Manche Menschen haben eine allzu innige Beziehung zu ihren Tieren. Das kann durchaus problematisch werden ...
Haustiere sind weit verbreitet, in Deutschland leben über 23 Millionen. Oft sind die Tiere des Menschen bester Freund. Was aber, wenn Sie beim Kennenlernen oder in der Beziehung zum Problem werden?
Das muss gar nicht an zu viel Pflege und Aufmerksamkeit oder an großen Einschränkungen in der Freizeit liegen. Manchmal sind es ganz sachliche Umstände, die zu Problemen führen. Bei Karin und Horst lag es an einer Katzenhaarallergie. Horst aus Heide (Holstein) hatte Sabine über ElitePartner.de vor ein paar Monaten kennengelernt. Bis zu seinem ersten Hausbesuch bei Sabine in Braunlage im Harz wusste er gar nichts von seiner Allergie. Die beiden hatten sich vorher ein paar Mal getroffen, aber nie bei Sabine privat. Nachdem der Blitz eingeschlagen war, stand der erste Besuch an. Sabine hatte drei wunderschöne Angorakatzen, die sie heiß und innig liebte. Horst wusste von den Schmusekätzchen aus Erzählungen und von Bildern, war gespannt auf die drei.
Doch die Freude endete recht schnell mit einem dramatischen asthmatischen Anfall, einem anaphylaktischen Schock und letztendlich im Krankenhaus. Nach einer Viertelstunde in ihrer Wohnung kamen die ersten Anzeichen: Brennen auf der Zunge und im Rachenbereich, Juckreiz an Händen und Füßen und Hitzegefühl. Horst hielt das für Aufregung, schenkte dem zunächst keine Beachtung, aber als er keine Luft mehr bekam, weil der Hals zu schwoll, handelte Sabine geistesgegenwärtig. Das restliche Wochenende verbrachte Horst mit Sabine im Hotel. Sie machten das Beste daraus und hatten viel Spaß. Doch wie sollte das auf Dauer weitergehen? Mit diesen Gedanken wollten sie sich jedoch die Zeit nicht verderben.
Bei der Verabschiedung wurden die ersten zweifelnden Gedanken hörbar. Zurück in Heide lud er Sabine für das nächste Wochenende zu sich ein. Eine Freundin fütterte die Katzen. Doch Sabine hatte eine stressige Anfahrt mit Bus und Bahn: 6 Stunden mit 5 Mal umsteigen. Rückfahrt nicht besser. Sabine hatte aber keinen Führerschein. Das Wochenende war getrübt von Diskussionen über mögliche Lösungen. Sabine würde die Katzen nie weggeben, könnte weder nach Heide umziehen, noch zweimal im Monat pendeln. Horst hatte sich beim Arzt erkundigt, eine systematische Desensibilisierung würde unter Umständen Jahre dauern, bis sie greift, garantiert wäre das nicht. Bei seiner Massivität der Allergie würden auch Cortisonspray und hoch dosiert Allergietabletten wenig bringen.
Horst hat ganz viele Lösungen in die Waagschale geworfen: Von Autoführerschein für Sabine bezahlen, bis hin die Kosten für ein Hotel in Braunlage übernehmen, damit man sich wenigstens kennen lernen kann. Zudem wollte er sie bald in den Urlaub einladen, damit sie allergiefrei durchatmen könnten.
Aber für das Finden einer Lösung braucht es die Bereitschaft von beiden Parteien. Sabine war das alles zu "anstrengend". Sie schrieb Horst einen Brief und gab den aufflackernden Gefühlen keine Chance. Klare Entscheidung von Sabine, für die Katzen und das Vermeiden von Veränderung und gegen diese Liebe. Wenigstens ehrlich und früh. Auch wenn Horst das alles nicht verstehen wollte. Traurig aber wahr!
Ich selbst habe Katzen und nehme den Kontakt zu Männern, die eine Katzenhaarallergie haben, gar nicht erst auf. Es sollte meiner Meinung nach für jeden "fühlenden" Menschen eine Selbstverständlichkeit sein, ein Wesen, für welches man sich doch aus freien Stücken entschieden und für das man freiwillig Verantwortung übernommen hat, nicht aus reinem Eigeninteresse fort zu geben. Für mich ist erschreckend zu sehen, wie Tiere auch heutzutage noch immer versachlicht werden … niemand würde eine solche Disskussion führen, wenn es sich statt des Tieres um ein Kind handeln würde, welches den potentiellen neuen Partner ablehnt!
Nein, ich möchte hier nicht ein Kind einer Katze gleichsetzen. Worum es mir geht ist ein klares Statement zu Verantwortlich- und Nachhaltigkeit und die Liebe (in diesem Fall für das Haustier).
Wer sein eigenes Wohl über das des auf ihn angewiesenen Wesens stellen würde, der möge sich bitte schon im Vorfeld kein Tier anschaffen. Geht durch die Tierheime, schaut Euch das Leid dort an!
Verantwortung, egal ob für ein Kind oder ein Tier (oder vielleicht den pflegebedürftigen Vater?), ist eine Verantwortung in guten Tagen, genauso wie in Zeiten, in denen man sich vielleicht wünscht, man hätte diese nie übernommen. Eine Aufgabe fürs Leben.
Ich habe volles Verständnis für Sabines Entscheidung. Ich habe auch einen Kater und würde mich in keinem Fall von ihm trennen. Allerdings hätte ich dem Kennenlernen eine Chance gegeben.
Ich würde meine Katze ebenfalls nie für einen Mann weggeben. Meine Katze ist wie ein Familienmitglied. Seine Kinder gibt man ja auch nicht weg, wenn der Mann sie nicht "mag". Sorry Männer…
Ich kenne dieses Thema auch aus eigener Erfahrung und kann allen 3 Kommentaren nur von ganzem Herzen zustimmen! Interessant (und "bezeichnend"?): Alle von Frauen.
Dann leben Sie glücklich bis ans Ende Ihrer Tage mit Ihrer Katze zusammen und sparen sich den Beitrag hier, den Sie dann für ein Tierheim spenden könnten,
Ich habe selbst eine Allergie auf Tierhaare.
Bernd
Stimmt! Bezeichnend, dass Frauen sich eher für ihre Katze/Kater entscheiden und Männer hier nichts schreiben. Denn ich finde das wenig nachvollziehbar. Männer sind wohl mehr in der Lage zur emotionalen Distanz in entscheidenden Punkten.
Wahrscheinlich lieben sich Männer selbstbewusster und wissen sich besser zu behaupten, dass sie einer Liebe zu einem menschlichen Wesen im schlimmsten Fall die Mieze opfern müssten.
Muss doch nicht gleich ein "Weltkrieg" daraus gemacht werden. Klar wäre ein Abschied unschön, aber das Schicksal der Katze muss nicht gleich im grauen Tierheim enden. Gibt auch noch andere nette Familien, die gerne eine Katze übernehmen. Schließlich sind auch nicht alle Adoptionskinder verkorkst, sondern können gute Leben finden.
Denkt mal lieber bisschen egoistischer, meine Damen!
Gregor
Vollkommen nachvollziehbar, die Katzen waren vor dem Mann da und haben entsprechend mehr Gewicht in Sabines Herzen. Keine Frage! Komischer, unmoderner Artikel, recht einseitig von der Autorin geschrieben; kann nur einem Menschen passieren, der noch nie eine "artübergreifende Freundschaft" zu einem Tier hatte!!!!!
Nun ja, es gibt eben Menschen, die Tiere lieben und Menschen, die dieses nicht tun. Es ist ein wenig wie mit der Religion. Darüber lässt sich schwer streiten. Aber wenn jemand einen Tierliebhaber wirklich liebt, kann er in etwa ermessen, wie viel Glück dieses Tier dem geliebten Menschen beschert und wird nicht darauf drängen, es abzugeben.
Ich selbst habe einen Hund und würde mich im Zweifelsfall immer für diesen entscheiden. Der Hund bleibt Dir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde
Deshalb mein Rat: Gleich und Gleich gesellt sich gern…
frl. coy, silvi, dagmar und wie ihr alle heißt: ihr habt es einfach auf den Punkt gebracht! Man kann nicht ein Wesen, das einen liebt, einem vertraut, immer für einen da ist, wieder weggeben, weil man jetzt gerade mal wieder "emotional" ist. In dem Falle sind die Emotionen mal wieder (wie auch sonst oft) gar nicht gut. Frau sollte immer ihren Kopf einschalten (was Männer übrigens viel häufiger tun, wenn es um rationale Entscheidungen geht) und daran denken, wer in Zeiten des Lebens- und Liebeskummers WIRKLICH für sie da ist. Der Mann ist über alle Berge, aber wer liegt da auf dem Sofa und schnurrt und schaut einen treuherzig an? Vielleicht doch der/die beste Freund/in im Leben? Das mit dem Sturm und dem Wind ist ja soooo zutreffend. Und an die Männer: Es gibt genug Frauen, die keine Haustiere haben. Wenn frau und mann in der Frühphase ehrlich zu einander sind kann man da ganz offen sein.
Und noch etwas: eine Beziehung, die einem Lebewesen Leid zufügt, steht unter keinem guten Stern. Das konnte ich im Bekanntenkreis (leider) schon beobachten.
Und diese Freundin fängt heute noch an zu weinen, wenn das Gespräch auf ihre Katzen kommt, die sie wegen ihrem Mann wegegeben hatte. Sie hat den Verlust nie überwunden. Der Preis wäre mir zu hoch…
Die Beziehung zu einem Haustier ist viel Dauerhafter als die zu einem Mann sein kann – ein Haustier belügt oder betrügt einen nicht und ein Haustier hört nicht auf, einen zu lieben (wenn man das so nennen darf), nur weil ein 10 Jahre jügeres Frauchen den Weg kreuzt
An die Herren der Schöpfung: nicht gleich aufregen, das ist jetzt nur überspitzt formuliert und hat auch anders herum Geltung – da würde der letzte Satz nur lauten "weil ein reicheres Herrchen den Weg kreuzt"…
Nein, nun im Ernst: mein Kater gehört zu mir, ist Teil meines Wesens. Ich hätte in nur in einem Fall schweren Herzens weg gegeben: wenn mein Sohn eine Allergie entwickelt hätte.
"Eine kleine Katze verändert "heimkommen in ein leeres Haus" in "nach Hause kommen".
(Pam Brown)
Ich habe 15 Jahre lang für meinen jetzt Ex-Mann mit Tierhaarallergie und Katzenhasser-Mentalität auf ein Haustier verzichtet. Ein Fehler, der mir garantiert nicht noch einmal passiert. Jetzt habe ich eine Katze, arbeite aktiv im Tierschutz und kein Mann der Welt wäre es wert, daran etwas zu ändern.
In diesem Sinne bin ich wirklich glücklich solo bis ein gleichgesinnter Kerl des Weges kommt!
Meine beiden Kater stammen aus dem Tierheim und haben durch mich ein lebenswertes Dasein erhalten.
Ein Mann, der die beiden nicht als Mitbewohner akzeptiert, darf sich gerne in meinem Freundeskreis befinden, ein Liebes-/Lebens-Partner wird er definitiv nicht. So wie ich von ihm nicht erwarten würde, sein Tier aufzugeben, so gilt Gleiches auch für mich. Mein ganzes Leben bin ich von Katzen/Katern, Wellensittichen oder Hunden umgeben gewesen. Sie sind mir als Lebewesen wichtig, deshalb bin ich viele Jahre aktiv im Tierschutz tätig gewesen.
Tiere haben keine Lobby.
An Sabines Stelle hätte ich sicher ähnlich gehandelt, was das nicht ihre Katzen aufgeben angeht. Doch ich hätte dem interessierten Herrn und mir (an Sabines Stelle), der ja nichts von seiner Katzenhaarallergie wusste und sich so viel Mühe gegeben hat, einen für beide guten Kompromiss zu finden, wenigstens die Chance des einander näher Kennenlernens eingeräumt.
Eine sehr liebe Freundin von mir hat ebenfalls eine Katzenhaarallergie – so besuche ich sie eben bei ihr zu Hause, auch wenn es schade ist, dass sie noch nie bei mir zu Hause war. Doch ihre Gesundheit ist mir wichtiger. Ich denke, man sollte nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Allem Anschein nach waren es aber nicht nur die Katzen, sondern auch die lange Zugfahrt, das mehrmalige Umsteigen etc. – Schade, vielleicht hätten beide recht gut zusammengepasst.
Ich mag Tiere und wenn ich mehr Zeit hätte, hätte ich bestimmt auch wieder eine Katze oder einen Hund.
Trotzdem hätte ich das Näher-Kennenlernen wahrgenommen und wenn es gefunkt hätte: Tschüss Mieze! (Gut untergebracht, versteht sich!)
Denn mit einer Katze kann ich keine tollen Gespräche führen, ins Kino gehen, Sex machen, Sport treiben oder in den Urlaub fahren. Ein Partner ist mir wichtiger!