• 07.01.2018
    • cinderella25

    Freund zieht sich (nach Streit) zurück. Was soll ich jetzt tun?

    Hallo,

    ich bräuchte mal dringend Rat zu meinem Problem:
    mein Freund und ich haben eine Fernbeziehung. Er hatte am Neujahr Geburtstag und mir schon vorher angekündigt, dass er sich an diesem Tag gerne zurückzieht und lieber für sich ist. Obwohl ich das wusste, war ich ziemlich aufgewühlt, als ich rein gar nichts von ihm hörte und ihn auch nicht erreichen konnte. Habe dann vor Verzweiflung seinem Bruder geschrieben, der mir sagte, dass er zu Hause sei. Ich war dann wieder beruhigter, doch als sich mein Freund bei mir meldete, fauchte ich ihn direkt an. Er wollte gar nicht groß diskutieren und zog sich erneut zurück; wieder einen Tag lang.

    Ich war sauer und enttäuscht, wartete aber ab und fragte am nächsten Tag nach, ob wir telefonieren wollen. Er willigte ein und wir redeten ganze 7h! Das Gespräch war fröhlich und wir erzählten uns viel. Wir redeten auch über den Streit, wo er mir nochmals erklärte, dass ich völlig überreagiert habe. Er meinte, ich hätte es doch gewusst, wie er sich verhalten würde. Ich meinte ja, aber das ich sowas nunmal nicht kenne und mir Sorgen gemacht habe. Er wiederrum meinte, dass er das zwar verstehe und sich deswegen auch schlecht gefühlt habe, ich ihn aber nicht so hätte anfauchen sollen, nachdem der Bruder mich ja beruhigt hatte...trotz des langen Telefonates habe ich aber immer noch das Gefühl, dass der Wurm drin ist.

    Wir haben seitdem nicht mehr telefoniert, nur geschrieben und seine Nachrichten klingen auch sehr "neutral" gehalten. Er hatte mir erzählt, dass er in letzter Zeit sehr viel um die Ohren hat und außer schlafen, essen und arbeiten zu nichts kommt. Ich muss dazu sagen, dass ich sehr unter Verlustangst leider und teilweise Kontrollverhalten leide. Ich bin deswegen auch in Therapie und es hilft mir sehr (mein Freund weiß davon), allerdings wenn ich allein bin und mich nicht ablenken kann, laufen die Gedanken Amok.

    Seine letzte Nachricht war auch sehr schwammig. Er hatte mir ein Geschenk per Post geschickt, was noch nicht da ist. Hatte ihm gestern geschrieben, dass ich eine Benachrichtigungskarte im Briefkasten hatte und hoffe, dass es sein Geschenk ist, woraufhin er mit ein paar Smileys antwortete...habe dann einfach nicht mehr geantwortet.
    Und nun kreisen natürlich die Gedanken: liebt er mich noch? ist er immer noch nachtragend oder sauer? Will er sich trennen? usw...

    Meine Frage jetzt lautet: was soll ich tun?
    Ihn in Ruhe lassen? Ansprechen? vom schlimmsten ausgehen?
    Ich bitte um Hilfe!
     
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    • # 1
    • 07.01.2018
    • Zuhii
    Wir leben in einer Zeit der Unverbindlichkeit. Männer wollen meist ihre Ruhe und sich nicht mehr so feste an eine Frau binden. Das ist das gewöhnliche Bild. Auch weil unsere Gesellschaft immer unreifer wird.

    Was dein Freund betreibt sind erste Anzeichen dafür, dass du mit diesem Mann wohl niemals so feste werden wirst, wie du mit ihm darauf hinarbeitest. Er will an bestimmen Tagen für sich alleine sein, das heißt, Ehe und Kinder wären mit diesem Mann sowieso nicht drin. Zusammenziehen auch nicht, weil das hieße ja, sich immer sehen müssen. Eure Beziehung sähe immer so aus wie jetzt oder er müsste sich quälen, an Weihnachten und Silvester mit dir zusammensitzen. Resultat wäre auf Dauer, dass er ausbricht, fremdgeht und sich Ventile sucht, um alleine zu sein.

    Es ist ein Phänomen unserer Zeit, was auch daher rührt, dass wir heute alle überall erreichbar sein müssen und nirgendwo ein Loch zum verschwinden haben. Zudem sind Männer im Alter heute sehr kindlich.

    Ich würde dir fast raten, dass du dir einen Mann suchst, der ähnlich wie du "Verlustangst" hat. Ansonsten wirst du ein leben lang solchen Männern nachrennen.
     
    • # 2
    • 07.01.2018
    • Ejscheff
    Du leidest unter Verlustangst und er zieht sich zu Tagen, die der Durchschnittsmensch gerne mit seinen Liebsten verbringt zurück. Ist er auch wegen irgendetwas in Psychotherapie?

    Bei dieser Konstellation sollte solche Problemstellungen doch häufiger bei Euch auftreten und gewissermaßen Routine sein. Ihr kennt Euch beide und lebt Eure Eigenheiten gegenseitig ohne Rücksicht aus. Daher sollte diese Aktion kein Grund für ihn sein, eure sehr spezielle Beziehung aufzugeben.
     
    • # 3
    • 07.01.2018
    • Einzelstück
    Du musst unbedingt lernen, mal still zu sitzen, wenn man es dir bereits sagt. Er hat dir im Vorfeld ganz klar vermittelt, dass er sich am Neujahrstag zurückziehen möchte. Hast du ihm damals versprochen, ihn in Ruhe zu lassen und anschließend dein Versprechen gebrochen? Wenn du das öfter machst, läufst du natürlich Gefahr, dass er sich immer weiter distanziert. Er kann ja quasi nicht anders - eure Beziehung gerät dadurch in eine enorme Schieflage. Du bist die Jägerin und er ist ein kleiner Hase, der verängstigt davonhoppelt. Versuche, hier wieder Gleichgewicht herzustellen, das ist ganz wichtig.
    Besprich das mit deiner Therapeutin, sie kennt dich besser als wir und kann dir auch konkretere Ratschläge geben.
    Wie wäre es, sich in so einem Fall zu beschäftigen? Das Haus zu verlassen, irgendetwas zu unternehmen, damit die Gedanken sich um etwas anderes drehen? Wenn ich den ganzen Tag die Wand anstarre, werde ich auch gaga im Kopf - aber so weit lasse ich es dann nicht kommen. Und wenn ich an so einem besonders langweiligen Tag nur um den Häuserblock laufe, oder zur Tankstelle um Limo zu kaufen oder mit dem Rad eine kleine Runde drehe...
     
    • # 4
    • 07.01.2018
    • cinderella25
    @Zuhii: Das stimmt so leider nicht wirklich! Unsere Beziehung war sehr harmonisch bis zu diesem Zeitpunkt und das ist vorher auch noch nie da gewesen und er will sehr wohl Kinder, heiraten und mit mir zusammenziehen. Dieses Verhalten ist zum ersten Mal passiert (ja ich weiß, mit Ankündigung) aber dennoch war es Neuland für mich.

    Da er mir berichtet hatte, wie er sich verhalten würde, nahm er nicht an, dass es für mich ein Problem wäre. Er meinte, wenn er gewusst hätte, dass ich Piouretten drehe, dann hätte er sich gemeldet.
     
    • # 5
    • 07.01.2018
    • Stern12345
    Liebe Cinderella
    Ja, das ist noch milde beschrieben!
    Du zerstörst mit deinem kindischen, bockigen, vereinnahmenden und unkontrolliertem Verhalten deine Beziehung! Ist dir das klar?
    Du bist in einer Therapie, scheinst aber nichts daraus mit zu nehmen. Wie ernst nimmst du deine Therapie?

    Dein Freund kündigt an, dass er diesen einen Tag für sich sein möchte, du machst Telefonterror und auch die Aussage seines Bruders (es ist alles ok) bringt dich nicht wieder auf "normal Modus" sondern du teilst noch weiter aus! Du hast ein noch größeres Problem als du glaubst und du solltest das ehrlich mit deiner Therapeutin besprechen. Wenn ich lese, dass du dir ja nur Sorgen um ihn gemacht hast, kann ich nur mit dem Kopfschütteln, denn du belügst dich selbst. Hättest du sonst deinen Freund rund gemacht? Wohl kaum. Dir ging es um Kontrolle und du warst wütend weil du diese nicht hattest. Bist du zu deiner Therapeutin auch so (un)ehrlich? Sie kann dir nur helfen, wenn du dich selbst reflektierst und ehrlich zu dir selbst bist.
    Ich kann dir eines sagen, wenn du das nicht schleunigst in den Griff bekommst, wird nicht nur diese sondern auch jede andere Beziehung in die Brüche gehen!

    Ich fürchte dein Freund hat deinen Gesundheitszustand unterschätzt und nun wird ihm anhand deiner Austicker und deines Verhaltens allgemein, das ganze Ausmaß klar.
    Du bist eine sehr anstrengender Partnerin und dein Freund geht auf Rückzug, weil er es einfach nicht mehr aushält. Vielleicht fragt er sich auch, wann dir die Therapie endlich hilft und sich Besserung einstellt? Vielleicht hat er die Hoffnung auch schon aufgegeben? Würde mich nicht wundern. Tut mir leid dass ich dir das alles so direkt schreibe, aber mir tut dein Freund total leid und ich frage mich warum du überhaupt eine Beziehung führst, anstatt dich mit aller Kraft deinem Problem stellst.
    Lass deinem Freund Luft zum atmen! Mach einen Termin bei deiner Therapeutin und schildere ihr dein Verhalten. Du brauchst dringend eine Strategie, wie du dich selbst aus solchen Gedanken befreist. Er schickt "nur" einen Smiley und dein Kopfkino geht direkt an? Wie lange dauert es dann, bis du doch eine vorwurfsvolle Nachricht schreibst? Ehrlich? Fragst du dich auch gerade, wie dein Freund das schon so lange aushalten kann?

    Lass ihn zur Ruhe kommen und arbeite du in der Zwischenzeit an dir. Das wäre mein Rat an dich, damit euch vielleicht bald wieder schöne Erlebnisse verbinden anstatt immer weiter von negativen auseinander getrieben zu werden.
     
    • # 6
    • 07.01.2018
    • frei
    Bevor ich in diesem Forum mitspielte, dachte ich, es sei das gewöhnliche Bild, dass Männer immer mehr wollen und nie zufrieden sind. Dass sie die Frau so oft wie möglich sehen wollen, zusammen ziehen, heiraten wollen, oder eine Nummer kleiner täglich telefonieren, dauernd schreiben, Vorwürfe machen usw., kurz dass Männer diejenigen sind, die klammern.
    Denn so habe ich es erlebt.
    Und auch ich bin dann immer geflüchtet, habe mich zurückgezogen und auch ich wusste mir manchmal nicht anders zu helfen, als einfach nicht mehr ans Telefon zu gehen.

    Ich habe mit 47 zum ersten mal einen abgekriegt, der selbst ein wenig ausgeprägtes Nähebedürfnis und selbst sehr viel zu tun hat.
    Und zum ersten mal gibt es keinen Streß.
    Das verblüfft ihn so wie mich.
    Manchmal immer noch, nach fast vier Jahren Beziehung.

    Ich denke, du solltest versuchen, einen Partner zu finden, der ebenso wie du sehr gerne viel Kontakt hat.
    Ich fürchte, mit diesem Mann, insbesondere in einer Fernbeziehung wirst du immer wieder leiden.
    Und er mit dir.

    w 50
     
    • # 7
    • 07.01.2018
    • Vikky
    Liebe FS,
    Du bist 25 und in Therapie - was quälst Du Dich in einer Fernbeziehung mit einem schwierigen, nicht zu Dir passenden Mann rum, der ein ganz anderes Kommunikationsmuster und Nähe-Distanz-Bedürfnis hat als Du? Lernst Du in der Therapie nichts?

    Du bist unerträglich klettig , zeigst ein dem Sachverhalt unangemessenes Verhalten und bist überemotional. In der Summe ist das nichts, was Männer in ihrem Leben wollen.

    Was bitte für Sorgen machst Du Dir, wenn ein Mann Dir sagt, er will an dem Tag allein sein und Du dann an dem Tag tatsächlich nichts von ihm hörst? Was sind da Deine Gedanken? Was soll passsiert sein, wenn er exakt das tut, was er vorher angekündigt hat?
    Warum kannst Du Dich nicht einen Tag ohne ihn beschäftigen, musst seine Intimsphäre verletzen, seinen Bruder belästigen und ihn blossstellen als "den mit der hysterische Freundin"?

    Du bist klettig, er will Abstand/Siccherheit vor Deiner Emotionalität, weil diese ihm zuviel ist. Gleichzeitig befeuert sein Abstandversuch deine Verlustangst - ihr passt nicht zueinander, ihr macht euch gegenseitig fertig.
    Wenn Du Nähe willst, warum wählst Du ein Kommunikationsmittel, was Distanz schafft?

    Das siehst Du richtig und der Wurm bleibt so lange drin, bis Du Deine Therapie erfolgreich absolviert hast. Dann wirst Du Dich anders verhalten können, dass Du mit einem sich abgrenzenden Mann souveräner umgehen kannst oder feststellen, dass so ein Mann falsch für Dich ist, Deine destruktiven Muster bedient und Dich von solchen Männern fernhalten, weil sie Dir nicht gut tun.

    Was ist denn "das schlimmste"?
    1. ihn in Ruhe lassen, aufhören zu schreiben.
    2. Dein Post mit zu Deiner Therapeutin nehmen und dringend mit ihr darüber sprechen, ob Dir diese Beziehung gut tut oder Dich in der Therapie zurück wirft, ob eine Fernbeziehung überhaupt was für Dich ist.

    Vielleicht solltest Du auch mal nachdenken, dass nicht nur er sich trennen kann, sondern ob Du Dich trennen solltest, weil diese Beziehung Deine Therapie sabotiert.
     
    • # 8
    • 07.01.2018
    • INSPIRATIONMASTER
    Ich sage dir was ich tun würde, mit ihm ein letztes Gespräch führen mit Konsequenzen. Aus meiner Sicht sehe ich keine Zukunft,für dich, ihr seid nicht kompatibel was Nähe und Distanz Verhältnis betrifft, das ist ein Problem, vielleicht kommen noch weitere Probleme mit dazu, aber dass du jemals mit so einem Typ glücklich werden kannst, kann ich mir mit meiner Lebenserfahrung beim besten Willen nicht vorstellen!!
     
    • # 9
    • 07.01.2018
    • void
    Ihn in Ruhe lassen. Das ist das, was er will. Und wenn man weiß, was der Partner will, weiß man auch: Für ihn dies das Beste. (außer er manipuliert. Schließe ich aus bei Deinem Freund) Wenn es für Dich nicht gut ist, passt es nicht zwischen euch.

    Man muss lernen, Ungewissheiten auszuhalten. Denn wenn sich danach alles in Wohlgefallen auflöst, siehst Du ja, dass Du keine Panik haben musst und kannst beim nächsten Mal besser Beruhigung finden.
    Du kriegst manches nicht unter Kontrolle. Egal, wie sehr Du Dich zermarterst, grübelst usw.. (Google mal das Gelassenheitsgebet. Ich hielt es immer für ein geflügeltes Wort, aber es ist tatsächlich ein Gebet.)

    Wegen der einen Sache - ich denke nicht, dass er sich trennen will. Ich glaube auch nicht, dass er noch sauer ist, ihr habt doch schon drüber gesprochen. Ich hoffe, das Geschenk ist keine doofe Anspielung auf irgendwas, sondern was Schönes. Wirst Du ja morgen sehen.

    Ich denke, Du sabotierst Dir selbst Deine Beziehung, wenn Du die Kontrollwut und die Verlustängste auf Deinen Partner ablädst. Das wird eine selbsterfüllte Prophezeiung, wenn Du ihn nun nervst, denn ja, dann will er sich irgendwann trennen, weil es stresst, wenn einer so eindringt in den anderen und ihn ummodeln will, dass er dem Verlustängstlichen ständig Sicherheit gibt.

    Dein Freund ist auch "komisch" mit seinem Einsamkeitswunsch an seinem Geburtstag. Anscheinend hat er auch noch eine Phase im Leben, die ihm viel Energie zieht. Aber das musst Du akzeptieren. Immer der, der weniger Beziehung will, diktiert die Beziehung, weil er ja allein zurecht kommt, während der andere für sein Zufriedensein den Partner braucht und der aber nicht will. Was soll man mit einem Partner, der bei einem sitzt, aber am liebsten ganz woanders wäre?

    Die Verlustangst wirst Du irgendwie zu bewältigen lernen müssen. Ich denke auch, dass wenn der Verlust wirklich eintritt, man die Kraft finden wird, damit umzugehen. Die Panik vorher ist eigentlich verschwendete Zeit, aber sie kommt ja von irgendwoher. Du bist nicht klein und schwach. Wenn Du es jetzt mit Deiner Stresserei bewirkt haben solltest, dass Dein Freund geht, dann hat es nicht gepasst und Du wirst auch drüber wegkommen. Er ist ja auch sehr speziell mit seiner Abkapselung, genau Öl ins Feuer für den Kontrollmenschen. Und wenn es um die Schuldfrage geht - ja, dann bist Du schuld, weil Du ja was gesagt hast, aber Du kannst ja immer nur so handeln, wie Du handeln kannst. Also Deine Stresserei erschien Dir richtig und wichtig für Dich in der Situation. Mach es das nächste Mal besser, wenn Du es gern rückgängig machen würdest. Du hast es in der Hand, irgendwas zu finden, dass Dich nicht abdrehen lässt bei einer Verlustangstattacke. Zumindest der Grundsatz "es ist MEINE Verlustangst und ich behellige den anderen nicht damit" könnte Dir vielleicht helfen, im Fall der Panikattacke alles mögliche zu machen, aber nicht den anderen damit zu stressen.
     
    • # 10
    • 07.01.2018
    • Vikky
    Nun mal langsam. Die FS ist bereits in Therapie wegen "Kontrollzwang, Verlustangsten und Amok laufenden Gedanken". Da liegt das Problem wohl eher bei ihr als bei der Unverbindlichkeit des Mannes.
    Wer in Therapie ist, hat ein Problem mit "Unreife". Therapie ist "Hilfe beim Nachreifen". Da ist es wohl unangemessen, der Gesellschaft Unreife zu unterstellen, statt diese bei der FS zu sehen. Sie ist klammerig und von permanentem Kontakt abhängig wie ein Kleinkind.

    Sie terrorisiert mit Kontaktbeduerfnis ihren Partner und er verweigert sich dem.
    Ich denke auch, dass hinter dem Ganzen eine Historie steht, es nicht nur um dieses Geburtstagsthema geht.

    Das Risiko besteht, wenn er sich generell an Festtagen so verhält. Dann wird es schwierig mit zwei so unterschiedlichen Wünschen für die Feiertage.

    Die Frage ist hier nicht zu klären, was an seinem Verhalten Folge des durch Verlustangst-bedingte Bedrängen der FS ist. Die FS ist in Therapie und sollte das Thema in die Therapie mitnehmen, um inm Zweifelsfall in einem Paargespraech zu klären ob es eine inkompatible Paarung ist oder der Konflikt durch das akute Störungsbild der FS begründet ist.

    Ich bin ein introvertrierter Typ, der seine Ruhephasen braucht. Ein Partner wie die FS würde mich in kürzester Zeit an den Rande des Wahnsinns treiben mit ihrem Nachsetzen.
    Glücklicherweise habe ich einen Partner, der mir den benötigten Freiraum geben kann, nicht abdreht wenn ich nicht jederzeit ans Telefon gehe sondern sich in Geduld fasstund an den Bestand der Partnerschaft auch ohne Dauerfunk glaubt - dann klappt es auch mit gemeinsamen Feiertagen.

    Ich finde es sehr gesund, sich diesem "Allzeit bereit, 24 Stunden online" auch mal zu entziehen und sich Zeit für sich selbst zu verschaffen.
    Es hat nichts mit "kindlich" zu tun, sich mal Zeit für sich zu nehmen, auch oder vielleicht gerade an seinem Geburtstag, um ein Lebensjahr Revue passieren zu lassen - erst recht, wenn man eine Beziehung mit einer dependenten Partnerin hat.
    Vielleicht ist "kindlich", an dem Tag nach Aufmerksamkeit und Allzeitbespassung zu gieren. Da kann man wohl unterschiedlicher Meinung sein.
     
    • # 11
    • 07.01.2018
    • Kathyberlin
    Nachdem ich ziemlich unangenehme Erfahrungen mit meinem Exfreund hatte, der gern mal abgetaucht ist und mit dem ich dann nach zwei Jahren Schluss gemacht habe, mein dringender Rat: Nimm die Zeichen ernst. Es ist nicht Deine „Schuld“, wenn Du seine Nähe suchst. Versuche nicht, Dich mit seiner Störung einzurichten. Suche lieber das Weite und jemanden, der verbindlich ist und Nähe ertragen kann. Verbiege Dich nicht!
     
    • # 12
    • 08.01.2018
    • Beast44
    Ein Paradebeispiel für die immer wieder vorhandene völlig übertriebene Interpretation nicht vorhandener Fakten in einen Sachverhalt sowie Verallgemeinerung, wie es in diesem Forum häufig vorkommt. Dein Post grenzt ja schon an Whataboutism.

    Der Freund möchte an seinem Geburtstag alleine sein, und kündigt dies vorher an. Ein Verhalten, was vllt nicht das Gros der Gesellschaft so an den Tag legt, aber völlig nachvollziehbar ist. Jeder verbringt seinen Ehrentag anders, ich mache das auch lieber so wie der hier benannte Freund, als eine große Party zu feiern. Das wurde ja in einem anderen Thread auch schon thematisiert.

    Liebe FS,
    jeder Mensch benötigt hier und dort seine Freiräume und Zeit für sich. Egal ob es nun während einer Fernbeziehung oder einer Ehe mit Kindern im Eigenheim ist. Auch hier wirst du nicht 24/7 mit deinem Partner aufeinander hängen, das wäre wohl auch eher kontraproduktiv. Es ist das gute Recht eines Jeden, sich auch ganz bewusst zurück zu ziehen und Zeit für sich zu suchen. Dein Freund hat es mit seiner vorigen Ankündigung optimal gemacht. Der Fehler liegt hier meiner Meinung nach absolut nicht bei deinem Freund, sondern bei dir und dem von dir angeführten Kontrollzwang.
    Gerade eine Fernbeziehung funktioniert auch sehr gut, wenn man nicht jeden Tag und ständig von dem anderen hört. Ich habe das viele Jahre hinter mir.
    Gib deinem Freund Zeit und Raum, löse deine persönlichen Probleme, dann kann das Ganze vllt eine Chance haben.
    Vllt gibst du deinem Freund nochmal ein Zeichen, dass dein Verhalten dir Leid tut, wenn du das Gefühl hast, da steht noch was im Raum.

    Alles Gute dir.
     
    • # 13
    • 08.01.2018
    • cinderella25
    Mein Problem ist einfach, dass ich mit 14 von meinen Eltern verlassen wurde.
    Von heut auf morgen haben sie sich getrennt und sind weggezogen; mich wollte keiner haben.
    Wurde dann vom Jugendamt betreut und hatte mit 14 schon eine eigene Wohnung, um die ich mich kümmern musste.

    Ebenso unsere Haustiere, die meine Eltern auch nicht haben wollten. ich weiß also woher diese Verlustangst kommt und wieso ich mich an alles klammere, was mir "Aufmerksamkeit" gibt, deswegen kann ich nie damit umgehen, wenn in eine Beziehung der Alltag kommt und das tägliche schreiben, sehen und anrufen abnimmt.

    Ich beziehe das immer auf mich und dann drehe ich durch. Anfangs (wenn ich selber emotional noch nicht so betroffen bin) kann ich die Kennenlernphase souverän und normal meistern, sobald ich aber merke, dass ich dieser Person was bedeute und ebenfalls Gefühle habe, fang ich das klammern an und fahre sowohl Freunde als auch Partner gegen die Wand.

    Da mir mein Freund aber unheimlich wichtig ist, will ich es diesmal nicht wieder kaputt machen und an mir arbeiten! Nur manchmal weiß ich eben nicht wie...
     
    • # 14
    • 08.01.2018
    • Jana_09/15
    Es gibt ja Menschen, die ihren Geburtstag nicht großartig feiern möchten. Sich zurückzuziehen ist ja auch kein Problem. Aber seine Partnerin wird ihm doch wohl wenigstens mal kurz per Telefon gratulieren dürfen, ohne dass er sich gleich bedrängt fühlt.

    Verlustangst hin oder her, so ein Verhalten hätte mich auch irritiert und ich finde es schon ein wenig divenhaft.

    Ihn anzumotzen war allerdings sicherlich nicht nötig.
    Grundsätzlich ist eure Konstellation eher nicht gut für dich. Fernbeziehung, dazu noch mit einem Mann, der nicht allzu viel Wert auf Nähe zu legen scheint. Dieser Mann scheint deine Ängste eher noch anzutriggern, als sie zu besänftigen.
    Willst du deine Probleme unbedingt auf die harte Tour in den Griff bekommen?
    Ich fürchte, selbst nach erfolgreicher Therapie wirst du - dann mit einem "normalen" Wunsch nach Nähe - nicht mit einem Mann glücklich werden, der so viel größeren Wert auf Distanz und Freiraum legt als du selbst. Keiner von euch beiden wird vollständig aus seiner Haut können.
     
    • # 15
    • 08.01.2018
    • Mandoline
    Die beiden haben aber eine Fernbeziehung und da kann nicht die Rede sein von dauerhafter Aufmerksamkeit und Bespaßung! Wir wissen nicht, ob sie sich nur an den Wochenenden sehen oder noch viel seltener!
    Und gerade Menschen, die unter Bindungsängsten leiden, wählen ja auch eine Fernbeziehung. Da können sie diese Angst gut in Schach halten!

    Wie lange beide diese Beziehung führen wissen wir auch nicht. Fernbeziehungen gehen durchschnittlich nach 2-3 Jahren auseinander, wenn der eine nicht zum anderen zieht. Ich habe das Gefühl, dass beide im Prinzip eine Bindungsstörung haben zwar hält er die aktive vermeidende Rolle inne (er entzieht sich sogar an Silvester!) und sie die passive, indem sie sich auf einen solchen Mann eingelassen hat.

    Da gebe ich @Zuhii Recht! Denn einen Wunsch nach Familie und Kinder hat (fast) jeder, zumindest oberflächlich. Persönlich sehe ich keine Zukunft sondern, dass diese Beziehung zerbrechen wird selbst dann, wenn die FS ihre Verlustängste verlieren sollte! Es liegt m.M.n. mehr an ihn! Sie wünscht sich mehr Nähe, er hingegen weniger. Denn sie würde sich ganz bestimmt wünschen, dass sie sich häufig sehen und würde er das von sich aus wollen, hätte sie bestimmt nichts dagegen und würde vor Freude hüpfen. Geburtstage und Feiertage allgemein möchte ich gerade mit meinem Partner verbringen - wenn ich schon einen habe! An einem anderen Tag kann ich Bilanz über mein Leben ziehen.
     
    • # 16
    • 08.01.2018
    • void
    Das ist ja übel mit Deinen Eltern. Es tut mir sehr leid, dass Du das erfahren musstest. Da steckt natürlich was tief in Deinen Knochen und es ist logisch, dass das auch Deine Liebesbeziehungen prägt.

    Vielleicht kann Dir Deine Therapeutin helfen bei einer Art "Notplan". Wenn diese Gefühle nach einem Greifen und der Verstand da noch nicht mitwirkt, ist das klar, dass Du wieder in so einen Angststudel gerätst. Vielleicht hilft es, in "guten Zeiten" irgendwas aufzuschreiben, also dass Du in schlechten Phasen nachlesen kannst, dass Du Dich schon mal sicher gefühlt hast und es eben nur eine schlechte Phase ist, die wieder vorbeigeht. Oder dass Du es verkraften kannst, wenn Dich alle verlassen. Du hast doch schon mit 14 große Kraft und Stärke fürs Leben bewiesen, hast Selbständigkeit lernen müssen. Klar will das Gefühl immer noch einen Menschen, der sich sorgt und hundertprozentig kümmert, wie es die Eltern eigentlich hätten machen sollen. Aber ein Partner kann das nicht leisten, denn er ist ja sicher so jung wie Du und kann keine "Elternumsorgung" übernehmen für einen Menschen seines Alters. Dein Freund hat auch seine Schwierigkeiten mit dem Leben, hat vielleicht auch seelische Probleme und Orientierungslosigkeiten, die man als junger Mensch so hat. Die Verantwortung für Dich kannst nur Du tragen, und Du hast schon früh bewiesen, dass Du es kannst. Also selbst wenn Dein Freund Dich verließe, würdest Du einen Weg finden, damit fertig zu werden. Es wäre zwar sehr traurig, aber Du kannst damit klarkommen. Jeder Mensch darf selbst entscheiden, ob er den Weg mit Dir oder ohne Dich gehen will. Du kannst ja sowieso nur glücklich mit einem Menschen sein, der gern mit Dir zusammen ist.

    Dein Freund hat doch selbst gesagt, er hätte sich gemeldet, wenn er gewusst hätte, dass es Dir so schlecht damit geht. Also sieht doch alles noch gut aus :)
    Ein Gutes scheint das ganze ja zu haben, wenn er sich Gedanken darüber macht, wie er Dir entgegenkommen kann. Sowas macht auch eine gute Beziehung aus, dass man sich in den anderen einfühlen kann, ob man mit seinem eigenen Verhalten dem anderen Schaden zufügt. Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr euch annähert nach dem Vorfall, weil er nun besser weiß, was los ist mit Dir, und Du sensibilisiert bist, einen Schritt vorwärts zu kommen mit Deinem Bearbeiten Deiner Ängste.
     
    • # 17
    • 08.01.2018
    • NormaJean
    Da kann dein Freund aber nix dafür. Weißt du, ich hatte auch von heute auf morgen mit 13 keine Eltern mehr und war auf mich allein gestellt, mit früher Verselbstständigung und völlig anderen Sorgen, als Gleichaltrige hatten, die diese wertvolle Zeit der Adoleszenz nutzen konnten, um zu reifen.

    Heute, mit Mitte 30, weiß ich (auch nach mehreren Therapien erst), dass diese Geschichte im wahren Leben immer weniger eine Rolle spielt. Erstens musst du lernen, das als deine Geschichte zu akzeptieren, zweitens interessiert es die anderen Menschen im Alltag recht wenig, WARUM du ihnen auf den Keks gehst, und drittens lernt man mit der Zeit, dass JEDER sein Päckchen zu tragen hat.

    Du darfst dich bei deinen Eltern bedanken, dass die dir so ein ungesundes Bindungsverhalten auf den Weg mitgegeben haben. Dein Problem wird nämlich sein (vei erfolgloser Therapie), dass du immer wieder schwanken wirst, zwischen dem Verhalten, was du jetzt an den Tag legst, oder zwischen absoluter Anpassung aus Angst, der Typ könnte dich verlassen. Das ist ein Schicksal. Aber dem kannst du die Stirn bieten, wenn du dir klar machst, dass du nicht unbedingt einen Partner brauchst, um glücklich zu sein. Dann bist du auch weniger abhängig und ruhst mehr in dir selbst. Ich würde dir auch empfehlen, dich ohne Partner erstmal auf deine Therapie zu konzentrieren, damit ist dir langfristig viel mehr geholfen.
    Du brauchst einfach noch ein wenig Zeit um deine eigenen Probleme zu verarbeiten, für die dein Freund gar nix kann und deren Tragweite ihm wahrscheinlich gar nicht bewusst ist.
     
    • # 18
    • 08.01.2018
    • irina_85
    Hallo FS,

    ja dies kann ich auch so bestätigen. Ich hatte auch so eine Fernbeziehung, bei der "er" immer diktiert hat wann wir uns sehen werden. Haben uns auch mal 5 Woche nicht gesehen. Ich möchte dir nur sagen, dass der der weniger Nähe braucht und gern auf Distanz geht hier die Macht hat. Du fügst dich dem und bist nicht glücklich. Es gibt weitaus passendere Männer für dich, die deine Verlustangst nicht so triggern.
    Ich persönlich nehme Abstand von Männern, die sich Frauen suchen, um eine Fernbeziehung zu haben. Viele suchen diese Art von Beziehung gerne, wenn sie Beziehungsvermeider sind.

    Ich brauch auch ab und zu meine Ruhe und langweile mich nicht alleine, dh. muss nicht immer mit dem Partner zusammen sein. Jedoch merke ich immer sehr schnell, ob der Partner sich emotional zurückzieht und dann leuchten die Alarmglocken. Merke dir bitte. Die Nähe kann auch anders hergestellt werden, als bei persönlichen Treffen. Falls du jedoch die Nähe nicht spürst, weil er sich emotional zurückzieht, dann tut er dir eben nicht gut. Sprich mit ihm Klartext und sag ihm was du dir wünscht. Ich bin mir in deinem Fall nicht sicher, ob dein Freund mit dir Familie und gemeinsam leben möchte. Für mich wirkt es eher, dass er sich langsam von dir wegbewegt.
     
    • # 19
    • 08.01.2018
    • irina_85
    ja genau @Mandoline. Ich kenn es selbst zu gut.
    Liebe FS,

    lass dir nichts wegen Verlustangst hier einreden. Du hast diese natürlich verstärkt bei diesem Partner. Er ist einfach zu unverbindlich und das würde ich nicht tolerieren.
     
    • # 20
    • 08.01.2018
    • neverever
    Ich denke auch was @NormaJean die da sagt, solltest du dir mal durch den Kopf gehen lassen.
    M47
     
    • # 21
    • 08.01.2018
    • Laubsk
    Deine Reaktion ist deutlich überzogen, erscheint jedoch mit "deiner Geschichte" in einem anderen Licht.

    Hast du deine Geschichte auch deinem Freund schon mal genau so erzählt? Wieso man an seinem Geburtstag - auch wenn man diesen alleine verbringen will - nicht kurz mal mit seiner Freundin telefonieren kann, ist mir aber schleierhaft. Das wirkt, wie schon jemand geschrieben hat, divenhaft. Vielleicht passt ihr auch nicht wirklich zusammen? Geht er sonst auf dich ein?

    Und ja, deine Therapie sollte Vorrang haben. Glück muss man in erster Linie in sich selbst finden.
     
    • # 22
    • 08.01.2018
    • Cho Oyu
    Liebe FS,

    Liebe hält viel aus und Liebe macht frei, sofern ein Urvertrauen da ist. Was Dir mit 14 passiert ist, ist wirklich sehr sehr schlimm. Dennoch kein Dein Partner nichts dafür. Du brauchst nicht deshalb gleich Angst haben, oder seinen Bruder anrufen...
    Er bittet darum in Ruhe gelassen zu werden und Du regierst völlig über. Da sind seine Folgereaktionen verständlich (auch wenn ich nicht verstehe, dass er ein kurzes Telefonat mit Dir an soclhen Tagen ablehnt).
    In Deiner Situation hilft das Ende dieser Beziehungsart. Könnt Ihr näherzusammen ziehen, sodass Ihr Euch auch unter der Woche sehen könnt, oder sogar zusammen wohnen?
    Nimm Deine Therapie sehr ernst, evtl. such Dir einen neuen Therapeuten.

    Alles Gute für Dich

    M 47
     
    Moderationsanmerkung: Ein reines Kommentieren von Antworten wird gelöscht. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
    • # 23
    • 08.01.2018
    • Pia62
    Liebe FS,

    vielleicht war der Wurm schon lange vorher drin.
    Du gehörst vielleicht zu den Menschen, die eine ausgeprägte Wahrnehmung und hochsensibel sind. Das ist erst einmal keine Krankheit. Es ist ein Segen, aber Fluch zugleich. Denn vieles, was du vielleicht schon im Ansatz wahrnimmst, erschließt sich anderen nicht und können somit dein Verhalten oft nicht nachvollziehen. Vielleicht kannst du für dich mal Vergangenes aufbrechen und schauen, ob sich deine Gefühle auch im Nachhinein bestätigt haben. Von dem ganzen Nähe-, Distanzundnähebedürfniskram, klammern, rücke vorerst einmal ab.
    Ihr habt eine Fernbeziehung, die bringt es mit sich, dass dir und auch deinem Liebsten, permanent ganz wichtige Informationen fehlen. Die lassen sich auch nicht per Whatsapp und telefonieren einfangen. Diese lassen sich auch nicht in Wochenendbeziehungen nachholen.
    Wäre ich in deiner Situation, so würde ich mich auch fragen, warum mein Liebster seinen Geburtstag nicht mir mir verbringen und allein sein möchte. Würde ich mich fragen, ob es ihm nicht gut geht und mir auch Sorgen machen. Für mich wäre dieses Verhalten befremdlich und ich würde mich wundern, warum er diesen schönen Tag nicht mit mir teilen mag. Ich würde wissen wollen, warum er diesen Tag allein sein möchte und diese Frage auch beantwortet bekommen. Ich möchte an seinen Gefühlen und Gedanken teilnehmen dürfen,um verstehen zu können.

    Ihr führt eine WE-Beziehung und da gibt es zwischendurch so viel Raum, um mit sich zu sein. Sicher hast du überreagiert, es steht ein Fragezeichen im Raum und das zurecht. Dennoch, wäre einem Partner daran gelegen, wenn ihm eine Beziehung wichtig genug ist, dass ihr zusammenkommt. Wahrscheinlich ist er mit dieser Situation überfordert und muss sich selber erst einmal sortieren. Darum lasse ihn vorerst und halte dich zurück. Nutze die Zeit und lege den Focus nur mal ganz allein auf dich.

    Ich möchte dir noch einmal nahe legen, wirklich in dich zu gehen und dir die Situationen in deinem Leben genauer anzuschauen, wo du so überreagiert hast.
    Schau darum noch einmal genau in dich hinein, sonst wirst du im Leben immer Amok laufen und dich von deiner Wahrnehmung übermannen lassen. Wenn dem so sein sollte, dann nutze diese feine Wahrnehmung, aber gehe anders mit ihr um, indem du nicht an dir zweifelst. Nutze diese Gabe und gehe den Dingen auf den Grund, ruhig und im tiefen Vertrauen. Denn nicht immer bist du darin involviert, musst eine Trennung befürchten und dergleichen mehr. Dann wirst du auch besser mit deinen Emotionen umgehen können. So, wie es jetzt ist, stehst du immer im Regen und wirst von deinen Emotionen beherrscht.

    Ich wünsche dir alles Liebe!
     
    • # 24
    • 08.01.2018
    • cinderella25
    Erstmal danke für ganzen Nachrichten von euch.

    Zu diesem Thema: wir führen keine WE-Beziehung!
    Mein Freund wohnt in Amerika und wir sehen uns alle 2 Monate für ca. eine Woche und wechseln uns dann immer mit besuchen ab.

    Bisher hat es so einen Vorfall wie diesem hier noch nie gegeben, deshalb hatte mich das Ganze ja so aus der Bahn geworfen.

    Mein Freund will nächstes Jahr zu mir ziehen und hat sich neben seinem Hauptberuf noch einen Nebenjob gesucht, um die Kosten tragen zu können, weshalb das Thema Zusammenziehen, Kinder, Familie gründen jetzt hoffentlich auch geklärt ist...

    Er ist normalerweise nie so distanziert zu mir, es war nur an diesem Tag so, also finde ich Ratschläge wie "such dir einen, der genauso tickt" etwas unangebracht, da viele es so interpretieren, als wäre er immer so ein Miesepeter; ist er aber nicht.

    Ich wollte lediglich wissen, ob er aufgrund unseres Streits sich derzeit so distanziert verhält oder weil er so viel um die Ohren mit Arbeit hat und sich deswegen so verhält. Wir haben weiterhin jeden Tag Kontakt, nur klingen seine Nachrichten recht kurz und bündig, weshalb ich wahrscheinlich zu viel interpretiere.
     
    • # 25
    • 08.01.2018
    • Tomyi
    Hi Cinderella,

    ich bin ganz bei Dir.
    Ich halte es für total normal, dass Du Deinen Freund zum Geburtstag zumindest telefonisch gratulieren willst. Alles andere ist in einer Beziehung schräg!

    Was ist denn bei den anderen Foristen los, die es für normal halten, den Lebensgefährten (m/w) am Geburtstag nicht anzurufen, die sich keine Sorgen machen?

    Es ist sicher komisch von Deinem Freund, dass er an seinem Geburtstag noch nicht einmal mit Dir telefonieren will. Was läuft bei dem verkehrt? Hat er erzählt, wie er seinen Tag verbracht hat? Bei einer Freundin mit einem solchen Exemplar in Fernbeziehung war der Kerl eben bei seiner Freundin vor Ort auf der Couch gesessen und wollte deshalb nicht durch Anrufe gestört werden.

    Merkst Du, dass Du Dir einen Mann gesucht hast, der sehr viel Distanz zwischen euch will? Es gibt viele Männer, die einen solchen Tag gerne mit Dir als Freundin verbringen wollen. Ja, ich gehe davon aus, dass die Mehrheit der Männer an ihrem Geburtstag Kontakt mit der Freundin haben wollen.

    Suche Dir einen Mann, der ebenfalls ein normales Nähe-Distanz-Bedürfnis hat.
     
    • # 26
    • 08.01.2018
    • irina_85
    @Pia: ja das dachte ich auch schon. Mich betrifft es ebenso. Bin HSP und habe tatsächlich auch eine besondere Wahrnehmung. Das was die FS beschreibt, habe ich eben auch schon erlebt bei meiner Fernbeziehung. Ich finde es auch sehr befremdlich,wenn der Partner trotz großem Abstand (wenig Treffen insgesamt) immernoch den Abstand gebraucht hat. Ich habe es nie verstanden und daher kann ich die FS verstehen, da sie in der gleichen Situation zu sein scheint wie ich damals.
     
    • # 27
    • 08.01.2018
    • frei
    Nach der Erklärung, was dir als Kind passiert ist, kann ich dich gut verstehen.
    Die Frage ist nun, wie du mit dieser wirklich erheblichen Bürde gut durch's Leben kommst.
    Gehen wir mal davon aus, dass du einen Freund hast und auch Freunde und sonstige Kontakte, die dir wichtig sind, die ein 'normales, übliches' Maß an Nähebedürfnis haben. Was in unserer Gesellschaft als normal und üblich abgesehen wird, weißt du vermutlich, es gibt da eine gewisse Spanne. In anderen Kulturkreisen vielleicht anders.
    Um dauerhaft eine Beziehung oder Freundschaft zu haben, müsstest du versuchen, dich dieser Norm (wie gesagt Spanne) entsprechend zu verhalten und zwar unabhängig davon, was du fühlst.

    Ich sage mal ein Beispiel von mir.
    Ich habe ja nun diesen extrem kalten Vater, habe davon schon oft erzählt, dem ich nie etwas recht machen konnte.
    Folglich denke, FÜHLE ich noch heute, dass ich nicht gut genug bin.
    Wenn mir jemand ein Kompliment macht, FÜHLE ich, dass er mich veräppelt, denn es kann ja nicht sein, dass er gut findet, was ich mache. Ich habe erst vor wenigen Jahren kapiert, dass es nicht nur um mich geht, wenn ich solche Komplimente zurückweise, mich darüber lustig mache oder so, sondern, dass ich den andern damit vor den Kopf stoße.
    Ich übe sehr hart und es gelingt mir oft, das Kompliment äußerlich anzunehmen und mich zu bedanken und so zu tun, als freue ich mich. In Wahrheit erwarte ich aber immer, dass nach dem Dank sein Umschwenken kommt, dass er lacht und fragt, ob ich jetzt ernsthaft geglaubt habe, er meine das ernst (so war mein Vater, gut, gell ?).

    Zu dir: kannst du dir vorstellen, dass du es schaffst, obwohl du die Verlustangst FÜHLST, die Auswirkungen in den Griff zu bekommen, also z.B. eben nicht anzurufen, obwohl du innerlich am Rad drehst ?
    Ja, das ist schwer, aber ich fürchte, du musst das in den Griff kriegen.
    Alternativ könntest du aber auch einen Mann finden, der selbst stark klammert, dich andauernd sehen, andauernd telefonieren, sofort bei dir einziehen will.
    Das gibt es zuhauf, ich habe das immer wieder erlebt.
    Dann stellt sich das Problem nicht, allerdings ist das reine Symptombekämpfung bzw. -vermeidung, deine Verlustängste wirst du mit dieser Vorgeschichte sicher nie wirklich los.

    Ich drücke dich !

    w 50
     
    • # 28
    • 08.01.2018
    • Pia62
    ... das ist eine Welt, die sich anderen nicht erschließt, weil sie nicht nachempfinden können, wenn man jede atmosphärische Störung spürt und sei es nur die unregelmäßige Atmung der Flöhe.

    Ich selber war als junges Mädchen, junge Frau betroffen und bekam immer das gleiche Feedback, sensibel, empfindsam, bildet sich alles ein, spinnt sich was zusammen....Die Folge waren dann manchmal auch Überreaktionen und natürlich hatte ich das Gefühl, dass ich nicht richtig war und strebte Therapien an. Die brachten aber nichts, denn ich empfand nun einmal so und meine Gefühle bestätigten sich, wenn auch manchmal erst sehr spät. Es war ein langer Weg, mir zu vertrauen und den Dingen, die mir nicht behagten, auf den Grund zu gehen, auch wenn niemand sonst das so wahrnimmt und an dem Besitz von Tassen in meinem Schrank zweifelte.
    Wer glaubt, Unausgesprochenes bleibt im Verborgenen, der irrt. Es wird sich irgendwie bemerkbar machen und sei es nur als ein klitzekleines, unangenehmes Gefühl im Solarplexus, so klein, dass man es nicht benennen kann und es oft verdrängt. So wissen wir hier nicht, ob die Angst der FS nicht begründet ist. Hinzu kommen gewiss auch traumatische Kindheitserfahrungen, wenn überhaupt. Das kann die FS für sich allein durchaus herausfinden, dazu benötigt sie keinen Therapeut.

    Mit diesem Empfinden umzugehen und gezielt nach der Wahrheit zu forschen, ohne gleich alles auf den Kopf zu stellen, oder andere vor den Kopf zu stoßen, sich selber aus dem Geschehen rauszunehmen. Das bedeutet über eine längere Zeit Arbeit und die Erfahrung, dass man nicht immer in einem Geschehen eine Rolle spielt und betroffen ist. Man lernt, sich abzukoppeln und zu beobachten, ohne dass man aus Angst die Krallen ausfahren muss.
     
    • # 29
    • 08.01.2018
    • Salsera
    Wenn ich diesen Beitrag richtig lese, bist Du mit einem verständnisvollen Mann zusammen, der auf Deine Verlustängste weitgehend Rücksicht nimmt. Nun brauchte er wohl mal eine Auszeit und hat dies auch auch angekündigt. Wenn Du möchtest, dass Ihr zusammenbleibt, lerne bitte, Ansagen von Deinem Partner ernst zu nehmen und Dich entsprechend respektvoll zu verhalten. Auch er hat Rücksicht verdient.

    Sei froh über den zeitweisen Rückzug Deines Freundes. In solchen Augenblicken kannst Du einen angemessenen Umgang mit Deinen Ängsten trainieren. Solltest Du also mal wieder Pirouetten drehen musst, geh auf die Eisbahn (na ja, Scherz ...) oder lenke Dich anderweitig ab (Radfahren, Sport, Tanzen - es gibt so viel).
     

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