• 20.10.2010
    • Gast

    Erinnerungsstücke entfernen. Was ist alles gemeint?

    Ich lese immer wieder, bei einer Trennung gehörten alle Erinenrungsstücke entfernt, damit die Aufarbeitung funktionieren kann. Was gehört dazu? Klar Bilder kommen in einen Karton, aber das Bett? Die gemeinsam gekauften Möbel? Schmuck den der Ex geschenkt hat? Andere Geschenke?
     
    • # 1
    • 20.10.2010
    • Frederika
    Ja, "Erinnerungsstücke entfernen" ist einer meiner Kerntipps für Trennungen und fast alle stimmen diesem Tipp zu.

    Sieh es bitte ganz pragmatisch und individuell auf Dich zugeschnitten: Alles, was DICH an den Expartner erinnert, also BEI DIR konkret Erinnerungen wachruft bei der Verwendung oder beim Anblick, sollte entfernt werden. Dies kann bei jedem Menschen eine andere Auswahl sein, bei manchem strenger, bei anderen gleichgültiger.

    Viele behalten zum Beispiel Möbel, auch wenn sie sie gemeinsam gekauft haben, weil sie sie einfach als Möbelstück sehen können und beim Liegen auf dem Sofa eben nicht automatisch oder gehäuft an den Ex denken. Andere würden niemals im Bett mehr schlafen wollen, in dem sie vom Ex betrogen wurden. Letzteres könnte ich nachvollziehen. Das muss wirklich jeder selbst entscheiden, wie sein eigenes Gefühlsleben reagiert.

    Bilder vom Ex sollten auf keinen Fall mehr hängenbleiben und wenn man in der gleichen Wohnung leben bleibt, dann sollte auch Dekoration, die gezielt an den Ex erinnert, verändert werden (das betrifft vielleicht vorallem Männer, die die Wohnung übernehmen, die von ihrer Ex dekoriert wurde). Bilder vom Ex sind nicht nur ein Hinderis bei der Aufarbeitung, sondern auch eine absolute Zumutung an den neuen Partner. Das geht wirklich gar nicht, egal ob geschieden, getrennt oder verwitwet. Soviel Anstand und Herzenswärme muss man einfach investieren.

    Schmuck vom Ex zu tragen finde ich hart an der Grenze. Also ein hübscher Anhänger an einer Kette oder ein paar täglich getragene Ohrringe vom Ex dann Seit an Seit mit dem neuen Partner zu tragen, finde ich echt eine Zumutung -- zumal gerade auch der neue Partner ja den Anblick viel öfter hat als man sich selbst vielleicht bei einem regelmäßig getragenen Schmuckstück bewusst ist. Das würde ich für Gefühlskälte und Egoismus halten, dem neuen Partner Schmuck vom vorigen zuzumuten. Ich weiß, dass viele Frauen sich das anders schönreden, aber die Wahrheit bleibt: Solche Geschenke sind intim, sind körpernah und das gehört sich einfach nicht.

    Für andere Geschenke gilt die obige Regel: Wenn sie stark erinnern, dann weg damit. Wenn man damit keine emotionale Verbindung herstellt, dann ist es in Ordnung.

    Die Regel "Erinnerungsstücke entfernen" soll in erster Linie helfen, den Expartner vergessen zu können, eben seltener an ihn und die vergangene Beziehung erinnert zu werden. Daher muss man selbst entscheiden, was einen erinnert und was neutral empfunden wird. Aber wenn man vor einem Gegenstand verharrt und unbewusst an den Ex denkt, dann gehört dieser Gegenstand weg, ganz egal ob es sich um Kleidung, Möbel, Schmuck oder sonstwas handelt.
     
    • # 2
    • 20.10.2010
    • Gast
    Liebe FS.
    Ich wundere mich auch immer wieder, dass man den Rat geben kann, Erinnerungsstücke zu entfernen. Ich bin hier weitgehend nicht einig.
    Jeder Partner ist ein Teil meines Lebens; er hat mich so oder so mit geprägt, ich ihn auch; und obgleich er bei einer Trennung zu einem Stück Vergangenheit gehört, so ist er doch Teil meiner Vergangenheit. Zu meiner Vergangenheit bekenn ich mich, egal wie verkehrt, gut, schlecht, miserabel, beglückend sie war. Die Vergangenheit hat Einfluss auf Gegenwart und Zukunft.
    Es gäbe kein Fach 'Geschichte', wenn man nicht immer wieder daran Interesse finden würde, das Vergangenen zu intellektuell und emotional zu erforschen. Das gilt sowohl kollektiv als auch individuell.
    Nein, ich finde, man sollte nicht unbedingt Erinnerungsstücke entfernen. Ich trage immer noch gerne (u.a.) Schmuck, den mir ein Ex geschenkt hat. Der Schmuck ist mir geschenkt worden, um mir eine Freude zu bereiten, und eben diese Freude habe ich auch nach der Trennung. Es gab ja meistens auch gute Zeiten mit dem Ex. Andere Geschenke entferne ich auch nicht, wenn sie denn intakt und brauchbar sind und ich sie mag. Auch Bilder entferne ich nicht, aber als Bild an der Wand hängen tut nun auch kein Ex, sondern eher meine Kinder.
    Bei einem ehemals gemeinsamen Bett wäre ich eher ambivalent. Hast du es alleine ausgesucht und gekauft, oder habt ihr es beide für euch gewählt?
    Jeder Mensch denkt und handelt da anders. Ich würde also die Frage nicht so rigoros beantworten und dazu raten, Erinnerungsstücke zu entfernen.
    Erinnerungsstücke sind Teil eines (bis jetzt) gelebten Lebens und ein Teil von mir.
     
    • # 3
    • 20.10.2010
    • Frederika
    @#2: Es geht hier darum, im Falle einer schmerzhaften, traurigen Trennung das Vergangene aufzuarbeiten, den Ex zu vergessen, die Trauer und Wut zu überwinden und selbst seine Altlasten (also das, was einen durch die Trennung belastet) aufzuarbeiten, um sich dann wieder eine neue Partnerschaft vorstellen zu können.

    Die überwältigende Mehrheit aller Menschen schafft das nur durch Ablenkung, durch Vergessen, durch aktive Aufarbeitung und dazu gehört eben auch, Dinge des Alltags, die einen immer wieder und wieder an den Ex erinnern, zu entfernen.

    Sicherlich kann man Bilder oder andere Gegenstände statt sie wegzuwerfen, in Kartons packen und diese Kartons weit weg stellen. Aber Erinnerungsstücke präsent zu halten, bedeutet sich zu quälen und verhindert damit, die Beziehung effektiv zu verarbeiten.

    Wenn Du persönlich durch solche Erinnerungen nicht leidest, sondern in den Wochen und Monaten nach einer schmerzhaften Trennung entsprechende Gegenstände anschauen kannst, ohne dass schlechte Gefühle in Dir hochkommen, dann bist Du einer der seltenen Fälle, die eben wenig Gefühle mit Dingen verbinden. Glaub mir, den meisten geht es anders. Die sehen plötzlich ein Objekt, z.B. eine schöne Vase, die der Ex geschenkt hat, und stehen dann da und sind schlagartig traurig oder wütend oder wieder im Tal der Tränen. Für diese Menschen, und das ist die Mehrheit, würde die Entfernung dieser Vase eine große Erleichterung bringen, denn man würde eben seltener trauern, weinen, wütend werden.

    Wenn erst einmal die Wunden verheilt und die Schmerzen Vergangenheit sind, kann man vielleicht sogar wieder diese Vase ansehen und sie einfach für ein Symbol einer vergangenen Zeit halten, ohne traurig oder wütend zu werden. Wenn man diesen Zustand erreicht hat, ist das sicherlich ein Zeichen für Verarbeitung -- nämlich eines, das ich immer und immer wieder hier nenne!

    Ich sage immer: Man hat die Exbeziehung verarbeitet, wenn man ohne Wut, Trauer, Hass, Liebe, Ärger an den Ex denken kann. Wenn der Ex einfach Vergangenheit ist und er nur moderate, realistische Gefühle auslöst, die durchaus positive wie negative Aspekte umfassen. Aber bis man da ankommt, ist bei vielen Menschen viel Aufarbeitung vonnöten und dazu gehört es eben, zu vermeiden wieder und wieder zu leiden, sich immer wieder zu erinnern, sich in Trauer und Wut zu wälzen und suhlen, sondern sich abzulenken, und zwar mit Hobbys, Freunden, Unternehmungen und eben auch durch Entfernung der Anlässe dieser Gefühle und dazu wiederum gehören Erinnerungsstücke, falls sie diese Gefühle auszulösen in der Lage sind.
     
    • # 4
    • 20.10.2010
    • Gast
    Es gibt Männer, die belassen ihre Wohnung nach der Trennung so wie sie ist und wundern sich noch, warum die Neue sich weigert in dem Bett und in der gleichen, gewaschenen, Bettwäsche wie die Ex mit ihm zu schlafen.

    Meine Strategie, komplett renovieren, den unsichtbaren Geist des/der Ex (vorausgesetzt, er/sie hat in der Wohnung auch gelebt) damit verbannen, Möbel umstellen, evtl. neue Möbel kaufen, vor allen Dingen ein neues Bett anschaffen.

    w (47)
     
    • # 5
    • 20.10.2010
    • Gast
    @1:

    Du hast noch vergessen zu erwähnen, dass auch die Bilder des EX-Partners auf den er mit den Kindern abgebildet ist, abzuhängen sind, vor allem dann, wenn dieser nicht seine Ex-Partnerin/-Frau betrogen usw. hat.
    Damit signalisiert Frau dem /den Kind(ern), wie schnell sie diesen entsorgt haben möchte.
    Dass Kindern ihre Väter ebenso lieb haben, wie die Mutter, begreifen viele Frauen einfach nicht.
    Haupsache keine Erinnerungen mehr an den EX und Vater. Bloß keine Schulgefühle aufkommen lassen. Verdrängen ist einfacher, als verarbeiten.

    M 47
     
    • # 6
    • 20.10.2010
    • Frederika
    @#5: Ich habe Deinen Beitrag wohl nicht verstanden. Welcher neue Partner duldet Fotos vom Ex an der Wand? Das geht echt gar nicht. Siehst Du das anders? Wenn ja, dann schreibe das einfach deutlich und sachlich und begründe es.

    Im übrigen weise ich darauf hin, dass es mir gerade um VERARBEITUNG statt VERDRÄNGUNG geht. Meine Tipps zielen alle auf das Aufarbeiten von Altlasten. Allerdings ist Verdrängung nicht pauschal negativ, vieles im Leben müssen wir eben verdrängen, in die entfernte Erinnerung rücken, der Mensch kann gar nicht alles präsent haben.
     
    • # 7
    • 20.10.2010
    • Gast
    @Frederika - Nr. 5 will dir erklären, dass es für die Kinder wichtig ist, dass der Vater noch existent ist und eben nicht gleich entsorgt wird, so wie es viele EXXEN nunmal gerne sehen würden. Der Depp darf zahlen, aber er darf nicht mehr da sein - weder für die Ex, noch für die Kinder. Und das ist den Kindern gegenüber unfair. Also sollten Kinder auf jeden Fall das RECHT haben, sich Fotos vom Vater (auch alte Familienfotos) aufzuhängen! - auf jeden Fall in ihrem Zimmer, wenn es normal im Haushalt ist, dass diese Fotos auf dem Klavier oder an der Wand hängen, dann auch dort. Denn es ist ebenso die schöne Vergangenheit der Kinder - die darf auch eine Mutter nicht wegnehmen!
     
    • # 8
    • 20.10.2010
    • serendipity
    @#6: Ich verstehe das Problem in #5 so: Was macht eine Frau mit Bildern, auf denen ihre Kinder mit dem Vater zu sehen sind? Wenn man sie belässt, belastet das möglicherweise den neuen Partner. Räumt man sie aber weg, belastet das möglicherweise die Kinder, die miterleben müssen, wie ihr Vater. den sie lieben, blitzschnell regelrecht ausrangiert wird.
    Das ist in der Tat ein Eiertanz, für den es wohl keine Patentlösung gibt. Vielleicht kann man ein einzelnes Bild dieser Art belassen, wenn man den Mann darauf wirklich nur noch als Vater sieht. Oder man muss sich einen anderen Weg überlegen, wie man den Kindern signalisiert: Er ist Euer Vater, und das ist gut, der Kontakt soll auch bleiben, aber ich als Frau gehe nun andere Wege.
     
    • # 9
    • 20.10.2010
    • Gast
    Ich war drei Monate mit einem Witwer zusammen, dessen Frau bereits mehrere Jahre verstorben war. Als ich das erste Mal bei ihm übernachtete, war ich ebenso sprachlos wie unangenehm berührt! Die Wohnung war vollgepfropft mit Bildern der Verstorbenen, die Badezimmerschränke überfüllt mit ihren Kosmetika und Schminkutensilien, mit ihrem Schmuck war fast die komplette Wohnung dekoriert................! Als ich ihn nach einer gewissen Überwindung darauf ansprach erklärte er mir, mit was für einer tollen Frau er doch verheiratet war und er wohl eine solche nie wieder finden würde und deshalb ihre Dinge nicht wegwerfen, sondern in Ehren halten wollte!

    Nach diesen Aussagen habe ich auf weitere Diskussionen verzichtet und das Weite gesucht.

    w/54
     
    • # 10
    • 20.10.2010
    • Gast
    Ihr könnt ja im Außen gerne machen was ihr wollt

    - die Erinnerungen sind nicht löschbar.

    Macht euch da bitte nichts vor. Die Vergangenheit ist Bestandteil des bisherigen Lebens - und wird es auch künftig bleiben.

    Und gut möglich, dass euer neuer Partner klammheimlich sehnsüchtig an den Sex mit der Ex zurückdenkt...
     
    • # 11
    • 20.10.2010
    • Kalle
    Liebe FS, das hängt von Deiner Persönlichkeit ab. Wenn Dich der Anblick des Bettes, der Wohnung etc. so sehr an Ihn erinnern dass Du es nicht verarbeiten kannst, verkaufen und neue Wohnung suchen. Zum Glück ist das aber selten.

    Generell ist es auch ein Unterschied in welcher Trennungsphase man ist. Gehts um die Erinnerung oder geht es um einen neuen Partner?

    Dazu noch, eine Scheidung ist richtig teuer, selbst wenn man sich so friedlich als möglich getrennt hat. In der ersten Zeit ist es meist wirtschaftlich gar nicht möglich z.B. Möbel einfach auszutauschen.

    Konkret und immer: natürlich die Bilder des Ex wegpacken (in einem Ritual verbrennen und zusammen mit Freunden ums Feuer tanzen kann auch gut tun ;-)). Damit nimmt man den Kindern doch nix weg. In Ihrem Zimmer dürfen Sie natürlich gerne ein Bild Ihres nicht anwesenden Elternteiles haben. Aber doch nicht in den Wohnräumen. Die meisten Kinder verstehen das ganz gut. Dann natürlich alle seine persönlichen Gegenstände. Ich persönlich habe auch die Matratzen (sollte ja sowieso nach 5 Jahren ausgetauscht werden) und die Bettwäsche weggegeben.

    Geschenke: wollte ich gar nicht behalten, genauso Schmuck. Entweder zurückgeben oder verticken. Das sind hochgradige Erinnerungsstücke.

    Möbel dagegen (solange sie nicht quasi seine waren wie der schwarze Leder-Fernsehsessel den Du eh nicht mochtest) sind einfach nur Gebrauchsgegenstände, keine Erinnerungsstücke.

    All das ist spätestens sowieso zu tun wenn ein neuer Partner in Dein Leben kommt. Er muss auch die Möglichkeit haben dieses zuhause (wenn Ihr denn dann in diese Wohnung ziehen wollt) auch zu seinem zu machen. Bilder des Ex sind da nun wirklich tabu. Und der Schmuck vom Ex ebenso. Also kannst Du es auch gleich machen. Kann eine ungemein befreiende Wirkung haben.

    @9 gruselig, Der lebt in der Vergangenheit. Ich hätte nicht einmal ein Bild vom Ihm (meine Freundin ist ebenfalls verwittwet) sehen wollen, geschweige denn eine Art von Tadsch Mahal.
     
    • # 12
    • 20.10.2010
    • Frederika
    @#7, #8: Ja, an Alleinerziehende habe ich in meinen Überlegungen mal wieder nicht gedacht -- ich habe mich hier sehr auf normale Trennungen zwischen Kinderlosen fokussiert.

    Dennoch gilt auch für Alleinerziehende, dass Bilder vom Ex in gemeinsam genutzen Räumen, die vorallem auch Gäste sehen (sowohl neutrale Besucher als auch Partnerkandidaten) einfach nichts mehr zu suchen haben, auch wenn sie eben Vater der Kinder sind. Das wirkt auch auf normale Besucher so, als ob man die Trennung nicht verarbeitet habe und hinterlässt ein sehr merkwürdiges Gefühl ("sind die jetzt getrennt oder nicht?"). Dass niemand mehr den Ex sehen will, dafür müssen eben auch die Kinder Verständnis haben. Sie können glückliche Familienfotos ja in ihren Zimmern aufhängen, wenn ihnen nach längst vergangener Glückseligkeit dürstet.

    So oder so ist keine neuen Partner zuzumuten, dass Bilder vom Ex in der Wohnung der Partnerin hängen, egal ob nun mit oder ohne Kindern. So machen sich Alleinerziehende selbst das Leben schwer und die Partnersuche fast unmöglich!

    Später hängen dann gar die Fotos von mehreren Exen nebeneinander, oder wie? Ne, sorry, das geht echt gar nicht. Es muss eben auch Platz im Leben der Alleinerziehenden für einen neuen Partner sein und dazu gehört auch, dass eben seine Fotos da hängen würden und nicht die vom Ex.

    @#9: Ja, solche Verherrlichung und Altar-ähnliche Ausgestaltung ist nicht selten bei Witwern, weswegen hier sehr viele Partnersuchende Witwer kategorisch ausschließen. Gegen sich nach und nach zum Besten verklärende Erinnerungen kann kein neuer Partner an kommen und niemand will an den verstorbenen Gatten des eigenen Partners erinnert werden. Ich kann gut nachvollziehen, warum es Witwer und Witwen hier so dermaßen schwer haben -- und sie machen es sich selbst oft nicht leicht, indem sie den nötigen Abstand nicht vollziehen.
     
    • # 13
    • 20.10.2010
    • Gast
    @12

    Kaum zu glauben, mit welcher Vehemenz hier "getilgt" werden soll! :-O

    Dabei hattet ihr euch vorgestern noch vor Lust stöhnend Liebe geschworen?

    Verstehe ich nicht: Wie kann man die Erinnerungsstücke an jemanden, der/die einem einmal sehr wichtig gewesen ist, nur so entsorgen wollen?

    Ich werfe das Fahrrad, das mich jahrelang begleitet und mir schöne Momente beschert hat, doch auch nicht weg, ich gebe dem Rahmen einen Ehrenplatz. Dito mein Lieblingshemd etc..

    Und von meinen Haustieren bewahre ich Fotos und einen Teil vom Haarkleid sorgfältig auf. Die - unlöschbaren - Erinnerungen sowieso!
     
    • # 14
    • 20.10.2010
    • Kalle
    @13
    Findest Du? Nööö, meine Erinnerungen hab ich in mir, dafür brauch ich keine Gegenstände. Das hat nun so gar nix mit entsorgen zu tun. Es fängt ein neuer Lebensabschnitt an. Ich lebe jetzt und nicht in der Vergangenheit. Die Ex war weg, also wieso denn noch über die Erinnerung hinaus Ihren Krempel behalten? Blockiert nur den Platz und die Perspektive für was neues.

    Gut, die Sache mit dem verbrennen war kindisch, hat aber sehr gut getan und hat mir selbst geholfen damit abzuschliessen. dazu wars eine nette Party mit vielen Freunden und auch etwas Alkohol. So eine Art Entliebungsritual. Abschied. Danach konnte ich in die zukunft gehen.

    Aber Du scheinst ja eh ein Sammler zu sein. Jeder wie ers mag, ich hab dagegen keine Devotionalien von vergangenem rumliegen oder gar an den Wänden. Weder irgendwelche Teile von meinen längst verblichenen Stahlrössern noch von meinen Haustieren. Ebenso auch nicht irgendwelche Klamotten. So gross ist meine Butze auch nicht.

    Und es bleibt dabei, wenn eine neue Liebe noch Bilder von den verflossenen an der Wand oder auf dem Klavier hätte wär das für mich ein eindeutiges Zeichen dafür daß ich in Ihrem Herzen noch nicht den Platz haben kann den ich beanspruche. Also bitte, Euch zuliebe- weg damit.
     
    • # 15
    • 20.10.2010
    • Kalle
    @12 Nachtrag
    Nein nicht gestern erst "vor Lust stöhnend Liebe geschworen" Ist deutlich länger her.Und Sie hat das Ganze verraten- also was soll ich dann noch irgendwas von Ihr behalten? Ich hab dann die gestobene Liebe eben beerdigt und somit abgeschlossen.
     
    • # 16
    • 20.10.2010
    • Gast
    Mein Ex hat mir ziemlich viel Schmuck geschenkt. Den ich auch nach wie vor gerne trage, meist, ohne mir viel dabei zu denken - sind wirklich schöne Stücke. Nur zwei Stücke habe ich nach unten in eine Schublade gepackt, weil sie für mich - im Gegensatz zu den anderen Sachen - mit Emotionen besetzt sind: den Ring, den er mir zu Beginn geschenkt hatte und eine Diamantkette, die er nach einem Streit von einer Dienstreise mitgebracht hatte. (auf der er mich mit hoher Wahrscheinlichkeit betrogen hat, wie ich nach der Trennung vermutet habe).
    Alles andere sind für mich einfach nur Geschenke. Fotos hängen natürlich keine mehr, Möbel und gemeinsam angeschaffte Gebrauchsgegenstände sind für mich frei von Emotionen. Auch die Kameraausrüstung, die er mir geschenkt hat, ist eben eine Kameraausrüstung, nichts weiter.

    Als ich über ein Jahr nach der Trennung mal wieder in unserer ehemals gemeinsamen Wohnung war, war ich sehr erstaunt: Sogar meine Vorhänge hängen noch. Es ist nichts verändert, nur die gemeinsamen Fotos liegen jetzt mit dem Gesicht nach unten im Regal - offenbar ist ihm das nicht sehr wichtig. Und offenbar gibt es keine neue Frau.
    Die Trennung ging übrigens von ihm aus.

    Ich denke einfach, für jeden sind unterschiedliche Dinge emotional besetzt: für die einen erinnert die ganze Wohnung an den Ex, für andere sind Gegenstände einfach nur Gegenstände.

    Ich selbst muss in der Wohnung meines neuen Partners jedesmal bei einem simplem Küchengerät schlucken, weil ich weiß, dass er das von meiner Vorgängerin bekommen hat. Himmel, es ist nur ein Küchengerät, und er betet mich an, da hab ich nun wirklich keinen Grund, eifersüchtig zu sein.
    Erinnerungen kann und soll man nicht auf Knopfdruck löschen, sie machen den Menschen doch zu dem, was er heute ist. Natürlich hatte er ein Leben vor mir, das muss er doch nicht verstecken. Solange mir nicht ständig vorgeschwärmt wird, wie toll es doch früher war. Aber natürlich darf er auch vor mir schöne Momente erlebt haben.
    Im Moment plane ich mit meinem neuen Partner einen Urlaub - klar wird da auch erwähnt "oh, da war ich schon" und es ist klar, dass man da mit seiner Ex-Partnerin war. Wir sind doch alle keine 15 mehr.
     
    • # 17
    • 20.10.2010
    • Gast
    @10 Dass niemand mehr den Ex sehen will, dafür müssen eben auch die Kinder Verständnis haben. NEIN!!! Dafür müssen Kinder kein Verständnis haben - denn für sie ist es nämlich nicht der EX - es ist der liebende Vater, der vielleicht warm von der Mutter gewechselt wurde! Daher will die EX ihn nicht mehr sehen, - aber die Kinder haben ein Recht auf Ihren Vater. Kinder sind doch nicht nur dazu da, herum geschubst zu werden, wie es der Supermami gerade passt - Das wäre vielen Exen das liebste, wie schon gesagt, der DEPP soll zahlen und das Maul halten. Existieren, sich am Leben der Kinder beteiligen - das soll er mal schön bleiben lassen. Schade, dass so vielen Frauen so denken! Und tragisch für die Kinder!
     
    • # 18
    • 20.10.2010
    • Gast
    #17 hast du Kinder die man dir weggenommen hat? Du klingst so verbittert!

    Du siehst das aber falsch. Mein Mann ist vor zwei Jahren fremdgegangen und ich habe ihn rausgeworfen. Unsere Kinder sind jetzt 9 und 11 und sie haben es sofort verstanden. Ich habe viel geweint in der Zeit und hasse ihn. Dazu stehe ich. Meine Kinder verstehen das. Wenn ihr Vater sie abholt darf er natürlich nicht rein und die Kinder wickeln das alleine ab. Sie wissen dass ich ihren Vater hasse und auch warum ich es tue. Sie würden niemals wollen, dass ich Bilder von ihm ansehen muss.

    Natürlich ist es auch die Wohnung der Kinder, aber auch meine Wohnung und ich muss mich auch wohlfühlen. Das könnte ich nicht, wenn Bilder herumständen oder so. Ich habe mir auch ein komplett neues Schlafzimmer gekauft und ganz anders eingerichtet und überhaupt viel geändert im Haus. Meine Kinder haben noch nie vorgeschlagen, irgendwas zusammen mit ihrem Vater und mir zu machen. Ihnen ist klar dass es keine gemeinsamen Feiern mehr geben wird. Kinder sind klüger und gefühlvoller als viele denken! Sie können das verstehen und verkraften.

    w37
     
    • # 19
    • 20.10.2010
    • Gast
    @18: meine Ex ist fremdgegangen - und warum sollte ich dann bei meinem Kindern aussortiert werden? Ich werde ja sowieso schon zum 2-WE- und Zahlpapa degradiert, der Neue hatte plötzlich die Wohlfühlzeiten mit meinen Kindern. Würde ich nun meinen Kindern gegenüber sagen, ich hasse eure Mutter? Soll ich dies tun? Das wäre 1. unklug und 2. unfair. Doch was meine Ex gemacht hat ist unfair mir gegenüber. Oder sieht es es, nur weil eine Frau fremdpoppt anders?
     
    • # 20
    • 20.10.2010
    • Frederika
    @Kalle: Schön, dass wir hier einer Meinung sind.

    @#16: Ja, ich finde das gut, wie du es löst. jene Gegenstände, die Erinnerungen hevorrufen eben meiden, die restlichen sind neutral und können verwendet werden. So mache ich das auch. Wobei ich geschenkten Schmuck als Sonderfall betrachten würde, da dabei auch die Gefühle des neuen Partners eine Rolle spielen können.

    @#17: Ne, ne, die Wohnung gehört der Frau und die muss sich eben auch zuhause und geborgen fühlen. Wie #18 schreibt, Kinder begreifen viel mehr und haben durchaus großes Verständnis für Gefühle ihrer Eltern. Ich sehe es wie Kalle: Wer ein Bild vom Ex auf dem Klavier stehen hat, ist einfach nicht so frei für mich, wie er sein müsste. Egal ob er nun Kinder hat oder nicht.
     
    • # 21
    • 20.10.2010
    • Frederika
    @#20: Was man seinen Kinder erzählt oder nicht, sollte in einem anderen Thread diskutiert werden. das passt hier nun wirklich nicht her.

    Aber jeder Partner hat ein Recht auf ein neues Leben und muss keine Erinnerungsstücke an den Ex herumstehen lassen. Die Wohnung gehört dem Partner und Punkt. Natürlich hast Du nicht einmal im Ansatz ein Recht darauf, dass Deine Ex Dich in ihrem Zuhause zelebriert. Was für ein Quatsch, tut mir leid, anders kann man das nicht nennen.

    Natürlich ist es egal, ob ein Mann oder eine Frau fremdgeht. Für beides habe ich Null Verständnis und größtes Mitleid mit dem Opfer. Nichtsdestotrotz muss jeder sein Leben führen und so gestalten, wie es ihn glücklich macht. Dazu gehören ganz sicher keine Erinnerungsstücke an den Ex, denn das würde einer neuen Beziehung dramatisch im Wege stehen.
     
    • # 22
    • 20.10.2010
    • Gast
    @21 - oh nein, sie soll mich nicht zelebrieren. Sie soll mich aber den Kindern lassen - denn ich bin nicht deren Ex - sondern nach wie vor liebender und nunmal auch zahlender Vater. Dann ist es wohl mein gutes Recht, dass mich die Mutter nicht von den Kindern aussortiert und schlecht macht. Neutralität und Respekt sowie Loyalität - das sollte man unter erwachsenen Menschen erwarten können - doch die Realität zeigt leider ganz andere Charaktereigenschaften.
     
    • # 23
    • 20.10.2010
    • siri1
    naja, daß man die Fotos des Ex nicht unbeingt auf das Klavier stellen sollte ist ja ok - aber wie macht man es mit Familienfotos auf denen nun mal auch die großeltern, Tanten, Onkel etc. väterlicherseits abgelichtet sind? Alles weg???
     
    • # 24
    • 20.10.2010
    • SusanneHH
    ich bin ja auch mit meinem Sohn ind er ehelichen Wohnung geblieben und könnte mir nicht leisten alles Mobiliar auszutauschen, hätte ich auch nicht gewollt. Aber ich habe vieles umgestellt und die Stücke ersetzt, die mein Mann mitgenommen hat, einfach ein paar neue Lampen, Bilder und schon sieht ein Haus auch ganz anders aus. Familienbilder hatten wir eh nie aufgehängt, nur von unserem Sohn, daher war da nichts zu tun. Auch wenn ich selber noch Schmuck meines Mannes trage, so ist das einem neuen Partner nicht zuzumuten, denn es bedeutet einfach, das man noch am anderen hängt und nicht vollständig abgeschlossen hat. Ich jedenfalls würde nicht erlauben, das mein Partner Schmuck oder auch Unterwäsche trägt, die er von seiner Ex bekommen hat
     
    • # 25
    • 20.10.2010
    • Frederika
    @#23: Muss man solche Familienfotos unbedingt aufstellen? Ist doch ohnehin verdammt altbacken, so etwas zu präsentieren. Die kann man also getrost in eine Schublade legen und bei Bedarf anschauen. Für solche simplen Fälle gibt es doch einfache Lösungen! Was einen im offenen Anblick stört, wird eben weggepackt. Das ist doch gar kein Problem, sondern schnell gemacht.

    @#22: Inwiefern lässt Deine Ex Dich denn nicht den Kindern? Du siehst sie doch regelmäßig. Warum sollte Deine Ex Fotos von Dir aufstellen? Ich sehe hier den Zusammenhang nicht. Im übrigen ist Deine Ex natürlich nicht zu Loyalität und Neutralität verpflichtet. Die Beziehung ist beendet und jede darf seine Gefühle offen äußern. Da Du der Betrogene bist, tut es mir sehr leid für Dich; Männer haben leider oft die schlechteren Karten bei so einem Spiel. Ich kann aber z.B. #18 völlig nachvollziehen. Natürlich darf sie ihren Mann hassen, der sie betrogen hat, natürlich muss sie gegenüber ihren Kindern nicht lügen oder heucheln oder eine Rolle spielen. Er hat einen Fehler gemacht, das darf auch klar kommuniziert werden. Er hat die Familie verraten; seiner Unmoral wegen haben die Kinder jetzt keine intakte Familie mehr. Loyaliät, die von einem Partner dermaßen verraten wird, kann man doch nicht ausgerechnet von dem anderen dann noch erwarten?
     
    • # 26
    • 20.10.2010
    • siri1
    #25
    verdammt altbacken?
    Na, ich habe ja schon mancherlei über mich gehört, aber das ist etwas ganz neues. Egal.

    In meinem Haus gibt es natürlich Fotos von meiner und meiner ehemaligen Schwieger-Familie. Das sind Menschen die seit Jahrzehnten mein Leben begleiten oder begleitet haben und die ich in meinen Gedanken und auf Fotos gerne um mich habe.
    Mein Partner mag mich und er weiß, daß ich nicht so wäre wie ich bin, wenn ich in einem anderen Umfeld gelebt hätte. Wie könnte er sich also von ihrem Anblick belästigt fühlen?
    Ich würde es überaus albern und kindisch finden, würde ich all die liebgewonnenen Gesichter in einer Schublade verschwinden lassen, weil ein Partner sich davon gestört fühlen könnte. So einem Mann mangelt es an Souveränität, er würde nicht zu mir passsen und wir würden nicht miteinander zurecht kommen.
     
    • # 27
    • 20.10.2010
    • Gast
    Ich würde es verstehen, wenn ein Wtwer ein Bild seiner Verstorbenen Frau an der Wand hängen hätte! Kein übermächtiges Ölgemälde, aber ein normal großes übliches Bild wäre doch völlig in Ordnung!
    Wenn die Ehe glücklich war, ist seine verstorbene Frau einfach ein Teil eines glücklich verbrachten Lebens! Das würde mich nicht stören!
    Ich bin selbst keine Witwe, kann das trotzdem nachvollziehen, dass man einen wichtigen Teil seines Lebens nicht wegen einer neuen Beziehung entsorgen will.
    Oberstes Gebot ist für mich nicht die gründliche Entfernug, aller möglichen Erinnerungsstücken, sondern das spüren das mein Partner für das Neue für mich absolut bereit ist, was nützt ein abgenommenes Bild, wenn das Herz noch nicht wirklich bereit ist? Würde ich mit einem Witwer zusammenkommen so würde ich der Verstorbenen Wertschätzung entgegenbringen. Das finde ich ganz wichtig! Ich finde Verwitwete Menschen nicht unvermittelbar! Gibt sicher noch mehr Menschen die so wie ich denken!
     
    • # 28
    • 21.10.2010
    • Kalle
    @27
    sorry, das ist nicht das Thema dieses Treads. Es geht um eine Ex von der man sich entliebt hat.

    Das Wittwenthema wurde in anderen Treads sehr gut betrachtet wie ich finde. Nur num das klarzumachen: Ein verstorbener Partner muss immer auch seinen Platz im Herzen haben. Ich bringe dem Verstorbenen Wertschätzung entgegen, schliesslich hat er meine Liebste damals glücklich gemacht- war also mit Sicherheit ein feiner Kerl. Nur, dafür brauchts kein Bild an der Wand und schon gar nicht eines Altars wie das wohl bei #9 der Fall war.
     
    • # 29
    • 25.10.2010
    • Gast
    @25: Das bedeutet also, da meine Frau mich über Monate hintergangen und betrogen hat, darf ich meinen Kindern auch sagen, dass ihre Mutter ein unehrliches, unmoralisches und feiges Flittchen ist? Selbst wenn es meiner Meinung enstpräche, dürfte dies jedoch kontraproduktiv gegenüber den Kindern sein. - daher empfinde ich die Show, die o.a. Mutter abzieht eine Frechheit, auch wenn ihre Gefühle so sind. Denn die Kinder können nunmal am wenigsten dafür und sind, wie so oft, die wirklich leidtragenden. Den Vater oder die Mutter - obwohl er/sie es rein gefühlsmäßig verdient hätte - auch noch schlecht zu machen, dürfte der ganzen Situation nicht zuträglich sein. Mal davon abgesehen, dass man sich so dann wirklich auf die niederen, billigen und abschaumverdächtigen Stufen des anderen begäbe. Doch leider haben Mütter den besseren, weil langfristigen und somit manipulativen Draht zu ihren Kindern - die Väter werden, egal wer fremd geht - abserviert und abgezockt. Schade für die Kinder!

    <MOD: Wir bitten die Frage nach der Kommunikation mit Kindern in einem separaten Thread zu diskutieren. Sie hat in diesem Thread nichts zu suchen!>