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Sexualverhalten und Kinderlosigkeit
Sexualverhalten und Kinderlosigkeit (Kategorie: Sexualitätsblog)
Je gebildeter, desto größer die Wahrscheinlichkeit, kinderlos zu bleiben. Wie hängt das zusammen?

Dass Kinderlosigkeit in der modernen Gesellschaft ein zunehmendes Phänomen darstellt, ist seit längerem bekannt. Zunächst kann natürlich Kinderlosigkeit gewollt oder ungewollt sein. Beide Geschlechter sind davon gleichermaßen betroffen, wobei die jüngeren Generationen zunehmend häufiger betroffen sind.

Bei den Akademikern kann man feststellen, dass eine Elternschaft zunehmend mehr nach hinten verschoben wird. Dies wird mit dem Studium, zeitintensiven Weiterbildungen und in steigendem Maße auch mit einer damit verbundenen, hohen "Mobilitätspflicht" begründet.

In den Bevölkerungsgruppen mit niedrigerem Bildungsniveau sieht die Verteilung zwischen kinderlosen Männern und Frauen ungleich aus: hier überwiegen die kinderlosen Männer, die fürchten, mit ihrem Einkommen keine Familie unterhalten zu können. (Anmerkung: Warum Frauen dies nicht ebenfalls und genauso häufig als Grund angeben, obwohl sie sicherlich im Durchschnitt sogar noch weniger als die Männer verdienen, mag daran liegen, dass sie von ihrem Rollenverständnis her immer noch eher auf den beruflichen Erfolg als auf eine Familie verzichten). Diese bisher beschriebenen Zusammenhänge sind seit längerem bekannt. Ins neue Blickfeld der Sozialstudien rückt mittlerweile jedoch das Beziehungsverhalten jüngerer Generationen. Hier wird deutlich, dass ein häufiger Wechsel des Sexualpartners, verbunden mit immer kürzeren Partnerschaften, dazu führt, dass es nicht zu einer Familiengründung kommt. Natürlich nehmen parallel auch die Alleinerziehenden bzw. Zweipersonhaushalte zu, wenn es doch zu einer – gewollten oder ungewollten – Schwangerschaft gekommen ist, eine Familiengründung mit dem Partner aber nicht in Frage kam. Offenbar trägt also auch die "Wunschproduktion" im Sexualbereich zu einer abnehmenden Kinderzahl bei. Dem wiederum stehen – allerdings örtlich begrenzt – Entwicklungen entgegen, die im Gegenteil eine zunehmende Bereitschaft für Familiengründung gerade in den jüngeren Kohorten nahelegen. Ein Beispiel dafür ist der Bezirk Prenzlauer Berg in Berlin, wo es geradezu von jungen Familien wimmelt. Beim genaueren Hinsehen wird aber auch deutlich, dass es sich hier um Vertreter einer mittleren bis gehobeneren Bildungsschicht handelt, die das Risiko eines Auseinanderfallens der Familie durch neue Partnerschaften bewusst in Kauf nimmt und zunächst einen Familienwunsch an die erste Stelle setzt.


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