1. @#31: Eigentlich bin ich hier nicht verpflichtet, alle Aussagen zu bequellen, aber sei es drun. Die Uni Leipzig forscht seit langem auf Namen und dort findet man auch die Gruppe von Gabriele Rodriguez, die sich hierzu nicht nur Gedanken gemacht, sondern auch Forschungen durchgeführt hat.

    http://www.bild.de/BTO/tipps-trends/geld-job/topthemen/karriere/allgemein/kindernamen-gehalt/kindernamen-gehalt.html#

    Das ist nur eines von vielen Beispiel, das Du auch selbst finden könntest, wenn Du Dir die Mühe machen würdest.

    Zusammenfassung: Die Elite will sich abgrenzen und sucht ausgefallene Namen. Die Unterschicht übernimmt dagegen eher Modenamen aus dem alltäglichen Umfeld. Interessant sind auch die regionalen Unterschiede -- auch die hatte ich bereits oben angesprochen.
     
  2. Also Standesbeamte zählen in der Regel zur Mittelschicht, das mal vorab. Ich glaube, viele Standesbeamte geben durchaus Tipps, aber viele Eltern, die sich nach wochenlangen internen Diskussionen endlich durchgerungen haben, sind dann plötzlich beratungsresistent. Oft vielleicht auch regelrecht zu dumm, um die Außenwirkung abschätzen zu können.

    Mit kann einfach keiner erzählen, dass eine Schreibweise wie "Schantal" für die Elite denkbar wäre. Das graust es einem durch und durch. Auch die C-Prominenten meinen oft, durch absurde Namenswahl auffallen zu müssen -- häufig entsprechend ihres Intellekts.
     
    • # 32
    • 24.05.2009
    • Gast
    @#33
    Das dürfte daran liegen, dass der Standesbeamte (der wie Frederika richtig sagt, zur Mittelschicht gehören dürfte), wenn er Tatoos und Piercings der Eltern wahrgenommen hat, nichts mehr sagen wird. Schließlich weiß er ja ganz genau, wie die Kinder solcher Eltern zu heißen haben.
     
    • # 33
    • 24.05.2009
    • Gast
    Hallo Frederika, ich habe gerade mal meinen Namen auf meine internationale Verwendbarkeit bei Bild checken lassen und habe lustigerweise einen gesenkten Daumen erhalten. Dabei wird mir oft erzählt, er wäre so schön...
    Aus der Traum... :eek:)
     
  3. @#36: Nun ist internationale Verwendbarkeit ja auch kein Maßstab für "Schönheit" und auch nicht für jeden notwendig. Viele deutsche Namen sind nicht gerade international verwendbar, aber deswegen auch nicht weniger schön oder geeignet.
     
  4. Habe nur stichwortweise überflogen, muß aber gestehen, daß ich froh wäre so eine "problematische" Fragestellung erst mal zu haben. :)

    Egal welcher Schicht mein Nachwuchs aufgrund seines Namens einmal zugeordnet werden sollte - ich hoffe, daß sein Verhalten zumindest auf eine gute Erziehung und Ausbildung und auf einen guten Charakter schließen läßt.
    Außerdem wurde jemand trotz seines zweifelhaften Zweitnamens kürzlich US-Präsident.
    Wo ist also das Problem? Geht doch alles - yes, we can!

    Mary - the real
     
    • # 36
    • 24.05.2009
    • Gast
    @ 35 Es wäre ein Versuch wert, sich mit Tattoos beklebt (trage kein echtes) beim Standesamt vorzusprechen und um entsprechende Empfehlungen zu bitten :)
    #33
     
    • # 37
    • 25.05.2009
    • Gast
    Ich will die "Lästerschwestern" mal unterstützen:
    So eine Frage darf man ruhig auch mal mit Humor angehen! Ich kam aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Bitte nicht alles so bierernst nehmen!
    Angela
     
  5. @ Frederika und Fräulein Smilla:

    Ich möchte mich mal an Eurer Diskussion beteiligen. Fräulein Smilla: Du hast die Titelfrage [gelöscht] nicht verstanden. Sie lautet, ob man an Namen die Schichtzugehörigkeit erkennt. Ich kann mich da nur Frederika anschließen: Ja, natürlich kann man im statistischen Durchschnitt sehr wohl eine Korrelation von Schicht und Vornamen erkennen.

    Ich glaube, jeder muß einfach mal im Geiste seinen Freundes- und Bekanntenkreis und fremde Leute durchgehen und wird x Beispiele dafür finden. Und wie das bei der Statistik so ist: Natürlich wird man auch unter Akademikerkindern Namen wie Cindy oder Mandy finden. Aber ich denke, daß der Anteil dieser Namen in der Unterschicht ca. 10 Mal so hoch sein wird. So ist es z.B. auch kaum zu bestreiten, daß gerade Angehörige des Hochadels den Kindern eher seltene und altertümliche Namen geben wie Leonard, Roderik, Sofia, Gloria. Und sich dem Trend von Kevin, Mandy, Cindy, Amélie, Sydney usw. verweigern.

    Es geht - wie Frederika schon sagte - um statistische Häufungen. Das ist ja der Sinn von Statistiken - ein Gesamtbild wiederzugeben. Und dazu gehören auch Ausreißer noch oben und unten. Es verhält sich dabei wie bei der berühmten Regel, die immer auch eine Ausnahme hat. Aber es wird sich bei den Namen sicherlich eine signifikante Häufung bei bestimmten Schichten feststellen lassen, davon bin ich überzeugt. Wahrscheinlich werden wir hier aber keine amtliche Statistik oder auch nur eine bei Wikipedia finden.

    Die Frage, die eingangs gestellt wurde, war vollkommen wertneutral formuliert. Aber kommt man auf Schichten zu sprechen, erhitzt das die Gemüter halt schnell. Denn meiner Meinung nach unterstellst Du Leuten wie z.B. Frederika absolut zu Unrecht, daß sie Unterschichtenkinder dann anders behandeln würden. So zumindest habe ich Deine Antwort an Frederika verstanden. Denn Du schriebst ja, daß es nicht sein könne und dürfe, daß Du Kinder mit verschiedenen Vornamen aus verschiedenen Schichten unterschiedlich behandeln würdest. Ich bin fest davon überzeugt, daß Du das nicht tust. Das wird Dir Deine Ehre als Arzt und als normaler Mensch verbieten. Und das ist auch gut so. ;)

    Aber es hat ja auch niemand dazu aufgerufen, Kinder mit "Prekariatsnamen" deswegen schlechter zu behandeln. Die Frage war nur, ob man aufgrund des Namens eine bestimmte Zuordnung zur Schicht treffen kann und mit dieser Einschätzung richtig liegt und nicht, ob daraus folgen darf oder soll, daß man diese Leute dann unterschiedlich behandelt.

    Aber man muß doch noch feststellen dürfen, daß es Unterschiede gibt in der Auswahl der Vornamen der Kinder in der Unterschicht einerseits und der Mittel- und Oberschicht andererseits ohne dafür gleich an den Pranger gestellt zu werden. Das aus politisch-korrekten Gründen nicht sehen zu wollen, bringt doch nichts. Mal ein ganz anderes Beispiel: Ich weiß nicht, ob es immer noch so ist aber Autoversicherungen haben in den 90er-Jahren gefragt, ob man mit seinem Auto öfter nach Polen fahren würde. Das war nun mal die Zeit, in der sehr viele Autos in Deutschland gestohlen und nach Polen verfrachtet wurden von Banden. Das war einfach so. (Ich war damals öfter mit Auto in Polen und weiß, was für ein enormer Aufwand betrieben werden mußte, um auch nur Mittelklassewagen vor Diebstahl zu schützen.) Versicherungen verlassen sich da auf Statistiken und nicht auf Polemiken. Auch wenn Harald Schmidt natürlich seines dazu beigetragen hat, daß dann viele Deutsche glaubten, alle Polen würden klauen... Die Frage danach, ob man nach Polen fährt, ist deswegen nicht diskriminierend, sondern für einen Versicherer total legitim, um das Diebstahlsrisiko richtig einschätzen zu können. Das nur mal als Beispiel. Ich hoffe, daß rübergekommen ist, was ich im übertragenen Sinne damit meine.

    Ich persönlich habe schon öfter die Erfahrung gemacht, daß vor allem diejenigen ihren Kindern die abenteuerlichsten englischen und französischen Namen geben, die auf Englisch keine drei Sätze geradeaus sprechen können und Französisch in der Regel gar nicht beherrschen. Sie schaffen es oft noch nicht mal, die Namen, die sie den Kindern gegeben haben, in der Ursprungssprache korrekt auszusprechen. Diese Peinlichkeite würde ich mir nicht geben wollen. Gerade englische und französische Vornamen finde ich nur dann sinnvoll, wenn man die Sprache halbwegs beherrscht und eine irgendwie geartete Verbindung zu dem Land hat. Wenn man z.B. mal als Au Pair - Mädchen in Frankreich war und deshalb eine besondere Beziehung zu Frankreich hat, ist es für mich verständlicher, daß man seinem Kind einen französischen Namen gibt. Unverständlich ist es für mich hingegen, daß nach einem Film wie "Kevin allein zu Haus" und "Die fabelhafte Welt der Amélie" Kevins und Amélies wie Pilze aus dem Boden schießen.
     
    • # 39
    • 24.06.2009
    • Gast
    Fräulein Smilla zitiert Bild Online

    "Allerdings hat diese strikte Unterteilung einen kleinen Haken, denn es gibt regionale Unterschiede bei der Namensgebung. Rodriguez erklärt an dem Jungennamen „Sven“ die Problematik: „Der Name kommt aus Norddeutschland und ist dort weit verbreitet, also eher ein Name für die untere Schicht. Im Süden gilt der Name allerdings als Rarität und wird daher häufig von besser Gebildeten bevorzugt. Eine pauschale, für ganz Deutschland gültige Einteilung der Namensgebung ist daher bei einigen Namen nur schwer möglich.“
    Tja jetzt habe ich Frederikas Quelle zitiert und habe zum ersten Mal meinen Namen auf Karieretauglichkeit getestet....stellt Euch vor Smilla war zu exotisch, meine Eltern könnten also entweder aus dem Süden stammen oder meine Mutter war eine Inuit und ich kann über dünnes Eis laufen ...
     

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