017
    • Biandbi84

    Ist dies nur eine schlechte Phase oder ist eine Trennung unumgänglich?

    Hallo, ich bin seit 12 Jahren mit meinem Mann zusammen. Es gab schon gelegentlich Ärger, er ist eifersüchtig und ein Einzelgänger. Mittlerweile sieht er in jedem anderen Menschen nur was schlechtes. Er ist mit seiner Familie zerstritten, nun ist seine Mutter gestorben und er offensichtlich überfordert. Auch im Job läuft es nicht, regt sich nur über die blöden Kollegen auf, bewirbt sich aber auch nirgends neu. Nun hab ich gestern einen blöden Witz gemacht den er wieder seeeehr schlimm empfunden hat. Habe mich entschuldigt und versucht aus meiner Sicht zu erklären. Null Chance. Ich bin seit fünf Jahren selbstständig, er meint ich lebe nun in einer anderen Welt und so wie ich ihn behandle (Beispiele konnte er mir nicht nennen außer als ich gestern eigentlich spaßig meinte er soll Laub harken gehen). Er wisse nicht ob das noch einen Sinn hat, er spürt meine Liebe nicht. Ich weiß nicht was ich tun soll. Eigentlich braucht er psychologische Hilfe um das Frühere aufzuarbeiten aber das würde er nie tun. Ich weiß nicht wie ich mich noch verhalten soll. Ich versuche so viel, aber er sieht nur das negative. Natürlich mache ich auch Fehler, aber so weiß ich nicht ob wir das schaffen. Seit gestern Nacht reden wir kein Wort....

    Soll ich mich trennen?
     
    Moderationsanmerkung: Bitte achten Sie künftig auf eine korrekte Rechtschreibung. Vielen Dank.
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    • # 1
    • 08.10.2017
    • INSPIRATIONMASTER
    Immer mehr Frauen habe das gleiche Problem mit den Männer, wie auch du. Ich würde sowas nicht allzu lange mitmachen, weil es kostet mich wertvolle Energie, es kostet mich wertvolle Zeit und ich möchte nicht leiden und wenn der Partner keine Rücksicht nimmt, dann habe ich den falschen Partner und dann trenne ich mich!
     
    • # 2
    • 08.10.2017
    • void
    So, wie Du das beschreibst, scheinst Du wenig Empathie zu haben. Ich meine, wenn einer verzweifelt ist und vielleicht keine Kraft hat, seinen Zustand zu ändern, dann auch noch überlastet ist, weil die Mutter gestorben ist und er mit der Familie zerstritten ist, und dann kommt so eine Bemerkung von der Partnerin ... Ich seh nicht, wo die spaßig sein soll und ich denke auch, Dir war bewusst, dass er darüber nicht lachen kann. Die Witze, die einer macht, sind ja keinesfalls immer lustig gemeint, sondern auch stichelnd, abwertend usw.

    Bringt mich zu der Frage, ob Du dadurch nicht Deine Meinung über ihn zum Ausdruck bringen wolltest, also Abwertung, weil er seine Problemen nicht auf die Reihe bekommt. Du hast auch geschrieben, dass Du schon viel machst, vielleicht drückte Dein "Scherz" auch aus, dass es Dir alles furchtbar auf den Nerv geht und Du meinst, Du hättest schon viel Energie in ihn gesteckt, aber er funktioniert einfach nicht, wie Du es Dir dachtest.

    Ich fänd Trennung gar nicht falsch. Ich meine, Du klingst überhaupt nicht nach Liebe, er hat Probleme und weiß nicht, wie er sie lösen soll und Du zeigst kein Einfühlvermögen, dass er sich angenommen fühlt. Du hast nur "Lösungen" parat, die ihm gar nicht helfen und es ist ja nicht Deine Aufgabe, Lösungen zu finden, auch wenn ich natürlich verstehe, dass Du das denkst und helfen willst. Aber meist wird man irgendwann sauer, wenn der andere einfach keine "Hilfe" annehmen will. Kann er nicht, weil er selber auf die Lösung kommen muss. Und der Partner kann auch nicht sauer sein, wenn seine Lösungsvorschläge nicht angenommen werden, weil es nicht die richtigen sind. Es bleiben immer noch zwei getrennte Individuen, auch wenn sie sich zu einer Beziehung zusammenfinden. Soll heißen, es ist zu akzeptieren und vor allem zu respektieren, wenn er Deine Hilfe nicht als Hilfe annehmen kann. Nur musst Du Dir im Gegenzug auch nicht ständig das Negative antun und er, wenn er Dich damit runterzieht, eben mal den Mund halten muss, wenn er sich wieder über die Welt beklagen will.

    Ich glaube, Du bist mehr die, die zupackt und macht und seelische Probleme wegwischt. Er scheint ein Mensch zu sein, der viele Belastungen hat und sich mehr Einfühlungsvermögen und Verständnis wünscht von einer Partnerin.
    Nun seid ihr ja 12 Jahre zusammen, also ich frag mich, ob es am Anfang anders war oder ob Du schon immer die Hosen angehabt hattest in eurer Beziehung und er der Sensible war, der sich mehr emotionale Zuwendung von Dir gewünscht hat. Ich könnte mir vorstellen, er war aufgrund seiner Familiensituation auch anhänglicher als Männer mit intaktem Familienhintergrund und hat sich Dir untergeordnet. Aber das ist nur ins Blaue vermutet.
     
    • # 3
    • 08.10.2017
    • Biandbi84
    Danke für die ersten Antworten. Vielleicht sollte ich es noch genauer beschreiben. Er ist verstritten mit seiner Familie u mein Spaß mit dem Laub harken hatte nichts damit zu tun. Ich wollte noch Büroarbeit machen u hatte einfach keine Zeit. Ich kümmere mich sehr um ihn, er lässt kaum Gefühle zu. Er redet kaum über seine Sorgen, ich weiß dass er hin u hergerissen ist u versuche wirkl bestmöglich darauf einzugehen u ihm Lösungsvorschläge zu bieten. Egal ob beruflich (bewerben) oder familiär wo ich mit seiner Schwester spreche um eine vernünftige Lösung zu finden.... er verharrt immer in seinem Groll, das ist es was nervt ja. Ich gebe mir Mühe ihn immer vorran zu bringen..... und das soll kein Eigenlob sein! Ich erzähle schon nichts berufliches mehr weil ich weiß dass mrin Erfolg ihn zusätzlich frustriert. Und wir genießen das Leben zusammen u dann kommt wieder sowas wie gestern. Und das war doch echt nicht böse gemeint.
     
    • # 4
    • 08.10.2017
    • Power77
    Hallo, mein Mann ist auch oft depressiv.
    Zeige ihm Deine Liebe , falls noch vorhanden. Sag ihm, dass Du zu ihm stehst. Er ist doch derjenige, der Zuwendung braucht .
    Warum Trennung?
    Er sieht vieles negativ, lass ihn reden . Er braucht Dich mehr, als Du ihn .
     
    • # 5
    • 08.10.2017
    • Vikky
    Liebe FS,
    nach 12 Jahren so ein desolater Zustand in der Beziehung und keine Aussicht auf Besserung - da wäre Trennung meine erste Wahl, bevor man Kinder oder gemeinsame finanzielle Belastungen hat, die das erschweren. Von Liebe liest man ja nichts.

    Ich kenne aus eigener Erfahrung das langjährige Zusammenleben mit einem Menschen, in dessen Wahrnehmung alle schlecht sind, nur er nicht und weiß wie zermürbend diese endlosen Dauerzetereien sein können, weil er keine Bereitschaft erkennen lässt, daran was zu ändern (Jobwechsel).
    Daher möchte ich über Deine Empathiefaehigkeit nichts mutmaßen.
    Ich habe erlebt, dass man die Beherrschung verlieren und einen blöden Spruch raushauen kann, wenn man dauerhaft so abgenervt ist. Jeder ist nur begrenzt belastbar.
    Ich weiß auch, dass ausgerechnet diejenigen, die die Nerven anderer gnadenlos traktieren selber komplett intolerant und zutiefst gekränkt sind, wenn dem Gegenüber mal der Kragen platzt.

    Ich hatte so eine Ehe über 20 Jahre und es ging nur so lange, weil ich immer weniger sagte und mich innerlich abschottete. Da liefen die Gespräche ähnlich wie Du beschreibst: auf Frage zu konkreten Vorfälle meines angeblich unzumutbaren Verhaltens kam auch immer nur das total konkrete "Ähhhmmm..." und dann nichts.

    Nimm' das destruktive Schweigen als Anlass die schon lange überfällige Trennung einzuleiten. Vermutlich kann er das dann garnicht verstehen und will das auch nicht. Tu's trotzdem, mit ihm wird es nicht besser - ihr steckt in dem destruktiven Muster fest.
    Man kann es auch mit Paartherapie versuchen. Die führt meistens auch zur Trennung. Daher würde ich mir das an Deiner Stelle schenken wenn Du mit anderen Menschen keine Probleme hast.
     
    • # 6
    • 08.10.2017
    • yellow bee
    Ich würde ihn fragen, wie er denn Deine Liebe spüren möchte. Würde ihn fragen, was er sich wünscht von einer Partnerin. Ich habe das Gefühl, Du hast ihm tatsächlich schon lange keine Liebe mehr gegeben. Liebst Du Deinen Mann noch?
     
    • # 7
    • 08.10.2017
    • Laubsk
    Ob du dich trennen sollst? Diese Frage solltest du dir wohl selbst stellen.

    "Er spürt deine Liebe nicht." Hat er Recht damit? Liebst du ihn noch? Was verbindet euch? Ich finde deine Zeilen relativ lieblos. Und wenn euch nichts mehr verbindet außer die Gewohnheit?

    @void: Deine Beiträge sind manchmal schon zum mit der Zunge schnalzen ..
     
    • # 8
    • 09.10.2017
    • annie83
    Liebe FS
    So "ins Blaue heraus" kritisieren möchte ich dich erstmal nicht (sorry, @void, aber das war jetzt bisserl brutal!). Dein Scherz war zweifellos blöd, aber es ist auch schwierig, wenn eine Entschuldigung und Erklärung nichts mehr kittet und dann Funkstille herrscht.
    Ich würde diese Ehe noch nicht aufgeben. Das klingt nach Krise und eine Trennung ist eine mögliche Option, ja. Doch diese Option besteht immer, es gibt keinen Grund, jetzt vorschnell was entscheiden zu wollen.
    Wenn du deinem Mann egal wärst, wäre er ob deines Witzes wohl nicht so unendlich verletzt. Und wenn dein Mann dir egal wäre, würdest du nicht so einen traurigen Post schreiben.
    Ich habe gerade auf amazon so ein kindle e-book gefunden "die besten Tipps eines Paartherapeuten". So lange dein Mann nicht bereit ist, eine Therapie zu machen, kannst du dich ja mal schlau machen, was du von deiner Seite her zum Gelingen der Ehe beitragen könntest? Schaden kann's ja sicher nicht.
     
    • # 9
    • 09.10.2017
    • Vikky
    Liebe FS,
    ihr seid schon lange zusammen und daher vermutlich bereits im mittleren Lebensalter. Nach den langjahigen Erfahrungen mit seiner chronischen Miesepetrigkeit solltest Du allmählich einsehen, dass Du ihn nicht ändern kannst, weil er sich nicht ändern will.

    Hör' also auf, Dich in seine Lebensbereiche einzumischen und wie eine besserwisserische Mutter alles für ihn zu managen. Muttisein macht Dich als Frau megaunsexy.
    Du entmannst ihn mit Deinem "ich mach schon, ich kann das alles besser" und verschaffst ihm eine Niederlage nach der anderen.
    Er ist ein erwachsener Mann, er kann das selber, wenn er will. Er will nicht, weil die Lösungen, die Du für ihn findest für Dich, für Deine Personlichkeitsstruktur und für Dein Leben passen - nicht für seins.
    Ihr lebt zwar zusammen, habt aber trotzden unterschiedliche Leben.

    Lass' ihn heulen, jammern, zetern und es an Dir vorbeiziehen wie das Verhalten eines schlecht erzogenen 5-jahrigen, für dessen Erziehung Du nicht zuständig bist. Erdulde es und schalte innerlich ab, wenn Du kannst - ansonsten weggehen, Sport treiben, in Kino gehen, Bürotuer hinter Dir schließen.
    Wenn er Hilfe will und braucht, soll er Dich drum bitten, gemeinsam mit ihm Ideen zu entwickeln. Umsetzen muss er sie allein (reden mit der Schwester). Das kann er wenn er will. Er tut es nicht, weil Du ihm keine Chance lässt. Hör auf, ihm Deine Lösungen aufzudrangen. Du siehst, dass ihr daraus mehr Konflikte habt, als dass es besser wird.

    Egal was Du tust oder nicht tust. Diesem kleinlich-neidischen Typ Mann kannst Du es nie recht machen.
    Krümm' Dich vor ihm nicht nicht zusammen, sondern sei stolz auf Dich und Deine Erfolge. Vermutlich ist es wie bei meinem Exmann: dauernd meckern, aber gut davon leben.
    Indem Du alle "seine Argernisse" aus der Welt schafft, wird seine schlechte Laune nicht besser - er sucht sich was anderes zum meckern. Durch Passivität und Ausweichen kommst Du nicht weiter - auf den Tisch hauen und ihm die Meinung geigen ist da vielversprechender. Authentisch Deine Wut über sein Verhalten rauslassen, statt zynisch werden über einen Platzhalter wie "Laub harken"ist erfolgversprechender.

    Depression ist ein guter Hinweis, zum Arzt gehen muss er selber.
     
    • # 10
    • 09.10.2017
    • Cho Oyu
    Du schreibst eher technisch rationell, sehr kurz. Ich denke, dass ist ein Teil des Problems. Mit kommst Du nur rationell gesehen emphatisch rüber. Hinterfrag Dich mal. Geh Du vllt mal zu einem Therapeuten. Nicht zur Therapie, sondern um zu erfahren wie Du wirkst.
    Ich kenne das in gewissen Zügen von mir, wie Du über ihn berichtest. Deine Art der Handlung würde mir nicht helfen. Die Frage ist, ob er das was Du ihm sendest gleich empfängt. Ich glaube hier liegt eine enorme Diskrepanz vor und Du hast keine Ahnung, was er in Deinen Worten liest. Ich glaube er denke, dass er von dir völlig missverstanden wird.

    Trennung? Zum jetzigen Zeitpunkt: Nein. Versuch meiner Schilderungen: Ja

    M 47
     
    • # 11
    • 09.10.2017
    • Biandbi84
    Ich liebe ihn von ganzem Herzen, umsonst versuche ich nicht ihm zu helfen, siehe Motivation zum Jobwechsel, klärende Gespräche mit seiner Familie, Besuche zu meiner Familie sage ich ab damit wir zur Mutter ins Heim konnten (wir reden von fünf Jahren), ich gehe auf ihn ein, versuche immer wieder dass er über seine Gefühle spricht usw.... wir kuscheln viel, lieben uns, haben Spaß. Alles ok bis er wieder wie jetzt in sein Loch fällt....
     
    • # 12
    • 09.10.2017
    • NormaJean
    Ich frage mich immer wieder, wieso manche Frauen sowas machen. Das ist unterwürfig, dieses ständige „ihm-alles-rechtmachen-Wollen“, du verbiegst dich ja vollkommen für ihn und guckst, dass bei euch alles schön harmonisch bleibt.
    Und zu allem Überfluss fühlst du dich noch verantwortlich, für ihm Lösungen SEINER Probleme zu suchen, da du dir davon erhoffst, wenn diese gelöst sind, ihr dann endlich in Ruhe eine glückliche Beziehung führen könnt.
    Aus meiner Erfahrung sag ich dir, dass das nicht passieren wird, denn wenn ein Problem gelöst ist, kommt das nächste. Solche Menschen sind reine Energiefresser.

    Du bastelst dein Leben um ihn herum. Ob du das willst, musst du selber wissen.
     
  2. Als Außenstehender das zu bewerten erscheint mir an dieser Stelle recht schwierig. Mich würde interessieren wie sich der Sachverhalt aus seiner Sicht darstellt. Hast du schon einmal ein intensiveres Gespräch mit Ihm geführt? Irgendetwas scheint Ihn unglücklich zu machen und als Partner sollte man das spüren. Ich würde an dieser Stelle ansetzen, es kann allerdings sein das du etwas erfährst was dir nicht unbedingt gefällt. Viele haben Probleme mit Konflikten und Kritik und können nicht damit umgehen, was ich persönlich sehr schade finde. Den wen man sich liebt, dann sollte man sich auch alles sagen können. Egal ob gut oder böse.
     
    • # 14
    • 09.10.2017
    • sunmoonstars
    Liebe Biandi84, du tust im Moment nichts falsches, sondern versuchst dein Bestes ihm zu helfen. Da ist nichts verwerfliches dran, gerade wenn man schon so lange zusammen ist.
    Ein paar Fragen an Dich:
    - War er denn schon immer so, speziell in den ersten Jahren?
    - Wann geht es Ihm denn eigentlich mal gut? Es klingt alles sehr depressiv in deiner Erzählung deswegen diese Frage.
    - War er mal bei einem Therapeuten?

    Als außenstehender würde ich denken, dass er generell ein Probelm mit sich selbst hat. Selbswertgefühl, burn-out, starke Depressionen ... da kommt dann auch nicht nehr viel an von all dem Guten du Ihm antust.
    Ich maße mir nicht an dir zur Trennung zu raten (verstehe gar nicht wie das einige hier einfach mal so vorschlagen), da das Problem viel zu komplex ist.
    Wenn du weiterhin die Kraft hast und deinen Partner nachwievor liebst dann kämpfe für Euch. Läßt er sich aber nicht helfen - auch nicht extern - und schmorrt/schmollt er lieber in seiner eigenen Welt dann solltest du in absehrbarer Zeit für Dich eine Lösung finden.

    VG m, 43
     
    • # 15
    • 09.10.2017
    • void
    Mach das doch mal nicht mehr. Zum einen zieht es Dir Energie, zum anderen erhöhst Du damit seinen Widerstand. Ich hab den Eindruck, er sieht zu Dir auf. Du hast ja selbst geschrieben, Du bist erfolgreich und musst damit hinterm Berg halten, damit er keine Probleme kriegt. Wenn Du ihm jetzt noch sagst, was er machen soll und er das tatsächlich machen WÜRDE und dann klappt es, bist Du ja noch mehr in der überlegenen Position. Es geht ja auch um Deine Anerkennung und ihn als MANN. Vielleicht geht es auch nur ums ab und zu jammern oder Deine Vorschläge sind sowieso unpassend für ihn oder sie passen, aber er ist noch nicht so weit. Jedenfalls muss er es SELBST machen, um als MANN dazustehen.

    Es ist auch so, je mehr Du Dich um Dinge kümmerst, die er eigentlich allein auf die Reihe kriegen muss, umso mehr wirst Du die Übermutter. Ich meine hier nicht, mal über seine Probleme reden und Lösungsvorschläge machen. ich meine, dass Du dann versuchst, ihm diese Lösungsvorschläge immer wieder schmackhaft zu machen und noch selbst daran arbeitest, ihm den Weg dazuzubereiten. Ich hab schon oft von Frauen gehört, die ihren Partnern Termine beim Arzt machen, ihnen die Bewerbungen schreiben und ihnen Stellenangebote raussuchen. Falls Du sowas machst - lass es sein.

    Es bringt nichts, wenn man versucht, die Probleme des Partners zu lösen. Man kann helfen, WENN DER WILL, aber man kann nicht das Problem zu seinem eigenen machen. Auch dann nicht, wenn man selbst Probleme bekommt, weil der andere Probleme hat. Er ist ja kein Kind, dem man was abnehmen muss, und um sich als "vollwertiger Erwachsener" zu empfinden, muss er sein Ding machen.
    Die andere Sache ist, wenn Du Probleme kriegst, weil er wegen seiner Probleme Dich belastet. Aber dann musst Du eben für dieses eigene Problem ne Lösung finden. Du hast ja nun schon an Trennung gedacht. Ich würde es erstmal versuchen mit Abstandsuchen.

    Es sind ja immer zwei Gefühlswelten, die bei einem Paar zusammenkommen. Seine Depression sollte aber nicht Deine werden. Dh. Du versuchst nicht, ihn abzulenken und aufzuheitern, lässt Dich aber auch nicht nerven davon und reagierst dann so. Er kann vielleicht die Probleme in seinem Leben nicht anders bearbeiten, als ab und an diese Phasen zu haben.
    Was ich dann aber tun würde, ist sagen, dass mich das Gemecker auf die böse Welt stresst, wenn das so ist. Also versuch nicht mehr, ihn davon abzubringen, sondern sage, was es mit Dir macht. Und dann geh vielleicht mal ne Runde spazieren. Lade ihn dazu ein, aber er möge nicht lamentieren.
     
    • # 16
    • 09.10.2017
    • Nordbrise
    Liebe Biandbi,
    für mich klingt das nach einer depressiven Phase Deines Partners.
    Die Trägheit, Dinge zu ändern, die Unzufriedenheit, dies Deine Liebe nicht spüren, die Launen.
    Wenn Du fröhlich bist, lebst Du in einer anderen Welt.
    Wenn Du Dich um alles kümmerst, sieht er nicht die Frau in Dir.
    Du gehst auf ihn ein (schreibst Du) und er fühlt sich dich ungeliebt.
    Jede Anforderung ist zu viel und was immer Du tust - es ist nicht so, wie er es in dem Moment gerade braucht.
    Die Krux ist: Du kannst nichts tun, wenn er in diesem Loch steckt.
    Mein Rat: Kümmere Dich um Dich, auch sinnvoll wäre eine Beratung bei einem Profi. Vielleicht bist Du wirklich zu forsch und lösungsorientiert, vielleicht sieht er aber auch gerade alles durch einen Negativ-Filter.
     
    • # 17
    • 09.10.2017
    • gast_m
    Ich würde weiterhin klar mit ihm reden und ihm sagen, dass wenn er sich nicht helfen lässt, Du Deinen eigenen Weg gehen wirst.

    Gebe ihm aber eine Chance, es wird ja auch gute Gründe gegeben haben warum Du Dich in ihn verliebt hast. "In guten wie in schlechten Zeiten".

    Wenn von ihm aber überhaupt keine Selbstreflexion kommt, dann sei Dir zu Liebe konsequent. Denn in erster Linie geht es immer erst um das eigene Leben.
     
    • # 18
    • 09.10.2017
    • Biandbi84
    Vielen lieben dank für eure Zeilen. Nein, er war anfänglich nicht so, ich denke so seit ca vier Jahren kommt es immer phasenweise und zunehmend. Aktuell ist er wieder auf Arbeit mega unzufrieden. Stunden werden gekürzt, Montagearbeit, Kollegen. Das geht seit Monaten. Eine Bewerbung hat er geschrieben, da kam keine Reaktion. Seitdem versucht er es nicht mehr. Ich will ihm nichts vorschreiben oder so, ich will nur das es ihm besser geht. Aber ich verstehe eure Aussage mit dem bemuttern, ok. So habe ich es nie gesehen. Ich wollte ihn immer nur motivieren die Dinge anzugehen, von allein kommt kein neuer Job. Letztlich hat er das mit der Depression bzw burn out selbst schon mal angesprochen, aber Hilfe von außen würde er nie annehmen. So versuche ich immer ihm viele angenehme Momente zu bereiten um ihn da bisschen raus zu holen. Aber jetzt ist wahrscheinlich alles zu viel für ihn. Ich möchte keine Trennung und werde darum kämpfen. Er findet ja ich lebe in einer anderen Welt, ich weiß nicht ob man da einen Nenner findet. Ja, ich liebe mein Leben und genieße natürlich den Erfolg, aber ich möchte ihn doch dabei haben. Aber ich weiß nicht in wie weit das umsetzbar ist. Ich versuche es....

    MOD: Bitte beachten Sie die Interpunktionsregeln.
     
    Moderationsanmerkung: Bitte achten Sie künftig auf eine korrekte Rechtschreibung. Vielen Dank.
    • # 19
    • 10.10.2017
    • void
    Das und das hier
    ist mE für ihn was, das ihn zum Sarkasmus oder noch mehr Depression reizen könnte. Ich meine, klar - Tipps kommen von erfolgreichen Menschen, sie haben es geschafft und sehen aus, als wüssten sie, wie es geht. Das Blöde dabei ist, dass man ihre Rezepte nicht übertragen kann, es sind ja so viele Faktoren anders und natürlich auch der Mensch. Soll heißen: Der erfolgreiche Mensch gibt Tipps, und wenn es nicht klappt, sieht der andere so aus, als läge es nur an ihm. Zieht noch mehr runter, als wenn es die Tipps nicht gegeben hätte. Das soll nicht heißen, dass Du Dich nun völlig zurückhalten sollst, aber die Motivationstrainersache würde ich zurückfahren.

    Ich glaube, sein Ausgeliefertsein an die Situation und die bisherige Absage der "Welt" an ihn wird es sein, was ihn so runterzieht. Da ist es schon schwer, einen erfolgreichen Partner zu haben. (Für den natürlich auch, er darf sich ja nur verhalten freuen.)

    Ich finde das alles ziemlich symptomatisch für unsere Gesellschaft. Der einzelne ist schuld an seinem Unglück, du musst nur wollen, dann schaffst du alles, blabla. Es ist halt ein ziemlich grobes Raster, durch das viele fallen. Wenn die noch gesagt kriegen "es liegt nur an dir, du musst nur kämpfen", ist für mich eine Depression o.ä. nachvollziehbar. Man ist ja nunmal NICHT unabhängig von anderen Menschen, die müssen auch wollen.
     
    • # 20
    • 10.10.2017
    • Kathyberlin
    Es ist eine enorme Aufgabe, mit einem Depressiven oder chronisch Kranken zusammen zu sein. Ich hatte die Erfahrung selbst schon und mache sie auch weiterhin. Man kann sich trennen und die Last hinter sich lassen (einfache Variante) oder - wenn man den Partner liebt - lernen und gemeinsam an der Aufgabe wachsen. Wichtig ist, dass Du Deine Unabhängigkeit behältst und Abstand zu seinen Problemen hast. Wenn Du versuchst, seine Probleme für ihn zu lösen und sie Dir zueigen zu machen, machst Du Dich selbst unglücklich. Du darfst ein kleines bisschen Mutti oder Krankenschwester sein, aber nicht zu viel. Lies einfach ein bisschen über das Thema nach und steck ihn aber trotzdem nicht vorschnell in eine Schublade. Mancher, bei dem zunächst Depression oder Burnout diagnostiziert wurde, leidet an einer physischen Erkrankung, z.B. Morbus Crohn, Rheuma oder Borreliose. Wichtig ist, dass man den Partner ernst nimmt, auch in Zeiten, in denen er einem möglicherweise gewaltig auf den Zeiger geht. Du wirst das nicht innerhalb der nächsten zwei Wochen rausfinden, aber eventuell in den nächsten Monaten oder Jahren. Stell die Frage nach Trennung zurück und reflektiere erst einmal in Ruhe.

    Und wenn Du den "schwarzen Hund" gelesen hast, weißt Du, wie Depressive auf Verbesserungsvorschläge reagieren. Das macht es oft noch schlimmer.
     
    • # 21
    • 14.10.2017
    • Tina1981
    Wenn man schon über eine Trennung nachdenkt, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis man sich trennt. Man sollte sich einmal fragen, wie oft wurde in deinen Fall ein Neuanfang geschafft.

    Die Chancen sind für mich bei ca. 0,1 %. Gut du kannst ja die 0,1 % sein, aber dies ist wohl auch nicht sehr realistisch.
     
    • # 22
    • 17.10.2017
    • Carolin
    Hallo,
    du klingst wirklich arg kalt. Dein Mann hat dich sicher schon öfter "durch" die "Blume" um Hilfe gebeten, nur du hast es nicht begriffen wann er dich am meisten gebraucht hat.
    An seiner Stelle würde ich mich von dir trennen.

    Alles Gute.
    C.