Der "schüchterne Koch" ist ein Wirklichkeit eine Frau. Lisa, die schwedische Mittzwanzigerin, die dieses geheimnisvolle Gastro-Konzept in die Hauptstadt brachte, wollte auf diese Weise neue Menschen kennen lernen.
Einen ähnlichen "Secret Supper Club" hatte sie durch Zufall in Paris entdeckt. Und als sie nach Berlin zog, wo sie nur wenig Leute kannte, wurde sie dann selbst aktiv. Guerilla-Gastronomie für Leute, die an Neuem interessiert sind. Per Internet melden sich die Gäste an. Mit einer E-Mail werden sie dann über Ort und Zeit des Essens informiert und dazu aufgefordert, dies bitte tunlichst geheim zu halten, es handelt sich schließlich nicht um ein richtiges Restaurant. Zusammen mit ihrem irischen Freund kocht Lisa ein opulentes Fünf-Gänge-Menü für bis zu sechs Fremde, die am Ende des Abends eine angemessene Umlage zahlen, damit Lisa ihre Kosten decken kann.
Anfangs sei sie schon ein wenig nervös gewesen, wer sich auf ihr Angebot im Internet wohl melden würde, erzählt sie in einem Interview. Dann sei aber gleich das erste Treffen so nett gewesen, dass man anschließend noch gemeinsam um die Häuser gezogen sei. Und schnell habe festgestanden, dass der "Shy Chef" weitermacht.
Lisa hat in Skandinavien, London, Irland und Italien gelebt. Und von dort zahlreiche kulinarische Inspirationen mitgebracht, die sie in ihrer Küche mit viel Leidenschaft umsetzt. Auf der Webseite jedenfalls sind die Gäste voll des Lobes für das Essen, den Ort und die Gastgeberin. Oft kommen Touristen, die auf diese Art und Weise die Stadt aus einer ganz anderen Perspektive kennenlernen. Aber auch viele Berliner kommen mittlerweile regelmäßig. Vielleicht nicht unbedingt ein echtes Single-Event, aber unbedingt empfehlenswert und vielleicht auch zur Nachahmung in anderen Städten geeinet.