1. Ab wann wird necken respektlos?

    Liebes Forum,

    angeregt von einem parallelen Thread, würde ich gerne wissen,
    wann das Necken liebevoll oder bösartig ist.

    Es beschäftigt mich sehr, da ich einen respektvollen Umgang anstrebe.
    Ich bin ein wirklich großer Fan von Ironie und Sarkasmus, allerdings war das bisher nie beleidigend, zumal man auf vorübergehende Schwächen und Missgeschicke hingewiesen hat.

    Ich würde mich über eure Ansichten echt freuen.
     
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  3. Ich gehöre auch zu deinem Typ Mensch, man sollte das nicht bei jedem Menschen anwenden.
    Dein Frage ist eine Frage der Kompatibilität für den Menschen, der das versteht oder aber die Inkompatibilität für den Menschen, der das eben nicht versteht!
    Sarkasmus ist die niedrigste Form des Witzes, aber die höchste Form der Intelligenz. Während Ironie immer indirekt verläuft, kann der Sarkasmus ein frontaler, offener oder indirekter, verschlüsselter Angriff sein, also überlege dir immer, mit welchem Menschen hast du es gerade zu tun?!?
     
  4. »Necken« ist dann für mich inakzeptabel, wenn ich erkenne, dass dahinter ein bewusst verletzender Gedanke steckt. Also auf eine tatsächliche Schwäche von mir abgezielt wird.

    Ansonsten kann Necken auch ausgesprochen liebevoll gemeint sein - und auch von mir so erkannt werden. Welcome!
     
  5. Es ist finde ich einfach : in jedem Scherz steckt ein Körnchen Wahrheit.

    Mit der Einschränkung nonverbale oder völlig abstruse Scherze, wenn meine kleine Tochter zum Scherz versucht jemanden zu erschrecken zb.
    Aber sogar da sagt etwas über sie aus dass sie eher immer Scherze wählt die Leute erschrecken sollen, während ihre Schwester eine ganz andere Art von Scherzen wählt, die eher darauf abziehlen marottige Wesenzüge von Leuten zu karikieren.

    Bei Erwachsenen ist es oft noch viel deutlicher, weil sie tatsächlich inhaltlich werden. Sie necken einen mit bestimmten Themen, und jeder wählt andere Themen, und jeder wählt nunmal das Thema das aus seiner Sicht am nächsten an der Wahrheit dran ist.

    Respektlos wird es nun meiner Meinung nach wenn das nicht offen gehandhabt wird. Wenn also so getan wird als wäre einerseits bei dieser Sache gar nicht wirklich ein Grund den anderen aufs Korn zu nehmen, und andererseits hinter der Maskierung des "Scherzes" dann in einem übermaß auf der Schwachstelle der Person herumgeritten wird, oder seine eigene Unart rausgelassen wird, wie es normal offensichtlich nicht akzeptabel wäre.

    Wenn zb meine Freundin öfter Scherze über meine Faulheit macht als es ok wäre das in normalen Gesprächen zu erwähnen, sie es sich nicht trauen würde direkt anzusprechen oder vor Leuten wo sie es normal nicht so öffentlich thematisieren würde ist das respektlos.

    Scherze macht man wo ein Thema sowieso offen am Tisch ist, allen klar ist und man das Thema benutzt um jetzt eine lustige Spaßige Situation herbeizuführen wos was zu lachen gibt.
    Man kann einen Scherz im Gegensatz dazu nicht dazu benutzen Grenzen zu übergehen.
     
  6. Erst einmal ist da für jeden die Schwelle wahrscheinlich eine andere. Bei mir persönlich: Wenn ich merke, dass es nicht um den Scherz an sich geht, sondern derjenige keinen Respekt vor mir hat, Aggressionen an mir auslassen will oder einen Konflikt auf einer anderen Ebene darüber austragen möchte. Da werde ich richtig böse.
    Mein Ex fand nur Selbstständigkeit ist toll, und Angestellte sind ja alle öde und blöd. Wenn er darüber Witze gemacht hat, wusste ich, das ist nicht einfach nur ein Scherz, sondern er zeigt mir damit, dass er mich oder meine Lebensweise verachtet. So etwas geht gar nicht.
    Ich habe eine Menge männliche Freunde, und manche sind auch so ständige Witzereißer. Die haben manchmal nicht geschnallt, was unter der Gürtellinie ist, oder das sie grad einen wunden Punkt getroffen haben. Beispiel: Ich hatte lange Hautprobleme und sehr darunter gelitten, obwohl das anderen gar nicht so sehr aufgefallen ist. Ein Kumpel hat da irgendeinen Witz über meine Pickel gerissen, das war wie ein Schlag in die Magengrube. Aber: Er konnte halt nicht wissen, dass ich da eben nicht drüber lachen kann. Er war bei eigenen Macken nämlich sehr gutmütig, wenn andere sich da über was lustig gemacht hatten. Beim Partner würde ich das dann in einer ruhigen Minute sagen, warum mich das verletzt. Macht er das dann aber wieder oder sogar erst recht, wäre auch eine Grenze überschritten. Beispiel: Am Beginn meiner jetzigen Beziehung habe ich mit anderen Leuten und meinem Freund gekocht. Er hat irgendwas falsch gemacht; was in den Kühlschrank gestellt, was da nicht hingehörte oder so, und ich habe bisschen aus Quatsch gefrotzelt. Er war total verletzt, weil das einen Punkt aus seiner Kindheit getriggert hat. Er war dann total sauer, wir haben uns später ausgesprochen, ich habe mich entschuldigt und sowas nie wieder gemacht. Es war ja wirklich nicht böse gemeint.

    Eine Sonderform der gemeinen Witze: Vor anderen Leuten was über die Beziehung oder den Partner als Scherz formulieren und wenn der andere dann sauer reagiert, dann noch zu sagen, hab dich nicht so, das war doch nur ein Witz. Da flippe ich auch. Und auch als unbeteiligter Dritter ist das sehr unangenehm.

    w, 35
     
  7. Das ist eine Grauzone.
    Eigentlich ist der Punkt, wo es Mobbing oder immer dann erreicht, wenn der eine Partner sich grundsätzlich nicht mehr wohlfühlt und sich bevormundet oder kelingemacht sieht.
    Und das kann in der heutigen Gesellschft sehr schnell der fall sein.
     
  8. Liebe FS,

    nicht jeder versteht die Sprache, die Humor, Sarkasmus etc. enthält. Zudem ist jeder sehr unterschiedlich und tagesformabhängig, um diese richtig zu deuten.
    Viel hängt auch von der Tonart und begleitenden nonverbalen Sprache ab und ob man sich selbst als Oberlehrer aufspielt, oder sich selbst auch gerne auf die Schippe nimmt.
    Die Grenze ist von daher auch vom Gegenüber abhängig.

    Wenn diese Neckerei auffällig oft in Gegenwart von anderen stattfinden würde, gäbe es einen Tritt ins Schienbein.
    Kann der Neckende selber nichts einstecken, oder sieht er es als sein alleiniges Hoheitsrecht an, auszuteilen, dann finde ich das boshaft und es gäbe Tritte gegen beide Schienbeine.

    Mein Liebster verstand meine Sprache von Anfang an, die oftmals auch ziemlich derbe sein kann. Er schnattert genauso, ich liebe diesen Schlagabtausch, weil unsere Tiefgründelei mit Ernst nicht zu kurz kommt. Wir können uns ganz gut lesen und verstehen, wie es gemeint ist.

    Mit meinem Bruder ist es quadratisch. Er kann ganz gut austeilen und das bösartig und beleidigend, aber nichts einstecken und wenn es noch so lieb und nett geschieht, er zieht sich gleich maulend in sich zurück und hortet alles mit seinem Elefantengedächtnis. Anstrengend so etwas, macht keinen Spaß, auch wenn ich weiß, dass es an seiner Unsicherheit liegt.
     
  9. Schöne Frage! Ich persönlich mag auch sehr gerne ironische und sarkastische Einwürfe in Diskussionen, allerdings bevorzuge ich es, wenn sich diese gegen die „Unwägbarkeiten“ des Lebens wenden und weniger gegen die Anwesenden. „Necken“ oder auch „Kabbeln“ mag ich gerne, so lange es sich um leichte Kost handelt. Das heißt für mich, wenn ich die Schokoliebe meines Freundes aufs Korn nehme oder die Sportlust oder -unlust meiner Freundin ... dass ich gerne eher später aufstehe und dafür länger wach bin usw. ... Bei Themen, die wirklich persönlich sind und meinen Charakter definieren, finde ich es unangebracht, weil anmaßend. Denn dann urteilt ja ein anderer, was gut/schlecht sei und das finde ich grenzüberschreitend. Bei den letzten Threads hier stufe ich die Thematik eher so ein, dass sie ein ernsthaftes Gespräch erfordern und kein „Gekabbel“. Oft ist es aber leider so, dass diese Themen ja nicht ohne Grund in die Neck-Schiene geschoben werden. Ich hätte da keine Lust drauf.
     
  10. Nur wenn man sich gut kennt und weiss was dem anderen wichtig ist. Mitunter ist sich jemand seiner Schwächen bewusst und ihn darauf hinzuweisen schmerzhaft für ihn.

    Wenn es wirklich als sympathiebekundung gedacht ist liebevoll auf die Schwäche eingehen. Wenn es tatsächlich als Kritik gemeint ist das lieber konstruktiv in Klartext (mache das doch lieber auf diese Art und Weise).

    Sarkasmus ist mehr als schlecht, im besonderen wenn man jemanden aus der Ferne kennenlernen möchte. Maximal wenn man sich selbst damit auf die Schippe nehmen möchte.
     
  11. Kurz und knapp: Das definiert jeder für sich und hat daher eine große Bandbreite. Grundsätzlich würde ich sagen, je größer das Selbstbewusstsein, der Selbstwert, desto heftiger kann´s sein, ohne dass es jemand verletzt. Allerdings finde ich dass das Wort verletzt bei einer sagen wir mal 50 jährigen Persönlichkeit nicht mehr vorkommen sollte. Nach dem Motto: was juckt es die deutsche Eiche, wenn die Sau sich an ihr schabt...
     
  12. Die wenigsten Menschen können gut mit dieser Form der Kommunikation umgehen.
    Diesbezüglich muss ich dem "Master" recht geben.

    Meine Mutter ist eine Grossmeisterin auf diesem Gebiet - durch ihre Schule gegangen, bin ich sehr ähnlich gepolt.
    Bei meiner grossen Tochter funktioniert diese Art als reines, sehr spassiges Geplänkel - da ist eine Wellenlänge vorhanden und wir wissen beide auf Augenhöhe, wie das Gesagte jeweils gemeint wird.
    Mein Partner konnte absolut nicht mit Ironie/Sarkasmus umgehen - empfand einen persönlichen Angriff dabei.
    Es war für mich nur unglaublich schwierig, "umzuschalten" - mir liegt das einfach im Blut und auf der Zunge.
    Wir vereinbarten dann, dass er mir ein rechtzeitiges "Stopp-Signal" gibt.
    Leider gelang ihm das nie ...
    Dafür konnte er vehement bei mir - ebenso bei Freunden - auf Themen herumreiten, von denen er wusste, dass dies wirklich einen wunden Punkt darstellt und fand sich selbst sehr witzig dabei ...
     
  13. Um das beleidigende oder verletzende Element zu neutralisieren, hilft es schon, ein Kompliment mit einzubauen, z.B. nach einem von ihr verursachten Blechschaden an meinem Auto: „eines muß man dir lassen, niemand kann so elegant Kotflügel verbeulen wie du!”
     
  14. Genau. Ob etwas als verletzend wahrgenommen wird, liegt beim Empfänger und nicht unbedingt beim Sender.

    Der Sender weiss nicht, wo ggf die wunden Punkte beim Empfänger liegen, wie im Beispiel von @mokuyobi mit dem Kühlschrank. Man kann immer einen wunden Punkt treffen.

    Ich finde man kann schon schauen, dass man nicht wissentlich Wunde punkte trifft oder darin bohrt. Es liegt aber auch am Empfänger, hierüber zu informieren.

    Ich meine auch, dann liegt es beim Empfänger sich bewusst zu machen, dass es keine böse Absicht war, diese nicht grundsätzlich zu unterstellen und selbst die Ursachen seiner Empfindlichkeit zu ergründen und aufzuarbeiten.
     
  15. Hallo Sirella,

    ich strebe wie du auch einen respektvollen Umgang an. Im anderen Thread sehe ich jedoch, dass es ein Ungleichgewicht gibt und Grenzen überschritten werden. Es ist tatsächlich oft ein schmaler Grad auf dem man sich bewegt. Sarkasmus schön und gut, Ironie liebe ich auch, aber letzendlich sagt das Bauchgefühl schnell, ob jemand einen abwerten will oder nicht. Insgesamt muss Wertschätzung da sein und das erlebt man ja dann hautnah, wie der Partner mit einem umgeht..ob er tatsächlich nur mal Kritik äußert oder ständig den Oberlehrer markiert. Ich hasse es, wenn man mir ständig unter die Nase reiben muss, was ich nicht so gut kann oder worin ich nicht so gut bin. Klar lasse ich mich auch mal kritisieren und entscheide dann, ob ich es annehme und etwas verbessern möchte. Wenn mir mein Partner in einem komischen Unterton (ich höre schnell an der Stimme wie jemand das meint) sagt warum ich so und so bin oder mich mit anderen Frauen vergleicht, dann würde ich mich fragen warum ich mit mir zusammen sein will. Es gefällt ihm scheinbar nicht. Ich finde man sollte sich das dann zu Anfang in der Beziehung überlegen und nicht mitten in der Beziehung auf einmal sehen "och der ist ja nicht perfekt" und ich "hätte ihn gern anders". Und so fühlt man sich aber als Frau, wenn der Typ ständig an einem herummäkelt. Ich habe das selbst bereits erlebt und weiss wovon ich rede. Es ist eher so, dass sich diese Beziehungen dann für mich nicht leicht anfühlen, sondern anstrengend und nach Kampf...und das will ich nicht...
     
  16. Liebe FS,
    ist doch ganz einfach: liebevoll ist es, wenn es vom Neckenden so gemeint ist UND beim Geneckten auch so ankommt.
    Das hat sehr viel mit einer positiven Grundeinstellung beider Partner zum Leben, Vertrauen ineinander, ähnlichem Temperament und ähnlichen Kommunikationsmustern zu tun.

    Wenn sich dauerhaft ein Ungleichgewicht zeigt: einer neckt, der andere ist der Geneckte, dann stimmt meistens etwas Grundlegendes in der Beziehung nicht. In der Regel fühlt sich der Neckende wohl in der Beziehung und der Geneckte nicht.

    Bösartig ist es, wenn es bösartig gemeint ist auch wenn das dem Neckenden nicht unbedingt bewusst ist, z.B. wenn die Neckerei eben nicht harmlos sondern verletzend ist und dem Neckenden jede Wahrnehmung für die Empfindungen seines Gegenübers fehlen, bzw es seine Methode ist, seine woher auch immer stammenden Aggressionen/Frust abzubauen, bevorzugt an einem Partner mit weniger Temperament.

    Bösartig ist es m.E. immer, wenn Dritte als Publikum genutzt werden, um auf den Schwachstellen des Partners herumzuhacken und die Abwehr des Geneckten oder des unbeteiligten Dritten als humorlos, empfindlich etc abgetan wird.

    Ich bin auch ein grosser Fan von Ironie und Sarkasmus - mein Mann kann das ebenfalls sehr gut. Trotzdem kommen Ironie und Sarkasmus in unserem Umgang miteinander überhaupt nicht vor sondern wir sind immer freundlich-liebevoll miteinander und bei Konflikten sehr sachlich.

    Wir haben sehr ähnliche Kommunikationsmuster und brauchen dafür keine anderen Menschen, an denen wir Ironie und Sarkasmus ausleben, dem geliebten Partner gegenüber schon nal garnicht.

    Das Leben bietet genug Sachverhalte, an denen man seinen Scharfsinn wetzen kann.
    Wenn Ironie und Sarkasmus in Bezug auf Menschen, dann bitte als Selbstironie. Ich entscheide, was ich von meinen Pleiten, Pech und Pannen wie ins Alberne ziehe und wem ich das zur Erheiterung in welcher Situation als Lacher freigebe. Weil ich dabei dasganz lange Messer schwingen kann, greift mein Mann schonmal ein und sagt "jetzt übertreibst Du aber, so schlimm war das doch garnicht".

    Ich hatte eine andere Ehe, in der es die oben beschriebene Dysbalance als Form einer besonders unangenehmen Machtausübung gab und den ihr zugrunde liegenden Lebensfrust zu meinen Lasten gab.
    Mein Exmann fand mich humorlos, kleinlich usw. Wenn ich mit ihm machte, was ich von ihm schweigend hinnahm und ihn vor anderen vorführte, dann war er extrem beleidigt, fand mich aggressiv - alles wie ich ihn in umgekehrter Situation erlebte.
    Ich hätte es gekonnt, aber keine Lust, aus der Ehe ein täglichesž blutiges Schlachtfeld zu machen - entspricht nicht meinen Werten.

    In meiner ersten Ehe habe ich mich unwohl gefühlt wegen der erlebten Respektlosigkeit. In meiner zweiten Ehe geht es mir 24 Stunden am Tag gut.
     
  17. Manchmal sagen zwei Personen das Gleiche und dennoch ist es für den, der es hört nicht immer das Selbe.

    Wer sagt es, wie ist der Ton, die Gestik und Mimik....Und manchmal auch: welche Erfahrung habe ich mit der Person.

    Umgekehrt bin ich auch jemand der ein gutes Wortspiel kaum ungenutzt im Raum hängen lassen kann.
    Böse und kleinmachend bin ich fast nie gewollt, dafür muss man mich lange trietzen.
    Dennoch kommt sicher nicht jeder mit meinem Humor klar!
    Und wenn ich mich für mich bemühe, nicht bewertend zu sein und nicht verletzend, dann sorge ich mich im meinem Umfang darum, Grenzen einzuhalten.

    Aber für den Rest der Grenzen sind die Personen selbst verantwortlich.
    Ich kann nicht für jeden Menschen mitdenken und somit muss man mir Dinge auch einfach mal sagen.

    Ich mag die Neckerei xy nicht...
    Dann halte ich mich daran!
    Auch wenn es ggf dazu führt, dass ich von mir aus sage...So sehr verbiegen möchte ich mich nicht und mein Humor ist mir wichtig.
    Dann ist der Kontakt nicht mehr eng oder partnerschaftlich.
     
  18. ich kann überhaupt nicht necken und mag es auch überhaupt nicht, wenn mich Männer necken. Ich verstehe es nämlich immer als unterschwellige Kritik, da ich sehr empfindlich bin. Ein ehemaliger Schwarm sagte mal zu mir in Gegenwart seines Kollegen, dass ich alles bekommen würde, was ich nur wolle. Als sei ich eine Femme fatal. Ich interpretiere viel und verstehe daher wohl keinen Spaß. Wenn ich verliebt bin, kann ich kaum noch ein Wort sagen. Daher kann ich auch nicht necken. Es ist daher auch schwer, an mich heranzukommen. Ich liebe aber Humor, der tiefgründig und sarkastisch ist. Ich vermute, dass Necken eher bei der Suche nach schnellen sexuellen Abenteuern vorkommt und eher verrucht ist als respektvoll.
     
  19. Weil es hier angesprochen wurde: Nur weil man Selbstbewusstsein hat, finde ich nicht, das man keine Schwächen hat. Es bedeutet aber nicht, das man auf sich und seinen Schwächen herumreiten lassen muss.
     
  20. Hallo Sirella,
    wie bei so vielen anderen Dingen auch - das spielt sich ein.
    Wobei es ein Unterschied ist, ob man zu zweit alleine ist oder andere Personen zugegen sind. Ob beide guter Stimmung sind oder nicht ..... tbc.
    Ich werde bspw auch öffentlich geneckt, weil ich alle Schlüssel einzeln am Anhänger trage. Oder weil in jedem Auto ein Feuerzeug und eine Packung Zigaretten zu liegen haben. Und eine starke Taschenlampe. Besonders witzig findet meine V, dass in den Autos, die wir beide oft zusammen nutzen auch eine Packung ihrer Marke liegt. Solange, bis ihr die Glimmstengel ausgehen ..... dann lache ich.
    Dafür ist es kein Problem, öffentlich über ihre Zeiten im Bad zu spotten oder ihre Marotte, immer eine warme Jacke im Auto zu haben zu thematisieren.
    Es gibt andere Dinge, die bleiben privat oder werden gar nicht angesprochen - zumindest nicht in scherzhafter Form.
    In Anwesenheit ihrer Mutter muss ich mir alles verkneifen, was sie in ein "lächerliches" Licht rücken könnte. Weil V sonst sofort Ziel der bissigen Bemerkungen ihrer Mutter wird.
    Ja, man macht am Anfang schon mal Fehler - besonders mit Ironie und Sarkasmus. Im Grunde ist das ganz gut, denn so merkt man schnell, ob 's passt.
    Bösartig sollte die ganze Neckerei aber nie werden - man sollte, bei allem Wortwitz, immer bedenken wen man damit treffen würde. Es laufen genug Idioten rum, die man für die bösartigen Witze zur Verfügung hat.
     
  21. Nun ja. Es liegen zwei offene Paketschnüre auf dem Tisch. Ich schnappe mir die erste und rolle sie auf. Sie schnappt sich die zweite und hält sie mir unter die Nase: „die auch!“. Gleich, sage ich. Sie will aber nicht warten und rollt die zweite selber auf, begleitet vom Vorwurf an mich: „immer muß alles ich machen, du machst nie etwas!“

    Aha, es liegt also an mir, wenn mich das verletzt.
     
  22. Eine interessante Frage!
    Ich habe gerade eine Weile überlegt und stelle fest das meine Toleranz niedrig ist.
    Ich finde es meistens einfach daneben.
    Gerade wenn Paare meinen, sich öffentlich necken zu müssen, ist es doch meistens so das einer den anderen öffentlich runterbuttert.
    Ich hatte einen Typen der meinte, neckisch zu sein indem er meine Sachen wegnahm, ich hatte also zB. Auto Schlüssel und Tasche hingelegt und er versteckte die Schlüssel was mich kurz vor der Abfahrt in Wahnsinn trieb.
    Er stand da und hat sich tot gelacht weil er mein nervöses Suchen so witzig fand, er fand sich unheimlich spaßig, ich fand ihn unheimlich dämlich.
    Ich selbst würde niemals auf neckische Art auf etwas Negatives hinweisen und schon gar nicht öffentlich.
    Es ist einfach unsensibel und für mich bedeutet dies das mein Gegenüber nicht fähig ist, Kritik angebracht zu äussern.
    Und so etwas wie o.g. mit der schlechten Haut öffentlich als Witz dazustellen, ist doch krank.
    Jeder normale Mensch kann sich doch denken das eine Person mit starker Akne sehr darunter leidet.

    Ich für mich brauche keinen neckischen Partner, ich habe lieber einen Erwachsenen mit dem ich mich anständig unterhalten und diskutieren kann.
     
    • # 21
    • 04.05.2019
    • void
    Ich würde sagen: Necken ist dann bösartig, wenn ne bösartige Absicht dahinter steht. Das muss dem Necker nicht mal bewusst sein und er kann es ja abstreiten als "war doch nur n Witz" oder "du bist zu empfindlich". Dann sind es versteckte Aggressionen.

    Dass eine unbösartige Neckerei auch mal böse ankommen kann, passiert halt, aber die Person, die es nicht böse meinte, wird das verstehen, wenn es ihr gesagt wird. Oder die Person, die sich auf den Schlips gefühlt hat, lernt, es lockerer zu sehen, weil sie dem Necker vertraut, dass er es nicht böse meinte.

    Man muss sich vortasten, denke ich. Also wieviel verträgt der andere. Mein Ex mochte meinen Spott und die Witze über ihn, ich mochte seine über mich.

    Ich hatte mal eine Freundin, mit der konnte ich so richtig ohne Grenzen sarkastisch und vor allem selbstironisch sein. Die hatte genau dieselbe Art von Humor und wenn man sich selbst doof darstellte, erhob sie sich nicht drüber, die war selbst extrem selbstironisch. Habe ich bei anderen Menschen leider so nicht mehr gefunden.

    Ich bin mit Selbstironie vorsichtig geworden, weil ich schon so einige Menschen kennengelernt habe, die denken, ich hätte ihnen eine Schwäche präsentiert und ihre nicht gesehen oder besser noch - denken, sie hätten keine. Die kommen einem so, als seien sie besser und andere ein bisschen doof und nutzen die präsentierte Schwäche, um sie an anderer Stelle zum Runtermachen zu benutzen. Sie verstehen es einfach nicht. Ironie verstehen die auch nicht, also wenn ich mich in irgendwas mal sonstwie übertrieben toll darstellen würde (was mit der ehemaligen Freundin auch gut ging) , denken die, ich meine das ernst und erzählen das womöglich so weiter, dass ich das von mir wirklich denke.

    Es gibt so ein paar "Regeln", denke ich, die zeigen, ob jemand bösartig oder zumindest sich erhebend über andere ist mit seinen ironischen Bemerkungen. Wer Ironie liebt, sollte m.E. auch insbesondere selbstironisch sein können und es nicht mit Zynismus verwechseln. Schwarzer Humor, den ich auch sehr mag, ist nicht, auf Schwachen rumzutrampeln und alle Grenzen zu vergessen.
    Was ich auch nicht ab kann, ist, wenn in Medien irgendwas als "Satire" dargestellt wird und eigentlich nur ein Ausk**tzen ist über Leute, Gruppen, Menschen mit bestimmten Ansichten.
    Die Leute, die schön austeilen können und sich so als "Meister/in der Ironie und des Sarkasmus" gerieren wollen, haben meist selbst eine Riesenempfindlichkeit, wenn andere sie mal so angehen. Die halte ich für bösartig, weil sie Ironie nur benutzen, um auf anderen rumzutrampeln. Sie können nicht über sich selbst lachen, wenn von anderen eine ironische Bemerkung über sie kommt, von daher ist Ironie für sie gar nichts Humorvolles, sondern was zum Ätzen.
     
  23. Aha es liegt am Opfer dass sich der andere nicht benehmen kann ;-) ein bisschen Feinfühligkeit kann man beim ersten Kennenlernen schon erwarten. Wenn man ein gewisses vertrauen aufgebaut hat kennt man die Grenzen und der andere weiss wo es lang geht.

    Dann kann man auch einmal einen Scherz machen, aber nicht vorher
     
  24. Das ist schon interessant. Deine Beispiele finde ich nicht als Grund, den anderen aufzuziehen. Frauen frieren leichter, als Männer und da du ein Cabrioliebhaber bist, will sich deine Freundin keine Rückenschmerzen holen. Ich habe robuste Gesundheit, aber merke langsam, dass mittlerweile jedes Fitzelchen sich darauf abzeichnet. Ich gehe selten ohne Schal aus dem Haus raus, da beim kleinsten Luftzug ich sehr schnell Nackenprobleme bekomme. Ich bin kein Raucher, bekomme aber mit, wie ärgerlich es ist, wenn man Zigaretten suchen muss. Vor allem, deine Zeit ist kostbar als Berater. Das mit den Schlüsseln werde ich mir zu Herzen nehmen, danke für die Idee, es macht mich wahnsinnig diese Sucherei, was zu was gehört. Dass Frauen lange im Bad brauchen muss dir als dem Mann mit Frauenverschleiss bekannt sein. Wasch ein mal deiner Freundin die Haare und dann wirst du sehen, wie lange bloß diese Prozedur dauert. Und föhnen nicht vergessen :)
     
  25. Es braucht Empathie und emotionale Intelligenz um einschätzen zu können, ob eine Neckerei angemessen ist oder nicht. Leider verfügen nicht alle Menschen ausreichend darüber. Dann kommt es zu Missverständnissen, Kränkungen, Verwicklungen.
    Für mich hat diese emotionale Intelligenz bei der Partnerwahl, aber auch bei der Freundschaftswahl oberste Priorität. Bankkonten und Berufskarrieren des anderen sind mir egal. Das Ergebnis ist, dass ich mich privat ausnahmslos mit empathischen, in sich ruhenden Menschen umgebe. Das macht das Leben sehr angenehm. Ich muss mir nie Gedanken darüber machen, ob jemand mit mir angemessen umgeht. Sie tun es einfach, weil sie über eben diese emotionale Intelligenz verfügen.
     
  26. Sarkasmus ist immer respektlos. Du hast kein Selbstbewusstein.
     
  27. Mein ex Mann sagte im Spaß , dass mein kleines Gehirn ratterte.... er machte mich nach und lachte dabei ... die Abwertungen fanden ständig auf „lustiger „ Ebene statt ...
    Er meinte zb ich würde wie ein Mann gehen und macht meinen Gang dann nach ... und lacht ... (ich bin eine sehr weibliche Frau , es diente also einzig als Diffamierung)

    Nach der Trennung sagte er, dass er sich mir ggü. minderwertig fühlte und das kompensieren musste . Er kam mit meiner Stärke nicht klar und dass ich „so schön und wohlhabend“ war . Trottel ... jetzt baue ich mit nem anderen mein Haus :)

    Mein Freund ist das Gegenteil , er würde sich nie über mich lustig machen .
     
  28. Also du machst Scherze, wenn andere Leute auf ihre eigenen Schwächen hinweisen, nur damit du was sagen kannst aufgrund deinem Mangel an Selbstbewusstsein (was Sarkasmus nunmal ist)? Dann würde ich dagen: Verschwinde aus meinem Freundeskreis!

    Lass es doch einfach und frag nicht, ob es gut ist. Ich finde Sarkasmus ätzend. Sag was Sinnvolles oder halt den Mund!
     
  29. Frage immer : 'Stärkt es ober schwächt mich das?'
    Dann weißt du, ob du es essen sollst oder ob jemand dir gut tut.

    Mich erschreckt das meiste, wenn ich hier lese ... oder wenn ich an eigene Erlebnisse zurück denke. Weil ich schon immer klein & zierlich bin ... oder weil ich mutig mich einsetzte, wo Unrecht war oder sagte was deutliche Worte brauchte ... wurde ich in der Schule oft aufgezogen, anstatt dass ich Komplimente oder Unterstützung bekam.
    Heute sehe ich auf den Bildern die Frau und das Mädchen in seiner liebens&werten Art. Aber früher kam das nie durch - ständig wurde man verglichen und irgendwann habe ich auch selber verglichen.
    Vergleichen bedeutet: nicht mehr in der Mitte ruhen und sein eigenes Ding machen ... bzw. nicht wahr genommen werden, als dasjenige einzigartige spezielle Wesen, das man auf diesem Planeten ist.
    Necken - foppen - damit kann man jedes gute Tier irritieren und bestes Verhalten irgendwann kaputt machen.
    Ich bemühe mich, meine Katzen nicht zu necken. Sondern immer zu bemerken wo ihre Stärken sind, sie zu loben und ihnen täglich zu danken, dafür dass sie in meinem Leben sind. Die Zeit ist ja immer nur 1-2 Jahrzehnte: Keinen Tag will ich verschwenden oder übersehen!
    Wenn es Erlebnisse gibt, die mir nicht gefallen - dann spreche ich es deutlich an - kann auch mal kurz ärgerlich sprechen. Aber im Nu sehe ich, wo ich selber auch Verbesserungen bringen sollte. Bitte dann um Verständnis und dass es uns alle gut gehen möge.
    Die schauen mich an und verstehen ... !
    Necken zärtlich ja! 'Du hast ja so entzückende weiße Häärchen in deinen hübschen schwarzen Ohren!'
    Aber foppen - Ball täuschen - absichtlich Ängste oder Besorgnis hervorrufen - Leckerli hinhalten und dann wieder wegnehmen - derb kritisieren, was dieses Wesen in exakt seiner Eigen&Art ausmacht ... NEIN! Das ist Vertrauensbruch, Verrat in jeder Art von Beziehung.
    Viele Menschen 'können' garschtig sein, oder foppen ... aber sie genieren sich, zärtlich zu sein, Komplimente zu sprechen, Dank zu sagen und um Schutz für die Beziehung zu bitten (beten).
     
  30. Ich habe mich in diesem Forum schon oft dahingehend geäußert, dass ich dieses Necken einfach nur ganz furchtbar finde. Es triggert mich einfach, weil ich wirklich schon niederträchtigen respektlosen Dummsprüchen ausgesetzt war, ich kenne dieses absichtliche Verunsichern sehr gut - von einem Mann, den ich wohl völlig falsch eingeschätzt hatte. Ich konnte mich damals nicht dagegen wehren.

    Das Necken meines Bruders hingegen finde ich witzig. Meist geht es um meine Vorliebe für alte Filme und Schauspieler. Wenn ich vor seiner DVD-Sammlung stehe, kommt schon mal ein "Sind alles Filme in Farbe - und mit Ton". Oder: "Die haben (in den Filmen) sogar Autos ..." Darüber könnte ich mich köstlich amüsieren.
     

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