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Verhalten und Fähigkeiten
Verhalten und Fähigkeiten (Kategorie: Psychologie)
Kommunikationsfähigkeit und Einfühlungsvermögen sind nur zwei Säulen, die zu diesem Bereich zählen.

Das Kommunikationsverhalten ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gelungene Beziehung. Generell gilt: Der Unterschied zwischen der Kommunikationsfähigkeit beider Partner sollte möglichst gering sein.

Ein wenig kommunikativer Mensch fühlt sich von einem sehr kommunikativen Gegenüber oft überfordert. Umgekehrt kennt wohl mancher das Gefühl, eher einen Monolog zu halten und "gegen eine Wand zu sprechen" als im Dialog miteinander zu stehen – ein frustrierender Zustand. Für eine gute Kommunikation brauchen wir vor allem die Fähigkeit, uns anderen zuwenden und öffnen zu können sowie ihnen dies über unser Verhalten zu zeigen. Wichtig ist dabei, die Gefühle, die wir für unseren Partner empfinden, auch aktiv zu kommunizieren und nicht für uns zu behalten. Es hat keinerlei Nutzen für die Beziehung, wenn wir zwar wissen, was wir für den Partner empfinden, ihm das aber nicht sagen. Für die Entwicklung und den Erhalt einer Beziehung ist das wenig förderlich. Neben positiv verbaler Zuwendung sollten die Partner zudem bestimmte negative Kommunikationsstile vermeiden. Der US-Psychologe und Paarforscher John Gottmann spricht von "Vier apokalyptischen Reitern": Destruktive Kritik, Verachtung, Abwehr und Abblockung. Insbesondere destruktive Kritik wird häufig mit so genannten "Du-Botschaften" kommuniziert (z.B. "Du bist…" oder "Du machst immer…"). Diese Form der Kommunikation wird beim Gegenüber schnell als Vorwurf oder Angriff empfunden und führt meist zu Rückzug und Abwehr. Der eigentliche Inhalt der Botschaft kommt somit beim Gesprächspartner nicht an. Mit dem Formulieren von Ich-Botschaften können Sie diese Kommunikations-Sackgasse vermeiden. Drücken Sie Ihre Gefühle in der Ich-Form aus. Der Satz "Du hast dich mal wieder verspätet" sollte besser lauten: "Ich bin ärgerlich, weil du dich verspätet hast." Oder: "Ich bin enttäuscht, weil ich auf dich warten musste." Über Gefühle in der Ich-Form zu sprechen, ist übrigens auch ein zentraler Baustein der Emotionalen Intelligenz. Das Verhältnis zwischen konstruktiven und destruktiven Elementen in der Kommunikation eines Paares sollte stimmen. John Gottman hat dafür eine Formel aufgesetzt: Das Verhältnis sollte bei 5:1 liegen. Auf eine destruktive Interaktion sollten fünf konstruktive folgen – dann ist die Zufriedenheit bei Paaren am größten. Auf einen heftigen Streit sollten – damit das kommunikative Gleichgewicht wieder hergestellt ist – fünf konstruktive Schritt zur Versöhnung folgen. Dass Paare, die sich häufig streiten, insgesamt unglücklicher sind als sehr harmonische Paare, ist somit widerlegt. Es kommt eben auf das Verhältnis an.

Einfühlungsvermögen

Grundpfeiler einer Beziehung ist die Fähigkeit, sich in den Partner hineinversetzen zu können und Verständnis füreinander aufzubringen. Dabei ist ein Perspektivwechsel oft hilfreich.

Mit Perspektivwechsel ist gemeint, eine Situation auch aus der Sicht des Betroffenen einschätzen zu können. Das beschreiben unter anderem die Sozialpsychologen Gisela Steins und Robert Wicklund. Allerdings garantiert ein Perspektivwechsel noch nicht, dass man den anderen und dessen Erleben auch wirklich verstanden hat. Zur reinen Einfühlung muss also noch das Verstehen hinzukommen. Die Fähigkeit des mitfühlenden Verstehens wird als "Empathie" bezeichnet.
Je ähnlicher sich die Partner in einer Beziehung sind, umso besser "verstehen" sie sich. Sie können sich dann leichter in den anderen hineinversetzen, seine unterschiedliche Haltung oder sein anderes Verhalten erkennen und nachvollziehen. Die Fähigkeit, sich in den Partner einzufühlen, nimmt übrigens nicht unbedingt mit der Länge der Beziehung zu, wie man erwarten könnte. Vielmehr steht schon relativ früh fest, wie sich die Partner aufeinander einstellen und in welchem Maße sie für das Gegenüber empathisch sein können.

Stressverarbeitung

Oft liegt es am Stress, wenn sich eine Partnerschaft negativ entwickelt. Wichtig ist dabei, positiven und negativen Stress zu unterscheiden.

In einer Beziehung kommt es darauf an, auf welche Weise die Partner mit Stress umgehen. Jeder hat ein individuelles Maß, Stress zu empfinden, darauf zu reagieren und ihn zu verarbeiten. Dabei gilt es, positiven von negativem Stress, auch Disstress genannt, zu unterscheiden. So erleben wir es manchmal als anregend, wenn wir gefordert sind und um uns viel los ist.
Doch geraten wir unter Druck, fühlen wir uns ausgeliefert und haben das Gefühl, die ganzen Anforderungen nicht mehr bewältigen zu können. Merken Sie, wann sie gestresst sind und können "positiven" von "negativem" Stress unterscheiden? Sind sie in der Lage, sich zu entspannen und Stress abzubauen? Eine positive Stressbewältigung wirkt sich auf eine Beziehung bestätigend und bereichernd aus. Die Partner erleben ein gestärktes Zusammengehörigkeitsgefühl, wenn sie eine Problemsituation gemeinsam und konstruktiv bewältigen.
Diese Erfahrung stärkt das Paar wiederum für eine gemeinsame Zukunft, so die Paarforscher Klaus A. Schneewind und Eva Wunderer. Dies gilt übrigens nicht nur für den Stress, der aus der Beziehung selbst entsteht, sondern auch für Stress von außen. Wie ein Partner mit Stress umgeht, betrifft immer auch den jeweils anderen, denn er wird dadurch immer in Mitleidenschaft gezogen. Nicht nur der eigene Umgang mit Stress ist wichtig, sondern auch, dem anderen bei der Bewältigung von Problemen zur Seite zu stehen.

Konfliktfähigkeit

Bei einem Konflikt stoßen zwei Positionen aufeinander. Wenn es in einer Beziehung zu Spannungen kommt, enden sie häufig in Streit, Kämpfen und gegenseitigen Vorwürfen.

Im Idealfall sollten Konflikte konstruktiv gelöst werden. Geschieht das nicht, wird es für die Partner schwer, wieder zueinander zu finden. Häufig eskaliert die Situation durch aggressives und Schuld zuweisendes Verhalten, auch "Abwehrverhalten" genannt. Das wirkt sich natürlich insgesamt negativ auf die Beziehung aus. Schlimmstenfalls empfinden wir die Anwesenheit des Partners nicht mehr als bereichernd, sondern als frustrierend, so  Psychologe Scott Stanley von der Universität Denver. Dies passiert häufig, wenn die erste Verliebtheit abgeebbt ist und die angesammelten Pluspunkte sozusagen aufgebraucht sind, also in der mittleren oder späten Phase einer Beziehung.
Abwehrverhalten entsteht, wenn wir Angst haben, uns nicht durchsetzen zu können oder das Gesicht zu verlieren. Auch unangenehme Vorwürfe weisen wir oft von uns, um eine Auseinandersetzung mit ihnen zu vermeiden. Wenn wir dieses Verhalten jedoch kontrollieren oder sogar durch einen konstruktiven, offenen Austausch ersetzen können, steigt die Chance auf eine glückliche Beziehung. Wichtig ist dabei, zwischen Schuld und Verantwortung zu unterscheiden und dem Partner nicht für alles die Schuld zuzuschieben.
In der Konsequenz bedeutet das: Wir müssen lernen, berechtigte Kritik anzunehmen und Fehler einzugestehen und damit die Verantwortung für unsere Beziehung übernehmen. Die besten Chancen hat eine Partnerschaft, wenn die Konfliktfähigkeit bei beiden in etwa gleich ausgeprägt ist.

Weitere Persönlichkeitsdimensionen

Persönlichkeit

Schicksals- und Wachstumserwartung

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