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Vorsicht vor “frisch getrennt”
Vorsicht vor “frisch getrennt” (Kategorie: Partnersucheblog)
Eine neue Liebe braucht als Nährboden eine verarbeitete Trennung.

Das Profil ist vielversprechend, die Übereinstimmung der Interessen verblüffend, nette Mails von beiden Seiten, Bilderaustausch, Telefonate und das erste Treffen knüpft nahtlos daran an. Die sympathische Augenärztin ist unterhaltsam, schnell finden sich gemeinsame Themen, es wird viel gelacht.

Nach dem dritten Glas Wein wird das Gespräch persönlicher und die aktuelle Lebenslage wird Thema. Sie berichtet, dass sich ihr Noch-Ehemann neu verliebt hat, was aber für sie in Ordnung wäre, schließlich sei man schon ein halbes Jahr getrennt. Kann so jemand schon frei für eine neue Bindung sein? Oder möchte diese Frau sich nach der Trennung in eine neue Beziehung stürzen, um die alte zu vergessen. Laut einer Studie von ElitePartner.de suchen 16 Prozent Männer und 6 Prozent Frauen in einer Affäre Ablenkung bei Liebeskummer. Nach dem Motto Ex und hopp stürzen sich die Verbrämten in etwas Neues und hoffen dadurch Trost zu finden. Häufig sind es aber die Frauen, die länger brauchen, um sich auf etwas Neues einzulassen. Sie nehmen sich mehr Zeit für die Trauerphase als Männer, arbeiten an sich und versuchen, die Verletzungen zu verarbeiten. Das braucht nun mal seine Zeit, doch das Ergebnis ist meist, wieder wirklich offen für eine neue Liebe zu sein.
Männer hingegen lenken sich häufiger ab, flüchten sich in ihre Arbeit, betreiben exzessiv Sport oder suchen schnell nach einer neuen Partnerin. Das liegt daran, dass für Männer Liebeskummer oft schwerer zu ertragen ist. Sie sind es meist nicht gewohnt, offen über ihre Gefühle zu sprechen und sich mit ihren verletzten Gefühlen anderen anzuvertrauen. Frauen dagegen haben oft enge Bezugspersonen, mit denen sie ihren Schmerz teilen. Sie versuchen, sich durch Veränderung von der Verletzung zu befreien. Für einen anderen Mann sind Frauen in dieser Phase meist gar nicht offen, sie müssen erst wieder zu sich finden.

Eine neue Liebe braucht nun mal als Nährboden eine verarbeitete Trennung. Wer viel von seinem Ex-Partner erzählt, ist meist noch nicht frei für eine neue Partnerschaft. Daher sollten die Alarmglocken in so einem Fall schellen, denn Menschen in der Trauerphase sind als potenzielle Partner nicht geeignet. Fragen Sie am besten sensibel nach, wie die Person mit ihrer Vergangenheit umgeht. Wenn Ihr Gegenüber dann abblockt, ist das eher ein Zeichen, dass dort noch viel Unverarbeitetes schlummert. Am besten auf das eigene Bauchgefühl in solchen Situationen hören. Verunsichert Sie die Situation, sprechen Sie Ihre Gefühle offen an. So schützen Sie sich vor einer Begegnung mit einem Menschen, der nur mit halben Herzen bei der Sache ist.


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8 Antworten zu “Vorsicht vor “frisch getrennt””

  • Helmut sagt:

    Liebe Frau Fischbach,

    ich kann Ihnen in jedem Punkt zustimmen, möchte jedoch noch einen weiteren ergänzen:

    Eine der schönsten Erfahrungen, die ich in meinem Leben machen durfte, ist, dass man sich zwar nur in eine sehr begrenzte Anzahl von Frauen wirklich verliebt, aber dass dieses Verliebtsein immer wieder völlig neu ist und stets als das intensivste empfunden wird, das man je erlebt hat. Und solche große Lieben kommen u.U. auf die unerwartetste Art und Weise zustande. Wenn man sich verliebt, befindet man sich doch immer in einer je eigenen Situation: Man durchlebt eine Trennungsphase, hat finanzielle Schwierigkeiten, verarbeitet noch einen Trauerfall oder laboriert an einer langwierigen Krankheit herum. Den "optimalen" Zeitpunkt gibt es also mithin sowieso nicht. Ich halte es mitnichten für ausgeschlossen, dass man sich in eine Frau tier und ehrlich verliebt, mit der man sich vermeintlich nur über eine Trennung hinwegtrösten wollte. Wenn man sich eine gewisse Liebesfähigkeit bewahrt hat, ist man vor der Liebe nie und an keinem Ort gefeit. Ist das nicht schön?

  • Petra sagt:

    Hallo Helmut,
    ja, grundsätzlich wäre es schon schön, jedoch sprechen / spricht auch meine Erfahrung(en) dagegen.
    Ich vertraue da eher auf John Gray etc., etc.
    LG. Petra

  • Petra sagt:

    Hallo Helmut,
    ja, hört sich gut an, jedoch sprechen hiergegen auch meine persönlichen Erfahrungen.
    Helmut, hast Du schon mal John Gray gelesen?
    LG. Petra

  • Susanne sagt:

    Hallo, zusammen!

    Was im Artikel beschrieben ist, stimmt völlig.
    Nur wer bereit ist, loszumarschieren, wird auch ankommen.

  • Susanne sagt:

    Teil 2:
    Mein Zusammentreffen mit diesem Mann, der auf seine liebenswerte Weise so besonders ist, ist es wert, ihm Zeit zu geben, seine Geschichte zu begreifen, zu verarbeiten, sich neu zu organisieren, sodass ich gerne bereit bin, zu warten. Ich betrachte es als Glücksfall in meinem Leben, überhaupt so eine Entdeckung gemacht zu haben. Und wenn das Timing nicht optimal war

  • Judith sagt:

    Hallo … ja leider gibt es immer wieder Menschen , die verflossene Beziehung nicht verarbeitet und sich in eine neue "Liebe" hinein flüchten möchten. Ich habe dies vor zwei Wochen erlebt und bin noch ganz durcheinander, von dem anfänglichen Abheben und der neulichen harten Landung . Es gilt die Augen und Ohren offen zu behalten, auch in der Phase des ersten grossen Verliebtseins…..

  • Dani sagt:

    Hallo Helmut, du bestätigst ja, was im Artikel geschrieben steht- Männer verarbeiten nicht wirklich, sondern stürzen sich fast blind in eine Verliebtheit und wie du finden sie es oft auch noch richtig und toll. Ob sowas eine Chance hat oder nicht, scheint nicht zu interessieren, entscheidend ist das Verlieben und damit eindeutig das Ablenken vom (unverarbeiteten) Schmerz.

  • Dani sagt:

    Susanne, ich danke dir. Ich mache grade ähnliches durch. Eine wunderbare Begegnung, seelische Tiefe, zärtliche Vertrautheit, geistige Übereinstimmung und melancholische Sehnsucht bei Nichtzusammensein- das ganze Paket aus Verliebtheit, Neugier, Respekt und offener Ehrlichkeit in jedem Punkt. Und das ganze Paket aus vergangenem Schmerz und noch frischen Beziehungsproblemen, die noch nicht zur Trennung geführt haben. Er brauchte mich als Ausreißversuch, als Neuverlieben und den Eigenwerterkennen. Bis es emotional zu weit ging und echte Gefühle ins Spiel kamen.
    Fazit? Auszeit. Warten, Geduld, gegenseitiger Respekt und unschuldige Anteilnahme aus der Entfernung. Der Sargnagel einer Beziehung zu sein ist nicht schön und ebenso ist klar, dass man eigenes Glück nicht auf fremdem Leid aufbauen kann.
    Aber ich bin mir selbst auch zu wertvoll, um eine Geliebte zu sein. Ich lebe mein Leben weiter wie bisher, und da ich nicht auf der Suche bin, ist es mir auch egal, ob etwas draus wird oder nicht.
    Ich bin vorerst weg. Es waren schöne Gespräche, gute Momente und sehr zärtliche Gefühle und trotzdem auch Melancholie. Ich habe ihm geholfen, sie zu verstehen, wieder zu vertrauen und sich selbst wieder gut zu fühlen. Und wenn das jetzt dazu führt, dass die beiden nochmal einen Weg finden, dann war es gut. Denn eine funktionierende Beziehung kann man nicht zerstören und eine gescheiterte kitten zu helfen ist auch sehr schön.
    Nur mit diesem Hintergedanken kann ich es überhaupt genießen und das will ich. Ehrlich, offen und mit ruhigem Gewissen der Exfrau gegenüber, die mein volles Mitgefühl und meine ungeteilte Solidarität hat.
    Verliebtheit hin oder her- ich muss mit mir weiterleben und das geht nur gut, wenn ich rein von Schuld bin.
    Liebe ohne Besitzdenken ist die schönste Form, voll Genuß und ohne Schuld zu sein ;-)