1. "Da kam ihre Liebe plötzlich abhanden" - Kann man sich so entlieben?

    "Als sie einander acht Jahre kannten
    (und man darf sagen: sie kannten sich gut)
    kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
    Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.

    Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
    versuchten Küsse, als ob nichts sei,
    und sahen sich an und wussten nicht weiter.
    Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei."

    Die "sachliche Romanze" von Erich Kästner wirft eine Frage auf, zu der mich Meinungen und gegebenenfalls auch persönliche Erfahrungen sehr interessieren würden: Ist es möglich, dass in einer langjährigen, gut eingespielten und harmonischen Beziehung die "Liebe plötzlich abhanden" kommen kann?

    Dass also scheinbar grundlos - ohne, dass sich sonst etwas merklich in der Beziehung verändert hätte - die Gefühle einfach verschwinden können? Obwohl beide Partner das nicht wollen, sich füreinander bestimmt sehen und um die Aufrechterhaltung der Liebe bemühen ("versuchten Küsse, als ob nichts sei")?

    Vielleicht noch als Ergänzung dazu: Es gibt eine evolutionsbiologische Theorie, nach der sich eines Tages der Schalter im Kopf umlege, automatisch und unvermeidbar. Durch die Natur so vorgesehen, erhöhe die daraus folgende Fähigkeit, den Partner zu verlassen und sich neu zu verlieben, die Chance auf erfolgreiche Fortpflanzung.

    Vielen Dank im Voraus für eure Ansichten dazu!
     
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  3. Eine echte, wahre, aufrichtige und authentische Liebe, geht nicht abhanden, darüber bin ich absolut überzeugt, wenn sie weggeht, war sie letztendlich nie da, es war nur eine Illusion und nicht echt!
    Die echte wahre Liebe möchte nicht bemüht werden! Das Problem sehe ich in der falsch verstandenen Liebe!!
     
  4. Also meiner Erfahrung nach nicht. Da schwand die Liebe immer nur aufgrund des Verhaltens des Partners. Wenn klar war, dass sich am Verhalten nichts mehr ändern wird. Wenn man wortwörtlich ent-täuscht wurde oder das sich Verhalten im Laufe der Zeit negativ änderte.
     
  5. »Da kam unsere Liebe plötzlich abhanden« - diese präzise Beschreibung galt auch einmal für mich. Davor standen aber sehr viel mehr Jahre, nicht nur acht.
    Und nein, vorausgegangen war kein leises Bröckeln, keine unüberwindbaren Ereignisse, keine greifbare Erkenntnis. Auf einmal war dieses Ende da.

    Später, nach einem gewissen Abstand, versuchten wir immer wieder herauszufinden, was der Auslöser gewesen sein könnte. Wir wissen es nicht, sind aber seit vielen Jahren froh, dass es so gekommen ist. Denn wir leben heute beide in neuen Beziehungen - wobei wir natürlich nicht wissen, wie lange diese halten. Wir genießen die Gegenwart.

    Das stimmt so nicht!! Warum sollte ich heute - viele Jahre nach der Trennung - hier den Standpunkt vertreten, wir hätten uns nie wirklich geliebt? Wir waren keine unerfahrenen Teenager, wir standen voll hinter unseren Entscheidungen: sowohl der Liebe, als auch deren Ende.
     
  6. Lieber snowwhite,
    die Liebe kommt niemals "grundlos" abhanden, sondern unbemerkt oder ignoriert vom Partner. Anzeichen fuer eine "Entliebung" sind immer da, werden aber von den Protagonisten als unbedeutend oder als Launen eingestuft. Einige meiner Freundinnen haben ihre grosse Liebe geheiratet, die mit einem Fiasco geendet hat. Eine wurde unheilbar alkoholsuechtig, eine andere ist "ploetzlich" nach 20 Jahren Ehe in eine Kommune gezogen, eine andere hat sich einen Liebhaber zugelegt.
    Die Gruende waren keinesfalls evolutionsbioligisch bedingt oder der reinen Abenteuerlust zuzuschreiben. In allen drei Faellen waren die Frauen mit grossen Erwartungen auf ein interessantes Leben in die Ehe gegangen. Da sich die Menschen im Laufe der Jahre aber entwickeln und oft auseinander entwickeln, kommt es nach und nach zu Divergenzen und Unzufriedenheiten, die nicht immer angesprochen werden, weil die Partner sich selbst nicht bewusst sind, was sich da abspielt. "Ploetzlich" stellt frau dann fest, dass sie mit dem einst Geliebten nichts mehr gemein hat. Sie erschrickt selbst darueber und weiss nicht, wie sie es dem Mann beibringen soll, ist aber meist fest entschlossen, die Ehe/Beziehung nicht weiterzufuehren.
     
  7. Machen wir uns doch im Nachhinein nichts vor, in den meisten Fällen stellt sich das alles als Trugschluss dar und wird wie so vieles einfach nur schön geredet, um für sich selbst besser dar zustehen! Wenn es innerlich, seelisch, emotional nicht absolut stimmig ist, geht jede Beziehung mit der Zeit auseinander, muss ja wohl!
     
  8. Das zitierte Gedicht dürfte auf der Verwechslung von Verliebtheit mit Liebe beruhen. Die Verliebtheit ist ein hormoneller Ausnahmezustand, der nicht ewig andauert.
     
  9. Als Biologin sage ich: ja, ich denke, das gibt es. Bei der Liebe geht es um Fortpflanzung und Aufzucht der Jungen für eine gewisse Zeit. Macht also Sinn.
    Soweit meine rein rationale Stimme im Kopf. Aber es gibt ja auch Liebe zwischen Eltern und Kind oder Zuneigung bei Freunden, da legt sich auch kein Schalter um. Bei einer sehr langen Partnerschaft ist dieses Liebesgefühl dann vielleicht eher ähnlich dem in der Familie als auf die Fortpflanzung gerichtet. Das erzählen doch auch viele Paare so ähnlich, oder? Und vielleicht gibt es diese Umwandlung dann nicht bei allen, selbst wenn sie „alles richtig machen“, soweit man sowas überhaupt sagen kann; es gibt bisher kein Patentrezept für dauerhafte Liebe.
    So zumindest meine Überlegung als jemand, der unbedingt an lebenslange Liebe glauben möchte, aber zu viel Fakten kennt :D

    Meine Beziehungen sind bisher immer (also, beide Male) aus triftigen Gründen auseinander gegangen, die im zweiten Fall auf seiner Seite zu Liebesverlust geführt haben. Aber ich kenne Leute im Umkreis, wo ohne Grund die Liebe gegangen ist.
    Übrigens meine größte Angst, dass es meinem Freund eines Tages so gehen könnte. Dann kann man wirklich nichts tun.

    W, 36
     
  10. Lieber Inspirationmaster,

    Deine Sicht wäre sicherlich in sehr vielen Fällen richtig wenn Beziehungen und die Menschen die sie führen statisch wären. Aber fast alle von uns entwickeln uns weiter und die Umwelt in der wir leben verändert sich auch und ist oft der Treiber der persönlichen Entwicklung. Daher kann man sich sehr wohl zu Beginn einer Beziehung und auch viele Jahre ernsthaft und stark lieben ohne sich etwas vorzumachen. Aber je nachdem wie sich die äußeren Umstände und die beiden Partner im laufe der Zeit entwickeln kann auch die stärkste Liebe Opfer einer divergenten Entwicklung einer oder beider Partner werden. Eine gute Beziehung lebt natürlich davon divergierende Entwicklungen zu erkennen und sie wieder zur Beziehung konvergieren zu lassen, aber man erkennt eben nicht immer jede divergierende Entwicklung insbesondere wenn sie langsam und schleichend erfolgt. Der entscheidende Punkt ist dabei, dass die Entwicklungen oft keine bewussten Entscheidungen sind oder aber der Bezug einer Entscheidung zur Beziehung und ihre Auswirkung auf die Liebe nicht erkannt wird. Wir Menschen entwickeln uns fast alle permanent weiter und dabei passieren Veränderungen in unserem Körper und insbesondere in unserem Gehirn, die wir willentlich direkt nicht steuern können.
    Daher lässt Deine sehr rigide Aussage m.E. die Zeitachse und damit Dynamik sowie die neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Entwicklung von Gehirn und Emotionen außer Acht.
     
  11. Es geht im Gedicht um ein Paar nach acht Jahren. Ich würde sagen, da ist Verliebtheit lang vorbei. Und hier wurde ja auch ein reales Beispiel genannt. Warum sollte Verliebtheit nicht ewig andauern, aber Liebe immer auf jeden Fall?
     
  12. Ich denke schon, dass eine Liebe abhanden kommen kann, wenn Leute sich in verschiedenen Richtungen entwickeln. Einer entwickelt sich weiter (möchte sich weiterentwickeln) und der Andere will/kann/muss sich nicht weiterentwickeln und dann passiert es schon, dass man einfach aus dieser Beziehung heraus möchte.
    Ich habe neulich einen Film gesehen über die Entstehung von Mc Donald. Die Idee war eigentlich von zwei Brüdern Mac und Dick Mc Donald aber die Firma wurde groß durch einen Vertreter Namens Roy Kroc, der aus einer Homburger Bude ein Imperium erschaffen hat. Er war (so wird es im Film dargestellt) glücklich verheiratet aber er wollte eben mehr aus seinem Leben machen und die Frau zog nicht mit. Immer wieder hat er versucht sie davon zu begeistern aber sie hatte einfach gar kein Interesse. Sie verstand ihn einfach nicht. Sie wollte ein ruhiges Leben, Freunde, ab und zu Essen gehen und mit anderen Ladies Zeit verbringen während er die Welt ändern wollte und eine Partnerin brauchte. Eines Abends saßen sie am Esstisch und haben gegessen und sie hatten sich nichts mehr zu sagen. Er sagte dann ruhig, während er sein Essen aß, "Er wolle die Scheidung". Bum. Das ist ein sehr interessanter Film und heißt "The Founder".
     
  13. In meinem persönlichen Umfeld ging die Liebe immer dann abhanden, wenn etwas Neues zumindest in Aussicht stand.
    Ein anderer Mensch, Neugierde auf ein anderes Leben, vor allem anders gespiegelt werden (plötzlich begehrt jemand wieder, freut sich sichtlich, wirbt, hat so ein Strahlen, interessiert sich intensiver, stellt andere Fragen, schickt andere Nachrichten, erscheint liebevoller. Frisch verliebt überstrahlt alles Gewesene).

    In wirklich allen Fällen gab es so jemanden Neues (und sei es nur eine heimliche Schwärmerei).
    Und das war dann der Auslöser für die Frage, ob man es nicht wenigstens versuchen sollte.

    Im Übrigen: Erich Kästner hatte erhebliche Probleme mit verbindlichen Beziehungen. Dem ging die Liebe oft abhanden ...
     
  14. Liebe als beständige Zuneigung, Verliebtheit als Hype der Anfangszeit verstanden ...
     
  15. Tja, irgendwie war ich noch niemals so richtig von diesem altruistischen Definition überzeugt; und das Leben hat mich diesbezüglich auch nicht unbedingt eines Besseren belehrt.

    Kann es sein, dass man für so eine Einstellung ein wenig auch eine naive, romantisch-verklärte Dankweise braucht ?

    Ich glaube ja eher, dass eine gute alte Liebe vor allem deswegen nicht rostet, weil viel Übereinstimmung bzw. Passung in den charakterlichen Eigenschaften der Protagonisten besteht.

    Und so eine alte Liebe; die rostet nicht nur nicht mal eben, sondern geht auch nicht einfach so mal eben verloren.

    Und ja, wir nehmen durch aus auch bewusst Einfluss auf unsere Gefühle.
    Gefühle sind m.E. durchaus Produkte bewusster und unbewusster Einflüsse, unterliegen also (in ganz engen Grenzen) auch dem Willen.
     
  16. Ich glaube nicht, dass die Liebe "plötzlich" abhanden kommt, wenn sie einmal stark vorhanden war, sondern es ein unbewusster, schleichender Prozess von Enttäuschungen/nicht mehr erfüllten Erwartungen ist. Die Betroffenen sagen, es gab keinen Grund, weil es kein offensichtlicher, riesiger Grund wie Fremdgehen war, sondern viele Kleinigkeiten im Alltag (mitunter einfach Langeweile/Eintönigkeit/Routine einer langen Beziehung).
     
  17. Man betrachte einfach mal das doppelte Lottchen, total fern von aller Realität.

    Zu Deiner Frage, nein grundlos verändert sich nichts.
     
    • # 16
    • 10.01.2020
    • void
    DAS finde ich extrem wichtig, wenn man sich die Weisheiten und künstlerischen Schlüsse eines Menschen so ansieht und meint, sie als allseits gültige Philosophie zu übernehmen. Ohne es auf Kästner zu beziehen: Manchmal ist es auch wirklich schönklingender Blödsinn oder was, das eigentlich nur diesen kreativen Schöpfer betrifft und ein paar andere. Und die, die was reinlesen, was nicht gemeint ist.

    Ich denke, wenn man sich plötzlich wirklich entliebt, war alles vorher auch keine Liebe, sondern nur eine Illusion davon. Man DACHTE, man würde lieben. Aber das Gefühl ließ sich nur eine Zeit lang überreden.
    Nein, glaube ich nicht. Wenn sie abhanden kommen, ist in dem, bei dem das passiert, wirklich eine Erkenntnis offengelegt worden.

    Oder er hat eine Phase, in der er nichts fühlen kann, und denkt, das läge am Partner. Es gibt mE Phasen im Leben, in denen man weniger von Gefühlen geleitet wird als sonst. Und alles, was nicht tief sitzt im Gefühl, besteht die Prüfung dann auch nicht, aber alles wird erstmal der Prüfung unterzogen. Aber dann ist die Liebe nachher nicht weg, sondern gefestigt und noch fester.
    Wird so sein, wenn man noch an der angenehmen Hülle festhält. Die werden sich ja nicht plötzlich ätzend finden oder gar hassen. Sie wollen beide die Fassade erhalten in der Hoffnung, dass das den Inhalt wiederbelebt. In meiner Exbeziehung war die Hülle noch lange sehr schön und intakt. Aber innerlich wurde es immer problematischer.
    Keine Ahnung, finde ich zu diktatorisch ausgesagt. Es gibt doch auch Paare, die bis ans Lebensende zusammenbleiben und nie diesen Schalter empfanden. Liebe ist für mich ein Gefühl, das der andere Mensch auslöst, aber das in mir ist. Nicht irgendwas, das ich mir einbilde und das plötzlich weg sein kann, wenn ich richtig erkenne, wer der andere eigentlich ist. Sonst wäre es für mich Projektion.
    Auch wenn ich eine gefühlsarme Phase habe, in der ich Probleme habe, meine Liebe zu zeigen, empfinde ich nicht die Sicherheit, dass ich den anderen gar nicht mehr will, wie bei diesem Schalter. Bei dem ist man sich ja absolut sicher, dass es vorbei ist.
     
  18. Quatsch!
    Es gibt mehr monogamie langlebige Beziehungen in Treue als sich das die ewig in der Liebe Gescheiterten eingestehen wollen.
    Alle meine Kollegen und Kolleginnen sind durchweg schon fast 30 Jahre ohne Skandale verheiratet, das Bürgertum, Kinder, Küche, Herd, Baufinanzierung.
    Meine Eltern und Großeltern waren bis zum Tod mit dem ersten Partner verheiratet und nein, diese Frauen waren weder finanziell noch sonstwie an diese Männer gebunden, es waren Liebesehen, natürlich gab es auch mal Zoff, aber man nahm Herausforderungen gemeinsam an und hat nicht das Handtuch geworfen.

    Das es heutzutage mehr Scheidungen gibt als früher hängt eben nicht mit dem alten Rollenbild zusammen, wobei die Mehrzahl der Frauen auch heute noch so lebt, er hat den Job, sie den Haushalt, sondern einfach am Charakter des einzelnen.
     
  19. Wen ich geliebt habe, den liebe ich auch heute noch.
    Natürlich nicht mehr in der ursprünglichen Intensität, oder Kontakt. Kann ich an einer halben Hand abzählen. Der Rest war lediglich Verliebtheit, aber keine Liebe.
    Die Trennungen waren immer eine Entscheidung aus Gründen. Man hatte sich unterschiedlich entwickelt. Etwas hatte dann nicht mehr gepasst. Die Entscheidungen waren reine Kopfsache, trotz starker Liebe. Von daher würde ich aus meiner Sicht sagen, die Liebe verschwindet nicht. Man geht nur einen anderen Weg.
    Man sollte auch jeden gemeinsamen Weg, den man mit einem Menschen gegangen ist, schätzen und nicht als verschwendete Zeit sehen. Denn dieser Weg war Teil des eigenen Lebens.
    Deshalb halte ich das mit der "Illusion", dass jemand nie da gewesen wäre, wenn er sich irgendwann trennt, für Quatsch.
     
  20. Ich denke die markierten Faktoren stehen dem überhaupt nicht im Wege, wobei ich nicht glaube, dass die Liebe wegfällt sondern sich eher in eine geschwisterartige wandelt. Solche Partnerschaften müssen deswegen auch nicht gleich schlecht sein, nur es wird dann halt eher zu Familie als zur Partnerschaft, mMn merkt man teilweise auch wie sich das verwendete Vokabular dementsprechend ändert.
     
  21. Kommt ganz darauf an, was du unter Liebe verstehst...

    Einfach abhanden kommt die einem mit Sicherheit nicht, genauso wenig wie sie einen einfach so überkommt. Es ist ein Prozess, den man gestalten muss - im positiven, wie im negativen Sinne.

    Wenn man sich irgendwann entliebt hat, dann hat man schon vor geraumer Zeit damit angefangen, gewisse Dinge zu tun, oder sie zu unterlassen...
     
  22. Grundlos - Nein . Schuldlos - Ja.
    Meine Antwort ganz kurz.
    Ja, es gibt eine langsame, schleichende Entwicklung. Die oft im Alltag gar nicht bemerkt wird. Irgendwann ist die Luft soweit raus, dass man es bemerkt. Und ja, es kann sein, dass für einen alles ok ist .... und für den anderen die Luft raus. Die Zuneigung muss ja nicht weg sein.

    Dieser romantisch verklärte Ansatz - teilweise noch mit Beanspruchung der Definitionshoheit - ist Philosophie für die geistig Armen. Momentan ja sehr in.
    Erich Kästner hat als Schriftsteller wohl verarbeitet, was er als Mensch erlebt und subjektiv wahrgenommen hat.
     
  23. Sehr richtig erkannt! Genau so ist es, was man nicht kennt, weiß man eben nicht und hat selbst keine Antwort darauf, so werden hier alle unbeantworteten Fragen an das Forum gestellt! Hätten diese Leute eigene Antworten darauf, es gäbe dieses Forum nicht!☺
     
  24. Dabei handelt es sich um ein Kinderbuch, nicht um einen Familienratgeber. Fantasie ist gefragt - die ist, ganz offensichtlich, bei Kindern manchmal eher vorhanden, als bei manchen Erwachsenen, liebe Thanis.
    Und: er war alles andere, als ein Moralist!

    Richtig ist, dass Kästner - zumindest soweit es an die Öffentlichkeit drang - selbst nie in einer »harmonischen« Beziehung gelebt hat. Das mag auch seine etwas ironische (selbstkritische?) Betrachtung des Paares aus dem hier zitierten Reim geprägt haben - dennoch bin ich froh, dass wir ihn als großartigen Lyriker, Kinderbuch- und Romanautor hatten.

    Was mich an der Diskussion in diesem Thread dann doch stört: dass viele Antworten meinen, den Schreibenden klar machen zu müssen, dass ihr Empfinden ein Fake sei. Eigene Vermutungen und Ansichten sind erlaubt, Zuweisungen sind heikel.
     
  25. Das sehe ich absolut genauso und gehe konform mit dem folgenden Zitat:
    „Die Liebe stirbt nie einen
    natürlichen Tod. Sie stirbt, weil wir das
    Versiegen ihrer Quelle nicht aufhalten, sie
    stirbt an Blindheit und Missverständnissen
    und Verrat. Sie stirbt an Krankheiten und
    Wunden, sie stirbt an Müdigkeit. Sie siecht
    dahin, sie wird gebrechlich, aber sie stirbt
    nie einen natürlichen Tod. Jeder Liebende
    könnte des Mordes an seiner eigenen Liebe
    bezichtigt werden.“ (Anaïs Nin)

    Wenn Liebe „stirbt“ dann war sie entweder nie wirklich da und man hat andere Gefühle und Bedürfnisse mit Liebe verwechselt oder aber, man hat sie nicht gewürdigt und geschätzt und hat den Partner mies oder zumindest nicht mit Wertschätzung und Respekt behandelt. Und dann stirbt bei mir auch die Liebe wenn mein Gegenüber mich physisch oder psychisch nich gut behandelt.
     
  26. Und wer von uns tut das nicht? „Geistig arm“ ist nur, die eigene Meinung als der Weisheit letzten Schluss zu sehen und alles, was damit nicht übereinstimmt, als „geistig arm“ zu bezeichnen.
     
  27. Das ist für einen Schriftsteller nicht ungewöhnlich, sondern eher die Normalität. Selbst in Fantasy Romanen wird teilweise selbst Erlebtes verarbeitet.
    Und klar kann die Liebe verschwinden. Ob es nun der Alltagstrott war oder das ständige einander Reiben, weil es doch nicht passt, ist letztendlich egal.
    Ja klar, kann man aufwachen und für sich feststellen, dass die Liebe verschwindet wie ein Stock oder Hut. Und klar kann man der verdutzten Mutter genau diesen Spruch sagen als sie konsterniert vor dem Ehe - Aus ihrer Tochter steht und nach dem Warum fragt.
    Wenn man deshalb geistig verarmt ist - sei es drum.
    W,54
     
  28. Verliebtsein ist das Spiel der Hormone, welches Signale an die Geschlechtsorgane sendet, sich zu verpaaren..damit Frau und Mann das auch wollen, muss die Natur nachhelfen und tut es, indem sie uns eine rosarote Brille verpasst, bei der wir uns den Partner schönsehen. Nach erfolgter Paarung ist das Ziel erreicht, die Brille löst sich in Wohlgefallen auf und man sieht den Partner mit den gleichen Augen, mit dem andere ihn sehen. Dann ist es mit der Verliebtheit und Koitusfrequenz vorbei. Passt der Partner rein menschlich wird aus der Beziehung eine Partnerschaft auf Augenhöhe, irgendwann ohne sexuelle Anziehung (denn man begehrt nur, was neu und geheimnisvoll ist) und das ist dann die "abhanden gekommene" Liebe. Mit anderen Worten..dieser Prozess ist völlig normal.
     
  29. Doch das stimmt, wahre Liebe entliebt sich nicht, das Problem ist, dass die allermeisten Menschen verkopft sind und nicht die wahre Liebe leben, sie leben lediglich die Illusion, eine gewaltige Selbsttäuschung!
     
  30. Wahre Liebe nach IM.
    Ich lasse mir von einem verbitterte Mann meine Liebe zu meiner verstorbenen Frau nicht klein reden.
    Es war Liebe.Tief, fest.
    Ich habe sie verabschiedet, ich habe getrauert.
    Die Erinnerung an diese Liebe wird bleiben. Dankbarkeit dafür.

    Ich liebe meine jetzige Partnerin, eine gewachsene, tiefe, ehrliche Liebe.

    Viele, die von der EINEN GROßEN WAHREN Liebe schwadronieren, setzen ein unerreichbare Postulat, weil sie selbst zu tieferen Gefühlen, außer Frust, nicht fähig sind.

    Liebe ist großzügig, offen.

    M, 54
     

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