Oberstes Gebot: Nicht mit der Tür ins Haus fallen. Sonst ist der Anfang vom Ende vorprogrammiert.
Beim Flirt kann vieles gelingen, aber auch vieles schiefgehen. Schafft man es, den anderen in ein Gespräch zu verwickeln, lohnt es sich den "kulturellen Background" im Hinterkopf zu behalten.
"Was sagen Sie, nachdem Sie guten Tag gesagt haben?", so heißt ein bekanntes Buch des Psychiaters Eric Berne. Hinter dieser scheinbar lapidaren Frage steht eine schwergewichtige Studie über die Eigenarten der zwischenmenschlichen Kommunikation. Eine sicherlich ähnliche Frage stellen sich auch manche Flirtliebhaber, nachdem sie etwa eine Eingangsfrage gestellt haben, zum Beispiel: "Hi, ich heiße Marcus, wie heißt Du?" Denn danach muss es ja noch ein bisschen weitergehen. Schließlich will man keine Studie durchführen, um mal zu sehen, wie die Anwesenden mit Vornamen heißen.
Der Flirt stellt sich in der Regel dar als "normales Gespräch", das jedoch "getragen wird" von positiven Emotionen, die aufseiten beider Interaktionspartner bestehen. Und dann macht die Sache bekanntlich richtig Spaß. Theoretisch und auch praktisch ist der Flirt also eigentlich ein Selbstläufer. Daher tut man sich in der Regel keinen Gefallen, wenn man etwa eine "ganz witzige" Gesprächseröffnung ausspricht wie: "Hey, was machen wir beide denn noch mit dem angebrochenen Abend?" Und wer gleich nach den ersten Sätzen mit der Tür ins Haus fällt, teilt sich dann auch keine guten Karten aus. Gliedern Sie doch einfach vor dem Ansprechen die nächsten Schritte. Ein "normales Gespräch" besteht entsprechend aus einem Einstieg, einem Mittelteil und einem Schluss. Der Einstieg muss gar nicht mal so extrem innovativ sein. Wenn Sie vorher anhand der Körpersprache des anderen erkennen, dass Ihr Erscheinungsbild gut rüberkommt, "zieht" auch ein unspektakulärer Spruch. Für den Mittelteil haben Sie dann natürlich ein paar Fragen parat, etwa zur gerade erlebtes Situation, zu der beruflichen Situation des Anderen usw. Und bis zum Ende der Unterhaltung haben Sie meistens schon erkannt, ob die ganze Sache Zukunft hat oder nicht.
Es kommt natürlich darauf an, sich vorwiegend auf den Gesprächspartner zu konzentrieren; wenn Sie dauerhaft innerpsychische Dialoge führen, so machen Sie schnell den Eindruck, Sie seien nicht ganz bei der Sache. Dies wird in der Regel als Desinteresse gedeutet, und somit schießt man sich mit zu viel "Psychoheinzerei" ein Eigentor. Weniger ist manchmal mehr. Vertrauen Sie ruhig Ihrem Instinkt, wenn das Gespräch wie von selbst läuft.