1. Ehe ohne Begehren?

    Vor 11 Jahren habe ich mit meinem Mann eine Familie gegründet. ABER eigentlich war da kein richtiges Begehren auf meiner Seite. Daher war die Entscheidung von meiner Seite aus halbherzig. Ganz am Anfang habe ich mich schon sexuell zu ihm hingezogen gefühlt, aber nicht übermäβig. Es war nie so, dass wir nicht die Finger voneinander lassen konnten. Wir waren auch verklemmt und ich konnte nicht offen über meine Bedürfnisse beim Sex sprechen. Auf der anderen Seite haben wir immer viele andere schöne Dinge unternommen, wir sind beide eher Einzelgänger und verstehen einander sehr gut. Ich dachte, Sex wäre nicht so wichtig für mich, aber dafür eine Familie und ein richtig guter Gefährte.

    In den 11 Jahren haben wir uns beide viel um die Kinder gekümmert, uns einander in unseren beruflichen Schwierigkeiten beigestanden; wir haben, sofern Zeit ist, ein schönes Familienleben, vor allem in den Urlauben; können über fast alles reden. Aber wir haben selten Sex, weil mir die Lust fehlt. Mein Mann dachte immer, das kommt, wenn die Kinder gröβer sind und der Stress weniger geworden ist.

    Nun habe ich vor einigen Monaten jemanden kennen gelernt, mit dem es auf erotischer und sexueller Ebene gefunkt hat wie bisher noch nie. Und habe gemerkt, dass Erotik eine ganz andere gefühlsmäβige Ebene beinhaltet, die sich als Grundlage unter alles andere legt. Etwas, dass ich jetzt in einer Beziehung eigentlich nicht mehr missen möchte. Im ersten Rausch wollte ich mich sofort von meinem Mann trennen, weil ich überzeugt war, dass ich eine solche Ebene mit ihm nie finden kann. Inzwischen ist mir klar geworden, dass ich nicht einfach alles über Bord werfen kann: die Familie, den täglichen Kontakt mit meinen Kindern, die gemeinsame Geschichte mit meinem Mann, all das, was uns verbindet. Ich habe beschlossen, unserer Ehe eine Chance zu geben und mich von dem anderen Mann getrennt. Aber es fällt mir schwer, mich von ihm zu lösen, und gleichzeitig merke ich, dass ich eben kein Begehren für meinen Mann entwickeln kann und werde deprimiert.

    Ich habe einiges über Erotik in Paarbeziehungen gelesen, aber da geht es immer darum, wie man den Funken wiederbeleben kann. Es wird vorausgesetzt, dass da mal eine Leidenschaft war, die im Alltag erstickt ist. Aber für mich ist es anders. Ich habe eine solche Leidenschaft für meinen Mann nie empfunden. Aber ich möchte meinen Kindern eine Trennung nicht zumuten. Schlieβlich war es damals meine Entscheidung, sie trotz des mangelnden Begehrens zu bekommen. Und ich kann mir ein Leben, in dem ich nur jede zweite Woche mit meinen Kindern bin, nicht vorstellen. Und möchte eigentlich meinen Mann als Gefährten nicht verlieren. Ich weiβ, man kann nicht alles haben, und meine Gedanken sind teilweise vielleicht ziemlich egoistisch. Meint ihr, dass ich jetzt noch Begehren für meinen Mann „entwickeln“ kann oder ist das tatsächlich so stark durchs Unbewusste gesteuert, dass man es nicht in der Hand hat? Bin sehr dankbar für Gedanken und Erfahrungen.
     
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  3. Hi,
    Naja, deinen früheren Fehler kannst du jetzt nicht rückgängig machen, und ich finde es schon gut, dass du dir von Anfang an über deine Prioritäten klar warst. Du hast jetzt gemerkt: man kann nicht alles haben. Ich denke, damit bist du nicht allein und in deinem Fall ist die Konstellation vergleichsweise gut. Natürlich ist es schade, dass du dich nicht vor deiner Ehe ausgetobt hast, dann hättest du dich bewusster darauf eingelassen, aber du siehst ja auch die Vorteile bei deinem Mann.

    Nun, ich denke, es gibt Männer, die einfach toll sind für eine reine Sexbeziehung ohne Verbindlichkeiten, da kann man dann auch bestimmte nicht familientaugliche Charaktereigenschaften ignorieren, und mit denen kann man sich halt nur vor der Familienphase oder u.U. danach als Single austoben. Du hast einen anderen Weg gewählt. Dieser ist nun nicht in Stein gemeißelt, aber deine Optionen beinhalten teils unschöne Konsequenzen.
    > Trennung, dann Spaß haben - Familie wäre futsch
    > Weiter wie bisher, durchhalten - jetzt ist dir bewusst, was dir fehlt, also wirst du darunter leiden
    > In Absprache mit deinem Partner vielleicht zeitlich begrenzt (!!!) z.b. ein halbes Jahr offene Beziehung führen - wäre wohl nur einseitig, da er es nicht nutzen würde und brächte hohes Risiko, dass ihr eure Ehe dadurch zerstört, danach wäre nichts mehr wie vorher
    > Sexualpaartherapie - ich kann mir vorstellen, WENN er da offen ist, dass ihr euch wieder neu entdecken könnt, zusammen mal andere Sachen ausprobieren könnt, besonders Rollenspiele könnten euch aus der Schiene rauslotsen, dass man den anderen schon in- und auswendig kennt. Zusammen mal in bestimmte Clubs gehen und so.

    Ich weiß, das ist weniger attraktiv, mit viel Arbeit verbunden und es gibt keine Garantie, aber du bist sehr sicherheitsorientiert, deshalb denke ich, für dich wäre das der beste Weg. Vielleicht klappt es ja :)

    w35
     
  4. Dazu kann ich dir leider nichts hoffnungsvolles schreiben.

    Ich habe meinen ehemaligen Mann (bis auf die ersten Monate) auch nicht begehrt und dachte immer, das kommt noch. Aber es kam nie.

    Wir hatten 9 Jahre keinen Sex (waren uns trotzdem treu) und ich habe mich jeden Tag deswegen mies gefühlt, obwohl er mich nie unter Druck setzte. Ich wollte diese Ehe lange nicht aufgeben, weil wir sonst gut zueinander gepasst haben (ich habe danach nie wieder einen Mann gefunden, mit dem ich so viele Gemeinsamkeiten habe).

    Ich wollte mich sogar dazu zwingen, mit ihm zu schlafen. Aber es ging nicht. Es hätte sich angefühlt, als schliefe ich mit meinem eigenen Bruder.

    Am Ende verliebte ich mich in einen anderen Mann, ließ mich scheiden und konnte endlich die Leidenschaft ausleben, die mir all die Jahre fehlte.
    Aber es fehlten mir dafür andere Aspekte.

    Trotzdem bereue ich die Trennung nicht. Klar, ich hätte gerne meinen Seelenverwandten, unsere kuschlige WG und die vertrauten Gespräche behalten.
    Aber so hatte mein Mann die Möglichkeit, nochmal von vorne anzufangen und eine Frau kennen zu lernen, die ihn hoffentlich mehr begehrt.
    Wir telefonieren noch ab und zu und er erzählte mir, dass seine neue Partnerin eben auch nicht alle Bereiche abdeckt. Irgendetwas fehlt halt immer.

    Manchmal denke ich, dass vieles einfacher wäre, wenn wir nicht erwarten würden, dass ein Mensch alle unsere Erwartungen erfüllt und wir dafür mehrere Menschen in unserem Leben haben dürften.
     
  5. Ich glaube nicht, dass Du ein erotisches Begehren für Deinen Mann entwickeln wirst.

    Und richtig, Dein Verhalten in Deiner Ehe war und ist immer vom Egoismus geleitet. Einen Mann, den Du nie wirklich begehrt hast, zum Vater Deiner Kinder machen. Wahrscheinlich einer, der gut verdient und Dir ein schönes Leben ermöglicht hat.

    Nun gehst Du fremd, willst Dich aber nicht trennen, weil die Konsequenzen Dir zu unbequem sind. Und andere sollen Dir nun sagen, dass Du alles trotzdem bekommst, was Du unbedingt haben willst.

    Aus dem Schlamasel kommst Du kaum wieder raus. Entweder weiter lügen oder die unangenehmen Konsequenzen tragen. Prickelnde Erotik wirst Du mit Deinem Mann auf der Grundlage aber sicher nicht erlangen. Und wenn Du fremdgehst, wird das irgendwann auffliegen, und dann ebenfalls zu Konsequenzen führen.
     
  6. Liebe FS,

    ich fürchte, dieses spontane, starke Begehren ist animalisch und nicht wirklich zu steuern.

    In Deiner Situation würde ich im Interesse Deiner ja sehr geliebten Familie dennoch alle möglichen Wege gehen, wirklich alle. Yoga, Tantra, viel Paarzeit, Urlaub alleine mit Deinem Mann, einfach alle Strippen ziehen.

    Vielleicht entdeckst Du Ebenen, an die Du nie gedacht hättest? Kannst Du denn Zärtlichkeit/Kuscheln/Nähe genießen? Dann ist es in keiner Weise aussichtslos!
     
  7. Richtig. Du hast eine Entscheidung getroffen, deren Tragweite sich inzwischen auch auf Deine eigenen Kinder erstreckt. Und zu Entscheidungen, die so essentiell sind für das Leben anderer Menschen (noch dazu der eigenen Kinder), sollte man stehen. Oder möchtest Du eines Tages von ihnen hören, daß ihre Mama sie seinerzeit ihrer Sexgelüste wegen im Stich gelassen hat?
     
  8. Wie steht Dein Mann zu einer Öffnung der Ehe? Kann er sich vorstellen, dass Du neben ihm offiziell einen Lover hast? Und kannst Du Dir vorstellen, Deine Gunst auf zwei Männer zu verteilen? Einen für die körperliche Liebe und einen für alles andere? Wenn überall ja, ist euer Problem gelöst!
    Übrigens, es gab zwei Frauen hier im Forum, die das gelebt haben, es wäre also nichts neues auf der Welt.
    ErwinM, 49
     
  9. Du handelst sehr selbstreflektiert. Selbst der Rausch der Hormone kann Dich nicht aus der Bahn werfen. Bewundernswert und sehr klug.
    Du spürst jetzt Weiblichkeit in Dir, die oft erst in den 40-er Jahren eine Frau überkommt, die vorher in Ihrem Berufs- und Betreuungsleben der Familie gefangen war.
    Meiner Meinung nach würde ich erst mal abwarten und mir einen guten Coach suchen. Du bist in Deinen Sorgen nicht allein und warum sollst Du nicht aus den Erfahrungen einer guten Psychologin lernen.
     
  10. Darüber könnte man jetzt viel schreiben, aber ich halte mich kurz: Nein, wird wohl nicht gelingen dein Vorhaben. Dein Ehemann wird gar nicht wissen, was du jetzt nach 11 Jahren mit Sex willst.

    Ich bezweifle auch, dass dein Mann seine Sexualität nicht woanders auslebt. Die Bordelle sind voll von verheirateten, verklemmten Männern.
     
  11. Jetzt ist dein schönes Erlebnis fest gespeichert in dir und auch wenn du jetzt wahrscheinlich besser artikulieren kannst, was dir fehlt und du gerne sexuell hättest, heißt das leider noch lange nicht, dass dir dein Noch-Mann das erfüllen kann. Die Trennung würde dir gut tun und es gibt Wege, wie ihr das friedlich und gut geregelt bekommt, ohne dass du auf die Kinder verzichten musst. Außerdem, wenn du zu dir ehrlich bist, erkennst du, dass in deiner jetzigen Situation viel Gewohnheit dabei ist. Klar wird sich was ändern und ich verstehe dich, dass man den Rhythmus nur ungern ändert. Ich bin trotzdem überzeugt, dass du über deinen Schatten springen solltest, damit es dir dann besser geht. Sei mutig! Tue es für dich! Das ist gesunder Egoismus.
     
  12. Sowas rächt sich immer, unter solchen Umständen würde ich niemals heiraten und auch garantiert keine Beziehung länger halten wollen, möchte in keiner Beziehung sein, wo ich permanent unzufrieden und unglücklich bin.
    Typisch Ausrede von Mann, um die Frau hin zu halten und warm zu halten.
    Alles was zu Beginn nicht da war und ist, wird auch nicht kommen, was für ein Irrtum, man bringt sich dadurch selbst in Unzufriedenheit und ins Unglücklichsein, der Partner sollte in erster Linie echter Liebes - Partner sein, er sollte nicht ausgesucht werden, als Urlaubsbegleiter, Familiengründer oder als zukünftiger Vater, der Bruch kommt garantiert, er ist jetzt zu dir gekommen.
    Für mich machst du einen riesen Fehler, du bist fremdgegangen hast betrogen, wenn man längere Zeit ohne positive Veränderung unglücklich in einer Beziehung ist, sollte man die Beziehung beenden, keine Rücksicht nehmen auf den Partner, keine Rücksicht nehmen auf die Kinder, weil die ganz genau fühlen, dass die Beziehung nicht stimmig ist, dass sie falsch und heuchlerisch ist, was keinem gut tut, auch und gerade den Kindern nicht.
    Ich frage mich, wie du ein solcher Mann heiraten konntest, du schreibst du willst eine Trennung deinen Kinder nicht zumuten, was für ein Frevel. Und was mutest du deinen Kinder zu und deinem Mann, in dem du fremd gehst?
    Wenn sich was entwickelt, dann ausschließlich zum Negativen, der Zug ist von anfang an gefahren, euer Problem ist, dass ihr im sexuellen Bereich nicht kompatibel seid, daran kannst du nichts ändern, du kannst natürlich bleiben und diese leidvolle Zeit ertragen, bis die Kinder gehen, du wirst wieder fremd gehen, wer einmal fremdgeht, hat die Hemmschwelle durchbrochen und geht immer wieder fremd. Kannst du dir selbst, deinen Kinder und deinem Mann noch in die Augen schauen? Übrigens dein Problem kenne ich zu hundertfach, dass viele Frauen eine Ehe eingehen, wo ganz andere bewusste Parameter dazu entscheiden, wie: ist er attraktiv, was macht er beruflich, was verdient er, wirtschaftliche Absicherung, möchte ich ihn als Vater meiner zukünftigen Kinder? Für mich zählen in aller erster Linie die inneren Werte und verschiedene Kompatibilitäten, wie: geschlechtliche Anziehung, Sexbedürfnis, Nähe und Distanz Bedürfnis etc.
     
  13. So wie Du Dich beschreibst, mit so einem Mann hatte ich eine Affäre.
    Er fühlte für seine Frau so wie Du für Deinen Mann. Durch mich lernte er etwas, für ihn völlig neues kennen.
    Er wollte sich trennen, schaffte es jedoch nicht. Und blieb´,aus denselben Gründen wie Du, bei seiner Frau, die von uns wußte.
    Heute schreibt er mir noch ab und zu.
    Er hat nie das Begehren für sie entwickeln können wie für mich und sie haben sich arragiert. Und soweit ich es beurteilen kann , läuft es ganz gut bei ihnen.
    Für ihn war das Bekannte, das gemeinsam Aufgebaute etc. wichtiger. Für sie ebenfalls, denn sie trennte sich auch nicht von ihm.
    Ich bin heute die Plattform für seine Träume. Ihm reicht das.
    Dir vielleicht auch?
    Alles Gute
     
  14. Liebe Flipp,

    Ich mag Dir eine andere Sicht mitgeben.

    Du hattest früher Deine Probleme mit Sexualität, Hemmungen, keinen natürlichen, ungezwungenen Umgang damit.
    Da bist Du nicht alleine.
    Es gibt viele Frauen, die ihre Sexualität erst mit Ü40 entdecken und sich trauen, diese auszuleben.

    Da kommt auf einmal ein Impuls von außen, und frau entdeckt Lust, Weiblichkeit, und es ist auch normal, wenn man diese Seite an sich entdeckt, dass man diese nicht mehr verlieren möchte.
    Es ist ein großartiges Gefühl .
    Bei mir war meine Ehe schon vorbei, deswegen war es unproblematisch.
    Schade nur um die vielen Jahre, und um diese Selbsttäuschung.

    Du liebst Deinen Mann? Es gibt sehr viel, was Euch verbindet.
    Wirf es nicht weg, bevor Du einen Versuch machst, mit ihm ein neues Kapitel anzufangen.

    Entdeckt Eure Körperlichkeit, bewusste Nähe, Massagen, Zärtlichkeit. Macht zusammen einen Tanzkurs. Entdeckt Euch, tue so, als ob Du ihn heute kennen lernst.
    Ggf. mit Unterstützung eines Coaches, wie man sich wieder finden kann als Paar.

    Den Funken gab es nicht, weil Du dafür gar nicht bereit warst. Aber jetzt bist Du es, und vielleicht gelingt es Euch gemeinsam mit diesem Funken ein Feuer zu entzünden.
    Wenn er es auch möchte.
    Was Dir aber dafür gelingen muss, ist die alten Erfahrungen mit ihm mit Positivem zu überschreiben.
    Also bitte nicht versuchen, im alten Ehebett auf Knopfdruck Leidenschaft entstehen zu lassen. Das geht schief. Es braucht andere Impulse, vielleicht auch mal ein Urlaub zu zweit, oder ähnliches. Phantasie.

    Und - bitte keine Geständnisse.
    Es ist vorbei mit dem Anderen, er war nur wichtig, um Dir etwas Essentielles zu zeigen.

    Viel Glück.

    Trennen kannst Du Dich immer noch.

    W,49
     
  15. Hallo FS,

    das ist wieder das typische Problem, dass dich früher oder später einholt. Anfangs war kein Begehren da und gerade am Anfang sollte es da sein. Wie willst du das jetzt schaffen, dass es doch noch kommt? Du findest ihn doch nicht anziehend oder?
    Das Problem ist jetzt eben, dass du andauernd Männer treffen wirst, die deine Leidenschaft wecken werden. Ich glaube der Kampf um deine Ehe ist aussichtlos. Du hast damals die Entscheidung für diesen Mann rational getroffen. Ich könnte so etwas nicht.
     
  16. Das ist eine unsinnige Unterstellung, insbesondere wenn er tatsächlich eher asexuell ist. Bei gemeinsamer Kasse würden regelmässige Bordellbesuche auffallen.

    Begierde lässt sich nicht herbei zaubern. Trotzdem würde ich es mit Sexualtherapie versuchen und erst wenn diese erfolglos sein sollte weitere Alternativen in Erwägung ziehen.

    Deine Affäre ist ja abserviert und damit keine Option mehr. Insoweit besteht kein weiterer Entscheidungsdruck. War deine Affäre überhaupt über Sex hinaus eine Option? Hast du sie vielleicht auch beendet weil sie keine Option über den Sex hinaus war?

    Ist dein Mann (Sexuelles Desinteresse) oder deine Affäre (Leidenschaft) die Ausnahme in deinem bisherigen Leben? Kannst du bzw. musst du Sex- und Partnerschaft trennen? Alles Fragen die bei einer Therapie eine Rolle spielen könnten. Hier gibt es aber auch Frauen die sagen, dass sie einerseits ihren Mann lieben und Sex woanders holen müssen. Ggf. können die dir Tips geben wenn das auf dich passt.

    Deinem Mann fehlt ggf. Testosteron. Aus therapeutischen Gründen war ich auch einmal zwei Jahre Testosteron frei. Ohne dieses Hormon hat man(n) null Interesse an Sex. Entsprechend hat man(n) auch null Anziehungskraft. Das könntet ihr auch abklären lassen.

    Ich denke eine andere Ursache für solche Schwierigkeiten ist, wenn man im Partner zu sehr Vater/Mutter sieht. Wir alle suchen Ein Stück Vater/Mutter im Partner. Zu viel davon kann dazu führen, dass man mit diesen Menschen, mit Vater/Mutter, keinen Sex haben will.

    Das ist vielleicht auch der Grund für viele Männer, dass sie nicht kuscheln wollen. Das erinnert sie zu sehr an ihre Mama. Einige Frauen suchen sich ggf. Testosteronmacker (Copyright by @irina_85) weil ihnen ein Netter to much Pappa ist. Meistens ist das denn aber ein idealer Pappa und nicht die Kopie ihres echten Pappas. Der echte war distanziert wie ein Testosteronmacker. Das ist wieder ein Grund auf Testosteronmacker zu fliegen.
     
  17. Vielleicht, liebe @Flipp1234, bist du gerade dabei, dir dein eigenes Problem zu schaffen: indem du meinst, das Begehren, das du für deinen Lover empfunden hast, eins-zu-eins auf dich und deinen Mann übertragen zu können. Da wirst du scheitern!

    Ich bewundere deine Entscheidung für deine Familie und hoffe, dass es dir gelingt, eine andere Form von »Begehren« (nennen wir es lieber »Schönheit« oder »Wert«) für deine Ehe zu finden.

    Du beschreibst die »gemeinsame Geschichte mit deinem Mann«, etwas, was nicht zu unterschätzen ist, denn in einer neuen Beziehung wird es lange dauern, bis du wieder sagen kannst »... weißt du noch?«. Du schreibst, dass ihr über fast alles reden könnt, dass er dir ein guter Gefährte ist und dass du weder auf die Familie, noch auf deine Kinder verzichten möchtest. All das müsstest du dir in einer neuen Beziehung erarbeiten, dabei ist es vielleicht einfacher, wenn du dich an den vorhandenen Werten in deiner Heimatbeziehung orientierst, dir klar machst, dass »Begehren« nicht alles ist. Dieses sogar in den meisten Beziehungen nachlässt, du also früher oder später wieder an dem Punkt landen (könntest), an dem du heute schon bist.

    Vermutlich wird kein flammendes Begehren mehr daraus, aber Zufriedenheit ist auch nicht zu unterschätzen!
     
  18. Ich bin hin und her gerissen, was ich dir raten soll. Von einer Seite kann ich dich verstehen. Du möchtest keinen Hurrikane verursachen. Du möchtest Ruhe und Stabilität in deinem Leben und in dem Leben deiner Kinder. Das verstehe ich. Wenn es nur dieses innere Verlangen nicht gebe. Was soll Mann/Frau in so einer Situation machen? Was ist wichtiger? Das eigene Glück oder das Glück der Kinder? Du weiß natürlich besser als ich, dass das Leben und eine Beziehung viel mehr ist als ab und zu sich irgendwo zum Sex treffen. Ich weiß nicht, was ich gemacht hätte. Ich denke ich wäre geblieben und gelitten. Ich hätte das Glück meiner Kinder gewählt. Ich kann dir nicht sagen, ob das der richtige Weg ist. Das weiß ich nicht. Aber ich denke ich hätte anders nicht gekonnt.....
     
  19. Ich denke das Gras sieht auf der anderen Seite des Zauns immer viel grüner aus.

    Ich glaube in jeder langen Beziehung kommt irgendwann eine gewisse Langeweile und Routine im Sexleben auf.

    Denn wenn Sex so leidenschaftlich ist ist es oftmals so, das besondere Gefühle dem zugrunde liegen z.b. weil eine Beziehung nicht lebbar ist oder dass sie verboten ist, so dass es immer der Reiz des Besonderen ist, was die großen Gefühle hervorruft.

    Ich kann dich auch gut verstehen, es ging mir zum Ende meiner Ehe genauso, aber das lag eher am unschönen Verhalten meines Mannes, dass keine Lust mehr auf ihn hatte.

    Ich habe mich mit Anfang 30 getrennt und war nun fast zehn Jahre ohne wirklich ernsthaft feste Beziehung. Es war nicht so dass ich unbedingt eine gewollt hätte aber wäre auch nicht traurig gewesen wenn es dazu gekommen wäre. Klar lernt man mal dies und das kennen mal dauert's länger mal kürzer, aber es war einfach alles nicht perfekt. Ich fand es sehr schwer, einen neuen Partner zu finden, der wirklich meinen Wünschen entspricht. An interessierten Männern hat es mir nicht gemangelt, aber ich habe mich dann auch einfach selten verliebt.

    Wenn deine Beziehung sonst in Ordnung ist und du mit deinem Mann soweit glücklich bist, würde ich dir auch raten alles daran zu setzen, die Beziehung zu erhalten. Vielleicht kannst du doch herausfinden woran es liegt dass du kein Begehren mehr empfindest. Manchmal liegt der Grund auch einfach in zu viel Nähe.

    Sex ist nicht alles. Einen Mann für Sex zu finden ist kein Problem, aber einen guten Mann für eine gute Beziehung schon eher.
     
  20. Hm....
    Also ich hörte gestern mal Tagebuchaufzeichnungen von den letzten Kriegstagen in Berlin durch und da kam ein interessanter Satz, daß einem Männer nur noch leid tun in ihrer Hilflosigkeit, daß alles gekippt sei, auch das Bild vom Mythos "Mann".

    Da ist ganz gewaltig was dran und viele Frauen, oder so gut wie alle heterosexuellen Frauen werden sich einen Testosteronmacker wünschen. Davon gibts aber kaum noch welche.

    Diese Geschichten mit lustlosen Ehemännern und total ängstlich gestörten Bindungsscheuen, mit Ghostern, krassen Lügnern etc...hört man immer häufiger, das ist Evolution. Da kann man nischt machen, aber in solch einer Ehe oder Beziehung zu verharren wie die FS deutet nur auf panische Angst hin, ihre komfortable Wohnsituation zu verlieren.

    Die FS ist feige und sollte ihr Leben selbst in die Hand nehmen und diesen Mann verlassen; noch dieses WE das Gespräch suchen und ihm mitteilen, daß die Farce beendet ist.
     
  21. Vielen Dank für eure Kommentare.
    Geheim war das Verhältnis vier Wochen, dann habe ich es meinem Mann erzählt. Er hat drei Monate gewartet. Das finde ich souverän. Ich habe zu Hause gewohnt und nebenbei meinen lover getroffen. Dann habe ich entschieden, einen Neuanfang mit meinem Mann zu versuchen.
    Gleichzeitig trauere ich dem anderen nach. Ob wir richtig zusammen passen würden, weiβ ich nicht. Die erotische Attraktion war schon da, nachdem wir uns ein paarmal gesehen und nicht so viel miteinander gesprochen hatten. Wir kommen aus unterschiedlichen Welten, aber da ist eine Seelenverwandtschaft. Er ist auch ein lonesome. Es besteht schon noch Entscheidungsdruck.
    Wenn ich mich von meinem Mann trenne, wäre das nicht wegen „Sexgelüsten“. Ich habe erfahren, dass eine solche erotische Beziehung eine besondere Ebene der Verbundenheit und Intimität beinhaltet. Das ist keine reine Lustbefriedigung, sondern Kommunikation (körperliche UND mentale), für die es einer groβen Vertrautheit bedarf.
    Tatsächlich habe ich mit 48 durch meinen lover meine Sexualität zum ersten Mal richtig erlebt und war zum ersten Mal zu einer solchen Kommunikation fähig. Vorher gab es eine Entwicklung, aber es war nie so, wie ich es nun erfahren habe. Mein Mann ist ein sanfter Typ, er hat nicht so eine starke männliche Ausstrahlung, ist aber handfest und bestimmt nicht asexuell. Wir haben neulich über Sex gesprochen und er versteht, dass ich z.B. einfach anders angefasst werden möchte. Ob das nun dazu führt, dass ich ihn begehren kann? Vielleicht kann ich jetzt tatsächlich, nachdem ich das Essentielle erfahren habe, meinen Mann insgesamt anders wahrnehmen kann. Andererseits spricht man ja immer von der „Chemie“, die stimmen muss.
    Zärtlichkeit und Kuscheln genieβen konnte ich mit meinem Mann bisher nur begrenzt. Ich fühlte mich immer „gestört“. Ich selbst war niemals so zärtlich wie zu meinem lover und mein Mann sagt, er hätte sich bisher nicht geborgen bei mir gefühlt. Ich bin ein eher rationaler Typ. Aber nun habe ich Leidenschaft und erotische Intimität gespürt.
    Ich würde nicht sagen, dass ich eine nur rationale Entscheidung getroffen habe, als wir eine Familie gründeten. Wenn man Auβenseiter ist, bedeutet es sehr viel, wenn man jemanden trifft, der einen nicht „schräg“ findet, mit dem man vieles gemeinsam hat und zu dem man einen richtig guten Draht hat. Ganz sicher ging es mir nicht um ein Leben mit viel Geld. Als wir zusammen kamen, war mein Mann arbeitslos.
    Eine Öffnung der Ehe? Könnte ich mir vielleicht vorstellen. Letztlich wäre das eine Eltern-WG, man wäre kein Paar. Oder? Ich weiβ nicht, wie man das zeitmäβig hinbekommt. Ich würde meinen lover nicht nur für den Sex haben, sondern auch gerne andere Dinge mit ihm machen und eine Alltagsbeziehung zu ihm haben wollen. Mit meinem Mann wiederum würde ich nicht nur über die Kinder sprechen wollen. Dann gemeinsame Unternehmungen mit den Kindern ... Und was sagt man da eigentlich den Kindern?
     
  22. Sie sprechen mir aus der Seele. Das denke ich bei vielen Fragen und Problemen, die hier im Forum sowie auch im realen Leben auftauchen.
    Der FS würde ich auch vorschlagen, über ihr Problem mit ihrem Partner zu sprechen und ihm eine offene Beziehung vorzuschlagen. Auch wenn das nicht einfach ist (aber welcher Weg ist schon einfach). Trennen würde ich mich nicht, wenn die fehlende Erotik das einzige Problem ist, und ja, das gibt es nun mal, dass man in allem richtig gut harmoniert, nur Begehren fehlt. Außerdem vermute ich obendrein, dass man gerade dort heftig begehren kann, wo man zu 90% als Mensch überhaupt nicht zusammenpasst. Somit auch keine angenehme, bereichernde Partnerschaft haben könnte.
     
  23. Ich wollte nur nochmal klarstellen: das Begehren und die Lust fehlt bei mir, nicht bei meinem
    Mann.
     
  24. Mit einem Menschen, von dem man nicht die Finger lassen kann, kann man doch keine normale Beziehung führen. Das mag jetzt ironisch klingen, aber ich meine das tatsächlich so. Was für eine Art von Beziehung soll das sein, wo der Sex dominiert? Will man eine Ehe mit einem Pornostar führen? Die Kunst in Partnerschaften ist es doch, all die verschiedenen Lebensbereiche unter einen Hut zu bekommen und die Balance zu wahren.

    Ich bin der Überzeugung, Sex ist Teamarbeit. Und man kann darin besser werden. So wie man gemeinsam lernt, einen Haushalt zu führen oder Kinder aufzuziehen, kann man auch gemeinsam lernen, beim Sex besser zu werden. Wenn eine Seite meint, im wahrsten Sinne des Wortes sein "Ding durchzuziehen" und glaubt, dass habe er oder sie schon immer so gemacht, dann kann auch kein Lerneffekt entstehen.

    Du willst alles haben und das wird scheitern. Der Ehe wirst Du nur eine Chancen geben, wenn Du bereit bist, am gemeinsamen Sex etwas zu verbessern. Ich sehe das Problem nicht in einem mangelnden Begehren gegenüber Deinem Mann, sondern das da noch die Unfähigkeit vorherrscht über eigene Bedürfnisse zu sprechen. Du schreibst über Verklemmtheit. Da würde ich versuchen den Hebel anzusetzen. Und vor allem mit Deinem Mann zu kommunizieren. Weil auf mich wirkt es so, als wenn Du glaubst, dass dieses Begehren vom Himmel fällt.
     
  25. Mehr als Sex in transparent offener Beziehung? Das wäre dann wohl Polyamorie. Wie würdest du reagieren wenn dein Mann analog zu dir handelt? Wäre dir dies egal?

    Ihr habt relativ kleine Kinder. Nichtvolljährige Kinder sind in der Tat eine Hürde beim Thema Polyamorie. Auf Pro polyamoren Webseiten wird dieses Thema, ebenso der Umgang mit Krankheit o.ä. nicht oder nur sehr oberflächlich behandelt.

    Ende der 60er gab es ja auch entsprechende Experimente, die für Kinder wohl eher traumatisierend waren. Ich könnte mir vorstellen, dass solche Kindheitserfahrungen im Alter zu Beziehungsstörungen führen können, denn solche Erfahrungen können Angst vor einer Beziehung machen.

    Was stellt du dir eigentlich konkret vor? Eine Reunion mit deiner Affäre oder die Suche nach anderen Männern die dich begehren? Was sagt dein Mann dazu? Ist ihm das egal? Fühlt er sich respektiert?
     
  26. Ich denke, eine offene Ehe klappt nur dann, wenn beide Beteiligte das wollen. @noreia führt so eine Ehe. Allerdings sind ihre Affären reine Sexpartner, die sorgfältig von ihrem übrigen Leben abgetrennt sind.
    Das sieht hier anders aus. Du hast mit deiner Affäre eine neue sexuell-emotionale Ebene kennengelernt.Ob so ein Konstrukt mit deinem Lover auf der einen und deinem Mann auf der anderen deren Seite gut gehen kann, weiß ich nicht. Ich denke, es wird schwer für dich, eine Ehe mit deinem Mann ohne ein befriedigendes Sexualleben weiterzuführen, da wirklicher Sex einer Beziehung eine andere Dimension gibt.
     
  27. Das hört sich erstmal plausibel an. Man hat immer eine Person, mit der man bestimmte Sachen macht. Mit dem einen geht man ins Kino. Mit dem anderen geht man schick essen und tanzen. Der eine ist für den Sex da, und eine andere Person für tiefschürfende philosophische Gespräche. Klingt toll. Aber ist es das auch für diese Personen? Wie fühlt man sich eigentlich als jemand, mit dem die Frauen gerne tanzen gehen, aber sonst nichts weiter? Möchte man der ewige Kino-Guy sein? Wir lesen hier doch öfters Geschichten von Frauen, wie es sie deprimiert, dass Männer gerne mit ihnen schlafen, aber nicht wirklich zusammenleben wollen.

    Das Grundprinzip einer Beziehung ist es doch, dass wir für einen Menschen für viele Grundbedürfnisse da sind. Für das Grundbedürfnis nach Nähe, Kommunikation, Geborgenheit usw. Man genügt sich, im wahrsten Sinne des Wortes. Das muss ja nicht heißen, dass man daneben keine Freundschaften mehr hat. Und viele Beziehungen sind auf dem Prinzip der körperlichen Treue aufgebaut. Das ist kein Muss, aber wichtig ist, dass man zu dem Thema eine Gemeinsamkeit besitzt. Man kann vom Partner nicht erwarten, dass er oder sie es toll findet, wenn man sagt, den Sex hole ich mir von anderen Menschen.

    Und doch stellen dann die Frauen immer wieder fest, dass sie mit diesen Testosteronmacker nicht zusammenleben können, weil diese geradezu beziehungsunwillig sind und eine Partnerschaft eben mehr als nur Sex ist. Genauso könnte man sagen, dass viele Männer sich Frauen wünschen, mit tollen Brüsten und Hintern und sich wie Pornostars im Bett benehmen. Ab einen gewissen Punkt finde ich derlei Wünsche ziemlich unreif und wenig an der Praxis ausgerichtet.

    m/44
     
  28. Liebe FS
    Ich bin ganz bei @Lionne69.

    Die konntest früher nicht mit deinem Mann über deine sexuellen Bedürfnisse reden, was dazu geführt hat, dass ihr euch als Paar sexuell nicht entwickeln konntet und als Folge keine Lust auf Sex hattest.

    Wie ist es denn heute? Kannst du (nach deiner Erfahrung) heute mit deinem Mann offen reden? Ihm sagen, was dir fehlt, dir gefällt, dich heiß macht? Wenn ja, dann sehe ich eine Chance für euch, diese Erfahrung als positive Wandlung in eurer Ehe zu nutzen. Wichtig ist, das du es auch wirklich willst? Willst du deinem Mann nahe sein? Willst du dich mit ihm weiter entwickeln? Ja?!
    Dann nehme dir die Ratschläge von Lionne69 zu Herzen.

    Ich bin kein Freund von Fremdgehen! Ich will das aber jetzt nicht bewerten, allerdings solltest du ab jetzt deinen Weg konsequent gehen! Willst du deine Ehe retten, dann ist der andere Mann ab jetzt Geschichte und zwar konsequent- keine Nachrichten, keine Treffen, kein Kontakt mehr.
    Kannst du das nicht, dann brauchst du auch keinen Versuch zur Rettung deiner Ehe mehr unternehmen, denn das wird dir so nicht gelingen und du wirst ihn immer wieder betrügen. Das hat er nicht verdient! Dann trenne dich bitte, mit all den bitteren Konsequenzen die das dann nach sich zieht. Sich selbst nur die Rosinen raus picken und andere Menschen dafür verletzen und hintergehehen, das ist unfair und egoistisch.

    Horche mal in dich rein? Was willst du wirklich?
     
  29. Das halte ich für wichtig: dass du, FS, erstmal für dich klärst, was du willst, und dir überlegst, wie der normale Alltag in deiner Vorstellung mit zwei Männern laufen würde, oder ob du mit deinem Mann noch Sexualtherapie versuchst. Bloß nichts überstürzen.
    Und dass die Kinder in den 68er-Kommunen traumatisiert wurden, habe ich auch gehört, auch wenn das nicht unbedingt zu vergleichen ist, weil sie dort u.a. vernachlässigt wurden und Sex offen vor ihnen ablief.
    @FS es gab in manchen Familien auch früher schon einen Hausfreund oder einen "Onkel", das ist kein neues Phänomen, ich denke je nach Alter der Kinder würde ich das so lösen. Aber erst würde ich die Therapie innerhalb der Ehe ernsthaft mind. ein halbes oder ganzes Jahr betreiben, bei euch kann ein Profi wohl helfen, notfalls muss man auch mal wechseln.
    w35
     
  30. Zu dem Thema Sex/Begehren und Partnerschaft habe ich zwei Thesen. Die Erste, Sex wird in seiner Bedeutung für Beziehungen häufig überschätzt. Es ist wichtig, ohne Frage. Aber nicht wirklich das Fundament einer Beziehung. Wenn Sex wirklich das Wichtigste für uns wäre, warum haben wir es nur ein paar Mal in der Woche für Minuten oder eine Stunde? Die allermeiste Zeit verbringen wir doch gemeinsam mit nicht sexuellen Dingen.

    Das Zweite was ich denke, Sex ist im Grunde Teamarbeit. Verbesserungen sind nur gemeinsam erzielbar. An der Stelle bin ich immer skeptisch, wenn jemand sagt, man habe kaum noch Sex oder es sei keine körperliche Freude mehr vorhanden, aber ansonsten würde man gut zusammenpassen und die Beziehung würde prima laufen. Wenn man wirklich gut zusammenpasst, ist man auch gemeinsam in der Lage, das Problem gemeinsam in Angriff zu nehmen. Gerade wenn es sich um so ein sensibles Thema handelt. Wenn man lange Zeit in einer Beziehung nicht mehr körperlich zärtlich zueinander war, dann würde ich zuerst nach allgemeinen Problemen suchen. Wenn da einige Sachen in der Beziehung schief laufen, subsummiert sich das in der körperlichen Zuneigung zueinander. So zumindest meine These, die niemand teilen muss. :)
     
  31. Liebe Flipp,
    was du erlebt hast, ist ein großes Geschenk des Lebens: Mit dem einen Mann hast du eine Familie gegründet und ihn als Gefährten lieben gelernt. Mit dem anderen Mann konntst du erfahren, welche Ebenen Sexualität wirklich bereit hält. Und dein Gefährte und Vater deiner Kinder ist immer noch da, bzw. toleriert deinen Weg. Andere haben nur eine deiner Erfahrungen oder keine davon machen dürfen. Sei dankbar für das Erlebte, aber du hast dich entschieden: Du wilst eine intakte Familie - auf die andere Ebene wirst du verzichten müssen, es sei denn, dein Ehemann willigt ein, die Ehe zu öffnen. Mit deinem "Lover" gibt es eine besondere Passung auf der sexuellen Ebene, die mit seiner Persönlichkeit verknüpft ist - reichlich naiv erscheint es mir, dass du nun versuchen möchtest, deinen Ehemann in eben diese Richtung zu bewegen: Er ist, wer er ist und kann dich - und du ihn - eben nur in Teilbereichen sexuell erreichen und berühren. Aber - wer weiß, vielleicht findet ihr zusammen in den kommenden Jahren noch zu einer völlig neuen Ebene!
     

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