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Kategorie | Herr Leyendecker über die Liebe und andere Unklarheiten


Verpasste Chancen
Verpasste Chancen (Kategorie: Herr Leyendecker über die Liebe und andere Unklarheiten)
Ich denke, die meisten von uns haben schon mal eine Chance verpasst, oder? Das Witzige ist, dass man sich selbst nach Jahren noch fragt, was wohl daraus geworden wäre.

Man traf jemanden, oder man kannte ihn schon länger. Und dann kam dieser Moment. Dieser kurze Moment indem man – oder vielleicht beide – dachten, dass da mehr sein könnte. Vielleicht fragte einer nach einem Date oder man war alleine auf einer Party, weil alle anderen früher nach Hause gegangen waren? Vielleicht, vielleicht, vielleicht…
Vielleicht hätte daraus was werden können. Die Traumbeziehung. Oder hätte man eine Freundschaft zerstört? Oder man wäre nicht mehr befreundet? Wir wollen vielleicht zumindest wissen, wie er/sie wohl im Bett gewesen wäre. Oder wie er/sie geküsst hätte. Das ganze Leben hätte anders laufen können. Und warum ist es nicht passiert?

Meistens ist einer zu ängstlich, zu schüchtern, zu überrumpelt. Meistens war ich das in meinem Leben. Aber wisst ihr was dabei das Merkwürdige ist? Egal wie lange es her ist, oder wie sehr man in seiner momentanen Beziehung glücklich ist, man vergisst die vergebene Chance nie. Sie begleitet einen länger als alle Ex-Freundinnen und Ex-Freunde. Warum? Ich denke, ein bisschen ist das Gras woanders immer grüner. Man denkt immer, man hat was verpasst, obwohl der Instinkt einem damals wohl deutlich „Nein“ sagte. Ja, aber im Nachhinein fragt man sich dann natürlich doch, was daraus geworden wäre. Heute sind die Frauen dann in meinem Fall weggezogen, verheiratet oder zumindest vergeben. Ich bereue es eigentlich nicht, insbesondere nicht, wenn ich die Chance wegen meiner Freundin sausen ließ. Man mag es glauben oder nicht, ich bin der treue Typ. Trotzdem frage auch ich mich, welche Fehler man wohl nicht gemacht hätte, wäre man damals mit diesem Mädchen zusammen gekommen, das so vernarrt in einen war, anstatt mit der Tussi, die einem zwei Jahre später das Herz brach. Was wäre gewesen, hätte ich es nicht versaut, sondern zwei Jahre früher meinen ersten One Night Stand gehabt? Ich mochte es nie besonders, vielleicht hätte sich das geändert? Gott, wahrscheinlich hätten einige von denen andere Männer geheiratet. Oh Gott, vielleicht eine von denen mich? Ja, vielleicht wäre ich verheiratet und hätte die Frau, mit der ich heute glücklich bin, niemals getroffen. Ich hätte auch alle Fehler, die ich später machte nie gemacht. Ich hätte wahrscheinlich andere gemacht. Faszination Menschen. Was wäre wenn..? Merkwürdigerweise ist es nicht halb so interessant, wenn man sich fragt, ob man der Ex nochmal eine Chance hätte geben sollen. Damit ist man durch. Aber mit all den Dingen, die man nie tat? Die bleiben bei einem. Und man wird es nie wissen. Die ganz Dummen versuchen es Jahre später rauszufinden. Aber das geht natürlich nicht. Zeitreisen gibt es auch nicht. Man kann sich nur schwören, die nächste Chance nicht zu verpassen und mit dem glücklich sein, was man hat.

Wie sehen Sie das? Welche verpassten Chancen gab es bei Ihnen?


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3 Antworten zu “Verpasste Chancen”

  • Labradorliesel sagt:

    Tja, hätte, wenn und aber sind Worte, die wir besser aus unserem Wortschatz streichen sollten. Doch hängen wir nicht alle an irgendeiner Erinnerung, und würden gerne die Uhr zurückdrehen, damit wir den Moment noch einmal leben könnten um dann ggf. alles oder das Entscheidende – was ja ggf. alles verändern könnte – anders zu machen?
    Das können sicher fast alle mit JA beantworten, denn sonst wären wir wohl nicht hier.
    Der letzte Satz ist so richtig und so unglaublich schwierig: Mit dem glücklich zu sein, was man hat!

  • Tina sagt:

    Man muß seinen Lebensweg akzeptieren wie er verlaufen ist. Verpasste Chancen sollte man nicht nachtrauern. Wir sollten die Zeit für wichtigere Dinge nutzen, als über Dinge nachzugrübeln die man im nachhinein nicht ändern kann. Schau nach vorne niemals zurück , vertue deine Zeit nicht mit ” was wäre wenn gewesen”.
    Die Bohse Onkelz haben in einem ihrer Lieder den Refrain:

    Ein neuer Tag, neues Glück,
    sieh’ nach vorne, nie zurück,
    denn gestern war heute noch morgen!
    Ein neuer Tag, neues Glück,
    was zählt, ist nur der Augenblick,
    denn gestern war heute noch morgen!

  • w 20 sagt:

    An meiner Fachhochschule ist mir ein eigentlich eher unscheinbarer junger Mann sofort aufgefallen. Er gefiel mir und ich hätte ihn gerne näher kennengelernt, aber ich war zu schüchtern, ihn anzusprechen, dabei haben wir so viele Blicke gewechselt. Ich habe gemerkt, wie er mir immer hinterher geschaut hat. Jetzt habe ich die Fachhochschule gewechselt und werde ihn nicht wiedersehen. Jetzt überlege ich, was wäre gewesen, wenn … (und ich hasse es!) Und ich denke darüber nach, ob er sich genauso ärgert wie ich. Aber Tina hat Recht, ich sollte nicht über sowas nachdenken…
    Er war groß und schlank und kein Proll, kein Frauenaufreißer, sondern eher schüchtern (so wie ich leider). Vllt hätte ich noch öfters lächeln sollen, um ihm zu signalisieren: du kannst mich gerne ansprechen, ich bin interessiert! Jetzt habe ich mir geschworen, dass mir so etwas nicht nochmal passiert, aber es ist so schwierig über seinen eigenen Schatten zu springen!