• 09.01.2017
    • void

    Bitte um Rat für eine Verwandte

    Hallo, liebe Mitschreiber,

    die Lage einer Verwandten beschäftigt mich derzeit etwas, weil es schwer ist, ihr einen Rat zu geben. Sie ist seit bestimmt dreißig Jahren verheiratet, der Mann hatte irgendwann eine andere, mit der er nun seit sicher zehn Jahren zusammen lebt, aber noch mit seiner Frau verheiratet ist, weil sie sich gegen die Scheidung stellt. Sie ist chronisch krank und bekommt eine Erwerbsunfähigkeitsrente. Ihre zwei Kinder sind erwachsen, sie lebt mit ihren zwei Geschwistern in einem Haus, das ihr zu einem Drittel gehört. Also ich denke, sie bekommt keine Sozialhilfe oder sowas.
    Ich hab keine Ahnung von diesen Umständen, was das Finanzielle angeht. Hier gibt es ja öfter Beiträge, dass wenn man nicht geschieden ist, die Rentenansprüche steigen. Falls sie aber vorher stirbt, erbt der Mann ja ihr Drittel am Haus und ihre Geschwister müssten ihn auszahlen. Ich denke, das Verhältnis ist jetzt nicht so besonders, weil er die Schwester ja betrogen hatte.
    Manchmal am Kaffeetisch dreht sich die Diskussion darum, ob es nun besser ist, sich scheiden zu lassen oder nicht. Da hier alle keine Ahnung davon haben, stehen sich nur Meinungen und kaum Argumente gegenüber. Ich würde ihr gern was raten, aber ich weiß nicht, was besser ist, finanziell gesehen. Sie hofft darauf, dass er früher stirbt und sie erbt, aber sie nimmt Medikamente, er führt eine vermutlich glückliche Beziehung und wird nichts sparen. Und wenn, kriegen die Kinder ja auch was. Unterhalt bekommt sie nicht von ihm, sie weiß vermutlich nicht mal, wieviel er verdient. Hat sie auch nie eingeklagt, weil sie fürchtet, dass dann daran gerührt wird, dass man sich scheiden lassen muss. Vielleicht will sie ihm auch vermasseln, dass er die Frau heiraten kann.
    Danke fürs Lesen. Vielleicht hat ja jemand einen guten Tipp, den ich ihr mal sagen könnte.
     
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    • # 1
    • 09.01.2017
    • proudwoman
    Guten Morgen, liebe @void ! Das ist eine schwierige Kiste. Ich habe keine Ahnung davon, bin allerdings selber geschieden mit einem Kind. Mir war es wichtig, von diesem Mann geschieden zu sein und zwar mit allen Konsequenzen. Er zahlte für unseren Sohn Unterhalt, eine Zeit lang für mich auch und dann bin ich arbeiten gegangen. Ich möchte von ihm nicht mehr abhängig sein, um nichts in der Welt.
    Er ist mit seiner neuen Ehefrau und Tochter getrennt und sitzt vor einem Trümmer haufen. Ich habe meine Ruhe. Ich möchte aus dieser Ehe kein Kapital schlagen, was viele hier sicher anders sehen.
    Sag mal kann das nicht ein Anwalt oder die Rentenstelle besser beurteilen? Alles gute.
     
    • # 2
    • 09.01.2017
    • Lionne69
    Liebe Void,

    Rein sachlich,
    Sie sollte sich zeitnah anwaltlichen Rat besorgen. Wenn Du die Kapazität und die Nähe hast, begleite sie, vielleicht braucht sie jemanden, der sie am die Hand nimmt. Was wäre optional mit ihrem Kindern?

    Unterhalt für sie selbst steht ihr m.E. aufgrund der Erwerbsunfähigkeitsrente zu.
    Thema Vererben - Warum keine Schenkung an die Kinder? Im Scheidungsfall wäre dies sowieso obsolet.
    Aber testamentarisch wäre einiges möglich - dies über eine professionelle Beratung zu gestalten.
    Staatliche Hilfe ist wohl schwierig, da ihr Mann, geschieden oder nicht, unterhaltspflichtig ist, und dies einzufordern wäre.
    Wohngeld könnte möglich sein, das gibt es auch bei Wohneigentum, aber auch hier fachliche Beratung.

    Eigentlich wäre es sinnvoll, alles ordentlich zu regeln, und zu klären.
    Ich glaube, dass inzwischen diese vermeintliche spätere Nutzensteigerung durch Rentenanteile bei ihr nur noch marginal ist, gerade aufgrund des Unterhaltsverzichts, bei einer Scheidung wird dieser Anteil geklärt - Versorgungsausgleich. Bei über 30 Jahren, was soll noch ansteigen? Um wieviel? 10€?

    Ein Hinweis, was sie dringend auch klären sollte - Vorsorge-, Betreuungsvollmachten, Bankvollmacht (ist eine eigene), Patientenverfügung, und ggf. Testament.

    Sie ist wohl eher zu inaktiv, zu träge, um eine eigentlich problematische Situation zu klären. Das erfordert Engagement, bringt evtl. Schwierigkeiten mit sich.
    Der Ex wird es nicht klären, er fährt momentan sehr gut - kein Unterhalt, Erbanspruch, keine Rentenklärung...Vielleicht hofft er auf das Gleiche?
     
    • # 3
    • 09.01.2017
    • Lebens_Lust
    Gesetzliche Erbfolge: Mann erbt die Hälfte, Kinder teilen sich den Rest. Wer darauf hofft, den anderen zu beerben, muss das Risiko eingehen, selbst eben auch vererben zu müssen. Die Denkweise, sich deshalb nicht scheiden zu lassen, finde ich merkwürdig. Aber sie steigert natürlich auch ihre Rentenansprüche, wobei dafür ebenfalls Voraussetzung ist, dass sie sich irgendwann scheiden lässt. Oder eben Unterhalt einfordert.
    Grundsätzlich: ihr Problem und nichts für den Kaffeeklatsch der Familie.
     
  2. Guten Morgen,

    *Menschenskinder*, so etwas gehört doch nicht in ein Forum. Die Ehegattin hofft auf den Tod ihres Nochegatten etc.pp.... was willst du dich da reinstecken, Ratschläge erteilen und warum??? Das gehört in die Hände eines Anwaltes. Das ist eine Geschichte, die nur die Betreffenden zu klären haben.
    Kaffeklatschdiskussionen und die daraus sich ergebenden Ratschläge halte ich für unangemessen. Haben und kriegen wollen, Himmel hülf, das hätte man beizeiten klären müssen. So ein Gerangel vergiftet die Seele und lässt die Betreffende vielleicht eher in gruftige Gruben steigen, als den Mann....
     
    • # 5
    • 09.01.2017
    • Ariadna
    Welchen Anteil der Mann erbt kommt darauf an, wie sie zu dem Hausanteil gekommen ist und welcher Güterstand für die Ehe gilt. Vermutlich haben sie eine Zugewinngemeinschaft.
    Vermögen und Besitz, den sie vor der Eheschließung hatte, irgendwann geschenkt bekam oder erbte gehört ihr und zählt zur Erbmasse. Die Erbmasse wird - sofern nicht testamentarisch anders geregelt - je zur Hälfte an ihren Mann und ihre Kinder vererbt. So sie den Hausanteil geerbt hat bekäme er 1/6.
    Alles was während der Ehe - Zugewinngemeinschaft vorausgesetzt - erwirtschaftet wurde wird bei Auflösung der Ehe (Scheidung oder Tod) im Rahmen des Zugewinnausgleichs aufgeteilt. Ihr Zugewinn geht in die Erbmasse ein.

    Wenn sie den Hausanteil geerbt hat, gehört er nicht zum Zugewinn. Bei der Scheidung wäre nur die (anteilige) Wertsteigerung des Hauses Zugewinn.

    Ich bin mir nicht sicher ob er sich auf 'auszahlen' einlassen müsste oder seine Ansprüche anderweitig geltend machen könnte. Das sollte sie dringend klären.

    Was die Rente bei Scheidung angeht, werden üblicherweise - grob gesagt - die Rentenpunkte beider Partner, die während der Ehe erworben wurden, addiert und hälftig aufgeteilt. Zugewinngemeinschaft vorausgesetzt. Deswegen
    Wie es in ihrem speziellen Fall ist, z.B. ob sich der Versorgungsausgleich positiv auf ihre derzeitige Rente auswirken würde, kann sie bei der Rentenkasse erfragen.

    Das Ganze auszusitzen und darauf zu hoffen, dass er zuerst stirbt ist keine empfehlenswerte Lösung.
     
    • # 6
    • 09.01.2017
    • void
    Hallo, ihr Lieben,

    vielen Dank für die Antworten.
    So hätte ich das auch gesehen, aber sie ist anders drauf. Ich glaube, sie hadert sehr mit ihrem Leben. Die Medikamente haben keine schönen Nebenwirkungen.
    Ich könnte sie begleiten, aber sie ist schwierig. Ihre Krankheit ist psychisch und die Kinder haben irgendwie keinen Bezug mehr zur Mutter. Außerdem müsste ich ihr erstmal ein Argument liefern, dass sie es nötig findet, an dem Zustand was zu ändern. Deswegen auch meine Frage hier, ob es irgendwas gibt, das sie als Vorteil für sich sehen könnte. Sie klagt ja auch, dass sie nicht weiß, was wird, wenn die EU-Rente ausläuft.
    An sowas dachte ich, zumal das ihre Geschwister entlasten würde, was die Unsicherheit angeht und finanziell, wenn alles geklärt ist und sie das Geld bekommt, was ihr rechtmäßig zusteht.
    Ich denke auch, wenn sie jetzt ohne Unterhalt klarkommt, wird das später ein Argument sein.
    Naja, Ratschläge erteilen würde ich gar nicht aktiv wollen, nur wenn welche kommen mal einwerfen, dass das so nicht geht, wie sich das wer vorstellt. Sie tut mir einfach leid. Die Trennung ist nun schon so lange her, sie hat die psychische Krankheit, durch die Medikamente zugenommen und Haarausfall und ist eigentlich eine Person, die die schönen Dinge des Lebens liebt. Ihre Geschwister mag ich halt auch. Die leiden auch unter der Situation, sind aber zu involviert, als dass sie einen Hinweis loswerden könnten an sie, den sie neutral sieht.
    Kaffeetischthemen kommen eben auf, wie willst Du das verhindern. Wenn sie das anspricht, ist das Thema da, wenn nicht, dann nicht. Es will sie auch niemand bearbeiten oder ihr was aufdrücken, es geht nur darum, dass ihre Pläne vermutlich nicht so funktionieren werden und ich den Eindruck habe, ein gutes Argument könnte was bewegen, dass sie sich ihre Situation verbessert, statt dass sie ausharrt und sich die Zukunft schwarz ausmalt.
     
    • # 7
    • 09.01.2017
    • void
    Ja, das ist das Problem, sie macht weder-noch und kriegt zu wenig, um wirklich leben zu können. Vielleicht steht ihr auch ihr Stolz im Weg oder der Hass auf den Mann, der sie hat sitzenlassen, als sie krank wurde, nachdem sie in sein Dorf gezogen war und sich da jahrelang isoliert gefühlt hat. Mit Anwälten oder Rechtberatung hatte die Familie noch nie zu tun, deswegen wissen sie vielleicht auch gar nicht, was sie hier Nützliches kriegen könnten. Das ist eher so: Lieber seine Ruhe haben, was ich auch gut verstehen kann, aber die Situationen ändern sich ja nicht und das Problem wird vielleicht noch größer.
    Es wird so sein, wie Du schriebst. Das Haus wurde geerbt, nachdem sie schon verheiratet und wieder getrennt war und sie werden das Übliche haben, Zugewinngem.. Ein Testament gibt es nicht. Wenn ich das richtig verstanden habe, haben er und die Kinder Anspruch auf das Drittel, also er 1/6.
    Ja, ich denke auch, dass das dringend nötig wäre, denn wenn er sich nicht auszahlen lassen will und selber irgendwas nutzen will, wird das ganze ein Riesenproblem. Sicher auch so schon, das Grundstück wird 200 000 wert sein, das Haus - keine Ahnung, vielleicht nichts. Zur Klärung müsste man ihr aber ans Herz legen, dass sie an die Zeit nach ihrem Tod denkt, das werde ich nicht direkt machen. Die Geschwister sind auch überfordert mit der Situation. Das ist alles ziemlich verfahren und alle halten still und hoffen das Beste.
    Den Hinweis werde ich ihr mal geben. Das ist neutral und vielleicht kommt sie drauf, mal Beratungsangebote zu nutzen.

    Vielen Dank für eure Beiträge.
     
    • # 8
    • 09.01.2017
    • Lionne69
    Ok, Deine Besorgnis ehrt Dich sehr.

    Ich würde ihr mit dem Argument finanzielle Sicherheit kommen.

    1) Dass ihr Anteil am Haus gewahrt bleibt
    2) Dass sie ein zuverlässiges Einkommen benötigt. Ich nehme an, dass die EU durch die normale Rente abgelöst wird. Diese ist durch wenig Beitrag deutlich geringer.
    Die Ergänzung käme über die Rentenanwartschaften, die sie über den Versorgungsausgleich bei ihrem Ex erworben hat, so wenig ist dies bei so langer Ehezeit nicht. (Also ihre Rentenbezüge + Unterhalt / Rentenanteile ihres Ex). Ariadna hat den richtigen Tipp, die können sehr genau sagen, was Deiner Verwandten aus der Rente des Mannes zusteht.
    Und bis dahin natürlich Unterhalt, auch da gibt es eben Ansprüche.
    Wohngeld ist auch wirklich ein Thema.
    Ohne Rechtsberatung geht gar nichts, sie braucht verlässliche Auskünfte, nicht Spekulationen.
    Es ist auch nicht ehrenrührig, Fachleute zu fragen, da muss sich niemand schämen, und es gibt schließlich Schweigepflicht.

    So wie Du schreibst, wird sich nur etwas ändern, wenn Du initiierst, das sonstige Umfeld wird zuschauen.

    Versuche ihr das in kleinen, verträglichen Portionen nahe zu bringen. Zuviele Fragezeichen, zuviel Entscheidung überfordert, dann blockiert sie nur und verharrt wieder.

    Ich würde ihr wirklich über den Sicherheitsaspekt gehen, und dass es erstmal nur um Information nicht um Entscheidung geht.
     
    • # 9
    • 09.01.2017
    • void
    Darum geht es nicht, ich denke, es ist eher, dass sie gar nicht wissen, an wen sie sich wenden sollten und wie sie das angehen sollen. Wenn dann noch Kosten hinzukommen, winken sie gleich ab. Die Geschwister arbeiten beide Schicht und zumindest von einem weiß ich, dass die Arbeitssituation alles andere als schön ist. Sie sind froh, wenn sie nebenher nicht noch irgendwas anleiern müssen bzw. wie geschrieben, sie müssten ja auch erstmal rausfinden, wohin sie sich womit wenden.

    Ja, genau das ist der Punkt.
    Sie hat auch gearbeitet, bevor sie krank wurde, aber ich glaube, eine Zeitlang war sie auch arbeitslos.
    Für das Wohngeld müsste sie zum Amt, ich glaube, da scheut sie sich vor. Und für die Rentenauskunft müsste sie sein Gehalt wissen. Da wird es schon wieder haarig, weil sie keinen Kontakt aufnehmen will, glaube ich. Wenn sie schon mal über den Mann redet, klingt es so, als sei es Lord Voldemort.

    Ja, ich will auch am liebsten nur einen Tipp geben, an wen sie sich wenden kann, um Rat zu kriegen, dass dieses Kaffeesatzlesen aufhört. Ich würde sie auch begleiten, wenn sie nicht allein hin will, aber das ist jetzt nicht das Problem, denke ich. Die größte Hürde seh ich darin, dass keiner was genaues weiß und sich auch keiner erkundigt, weil es Zusatzarbeit bedeutet.
    Wenn sie dann immer noch sagt, dass sie lieber in die noch-mehr-Armut rennt, als dass sie dem Ex gönnt, sich nochmal zu verheiraten oder vermeiden will, den nochmal zu sehen, weil sie was einklagt oder sich scheiden lässt, kann ich auch nichts tun. Ich denke auch, wenn ein Berater ihr da weiterhilft als Außenstehender, ist das noch was anderes, als wenn ein anderer Mensch, also ich, am Kaffeetisch mit seinen Ideen daherkommt.
     
    • # 10
    • 09.01.2017
    • Gast712
    Ich finde es aussnahmsweise gut, dass du dich einmischt, weil sich Ehefrauen nie scheiden lassen, egal was der Mann tut.

    Ich würde auf den materiallen Besitz verzichten, auf Häuser sowieso. Im Gegenzug dafür ein freies Leben genießen. Man hat nur ein Leben.

    Wir haben alle mal weniger Rente oder müssen schauen, wo wir geldlich bleiben. Sie ist nicht die Einzige mit keinem Geld! Außerdem bekommt sie doch etwas Unterstützung mit der Erwerbsminderungsrente. Und das passt ihr jetzt auch nicht oder wie?
    Was für Luxusansprüche hat sie denn, um Himmels Willen? Also für ein Basic-Leben reicht es allemal, würde ich meinen!

    Sie kann ja bald wieder einen Mann kennenlernen. Also schlimmer als ein junger Singlemensch ohne Geld geht es ihr ganz sicher auch nicht!
    Immer dran denken: anderen geht es noch viel schlechter! Ich kenne Leute, die für 0,50 Cent am Tag arbeiten.

    Das ist alles eine Frage der eigenen Unfähigkeit und Bequemlichkeit.
     
  3. Liebe Void,

    ich rate dir dringend davon ab, sich dort einzumischen und dieser Frau einen Rat zu erteilen. Manchmal muss man das Leid eines anderen ertragen können, weil es so gewählt wurde. Es sei denn, sie bittet um Rat.
    Seit 10 Jahren weigert sie sich, die Ehe aufzulösen, die schon lange keine mehr ist. Wir wissen nicht, in welcher Form der Mann auch um sein Leben betrogen wurde und es wäre falsch in irgendeiner Form Partei für deine Verwandte zu ergreifen. Am Ende bist du diejenige, die Federn lässt. Das hat überhaupt nichts mit Zuschauen und unterlassener Hilfeleistung zu tun, sondern mit Respekt vor dem selbst gewählten Lernprogramm. Wenn sie es gewollt hätte, hätte sie lange schon professionellen Rat eingeholt. Ich befürchte sie trägt einen Kampf bis zum bitteren Ende aus und vielleicht ist sie deshalb auch so krank.
     
    • # 12
    • 09.01.2017
    • Lebens_Lust
    Rachegedanken, die verlassene und verletzte Frauen öfter mal haben. Da hilft leider oft kein "vernünftiges" Argument. Wenn er sich nochmal verheiraten möchte, kann sie die Scheidung sowieso nicht dauerhaft verhindern. Er wird ein schlechtes Gewissen haben und ihr nicht die "soziale Sicherheit" entziehen wollen. Man sollte solche Menschen einfach so leben lassen wie sie gerne möchten. Meine oder Deine Argumente für einen "reinen Tisch", der im Grunde beiden hilft, werden nicht nützen.
     
    • # 13
    • 09.01.2017
    • Lionne69
    Ich habe festgestellt, dass diese ganzen Ämter- und Anwaltsangelegenheiten gewaltig (über-)fordern können. Wo welche Auskunft, wie korrekt sind die Auskünfte, wo sind welche Anträge zu stellen, wie diese Anträge korrekt ausfüllen.

    Wenn dann Unerfahrenheit und / oder weitere Schwierigkeiten hinzu kommen, dann ist passiv bleiben sehr oft die einzige Möglichkeit; das Andere nicht zu bewältigen, ein viel zu großer Berg.
    Ich spreche aus eigener Erfahrung, ich hatte eine Zeit, wo ich an unterschiedlichsten Stellen viel zu klären und zu regeln hatte, psychisch nicht sonderlich belastbar, da lösten solche Aufgaben massive Beklemmungen bis Panikattacken aus. Ich biss mich durch, aber das gelingt nicht jedem, vor allem wenn der Background an Wissen und Kompetenz fehlt.

    Ein Rat wird nicht reichen.
    Die Auskünfte, Berechnung der Rentenversicherung sollte sie als Ehefrau bekommen, sie ist ja direkt beteiligt. Es gibt die Beratungsstellen, Beratungstage, unentgeltlich.

    Anwaltliche Beratung ist die 2. Anlaufstelle, aber kann sie - bitte ohne Wertung - diesen komplexen Fragen folgen, die relevanten Fragen stellen? Unterhalt, Versorgungsausgleich, Erbrecht?
    Zusätzliche Sozialleistungen wären die letzte Frage, aber erst, wenn die Einkommensseite geklärt ist.

    Es ist an Dir, für Dich zu entscheiden, ob und wie weit Du Dich engagieren möchtest und kannst.
    Aber mit einem einfachen Rat ist es, wenn Du die Kapazitäten ansiehst, die Möglichkeiten abwägst und eine für sie zufriedenstellende Lösung möchtest, nicht getan.
    Diesen einfachen Rat gibt es nicht, käme nicht an, noch kann er umgesetzt werden.

    Und wenn Du nicht schweigen willst, wie die anderen, dann wirst Du automatisch aktiv werden, zu viel mehr Engagement gebracht.
    Entweder wird sehr schnell die Verantwortung an Dich delegiert - und ggf. bist Du dann auch der Sündenbock, wenn es unbequem werden würde, oder / und Du bekommst andere negative Reaktionen.
    Mit einem Danke würde ich nicht rechnen, aber so schätze ich Dich nicht ein.

    Entscheide gut für Dich - entweder schweigen, und abwarten wie alle, die ja viel dichter dran sind und sogar mitbetroffen sind, und wie Dir einige empfehlen, oder vollständige Unterstützung. Dazwischen wird es nichts geben.

    Und - sie muss Deine Unterstützung wollen und annehmen.
    Sie muss verstehen, dass es nicht um Rache geht, sondern dass sie sich ein gewaltiges Eigentor schießt, der Ex schweigt nicht grundlos, und dass sie für psychische Stabilität auch äußerliche Stabilität benötigt.
    Wenn Rache ihre Motivation bleibt, ist jedes Engagement Deinerseits obsolet, kostet Dir nur Energie.

    Übrigens, ich bin in so einem Fall eine Kümmerin, denn so wie @Gast712 es beschreibt, ist es eben nicht.
    Da geht es sicher nicht um Luxus, sondern eine Minimalrentenerwartung (300-400€?), und eine momentane EU - Rente, die sich unter 1000Euro belaufen dürfte. Renteneintrittsalter ist wohl absehbar.
     
    • # 14
    • 09.01.2017
    • Ariadna
    Es gibt Beratungshilfen die dem Amtsgericht zugeordnet sind, zumindest in dem Bundesland aus dem ich komme. Dort kann man sich kostenlos juristische Beratung einholen. Google hilft da sicher weiter.

    Um die Frage zu klären, ob sich der VersorgungsAusgleich prinzipiell auf die EU-Rente auswirken würde braucht sie keine Daten von ihm.
    Die Information was er aktuell verdient wäre für die GesamtRente ohnehin nicht ausreichend. Bei der Rentenversicherung wird für jeden ein Konto geführt, auf dem die Rentenpunkte gespeichert sind. Da sie noch verheiratet sind ist es nicht ausgeschlossen, dass sie sich aufgrund dieser Information die Auswirkungen einer Scheidung auf die Rente ausrechnen lassen kann. Die Rentenkasse betreibt eine kostenlose Hotline. Möglicherweise finden sich auch auf der Homepage der Rentenversicherung entsprechende Infos.
    http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/0_Home/home_node.html
     
    • # 15
    • 09.01.2017
    • annie83
    Liebe FS
    Man kann doch heutzutage einfach "kostenlose Rechtsberatung Deutschland", "Scheidungsrecht Deutschland", "Immobilien Scheidung Auszahlung", "Ratgeber Scheidung" etc. bei Google eintippen und durchforsten was kommt? Oder in einer grösseren Buchhandlung/Bibliothek in der Ratgebersektion stöbern? Auf amazon.de das Suchwort "Scheidung" eingeben? Sich beim Psychiater einen Tipp holen (die wissen oft auch was zu solchen Themen)?
    Die Recherchearbeit solltest du den Schwestern überlassen, das ist ihr Problem und seit 10 Jahren überfällig. Was du tun kannst, ist sie darauf anzustupsen, dass es wohl unklug wäre, noch weitere 10 Jahre auf glückliche Umstände zu hoffen und den Kopf in den Sand zu stecken.
     
    • # 16
    • 09.01.2017
    • void
    Doch, aber wenn sie in Rente geht, wird das weniger und es ist jetzt schon nicht viel. Es geht auch um ihre Geschwister, sie wohnen alle zusammen in dem geerbten Haus.
    Sie hat Zukunftsangst und ich hab den Eindruck, die beiden anderen auch. Sie finanzieren ja ihr Leben mit und wollen in ihrem Haus bleiben.
    Das seh ich wie Du mit Einmischung und dem Lernprogramm. Aber einen Tipp kann man ja geben und dem anderen überlassen, ob er das annimmt oder nicht. Ich seh hier eher das Problem, dass sie keine Ahnung haben, was wohin sie sich wenden könnten.

    Eine Einmischung habe ich nicht vor. Ich will nur, wenn das Thema wieder aufkommt, sagen "das kannst du da und da erfragen, der und der erteilt Auskunft und es stimmt nicht unbedingt, dass es nur um Auszahlungen geht, wenn er mit im Grundbuch stehen könnte und die Kinder. Die könnten auch dies und das wollen", die Kinder sind eher gegen die Mutter.
    Ach naja, in dieser Hinsicht ist mir Hemd näher als Rock. Zu dem Mann habe ich gar keinen Kontakt und er hat sie belogen und betrogen.
    Aber wie gesagt, ich werde mich bestimmt nicht einmischen und hier irgendwas in die Hand nehmen. Es geht nur um Infogeben, wenn wieder Halbwissen und Vermutungen aufkommen, und gut ist.

    Nee, das ist eine Hirnstoffwechselkrankheit und sie hatte das wohl schon länger, aber es wurde nicht erkannt, weil sie dann arbeitslos war, mit den beiden Kindern zu Hause war und er dauernd auf Außentour.

    Der hat kein schlechtes Gewissen, das war gleich nach der Trennung klar, als er mit der neuen Frau rumzog. Er gibt seiner Ex die Schuld an ihrer Krankheit und am Ehescheitern aufgrund seines Glaubens (will ich aber nicht näher erläutern, es geht um richtig zu Gott beten oder nicht.).
     
    • # 17
    • 10.01.2017
    • Lebens_Lust
    Dagegen hilft nur informieren, hier sind ja schon reichlich Stichworte gefallen. Taktieren ohne Ahnung ist gefährlich. Irgendwann wird sie auch mit ihrem Mann ein offenes Wort reden müssen, denn der muss ja für sein Alter auch kalkulieren können. Und er wird ihr sicher nichts großartig vererben, wenn er nicht muss. Sinnvoll ist hier, wie eigentlich immer, eine Trennung konsequent mit der Scheidung zu beenden, damit ein klarer Schnitt erfolgt und jeder für seine Zukunft planen kann. Er wird wahrscheinlich darauf spekulieren, dass sie vor ihm stirbt und für ihn ist es günstiger, verheiratet zu bleiben und keinen Unterhalt zu zahlen als geschieden zu werden und damit automatisch Rente abtreten zu müssen.
     
    • # 18
    • 10.01.2017
    • noreia
    Wie soll man eine Situation beurteilen und seriöse Ratschläge geben, wenn die Umstände des Einzelfalls nicht bekannt sind?
    Ich würde Dir, liebe FS, empfehlen, Dich aus den Angelegenheiten Deiner Verwandten rauszuhalten. Dieser Verwandten würde ich empfehlen, sich entweder juristisch beraten zu lassen oder einfach weiter der Dinge zu harren, die da kommen - so wie sie es wohl bereits die vergangenen 10 Jahre getan hat.

    Ich werde wohl nie verstehen, warum sich manche Leute mit Problemen anderer Leute behängen, die nicht einmal für die Betroffenen wichtig genug sind, um sich damit auseinanderzusetzen.
     
    • # 19
    • 10.01.2017
    • Lionne69
    Das ist keine Frage der Wichtigkeit.
    Ich kenne genügend Leute, die sich eines gewissen Probleme durchaus bewusst sind, die die Belastung daraus sehr deutlich spüren, teilweise dadurch sogar krank werden.

    Diese Probleme aber anzugehen, dazu fehlt Mut oder / und Kompetenz oder / und Unterstützung oder / und.. Ängste, Zweifel - lieber das vertraute Übel als das Risiko des Ungewissen.
    Oft gibt es noch Verstärker im Umfeld, die zur Vermeidung, zum Verharren beitragen.
    Sätze wie - was sagen die Leut', das tut man nicht, das kannst Du eh nicht, etc.
    Und dann funktionieren die Verdrängungsmechanismen hervorragend, Kopf in den Sand stecken, und wenn dann das Kind im Brunnen liegt, einen Sündenbock suchen, Schuldzuweisungen, die Ungerechtigkeit der Welt beklagen.

    Dieser Grundthematik begegnen wir auch hier um Forum täglich, wenn Leute belastende bis schädliche Beziehungen aufrecht halten, oft ganz altruistisch "der Kinder wegen".

    Jemanden eine Unterstützung anbieten, der sie braucht - wenn man selbst die Kapazität, die Möglichkeit und den Wunsch hat, ist für mich einfache Mitmenschlichkeit.
    Ob der /diejenige sie annimmt, ist seine / obige Entscheidung.
    Ich überlege mir vorher aber sehr genau, welche Konsequenzen mein Angebot für mich hat, und welche Dimensionen dies annehmen kann.

    Ich persönlich freue mich ja auch, wenn mich jemand mal unterstützt - so wie jetzt pragmatisch beim (nicht gerade kleinem) Umzug oder mental.
     
    • # 20
    • 10.01.2017
    • void
    Ihr Lieben,
    ihr habt mir schon sehr geholfen mit euren Tipps. Ich bin auch kein Typ, der sofort weiß, wo er sich erkundigen muss oder keinen mittleren Schock kriegt, wenn er amtliche Formulare ausfüllen muss. Von daher weiß ich, wie hilfreich es sein kann, wenn ein anderer einem einfach sagen kann "da kannst du anrufen". Klar könnte sie das googeln, die Geschwister eher nicht, die sind mit dem Internet nicht so vertraut wie wir hier. Aber sie steckt ja den Kopf in den Sand bei dem Thema, weil sie das halt emotional so fertigmacht.

    Ja, deswegen überlege ich auch. Ich hab selber auch kein einfaches Leben und suche bestimmt keine neue Baustelle. Es ist auch nicht so, dass sie nicht selbständig handeln könnte, wenn Interesse da ist. Das muss von ihr kommen, weil es ihre Angelegenheit ist. Ich denke, meine Mutter würde auch mitgehen, wenn sie sie damit unterstützen könnte. Also familiär ist schon Hilfe auch noch von anderen da. Bloß sind die alle nicht so die Behördentypen.
    Liebe @Ariadna Dein Post war auch sehr, sehr hilfreich. Dass sie Auskunft kriegen könnte als Ehefrau aufgrund der Rentenpunkte, ist hier niemandem in den Sinn gekommen. Vielen Dank!
    Das denke ich auch. Sie muss es natürlich selber wissen, was sie will, aber der Thread hier hilft mir schon enorm, wenn das Thema wieder aufkommt, mal was zu sagen, was nicht so diffus ist wie sonst. Ich muss gestehen, dass ich auch keine Ahnung von der Materie habe, weil ich nie verheiratet war und keine geschiedenen Leute kenne.
     
    • # 21
    • 10.01.2017
    • void
    Du gehst davon aus, dass jeder das sofort anpackt, wenn es ihn belastet. So sind die Leute aber ganz und gar nicht, und die Hauptperson hat ja eine schwere Krankheit. Die Emotionalität und die Nähe der Geschwister bedeuten auch, dass man da nicht sachlich drüber diskutieren könnte. Und sie können ihr ja nicht aufdrücken, was sie tun soll.
    Ich behänge mich auch nicht mit den Problemen. Es geht mir nur darum, mal was Hilfreicheres zu sagen als die üblichen Floskeln "vielleicht kriegst du ja Unterhalt" usw. Einfach, weil ich die Leute mag und das mal umsetzen will in ein bisschen Energiereinstecken. Ich werde sicher auch nicht allein sein, weil meine Eltern ihr auch helfen werden, wenn es nötig ist und sie das will. Aber es fehlt immer die Initialzündung, weil keiner im Vorfeld mal ein bisschen guckt nach der Materie. Wenn das Thema aufkommt, sagt bislang nur jeder seinen Satz, dann fühlt sie sich schlecht, weil sie an dieses Untergrundproblem wieder erinnert wurde und keinen ersten Schritt weiß, wie sie es lösen könnte. Falls sie es nicht will, weil sie aus emotionalen Gründe unbedingt braucht, dass er nicht frei ist zum Heiraten oder ihn lieber nie wieder sehen will, dann ist das so. Aber mein Eindruck ist auch, dass sie nicht weiß, wo sie anfangen soll mit dem Verbessern der Lage.
    Genau das. Und ich weiß, wie sehr das helfen kann, wenn man wenigstens einen Tipp bekommt, wo man mit seinem Problem hingehen kann. Wenn man will, aber das ist dann wirklich nicht mein Problem.
    Um sich beraten zu lassen, muss man sich ja auch vorbereiten, was man an Infos geben muss usw. Also sie muss es auch wirklich schon selber wollen, damit von ihr Energie kommt. Ich will damit nur sagen, dass ich das nicht in die Hand nehmen werde, dass da was passiert. Mir ist sehr bewusst, dass das nicht mein Problem sein kann.
     
    • # 22
    • 10.01.2017
    • noreia
    Es ist - wie immer und überall - eine Frage des Leidesdruckes. Erst dann, wenn ein Mensch selbst genug Leidensdruck empfindet, ist er bereit, an dem, was ihm Leiden bereitet, etwas zu ändern. Und solange er diese Bereitschaft nicht hat, ist für ihn die Situation nicht schlimm genug und es wäre von Außenstehenden vermessen, sich ungefragt einzumischen.
    Dieses Phänomen nennt sich Eigenverantwortung.

    Ganz anders sieht es aus, wenn man explizit um Hilfe gefragt wird - natürlich kann man dann - im Rahmen seiner Kompetenzen - helfen. Ob man sich ausreichende Beratungskompetenz für schwierige juristische Sachverhalte - bei denen man noch nicht mal die Einzelheiten und Hintergründe genau weiß - durch Herumfragen in einem Laienforum beschaffen kann, halte ich persönlich für eher fraglich.

    Das ist nur dann richtig, wenn der Tipp auch hilfreich ist und eben nicht von Laien kommt, andernfalls kommen sogar so Sachen wie der Tipp bei der Rentenversicherung anzurufen, um sich von denen bezüglich der finanziellen Konsequenzen einer Scheidung erklären zu lassen, welcher mich - gelinde gesagt - einfach nur belustigt. :)

    w,40,Juristin
     
    • # 23
    • 10.01.2017
    • void
    Ich hab doch geschrieben, dass ich mich nicht einmische. Es geht darum, wenn das Thema wieder aufkommt, mal zu sagen, wo sie anrufen soll oder was die Lage sein könnte, wenn geschieden wird und wenn nicht und wo man das rausfinden kann.
    Ich hab null Beratungskompetenz in dieser Sache, das weiß ich, und ich will sie hier auch nicht erwerben.
    Dann gib doch mal nen hilfreichen allgemeinen Tipp mit wenn-dann-Fällen, statt Dich über die Beiträge hier lustig zu machen. Dass Du nichts Konkretes beraten kannst, ist mir klar. Das wäre hier auch fehl am Platz. Ich wollte einen Einstieg, Beispiele, irgendwas Allgemeines, das sie drauf bringt, dass ihre Lage vielleicht nicht so sein könnte, wie sie sie sieht, und dass ihr vielleicht mehr Geld zusteht, wenn sie die EU Rente nicht mehr kriegt, wenn sie jetzt handelt.
    Der Mann verdient gut und spart sicher nichts. Er wird mit erben, wenn sie vor ihm stirbt, und dann sind die Geschwister dran mit Zahlen oder sich mit ihm rumärgern.

    Ich erwarte gar keine konkrete Beratung hier, da mir bewusst ist, dass man dazu alle Fakten braucht, sondern Gedankenanregungen, Beispiele, irgendwas, an dem man anknüpfen kann, um vielleicht irgendwohin zu kommen, wo man einen Anfang des Knäuels ausmacht. Sicher ist es am Ende doch "geh zur Rechtsberatung", aber davor steht ja eine Inspiration dazu und ein hilfreicher Tipp, dass sich z.B. die persönliche Lage verbessern könnte, wenn sie mal eine Rechtsberatung mit Schwerpunkt auf xy machen würde und dass sie vielleicht eben dafür gar keinen Kontakt vorher mit dem Ex aufnehmen muss, um sein Gehalt zu erfahren. Die Allgemeinbegriffe wie "es muss doch ein Abschluss haben" oder "übernimm Eigenverantwortung" sind für solche Menschen doch überhaupt nicht hilfreich, weil die Lage längst anders wäre, wenn ihnen das so leicht fiele.
     
    • # 24
    • 11.01.2017
    • Lionne69
    Nun, dann gab es etwas zu lachen.

    Dass es sich um einen ganzen Fragen-, Themenkomplex handelt, ist @void sicher bewusst geworden und jedem anderen auch.
    Dass die Auskunftsstellen unterschiedlich sind, dito.
    Dass Laien aufgrund der Zeichenbegrenzung verkürzt darstellen und vielleicht manchmal nicht so eloquent wie in einem juristisch fundierten Schriftsatz, auch, wobei sie nicht dafür verantwortlich sind, wie die Inhalte interpretiert werden.

    Unterhalt über Anwalt - es gibt Ansprüche, einerseits wegen der Ehedauer, aber auch aufgrund Erwerbsunfähigkeit, Höhe und Dauer wäre dort zu klären
    Rentenanwartschaften jetzt / maximal bei Aufrechterhalten der Ehe über Rentenberatung (der Unterschied heute / später dürfte marginal sein)
    Testamentarische Regelungen, Schutz des Hausanteils über Anwalt
    Bei geklärten Einkommensverhältnissen gibt es evtl. Möglichkeiten weiterer Sozialleistungen, ob jetzt oder später, wie eben Wohngeld. Das ist abhängig von der Höhe des Einkommens, das sich absehbar ändert - zumindest wenn der Bezug EU- Rente aufhört und die Altersrente beginnt, die deutlich niedriger sein dürfte.
    Da sich eine Übersicht zu verschaffen - Welche Beträge wann woher kommen könnten, welche Ansprüche existieren und einfach nicht abgerufen werden, ist sinnvoll, vor allem, wenn das Geld knapp ist.
    Gute, abschließende Regelungen zu treffen, auch - wer Regelungen vermeidet, sollte sich bewusst werden, dass am Ende der Worst Case eintritt.

    Mein persönliches Erleben - es sind nur JuristInnen, die sich amüsieren, ob man sich selbst dann über die Ergebnisse amüsiert, steht auf einem anderen Blatt, abgesehen vom Ton und der Arroganz.
    Im Gegenzug habe ich gerade die Auskunftsstellen der Rentenversicherung als sehr kompetent, sehr geduldig erlebt, die ggf. auch sehr kompetent und mit Hilfestellung weiterverweisen, sogar auf Tücken hingewiesen, und wie man dann agieren können.

    Sich lustig zu machen, den Kopf schütteln über andere, das Schlagwort Eigenverantwortung, das ist immer einfach.
    Ich finde es auf solchen Podesten ziemlich einsam, mehr als oberflächliche Kontakte, Beziehungen ergeben sich nicht.
    Gut, wenn man selbst nie jemanden benötigt.
     
    • # 25
    • 11.01.2017
    • pixi67
    Liebe void,

    Du solltest Dich ersteinmal selbst entscheiden, was Dich am wenigsten Energie kostet.
    Jemand der gerne seine Mitmenschen unterstützt verliert auch viel Energie, wenn er nichts tut.

    Ich persönlich würde wahrscheinlich Folgendes entscheiden:
    - ich bin keine juristische Person und werde nicht tagelang recherchieren, zu einem Thema welches nicht meins ist
    -ich biete an, bei Behördengängen oder zum Anwalt zu begleiten.
    - es ist ihre Entscheidung, das anzunehmen
     
    • # 26
    • 11.01.2017
    • Vikky
    Liebe Void,
    bisher habe ich mich nicht geäußert, weil ich dachte "zwecklos", wenn die Frau sich nicht scheiden lassen will, um ihm keine neue Ehe zu ermöglichen.

    Obwohl Laie, bin ich nicht unterbelichtet, kann Tipps geben und bin scheidungserfahren. Daher möchte ich Dich mal auf ein paar Punkte hinweisen:
    - er will sich nicht scheiden lassen, denn er kann die Scheidung gegen ihren Willen durchdrücken. Sein Nicht-Scheidungsgrund: sie bekommt eine geringe EU-Rente und später eine Minimalrente. Bei der Scheidung bekäme sie nicht nur die Rentenpunkte, um später vielleicht eine Rente zu haben von der sie leben kann, das Gericht würde sie vermutlich auch sofort mit Unterhaltszahlungen versorgen. Diese spart er sich bereits seit 10 Jahren.
    - nein, sie bekommt keine aufstockende Sozialhilfe. Warum auch? Sie ist verheiratet und erwerbsunfähig. Daraus folgt: er ist unterhaltspflichtig
    - wenn sie in Rente geht und sich nicht scheiden lässt, wird sie weiter darben und ihren Schwestern auf der Tasche liegen. Das finde ich als Folge ihres Hasses gegen ihn unverantwortlich, vielleicht auch existenzgefährdend gegenüber den Schwestern. Das sehe ich als einzigen Ansatzpunkt, um sie zum Einlenken zu bewegen.
    - Sie ist krank und hexig: ihre Kinder haben sie verlassen, ihr Mann unterstützt sie nicht, aber ihre Schwestern. Da sagt mein Gerechtigkeitsempfinden: Testament aufsetzen: Kinder und Mann bis auf den Pflichtteil enterben (Mann 1/12, jedes Kind 1/24) und Schwestern als Erben einsetzen. Das sichert denen das Haus im Erbfall. Ist doch ok, wo sie seit 10 Jahren für ihre Schwester sorgen.

    Das mal so als Leitplanken für den Fall.
    Vorgehensmodell:
    - regionenbezogen nach Scheidungsverein oder Scheidungsberatung googeln und einen Termin machen. Dort hilft man ihr kostenfrei oder gegen geringern Vereinsbeitrag zumindest eine Unterhaltsforderung an ihren Mann zu formulieren, meistens vermittelt man ihr auch einen fachkundigen Anwalt.

    . Das ist ja auch falsch. Ich kenne mich berufsbedingt im Bereich Datenschutz bei deutschen Sozialversicherungsträgern bestens aus - die DRV Bund ist nicht facebook. Der Inhaber der Rentenpunkte bekommt eine Auskunft über seinen Kontostand - niemand sonst.
    Die Rentenpunkte werden im Zugewinnausgleich des Scheidungsverfahrens beauskunftet (beide Ehepartner sind auskunftpflichtig), bei Widerstand wird das Gericht die Auskunft einholen. Im Scheidungsverfahren werden die Rentenkonten ausgeglichen für die Ehedauer und nachehelicher unterhalt bis zum Renteneintritt ggfs. auch darüber hinaus festgelegt.
    Die kranke Alt-Ehefrau ist gegenüber der gesunden Neu-Ehefrau im Vorteil. Letztere muss für ihren Unterhalt selber arbeiten, wenn sie keine kleinen Kinder hat.
     
    • # 27
    • 12.01.2017
    • Tom26
    Ohne genaue Zahlen und Angaben kann niemand wirklich vernünftige Tipps geben.
    Mit 2 Ausnahmen, die aber nicht wirklich ins Detail gehen:
    - Rechtsberatung wäre dringendst angesagt
    und
    - man kann sehr viel auch übers Testament regeln

    Sich hier genau - und nicht via Internet - zu informieren, was in dem speziellen Falle notwendig und machbar ist, sei dringend angeraten.
     
    • # 28
    • 13.01.2017
    • void
    Ja, das ist unter anderem für mich auch ein Punkt, weshalb ich drüber nachgedacht habe, wie man helfen könnte. Von außen ist es ja noch was anderes, als wenn das Thema wiedermal in der heimischen Küche durchgekaut wird und sie gleich schon dicht macht.
    Dein Beitrag war sehr hilfreich für mich. Da ich nun wirklich keinen Ansatz von "Beratung" machen kann, werde ich, sobald sich das Thema wiedermal ergibt am Kaffeetisch, auf jeden Fall mal anmerken, dass es eher der Mann sein könnte, der sich nicht scheiden lassen will und dass sie ihre wenige Altersrente durch eine Scheidung auf jeden Fall verbessert sowie durch ein Testament regeln kann, dass er nur den Pflichtteil bekommt.
    Dass sie Beratungen in Anspruch nehmen kann, werde ich ihr auch sagen und sie fragen, ob ich ihr das googeln soll. Was sie schlussendlich macht, ist ihr Ding.

    Ja, das hatte ich mir überlegt und das war, erstmal hier zu fragen und ein bisschen zu googeln, nachdem die ersten Stichworte fielen. Hier im Forum standen schon oft gute Beiträge, wo zumindest Ansätze zum Weiterforschen kamen und Hinweise, die mir, zumal ich nie in der Situation war, nicht eingefallen wären. Jetzt weiß ich so viel, wie ich sagen will, um erstmal zu gucken, was die betreffende Person dazu sagt.

    Vielen Dank auch an @Lionne69 und @Tom26 für eure Beiträge!
    Der Thread hat mir sehr geholfen, ich habe diese Themen Scheidung, Nicht-Scheidung, Unterhalt und Rentenpunkteteilung noch nie gebraucht, deswegen wusste ich auch nicht, wo man anfängt, das Problem anzugehen. Auch dass es so viele Beratungen gibt, war mir nicht klar, obwohl ich das irgendwann auch gegoogelt hätte, aber das wäre wieder dieser nackte Hinweis "geh mal hin" gewesen ohne Anreiz, die Beratungen auch in Anspruch zu nehmen. Dieser Anreiz fehlt ihr ja bislang und sie erscheint mir in Angst erstarrt (ich kenne das in anderer Sache und hätte gern mal jemanden gehabt, der mir ein bisschen Mut gemacht hätte, den ersten Schritt zu tun. Aber da kam immer nur Schulterzucken, gänzliche Unerfahrenheit und "lass laufen". Oder Druck, aber den hatte ich mir irgendwann verbeten, weil ich mir den schon selber genug gemacht hatte und der nun wirklich niemandem hilft, weil es gar nicht um Schlamperei und Nachlässigkeit geht).
    Wenn sie in ihrem Hass auf den Mann stecken bleibt und die Geschwister auch nichts tun, weil sie genug mit sich befasst sind, ist das so, aber dann hab ich wenigstens mal was gesagt, statt nur immer zu denken "ich würde ja gern was Nützliches sagen, aber ich weiß ich auch nicht, was".