"Sieh her - mein Haus, mein Wagen, meine Jacht!" Warum Männer beim Flirt gerne prahlen.
Selbstdarstellende Flirtpartner sind nicht selten. Dabei kann "Frau" es ihnen noch nicht einmal vorwerfen. Schließlich liegt der Hang zum Auftrumpfen im Blut.
Viele weibliche Singles kennen das Phänomen, dass beim Small Talk der männliche Part meistens von seinen Besitztümern und Fähigkeiten spricht. Viele scheinen fortwährend zu vermitteln: "Sieh her – mein Haus, mein Wagen, meine Jacht" Dieses Thema hat natürlich viele Variationen auf Lager (und einen hohen Nerv-Faktor), wobei die Grundaussage meistens gleich bleibt. Sie lautet: "Ich könnte Dir ein verlässlicher Partner sein, weil ich ehrgeizig bin und großzügig investiere."
Im Spiegel (6/2009) wird über die Arbeit des US-amerikanischen Psychologen Geoffrey Miller berichtet, der sich unter anderem mit diesem Phänomen wissenschaftlich auseinandersetzt. Ich habe vor Monaten ein gutes Buch von ihm gelesen, es heißt: "Die sexuelle Evolution. Partnerwahl und die Entstehung des Geistes". Jedenfalls werden im genannten Artikel auch einige neuere Studien des Psychologen thematisiert; auf deren Befunde will ich kurz eingehen. Sie untermauern nämlich die evolutionspsychologischen Ausführungen, die wir hier im Flirtblog ja schon kennengelernt haben. Los geht's:
1. Männer sind spendabler, wenn sie mit Frauen flirten, die in der fruchtbaren Phase sind.
Auf diese Auffälligkeit stieß Miller bei einer Studie in sogenannten "Gentlemen's Clubs". In diesen Etablissements tanzen leicht bekleidete Damen für investitionsfreudige Männer. (Sie sehen, Psychologen arbeiten manchmal direkt an der Basis.) Miller fand heraus: Die "fruchtbaren" Tänzerinnen bekamen fast doppelt so viele Scheine (335 Dollar pro Schicht) als die anderen – man hatte die Gruppe über einen Zeitraum von 60 Tagen begleitet. Dabei blieb die Frage ungeklärt, wie Männer die Empfängnisbereitschaft wahrnahmen.
2. Je attraktiver die Gesprächspartnerin, desto mehr Wert legen Männer auf Luxusartikel.
Ein sicherlich auf den ersten Blick verstörender Befund, der aber seine Berechtigung hat. Wie kam diese Erkenntnis zustande? Der Psychologe zeigte männlichen Versuchspersonen am Rechner nacheinander Bilder von attraktiven Frauen. Daraufhin sollten sie sich ein Date mit der Betreffenden vorstellen. Außerdem, so das fiktive Bild, ständen dem männlichen Part 5000 Dollar zur freien Verfügung. Die Probanden sollten sich überlegen, wie viel des Betrags sie für Statussymbole oder andere Dinge ausgeben würden. Ergebnis: Im Vergleich zu den Männern, die gar keine Damen zu sehen bekamen, ließen sich die manipulierten Probanden eher zum Luxus hinreißen – nur durch den weiblichen Reiz!
Fazit:
Flirtwillige Frauen dürfen es ihren Small Talk-Partnern gerne auch mal nachsehen, wenn jene verstärkt zur Selbstdarstellung neigen; sie wollen halt Eindruck machen. Auf der anderen Seite – und das ist ein Tipp für das andere Geschlecht – sollte man es nicht so sehr übertreiben. Eigenlob stinkt bekanntlich auch.