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Wenn es einfach nicht funkt…
Wenn es einfach nicht funkt… (Kategorie: Partnersucheblog)
Man mag sich, man versteht sich, man lacht zusammen - aber eine Beziehung wird es nicht.

Gestern war das dritte Treffen mit Frank. Genauso wie die beiden Male davor ist es gelaufen. Toller Abend, viel gelacht, bis in den späten Abend geplaudert. Doch etwas ganz entscheidendes fehlte wieder.

Es hat nicht "Klick" gemacht. Frau H. kann sich das nicht erklären. Sie berichtet mir in unserem Gespräch, dass eigentlich alles zu stimmen scheint. Frank spricht sie äußerlich an und was sie bisher in Emails, Telefonaten und in den drei Treffen von ihm erfahren hat, findet sie interessant. Dennoch fühlt sie sich von ihm nicht körperlich angezogen, fehlt jedes Prickeln. Sie merkt, wie sie kein Bedürfnis hat, ihn zu küssen oder zu berühren. Er ist ihr überaus sympathisch, sie könne sich vorstellen, sich mit ihm noch oft zu treffen. Aber sie sucht einen Partner, Frank landet immer mehr in der Freundschaftsschublade.

Frau H. macht sich Vorwürfe, es könne an ihr liegen, sie würde sich vielleicht innerlich blockieren. Doch dafür gibt es keinen Grund. Die letzte Beziehung ist verarbeitet, zurzeit läuft beruflich wie privat alles rund, sie fühlt sich wohl in ihrer Haut und weiß aus den letzten Beziehungen, dass sie sich auf eine Partnerschaft einlassen kann. Jedoch funkt es nicht, wenn sie Frank trifft. Das enttäuscht sie sehr, so was hatte sie noch nie.

Auch wenn es schade ist und so viele Voraussetzungen stimmen, kann das passieren. Verlieben ist keine Entscheidung des Kopfes, sondern ein hochkomplexer Prozess. Verschiedene wissenschaftliche Disziplinen wie Psychologie, Evolutionsbiologie und Soziologie versuchen das Geheimnis zu lüften. Doch es scheint trotz aller Erkenntnisse über biochemische Prozesse im Kopf und im Körper immer noch ein Rätsel zu sein, wie es in einer konkreten Situation dazu kommt, dass sich eine Person in ihr Gegenüber verliebt. So verlieben wir uns nach Meinung des Sozialpsychologen Manfred Hassebrauck nicht, weil biochemische Prozesse ablaufen. Die laufen ab, weil wir uns verlieben. Das beschreibt er ansprechend in seinem Buch: Warum wir aufeinander fliegen. Strategisch und systematisch können wir das Verlieben also nicht angehen. So gerne wir das Schicksal in die Hand nehmen würden und uns wie Frau H. bewusst verlieben wollten, es geht nicht, ohne sich selber etwas vorzumachen. Wir müssen hinnehmen, dass sich Verlieben unserer Kontrolle entzieht. Denn zusätzlich zur Sympathie kommt beim Verlieben ja noch körperliche Erregung dazu, die wir nicht steuern können.

Was kann Frau H. also tun? Ich rate ihr, sich ruhig weiter mit Frank zu treffen, wenn sie sich damit gut fühlt und sie an einer Freundschaft interessiert ist. Doch ganz wichtig ist, dass sie bei Frank keine falschen Hoffnungen weckt oder ihn hinhält. Bei einer der nächsten Treffen sollte sie offen über ihre Gefühle sprechen, ehrlich aber diplomatisch. Somit kann Frank entscheiden, ob er weiter Nähe möchte oder Abstand braucht. Doch wer weiß, vielleicht wird es Liebe auf den zweiten Blick


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4 Antworten zu “Wenn es einfach nicht funkt…”

  • Jana sagt:

    Tja, da versteht man sich manchmal selber nicht:
    Bei den "unmöglichsten" Typen, die nicht mal 2 der 4 Liebessäulen (Gemeinsamkeit, Unabhängigkeit, Nähe und Sex) erfüllen, bekommt man urplötzlich Herzklopfen und erzählt dummes Zeug und bei Top-Jungs wie Frank, die gleich mal 3 Säulen bedienen, passiert gar nix.
    Man möchte sein Herz reanimieren, fragt es, ob es nun eigentlich völlig spinnt und von allen guten Geistern verlassen ist, aber es stellt sich stur und zeigt weiterhin null Reaktion.
    Ist mir auch schon ein paar Mal passiert, dass jemand doch eigentlich bestens zu mir passen sollte, aber ich habe festgestellt, wenn es so ist -dass nämlich nix passiert- , dann ist es einfach so und leider nicht änderbar.
    Zumindest bei den Menschen, die ich offiziell gedated habe, wo es also von vorn herein schon nicht um Freundeskreiserweiterung ging, sondern um evtl mehr, blieb es so.
    Andersrum ist es mir allerdings schon passiert, dass ich mich in jemanden verliebt habe, dem ich schon gefühlte 902 Mal gegenüber sass, 902 nix ausser Freundschaft war und beim 903. Treffen hat es dann ganz aufeinmal umso ordentlicher geknallt.
    Wie ist das bitte zu erklären?
    Da fragt man sich nämlich auch, ob man nun eigentlich völlig durchgeknallt ist, einen extremen Eisprung hat oder bisher blind war.
    Wenn man sich dann auch noch erwischt "1000 und 1 Nacht" vor sich hin zu trällern, kann man nur von Wahnsinn oder Schweinegrippe befallen sein, glaubt man.
    Aber wie Frau Fischbach schon goldrichtig schreibt: "Sich verlieben ist ein hochkomplexer Prozess, der von uns nicht lenkbar ist"
    Wahrscheinlich ganz gut so, denn dann wäre es ja auch nicht so besonders.
    (Teil 1)

  • Jana sagt:

    (Teil 2)
    Ich würde womöglich -nach gescheiterter Beziehung- "dem nächst-Besten-scheinbar-Passenden" mein Herz auf den Tisch legen und mir einbilden, dass es bestimmt ganz toll wird.
    Wenn er will, super, wenn nicht, auch nicht so schlimm, dann "verliebe" ich mich eben auf Kommando in jemand Anderes.
    Bei manchen Menschen, scheint es mir, läuft es ja so ab und ich wundere mich immer wie schnell sich viele blitzverlieben.
    Bei mir ist das (leider) nicht so.
    Ganz gut so, denke ich oft, denn so bleibt es ein wertvolles Gut, das nicht so leicht verteilbar ist und somit immer besonders bleibt.
    Und an anderen Tagen ärgert mich dann über die "Unflexibilität und Sturrheit" des bockigen Herzens.
    Jedenfalls würde ich Frank trotzdem weiterhin treffen, wenn ich sein Gesellschaft geniesse, ihm aber -wie von Frau Fischbach empfohlen- reinen Wein einschenken und evtl Hoffnungen nicht schüren.
    Denn eines ist klar:
    ICH könnte eines Tages ja auch mal Frank sein und wollte mich dann nicht an der Nase herumgeführt wissen…

  • Boris sagt:

    Leider (oder zum Glück?) ist es so, dass Sex und Anziehung gar nichts mit Geimeinsamkeiten, Interessen, Wertevorstellungen zu tun haben müssen. Daher sind Leidenschaft und Partnerschaft leider auch zwei getrennte Paar Schuhe. Wir suchen sie im Doppelpack und bezeichnen es auch dann erst als "wahres Glück", aber es sind per se zwei unterschiedliche Dinge. Das eine ist Chemie und animalische Anziehung ("Verliebtheit") – es hat mehr mit unserer genetischen Ausstattung und der natürlichen Suche nach dem möglichst passenden genetischen Gegenpart für die Zeugung möglichst gesunder Nachkommen zu tun.
    Das andere ist dann die Aufzucht dieser Nachkommen, für die andere Dinge wichtig sind, wie Konfliktfähigkeit, Vertrauen ("Zuneigug") etc..
    Und genau dieser Unterschied macht es (manchmal) sehr schwierig, sich selbst und den anderen zu verstehen. Kennt Ihr den Spruch – Frauen zeugen Kinder mit Machos und ziehen sie mit Softies groß?

  • Heiko sagt:

    Dieses Thema kann aus meiner Sicht getrost als eines der menschlichen Urprobleme seit den ersten Regungen des Bewusstseins und dem Streben nach Vollkommenheit angesehen werden. Und genau dort, in mit steigendem Alter wachsender Erfahrungen sowie zwangsläufig wachsender Egozentrik liegt das Problem. Das Hochgefühl, das im Leben schon einmal empfunden wurde, ob erwidert oder verschmäht, sollte sich schon wieder einstellen, die Latte liegt hoch. Jeder neu in den Bewerberkreis tretende Mensch wird nicht als Möglichkeit zum Einlassen und Wachsen, sondern als richtig oder falsch, je nach Bauchgefühl eingestuft. Männer können meistens noch benennen, was sie insgeheim stört, Frauen dagegen oftmals nicht bzw. nur sehr diffus. Interessant ist, dass sogar hoch gebildete Menschen in solchen Dingen wie Teenager handeln, deren Traumzauberwald dicht und von wunderlichen Wesen durchschwebt ist.
    Es gibt diese perfekten und doch immer auch brüchigen Verbindungen, fasst jeder kann eine oder mehrere in seinem Bekanntenkreis erwähnen oder denkt an berühmte Paare wie Robert und Clara Schumann. Dort wollen wir hin und zerbrechen doch dabei zu oft am hohen Anspruch, um im Altersheim die Tragik der gescheiterten Träume in Jahre gegossen zu sehen.

    Vor noch nicht langer Zeit waren Liebesheiraten eher die Ausnahme, die Literatur partizipierte von diesen Geschichten in nahezu unendlicher Vielfalt. Dennoch ist die Menschheit nicht ausgestorben oder sieht man auf alten Bildern permanent unglückliche Paare. Dies ist ein Allgemeinplatz, mir ist es wohl bewusst, aber vielleicht sollte die Liebe erst in uns sein, um dann von einer anderen ergänzt zu werden.
    Ich denke, wirklich tiefe Liebe und Zuneigung wächst mit den Jahren, ein Experiment für das wir uns heute nicht mehr die Zeit nehmen wollen, denn wir und unsere temporäre Verweildauer auf Erden ist uns zu kostbar geworden. Wie schade!