• 10.08.2017 um 19:25 Uhr
    • Tringi89

    In Beziehungen stagniere ich: wie gestalte ich den Neuanfang?

    Hallo ihr Lieben,

    ich greife mal etwas vor um meine Lage zu verdeutlichen.

    Ich bin jetzt 27 Jahre alt und stecke zurzeit in einer- ich sage mal- Grauzone was zwischenmenschliche Beziehungen angeht.

    Vor 2 Jahren habe ich noch ein ganz anderes Leben gelebt, ich führte eine unglückliche Beziehung. Dadurch habe ich meine erste Ausbildung total vermasselt.

    Als ich erkannt habe, dass ich mit 25 Jahren beruflich endlich mal in die Pötte kommen muss, habe ich alles radikal geändert. Die Beziehung ging zum Glück auseinander. Wir waren 3 Jahre zusammen- Er ist ein pathologischer Lügner und hat mir mit den ständigen Vertrauensbrüchen jegliche Energie geraubt. Viele verstehen sicher, dass man sowas aus der Hoffnung, er ändert sich, einige Jahre mitmacht.

    Jedenfalls bin ich dann, als alles überstanden war, in eine andere Stadt gezogen und habe mein Leben komplett umgekrempelt und das auch erfolgreich. Ich lerne jetzt den Beruf, den ich schon immer machen wollte. Die Ausbildung verläuft auch gut. Ich lebe in einer schönen, gemütlichen Wohnung, in der ich mich das erste mal Zuhause fühle, seitdem ich mit 21 Jahren aus meinem Elternhaus ausgezogen bin. Ich habe einen Ausgleich und fühle mich im Allgemeinen zufrieden.

    Doch der ausschlaggebende Punkt ist, dass ich in Beziehungen stagniere. Ich wohne seit 2 Jahren in der neuen Stadt. Jede zwischenmenschliche Beziehung die sich angebahnt hat, ist wieder im Sande verlaufen. Damit meine ich auch angehende Freundschaften, die es über den Bekanntengrad nicht weiter geschafft haben. In meiner Klasse sind die meisten Schüler 19 bis 22 Jahre alt und ich habe mittlerweile einfach ganz andere Interessen und Prioritäten. Dadurch, dass ich kein Instagram oder Snapchat habe, würde ich schon nicht in dieser Gesellschaft mithalten können :) Menschen in meinem Alter sind auf einem anderen Stand. Es ist in meiner Situation wirklich schwer, neue Kontakte zu knüpfen.

    Mir fehlen Menschen in meinem Privatleben, mit den ich mal was unternehmen kann. Ein Mann fehlt mir auch etwas, aber für mich kommt der Falsche nicht mehr in Frage. In dem letzten Jahr hatte ich einige Dates und auch mal kurzlebige Sachen, doch davon habe ich schon wieder genug, da es letztendlich nur frustrierend wurde.

    So langsam zweifel ich an mir selbst. Mag sein, dass ich auch viel mit mir selbst Beschäftigt war.

    Momentan fahre ich mit der Einstellung: "Ganz Ruhig, das wird schon alles". Das funktioniert meistens auch, doch dann sehe ich die Menschen um mich herum die in meinen Augen alle ein stabiles soziales Netzwerk haben, welches mir total fehlt.

    Kennt ihr sowas? Wie war es für euch nach einem Neuanfang?
     
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    • # 1
    • 10.08.2017 um 21:28 Uhr
    • Lebens_Lust
    Ja. Aber daraus sollte man dann was lernen. Ich finde gut, dass Du die Energie hast, Dein Leben "umzukrempeln" und neu auszurichten. Da Du erheblich älter bist als die Mitschüler, ist logisch, dass das nicht Dein Bekanntenkreis sein kann. Da wirst Du eher in der Freizeit oder bei Hobbies suchen müssen.

    Warum wurde es frustrierend? Aus den gleichen Gründen wie die Beziehung vorher?
     
    • # 2
    • 10.08.2017 um 21:56 Uhr
    • Michael_123
    Richtig, dass Du gelernt hast "nein" zu sagen und rechtzeigtig die Reisleine ziehst, bevor sich erneut Beziehungsdramen anbahnen. Du hast also aus der Vergangenheit reflektiert und gelernt, gut so!:)

    Kein Grund zum Selbstzweifel, da Du - von außen betrachtet - die richtigen Schlüsse gezogen hast und sinnvolle Maßnahmen ergriffen hast (Ausbildung, Beruf, neue Stadt). Deessen bist Du Dich aufgrund Deine aktuellen Gefühlslage lediglich nicht bewusst.

    Um Dich herum ist auch nicht alles Gold was glänzt; Du interpretierst es jedoch aus Deiner aktuellen Gefühlslage so.

    Was macht Dir Spaß?
    Tu, was Dir Spaß macht.
    Sport ist immer ein Klassiker für das eigene körperliche und seelische Wohlbefinden, zudem auch um neue Kontakte zu knüpfen.
    Gibt es ein neues Hobby, was Dich reizen würde? Man muss ja nicht immer das selbe im Leben machen oder mögen...
    Eine Singlebörse kann auch zu einer harmonischen Beziehung führen - geh mit der notwendigen Geduld, Humor und Gelassenheit an die Sache.


    ...last but not least: Sei stolz auf das, was Du geleistet und erreicht hast!!!
     
    • # 3
    • 10.08.2017 um 22:34 Uhr
    • Tom26
    Nicht ganz vergleichbar - aber ich war mal ein Jahr lang unter der Woche beruflich in der Münchner Gegend. Ok, am WE hatte ich bei Stuttgart mein Umfeld, aber unter der Woche wollte ich auch was anderes als meine Sekretärin und ein paar Mandanten sehen.
    Also - abends raus aus der Bude. Irgendwo gibts eine nette Bar, Kneipe, ein Bistro oder was auch immer. Dort kann man auch Kontakte knüpfen.
    Sportstudio - auch da findet man schnell Anschluss.
    Im Sommer Strassencafes - Biergarten - Open Air Konzerte - Strassenfeste etc. - überall trifft man Menschen. Mit einem der Jungs aus den Münchner Zeiten war ich bis zu seinem Tod befreundet - also nicht nur oberflächliche Bekanntschaften macht man so.
    Geh raus, sei freundlich und offen, rede einfach mit den Menschen. Schaus dir von den Italienern ab, wenn du es nicht kannst. Ich bin mir ganz sicher - niemand bleibt total alleine, der das nicht will.
     
    • # 4
    • 10.08.2017 um 23:17 Uhr
    • void
    Man kann sich ja keine Freunde backen, also ich denke, das geht vielen Menschen so, dass sie das Gefühl haben, außen vor zu bleiben. Es kommt sicher auch noch drauf an, wo man ist. In manchen Landstrichen sind wohl die Menschen sowieso überhaupt nicht kontaktfreudig.

    Was genau suchst Du denn? Freunde, die Dich zu sich nach Hause einladen zum Geburtstag oder zu Silvester, oder eher Unverbindliches? Für letzteres könntest Du ja irgendwelche Dinge tun, wo Interessierte zusammenkommen. Hobby, Sport, Tanzen, irgendwas. Man kann sich auch engagieren, in Vereinen z.B. Aber es muss Dich natürlich interessieren. Zum Kennenlernen ist es blöd, weil es ja immer noch sein kann, dass auch hier nichts passiert in Sachen "richtige Leute finden".
    Zum Weggehen:
    Wenn Leute Deiner Altersklasse nun Kinder kriegen und heiraten, bist Du als Kinderlose idR sowieso raus, einfach aus Interessenunterschiedlichkeiten und den möglichen freien Zeiten. Das passiert auch bei Singles und Paaren.

    Wer Familie um sich hat, wer eigene Freunde und die des Partners im Bekanntenkreis hat, der ist natürlich eingebunden. Aber ich würde auch nicht denken, dass jeder so eine Idylle hat. Wenn einer Probleme kriegt, verabschieden sich ja öfter mal auch die Leute, von denen man es nicht gedacht hat.

    Ich weiß gar nicht, ob es nicht auch "suche Kumpelin" oder sowas gibt, also so ähnlich wie Partnersuche, aber eben ne Freundin zum Weggehen.
     
    • # 5
    • 11.08.2017 um 00:03 Uhr
    • Gastfreundlich
    • EP-Profil
    Hi Tringi, ich kenne das mit den Neuanfängen. Ich habe seit 2010 in 6 verschiedenen Städten gewohnt. Es dauert einfach seine Zeit, bis Bekanntschaften wachsen. Am Anfang muss man sich erst durchwühlen durch lauter unpassende Personen, bis sich irgendwann ein paar finden, mit denen man harmoniert. Sich ein wirklich stabiles Netzwerk zu bauen dauert mehrere Jahre. Du bist doch noch ziemlich jung mit 27. Ich bin Mitte 30 und habe beruflich auch oft mit Menschen Mitte 20 zu tun, die teilweise "auf einem anderen Stand" sind. Es gibt trotzdem auch Menschen in diesem Alter, die zu mir passen, wenn sie ähnliche Interessen haben. Ich glaube, je älter man wird, desto weniger wichtig ist es, nur mit Gleichaltrigen unterwegs zu sein. Man profitiert von jüngeren wie älteren. Ich kann jedoch verstehen, dass 19jährige tatsächlich im Schnitt noch sehr jung sind.
    Du hast doch sicher Hobbies. Sei es ein Chor, ein Sportverein...da wirst du doch Leute finden! Es gibt Facebook Gruppen "Neu in Stadt xy...", die Unternehmungen planen. Mach einfach bei diesen mit ohne große Erwartungen, irgendwann werden Personen dabei sein, mit denen du dich gut verstehst.
     
    • # 6
    • 11.08.2017 um 09:55 Uhr
    • Tringi89
    Danke für die zahlreichen Kommentare. :)

    zu#1
    Die männlichen Erfahrungen nach meinem Ex Freund waren nicht vergleichbar mit der Beziehung. Frustrierend eher, wenn man nach ein paar Treffen gemerkt hat, dass es doch nicht passt. Besonders häufig kam es vor, dass die Männer noch nicht über ihre Ex Freundinnen weg waren und mich dann versucht haben als seelischen Mülleimer zu benutzen. Da habe ich dann die Reißleine gezogen.
    Es gab auch Männer, die Sex aber keine Beziehung wollten. Das habe ich versucht, aber für mich geht sowas einfach nicht. Nach einer Weile verliebe ich mich, wenn ich oft mit demselben Sex habe. Ist halt so bei mir.
    Online habe ich auch ein paar kennengelernt, mit denen es im realen Leben dann leider nicht gefunkt hat.

    #3
    Das ist eine schöne Erfahrung, die du gemacht hast. Das kenne ich auch.Als ich 2011 ein halbes Jahr in England gelebt habe, habe ich auch tolle Menschen kennengelernt. Mit einer habe ich auch heute noch Kontakt und wir gehen im Dezember zusammen auf ein Konzert.

    #4 Ich suche eine Person, mit der ich auf einer Wellenlänge bin um mit ihr/ihm mal rauszukommen, da ich es satt habe, ständig alleine unterwegs zu sein. (Urlaub, Café, in die Stadt gehen).
    Ich muss dazu aber sagen, dass ich in einer Kleinstadt lebe, in der alle sehr eigensinnig sind. Ich bin nicht die einzige, der es schwerfällt Kontakte in dieser Stadt zu knüpfen.

    Ich habe mir vorgenommen, nach der Ausbildung in eine Großstadt zu ziehen, in der ich sicher keine Probleme mehr mit Kontakte knüpfen haben werde, da es in großen Städten tausend mal mehr Möglichkeiten gib! Aber bis das passiert vergehen noch mindestens 2 Jahre. Also bin ich wieder am Anfang.


    Im Fitnessstudio bieten sie einen Kurs an, den ich gerne mal besuchen würde. Den besuche ich heute auch mal! Vielleicht sind da ja ein paar Menschen, mit den ich dann wenigstens ein kleines Hobby 1x die Woche teilen könnte.
     
    • # 7
    • 11.08.2017 um 11:37 Uhr
    • Toi et moi
    Liebe Trigni,
    ich kann dich verstehen. Im Grunde genommen möchtest Du einen Neuanfang aber es muss einen echten Anfang sein. Du möchtest dich nicht mehr aufhalten mit irgendwelchen Beziehungen und Bekanntschaften, die nicht echt sind. Du möchtest dich nicht mehr verlaufen in bedeutungslosen Phrasen und Floskeln, in Heeeyyys und likes, in "Du, wir müssen uns unbedingt wiedersehen", in "demnächst werde ich auf dich zu kommen" und in Menschen, die mit Handy am Ohr auf die Welt gekommen sind.....Smalltalk in endloser dauerschleife....gähn.....Da verzichtet man lieber freiwillig.
    Ich kann nur sagen, willkommen im Club, willkommen in erwachsenen Leben. Es ist nicht einfach mit echten Freundschaften. Allein das Wort Freundschaft wird so inflationär benutzt, dass es einfach keine Bedeutung mehr hat. Ich bin mir sicher, dass viele Menschen einfach nicht definieren können, was für eine Bedeutung dieses Wort wirklich hat. Wenn du Glück hast, findest Du im Leben neben deiner Familie, Kollegen, Mitschüler und Nachbarn einen oder zwei Menschen, die wirklich deine Freunde sind. Der Rest sind Menschen, die man im Laufe des Lebens begegnet, die etwas von dir wollen oder du etwas von ihnen willst. Die, dir einen Gefallen tun und du irgendwann ihnen einen Gefallen tun wirst. Die Kunst ist, die Erwartung drastisch runterzuschrauben und zu akzeptieren das das Leben keine Yachtfahrt ist. Die Kunst ist nicht ständig das Größe und Ganze zu erwarten, denn das gibt es nicht. Das kannst Du nur in dir selbst finden.
    Wenn Du Menschen brauchst, mit denen du deine Zeit verbringen kannst, ist ein Mannschaftssport gar nicht so schlecht. Oder lade deine Mitschüler zu dir ein. Sie sind bestimmt nett. Engagiere dich für irgend eine Organisation, die du gut findest. Lerne etwas neues, und ähnliches. Da haben die Vorredner dir viele gute Tipps gegeben. Und wer weiß vielleicht ist irgendjemand auch dabei, den du wirklich gut findest.
    Viel Glück
     
    • # 8
    • 11.08.2017 um 12:34 Uhr
    • Lebens_Lust
    Klingt gut. Du hast für Dich einen Weg gefunden, wie Du Beziehungen siehst und beschreitest den. Es ist frustrierend, wenn sich kein passender Partner findet, aber besser als den erstbesten zu nehmen, der dann auf Dauer nicht passt.
     
    • # 9
    • 11.08.2017 um 12:52 Uhr
    • Tringi89
    #7
    Danke für diesen Eintrag. Ich habe durch diese Worte mal meine Perspektive geändert und muss sagen, dass was du sagst schon sehr wahr ist.

    Tatsächlich habe ich sogar seit 10 Jahren einen sehr guten Freund. Bei ihm weiß ich, dass unsere freundschaftliche Beziehung stabil ist und wenn ich mal ein Problem habe, kann ich immer mit ihm reden. Wir sind total auf einer Welle, da wir zusammen "erwachsen" wurden und uns bei schwierigen Lebensphasen immer gegenseitig unterstützt haben. Er wohnt zwar 50 km weit weg, das hat aber keinen Einfluss auf unsere gute Freundschaft.
    Diese Art von Freundschaft gibt es nicht oft und wenn, passiert es nicht über Nacht. Ich schätze das gerade wieder richtig.

    Ich habe mich durch meine jüngeren Klassenkameraden wieder an meine Zeit als ich 18-22 Jahre alt war erinnert gefühlt. In der Zeit habe ich so viel unternommen und erlebt und ne menge Menschen um mich herum gehabt, letztendlich ist aber keiner übrig geblieben, da es eben keine Freundschaften waren.

    Wie auch immer, ich denke du hast irgendwie recht damit, dass meine Erwartungen zu hoch sind.

    Das meinte ich mit "Grauzone" in meinem ersten Beitrag. Einerseits bin ich mir im klaren, dass es so ist wenn man erwachsen ist, habe es mir auch so ausgesucht und bin absolut zufrieden damit nur Menschen in meinem Leben zu haben, die ich auch will!
    Sobald ich aber in der Schule zwischen den ganzen jungen Teenis sitze, erinnere ich mich an meine Teenizeit zurück und es fühlt sich an, als sei ich in der Zeit zurückgereist. Ich switche ständig zwischen meinem Erwachsenen Ich und dem alten Jugendlichen Ich hin und her. Das ist manchmal sehr verwirrend.
     
    • # 10
    • 11.08.2017 um 22:51 Uhr
    • Toi et moi
    Liebe Trigini, ich denke du kannst beides haben, enge Freundschaften aber auch Leute, mit denen du mal Zeit verbringst. Ich hatte zum Beispiel im Studium eine Bekannte, die 10 Jahre älter als ich war. Sie hatte spät angefangen zu studieren und wir lernten manchmal zusammen und manchmal nebeneinander bis tief in die Nacht, wir waren keine wirkliche Freundinnen aber irgendwie war sie eine sehr zielstrebige Person, eine nette Lebensbegleiterin für mich und umgekehrt auch. Ab und zu kam ihr Freund vorbei und nahm uns zu einem Party mit. Ich höre ihn immer noch wie er die Treppen hoch kam und dabei das Lied "Non, je Ne Regette Rien" summte. sie waren beide sehr nett und ich erinnere mich heute noch sehr gerne an sie.
    Dann hatte ich auch Freundinnen, mit denen ich nur rumalberte, ihnen alles von mir erzählte und alles von ihnen wusste, später hatte ich zwei beste Freunde usw.... Bleib offen und neugierig und erwarte nicht von jedem, dass er dein bester Freund bis aller Ewigkeit wird und bald wirst du viel Anschluss finden.
    Ich wünsche dir dabei viel Erfolg
     
    • # 11
    • 12.08.2017 um 12:54 Uhr
    • Queen_Cersei
    Hallo @Tringi89,

    vieles wurde ja schon gesagt hier, deshalb nur noch eine Anregung: Wenn dich an Leuten aus deiner Klasse nur "stört", dass sie einige Jahre jünger als du und deshalb weniger lebenserfahren sind bzw teilweise andere Interessen haben, du sie aber an sich sympathisch findest, dann würde ich trotzdem versuchen, bei ihnen Anschluss zu finden und die eine oder andere Freundschaft zu schließen.

    5-8 Jahre Altersabstand sind nicht die Welt, sondern noch auf einem Level, wo beide Seiten voneinander profitieren können.

    Ein gemeinsamer Berufbedeutet ja schon mal gemeinsame Interessen und Themen.
    Dasselbe gilt für die konkrete Situation der gemeinsamen Ausbildung: Dieselben Ausbilder, über die man lästern kann, dieselben Klausuren, über die man sich Sorgen macht,....

    Ich habe damals mit Mitte 20 nochmal das Studium und die Uni gewechselt und war da dann ja auch größtenteils mit Frisch-Abiturientinnen zusammen... und hatte viel Spaß und einige Freundinnen gefunden, mit denen ich (mittlerweile zweite Hälfte 30) immer noch guten Kontakt habe. Und selbst jetzt habe ich einige Freundinnen Mitte, Ende 20,die ich über ein gemeinsames Hobby kenne.
    Klar bespricht man da dann nicht alles mit jedem, wenn ich eine Frage zur Kindererziehung habe, wende ich mich eher an eine 40jährige Freundin mit drei Kindern als an eine 28jährige kinderlose,aber genau deshalb ist es ja gut, wenn man mit vielen verschiedene Menschen befreundet ist.

    Wie gesagt, falls deine "Klassenkameradinnen" nicht total ätzend sind und nur das Alter das Problem ist, schau mal, ob da nicht doch mehr geht, als du denkst...und ist es nicht auch schön und befreiend, manchmal in die Teeniezeit zurückzuswitchen, wie du schreibst? :)
     
    • # 12
    • 12.08.2017 um 13:42 Uhr
    • Lionne69
    Das ist eine Frage, die sich durch alle Lebensphasen zieht und in jeder Altersklasse.

    Den einzigen Weg, den ich sehe, Hobbies suchen, die Dich interessieren, sich irgendwo engagieren, Vereine, etc.
    Überall, wo man sich in der Freizeit trifft.
    Und dann immer wieder aktiv auf die Leute zu gehen.

    Es ist mühsam, weil man sich zwar oft eben in Gruppen trifft, aber nur zu diesem einem Zweck, und die meisten dann wieder ihrer Wege gehen.
    Die meisten sind zumindest nach außen beruflich / privat eingespannt, genügend haben entweder sowieso schon einen Freundeskreis und Mühe schon diesen zu pflegen, oder / und haben keine Lust, noch anderweitig aktiv zu sein.
    Gute Freunde zu finden ist fast noch schwieriger als Partnersuchende :).

    Hier am Ort bin ich deswegen hinein gekommen, weil ich schon welche kannte und weil ich mich in einem Verein etwas engagiere. Das zieht dann wieder Kreise.
    Ansonsten war es nur mit kleinen Kindern einfach, neuue Kontakte zu knüpfen - Spielplatz) Kindergarten.
     
    • # 13
    • 12.08.2017 um 17:33 Uhr
    • Elfe11
    Hallo @Tringi89,
    ich kenne das eher vom Landleben. In der Stadt gab es immer schnell Anschluss. Hier auf dem Land ist teils das Bildungsniveau niedrig, da findet man schwer neue Menschen mit Esprit und Charakter. Ich kann dich trösten, in deinem Berufsleben wird das wiedee komplett anders, da triffst du dich dann mit Kollegen und Kunden nach der Arbeit. Ich habe in einem Yoga Kurs z.B. sympathische Menschen kennengelernt Und bin mit ihnen 1x im Jahr in den Yoga Urlaub nach Sylt oder an die oberitalienischen Seen gefahren. Das lief immer harmonisch und ohne Probleme. Auch in einem Sport Club Hotel auf Fuerteventura habe ich nette junge Menschen getroffen, oft jünger als ich. Oder beim Reiten im Reitstall kommt Frau gut ins Gespräch. Im Fitness Center hingegen blieb mir nie ein fester Kontakt. Ich denke du musst das "organisieren" wie im Job, also Handynummer beim 1. Treffen austauschen und direkt speichern 2. Dann Kontakt über Facebook knüpfen 3. Kontakte antexten und anrufen oder einladen zu konkreten Veranstaltungen, Unternehmungen. Lass dich nicht entmutigen, investiere Zeit in Dich und deine Wohnung, lies viel, studiere, beschäftige dich mit dir selbst, mache Sport und probiere neue Rezepte in der Küche. Je selbst zufriedener du wirkst, desto mehr kommen Andere spontan auf dich zu. Ich sehe mittlerweile in jedem Gespräch einen neuen Kontakt, das kann auch die neue Tierärztin sein, die von ihren Tansania Urlaub erzählt, der sportliche Taxifahrer, der mir Radel-Tipps aus der Umgebung gibt, die Apothekerin, die mir ihre persönlichen Gesundheits-Tricks verrät. Wenn du genau hinhörst, kann dir jeder interessante Lebensgeschichten von sich erzählen. Und ist das nicht ebenso spannend und erfüllend wie ein klassischer Freundeskreis, den die meisten halt aus Schulzeit und Studium, Nachbarschaft der Arbeit kennen? Mein Tipp: Genieße deine kleine Auszeit und lehne dich entspannt zurück, kümmere dich 100% um dich selbst. Dann kommt der Rest von allein.