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Kategorie | Herr Leyendecker über die Liebe und andere Unklarheiten


Vampire – warum wir in Partnern das suchen, was wir selbst nicht haben
Vampire – warum wir in Partnern das suchen, was wir selbst nicht haben (Kategorie: Herr Leyendecker über die Liebe und andere Unklarheiten)
Oh, es gibt sie tatsächlich. Wussten Sie, dass Vampire eigentlich nicht Blut, sondern Lebenskraft aus ihren Opfern saugen wollten? Wo kam diese Legende nur her? Denken Sie auch gerade an eine Ihrer Ex-Freundinnen? Ich auch!

Im Ernst, Beziehungen sind irgendwie viel zu sehr „Geben und Nehmen“ geworden. Es ist ja langsam nicht mehr feierlich, wie sehr Menschen die Liebe nur noch als „perfektes Paket“ verstehen. Männer sollen sexy sein, treu (also sexy nur für die Freundin), selbstständig, einsichtig und liebevoll, aber prollig und hart nach außen, oder geschniegelt und weltoffen im Inneren als Alternative.
Frauen? Topmodels, die smart sind, aber nie so smart wie man selbst. Huren im Bett, Genies im Job und gleichzeitig schutzbedürftige kleine Vögel, deren Federn man streicheln muss, damit sie lieb piepen. Sie müssen immer wollen, immer können, gut kochen und nie hungrig sein.
Jetzt sagen viele nein, so müssen sie nicht sein. Sie müssen höchstens / mindestens /nur…
Und was nach den drei Punkten da oben folgt ist Ihre ganz eigene Paketvorstellung. Ich hab sie, Sie haben sie. Wir alle übersehen Millionen Chancen, weil wir die eine suchen und haben wir die, stellen wir fest, was wir alles nicht bedacht haben. Versorger haben wenig Zeit, sportliche Kerle haben ihre hübsche Figur nicht nur für ihre Freundin, sexy Frauen wollen sexy Kerle, kluge Frauen hängen uns ab. Was wollen wir also von ihnen? Ganz einfach, alles was wir nicht sind. Im Ernst, es ist ein Problem bei der Partnersuche im Allgemeinen, bei der meiner Kumpels im Speziellen, dass wir irgendwann alle das suchen, was wir nicht sind. Das gipfelt dann oft in der Wahl eines jüngeren Partners. Bei ihm suchen wir unsere Jugend. Vampire wollen Blut ja auch nur deswegen, weil sie selbst keins haben.
Und natürlich ist das ein Expressweg in die Einsamkeit, von dem ich hier dringend abrate. Menschen lernt man kennen, schätzen, lieben. Doch oft lernt man Menschen einfach nicht richtig kennen, weil man Eckpfeiler hat. Da sucht man die Vorstellung, die man im Kopf von einem Partner hat. Und dabei übersieht man die einfache, entscheidende, wichtige und alles erklärende Frage. Wenn Typ A so perfekt für mich ist, warum hab ich dann noch keinen von dieser „Sorte“ als Partner?
 
Ganz einfach, es gibt zwei mögliche Antworten.
1. Es gibt Typ A nicht.
2. Sie passen zu Typ A nicht.

Wer sich Antwort zwei tatsächlich eingestehen kann, ist wohl einen wichtigen Schritt in Richtung Erwachsenwerden näher gekommen. Wir sind nicht alle Topmodels, interessant und smart. Hören Sie auf zu glauben, Sie sind hochbegabt. Oder ultra-heiß. Selbst wenn, sind Sie damit einer unter vielen. Aber statistisch gesehen kommen auf eine tatsächlich hochbegabte Person gefühlte sechs Milliarden, die das einfach nur von sich behaupten. Und wenn Sie ganz normal sind, ganz unsicher und suchend und irgendwie nett, was denken Sie, passt gut zu Ihnen?

Und vor allem: Wo trifft man dann auf denjenigen?

Denken Sie mal drüber nach, was vor Ihrer Nase liegt, bevor Sie Ihr nächstes Traumtypenprofil erstellen, weil Sie sich damit scheinbar besser fühlen.


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