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Was ein Blick in die Ex-Files verrät
Was ein Blick in die Ex-Files verrät (Kategorie: frisch-verliebt)
Sie wollen alles über Ihren neuen Schwarm wissen? Dann lohnt ein Blick in die Ex-Files. Denn womöglich offenbaren sich darin gewisse Muster oder Hinweise, die für Ihre gemeinsame Zukunft von Bedeutung sind. Aber Vorsicht: Lassen Sie sich nicht in die Irre führen.

Mara (31) wollte alles über die Ex von Sascha (35) wissen. Doch: Die wohnte in einer anderen Stadt und Sascha hatte keinen Kontakt mehr zu ihr. "Also musste ich mich auf seine Erzählungen verlassen", sagt Mara. "Demnach war sie eine ziemliche Zicke." Und dann kam es doch durch einen Zufall zu einer Begegnung – und die Ex war so ganz anders als Mara sie sich vorgestellt hatte. "Wenn der neue Partner von seiner Ex-Beziehung spricht, ist das immer subjektiv und in eine bestimmte Richtung gefärbt", erklärt Single Coach Lisa Fischbach. "Deshalb sollten Sie diesen Erzählungen zwar Glauben schenken, sie aber nicht allzu stark gewichten."

Wie präsent darf der Ex denn eigentlich sein? Das kommt darauf an: Wie und wann ging die Beziehung zu Ende? Ein gewisser Abstand ist meist nach einer Trennung für die Verarbeitung vonnöten. Doch das ist nicht immer möglich. Manche Ex-Partner sind womöglich trotz allem gut befreundet. Oder der Abstand ist deshalb nicht realisierbar, weil Kinder im Spiel sind. Entscheidend ist die jeweilige Situation. Aber: "Er sollte die Bühne so weit räumen, dass für eine neue Liebe genug Raum, Zeit und Gefühle da sein können. Wenn der Ex engster Vertrauter, Lebensberater und auch sonst in jedem zweiten Satz erwähnt ist, sollte der neue Partner das kritisch hinterfragen."

Konkurrenzdenken vermeiden

Christin (28) war zu Beginn ihrer neuen Beziehung mit Steffen (36) verunsichert: "Wenn er über seine Ex sprach, habe ich mich immer gefragt, ob sie wohl attraktiver war als ich, gebildeter, witziger, sportlicher und so weiter. Immerhin war er fast zehn Jahre mit ihr zusammen." Solche Gedanken sollten Sie erst gar nicht zulassen. Schließlich ist Ihr Partner jetzt mit Ihnen zusammen und es gab Gründe, warum die Ex-Beziehung zerbrochen ist. "Machen Sie sich das immer wieder bewusst", rät Psychologin Lisa Fischbach. "Das söhnt sie mit dem Schicksal des Nachfolgers aus und hilft bei der Entmystifizierung des Ex-Partners."

Christin fand heraus, dass Steffens Ex das genaue Gegenteil von ihr war und die Beziehung recht unglücklich zu Ende ging. "Er sagte, er habe aus seinen Fehlern gelernt und wolle es nun mit mir ganz anders machen." Gut so, denn offensichtlich hat er es geschafft, ein negatives Beziehungsmuster abzuschütteln.

Und was ist mit den Menschen, die den immergleichen Typus bevorzugen? "Vor Allem Männer legen besonderen Wert auf das Äußere", so Lisa Fischbach. "Deshalb spielt ein bestimmtes Beuteschema für viele eine große Rolle." Aber auch Frauen sind davor nicht gefeiht, wenngleich sie eher bereit sind, für die inneren Werte eines Mannes in der Optik einige Kompromisse zu machen.

Darauf sollten Sie achten:

Wie spricht Ihr Partner über seine/n Ex? Eher diskret oder ausliefernd, übermäßig viel oder auffallend wenig, lobend oder enttäuscht – das sagt viel über das Verhältnis, aber auch über grundsätzliche Dinge im zwischenmenschlichen Umgang. Wie verlief die Trennung? Sie sollten zwar respektieren, wenn Ihr Gegenüber das lieber für sich selbst klären möchte. Dennoch haben Sie als neuer Partner ebenso das Recht, nicht gänzlich außen vor gelassen zu werden.
"Die Art Beziehungen zu führen, die Trennungsbiografie und die Beziehungsdauer sind wertvolle Indikatoren", so Lisa Fischbach. "Wenn jemand viele und nur kurze Beziehungen geführt hat und dafür wenig plausible Gründe anführen kann, sollten Sie genauer hinsehen, wenn Sie auf der Suche nach einer langfristigen Partnerschaft sind." Hören Sie also aufmerksam zu, wenn es um die Trennungsgründe geht: War es wiederholte Untreue, mangelnde Kommunikationsfähigkeit oder Vertrauen, zu viel oder zu wenig Nähe? Achten Sie darauf, ob sich gewisse Muster offenbaren.
Und: Warum sollten ausgerechnet bei Ihnen diese Muster durchbrochen werden? Beziehungsmuster sind laut Lisa Fischbach sehr veränderungsresistent. "Die meisten Menschen ändern sich nicht von selbst in solch elementaren Themen, wenn die Lebensumstände es nicht dringend verlangen oder innere Einsicht herrscht."

Kein leichtes Erbe

Es ist nicht leicht, der oder die Nachfolger/in zu sein. Wenn die Beziehung lang und glücklich war und Kinder im Spiel sind, wird es umso schwerer. Das Rezept: Reden und immer wieder reden. "Lassen Sie den Partner an Ihren Ängsten, Frustrationen und Wünschen Teil haben, ohne Vorwürfe zu machen", so der Rat der Psychologin.

Ob und wie weit Sie die Ex-Files öffnen wollen, hängt von Ihrer beider Belastungs- und Kommunikationsfähigkeit ab: Wie viel wollen Sie wissen, wie viel Transparenz brauchen Sie, um Vertrauen aufbauen zu können. Manchmal kann zu viel Offenheit auch verunsichern und überfordern. Finden Sie Ihren eigenen Weg und machen Sie Ihre gemeinsame Zukunft nicht allzu sehr von Vergangenem abhängig.

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