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Vom Sinn und Unsinn der Monogamie
Vom Sinn und Unsinn der Monogamie (Kategorie: Sexualitätsblog)
Macht Monogamie evolutionsbiologisch eigentlich Sinn?

Monogamie ist in unserer Gesellschaft selbstverständlich, die Vielehe ist sogar per Gesetz verboten. Dabei haben Wissenschaftler verschiedener Disziplinen längst herausgefunden, dass Monogamie kulturabhängig ist.

Denn anderswo ist Polygamie (Vielehe), bzw. Polygynie (Vielehe bei Männern) das Normalste auf der Welt. Ob bei den Inkas Südamerikas oder den Maoris Polynesiens, im alten China oder Ägypten, den Eskimos oder den Afrikanern – Vielehe wurde und wird auf allen Kontinenten und in allen Kulturen gelebt.

Und wo es verboten war – bei den alten Griechen, Römern oder den französischen Königen – gab es Konkubinen oder heimliche Nebenfrauen, die zwar offiziell nicht anerkannt, aber wohl stillschweigend auch halbwegs öffentlich geduldet waren. Es waren meist die wohlhabenden und einflussreichen Männer, die mehrere Frauen hatten. Der einfache Mann von nebenan musste sich meist mit nur einer Gattin zufrieden geben. Aber nicht, weil er so genügsam war, er war schlichtweg zu arm.

Für Europa liegen keine Zahlen vor, doch eine Befragung ergab, dass viele amerikanische Männer mit hohem Einkommen zwei Familien parallel unterhalten. Ein entscheidendes Motiv für die Vielweiberei wird hier deutlich: Mann möchte damit seine Macht und seinen Reichtum repräsentieren.
Doch er will ebenso seine genetischen Vorteile nutzen. Das belegte die Darwinistin Laura Betzig in einer Studie: Reiche, einflussreiche und mächtige Männer zeugen demzufolge mehr Nachkommen als Normalsterbliche. Ihre Kinder hatten schon immer aufgrund der besseren Lebensumstände auch die besten Überlebenschancen.

Und tatsächlich würden wohl viele Männer auch in unserer westlichen Gesellschaft einen polygamen Lebensstil nicht kategorisch ablehnen, wenn sie die Wahl hätten. Dass sie diese nicht haben, dafür sind die Frauen verantwortlich. Denn für sie ist es weniger vorteilhaft, nur eine von vielen zu sein. Für Frauen ist noch immer in erster Linie die Exklusivität des Partners von immenser Bedeutung. Während der Mann seine Gene relativ unproblematisch verbreiten kann, ist letztlich die Frau dafür verantwortlich, die Nachkommen aufzuziehen, was natürlich ungleich mehr Aufwand und Verpflichtungen bedeutet.


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