• 05.11.2017
    • Jane1989

    Dominanzstreben meines Partners - Gehen oder bleiben?

    Guten Abend,

    ich bin in einer frischen Beziehung, in der es leider viel Streit gibt. Ich liebe ihn noch, daher erhoffe ich mir hier Rat.

    Wir haben uns im Frühjahr kennen gelernt, er wollte sofort mit mir zusammen sein, ich war mir zunächst nicht sicher, habe mich aber dann doch eingelassen.. Es ist so dass ich seine „besitzergreifende“ Art zunächst anziehend fand, deren Kehrseite leider ein großes Kontrollbedürfnis mir gegenüber ist, mit dem ich schwer zurecht komme. Ich will zum Beispiel nicht jetzt schon haarklein preisgeben, was ich verdiene, damit er mit „unserem“ gemeinsamen Verdienst planen kann. Ebenso will ich nicht minutiös angeben, wann ich wo genau bin und ich ziehe eine gute Konfliktkultur einem absoluten Harmonie-Diktat vor.. das sieht er alles ganz anders. Er will, dass alles perfekt funktioniert - und zwar genau so, wie er es sich vorstellt.. Auf meine Nachfrage sagte er: "Immer wenn wir uns streiten, dann liebe ich dich nicht mehr.“ Wenn ich um etwas bitte, stoße ich auf Granit. Entweder er gibt nach eigenem Ermessen oder gar nicht. Dies führte zu Frustration meinerseits und entsprechend zum Gefühl ungeliebt zu sein - denn würde jemand, der mich aufrichtig liebt, nicht gern auf mich eingehen und mich auch dann noch schätzen und lieben, wenn ich etwas anders sehe und es zu einem Konflikt kommt?


    Letztlich habe ich mich immer mehr ins Zeug gelegt, er hat sich hingegen kaum auf mich zubewegt.. was natürlich das Machtgefälle weiter verstärkt und mich in eine zunehmende Abhängigkeit, ein zunehmendes Nähebedürfnis getrieben hat - und letztlich zur Notbremse, zu einer Gegenbewegung - zum von mir ausgehenden Vorschlag einer Pause… Nun muss ich mir überlegen, ob und wie ich es weiter führen will..


    So wie ich es beschreibe, hört es sich nach einer unmöglichen Liaison an - aber natürlich hat er auch gute Seiten.. Er wünscht mir in jedem Lebensbereich alles Gute, hört zu und lässt sich in Diskussionen, die nicht uns beide betreffen auch durchaus von anderen Denkweisen als seiner eigenen inspirieren, ist auch sehr empathisch.. er kann es beispielsweise kaum ertragen, wenn ich zu dünn angezogen bin, weil er dann selber friert - und ist völlig ratlos, wenn ich weine.. das erträgt er einfach nicht, kann mir also dann auch gar nicht tröstend beistehen, weil vollkommen die Distanz fehlt.


    Dazu ist noch zu sagen, dass er (12 Jahre älter als ich) eine sehr lange Beziehung hatte, die ihn für einen anderen verließ(einen, der ihr intensiv zuhörte), dann viele kurze, die er stets verließ. Mit dieser ersten "Liebe seines Lebens" ist er eng befreundet, was mich auch durchaus stört.. obwohl sie nach wie vor mit ihrem neuen Mann zusammen ist und eine Familie mit diesem hat, treffen sie sich mindestens wöchentlich - zum Weintrinken oder Dinner. Dies schafft für mich die zusätzliche Sorge, dass sein Herz immer noch ihr gehört.. aber das ist natürlich nur eine Vermutung..


    Vielen Dank fürs Lesen meines langen Textes..


    Jane
     
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  2. Liebe Jane,

    du brauchst von uns keinen Rat, du hattest ihn schon gleich zu Beginn, hast ihn nur nicht ernst genommen. Du warst nicht sicher......hast dich trotzdem eingelassen und musst schon jetzt die Notbremse ziehen. Bleib dir treu und begebe dich nicht in so unglückselige Beziehungskonstrukte, die mit Liebe nichts zu tun haben.
    Es macht keinen Sinn das Verhalten dieses Mannes zu analysieren, es ist dir nicht bekömmlich. Möchtest du permanent um Liebe kämpfen müssen? Bleib bei dir und vertraue deinem Gefühl, deinem besten Ratgeber.....Alles Liebe!
     
    • # 2
    • 05.11.2017
    • saepe_inscia
    Puh.

    Das hört sich für mich an wie eine Anleitung zum Unglücklich sein.

    Du schilderst positive Seiten wie "Empatisch sein" - was dazu führt, dass er Dir überhaupt nicht helfen kann. Die Logik erschließt sich nicht sofort, der Mann ist einfach völlig verquer und, entschuldige bitte, hat schlicht einen Knall. Du bist (Du schreibst selbst "noch") verliebt - in ein paar Monaten wirst Du selbst in keiner Weise mehr verstehen, wie Du eine Beziehung mit ihm in Erwägung ziehen konntest.

    Dazu die Sache mit seiner Ex - wenn Männer verlassen werden, brauchen sie manchmal veritabel Jahrzehnte, bis sie innerlich wirklich abschließen. Ich weiß das, weil ich mich quasi traditionell getrennt habe und mehrfach völlig verblüfft nach einer unglaublichen Anzahl von Jahren feststellen musste, dass der Mann immer noch an mir hing. Das ist extrem unfair gegenüber meinen Nachfolgerinnen, wenn ich so etwas je gespürt hätte, wäre ich weg gewesen. Gegen ein Gespenst kann man nicht kämpfen.
     
    • # 3
    • 05.11.2017
    • DLIT
    Hm irgendwie erkenne ich in deinem Post keine Frage, was genau möchtest du jetzt wissen? Soll deine Lebenssituation kommentiert werden? Höchstwahrscheinlich wird es, wie üblich, ein dutzend Angriffe gegen den Typen geben. Ich sage, wir wissen nicht auch nur ansatzweise genug um diese Situation qualitativ hochwertig zu bewerten. So wie ich das sehe, nachdem bißchen das du schreibst, ist der Typ kaputt und du bist nicht seine Seelsorgerin. Außerdem erkenne ich narzistische Tendenzen und kann nur raten: sieh zu, dass du wegkommst.
     
  3. Liebe Jane

    Dieser Mann ist emotional immer noch bei seiner ersten grossen Liebe. Die vielen kurzen, die er verliess, weshalb wohl? Weil keine so war wie die erste grosse Liebe. Du bist es auch nicht (weil Du eben Du bist) und deshalb geht das nicht auf. Er ist nicht bereit für Dich und Du zum Glück auch nicht für ihn, denn IHN gibt es nicht in der Beziehung, er hat sich selbst nicht gefunden.

    Beende das Ganze, es hat keinen Sinn.

    Liebe Grüsse

    Kurt
     
    • # 5
    • 05.11.2017
    • frei
    Möchtest du mal irgendwann Kinder ?
    Wahrscheinlich bist du 28, richtig ?
    Du bist also in dem Alter, in dem man da schon mal langsam daran denken könnte.
    Ok, dann stelle dir mal vor, wie es wird ( falls du welche willst und er auch. Wenn nicht, spielt dies immerhin keine Rolle ), wenn du kurz zuhause bleibst und kein Geld verdienst.
    Teilt er dir dann 'sein' Geld nach seinem Ermessen zu ?
    Was ist, wenn du arbeiten willst ? Läßt er dir da die Wahl ? Und trägt er deine Entscheidung mit, z.B. indem er auf die Kinder aufpaßt ?
    Er will mit deinem Geld rechnen. Wird er allein bestimmen, was mit dem gemeinsamen Geld passiert, z.B. ob ihr ein Haus kauft ?

    Wie wirst du damit fertig, wenn er die Kinder so reaktionär behandelt wie dich jetzt ?
    Oder gar noch ärger ?
    Wenn er nicht nur seine Sorge äußert, sie seien zu dünn angezogen, sondern ihnen vorschreibt, was sie anziehen sollen ?
    Welche Freunde sie haben dürfen und welche Hobbies.
    Auf welche Schule sie gehen. Ob sie getauft werden.
    Wo und wie ihr wohnt...
    Tausend Horrorphantasien kommen mir in den Sinn, du hast aber selbst genug Ideen, dir dein Leben mit ihm auszumalen.

    Ziemlich sicher wird sein Verhalten nicht milder, naja, vielleicht wenn er 80 wird, aber davor wird es sicher eher immer doller.
    Ich finde, das was du als sein jetziges Gebahren beschreibst, schon unerträglich. Ihr seid erst wenige Monate zusammen...au wei, das wird sich entwickeln.

    Mein Tip: ganz schnell weg, bevor es richtig unangenehm wird.
    Ich könnte mir vorstellen, dass schon die Trennung jetzt nicht harmonisch ablaufen wird, aber je länger es geht und mehr Macht du ihm über dich zu bekommen zuläßt, umso schwerer wird es.

    w 50
     
    • # 6
    • 05.11.2017
    • annie83
    Liebe Jane
    Du bist offensichtlich klug genug, dass du die Fakten kennst und weisst, was rational gesehen das Richtige wäre. Sofortige Trennung, Notbremse, Schadensbegrenzung bei dieser gruseligen Dynamik.
    Etwas in dir zögert noch und hofft auf ein Wunder. Eine Erkenntnis, einen Zauber, der diese unmögliche Beziehung doch noch möglich macht, damit man nicht auf die ein, zwei guten Seiten dieses Mannes verzichten muss.
    Lass dir getrost gesagt sein, dieses Wunder wird nicht eintreten. Du darfst auf deinen Verstand hören, wir anderen Frauen kennen auch kein Allheil-Mittel, keine mentalen Strategien und keine Kniffe, um mit so einem Mann auf Dauer glücklich zu werden.
    So ähnliche Dynamiken beschreiben viele. Was bringt einem das? Versöhnungssex, ab und zu ein Lob, oder ein tiefgründiges Gespräch - zum Preis der ganzen Freiheit, um in einer Kampfzone zu leben?
     
    • # 7
    • 05.11.2017
    • void
    Klingt für mich furchtbar.
    Er hat nicht nur die altersmäßige Überlegenheit, er ist auch die Machtperson. Und bei all der Gängelei und den Vorschriften ist da noch die andere Frau, mit der er sich nach eigenem Belieben trifft.

    Du hast in Deiner Beziehung gar nichts zu sagen. Und er nimmt sich auch noch die Freiheit, seine Ex zu treffen. Sein vorheriges Leben ist zerbrochen, er hat die Kontrolle darüber verloren, deswegen versucht er jetzt, alles so in sein Leben zu pressen, dass ihn nichts beunruhigt.

    Daran kann man schon sehen, dass es ihm nicht um Dich als Person geht, sondern um den vakanten Platz in seinem Leben, den er für seinen Seelenfrieden wieder besetzen muss. Das geht am besten mit ner viel jüngeren Frau, weil die das ganze nicht durchschauen kann und noch "für die Liebe" alles tun will.

    Dann weißt Du doch, was Du sollst: Ja und amen sagen.
    Das ist doch nur ne Phrase, wenn alles, was Du ohne seine Kontrolle tust, so einen Stress verursacht.
    Also wie es am besten für ihn ist.
    Na das ist keine Kunst, oder? Wichtig ist doch, dass es auch bei dem, was euch beide betrifft, auch um Deine Meinung geht.


    Gehen. Du bist ein Hilfsmittel, dass er sein Leben wieder gut findet, es geht doch gar nicht um Deine Belange und Deine Sichtweisen, es geht nicht mal um Deine Bedürfnisse und wenn Du sie "einklagen" willst, kommt, dass er Dich dann nicht mehr liebt. So funktioniert Liebe doch überhaupt nicht, dass man sie abschalten kann, wenn es nicht überall nach der eigenen Nase geht.
     
    • # 8
    • 05.11.2017
    • NormaJean
    Nach jetziger Beziehungserfahrung würde ich dir eines raten:

    Du fühlst dich nicht wohl, hast ein komisches Gefühl von Anfang an, und das ist es, was dich bewegen sollte, diese Liaison zu beenden.

    Ich habe, eben so wie du seit Frühjahr eine neue Beziehung. Wir wissen beide spätestens, seitdem wir uns entschlossen haben, die Zukunft gemeinsam angehen zu wollen, was wir verdienen. Verstehe das Geheimnis darum nicht. Wenn das Vertrauen nicht mal dafür reicht, sich das gegenseitig mitzuteilen, dann denkt man auch nicht gemeinsam in die Zukunft und blickt einfach nicht in die gleiche Richtung.

    Ich denke, das Bauchgefühl, welches man zu Anfang hat, trügt nicht, und ich hätte in der Vergangenheit viel mehr darauf hören sollen.

    Dass er sehr sympathisch sein soll, dich aber nicht trösten kann, wenn du weinst, empfinde ich als sehr widersprüchlich. Wieso weinst du eigentlich, ihr seid doch erst kurz zusammen? Bringt er dich zum Weinen? Na dann nix wie weg!

    Könnte aber auch sein, dass er durch deine zurückhaltende Art (ich meine, Frühjahr ist ja nun auch schon ne Weile her) seinerseits Verlustängste hat, und diese mit seinem Krontrolletti-Verhalten kompensiert. Möglicherweise spürt er ja selbst, dass DU nicht ganz bei euch bist.

    Ich bin auch der Ansicht -und das mögen andere hier anders sehen- dass nach einem halben Jahr Beziehung langsam auch mal die Richtung feststehen sollte, in die das ganze sich entwickeln soll. Also Pläne schmieden für die mittelfristige Zukunft, wie will man leben, wie soll die gemeinsame Zukunft aussehen, will man überhaupt eine gemeinsame Zukunft haben, was hat man für Werte und Ziele im Leben, usw.,usf. Wenn das nicht gegeben ist, dann ist es doch keine Beziehung.

    Das mit der Ex finde ich persönlich nicht so schlimm, aber das sieht ja jeder anders. Ich finde, ihr habt ganz andere Baustellen.

    Alles in allem würde ich sagen: Beende es, aber nicht, weil der Typ so doof ist, sondern weil DU ein schlechtes Gefühl hast. Das wird irgendwo herkommen, und dann passt es halt eigentlich nicht. Die Anfangszeit sollte wunderschön sein und nicht voller Machtkämpfe, egal, wer jetzt schuld hat.
     
    • # 9
    • 05.11.2017
    • beeberlin
    Vorweg: Glückwunsch, dass du aus dem sich einspielenden Machtgefälle heraus überhaupt noch die Notbremse ziehen konntest. Das "Harmoniediktat" kenne ich aus eigener Erfahrung - und (fast) immer war ich diejenige, die den "Arbeitsauftrag" erhielt, Harmonie einzuhalten. Gelang mir das nicht, weil ich - wie du - eine gesunde Konfliktkultur vorziehe, war er unerbittlich. Es war an mir, Nähe wiederherzustellen, und das immer und immer wieder. Bei dir kommt noch seine Kontrollsucht on top: Beunruhigt es dich nicht, dass er die Finanzplanung übernehmen will?

    Das enge Verhältnis zur einzigen Vertrauten in all den Jahren würde mich weniger stören.

    Sollte dein Nickname dein Alter beinhalten, kann ich dir nur raten, aus der Pause eine Ende werden zu lassen. Du bist zu jung, um dich mit einer Beziehung zu arrangieren, in der es ständig Streit gibt. Dein Noch-Freund mag ja wunderbare Seiten haben, aber in der Summe tut er dir nicht gut: Du hast dir einen Mann mit einem so komplizierten Innenleben an Land gezogen, dass er dich noch nicht einmal trösten kann, wenn du weinst. Warum er das nicht kann, wäre Analyseaufgabe eines Psychologen, ob du mit deiner Interpretation richtig liegst, ist zu bezweifeln. Suche dir jemanden, der eine ausbalanciertere Beziehung leben kann und verfalle bitte nicht dem Irrglauben, dass du in jahrelanger Beziehungsarbeit eine Verbesserung bei ihm erzielen kannst.
     
    • # 10
    • 05.11.2017
    • Kepler0102
    Hallo Jana!
    Ich habe in meinem Leben die Erfahrung gemacht, dass Frauen sehr schnell so eine Meinung vertreten und einem Mann eher schnell "Dominanzgehabe" unterstellen. Wird umgekehrt wahrscheinlich auch so sein.

    Was, wenn er sich denkt "Jetzt habe ich ihr, in Liebe, schon 5x nachgegeben und es ist an der Zeit, dass sie mir beweist, dass sie mich aufrichtig liebt und auch einmal nachgibt."

    Im Gegensatz zu Dir bin ich Harmonie-Süchtig und lege keinerlei Wert auf Konflikte jedweder Art. Eine Frau, die dauernd etwas an mir auszusetzen hätte und dauernd in Konflikt-Situationen mit mir stehen will, täte besser damit, sich einen Anderen zu suchen.

    Ich stehe zu der Einstellung "In Liebe geben und nehmen". Sieht eine Frau das anders, passt sie nicht zu mir. Ich wäre sehr dankbar, für Beispiele, wo es zwischen "Liebenden" zu Konflikt-Situationen kommen kann, die so gravierend sind, dass Trennungsgedanken die Folge sind.

    Liebe und Konflikt widerspricht sich doch schon im Kern. Ich bitte um Aufklärung, wenn ich das falsch sehe. So toll bin ich nun auch nicht, dass ich den Komplex "Liebe", für alle Beteiligten, immer richtig verstehe und immer richtig handle.
     
    • # 11
    • 05.11.2017
    • Jane1989
    Vielen Dank für die Antworten, das hilft mir gerade sehr, mich emotional zumindest so weit zu lösen, dass ich klarer denken kann..

    #3 / DLIT: Meine Frage ist klar formuliert: Bleiben oder Gehen?

    #4 / Kurt: Ja, genau das ist mein Gefühl, zumal er selbst einmal gemurmelt hat "Ich weiß nicht ob das gesund ist mit meiner Ex" - als ich ihn drauf ansprach, sagte er, das hätte er gar nicht gesagt.. das war ziemlich unheimlich. Überhaupt sagt er oft Dinge, die er einen Moment später wieder komplett vergessen hat. Oder äfft mich nach und vergisst auch das wieder sofort.

    zu #8 / NormaJean: ich glaube, es gibt ein Missverständnis, wir sind nicht ein halbes Jahr zusammen, sondern aus meiner Sicht gerade einmal einen Monat, aus seiner Sicht seit September. Dieser Unterschied ergibt sich daraus, dass er bei meinen ersten beiden Versuchen, ihm zu sagen, dass ich eher nicht glaube, dass wir zusammen passen, immer stärker geworben hat und mich für sich wohl ohnehin schon längst als seine neue Beziehung beansprucht hat... ja gesagt habe ich aber erst vor einem Monat. Zunächst fand ich es romantisch, dass er so gekämpft hat.. aber sobald er mich "sicher" hatte, war schnell alles wie oben beschrieben.
    Neulich sagte er mir sogar ganz direkt, er fände es "cool, jemand schlauen" wie mich rumgekriegt zu haben.

    Natürlich würde ich nach einem halben Jahr auch über ein gemeinsames Konto sprechen, wenn alles stimmt und man einander sagt: Ja, lass uns die Zukunft angehen! ..Auch nach zwei Monaten schon - aber als partnerschaftliche Frage formuliert, wie wir das ZUSAMMEN gestalten wollen, nicht als Einforderung, damit er freie Hand und Kontrolle hat.

    Und ja, leider liege oder sitze oder gehe ich mindestens einmal in der Woche neben ihm und muss weinen, weil ich irgendwelche Bedürfnisse herunterschlucken muss.

    Körperlich ist es übrigens sehr intensiv und schön zwischen uns - aber aus irgendeinem Grund hat er beschlossen, wir hätten unnormal viel Sex und das würde ihn zu viel Energie kosten.. deshalb hat er auch das limitiert, was mich noch mehr frustriert, da es dafür nicht etwa mehr Zärtlichkeiten ohne Sex gibt..

    Was mich erschreckt: Obwohl es alles so eindeutig scheint und einige der hier angemerkten Alarm-Aspekte ganz sicher ins Schwarze treffen, hängt ein Teil von mir noch ziemlich an ihm.. obwohl er schon 40 ist, hat er immer noch etwas sehr jungenhaftes, damit kriegt er mich immer wieder - und wirkt gar nicht so wie eine Machtperson, obwohl sein Verhalten natürlich anderes offenbart. Auch glaube ich, er ist sich gar nicht bewusst, dass er es sich selbst schwer macht.. und damit hat er mein Mitleid und ich denke, ich sollte bei ihm bleiben, weil der arme Mann sonst alt wird als Anhängsel der Familie seiner Ex. Aber wenn ich das so schreibe, klingt das wie extreme Selbstverleugnung.. wie bin ich da nur hinein geraten.. vermutlich hilft da tatsächlich nur Trennung und Funkstille. Leider arbeiten wir auch noch im selben Gebäude..

    Vielen Dank nochmal!
     
    • # 12
    • 05.11.2017
    • Tomyi
    BeeBerlin schreibt es schön. Der Mann gibt das Harmoniediktat aus. Die Frau hat den Arbeitsauftrag dafür. Sehr lustig gesagt und treffend beschrieben.

    Wenn der Mann Harmonie haben wollte, warum verhält er sich nicht einfach nach dem Wunsch der Frau, um Streit zu vermeiden? Um Harmonie geht es ihm nicht!
    Das wäre die andere Seite!

    Liebe Fs, irgendetwas lässt dich zögern... viele Frauen denken, dass sich der Mann schon noch ändern würde. "Wenn erst der Kontakt zur Ex aufhört / wenn wir erst zusammen wohnen / wenn er merkt, dass er auf mich vertrauen kann etc..... DANN wird er sich ändern und es wird in der Beziehung schön.

    Das ist ein typischer Frauenfehler. Er wird sich nicht ändern. Die Situation wird nicht schöner. Er ist so, wie er ist. Das ist sein Charakter. So ist er.

    Entweder willst du mit diesem Mann, der eben so ist zusammen sein, fann akzeptiere das. Oder du willst so nicht Leben, dann sprich mit ihm ein Mal und ziehe Konsequenzen.
     
    • # 13
    • 05.11.2017
    • Jane1989
    #10 / Kepler
    Liebe besteht (für mich) darin, auch im Konfliktfall noch liebevoll, großzügig und fair zu sein. Eben weil man weiß, dass man sich auch dann liebt, wenn es unterschiedliche Bedürfnisse und Ansichten gibt (=Konflikt) und diese fair verhandelt, gefährden sie eine gesunde Liebe nicht im geringsten.
    Konflikte sind so verstanden immer eine Chance, aneinander zu wachsen, weil man eben nicht die totale Symbiose lebt und es darauf anlegt, ein siamesischer Zwilling oder Platons Kugelmensch zu werden, sondern sich gegenseitig, als zwei liebende - erwachsene - Individuen versteht und wertschätzt.
     
    • # 14
    • 06.11.2017
    • Kathyberlin
    Ich kenne einen solchen Mann. Ein Ex von mir. Erst war ich angetan von seinem Bedürfnis, mir nahe zu sein, alles zu wissen, mich zu kontrollieren, dann aber wurde es furchtbar. Er hat mich nach der Trennung gestalkt. Fazit: Er weiß alles besser, kann sich in die Bedürfnisse anderer nicht reindenken, und alles läuft nur dann gut, wenn man nach seiner Pfeife tanzt. Das Wort Nein existiert für ihn nicht, es sei denn er spricht es selbst aus. Mit seinen Exfrauen hat er sich bis aufs Messer zerstritten. Ich weiß nicht, welche Störung dahinter steckt, rate Dir aber, zu laufen, so schnell und weit es geht. Was will man denn von einem Partner? Einen Freund, jemand, der einen versteht, mit dem man auf Augenhöhe reden kann, der einen so annimmt und respektiert, wie man ist, der Grenzen respektiert, aber auch fürsorglich ist. Mit Deinem Kerl wirst Du das nicht haben, sondern nur eins: Stress ...

    Was die andere Frau betrifft: wahrscheinlich versucht er bis heute, sie zu überzeugen, dass er doch Mr. Right ist, akzeptiert ihr nein nicht und manipuliert sie in diese Abendessen hinein.

    Pikante Frage: wie ist er im Bett? Kann er dort einfühlsam sein und auf Dominanz verzichten? Bringt er mal morgens ein Heißgetränk ans Bett, kümmert er sich, wenn es Dir schlecht geht? Sagt er für Dich einen Termin ab? Hat er Schuldgefühle, wenn er nicht richtig gehandelt hat, oder diskutiert er nur aus seiner Perspektive heraus? Wenn er über Streit mit anderen spricht, kann er auch eingestehen, dass er falsch gehandelt hat, oder sind immer nur die anderen schuld? Mit einem Menschen der letzten Kategorie kann niemand zusammen sein. Der sucht keinen Partner, sondern nur Bestätigung. Alles in allem klingt er jedenfalls gestört! Bitte sei nicht aus Mitleid mit ihm zusammen. Denk das mal zuende!
     
    • # 15
    • 06.11.2017
    • Kepler0102
    Liebe Jane !

    Vielen Dank für deine Reaktion auf meinen Post. Mit ein Grund, warum ich mich als Harmonie-Süchtig bezeichne ist, dass ich eher ein schlechter Konfliktpartner bin und es lieber hätte, in kritischen Situationen generöser reagieren zu können. Weder will ich Dampf plaudern noch eine Schleimspur legen, möchte aber schon deinen Eröffnungspost und deine Reaktion auf mich zum Anlass nehmen, in mich zu gehen und mir zu überlegen, was ICH besser machen kann in solch kritischen Situationen, die immer wieder mal auftauchen.

    Ich liebe sie sehr, sie mich auch. Es wäre sehr schade und unverzeihlich, wenn es irgendwann, durch irgendwas zu einer Trennung kommen könnte, weil ich mich in einer Konflikt-Situation "stur egoistisch" und zu wenig verständnisvoll gezeigt habe.

    Die Liebe will ich unbedingt aufrecht erhalten und dieser Wunsch ist viel stärker, als mein Bedürfnis, mich durchsetzen zu wollen. In einem Monat feiern wir den fünften Jahrestag und es sollen noch ca. drei Dutzend dazukommen :).

    Viele liebe Grüße
    und alles Gute
    Kepler
     
    • # 16
    • 06.11.2017
    • void
    Ich hab mal alles aus diesem einen Beitrag rausgezogen, was ich extrem schlecht finde und was meiner Ansicht nach eine Partnerschaft unmöglich macht. Seine Vergesslichkeit finde ich auch bedenklich. Respekt hat er vor Dir gar nicht, also lässt sich nicht mal eine Vernunftbeziehung daraus machen, in der beide sich freundschaftlich stützen und schätzen.

    Nun hast Du Dich mit einem Kollegen eingelassen. Ich hoffe, das wird kein Desaster für Dich, weil er sich nicht lösen kann oder sich rächt.
    Als ich Deinen Eingangsbeitrag gelesen hatte, hab ich schon gedacht, der Mann bräuchte vielleicht therapeutische Hilfe wegen seiner Kontrollsucht. So kann er ja keine Beziehung finden.
    Ich rate Dir dringend ab, Dich und ein glückliches Liebesleben mit einem anderen Mann zu opfern, um einen 40jährigen Mann mit viel mehr Vorleben und emotionalen Problemen "zu heilen". Du fühlst Dich anscheinend auch überlegen - guck Dich mal an, wie glücklich Du in DEINER Beziehung bist. Ist es so schön, gebraucht zu werden von einem Mann, neben dem Du nach zwei Monaten schon weinend liegst? Es geht in einer Beziehung immer darum, dass BEIDE ihre emotionalen Bedürfnisse erfüllt bekommen.

    Du warst geschmeichelt wegen seines Kampfes, Du hast immer noch das romantische Bild im Kopf, dass er Deinetwegen geschah, obwohl Du ja nun sehen müsstest, dass vieles an Dir nicht passt und benörgelt wird? Du hast Mitleid (willst Du einen Partner, der Mitleid mit Dir hat?), Du willst Dich für Liebe quälen, um einen älteren Mann zu retten, weil das so dramatisch ist? Ich denke, dieser Kampf am Anfang hat Druck erzeugt, auch die Frau zu sein, die da scheinbar auf einen Sockel gestellt wurde. Er hat Dich rumgekriegt und feiert sich deswegen.
     
    • # 17
    • 06.11.2017
    • sonrix
    Ich habe eben einen sehr schönen Artikel gefunden, der das Problem erklärt, als ich zu Beziehungtypen eine kleine Suche gemacht habe.

    Die TS ist vermutlich ein vermeidender Beziehungstyp, der auf seine Autonomie großen Wert legt und das Verhalten des Partners vor diesem Hintergrund interpretiert.

    Der oben beschriebene Partner ist ein Ängstlicher Beziehungstyp, der viel Nähe und Intimität möchte und dabei ständig das Verhalten des Partners auf Anzeichen für Distanzierung oder Verlassen interpretiert.

    Diese Paarung vermeidend mit ängstlich ist garantiert nicht erfolgreich.

    Wobei man dem Partner jetzt nicht die Schuld geben kann. Würde der ängstliche Partner auf einen sicheren Beziehungstypen stoßen, dann würde sich diese Dynamik nicht entwickeln.

    Auch für die TS wäre ein sicherer Partner gut. Denn der würde das Distanzbedürfnis erkennen und darauf mit Verständnis reagieren und ansonsten ganz selbstverständlich Bindungsangebote machen.

    Und eben nicht das Autonomiebedürfnis als Distanzierung von der Beziehung interpretieren und daraufhin mit Festhalten reagieren sondern genug Raum geben, dass das Gefühl von Beklemmung sich gar nicht erst entwickelt.

    Warum der Partner ein ängstlicher Typ ist:

    Er sieht Streit als Anzeichen für Verlassen werden. Er sieht Distanzierung - z.B. beim Geld - als Anzeichen für Verlassen werden. Er möchte aus Angst vor dem Verlassen werden, alles planen und regeln. Er möchte völlige Harmonie, weil alles andere Anlass zu Verlassen werden sein könnte.

    Und warum ist die TS meines Erachtens ein vermeidender Typ:

    Bedürfnis nach Autonomie beim Geld. Bedürfnis nach Autonomie bei der Gestaltung des Alltags (nicht alles haarklein erklären müssen). Bedürfnis nach Zeiten ohne den Partner (zuviel Nähe).

    Das Modell vermeidender - ängstlicher und sicherer Beziehungstyp ist natürlich nicht die einzige mögliche Sicht auf Beziehungsdynamiken. Aber in dem Fall sicher hilfreich.
     
    • # 18
    • 06.11.2017
    • Eleuthera
    Allein das klingt alarmierend. Entweder nach subtilem Psychoterror, oder nach einem echten Defekt auf geistiger Ebene. Jeder, wirklich jeder, hat auch gute Seiten. Aber die Frage ist: wie gravierend sind die schlechten Seiten? Schädigen sie mich? Komme ich damit zurecht (kommt irgend jemand mit so etwas zurecht)? - Sie sollten schnellstmöglich auf Distanz zu ihm gehen. Er tut Ihnen nicht gut. Treffen Sie ihn nicht mehr, lassen Sie sonstigen Kontakt (Telefon) auslaufen. Sie können jemanden finden, der weniger gravierende Macken hat.
     
    • # 19
    • 06.11.2017
    • Lebens_Lust
    Klingt für mich wie eine völlig klare Sachlage ohne dass irgendetwas fraglich ist. Du erkennst selbst die Problematik. Im Grunde ist Dir klar, dass Du handeln musst und dass dies wohl keine Beziehung ist, die auf Dauer erträglich ist. Bezeichnend, dass Du eigentlich auch gar keine klare Frage stellst. Fraglos keine Beziehung, die Du Dir auf Dauer antun solltest...
     
    • # 20
    • 06.11.2017
    • irina_85
    Liebe FS,

    ich kann dir von diesem Mann nur abraten. Ich sehe auch viele Parallelen zu einem Exfreund von mir.

    Es gab oft Fälle von Respektlosigkeit und Entwertung. Er konnte sich nie an Dinge erinnern, die er einmal gesagt hatte und wollte mich für dumm verkaufen. Zu blöd aber, dass ich ein recht gutes episodisches Gedächtnis habe und mir alles merken kann, was jemand gesagt oder getan hat. Da schon hätte ich die Notbremse ziehen müssen.

    Ich habe wie du auch oft geweint, aber nie den Schlussstrich gezogen. Ich muss aber dazu sagen, dass ich ein emotionaler Mensch bin und sehr sensibel. Kann also sein, dass ich schnell gekränkt bin. Jedoch passiert das nicht von Ungefähr, sonder da ist etwas nicht stimmig.
    Ansonsten bin ich der Harmonietyp und mag Streitereien nicht, wobei ich aber eher Konflikte lösen kann, aber nicht im Streit.

    Ich will dir damit nur sagen, dass du hinsichtlich deiner Bedürfnisse aufpassen sollst. Du siehst ja was er bei dir anrichtet. Dein Selbstwertgefühl wird dauerhaft geringer werden.

    Aus Erfahrung weiss ich wie schwierig es ist, da rauszukommen. Ich bereue es, es nicht vorher getan zu haben und lange in dieser kranken Beziehung geblieben zu sein. Baue bitte dein Selbstwertgefühl jetzt schon auf und dann gelingt dir die Trennung eher als jetzt in deiner Situation.

    Ich vermute mal du bist auch sensibel? Gefühlsmensch?
    Ich glaube, dass er narzisstisch ist und du co-Narzisst. Informiere dich mal zu dem Thema und schau, ob es bei dir der Fall ist.
     
    • # 21
    • 06.11.2017
    • Cassel
    Ich glaube nicht, dass er diese Dinge vergisst. Und er vergisst auch nicht, dass er dich nachäfft. Ich frage mich, warum ein Mann sich so benimmt. Der Mann, in den ich letztes Jahr so unglücklich verliebt war, hatte auch diese (meiner Meinung nach narzisstischen) Tendenzen. Ich glaube, er wollte mir damit demonstrieren, dass ich nicht interessant, nicht wichtig bin. Eine, die man schnell vergisst.

    Ich vermute bei deinem Spezi - wie auch bei dem Mann, den ich damals kennenlernte (kein Paar, sondern Dienstleistungsverhältnis) - Minderwertigkeitslomplexe. Das zeigt auch schon seine Aussage, dass er sich "cool" findet, eine schlaue Frau wie dich rumbekommen zu haben. Dafür findet er SICH jetzt toll. Mit dir hat das gar nichts zu tun. Und ganz ehrlich - Nachäffen - wie mies ist das denn? Indem er dich nachäfft, macht er dich ganz klein. Zieht deine Worte ins Lächerliche. Ich lese in deiner Beschreibung dieses Mannes nicht ein kleines bisschen Liebe. Ich vermute, dass er EINE Frau geliebt hat. Die, die ihn damals verlassen hat. Der trauert er sein ganzes Leben nach. Vielleicht aber auch nur, weil SIE ging (und nicht er, der dann aber seine späteren Freundinnen von sich aus verließ).

    Nach allem, was du über euch beide schreibst, gibt es eigentlich keinen Zweifel: Beende es.
     
    • # 22
    • 06.11.2017
    • Joggerin
    Brrr.... Wenn ich das lese bekomme ich einen heftigen Fluchtreflex.

    Dein Partner ist das ganze Gegenteil von dem, was ich mir unter einem dominanten Mann vorstelle: er ist lediglich extrem besitzergreifend und kontrollsüchtig. Sowas rührt von geringem Selbstvertrauen her.

    Er glaubt nicht, dass andere ihn wirklich wollen, ihm etwas Gutes tun, wenn er sie nicht irgendwie dazu zwingt. Dazu gehört auch sein manipulatives Verhalten "wenn du nicht XY machst liebst du mich (ich dich) nicht."

    Euren Altersunterschied braucht er wohl, um sich dir überlegen fühlen zu können, was er letztlich nicht ist.

    Ich hatte auch mal so jemanden kennengelernt, klar habe solche Menschen auch nette Seiten niemand ist nur eindimensional.

    Dieses Verhalten wird nicht besser, das wird immer nur immer schlimmer. Daher mein Rat: Lauf weg, so schnell du kannst...
     
    • # 23
    • 06.11.2017
    • Jane1989
    Vielen Dank für diese neuen Anregungen, die doch noch einmal in eine neue Richtung gehen.. auf einige möchte ich kurz eingehen.

    Das mache ich immer.. also mir überlegen, was ich besser machen könnte. Ich hatte auch schon an mir gearbeitet und ging beispielsweise nur noch auf jeden 10. Punkt ein, der mich ärgerte, schluckte wie gesagt eine Menge Bedürfnisse herunter, damit wir uns nicht schon wieder streiten. Und hier liegt das Problem: Wenn der harmoniesüchtige nicht selbst darauf achtet, was seine Partnerin braucht und fühlt oder das nicht für wichtig nimmt - und gleichzeitig keine Möglichkeit öffnet, darüber zu sprechen, dann provoziert er bereits einen Konflikt.

    Ja, das zeigt mir die verquere Logik meines eigenen Fühlens und Handelns in der Situation. Erst durch das Schreiben hier ist mir aufgefallen, dass es absurd ist, auf den Machtkampf einzusteigen, indem ich mir im Stillen denke "So wie er ist und so wie er in seiner Vergangenheit hängt, wird er nie die echte und lange Beziehung finden, die er sich so sehr wünscht.. ich kann sie ihm vielleicht trotz allem geben." - damit habe ich natürlich ebenfalls schon längst innerlich den Respekt vor ihm (und mir selbst irgendwie auch) verloren und natürlich ist Liebe aus Mitleid Quatsch. :(
     
    • # 24
    • 06.11.2017
    • frei
    Nun, wir haben das alle so verstanden, weil du es so dargestellt hast.
    Da du aber erst seit einen Monat mit ihm zusammen bist, wird es wohl nicht ganz so schwer, dich zu trennen. Mach das lieber heute als morgen.
    Ja, das hatte ich in meinem ersten Post gemeint, scheute mich nur, das inflationäre Wort 'stalking' zu gebrauchen.
    Wenn du Pech hast, läuft es darauf raus, je mehr er sich an dich gewöhnt, umso wahrscheinlicher.
    Wie ? Er hat dir immer wieder den Grundschulzettel 'willst du mit mir gehen ?' unter die Nase gehalten und auf dem 10. Zettel hast du dann 'ja' angekreuzt?
    DAS findest du romantisch?
    Und er ist stolz darauf, dass eine Frau irgendwann genervt 'na guuut' sagt, er nennt das 'sie rumkriegen' ? Das ist doch sowas von verzweifelt, jemanden, der mich nicht will, dazu überreden zu müssen, meine Hand zu halten. Darauf kann man stolz sein?
    Hier in Hessen nennt man das 'was geht mich mei schlächt Geschwätz von gestern an ?' Unerträglich.
    Er äfft dich nach ? Ich fasse es nicht.

    Was du schreibst, ist in Summe unerträglich, das meiste davon auch schon einzeln. Du bist nur aus Mitleid mit ihm zusammen ? Nun, ....

    Herr @sonrix erklärt unter #17, wie es zu dem abstossenden Verhalten des Mannes kommt, ich finde die Erklärung sehr plausibel. Aber bei allem Verständnis und bei allem Anteil, den du an diesem Verhalten haben könntest, stellt sich doch die Frage, was du damit zu tun hast ? Welche Pflicht du hast, ihm seine Ängste zu nehmen ? Ihn auf dem sehr weiten Weg zu einem angenehmen Partner zu werden, zu begleiten ?
    Du bist vermutlich 28, du solltest versuchen, einen schon angenehmen Partner zu finden und deine Zeit nicht mit einem Wrack verschwenden.
    Du hast selbst Rechte, du bist nicht seine Therapeutin.
    Nach einem Monat weinst du schon regelmäßig wegen ihm, au wei !

    w 50
     
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    • # 25
    • 06.11.2017
    • Lionne69
    Liebe Jane,

    nimm bitte mal Deine Posts und mache 2 Listen, ganz sachlich.

    Was ist negativ - was Dich stört, verletzt, zum Weinen bringt, verunsichert...
    Was ist positiv.

    Dazu noch ein paar Fragen
    Wann warst Du das letzte Mal entspannt neben ihm? Wann hast Du gelacht? Wann ist Dir das letzte Mal so richtig warm ums Herrz geworden, wenn Du ihn gesehen hast? Statt zu überlegen, welchen Kritikpunkt Du evtl. heute nicht erfüllt hast?
    Wann hast Du das letzte Mal einfach geredet, gehandelt, wie Du wolltest, ohne zu prüfen, zu zensieren?

    Dein Fazit?
    Was möchtest Du von uns lesen, als Antworten? Dass es nicht schlimm ist, dass Du übertreibst?

    Warum liebst Du ihn - und warum machst Du dies mit?
    Liebe aus Mitleid? Wo bleibt Dein Mitgefühl Dir selbst gegenüber, Deine eigene Wertschätzung?
    Lauf, Dir zuliebe, ganz schnell, ganz weit.
    Das wird nicht bessser.
     
    • # 26
    • 06.11.2017
    • Jane1989
    Ich dachte, er mag mich wirklich und sieht in uns etwas, um dass es sich zu kämpfen lohnt.. dass er eine Zurückweisung nicht als Egoverletztung versteht und noch weiter nachhakt, habe ich ihm hoch angerechnet. Aber vermutlich "bezahle" ich eben diese anfängliche Zurückweisung nun..

    Naja, das ist alles Spekulation und ich bin offenbar völlig von den Gedanken an die Beziehung und damit an ihn eingenommen. Das ist alles nicht gut, ich muss raus aus diesem Strudel...

    Mein Plan ist nun:

    Ich kümmere mich in den kommenden Tagen oder sogar Wochen um meinen Abschluss, meinen Job, meine Freunde und meinen Körper - und wenn ich mich in meinem Leben sicher genug fühle loszulassen, treffe ich mich mit ihm und beende die Sache.

    Hier sind drei Szenarien, bzw. mögliche Aussagen von mir bei der Trennung.. zu welchem würdet ihr oder Sie mir raten?

    Möglichkeit 1, ehrlich:

    "Ich fühle mich nicht glücklich in der Beziehung mit dir, mag dich aber im Grunde sehr gern. Lass uns jetzt im Guten auseinander gehen, mit Option auf eine spätere Freundschaft."

    Möglichkeit 2, deeskalierend:

    "Du bist ein toller Mensch, nur wir zwei passen eben als Paar nicht zu einander. Es gibt bestimmt eine da draußen, die besser zu dir passt."

    Möglichkeit 3, ausweichend neutral:

    "Ich bin aktuell nicht bereit für eine neue Beziehung, da zu viele Aspekte in meinem Leben noch nicht geklärt sind."

    Wir sind übrigens keine direkten Arbeitskollegen zum Glück, kein Hierarchieverhältnis, gar nichts.. Wir arbeiten nur im selben Gebäude (was wir erst herausfanden, nachdem wir uns schon eine Weile trafen, das war ziemlich witzig).

    Der Stalker-Typ ist er nicht, da muss ich keine Angst haben. Er verliert nie, wirklich nie die Fassung. Er ist eher der stille Beeinflusser.. ich mache mir eher Sorgen, dass er mich wieder weich kriegt, sobald wir uns sehen. So war es jedes Mal.. wenn ich es beenden wollte, hatte er mich binnen Minuten zurück - oder zumindest so weit, dass ich schwankte und unfähig war, konsequent zu sein und zu gehen.
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    • # 27
    • 06.11.2017
    • Lionne69
    Und warum nicht gleich, ohne weitere Begründung?
    Mitteilung, Du hast nachgedacht, und es passt für Dich einfach nicht. Punkt.
    Allerdings, so wie Du bei mir wirkst, würde ich Dir raten, jeglichen Kontakt abbrechen - auch kein Freundschaftsangebot.
    Bei Euch gibt es da eine ganz ungute Dynamik.

    Oder hast Du doch noch die Hoffnung, es wird? Und möchtest Dich um eine Entscheidung drücken?
     
    • # 28
    • 06.11.2017
    • Jane1989
    Liebe Lionne,

    vielen Dank für dein "unbequemes" (im positiven Sinne, ich weiß das zu schätzen!) Nachfragen.

    Ich habe ihn wirklich sehr sehr lieb (einfach so, trotz allem) und will ihn eigentlich nicht völlig missen. Da kann er mich verletzen, wie er will, meine Gefühle für ihn lassen sich nicht so schnell durch Unstimmigkeiten oder Ängste vertreiben wie seine für mich.

    Es ist insofern eine Kopfentscheidung, keine Herzensentscheidung, mich zu trennen. Ich will eigentlich bei ihm sein - aber eben auch nicht unglücklich alt werden - schon gar nicht perspektivisch mit eventuellen Kindern, die leiden ja immer am meisten wenn die Eltern sich fetzen. Daher muss ich trotz Liebe gehen, das ist das Resümee aus den Posts und verdammt schwer. :(
    ..Das wird mir nicht leicht fallen, daher will ich erst Mal Kraft sammeln, es auch durchzuhalten...
     
    • # 29
    • 06.11.2017
    • Joggerin
    Grundsätzlich bin ich immer für Ehrlichkeit und Direktheit.
    Aber willst du ehrlich mit ihm befreundet sein?

    Ich bin durchaus für Freundschaften zwischen Mann und Frau, auch kein Problem bei Expartnern. ABER bei so einem Typ Mann steht zu befürchten, dass er sich weiter Hoffnung macht. Zudem du schreibst, dass du für seine weichen Töne leicht wieder rumzukriegen bist. Ich würde ihm daher keinesfalls Freundschaft anbieten, denn dann klettet er sich unter diesem Vorwand an dich.

    Ich würde weiterhin nicht im gleichen Satz erwähnen, dass du ihn magst, aber keine Beziehung willst. Das ist doch irreführend und relativierend. Es ist doch gerade das an ihm was du nicht magst, weswegen du dich trennen willst ?!

    Weiterhin würde ich es nicht so formulieren, als ob es seiner Zustimmung bedarf ("lass uns"). Wenn du was willst oder in dem Fall gerade nicht willst, formuliere es lieber auch entsprechend.

    Ich würde es ohne irgendwelche Relativierungen sagen : "Ich finde, wir passen nicht zusammen, ich fühle mich nicht wohl, du engst mich mit deiner Art ein. Wir haben das mehrfach besprochen, aber es wurde nicht besser.Daher möchte ich unser Kennenlernen nicht fortsetzen "

    Je öfter du dich rumkriegen lässt, inkonsequent bist, umso unglaubwürdiger wirst du.