Gestik, Mimik, Körperhaltung - was will Ihnen Ihr Flirtpartner sagen...
Der Körper ist der Spiegel der Seele und so drückt unsere Körpersprache unweigerlich aus, was uns innerlich bewegt. Unsere Gefühlslage vollzieht sich auch in Körperhaltung, Gestik und Mimik. Selbst wenn wir nicht verbal kommunizieren, spricht der Körper für uns. Er ist niemals stumm und teilt mit seinen Signalen mit, was in uns vorgeht.
Wieso ist es aber so schwer, beim Flirten die Körpersignale wahrzunehmen und zuverlässig zu interpretieren? Sind Frauen so uneindeutig mit ihren Signalen oder sind Männer einfach nur etwas kurzsichtig oder ignorant? Denn warum gibt es beim Annähern so viele Missverständnisse? Meine Freundin Antje wollte mit mir vergangene Woche nicht wieder in diese nette Bar in St.Georg, weil dort die Typen so aufdringlich wären und sie beim letzten Mal davon echt genervt gewesen sei. Ein Kerl hätte einfach nicht locker gelassen und sie hätte sich durch den Club wie verfolgt gefühlt. Um endlich ihre Ruhe zu haben, musste sie sehr deutlich werden, was ihr eigentlich Leid tat, aber er wollte die anderen Signale einfach nicht verstehen.
Es ist völlig normal, dass wir die Nähe zu einem anderen Menschen am Anfang dadurch regulieren, dass wir während eines Gesprächs immer wieder den Abstand verringern und wieder erweiterten, uns in die Augen schauen oder aneinander vorbeisehen. Bei mehr Interesse und Sympathie wird der Körperabstand automatisch geringer, der so genannte Zuneigungswinkel wird kleiner, die Blicke in die Augen nehmen zu. Umso geringer aber der Körperabstand wird, umso empfindlicher werden wir bei Grenzüberschreitungen. Die intime Zone reicht normalerweise vom direkten körperlichen Kontakt bis zu einer Entfernung von ungefähr einem halben Meter. Unter Fremden wird das Eindringen in diese Zone häufig als besonders unangenehm erlebt. Nicht selten begegnet man Menschen, die diese unsichtbare Grenze im Gespräch immer wieder unsensibel überschreiten. Wird die Intimzone verletzt, löst dies Unlust und den Wunsch nach Ausweichen aus. In einem engen Club oder Bar wird der Körperabstand meist durch die äußeren Gegebenheiten "künstlich" verringert. Das bedeutet aber nicht, dass wir das mögen oder noch mehr uneingeforderte Nähe akzeptieren.
Gerade Männer sollten eine Frau in dieser intimen Zone nicht vorschnell bedrängen. Auch wenn der Kontakt nett ist und einige Signale einladend wirken, ist ein strikter Vorwärtsgang nicht ratsam. So wie eine Würgeschlange ihrem Opfer die Luft nimmt, indem Sie es so eng wie möglich umklammert und bei jedem Atemzug den entstehenden Raum nutzt, um die Schlinge weiter zuzuziehen, agieren manche Männer, die jedes Angebot der Annäherung sofort annehmen und danach nicht mehr zurückweichen. Bestes Gegenrezept: Ab und an den Zuneigungswinkel bewusst öffnen, ruhig etwas Abstand nehmen, etwas tun, was nicht im totalen Gleichklang steht, und danach sich wieder annähern. Das Prinzip heißt hierbei eher: zwei Schritte vor und einen zurück, gerne auch mal zwei zurück. Ist die Stimmung gut, dann wirkt ein Öffnen der Situation so erfrischend wie ein tiefes Durchatmen und hält die Spannung aufrecht, weil niemand offensichtlich am anderen klebt wie Kaugummi. Und es gibt der Frau die Möglichkeit, sich selber aktiv anzunähern und den Raum zu verkleinern. In diesem Fall also ist weniger mehr. Und es erspart einen unschönen Korb.
Also ich finde das Problem besteht eher darin, beim Flirten die Signale ab einem bestimmten Punkt überhaupt wahrzunehmen, da man dann von der "sachlichen" Ebene auf die "Gefühlsebene" umschwenkt. Und dann ist eh jeglicher Verstand vergessen.