Arbeiten Sie an einer reizvollen Ausstrahlung. Je attraktiver Sie auf andere wirken, desto mehr werden sich in Sie verlieben.
Aus Liebeskummer können körperliche Gebrechen resultieren (hier meine ich keine suizidalen Neigungen, die wir schon von Goethe geschildert bekamen. Sie erinnern sich: Ja, genau, Werther.). In der Welt erschien ein interessanter Artikel zum Thema Liebeskummer.
Kurioserweise haben die Humanwissenschaften diesen emotionalen Zustand eher stiefmütterlich behandelt. Kurios deshalb, weil Liebeskummer existiert, solange es Menschen gibt.
Egal. Jedenfalls stellt die (eigentlich unromantische) Humanbiologie eine nennenswerte Ausnahme dar. In einer Studie in den 1990er Jahren untersuchte der bekannte Forscher Michael Bechinie die Gefühle und Verhaltensweisen von Probanden, die gerade dem Liebeskummer hatten. Bechinie kam zu dem (gewohnt) unromantischen Schluss: Liebeskummer ist eine Extremsituation, psychisch sehr belastend, denn er löst – Achtung (!) – so starke Trauergefühle aus, wie man sie beim plötzlichen Tod eines nahen Verwandten verspürt.
Und doch kann der Verhaltensforscher dem unliebsamen Phänomen etwas abgewinnen. Anscheinend liegt ein tieferer Sinn im Liebeskummer. Hierfür müssen wir einen Schritt zurückgehen. Ein gebrochenes Herz entsteht doch nur, wenn die Liebe nicht erwidert wird. Das heißt nichts anderes als: Wer oft Liebeskummer hat, hat wahrscheinlich des Öfteren kein gutes Händchen bei der Partnerwahl bewiesen. Anders gesagt, vielleicht wurden einfach Singles angeflirtet, die in Sachen Attraktivität eine "Liga drüber" waren.
Die Folge von häufigen Körben ist im besten Fall eine realistischere Selbsteinschätzung. Liebeskummer hat demnach wahrscheinlich eine regulative Wirkung auf das Selbstbild.
Doch zurück zu den negativen Begleiterscheinungen. Die populäre Helen Fisher, ihres Zeichens ebenfalls Humanbiologin, stellte fest, dass Stress aufgrund von Liebeskummer den Körper ernsthaft schädigen kann. Denn leider wird das Immunsystem in Mitleidenschaft gezogen. Erkrankungen sind die Folge. Außerdem können starke Ohnmachts- und Hilflosigkeitsgefühle schwere Depressionen auslösen. Dadurch wird auch das "Glückshormon" Serotonin im Gehirn abgebaut.
Interessanterweise scheinen Frauen mehr zu leiden als Männer, wenn der Liebeskummer sein hässliches Haupt erhebt. Was folgt hieraus?
Meiner Meinung nach dreierlei:
1. Wer oft Liebeskummer hat, sollte auf jeden Fall die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass es in Sachen Partnerwahl ein unbewusstes, aber nichtsdestoweniger destruktives Muster gibt, dem man immer wieder auf den Leim geht. Vielleicht provoziert man immer wieder Abneigung, um seine negative Weltsicht aufrechtzuerhalten. Ein solches Streben hat Wurzeln, die bis in die Kindheit reichen.
2. Sie dürfen ruhig mal Ihre Erwartungen an einen idealen Partner bewusst machen. Vielleicht haben Sie unrealistische Vorstellungen und suchen sich immer wieder Singles zum Flirt, die Sie zum Traumpartner stilisieren. Eine solche Denkweise hat stets die Enttäuschung im Gepäck.
3. Arbeiten Sie an einer reizvollen Ausstrahlung. Je attraktiver Sie auf andere wirken, desto mehr werden sich in Sie verlieben. Auf diese Weise schlüpfen Sie in eine andere Rolle!