Komplimente sind fürs erfolgreiche Flirten unerlässlich. Doch die Hemmschwelle ist oft groß. Bloß nicht übertreiben, bloß nicht zu forsch sein, mögen viele denken. Wir verraten Ihnen die wichtigsten Kniffe und Tricks - und natürlich die notwendigen Zutaten für das perfekte Kompliment.
Kunst der Komplimente ist erlernbar
"Ein Kompliment", so sagt Schauspieler Johannes Heesters, "ist die charmante Vergrößerung einer kleinen Wahrheit." Stimmt: Jeder bekommt gern Komplimente – nicht nur beim ersten Date. Ein gutes Kompliment geht über simple Schmeichelei hinaus: "Wirklich gute Komplimente", erklärt Autorin und Komplimente-Expertin Gloria Beck, "sind wie ein langsames, süßes Gift, das viele Jahre in einem Menschen bleibt, seine Gedanken umgarnt und sein Leben formt." Tatsächlich richten Menschen ihr Verhalten an Komplimenten aus und verhalten sich entsprechend. Ein Kompliment wirkt sich positiv auf die Ausstrahlung und das Selbstwertgefühl aus. Doch wie sieht es aus – das perfekte Kompliment? Wie finde ich das richtige Maß ohne überheblich, indiskret oder anbiedernd zu sein? Schließlich heißt es nicht umsonst: Komplimente machen, ist wie Topfschlagen im Minenfeld. Nur mit dem nötigen Fingerspitzengefühl erreichen Sie die gewünschte Wirkung. Die gute Nachricht: Laut Gloria Beck ist die Kunst der Komplimente erlernbar. In ihrem Buch "Komplimente – Eine Gebrauchsanleitung", erklärt sie, wie das funktioniert. Wir haben für Sie die wichtigsten Grundlagen zusammengestellt.
Tipp 1: Sprache und Ambiente
Sprachliche Virtuosität ist definitiv von Vorteil. Nur wer weiß, welche Ausdrucksmöglichkeiten ihm zur Verfügung stehen, kann diese auch optimal nutzen. Nicht Ihre Stärke? Keine Sorge. Das kann man trainieren. Aber nicht nur das Gesagte, sondern auch der Kontext ist wichtig. Ein Kompliment hat nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn das Ambiente stimmt.
Beispiel: In einer lauten Bar werden Sie sich sicherlich kaum Gehör verschaffen. Vor allem dann nicht, wenn Ihnen vor Aufregung die Stimme versagt. Besser: Nutzen Sie den Nachhauseweg für Komplimentsbekundungen.
Tipp 2: Die Balance halten
Nicht inflationär werden. Wenn wahrhaft Schönes zu häufig wiederholt wird, verliert es an Bedeutung. Überschütten Sie Ihr Gegenüber nicht mit wohlmeinenden Worten, sonst erreichen Sie das Gegenteil. Das gilt für die Häufigkeit ebenso wie für die Übertreibung: Eine nette Übertreibung wird zwar gern gehört, aber achten Sie darauf, was genau, bzw. welche Eigenschaft Sie loben.
Beispiel: "Du hast eine tolle Rubensfigur." Das hört nicht jede mollige Frau gern, die womöglich ein Problem mit ihrer Figur hat. Besser: "Du hast eine tolle Ausstrahlung."
Tipp 3: Eindeutig sein
Zweideutigkeit ist der Todesstoß für jedes Kompliment. Daraus entstehen Missverständnisse und Ärgernisse. Klar: Beim ersten Date sind wir aufgeregt und nervös. Deshalb neigen wir dazu, Dinge nur anzudeuten und womöglich leise und undeutlich zu sprechen. Falsch! Besser: Seien Sie authentisch und ehrlich, sowohl akustisch als auch inhaltlich deutlich vernehmbar.
Beispiel: "Mit Dir könnte ich mir so Einiges vorstellen." Unangebracht, wenn Sie mehr als eine gemeinsame Nacht meinen. Besser: "Mit Dir könnte ich mir eine gemeinsame Zukunft vorstellen."
Tipp 4: Seien Sie interessiert
Wenn Sie etwas Nettes über Ihr Gegenüber sagen möchten, dann können Sie natürlich das Outfit loben oder das gewinnende Lächeln. Zudem: Seien Sie wachsam und hören Sie interessiert zu. Denn vor allem Interessen und Eigenschaften eignen sich perfekt für ein gutes Kompliment.
Beispiel: "Ich bin beeindruckt, dass Du Marathon läufst. Dafür muss man sehr ausdauernd und diszipliniert sein."
Tipp 5: Beachten Sie das Alter
Frauen wollen je nach Alter unterschiedliche Komplimente hören. Die Jüngeren wollen aussehen wie Filmstars, Models oder Schauspielerinnen. Frauen über 40 sind anspruchsvoller und mögen Komplimente, die individuell auf sie abgestimmt sind. Männer werden bei indirekten Komplimenten weich. Oft reicht schon ein gewinnendes Lächeln.
Beispiel: "In Deiner Gegenwart fühle ich mich so wohl." Ein Universal-Kompliment, das fast immer funktioniert. Achten Sie dennoch auf den Kontext und die jeweilige Situation.
Tipp 6: Die richtigen Themen
Wir wünschen uns einen Partner, der uns ähnlich ist. Machen Sie nette Bemerkungen über mögliche Gemeinsamkeiten. Einiges wissen Sie vielleicht schon aus dem Profil oder dem vorangegangenen Kontakt, anderes können Sie vorsichtig während des Treffens ausloten.
Beispiel: "Ich finde es wundervoll, dass wir so viele Gemeinsamkeiten haben." Konkreter: "Ich kenne mich gut in der Literaturszene aus, aber Du bist ja eine echte Expertin."
Tipp 7: Gutes Benehmen
Hauptzutaten für ein gutes Kompliment: Lächeln, Aufmerksamkeit zeigen, Zugewandtheit und zuvorkommende Behandlung. Ausgesuchte Höflichkeit an sich ist schon ein Kompliment. Natürlich spielt uns die Nervosität gerade beim ersten Treffen oft einen Streich. Locker bleiben, denn das gehört leider meistens dazu. Nutzen Sie das für ein Kompliment.
Beispiel: "Ich bin so aufgeregt, weil ich mich mit einem so interessanten Menschen treffe." Diese Offenheit ist nicht nur ehrlich, sondern zahlt direkt auf Ihr Sympathiekonto ein – denn wer hört nicht gern, dass er seine Verabredung aus dem Konzept bringt?
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