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Trennungsverlierer
Trennungsverlierer (Kategorie: Trennungsblog)
Liebe soll ein Spiel sein, ohne Gewinner. So sagt man. Wie ist es bei der Trennung?

Liebe soll ein Spiel sein, ohne Gewinner. So sagt man. Wie ist es bei der Trennung? Gibt es Trennungsverlierer? Oder verlieren alle bei der Trennung?

Nun ja, eine Beziehung unter mitfühlenden Menschen, die sich lieben, aber bei denen etwas schief läuft, kann sicher nicht mit glücklichen Gesichtern enden. Aber trotzdem: Gibt es nicht auch hier solche die mehr verlieren als andere? Sicher gibt es die. Der Vater, der seine Kinder nicht sieht. Die Freundin, die von heute auf morgen "auf der Straße" sitzt. Der Kerl, der seiner Ex beim Sex mit einem anderen zuhören muss. Das Mädchen, das mit ihrer besten Freundin betrogen wurde. Der Partner, der plötzlich der Buhmann ist. Der die ganze Zeit verarscht wurde. Der belogen wurde. Von dem sich alle abwenden. Wir kennen solche Horrorgeschichten. Leider auch aus der Praxis. Allein die Fragen auf dem ElitePartner-Expertenboard berichten von solchen misslichen Trennungen.

Man kann also definitiv der große Verlierer nach einer Trennung sein. Man kann wahrscheinlich sogar der einzige Verlierer sein. Und da stellt sich natürlich eine wichtige Frage: Wie verhindert man das?

Die Antwort ist einfach. Menschen sagen, Liebe ist gleich Vertrauen. Von diesem behämmerten Gedanken muss man sich lossagen. Ich sage, Liebe heißt, den anderen zu akzeptieren. Das heißt nicht, dass ich ihn 100 prozentig vertrauenswürdig sehen muss. Ich kann auch einen Menschen trotz Fehlern lieben. Aber ich sollte deshalb nicht vergessen, dass der andere Mensch Fehler hat. Niemals. Besonders nicht, wenn ich meine Entscheidungen treffe. Finanzielle Entscheidungen zum Beispiel. Man verrät seine Liebe nicht, wenn man mal kurz das Worst Case-Szenario durchspielt. Das bedeutet nur, dass man nicht völlig naiv ist. Oder Stichwort Treue. Ich muss sagen, die Menschen, die mit einem Partner zusammen kommen, der vorher immer notorisch untreu war und glauben, das ändert sich nun, gehen mir regelrecht auf den Geist. Es ist ja auch nicht falsch, so jemanden zu lieben! Aber man muss doch nicht gleich überzeugt sein, er sei ein anderer MENSCH! Ohnehin: Jeder, der nach sechs Monaten denkt, dass der Partner sich geändert hat, belügt sich selbst.

Mein Tipp: Hören Sie niemals auf, Dinge realistisch einzuschätzen. Das macht es nicht unmöglich, zu lieben. Das macht es noch nicht mal schwerer. Das mindert vielleicht den Zustand des high seins ein wenig, den man ständig fühlt, wenn man verliebt ist. Aber dieser Zustand ist eh gefährlich. Zudem: Ein bisschen an die Probleme von morgen denken, schadet nie. Manchmal tauchen solche Probleme dann nämlich gar nicht mehr auf.


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15 Antworten zu “Trennungsverlierer”

  • Thierry sagt:

    Ich find den Text ziemlich gut und ich glaube er ist nah meiner These das Liebe kein Gefühl ist.
    Ich glaube jedoch, dass es Verlierer geben kann. die, die auf Ihre Gefühle anstatt auf Ihr Herz und Ihren Gedanken vertrauen. Gefühle ändern sich, meine Überzeugung ist, Liebe nicht?

  • Frischgetrennt sagt:

    Klar gibt es Trennungsverlierer – immer dann, wenn keiner die Verantwortung zumindest für sich selbst übernehmen kann oder will und eine Trennung auf gegenseitiges Verletzten hinausläuft.
    Es geht aber auch anders, aber nur mit hinreichendem Selbstvertrauen. Dann hat man es nicht nötig, den anderen bloß zustellen und zu verletzen. Was natürlich nicht geht, wenn man sich rein über seine (jeweilige) Paarbeziehung definiert – denn dann dürfte das Selbstvertrauen im Falle einer Trennung wohl auch eher futsch sein.
    Ansonsten ist es doch gar nicht soooo schwierig, anzuerkennen, welch positive Aspekte die gemeinsame Beziehung zunächst einmal für einen selbst hatte. Dann bleibt auch die Liebe erhalten – auf einer anderen Ebene zwar, doch sie muss ganz gewiss nicht in Hass umschlagen. Dafür muss man sich aber zunächst einmal eben selbst lieb haben können ;-)

  • Michael sagt:

    Ich glaube, dass meistens der Gute verliert. Denn der Fremdgänger geht ja vielleicht nur fremd, wenn er/sie das nicht zuhause bekommt, was er/sie will.

  • sammy sagt:

    Na vielen Dank, dass meine 16 Jahre Vertrauen in meinem Partner als behämmert bezeichnet werden. Auch wenn es am Ende nicht gerechtfertigt war und ich ihn zum Schluss offenbar mit einer anderen geteilt habe, würde ich es wieder so machen. Für mich ist und bleibt Vertrauen die Basis einer Beziehung. Blauäugig bin ich deswegen trotzdem nicht.

  • david sagt:

    ich finde, die grösste wahrheit in dem text ist, dass wir nur eine langfristig zufriedenstellende beziehung aufbauen können, wenn wir den jeweiligen partner voll und ganz so akzeptieren, wie er in der vergangenheit war und wie er jetzt ist. wem bei seinem partner etwas auffällt, womit er nicht leben mag und dann auch nur eine sekunde denkt, dass wird sich die nächsten monate schon richten, der hat gerade die letzte chance verpasst nicht als verlierer aus der beziehung zu kommen.

  • Sabine sagt:

    Es hat mir unzählige Verletzungen gekostet, zu verstehen, dass ich niemanden ändern kann. Wenn es weh tut, dann ist es keine Liebe.

  • Stefan sagt:

    Verlieren tun immer beide! Denn sie verlieren eine Beziehung! Vertrauen ist für mich die Basis der Liebe. Wie schmerzhaft muss es sein, einen Menschen zu lieben und ihm nicht trauen und vertrauen zu können?
    Den Partner zu nehmen, wie er ist, ist ein wesentlicher Punkt. Nur passiert es auch, dass der Partner dann das Gefühl bekommt, er kann machen was er will und wird trotzdem geliebt! Dann kommt irgendwann der Punkt, da ist es dann egal, was man macht oder sagt, es wird immer verkehrt sein…

  • Cristiana sagt:

    Ich fühlte mich im ersten Jahr meiner Trennung von meinem Mann wie die absolute Trennungsverliererin. Ich dachte, dass nur ich etwas für mich sehr Wertvolles verloren hätte, aber jetzt knapp drei Jahre nach der Trennung stelle ich fest, dass es genau umgekehrt ist.
    Mein Ex-Mann hat mich für eine Geliebte verlassen, die ihm jetzt das Leben zur Hölle macht, er sieht seine Kinder sehr selten, was ihm sehr zusetzt, ein neues Baby macht die neue Beziehung zusätzlich kompliziert. Ich habe nach einem düsteren Jahr ein neues Leben voller Aktivität und voller Zufriedenheit begonnen und fühle mich kein bisschen mehr als die Trennungsverliererin. Ganz im Gegenteil. Diese Trennung hat mich in ein Leben geschubbst, das ich nie haben wollte und heute bin ich so dankbar, dass es so gekommen ist.
    Das Leben bedeutet ständige Veränderung. Heute weiß ich, dass wirklich nichts nur schlecht ist, ganz im Gegenteil.

  • JOE sagt:

    Ich bin stolz darauf, dass meine Tochter trotz Scheidung ein glückliches selstbewusstes Mädchen geworden ist. Das war nur möglich, weil wir beide; Meine Ex-Frau und ich, niemals den anderen schlecht gemacht haben, weder vor unserer Tochter noch vor anderen. So kann man die Gefahr von Trennungsverlierern vermindern.
    Und liebe Frauen, verzichtet einfach darauf eure Ex-Partner bei den ersten Treffen schlecht zu machen. Das findet kein Mann gut.

  • Steffanie sagt:

    Irgendwie habt Ihr alle Recht. Es gibt so viele Facetten zu diesem Thema. Aber David hat mir am Besten gefallen. Den würde ich gerne kennenlernen. Es ist eben auch am Schwersten, den Anderen so zu akzeptieren wie er ist. Komischerweise geht das bei Kindern, Freunden besser. Tja, weil… Ich finde es jedenfalls eine große lohnende Aufgabe, an der ich arbeite. Wäre schön, mal einen Menschen zu treffen, der das auch ernsthaft will.

  • Ausgebremste sagt:

    Christiana – was du schreibst ist hoch interessant und für mich gerade absolut brisant. Mein Mann hat mich kurz nach der Silberhochzeit von jetzt auf gleich und für mich völlig plötzlich für eine 20 Jahre Jüngere verlassen und momentan bin ich in einem Trennungsverlierer-Loch, bei dem ich letzte Woche noch dachte, schlimmer geht nimmer, aber weit gefehlt… jeden Tag rutsche ich ein Stück tiefer ab, vor allem seit dem Verkauf des gemeinsamen EFH… Wenn ich deinen Zeilen Glauben schenken kann, gibt es tatsächlich irgendwann wieder Licht am Ende des Tunnels – ich will nur hoffen, dass es nicht die Scheinwerfer des entgegenkommenden Zuges sind…

  • Marcus sagt:

    Es sind beide Trennungsverlierer – beide Teile haben das Vertrauen ineinander und in die Liebe verloren. Auch die Kinder haben den Verlust des Vaters oder der Mutter zu verkraften. So ist es eine LOOSE-LOOSE Situation. Dazu darf der Mann noch zahlen, was schmerzt wenn sie ja ausserhalb der Ehe das Vergnügen in anderen Betten gesucht hat. Schlussendlich ist der Verlust für beide immer hoch.

  • Katrin sagt:

    Hi Ausgebremste,
    deine Nachricht schreit ja gerade nach einer Antwort… Ich weiß nicht, was es heißt 20 Jahre mit einem Mann zusammenzusein und dann wegen einer anderen verlassen zu werden. Aber ich weiß, was es heißt, emotional abhängig zu sein und Panik zu bekommen, wenn Trennung zum Thema wird. Wir wollen zwar immer alle "groß" sein, aber oft verhalten wir uns unbewusst wie Kinder. Erwachsenwerden bedeutet eben nicht nur Ausgewachsen sein, Kinder machen können und arbeiten gehen. Wie siehts mit der geisten Reife aus..? Wir denken, die kommt automatisch, aber das ist ein Irrtum, wir müssen mehr oder weniger hart daran arbeiten. Oft brauchen wir Anstöße von außen, aber auch die fallen uns nicht einfach vor die Füße. Wenn wir uns unsere Defizite nicht bewusst machen, und die haben wir alle mehr oder weniger, können wir auch nichts daran ändern und werden früher oder später enttäuscht von unseren Beziehungen.
    Und ob es ein Licht am Ende des Tunnels ist oder die Lichter vom Zug sind, besser, man wartet nicht auf irgendein Licht, sondern knipst selbst eins an, wenn es dunkel ist…
    Liebe Grüße

  • Ralf-Michael sagt:

    Ich muss der im Artikel aufgestellten These, Vertrauen sei in der Liebe durchaus entbehrlich, auch energisch widersprechen!
    Für mich ist dieses unbedingte Vertrauen, dass mich an die uneingeschränkte Loyalität meines Partners glauben lässt, unbedingte Voraussetzung. Nach einem Seitensprung meiner Frau, der ich bis zu diesem Zeitpunkt 100%ig vertraut habe, haben wir beschlossen, es noch einmal miteinander zu versuchen. Und auch wenn es noch fast 10 Jahre bis zur endgültigen Trennung gedauert hat und wir in diesem Zeitraum auch durchaus glückliche Momente erlebt haben – es blieb ganz tief drin immer ein "Restzweifel", der genagt und letzten Endes sicherlich auch mit zur Trennung geführt hat!
    Eine Trennung, bei der zunächst beide Partner allein bleiben, kann meinem Dafürhalten nach durchaus ohne Verlierer ablaufen. Wenn aber auf einer der beiden Seiten ein neuer Partner im Spiel ist, wird sich der andere Part in der Regel immer als Verlierer fühlen.

  • Claire sagt:

    Ich glaube, dass all die Gutmenschen, die an das große Vertrauen glauben einfach nicht zuende denken. Glaubt ihr, dass die meisten Menschen vertrauenswürdig sind? Ich meine nicht gut oder böse. Mir kann man nicht immer vertrauen. Weil ich schwach bin. Nicht weil ich schlecht bin. Alle Menschen, die nicht stark genug sind IMMER Vertrauen zu verdienen, sind deshalb grundsätzlich nicht wert, geliebt zu werden? Das wäre dann ja der Gegenschluss. Herr Leyendecker rüttelt hier sicher an den Fundamenten der Klischeevorstellung von Liebe. Aber ich glaube, dass ist auch bitter nötig. Wenn Liebe soviel mit Magie zu tun hätte, wären wir nicht auf so einer Seite, wo man Profile von anderen Menschen studieren kann, oder?