Das erste Date: Werde ich mit ihm den Rest meines Lebens verbringen oder nur einen Nachmittag? Die besten Tipps zum Kennenlernen und wie Sie die größten Date-Fallen elegant umschiffen.
Die Erwartungsfalle
Linda (51): "Ich war so aufgeregt! Ich war mir ganz sicher, dass er der Richtige ist. Dann standen wir uns gegenüber und ich wusste sofort, dass aus uns nichts wird."
Vor dem Date sind die Erwartungen groß. Schließlich treffen sich zwei Fremde, um herauszufinden, ob sie eine gemeinsame Zukunft haben. Hier kommt die Projektionsfalle ins Spiel: Gerade, wer schon eine Weile gemailt hat, projiziert oft alle seine Hoffnungen und Wünsche auf den anderen. "Zum Teil sind die Ideale so hoch, dass die niemand erfüllen kann", sagt Psychologin Lisa Fischbach. Ihr Tipp: Gehen Sie das Date spielerischer an. Warten Sie nicht darauf, dass beim ersten Blick der Blitz einschlägt: "Geben Sie sich Zeit, fällen Sie nicht gleich ein Urteil! Nicht immer beginnt die Liebe mit einem Knall."
Die Treffpunktfalle
Marek (34): "Ich hatte ein Restaurant vorgeschlagen. Großer Fehler – schon nach wenigen Minuten war klar, dass wir uns nichts zu sagen hatten. Der Abend zog sich wie Kaugummi. Ich glaube, wir hofften beide, dass er schnell vorbei ist."
Der Ort ist beim ersten Date das A und O. Es gilt: Je öffentlicher, desto besser. Plus: Treffen Sie sich tagsüber – dann erübrigt sich die heikle Heimweg-Frage. Zuhause ist beim ersten Treffen tabu – es sei denn, Sie haben schon eine längere Kennenlernphase per Mail und Telefon hinter sich. Ideal ist ein Café: Wenn es nicht passt, kürzen Sie das Date nach einem Milchkaffee schnell und höflich ab. Beim Dinner ist ein Verschwinden zwischen Suppe und Hauptgang unmöglich. Weiterer Tipp: Spazieren gehen. "Bewegung macht ein Gespräch leichter", erklärt Lisa Fischbach. "Sie sitzen sich nicht steif gegenüber, müssen sich nicht krampfhaft anschauen und Gesprächspausen fallen weniger auf."
Die Selbstdarstellungsfalle
Katharina (38): "Ich wollte ihm unbedingt gefallen und hatte mich extra aufgebrezelt. Dabei hätte ich mich in Jeans und T-Shirt viel wohler gefühlt."
Vermitteln Sie kein falsches Bild, seien Sie Sie selbst! Das heißt: Machen Sie nicht auf verführerischen Vamp, wenn Sie eher eine Jeans-Frau sind. "Das gilt auch für Ihre Art", sagt Lisa Fischbach. "Stehen Sie zu Ihren Interessen und verbiegen Sie sich nicht, nur um beim anderen anzukommen." Schließlich verlieben wir uns in Menschen, die bei sich sind und keine Rolle spielen.
Die Gesprächsfalle
Ludwig (55): "Sie redete den ganzen Abend über ihre Kinder. Wie oft sie anrufen, was sie beruflich machen. Dabei hätte ich gern mehr über sie erfahren."
Sie sind nervös und hören sich plötzlich die unsinnigsten Dinge äußern. Kommt vor, sagt die Psychologin. "Viele versuchen, möglichst Originelles zu erzählen, um Eindruck zu hinterlassen." Gar nicht nötig: Am Anfang des Gespräches sind Inhalte nämlich zweitrangig. Der erste Eindruck entsteht zu 93 Prozent aus Gestik, Mimik, Stimme und Körperhaltung. Sie können also aus Ihrem Alltag erzählen: "Reden Sie ruhig über das Wetter", rät Lisa Fischbach. "Auch mit banalen Themen finden Sie etwas über Ihr Gegenüber heraus."
Die Interpretationsfalle
Eva (41): "Wir hatten einen tollen Abend und ich war sicher, dass er das auch so sah! Aber dann hat er sich nie wieder gemeldet. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so täuschen könnte."
Auch wenn Sie Feuer und Flamme sind – vielleicht empfindet der andere anders. Signale zu deuten ist bei Unbekannten schwierig: "Sind wir fasziniert, verstärkt sich unsere subjektive Wahrnehmung", erklärt die Psychologin. "Wir sehen nur noch das, was unser positives Bild bestätigt." Wenn wir uns die Zuneigung so sehr wünschen, kann es vorkommen, dass wir Signale der Ablehnung ausblenden.
Die Offenheitsfalle
Mara (28): "Ich habe ihm an diesem Abend alles von mir erzählt. Und wenn er nur ein Wort gesagt hätte, hätte ich die Nacht mit ihm verbracht. Dabei hatte sich unser Kontakt nach kurzer Zeit bereits wieder erledigt."
Es kann passieren: Sie sind schon beim ersten Treffen verknallt. Trotzdem: Gehen Sie die Sache langsam an. Wenn Sie zu viel von sich erzählen und der Kontakt dann abbricht, ist das ein seltsames Gefühl. Also: Behalten Sie ein paar Geheimnisse für sich! Ihre komplette Lebens- und Beziehungsgeschichte können Sie später noch erzählen.
Die Abschiedsfalle
Christiane (36): "Wir trafen uns nachmittags im Café. Es war wirklich nett, doch dann musste er ganz plötzlich los. Ich kam mir irgendwie abserviert vor."
Das erste Treffen hat nur einen Zweck: Herauszufinden, ob Weitere folgen. Wenn Sie gleich das Gefühl haben, Ihr Gegenüber nicht wieder sehen zu wollen, sollten Sie das nach einer kurzen Höflichkeitsplauderei offen sagen. Natürlich ist ein wenig Fingerspitzengefühl nötig. Tipp der Psychologin: "Versetzen Sie sich in die Position des anderen. Stellen Sie sich vor, welche Worte Ihnen in dieser Situation helfen würden."
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