Zu den gruseligsten Dingen für Singles/ frisch Verlassende oder einsame Menschen gehören die einsamen Wochenenden, die sich wie Kaugummi von Freitagabend bis Sonntagabend ziehen.
Die Beobachtungen einer Luxusprodukt-Firma haben ergeben, dass freitags immer die Kundinnen kommen, die sich etwas Gutes tun wollen, weil sie am Wochenende einsam sind. Montags kommen dann die Kundinnen, die am Wochenende enttäuscht wurden und nun "verarztet" werden möchten.
Wochenenden und Feiertage sind hinterhältige Kummerfallen, in die Sie unweigerlich hineinfallen, wenn Sie nicht vorgesorgt haben. Das fängt schon damit an, dass Sonnabend und Sonntag höchstwahrscheinlich auch in Ihrem bisherigen Partnerleben für die Liebe und gemeinsame Aktivitäten reserviert waren. Sie und Ihr Schatz haben vielleicht gern im Bett gefrühstückt. Oder sind in den neuesten Film gegangen. Oder haben zusammen gekocht und noch ein, zwei andere Pärchen zum Essen eingeladen. Sie sind ins Blaue gefahren, auf Feten gegangen oder haben lange Spaziergänge gemacht. Sie haben gemeinsame Hobbys gepflegt und zusammen Sport getrieben. All das ist nun vorbei.
Bleiben Sie alleine das ganze Wochenende im Bett, können Sie nur heulen. Rufen Sie andere Pärchen an, läuft nur der AB, weil die ja was vorhaben. Haben Sie was gekocht, kriegen Sie alleine keinen Bissen herunter. Das Büro ist geschlossen, die Kaufhäuser sind es ebenfalls. Die Innenstädte sind tot oder nur von solchen Menschen bevölkert, denen Sie schon von weitem ansehen, dass sie ebenfalls depressiv sind und Ihnen bestimmt nicht aus dem Schlamassel helfen können. Besuchen Sie Ihre Eltern, geht die alte Leier wieder los, dass Sie sich nun endlich mal zusammenreißen sollen. Was also tun?
Seien Sie ehrlich zu sich selbst! Machen Sie sich nicht erst am Freitagabend klar, dass Wochenenden und Feiertage für Singles Feinde und für Liebeskranke Katastrophen sind – wenn Sie nicht vorsorgen. Erstellen Sie einen richtigen Stundenplan! Sie müssen zeitlich versetzte Rettungsanker haben, wenn Sie nicht ins Bodenlose stürzen wollen. Verändern Sie Ihre früher übliche Wochenendroutine. Sie sollten jetzt nicht ausgerechnet jene Dinge tun, die Ihnen zusammen mit Ihrem Ex immer so viel Spaß gemacht haben. Suchen Sie auch nicht ausgerechnet bei befreundeten Pärchen Trost. Deren Geturtel können Sie momentan nicht gut verkraften. Und die Ihr langes Gesicht auch nicht. Seien Sie aber auch ehrlich mit anderen! Bitten Sie Bekannte oder Kollegen, mit denen Sie früher nicht unbedingt zu tun gehabt haben müssen, um Unterstützung. Laden Sie sich notfalls selbst zu deren Aktivitäten ein, wenn Sie halbwegs sicher sein können, dass diese Ihnen gut tun und dass Ihre Gegenwart den anderen recht ist.
Oder laden Sie ein, zwei gute Freundinnen zum Essen ein. Es lenkt Sie ab, die nötigen Einkäufe zu machen und etwas Leckeres zu kochen. Ein festlich gedeckter Tisch, Kerzenbeleuchtung und schöne Musik vertreiben wenigstens für eine Weile die trübe Stimmung aus Ihrer Wohnung. Oder planen Sie einen Wochenendtrip! Studieren Sie das Angebot der Städtereisen. Damit Sie aus den eigenen vier Wänden herauskommen und eine andere Umgebung und andere Gesichter sehen. Verlieren Sie die Angst vor dem nächsten Urlaub! Natürlich fahren Sie jetzt nicht gerade auf die Insel, auf der Sie mit Ihrem ehemaligen Partner so wunderbar geflittert haben. Buchen Sie doch mal einen Cluburlaub. Auf einem Schiff. An Land. Hauptsache, Sie sind am Ferienort nicht allein, sondern vom ersten Moment an in einer Gruppe. Gemeinsame Mahlzeiten, gemeinsamer Sport und andere gemeinsame Aktivitäten lenken nicht nur prima ab, sondern helfen Ihnen auch, Abstand zu gewinnen und sich dadurch ein bisschen von Ihrer schweren Trauerarbeit zu erholen.
Studieren Sie aber auch die Kleinanzeigen Ihrer Lokalzeitung. Sie werden überrascht sein, was in Ihrer unmittelbaren Umgebung alles angeboten wird. Das geht vom Flohmarkt über Singletreffs bis hin zum gemeinsamen Besuch von Vernissagen oder Museen. Schließen Sie sich solchen Gruppen an, auch wenn Sie im ersten Moment überhaupt keine Lust dazu haben. Sie werden sich wundern, wie leicht sich neue Kontakte ergeben und wie schnell die Zeit plötzlich vergeht, wenn Sie nicht mehr nur alleine zu Hause sitzen und alte Briefe lesen.
Vor allem aber: Sorgen Sie vor für anstehende Feiertage! Ob es nun Ostern, Weihnachten, Silvester oder Ihr Geburtstag ist – planen Sie die Feste völlig anders, als Sie sie mit Ihrem Partner immer gestaltet haben. Geben Sie eine Single-Fete. Verabreden Sie sich mit Ihren Freundinnen im Schwimmbad oder in der Sauna. Fahren Sie zu Bekannten. Kaufen Sie für sich und eine Freundin Karten für das angesagteste Musical – möglichst in einer anderen Stadt, damit Sie aus Ihrer Routine und der Trauerfalle herauskommen. Und: Sperren Sie sich nicht, wenn Ihnen ein Wochenende oder ein Festtag plötzlich schon wieder richtig Spaß macht. Das darf und das soll sein! Jede Genesung verläuft in Wellen. Auch die von Liebeskummer. Rückschläge kommen von ganz allein, auch wenn die Abstände zum Glück immer größer werden. Genießen Sie daher ganz bewusst die Phasen relativen Wohlbefindens. Sie sind wie Kraftoasen. Zapfen Sie diese an, wenn ein neuer Absturz droht. Sie werden merken: Allmählich fallen Sie nicht mehr ganz so tief. Und das lässt doch hoffen, oder?
Was sagen Sie den Frauen oder Vätern, die abends mit ihren Kindern daheim sitzen, niemanden sonst haben, der mal einspringt, die trotzdem gerne wieder optimistisch in die Zukunft blicken möchten?
Was Sie in Ihrem Blog schreiben klingt, zunächst ganz logisch und stimmig.
JEDOCH schreiben Sie tatsächlich nur für die Rubrik Singles, die zeitlich flexibel ist.
Ich selbst gehöre jener großen Single-Gruppe an, die Kinder alleine großziehen muss, obwohl die Vorstellung von Familie und gemeinsamer Perspektive mein oberstes Lebenskonzept war und ist, zusätzlich beruflich versiert und erfolgreich zu sein oder bleiben. Ich habe keine Familie oder Freundinnen, denen ich meine Kinder zur Betreuung überlassen kann. Meine Chancen mich abzulenken, geschweige denn einen neuen Partner kennenzulernen sind aus diesem Grunde sehr geringfügig.
Ihr Beitrag stellt mich auch nicht zufrieden hinsichtlich der Situation mit Schmerz und der Trauer verarbeitend umzugehen. Sie nehmen in keiner Weise Bezug auf die Tatsache, dass Schmerz, Wut und Trauer einen Menschen in seinem Alltag verändern, dass sie ihren Platz brauchen, um irgendwann wieder Wolken am Himmel sehen zu können, vor allem aber, dass Krisen Veränderungen in einem selbst auslösen können, wenn man dies nicht durch Betäubung erstickt indem man sich möglichst ablenkt oder gar mit dem Nächsten erstickt. Natürlich will ein Portal wie dieses Kundschaft gewinnen und möglichweise steckt dahinter der Sinn Ihres Blogs, doch wie gehe ich tatsächlich damit um, meinem Schmerz den richtigen Raum zu geben ohne mich davon überwältigen zu lassen, so wie es mir geht, seit ich meine große Liebe an die zwar nur ich geglaubt, die ich aber verloren habe.
Was ich tun kann, um Freunde mit wiederkehrender Trauer möglichst wenig zu belasten, erklären Sie leider nicht.
Teil 2 folgt
Was sagen Sie den Frauen oder Vätern, die abends mit ihren Kindern daheim sitzen, niemanden sonst haben, der mal einspringt, die trotzdem gerne wieder optimistisch in die Zukunft blicken möchten?
In unserer heutigen Zeit und Gesellschaft ist es Trend den Schmerz und die Trauer am besten zu ersticken in Unternehmungen oder den letzten Menschen mit dem nächsten zu "löschen". Meine Erfahrungen sind die, dass ich das nicht kann, weil mir der Mensch, der mich ohne Worte nach 3 Jahren Familie innerhalb von ein paar Stunden verlassen hat, etwas bedeutet hat.
Ich habe diesen Menschen nie wieder gesehen. 3 Stunden bevor er am Telefon Schluss gemacht hat, predigte er noch große Worte. Am nächsten Tag hat er Unternehmungen auf einem Portal ähnlich Ihrem gemacht und das Vergangene mit der Nächsten gelöscht. Ich habe mit solch charakterlosem Verhalten Probleme, die ich nicht einfach so in gute Stimmung verwandeln kann, auch nicht mit Ablenkung, denn eine Beziehung zu einem Menschen gestaltet sich vielschichtiger und deshalb gelingt es mir nicht so einfach, den Zeitfaktur zu betrügen und sofort in die Bresche zu springen und motiviert die Zukunft zu sehen.
Eine Trennung kann eine so schwere Krise im Leben eines Menschen darstellen, dass selbst jemand, der mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht, der etwas aushalten kann, der weiß, was er will, nicht damit umgehen kann und das Gefühl hat ins Bodenlose zu fallen…. Mir erging das so und trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf, irgendwann wieder lachen zu können… in einer Partnerschaft leben zu können.
Teil 3 und letzter
Was sagen Sie den Frauen oder Vätern, die abends mit ihren Kindern daheim sitzen, niemanden sonst haben, der mal einspringt, die trotzdem gerne wieder optimistisch in die Zukunft blicken möchten?
Ich sehe eher desillusioniert und traurig in die Zukunft mit meinen beiden Kindern, keinen Großeltern, die Unterstützung geben könnten, einem Vater, den die Einschulung seiner behinderten Tochter nicht im geringsten interessiert, einem Kameramann der über seelisch verarmte Kinder in Deutschland einen Film gemacht hat und selbst Verursacher desselben ist, sich zudem als Highlight in puncto Hochstapelei und Luftblase geoutet hat. Ich gehöre zu den klassisch Deprimierten uncoolen Frauen dieser Gesellschaft, die um verlorene Liebe zu einem Menschen trauern. Ob dieser Mensch das nun wert sei, das sei mal dahingestellt, aber ich trauere um meine Träume, die ich mit diesem Menschen hatte und er fehlt mir, so wie er sich gab, aber nicht war.
Das braucht Zeit und Verarbeitung. Hier wäre es schön einen Beitrag darüber lesen zu können, wie man genau mit der Trauer gut umgehen kann. Das Konzept ab zum Nächsten oder Trauern mit Aktivitäten ist nicht immer für jeden möglich, geschweige denn optimal.
Herzlichen Dank für das Lesen meines Briefes, auch wenn ich vielleicht zur Minderheit der Menschen gehöre, die nicht im Eichhörnchentempo von Baum zu Baum springen können und denen Aktivitäten schwer fallen, die trotzdem Verantwortung tragen und Perspektive suchen und brauchen.
Ein Forum zu diesem Thema wäre über Ihr Portal auch eine schöne Sache.
Mo der 08.09.08
Hallo Sommerregen!
Ihr Kommentar hat mich sehr berührt, denn ich stecke in einer ähnlichen Situation seit beinahe 7 Jahren, und ich kann dem nur zustimmen was Sie sagen:
wer denkt and die vielen Alleinerziehenden, für die jeder Ausgang mit zusätzlichen Kosten und Anstrengungen verbunden ist, die die Kinder nicht dauernd zu Freunden und Bekannten verschieben können, und die deshalb, vielleicht auch noch in ländlichem Gebiet ansäßig, Schwierigkeiten haben überhaupt ein sog."Date zu fixieren"?Auf diesem Wege ist es äuserst schwierig, sich zu verabreden da man /frau keine "Kindgerechten Dates" hinbekommen kann.
Ich meine, es gibt vielleicht doch nur die Möglichkeit "in freier Wildbahn" Kontakte zu knüpfen was allerdings mit extrem hohen Risiko verbunden ist.
In einer schwäbischen Kleinstadt lässt sichs nicht leicht flirten!
Was die Partnervermittlungengen angeht, es ist teuer, mit viel Zeitaufwand und vielen weiteren Enttäuschungen verbunden.
Es gibt aber auch eine Partnervermittlung für Alleinerziehende im Internet zu finden
Ich wünsche Ihnen das erdenklich Beste!
Hallo ihr 2 anderen Alleinerziehenden uns sontige Leser!
Es stimmt genau, der Kommerz steht allein hier zur Debatte, Event und Konsum und Oberflächlichkeit. Gerade mit Handicaps bei den Kindern oder uns Mamas (oder auch Papas) selbst, kneifen leider die großen Ratgeber. Nur, wer das selbst erlebt, kann dabei mitreden. Alles andere ist wenig wert. Habt Ihr in der Zwischenzeit "Erfolge" verbucht? c’est la vie! Alles ist relativ!